Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Bestellgeld 330 Marl. Einzelnummer; 10 Vfg. 22 222 ern 
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Beilagen: Vater ische Blãtter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lũbed 162. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt B 3 Fürstentũmer Ratzeburg, Lũbecl und das angren 
2 Grãndungs· e esindet 
r öâ νννννν„öνννννöâöοανννα 222222 se der ab lb bliocen u cibre zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag : Gebrüder Borere me Adrekhaus (Koniastr. 46) Fernsprecher 9000 u. 9001. 
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Ausgabe M. Große Ausgabe) Donnerstag, den 15. August 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 410. 
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Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. n ree zu besitzen. Es muß e im Sinne, das heißt dadurch, 
— rrr — — — —— as gemacht werden. er den deutschen Michel, der vor hundert Jahren noch im tiefsten 
Umfang der heutigen Nummer 8 Selten. Die französische Presse vertreibt sich seit Monate die Me— Schlafe lag, ein wenig an der Zipfelmütze zupfte. Schade, daß 
— — lancholie, die bei der Erinnerung an das französische Panama⸗ der fuiedliche Träumer so spät erwacht ist. Für die Franzosen 
ichtamtlicher Teil. unternehmen Lesseps und die verschlungenen Millionen auf⸗ immer noch zu zeitig. Daher ihr „Panamageschrei““ gegen 
steigen muß, durch eine gut geleitete Hetze gegen Deutschland. Deutschland. 
8 Das ist die einzige Tätigkeit. 
Frankreich und der Panamakanal. Aller Welt soll klar gemacht werden, was für eine große 
VBin Dr sugo n enn Gefahr für alle Nationen der Welt darin besteht, daß Deutsch⸗ Die tũrkisch⸗italienischen griedensverhandlungen. 
3 land versucht, eine Stellung an der neuen Schiffahrtsstraße zu Der römische Sonderberichterstatter des Newyorker Serald 
In einem Jahr soll die Erdffnung besg Pananialanals en z nach nnen Begriffen Deutschlands Welt— un mit, dn n n e u 
srarlfinden. Dieses Datum wird einen Marlkstein in der Geschichte andel! nich erheischt. ß g g e mgunuen urben er ee— 
e 17 „Das deutsche Gespenst in Panama“ schreibt die Grande Verhandlungen in der Schweiz zwischen dem Präsidenten des 
der Zivilisation bilden. Der neue Schiffahrtsweg wird seinen ꝛ 3* g 
Einfluß auf die gane Welt augnben. Wir sehen, wis die Repue. Deutschland versucht in Colombien zu pachten, das türtischen Staatsrates und den beiden italienischen Unter— 
ne —— dänische St. Thomas zu laufen, mit Tahiti zu verhandeln, von händlern erörtert wurden. — 
n e n ne e he n eee n den Niederlanden eine Schiffsstation in Curacao oder St. Jean Der erste von der Türkei gemachte Vorschlag sei dahin 
he n zu erlangen. Der Direktor der Samburg-Amerikalinie ist in gegangen, daß die Türkei die Oberhoheit Italiens über 
zu erwerben suchen, die für ihren Warentransport und für ihre ß 
e e e see eneeen den Antillen, der Direktor des Norddeutschen Lloyd durchreist mit Tripolitanien anerkennen wolle, doch dürfe dagegen die 
— 2* 23 — einem Stab von Ingenieuren die Küsten Kaliforniens. Welche Cyrenaika nur unter italienischem Protektorat stehen. Die 
Nuchs den Vereinigten Staaten, die natürlich am meisten Gefahr sur die gang Wen! gidsen und wirtschastchen Verhalmmfe in der Cyrenatta 
interessiert sind, besitzt Frankreich mit Martinique und Guade— m 8 *— u S222 
ß *2 Frankreich kann nicht sehen, wenn Deutschland arbeitet. scheinen demnach anderer Natur zu sein, wie in Tripolitanien. 
loupe in den Antillen auf der einen und Tahiti auf der anderen w ? 
hn arum denn? Es ist doch viel angenehmer, sattgegessen wie In ihrem zweiten Vorschlage hat sich die Pforte bereit 
Seite des Kanals die günstigsten Punkte rund um den Kanal. 65 ꝛ 4 k 
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n neeen e e en eee a e Mariannchen die schönen Hände in den Schoß zu legen! erklärt die Oberhoheit Italie is über alle Küstenstãdte in 
ie e e e sen anmenen Jie Injel sebst Französische Behaglichkeit und französisches Nichtstun ist ge— Tripolitanien und der Cyrenaika sowlie über die von den 
ehn fre e e van e ee fährdet, das ist für Frankreich die ganze Welt. Ttalienern besetzten Stãdte anzuerkennen, doch müsse dem 
Kohlenstation zu werden. Noch hesser gelegen, näher an dem Nicht so für uns. Da gehen eben deutsche und französische Sultan die Oberhoheit uber das Innere Lpbiens vorbehal en 
Wege, der vom Armelkanal nach Panama führt, ist Guadeloupe. n ngnder rn sud wr ae e en eere ——3 nn sn en e ede 
Sein Hafen PointenA Pitre ist zwar weniger groß, aber er Fragen auch hier ein wenig zu spät gekommen. Und doch uersanemanet? 22 2 222 
ist äußerst geschüßzt und nit wenigen Arbeiten kann man aus ihm hat schon vor fünfundachtzig Jahren kein anderer als Gpethe, Beide Vorschlãge der Türkei sind von der italienischen 
geschütz g 
e ebe be ohleαα α. angeregt durch die Forschungen Alexander Sumboldts in Amerila Regieruns abet abgelehnt worden weil Italien die Obrrhoheit 
Wi brauchen uns nicht betlagen daß Zrankreich, wie das eeun s folgendes geäußert: „Es ist sicher, daß Uer e e e proklamiert und 
ja üblich ist, nichts macht. Kommisssonen bereisen seit Jahren die Fertigstellung eines Kanals zwischen dem Stillen Ozean und b 1 2 
Mittelamerika, um die Verhältnisse zu siudieren, doch die fran— dem mexikanischen Golf, der Shissen aller Größe erlaubt zu 
zösische Regierung ist noch zu keinem Entschluß gekommen. passieren eine unberechenbare Wirkung auf alle zivilisierken Zur Cage in der Türkei. 
Mitte August fällt die Rückehr des Ingenieurs im Kolonial— Länder haben wird. Es würde mich wundern, wenn die Ameri Ueber den Rüchtritt des Ministers des Innern 
winisterium Jullideèͤre, der mit einer Reihe von Fachleuten die kaner fremden Sänden die Arbeit überlassen würden. Es ist Zia Pascha herrscht, telegraphischen Mitteilungen aus Kon— 
Ergebnisse seiner Studien der Regierung berichten wird. Diese votauszusehen, daß in dreißig bis vierzig Jahren (der Aus— stantinopel zufolge, die Anficht, daß es sich um einen Anta— 
Arbeit wird auch eine schöne Zeit in Anspruch nehmen, und pruch stammt aus dem Jahre 1827) das junge amerilanische gonismus zwischen Uen beiden im Kabinette durch Kiamil 
es ist fraglich, ob man vom Wortgeklingel zu praktischen Ver— Staotenwesen sich nach Westen zu ausdehnen wird. Es werden Pascha und Hilmi Pascha vertretenen Strömungen handelt. In 
wirklichungen noch vor der Eröffnung des Kanals gelangen wird. zroße Stãdte an der Küste des Slillen Qꝛeans enstehen. wo die seinem Demissionsschreiben hat der Minister Gesundheitsrüchsichten 
Anders arbeiten die Engländer in Saint-Lucie, das viel Natur weite Häfen ausgebuchtet hat, die als Zwischenhändler als Grund seines Rüchtritts angegeben. 
schlechter liegt als Martinique und die Dänen in Saint-Thomas, wischer den Vereinigten Staaten, China und Indien dienen Das Ministerium des Innern hat an die Behörden der Wi— 
en fruchtlosen und das aber den Vorzug hat, am n e m n e e not⸗ laiets ein Rundschreiben gerichtet, in dem sie aufgefordert werden, 
an dem neuen Wege für die Paletboote der ganzen Welt endig, da riegs- und Handelsschiffe shnell von der Ost- an am 14. August mit den Vorbereitungen fürdie Neu— 
zu liegen. die Westküste gehen können unter Vermeidung des langwierigen wahlen zu beginnen. Die Wahlkollegien sollen am 14. Olt 
Auf der anderen Seite der Panamaenge, an dem Wege von und lostspieligen Umweges um Sudamerifa. Ich wiederhole, gebildet sein. Die Abgeordneten haben am 14. Nov. in Kon 
Panama nach Neuseeland, liegt die franzosssche Besitung Tahiti daß die Vereinigten Staaten diese hnelle Verbindung not— stantinopel einzutreffen. In einem Rundschreiben des Groß 
mit ihrem stillen Hafen Papeets, der leine Stürme kennt und wendig haben und daß sie lie sicher herstellen werden .“ wesirats wird den Beamten der Austrag erteilt, die Wahlen 
ohne Schwierigkeiten zu erreichen ist. Tahiti mit seinem wunder— Es ist wunderbar, mit welchem klaren Blick Goethe die in voller Freiheit und Unparteilichkeit stattfinder 
baren Klima, seiner üppigen Vegetation, seiner herrlichen Lage, Ereignisse vorausgesehen hat. Die wirsschaftliche und strategische zu lassen. Diejenigen Beamten, die versuchen sollten, die Ab— 
ist wie geschaffen dazu, der Winteraufenthalt der reichen Ame— Bewertung des Panamakanals vor etwa hundert Jahren paßt slimmung zu beeinflussen, würden verfolgt werden. Beamt« 
rilaner zu werden, sobald die Verbindung durch den neuen Kanal auf unsere Zeit. Ist es nicht sonderbar, daß keiner der deutschen aller Bezirke haben imzwischen mit der Unterfertigung 
hergestellt ist. Südlich von Tahiti liegt die Insel Rapa mit Staatsmänner, die sicherlich alle die Schönhelten der Voesie des einer Ertklärung begonnen, daß sie keiner politischen 
dem scfen Ahurei, die seit 1881 französischer Besitz ist. Es deutschen Dichterfürsten zu würdigen verstanden, seiner pro— Partei angehören, noch angehören werden, und 
war eine Zeitlang die Rede davon, daß Verhandlungen zwischen phetischen Gabe in weltpylitischen Dingen genügende Beachtung daß sie aus der Partei, der sie angehörten, austräten. Die 
Frankreich und den Vereinigten Staaten beständen, die die Ab— geschenkt hat? ungtürkischen Beamten, die die Unterzeichnung verweigern, werden 
tretung dieser Insel bezwecten. Es scheint nichts daraus ge— Goethe hat wohl aber selbst nicht geahnt, wie gefährlich er abgesetzt. Viele Beamte sind noch unschlüssig. Der Kriegs-— 
worden zu sein. Wer für Frankreich genügt es nicht, die günstigen durch seine Prophezelungen der ganzen Welt werden konnte. minister, die Abteilungschefs und die Offiziere des 
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Wagnerfestspiele in MüUnchen. Der zweite Abend der Wag-— ein Drama in drei Akten und einen Prolog gemacht, das der 
Theater, Kunst und Wissenschaft. merfestspiele im Prinzregenten-Theater in München, an Maestro P. G. Reggero vertonen will. 
* dem zum ersten Male Bruno Walter dirigierte, brachte, wie Zum 100. Geburtstag Senriette Feuerbachs. Anselm 
feit un wen u ne uer edur Z gemeldet wird, eine höchst bedeutsame Tristan-Auffüh— Feuerbachs Bildnis seiner Mutter in der Berliner National— 
ne ee ld nen me uen pung. Knote als Tristan, Bender als Marke, Edyth Walker Falerie war Montag, am 100. Geburtstage von Henriette 
nn epren en— n n a an * als Isolde, Brodersen als Kurvenal und Frau Cahier, Feuerbach, mit einem Lorbeerkranz geschmüdt. Die Anregung 
* usen m V h die in diesem Ensemble als Brangäne die einzige neue Dar— dazu war noch von der am Sonntag auf Schloß Noer in 
snen n een n n m 8 g tellerin war, gestalteten den gesanglichen Teil zu einem seltenen Holstein entschlafenen Gräfin v. Noer, der Witwe des Prinzen 
h h äα ann ur eretts ende Genuß. Das ausverkaufte Haus spendete begeisterten Beifall. Friedrich August zu Schleswig-Holstein, Grafen v. Noer, aus— 
e gh Gregors Wiener Vrogramm. Hans Gregor, der Di— gegangen. Ebenso war Henriette Feuerbachs Grab in Ansbach 
les M . ie bereits durch ein Telegramm aus m von ein Verehrerkreis d lt it ihevollem 
arie danen e o ver senee ler Mesenet ae e ren jietzt n ne a t eis der seltenen Frau mit weihevolle 
sorben Massenet winde an i2. Mia 1842 u Vinnnd den e een e eeeneen se ne Der RNaßselder von Oberbanrat Wagner. Zum Nagffolder 
St. Etienne geboren, bildete sich auf dem Pariser Konser⸗ ommende Sasondrogramm der Wiener Zofoper nsgesprochen. des österreichischen Messel“, des Oberbaurats Profes or Okto 
vatorium, in dem er 1878 Professor der Komposition wurde. Es sind zunächst vier Arbeiten in Aussicht genommen,“ teilte Wagner in Wien, der 72jährig am 1. Olt. sein Lehramt 
F seinen eee ee seien genannt „Der König von regor mit, „zwei eeerne und zwei istauffuh⸗ an der Wiener Akademie der Künste aufgeben will, hat das 
e nr de Bazan ferner ungen. Neueinstudiert wird Puccinis „Bohsme“ und Wag— Professorenkollegium der Alademie den Architelten und Pro⸗ 
d en ramen „Maria Magdalena“, „Eva“ und „Die ers „Tannhäuser“ mit Karl Burrian. Dann folgt als fessor an der Kunstgewerbeshule in Prag Jolsef Plechif vor⸗ 
Premiere die in Berlin mit Erfolg aufgenommene Oper geschlagen. Josef Plecnil der im Jahre 1872 in Laibach ge— 
Ueber die Gründung von Musilerlammern soll eine Kon— Sberst Thaberte von Wallershausen, daran schlieht fich boren ist, war ein Schüler Otto Wagners. 
serenz von Delegierten musikalischer Verbände verhandeln, die die Uraufführung eines ganz modernen Werkes „Das Aus dem RNeich des Todes. Im Alter von 78 Jahren starb 
sür den Herbst dieses Jahres, und zwar voraussichtlich für den Spitzentuch der Serzogin“ von Schreder an. Ueber in Wiesbaden Hermann Gesenius, der Begründer des be— 
27. und 28. September, nach Berlin einberufen wird. Die Vor⸗ weitere Pläne kann jett nichts geredet werden.“ rühmten Verlags Hermann Gesenius in Halle. Hermann 
arbeiten haben bereits eine solche Fülle von Verhandlungs— C.K. Berühmte Romane als Opern. Der junge italienische Gesenius ist ein Sohn des Orientalisten Gesenius. Der Ruf 
lfen ergeben, daß es unmöglich sein dürfte, bei den ersten Dichter Fausto Valsecchi hat nach Flauberts „Salammbo“ des Verlags, der unter Leitung des Sohnes des Verstorbenen 
Beratungen gleich das ganze Programm aufzurollen. in dreiaktiges Libretto geschrieben, das der Maestro Gui— steht, gründet sich auf Herausgabe bedeuteder fremdsprach— 
Ein Korvettenlapitän als Dramendichter. Zu der Erst— seppe Pietrisin Musik seßen will. Den Handlungskern hat licher Grammatiken, hauptsächlich englischer. 
aufführung des Dramas „Helga Holgersen“ am Altonaer Valsecchi beibehalten, aber er hat die Vorgänge in eine andere Kleine Milte lͤngen. Der niedersächsische Kirchen 
Stadttheater hatte sich Brinz Seinrich von Preußen Atmosphäre verseßzt. Das Libretto hat nur drei Personen; chorvperband, dem die Kirchenchöre der Provinz Hannover, 
angesagt. Der Prinz stand, wie man schreibt, in freundschaft- der erste Alt spielt vor dem Gefängnis, der zweite unter einem Braunschweigs und der Nachbarstaaten angehören, tagt in 
sichen Beziehungen zu dem Verfasser des Werkes, dem Kor— Zelt, der drikte vor dem Thron der Salammbo. Ein Chor von diesem Jahre am 1. und 2. Oltober in Hildesheim — Der 
vetten-Kapitän a. D. Fritz Brehmer. Da der Prinz den Auf⸗ Barbaren, Gefangenen, Jungftauen, Jünglingen und karthagi— 9. Delegiertentag des Zentral Verbandes Deutschet 
trag beklommen hat, zur Beisetzungsfeier nach Japan zu fahren, schem Volk bewegt sich im Sintergrund. Auch der belannte Tonkünstler und Tonlünstler-Vereine (E. V) findet am 
3 nicht imstande, zur Premiere von „Helga Holgersen“ Roman des älteren Dumas „Antony“ wird auf der 14. und 15. Sept. d. J. in Erfurt statt. 
u kommen. italienischen Opernbühne erscheinen. Carlo Zangarini hat dar
	        
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