Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Wöchentlich Bmal W s morgens und — — — — ——— 
abends, Sonntags 2 * 22 
preis fur das Vierteljahr 8,800 Marl einschließlich —M 11 ß BVig, iue Aarn⸗ 30 Pfa. j. Geschãäftl. Mit · 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne — 22 a el Tabellen⸗ u schwleriger 
venengeid ã0 Nari nzelnnmuern 1d vVsa — nsorbeen enνν α böα. 50 
— — Beilagen: Vater· aAntiiche Blãtter. — Der Familienfreund. ———— 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 162. Jahrgang Nachrichten sür das herzogtum Lauenburg, dle 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblattt Fürstentũmer Ratzeburg, Lübec und das angren⸗ 
ννν zende medlenburgische und holsteinische Geblet. 
vrud uno Verlag: Geneuder Borchers G. m. b. vV. in Lunen —5 —ie Adrekhaus Gönialtr. 46) Fern sprecher 9000 u. 8001. 
Ausgabe M. Groe Ausgabe) Donnerstag, den U. Juli 1932. Morgen⸗Blatt Ur. 345. 
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3 zeichnet; das war zweifellos ein Opfer des Intellelts, denn Begründung des verspäteten Er scheinens des französischen Gelb⸗ 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. Herr Dr. Solf ist vl zu llug, all das wirklich vertreten zu buches über Maroklo-Kongo: 
— — - e— — wollen, was in ihr geschrieben ist. Er konnte den Inhalt auch Deutschland verlandte die Unterdrückung des Notenwechsels 
Umfaug der heutlgen ummer 8 Seiten gat nicht übersehen, da ihm versönliche Erfahrungen über Afrika uber die Forderung einer Flottenbasis am Atlantischen Ozean. 
in berschundendem Maße zu Gebote standen, und in den Deutschland drückte latsächlich den Wunsch aus, Mogador zu er— 
nichtamtlicher Teil. wenigen Tagen wischen Lindequists Abschied und dem 8. langen Serr Caillaux blieb unersutterlich und Deutschland 
Novbember ein wirkliches Studium der Alten nicht möglich gab nach. In seiner Antwort auf die Reichstagsinterpellation 
gewesen fein kann. Es ist auh durchaus offenes Geheimnis, versicherte Herr v. u er 53 d 
uUur daß er den Namen lieh, und daß eine andere Persönlichkeit nicht zurückzuweichen brauchen, de er nie daran gedach e, 
Dr Solfs Reise und die Berner Konserenz. des Kolonialamts der Verfasser gewesen ist. Die Densschrift Mogador zu verlangen.“ J 
Von Dr. Ar iing, M. d. A. ist eine merkwürdige Sammlung von Ungereimtheiten; man Herr v. Kiderlen hat das beklanntlich nicht allein im Reichs⸗ 
.. denke nur an die darin enthallene fast freudige Feststellung, tag, sondern auch anderweit zu verschie denen Malen behauptet, 
Es ist Mode geworden, ba die Staaissekretãre des Kolo⸗ daß wir nun die glücklichen Besiter des — nebenbei einige auch gegenüber von Zeugen, die immerhin ein nicht unbetrãcht· 
nalamtes reisen. Als wir noch Direktoren einer Kolonial— 30 000 oder 40000 Gevierttilometer großen — Berdes der liches Mabß von Vertrauen in Auspruch nehmen können. Mag 
abteiluna hatten, war das nicht so gang und gäbe. Serr Dern— Schlaftrankheit sind. Dies ist aber nicht das einzige, was ein es mi der Richtigleit und der Begrümdung der Nachricht des 
i hat soso den Manberstaß in die vand genommen , er Schütteln des Kopfes erregt. Man könnte die Denhschrift „Cri de Paris“ stehen wie es will, daran ist nicht zu zweifeln, 
hat tein volles Jahr seiner Dienstzeit daheim verbracht, war fasi als eine Satire auf das ganze Kongoabkommen auffassen, dak man in Paris über die feste Saltung unserer Berner Dele 
bas eine Mal in Ostafrika, das andere Mal in Sũdwest, mit der ein humorvoller Geheimrat die Nichtbeachtung des gierten aufgebracht ist und, venn vielleicht auch nicht von vss 
schlieblich in dem südlichen Teil des Vereinigten Staaten. Kam Kolo nialamtes in den Verhandlungen an dem rüdsichtslosen zieller Seite, einen Druc au üben will, daß man unsere tat 
er heim, so wählte sein Unterstgatssekretär von Lindequist das Schwesteramte des Auswärtigen rächen wollte. Diese eigen⸗ kräftigen Herren aus dem Kolonialamt in dieselben Shranken 
Wandern. Auch äls Staatssekretär hatte dieser eine Reise nach artigen Verhältnisse legen die Vermutung nahe, daß Herr Dr. verweisen möge, unter denen der Staatssekretär sich hielt, als 
Sũdwestafrika bereits in Auslcht genommen, als ihm Serrn Solf, der doch besser sich erst einmal in die verwickelten Ver— er mit Herrn Cambon verhandelte 
v. Riderlens Kongo-⸗Vertrag den Geschmack an der Tätigkeit hältnisse seines Amtes hätte ne sollen, eilige e die Nordlandreise des naisers 
verdarb. Er ging seines Weges, und zeigte, wie später Herr angetreten hat, um det aus dem Whe zu gehen, was die 
Wermuth, daß immerhin doch noch der eine oder andere Mann Berner Konferenz über die Kongo-Grenzen bringen kann. Das Die Abreise des Kaisers nach den norwegischen Gewässern, 
in unseren höchsten Aemtern sitzt, der nicht gewillt ist, seine Abkommen ist in noch viel mehr Puntten recht unklar, als in den die bereits Dienstag nachmittag Lattfinden sollte, ist auf Mitt— 
hessere Uebereugung von den Notwendigkeiten für das Wohl urgen Kommissionsverhandlungen zutage getreten ist. Wenn woch früh verschoben worden. Ueber den nunmehr erfolgten 
22 der Laune oder der magisterhaften Ueber—⸗ in e e n d Antritt der Nordlandreise wird telegraphiert: 
ugheit anderer, noch höher Stehender zu opfern. Jett reist daß ein schwerer Konflikt sich ergeben hat wegen der In — z le 
an seiner Stelle Herr Dr Solf, den wohl zu seiner eigenen Ueber⸗ Kongo vor der Sanga-Mündung, so ist das nur ein Vorspiel s A 9 J k n ei ure 
an eee eneee ene een e n eraen in wenn wir hne Rudsdt auf ige nn en ee n eeene unba 
er zufällig im richtigen Augenblid zu Hause war und eine ziemliche Verssimmungen bei den Franzosen das durchfechten wollen, ee 
Anzahl von Dienstijahren hinter sich hatte. was wir aus den Unklarheiten des Wortlautes estützt auf en h e vn ß 
Denn man haue gerade leinen, darum nahm man gerade den Grundgedanken des Vertrages, herausdeuten müssen, um iserin. Prinzessin Viltoria Sise und Prinz Os r 
einen! Damit soll nicht gesagt sein, daß der neue Staats— nicht völlig mit leeren Sänden aus der Kompensationsaltion heute morgen um 8 Uhr auf Shloß Wilhelinshöhe einaetroffen. 
sekretär nicht etwa in der Lage sein wird seinen Posten aus— davonzugehen. Die Franzosen haben in Bern den starken Rück— v . 
füllen zu können, aber wäre er nicht gerade zufällig auf Ur— halt an ihren parlamentarischen Regierungssystem, sie sind an Cornelius Vanderbilt 7 Amerikas künftiger 
laub gewesen, so würde man ihn daum sich von Samoa ge— das gebunden, was nach dem Berichte des Abgeordneten Long, Botschafter in Berlin? 
holt haben. Dazu wäre auch gar kleine Zeit gewesen, denn des Berichterstatters der gommission des attaires Pxtérieures, Wenn bei der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten 
man mußte doch in höchster Eile einen Mann suchen, der sub die Abgeordnetenkammer und später der Senat als franzö— von Amerika am 4 März 1913 die Republikaner Unlerliegen, 
forma Staatsselretãr des Kolpnialamts wenigstens als Atrappe sische Anschauung festgelegt haben. Widerspricht das in einiger— so werden, nach amerikanischer Sitte, alle ihre an der Spitze 
bei den Kommissionsverhandlungen über das Marokkoabkommen maßen wesentlichen Purdlen unseren notwendig zu vertretenden von wichtigen diplomatischen Vertretungen der Union im Aus— 
dienen lonnte. Wünschen, so kann es zu einer Aufrollung der ganzen Frage lande stehenden Parteigänger durch Angehörige der neuen, 
WMan merkte es Herrn Dr. Solf während dieserZeit an, fommen, wenn das französsche Parlament sich noch einmal demokratischen Regierungspartei ersetzt werden. In diploma⸗ 
sollte dieses auch wohl tun, daß er Pilatus gleich seine Sände nit der Sache sollte beschäftigen müssen. tischen Kreisen spricht man davon, daß, falls der Botschafter der 
vor dem Volk wusch und die Verantwortung für den Kongo— Das dürfte dem deutschen Auswärtigen Amte, so lange Vereinigten Staaten beim Deutschen Reiche, Mr. Leishman, 
zauber nicht auf sich zu nehmen gedachte. Er hat sich sehr vor— es untern der Leitung des Herra v. Kiderlen Wächter sleht, dann seinen Posten, auf dem er sich erst seit dem Herbst des 
sichtia und verständig zurückgehalten und nichts gesagt, was äußerst unangenehm sein. Kaum lasen wir, daß unsere Unter— vergangenen Jahres befindet, aufgeben sollle, Me. Cornelius 
über den Rahmen objektiver Berichterstattung in Einzelheiten händler in Bern auf ihren Shein bestehen, so sehen wir schon Vanderbilt von dem Wunsch beseelt ist, als Botschafter nach 
e n aenscec rwr 3 8 d wie eee h d Herrn Berlin entsandt zu werden. Mr. Cornelius Vanderbilt ist ein 
Den ft ü e neuen Erwerbungen in ekretät einzuheizen versuchen, denn anders kann man das ni noch verhältnismähig junger Mann, noch nicht 40 Jahre alt, 
Aequaforial⸗Afrifa vom 8 Nonember 1911 bhat er doch unter— auffaslsen was Cri de Pas berichiet. Es heißt darin zur flug und geschent und fäme nicht zum ersten Male nach Lausch 
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C die Theater-Saison der britischen HSauptstadt eröffnet werden Operettenneuheiten förmlich überschwemmt werden. Im Theater 
—77 rulen. unn n Mien wal wr soll. Englands Kriegsmarine soll mit diesem Stücke die Bühne an der Wien sollen „Leutnant Gustl“ und der Einakter „Endlich 
ernoter u u er n a erobert werden, die Literatur wird um die Gattung eines „See— allein“, beide von Franz Lehar, in Szene gehen. Für später 
ve eise dramas“ bereichert und politische Gemüter prophezeien dem ist die Operette „Der kleine König“, Musik von Emmerich Kal— 
e 7 ur e s erum Stücke nicht nur einen Riesenerfolg, sondern erwarten von ihm mann, in Aussicht genommen. Im Raimundtheater wird „Ma— 
n ne em roru ges auch eine weitere Steigerung der Popularität und der Begeiste— delaine“, Operette in fünf Bildern von Willner und Bodansky 
nin u e nee n on fur rung für eine wachsende Verstärkung der britischen Seerüstung. Musik von Bruno Granichstädter, ferner eine neue Operette von 
n slonn zt Das Stũd führt den Titel „Drake“, der berühmte Seeheld ist F. M. Ziehrer, und die Operette „Agri“, von einem neuen 
e eee n en, pn er u auch die Hauptperson der Handlung, die darin gipfelt, wie Eng— Komponisten, F. Steiner, erstmalig aufgeführt werden. Das 
ene e ii ea r land in bedrängter Lage und in schwerer Stunde nur durch Karltheater beabsichtigt die in Berlin mit so großem Erfolge 
un tre n seine Seeleute und durch seine Schiffe vor dem Untergange be— gegebene Operette von Leo Fall „Der liebe Augustin“ als 
ee eeee eeeen aee n o ene wahrt wird. In neun buntwechselnden Szenenbildern soll der Neuheit aufzuführen. Außerdem hat Gustav Kadelburg aus dem 
e ναν u nn. n Geist der elisabethanischen Zeit Bühnenleben gewinnen, der Nachlaß des verstorbenen Komponisten Josef Helmesberger eine 
e sele ee v mi z8 b Krieg zwischen Spanien und England bereitet sich vor und die Operette zusammengestellt, die ebenfalls higr das Rampenlicht 
enn ee ee n un er n zaghafte Vorsicht der königlichen Räte wird endlich durch den erbliclen soll. Im Johann-Strauß Theater wird zuerst „Der 
Zunn in Piea idn e gu un * trotzigen Mut und das stolze Selbstbewußtsein Drakes über— Zigeunerprimas“ von Emmerich Kalman, mit Alexander Gi— 
see tin et mre nen wunden. Die Gesandten König Philipps werden verhöhnt, der rardi in der Titelrolle, gespielt werden. Weiter hofft die 
Ser da clanmen e 58 8 e un Krieg erklärt, und dann erscheint auf der Bühne jenes historische Bühne ein neues Stück von Julius Bauer, mit der Musik von 
Giorgo Polacco, verpflichtet. oniwen Lanstangzt Qer. Ballspiel, von dem Drake abberufen wird, um sein Vaterland Paul Ottenheimer, zu erhalten. Dieses Werk soll, wenn es 
de w — t— ꝑ zu tretten. Sir Serbert Tree ist von diesem Werke eines künst— eine größere Rolle für Girardi enthält, als zweite Neuheit in 
n agner⸗Festspiele im Muünchener Prinzregenlen⸗ Theater. lerischen Patriotismus begeistert. „Und nun, nach dem Ball— Szene gehen. Das Wiener Bürger-Theater endlich hat „Deir 
a m soeben ausgegebenen Programm finden drei Auffüh— spiel,“ so erklärte er einem Gaste, der der ersten Probe bei— Lila-Domino“ von Cuvillier, „Der Frechling“ von Charles 
rungen des Nibelungenringes statt, nämlich am 16. 16., 18. wohnte. „lommt eine erschütternde Stelle. Die Bühne wird Weinberger und eine neue Operette von Edmund Eysler, deir 
e us 214 5 and a nauf am ne d Feue en und aus der finsteren Leere er— Text ist von Felie Dörmann, zur Erstaufführung angenommen 
„9. u .Sept., ferner Aufführungen von Tristan un önt der Ruf: „Wer da?“ „Ein Freund!“ lautet die Ant— Inn i 54 S 
eln 12. und 22. Aug. und am 2. und 13. Sept. und wort und dann lommt das Losungswort: „England wächt!“ Uint In een ee 
eistersinger“ am 11. und 24. Aug. und am 4. und Ein prächliger Effekt.“ Die letzten Szenen sollen dann den allen Min Mary Iswin ain un discen Smern reich geleg 
15 ept. In die musikalische Leitung teilen sich Bruno Walter, Kampf, die Schlacht und den Sieg darstellen; zum Schlusse 2*224 4 
Fischer und Rochr. ꝑ 5823 neter Buhnenstern aus dem Lande der unbegrenzten Möoglich 
ommt das Tedeum in der St. Pauls-Kathedrale auf die Bühne. cen. hal nantch in sremn Testament ado o e sur 
„Das Käthchen von Seilbronn“, romantische Oper in Und das Stück schließt mit einer patriotischen Ansprache, in der rsndun ces nn laniche n iohaltheat⸗ * usgesekl 
einem Vorspiel und drei Aufzügen nach Heinrich von Kleist Drake, der Retter und der Sieger, England aufsordert und er— dunn e erz e 
von Moritz Jaffé erschien soeben im Jungdeutschen Verlag, Berlin. mahnt, „das Erbe festzuhalten, das wir euch hinterlassen“: die e aumelerin sol eñ y * 4 
Die Oper wurde vo etwa 50 Jahren an mehreren Bühnen auf⸗ Seeherrschaft Großbritanniens. ieg 2 ene Se? er u 
geführt. Der Autor zog das Werk seinerzeit aus künstlerischenGrün⸗ Die Düsseldorfer Festspiele wurden mit Schillers „Maria lene ere e zt v * 
n ne uͤrzt h ts i auf 20000000 Miangewachsen ist. Für dieses projeltiert 
z unmehr liegt das Werk in einer Neubearbeitung Stuart“ fortgesetzt. Emma Berndl gab die Maria, Gertryd Nationaltheater ist nur die Mitwirkung amerikanischer Schau 
vor und gelangt zur Versendung an die Bühnen. Arnold⸗Schönau die Elisabeth, Gerasch den Mortimer, Korl spieler und Schauspielerinnen in Aussicht genommen mcñ 
C.K. Eine Apotheose der englischen Seeherrschaft auf der Ebert den Leicester. Die Aufführung unter Max Grubes Lei— Gleichfalls sollen die Slde, die einst ur Quf uhrung lommet 
r Im Londoner Sis Maiestys Theatre hat Sir Herbert tung war verdienstlich, der Beifall stark. werden, echt amerikanisch sein. Die kiisepieise efen ich 
set Einstudierung eines neuen Werlkes Ditk. Die Operetten der lommenden Spielzeit in Wien. höher wie ein Dollar sein 
aufführung nach den Sommerferien Wien wird voraussichtlich im lommenden Spieliahr wieder mit
	        
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