Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Nachrichten sür das herzogtum Lauenburg, die 
Umtsblatt der srelen und hansestadt ben 62. Jahrgang e Raheburg, Lũbed und das angren⸗ 
heiblatt. Gesetz· und Verordnungsblatttt 13 
** ννννννν zende meclenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebruder Bore m. b. S. in Vnbed — ale Ahdrekhaus Göniastr 40) dern sprecher 9000 u. 900l 
Ausgabe M. Große Ausgabe) Donnerstag, den 18. Juli 1932. Abend⸗Blatt Ur. 359. 
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— — — 2— rk er glaube, nur so lange das Vertrauen seiner Wählerschaft bean⸗ 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. Maskierung der englischen —— spruchen zu können, als er auf dem beschrittenen Wege, der 
— — —— — Schnell soll es nicht wahr sein daß England außerhalb Rettung des Varlamentarismus aus den Gefahren der Obstrul⸗ 
Amfang der heutigen Nummer 6 Seiten. des Rahmens seines ordentlichen Flottenetats drei ion beede, imnentwest derharre. 
— — — — noughts für die Maltastation bauen will. Es werde vielmehr 
nichtamtlicher Ceil. nur eine Kommission von Sachverständigen einsetzen, um nach— 2 
prufen wieviel Wahres an den Klagen über die Besatungsnot Die angeblichen deutschen sschundwaren im 
Nationalliberale, Freisinnige not der englischen Flotte sei und wie man die abstellen lönnte. französischen heer. 
3 c dt hlen Zum Präsidenten dieser Kommission aber wird Lord Fisher er— Vor kurzer Zeit wurde in der sranzösischen Presse behauptet. 
und preußische an agswa nannt, auf dessen Anregungen die Periode der Dreadnoughts daß im franzöfischen Heere „deutsche Schundwaren“ gebraucht 
Tübed, 18. Juli. und der Kräfteversammlung in der Nordsee zurüclgeht. Er würden, die von Deutschland an Frankreich zu dem Zwecdce 
Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: wird der Mannschaftsfrage sicherlich eine Sette abzugewinnen geliefert würden, um das französische Seer auf diese Weise 
Durch die Blatter gehen verschiedentliche Meldungen über wissen, die auch eine weitere Verstärkung des englischen Kriegs— zu schwächen. Wie es tatsächlich um die „deutschen Schund— 
vorbereitende Schritte der politischen Parteien für den Auf⸗ schiffbestandes ermöglicht, das heißt „notwendig“ macht. Damit waren“ im französischen Heere aussieht, wird, wie der Korrespon⸗ 
marsch zu den lommenden Landtagswahlen in Preußen. Die man über die neuen Maßnahmen des englischen Marineamtes denz „Heer und Politik“ von militärischer Seite geschrieben wird, 
Aufmerksamkeit gilt insbesondere der Taltik, die Nationalliberale vollkommen eindeutig unterrichtet ist, wird aus seinen Kreisen folgende Darstellung der Verhältnisse zeigen: 
und Fortschrittliche Vollspartei einschlagen werden. Einige außerdem verbreilet, der kommende Montag, an dem die Regie— Wahr ist die Tatsache, daß im französischen Heere vielfach 
besonders Hellhörige wollten wissen, daß zwischen beiden Par— rung den Ergänzungsetat für die Flotte vorzulegen beabsichtigt, deutsches Material verwendet werden muß, weil es eben das 
teien bereits Abmachungen getroffen worden seien, und zwar werde dem Unterhause eine historische Sitzung bescheren. beste ist, was in dieser Art auf der Welt hergestellt wird. 
nach derselben Richtung, die bei den letzten Reichstagswahlen Churchills Pläne würden die Ueberlegenheit Englands im Besonders auf dem Gebiete der Luftschiffahrt und der Flugkunst, 
eingeschlagen worden ist, nämlich gegen Schwarz und Blau. Mittelmeer für alle Zeiten festlegen. Da nun Herr Churchill die die Franzosen bekanntlich als ihr Monopol betrachten, 
Hier dürfte mehr der Wunsch der Vater des Gedankens ge— kaum eine Verständigung mit Oesterreich- Ungarn über dessen ist die deutsche Industrie so weit vorgeschritten, daß kein Land 
wesen sein, als daß die Urheber solcher Meldungen sich auf Flottenbauprogramm in der Tasche haben dürfte, kann dieses der Welt auch nur annähernd so gutes Material liefert wie 
Tatsachen stützen könnten. Wie wir bestimmt wissen, sind Rätsels Lösung doch wieder nur in englischen Neubauten für Deutschland. Frankreich sieht sich darum trotz seines inneren 
Abmachungen irgend welcher Art bis jetzt noch nicht getroffen. das Mittelmeer bestehen. Deshalb ist man denn auch nach Widerstrebens gezwungen, auch heute noch, nachdem es bereits 
Daß aber beide liberale Varteien Interesse an einer Ver— den neuen Erklärungen über Englands Absichten für das Mittel— eigentlich jahrelang Gelegenheit gehabt haben sollte, die eigene 
ständigung untereinander haben, lann nicht wohl geleugnet meer nicht klüger als vor ihnen Industrie auf den für das Seer wünschenswerten Stand zu 
werden; denn die Stärkung der liberalen Posilion im künftigen haben, sich sowohl zur Anfertigung von Luftschiffhüllen, wie 
Landtag ist auch für d preußischen Nationalliberalen bi —2 zur Bespannung der Hugzeuge überwiegend deutschen e 
der Gesichtspunkt bei dem bevorstehenden Wahlkampf. ie *842 zu bedienen Nicht nur die erslen französischen Luflschisffe 
Bereitwilligkeit zu einer Verständigung ist denn auch von Ein Rechtsertigungsschreiben des Hrãstdenten des waren aus deutschen Ballonstoffen he gestellt, auch die heutigen 
beiden Parteien schon ausgesprochen worden. Selbstverständ— ungarischen Abgeordnetenhauses sind es noch in der Mehrgahl. Und seudem sich die deulsche 
lich wird es eine schwierige Aufgabe sein, die Grundlage zu Pest, 17 Zuli Der Präsident des ungarischen Wgeord— Industrie, gleich nach den ersten ersolgreichen Flügen in Frant— 
finden, auf der der gemeinsame Vormarsch aufgebaut werden netenhauses Graf Tisza hat an seine Wähler in Arad ein offenes reich, energisch auf die Fabrikation von Aeroplanstoffen warß, 
kann Der Führer der preußischen Nationalliberalen, Abgeord— Schreiben gerichtet, in dem er sein Vorgehen bei der Vornahme bevorzugte die französische Hugzeugindustrie sofort die deut— 
neter Dr. Friedberg, hat auf dem letzten Berliner Vertretertag der Abstimmung über die Wehrvorlage rechtfertigt. Er beruft schen Stoffe vor den primitiven Bespannungsmaterialien, die 
mit aller Bestimmtheit erklärt, daß es für den greußischen sich auf das Beispiel des Speakers Brand im englischen Unter— die erslen franzö ischen Flugtechniker bis dahin verwendet haben. 
Nationalliberalismus ein Pallieren mit der Sozialdemokratie hause. Wegen der Abstimmung sagt Tisza, es sei allerdings Aber nicht nur für diese Zwede bedient man sich in der 
unter keinen Umständen gibt. Dieser Vorsatz wird von der gegen eine formelle Bestimmung der Hausordnung verstoßen, französischen Luftfahrt deutscher Fabrikate, sondern es sind sogar 
Partei im jetzigen Wahlkampf zweifellos durchgehalten werden, doch sei dieser Formfehler dadurch geheilt worden, daß die Mehr— neuerdings nicht weniger deutsche Flugmotoren in Frankreich 
und daraus folgt, daß der Ruf: „unter allen Umständen heit des Hauses das Vorgehen des Präsidenten rückhalllos ge— eingeführt worden, obwohl die Franzosen immer noch be— 
gegen Schwarz und Blau!“ auf der nationalliberalen Seite billigt habe. Was die Gesetzesvorlage betreffe, durch die jene haupten, ganz besonders in der Motorenindustrie an der 
kein Echo finden wird; denn er würde eine gewisse, wenn ausgeschlossenen Abgeordneten, die dem Ausweisungsbeschluß Spitze zu marschieren. Die Luftfahrt ist nicht das einzige, 
auch vielleicht stillschweigende Einbeziehung der Sozialdemo— Widerstand entgegensetzten, ihres Mandates für verlustig er— für das man sich auf das bessere deutsche Material slützt, 
kratie bedeuten. Es bleibt demnach die Frage, ob nicht auch klärt werden, sagt Tisza, daß jedes Parlament genötigt sei, aus auch in der französischen Marine hat man sich genötigt gefehen, 
bei völligem Ausschluß der Revolutionspartei ein Zusammen— Gründen der Selbsterhaltung seinen Beschlüsen Adtung zu ver— in Deutschland nach Brauchbarem Umschau zu halten, da die 
gehen zwischen nationalliberaler Partei und Fortschrittlicher schaffen. Jedes Parlament sei mit einer ganzen Skala von eigene Industrie versagt. So wurden vor kurzem für neue 
Vollspartei möglich ist. Und diese Frage wird man ent— Strafandrohungen gepanzert. die gegen renitente Mitglieder Unterseeboote deutsche Schiffsmotoren aus Augsburg bezogen, 
schieden bejahen müssen. Wir verhehlen uns dabei jedoch angewendet würden. Das ungarische Parlament, das dem durch und zwar unter ausdrüchlicher Anerkennung ihrer außerordent⸗ 
keinesweas, daß eine Verständigung mit dem Freisinn für die die Obstruktion hervorgerufenen anarchischen Zustande ein Ende lichen Leistungsfähigkeit. Diese Mahnahme ist von besonderer 
Nationalliberalen mancher Provinzen ganz erhebliche Schwierig- gesetzt habe, sei in der ganzen Welt in der Achtung gestiegen; es Bedeutung, weil das französische Marmeministerium sehr hohe 
leiten bieten wird habe sein Ansehen erhöbht Tisza saat am Schlusse des Briefes Anforderunaen an die Leistunasfähiakeit stellt Die Motoren 
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Das Duallamãdchen. „Herr, kein Weiher — mit einer Schwarzen geht! Würdest Schönheit hinter uns, daß du vom Valmwein und Tanz eben— 
Kolniiienan dein Ansehen verlieren falls unterrichtet bist. Junge, man lebt nur einmal in der 
von Jesco v. Putttamer⸗-Dresden n ae — sn Welt.“ und er schlug ihm kräftig auf die Schulter. heute 
Sofort folgte sie seinem Wunsche und schritt schweigend wollen wir lustig sein. wie in unserer guten Hamburger 
¶6. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) neben ihm her. Sie hatten aber noch nicht die halbe Höhe Zeit! —— 
6. Kapitel. zum Dualladorf hinauf erreicht. als Sven plötzlich einen be— 3 
Der Balihäuptling Ntäsia war im Dualladorfe einge— lkannten Pfiff vernahm, der ihn sofort en Hamburg e In dem Hause Kowas ging es laut her. Der Händlet 
troffen. Schon am frühen Morgen kam einer der Weileute innerte. Werner Alschar und er Faben sich damit von der scchrie in seinem hellen Kreischton bald nach diesem, bald nach 
von Kowa und brachte Sven die Nachrihi Sofort pino Ferne aus das Erkennungszeichen. Sven sah sich hastig jenem, um alles für seine Gäste vorzubereiten. In dem grohßen 
diese durch die ganze Faltorei. Die Neugierde der Negerbevöl um und erblichte den Freund, der ihm keuchend nacheilte. Raum, der zu seinen Palavern diente, brannte ein helles 
kerung ist derartig groß, daß der geringste Vorgang blitzschnell „Holla, Sven!“ rief Werner, „du bist wohl unter die Feuer, auf dem mächtige Töpfe mit Palmwein brodelfen. 
von Mund zu Mund läuft. Schnelläufer gegangen! Warte ein wenig, bis ich nach bin.“ Kowas Spruch lautete: „Wenn ich heißen Palmwein trinke, 
Nyãmya strahlte vor Freude, als sie es vernahm, und Als er herankam, llopfte er ihm auf die Schulter und sagte: werde ich nie krank!“ Es standen zualeich auch große Kale— 
rief, wahrend sie die Waren im Shop min Soen Begnann— „Famos, daß ich dich treffe mein Junge! Heute wollen wir bassen mit frischem Palmmost bereit. der durch seine Kühle 
ordnete, diesem zu einmal einen sidelen Abend feiern. Lionel lommt auch; Kowa den Durst löscht und weniger berauschend wirkt wie der Palm⸗ 
„Wassa heute Kowa geht — ich auch?“ hat stets den besten Palmwein, Chsna und Fé werden tanzen, wein. 
„DJa,“ sagte Sven kurz. wie du es noch nicht gesehen hast.“ 3 Nlasia saß auf einem Palaversluhl, während seine Begleiter 
Er hatte seine Zusage schon lange wieder bereut und die In diesem Augenblich faßte er Nyämya ins Auge, die sich auf einer schön geflochtenen Matte hodten. — Der Bali— 
Sache war ihm unangenehm. Gegen Mittag kam der Seadman hart hinter Sven gedrängt hatte. häuptling sah dem rastlosen Treiben seines Gastfreundes zu. 
und bat, seinen Häuptling sehen zu durfen. Wieder ein „Das ist ja unsere dritte schwarze Fee!“ rief er lachend „U—6 Kowa! Sorgst viel — für weihe Männer! Komm 
peinlicher Fall, denn nun würde er diesen ebenfalls bei Kowa aus. „Versteg dich nicht, Kind, du hast alle Ursache, dich — hdr mich.“ rief er ihm zu. 
antreffen. zu zeigen. Was für eine schöne Kette du um hast! AWh, ich Kowa ließ sich aber in seinem Eifer nicht slören. Der 
Die Sonne neigte sich schon langsam hinter den weit ent— verstehe, Freund Sven ist nicht olch Muder, wie er sich stellt. stark beleibte Mann geriet immer mehr in Aufregung, da die 
fernten Urwaldgürtel hinab, als Toen in einem ganz neuen Va, brav von dir, jetzt wollen wir aber vorwärts eilen, denn Weiber ihm nicht alles nach seinem Sinne machten. 
weihen Tropenanzug den Weg zum Tualladorfe und zu Kowas Kowa erwartet uns e Elefant, Flußpferd und Büffel sind drei schlinme Ge— 
Wohnung entlang schritt. Nyamya solgte ihm in einiger Ent— Even war verdriehlich geworden er hatte nicht geahnt dah sellen sagte er, näher zu Niasia tretend muß sorgen, dal 
sernung, sie wagte es nicht, an seiner Seite zu gehen. Es sich außer ihm noch weiterer Besuch bei Kowa einfinden sie heiß werden, dann sind sie sröhlich!l“ t 
verstieß auch gegen den Gebrauch in der Kolonie, aber Spen würde. Weihe Männer — schwer in Naden auf uns! Warum 
besaß darin wieder andere Meinung. e weißt du denn, daß heute bei Kowa ein Fest ist?“ Schwarze nicht ebenso weise — Schiffe bauen, — Waren teuer 
Er war bei seinem Aufenthalt in Hamburg, wie viele ragte er werner 3 vertauschen — groß und mächtig werden! Lieber dumm, 
junge Männer, mit irgend Mädchen, das er zufällig „Aber alter Knabe, du lennst doch den Nachrichtendienst faul bleiben — nichts tun — Weiber kaufen!“ Niäsia warf 
kennen gelernt und das ihm gesiel, zum Fährhaus nach Uhlen— unserer Duallas, die Trommel geht herum: bidibum, bidihum verächtliche Blicke auf die vielen schwarzen Frauen, die um 
horst hinausgewandert, um dort geneinschaftlich eine Erfrischung Lionel hat sich bei Kowa selbst eingeladen. um mit Nasia Kowa herumstanden und erst auf einige ausgeteilte Rippen— 
einzunehmen. War das schlanke Duallamädchen, das ihm in eine Elefantenjagd zu verabreden und er hat mich natürlich stöbße davonflogen, um seine Anordnungen auszuführen. 
angemessener Entfernung folgte, schlechter wie diese flüchtigen sofort davon in Kenntnis gesetzt, daß Kowa Palmwein aus⸗ „Niäsia sehr klug — für sein Land. An der Küste anders 
Belanntschaften? Er blieb also plößlich stehen und rief sie schenkt. Ich hatte übrigens erwartet, daß du mich gleich⸗ — viel anders! Muß es weihen Herren bequen, schredlich 
heran. Erstaunt kam sie näher. falls dazu auffordern würdest.“ bequem machen — dann Kowa —,“ der erregte Sändler unter 
„Was soll ih, Herr?“ fragte sie bescheiden. „Ich gehe aus rein geschäftlichen Gründen zu Kowa, da ich brach sich hastig selbst, um die alte Nungila zu fragen, 
„An meines Seite bleiben, Nyämya,“ erwiderte er auf Elfenbein von ihm zu erhallen habe,“ fiel Sven ein. wo die in Palmöl gedämpften Klöße und die Kolanüsse 
ihre Frage. „Na, na, Freundchen, ich sehe darh an der schwarzen blieben
	        
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