Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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52 morgens) erscheinend. ezugs * 4 — Zeille 20 Pfg. ee 
ei lie bas Bieei ahr 330 Mart ein schliehlich B Vig. fũr Auswãrtige u ea 
Srnggeld n eiben Srh die vo ben w»ꝛ ——2222 222 
Bestellgeld 830 Martl. Einzelnummer; 10 Vis· Satz den Auforderungen entsprechend böb⸗ ↄ0 
; ů Nachrichten fsür das Herzogtum Lauenburg, die 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 162. Jahrgang eee eenn ee m 
Beiblatt: Gesetz und Verordnungsblatc 3 lenburgische ind holcinische Gebien 
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Vrud und Verlag Genruder Borchers G. m. b. V. in Zübec. —eue Aoreßhaus Gð niastr. 46) Dern sprecher 9000 u. 9001. 
Ausgabe M. Große Ausgabe) Mittwoch, den 31. Juli 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 382. 
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——52 ir i i fü rum so gründlicher in V. Tolio, 30. Juli. Der Kronprinz hat heute vormittag 
gur m een eee e die im Palaste in Gegenwart ber Minister den felerlichen Eid auf 
August U. September Armee ist er nicht eingetreten, da dies japanischen die Verfassung geleistet. Der Sof legt auf ein Jahr Trauer an. 
e eeeee e lsnen renen Anschauungen widerspricht, ja der Kaiser nicht einmal Offiziere Für die Nationaltrauer sind aukzer dem Tage der Bestattungs⸗ 
Lübeckischen Anzeigen“ in seiner Umgebung haben soll, doch trug er in der Adelsschulle feierlichleit drei Tage vorgesehen. 
/ 8 die Uniform der Anstalt. Seine Wohnung war zuerst das 
mi der ne e een nur alte laiserliche Palais, auch hatte er sofort nach dem 31 August Ein Erfolg des deutschen Rriegsschlffsbaues. 
vVaterstädtische Blãtter 1887 einen eigenen Hofstaat erhalten. Am 10. Mai 1900 ver— Pelcrsbnnrg. 30. Juli. Der Zar hat heute mit dem Tor- 
u mählte er sich mit der Prinzessin Sadako. Die neue Kaiserin pedo rener oil eine zweistündige forcierte Fahrt in den 
Ceseß und Verordnungehlatt stammt aus dem Hause Konoye. Dieses ist eines von den sog. eet e een t et et 
der freien und Hansestadt Lübeck Gosele, d. i. von den fünf, dem Herrscherhause gleichsam eben— Schiff das größte Interesse, nahm eine Besichtigung der Tur⸗ 
mr ee e he bürtigen Geschlechtern, aus denen allein die Kaiserinnen ge— sn feee o d a er sain nr 
„Familienfreun wählt werden dürfen. Sie war kaum 16 Jahre, als sie sich iniine aen ber nekenenlen Weise aus 
Neu eintretende Abonnenten erhalten das Blatt vom Tage der vermählte. Der Ehe sind drei Söhne entsprossen, von denen at e ien eien anb id 
Bestellung ab bis zum 1. August loslenfrei. et sllee rhi inne ine en n Apuil 1001, Der „Novik! ist von den Vulkan-Werken Hamburg u 
Der Verlag der „Lüb. Anzeigen“. bel vlhrestern Stettin konstruiert und mit Turbinen und Oelkesseln dieser 
— ——— — — e e nn dhr n n a Firma ausgerustet. Seine Turbinen leisten 41 000 Pferdestärken, 
3 uder, er ine Geschwindigkei in kriegsmäßiger Ausrüstun 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. frauen stammte, ist früh gestorben. Der Kaiser, dem ein freund— e n e 
— —— — — ————— ——— —— — — — — — liches Wesen nachgerühmt wird, war früher etwas kränklich, doch 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. soll sich seine Gesundheit gebessert haben. Das Int tionale Rolonial⸗Institut 
Krnllichtit und Triumnh der deutschen Medizn! as Internationa l n 
Nichtamtlicher Teil. h e h Brüssel, 30. Juli. Die Rede des belgischen Kolonialministers 
bu Prof Dr. Ludwig Rieß, der 15 Jahre lang als Profelsor Renin nn be e eslern die Berhand lungen des Imernationalen 
D Mik l en iertit Ttn ruln unr bhreibt ietu In rn Kolonial⸗Instituts eröffnete, fand in allen interessierten Kreisen 
er neue nado. Enlwicllungsjahren trat an dem früher so munteren Knaben bealle nahnie Sie lellt ein Plogranm der Wirtschafls 
LQubed, 31. Zuli. eine in Japan ganz ungewöhnliche Schüchternheit hervor die iit dar das die belgische Regierung in den Kongo Kolonien 
ue e e sich noch steigerte, als er von langer, schwerer Krankheit nur zu verfolgen gedenkt und entkräftet insbesondere die Einwände 
Der Milado ist tot es lebe der neue Mikado! Nach diesem langsam genas. Es war ein Triumph der deutschen Medizin daß der franzosischen Kongo⸗ Gegner, die bisher die förmliche Aner— 
Grundsatz hat der neue japanische Kaiser Sarunomya bereits der als Professor an der kaiserlichen Universität Tokio tätige nnn e α e eν beq Kinie 
Montag früh die Regierung seines Landes übernommen. Er Gebeimrat Baelz Getßt in Stuttgart) an dem bereits e ie e i α 
ist am 31. August 1879 geboren, aber nicht etwa als Sohn wegen Tuberkulose aufgegebenen Kronprinz die ren in ei be en e rne 
der Kaiserin HSarukd, sondern als der einer von den fünf Neben— seltene von ihm entdedte Krankheit diagnostizierte, die leicht mit — n ieen nn uhin der e 8 
frauen seines Vaters Mutishito Das japanischeGesetz gestattet dem hocharadiger Schwindsucht verwechselt werden kann. Unter seiner 3 e ecne die hꝛ der großen 
Serrscher fünf Nebenfrauen zu nehmen, die zwar nicht Kai— Behandlung wurde der damals nunzehnjährige Kron— no r e eeen ene n beendet ist 8 e ben 
serinnen sind, deren Kinder aber durchaus als legitim und sul— prinz wieder vollständig hergestellt, und bald entwickelte eae een en eeee mi d 
he lirueabin arlten Srlug Multer ist rlh geslrden ud die er durch athletische Uebungen eine hervorragende Körperkraft. 1 lbelassen eden son 4 man 2 an 
Kaiserin hat ihn in frühester Jugend erzogen. Seine Prokla— Aus seiner Ehe mit Prinzessin Sakado sind drei Prinzen * ß o ae Beluh ens 
mation als Kronprinz erfolagte am 81. August 1887 entsprossen. Aber die Befangenheit bei öffentlichem Auftreten i vtussa ven e α eene 
Der jetzige Mikado ist der erste japanische Prinz, der nicht ist geblieben Man hatte 1903 die Wsicht durch eine Reise dfenud sun snn ersteden a 
eine rein geistliche Vorbildung erhielt, wie sie bisher allen Mi— ins Ausland ihr entgegenzuwirken. Sie unterblieb aber wegen Flage der rbenoernage ven Cnneborenen die Aln 
kados, als religiösen Oberhäuptern des Volkes, zuteil gewor— der Zuspitzung des Verhältnisses zu Rußland und des Krieges. n ausat on dea vaen Rasse in Nopischen Mlouen auf den 
den war Er wurde in der eigens für ihn ins Leben gerufenen, Namentlich der erwünschten militärischen Ausbildung des Kron— elunem uf die Verhalmiss⸗ eerun den Missionen 
auf alter Tradition beruhenden und aus Kyoto stammenden prinzen war die Scheu vor der Oeffentlichkeit hinderlich. Dagegen ꝛ éalin der Faung, auf das Munssystem und uf 
„Adelsschule“ ausgebildet. Er hatte in der ersten Zeit einige wird seine Herzlichkeit im intimen Verkehr und seine Dankbarkeit die centannpolnt n den Kolonen 
Male Gelegenheit in der Oeffentlichkeit zu erscheinen, so, als für jeden kleinen Dienst sehr gelobt. Der Thronfolger war 
er mit kaum neun Jahren, während einer Krankheit des Kaisers, auch von jeher ein großer Tierfreund; es wäre sehr wünschenswert, 
einigen Feiern im adligen Fräuleinstifte und in der Technischen wenn er als Herrscher einige unsinnige Grausamkeiten bei der Pferde— Die türkische kabinettskrisis. 
Hochschule zu Toklio präsidierte. Auch hatte er einige Zeit Um— behandlung in Japan durch Verbote und populäre Belehrung Konstantinopel, 30. Juli. Das Kabinett wurde gestern von 
gang mit deutschen Kindern, denen des Kammerherrn v. Mohl. abstellen ließe. Bis 1905 war Fürst Ito der Mentor des der Kammer vergeblich erwartet, wahrscheinlich wird es heute 
Bei der feierlichen Verfassungsproklamation befand er sich in Kronprinzen, der deshalb bei seinem Regierungsantritt mit im Parlament erscheinen. Wie bereits angedeutet, will das 
der Umgebung seines Vaters. Angeblich soll Haru auf der 33 Lebensjahren wohl besser in die politischen Verhältnisse Kabinett den Schwierigkeiten der Kammerauflösung dadurch be— 
Adelsschule eine europäische Sprache gelernt haben, und Japans und der ganzen Welt eingeweiht ist als sein Vater gegnen, daß es von der Kammer die Anerkennung einer Filtion 
einige Zeit nahm man an. drß es deutsch sei Er hat aber nur als fünfzehniähriger Knbe es vor 45 hen sein donnte fordert. nach der das augenblickliche VParlament nur eine Fort— 
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gemälde für das Große Haus vorgegangen, ebenso K. Schmoll durch Zufall in der Stadt Corstopotum in North Cumberland 
Cheater, Kunst und Wissenschaft. v. Eisenwerth, der für den Galasalon des Kleinen Hauses vier entdeckt wurden. Bei Erdarbeiten, die zur Anlegung eines 
der Arthur Nilisch wird während des nächsten Winters Bühnenszenen aus Mozart, Shakespeare, Goethe gewählt hat. Hausfundamentes vorgenommen wurden, stießen die Arbeiter 
in den Philharmonischen Konzerten zu Berlin eine große Für den Herzogssalon schuf J. V. Cissarz eine Romanze, für das unerwartet auf einen Schatz von 48 alten römischen Gold— 
Anzahl von Neuheiten zur Aufführung bringen. Es sind da Foyer zur königlichen Sofloge Paul Lang die Supraporten. münzen, die sorgsam in Silberpapier verpackt waren. Der 
zu nennen: E. W. Korngold: Ouvertüre zu einem Schauspiel; Von Robert Haug wurde zur Schmückung des Vorraums merkwürdige Fund führte zu weiteren Nachforschungen, in deren 
Richard Mandl: Ouvertüre zu einem Gascogner Ritterspiel; zum Königssalon ein „Fahnenträger“ erworben; auch das Apen— Verlaufe man noch eine alte Tonvase fand, die weiterer 159 
Walter Braunfels: eine Karneval-Ouvertüre GBrambilla); Hol panorama von W. Strich-Chapell ist für diesen Raum bestimmt. Goldmünzen enthielt. Die Münzen stammen aus der Zeit 
brocke: Scherzo Queen Mab; Gustav Mrazek: Max und Moritz, Christian Landenberger malte für einen Vorraum zwei Alle— Neros bis zum Ende der Herrschaft des Marc Aurel. Das 
Burlesle. Von Sinfonien wird Nikisch in der kommenden gorien. Carlos Grethe für den Verasalon ein Seestück mit seltenste Stücd ist eine zu Ehren der Kaiserin Faustina geschla— 
Saison folgende Werke zur Aufführung bringen: 1. Sinfonie gespenstisch-schattenhaft aufragendem Segelschiff, Robert Weise gene Goldmünze, auf deren Vorderseite man den Kopf der 
von Brahms die 7. und 9. Sinfonie von Brucner, die 4. Sin— wird für die große Hofloge die Bilder des Königs und der Kaiserin sieht, während die Rüchselte eine Anzahl von Schülern 
fonie von Ischaikowsky, Schumanns D-Moll-Sinfonie und Königin schaffen. Von Plastikern haben Aufträge erhalken: in einer von der Kaiserin gegründeten Schule darstellt. Das 
Sganbatis D⸗Dur-Sinfonie. Richard Strauß wird mit der Ludwig Habich und eine Anzahl seiner Schüler. Neben ihnen Schatzamt hat die kostbare Sammlung für 12000 Meerstanden 
n l wird auch eine sind noch eine Reihe weiterer Bildhauer vertreten. und jetzt dem British Museum überwiesen. 
one pon Mahler und eine Manuskript-Sinfonie von Wil— Künstlernachrichten. Direklor Rudolph, der Leiler des 0x. de 8* in Beweis 
helm Berger zur Aufführung gelangen, doch sind die zuletzt⸗ Kurtheaters in Friedrichsroda und des Eisenacher Stadttheaters, für die rg de ent⸗ 
genannten beiden Werke vorläufig nur in Aussicht genommen. hat das Deutsche Theater in Sannover vom Jahre 1914 ab hedenbringen in der emnpel der hn im Garten des Ins 
Bayreuther Festspiele. Der Ring des Nibelungen“ wurde gepachtet. fuls für Infektionskrantheilen von Tolio errichtet wurde und 
unter Siegfried Wagners Leitung in der vorjährigen Besetzung Der Bau des Expeditionsschiffes für die Deutsch Arktische in dem, wie bereits gemeldet, eine Gedenkfeier für den großen 
und teilweiser Neuausstattung mit einer prachtvollen Auffüh— Expedition, die im Sommer nächsten Jahres unter Führung Gelehrlen nach dem Snio Mins statktfand. Näheres von 
rung der Götterdämmerung“ beschlossen Sommers des Leutnants Schröder-Stranz in das nördliche Eismeer gehen diefemn eigenantigen Dentmal aählt Prof. Dr. Shiga in der 
Wotan, Barys Siegfried, die Bünhilde von Frau Gulbranson, wird und sich die gründliche Ersorschung sowohl in wissenschaft— Umschann Der aus schönem japanschen Soh erbaute Tempel 
Sensels Loge, die Erda und Waltraute der Frau Schumann— licher als auch in nautischer und merkantiler Hinsicht zur Auf— äot an der Vorderseile ein Bilduis Kochs, in den siei 
Heinch waren Glanzleistungen. gabe gestellt hat, ist der Firma Stods & Kolbe, Kiel, über— nernen Unterbau ist ein Kupferkästchen eingemauert, das eine 
Bilderschmugd und Plastil in den neuen Stuttgarter Sof⸗ tragen, die dieses Fahrzeug auf ihrer neuen Werftanlage in Azahl bdon Kochs Haupthaaren enthält. Baare gelten nämlich 
theatern. Die von Prof. Max Littmann geschaffenen neuen Sonderburg bauen wird. Das Schiff, in Form der bewährten nach alter japanischer Sitte als ein ewig unverändert blei— 
Stuttgarter Hoftheater, deren Eröffnung im Berbst erfolgt, Polarschiffe ähnlich der Fram“ fonstruiert, ist 560m lang, bendes Andenken. Ueberhaupt steht die Ertichtung des Tempels 
werden dank der Rührigkeit des Intendanten Freiherrn zu Putlihz 12,65m breit und geht bei rund 1200 To. Deplacement fünf im engsten Zusammenhang mit dem Ahnenkult der Japaner, 
und einer Anzahl hochherziger Kunstfreunde auch im Innern Meter tief. Es wird mit Rüchicht auf die Eispressungen, denen die den Geistern großer Männer für die durch sie geschaffenen 
reichen künstlerischen Schmuck erhalten. Nicht weniger als zwanzig es während der dreijährigen Dauer der Expedition ausgesetzt Wohltaten ewig dankbar sind und göttliche Verehrung dar— 
Maler und achtzehn Bildhauer haben daran gearbeitet. Der sein wird, sehr solide ganz aus Eichenholz gebaut und erhält bringen. Diese Vergötterung des Genies wird durch eine 
gröhte Auftrag ist Professor Adolf Münzer in Düsseldorf neben zwei starken Eichenaußenhäuten als Eisschutz noch eine hübsche Episode, die Koch bei seiner Anwesenheit in Japan 
zuteil geworden, der fünf große Allegorien: Gesang, Musik, drifte ca. 15 em starlke Haut aus Greenhard. Zur Fortbe— erlebte, bezeugt. Der große Forscher erblidte in dem be— 
Tanz, Komödie und Drama für das Erfrischungsfoyer im Kleinen wegung im Eise dient eine Triplemaschine von 300 indizierten rühmtesten Tempel der alten Residenztadt Nara eine Figur de 
Hause schuf. Dieser Raum enthält ferner noch Bilder von A. Pferdestärken. Getakelt wird das Fahrzeug als Schonerbark. „Hakushi“; als er hörte, daß diese den „Goll der Medizin? 
Hölzel, E. Starker, Leo Bauer und A. Pellegrini Auch die vier O.K. Ein rönischer Munzschetß aqus engl schem Boden. Aus darstelle, wollte er näheres erfahren, aber der Priester ent 
ländlichen Tanzszenen von Th. Lauxmann sind für einen Er— London wird berichtet: Das Brilische Museum ist in diesen gegnete kurz und bündig: Dies ist der „Nlushi der Ver— 
frischungsraum gedacht. Rein dekorativ ist, wie „Die Kunst Tagen um einen lostbaren Besitz bereichert worden: um eine gangenheit“ aus Indien; wir haben aber augenblicklich die Ehre, 
für Alle“ milteilt. der Münchener Julius Mössel in seinem Decken— prächtsge Sammlung altrömischer Goldmünzen, die lürzlich den „Valushi der Gegenwarl“ vor uns zu sehen.“
	        
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