Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Bestelgeld 8,0 Mart. Einzelnummer; 10 vie 3 d. Zelle 2 * 
— — Beilagen: Vaterstãdtische Blãtter. — Der Familienfreund. — 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübect 162. Jahrgang Nachrichten sür das Herzogtum Lauenburg, die 
Zeiblau: Gesetz und Verordnungsblatte 3 sũrstentũmer Ratzeburg, Lübec und das angren⸗ 
νν νν qνναν zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Vrud und Verlag Gebruder Borchers G.em. b. V. in Luhect — Gelchsttsstelle Aoreßhaus (Koniastr. 46) Fern sprecher 90000 u. 9001. 
Ausgabe M. Große Ausgabe) Dienstag, den 9. Juli 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 341. 
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3 dieses Mannes wieder maßgebend geworden. Die Demokraten nicht so sehr viel vom Panameritaninus und werden di 
Erstes Blatt. hierzu 2. B latt. len aber nun selbst einen radikalen Kandidaten aufgestellt, Tendenz durch sog. Gegenseitigkeitsverträge mit anderen dan 
— — — — vbon dem die radikalen Elemente seiner Partei nicht in das kanischen Republiken die europäische Einfuhr zollpoliti u 
Umfang der heutigen ummer 8 Selten Indere Lager hinberwechseln werden. Daß statt dessen die benachleiligen, fallen lassen. Ebenso ud pie 
nichtamtli il — „Konservativen? unter den Demokraten zu Taft übergehen Erhohung der Staatssubventionen für die Handelsschiffahrt 
icher Ceil. erden i nicht amunehmen. Solche Befürchtungen sind nie eorzoung der ameritanischen Schiffahrt im Panama— 
geäußert worden, und außerdem hat sich der „konservative nal vi inem Worte: es steht ein handelspolitischer 
3 Ene Flügel zulett einstimmig für Wilson erklärt, so daß dessen Wendepunkt allerersten Ranges bevor, dessen Wirkungen weit 
Das wichtigste handelspolitische Ereignis Wahl ziemlich sicher ist. da ben Bercich des Sternenbanners hinausstrahlen werden. 
g bc Bei den Demokraten war der Zorn über den Sochschutzzoll 
es ugen Snr i en Bollwerk der Trusts ganz elementar und von imponie— 
e, . Juli. ender Gewalt. Mit vollstem Recht verwiesen sie darauf, wie ä iĩ 
— Was könnte sich handelspolitisch an Wichtigleit mit einem nur er es dem Riesenkapital möglich n die Monopol⸗ Sum starkeverhaͤuni⸗ der lotten im mittelmeet 
Uebergange der Berrschaft in den Vereinigten Staaten von preise für die Erzeugnisse seiner industriellen Unternehmungen In di jünasten englischen Flottendebatten bildete dus n 
den Republikanern und der Hochschutzzollpartei auf die Demo— sftechterhallen und damit die verbrauchenden Massen schwer ritime Stärkeverhãltnis zwischen Dreibung und Tripleentente eine 
kraten messen? Im Augenblide nichts. Seit Jahrzehnten u schabigen, für sich aber Vermögen zusammenzuscharren, wie wichtige Rolle. Schon vorher hatte sich Lord Beresford in 
wartet man auf einen Anstoß in dieser Richtung von Nord— fie bisher die Welt nicht gesehen hat. Bryan ist keineswegs einem Interview darüber ausaesprochen und sich energisch d 
amerika. aber man ist enttäuscht worden. Der etwas libe— ein einwandfreier politischer Charakter, in der Währungspolitil gegen gewandt, dab England den Schutz seiner Interessen im 
ralere Wilson-Tarif war eine Episode von nur drei Jahren, hat er die Gefahr schlimmsten Unheils nahe herauf beschworen. Minlelnen Franttreich über asse. Lord Beresford bezweifelte, 
hon 1894 bis 1897, und auf ihn folgten wieder zwei Tarife, Davon hat er sich nun emanzipiert. Mit seiner ganzen Riesen— dah drantreich 1918 mstande sein werde. die frauzbsisch enal 
bon denen der letzte, der jeßt gültige Payne-Tarif, alle kraft hat er sich gegen die Plutokratie gewendet und den Hoch— Inleressen n Mittelmeer in genügend wirtamer Weisr w 
früheren an Feindseligkeit gegen europäische Fabrikate über— schutzzolltarif als den Ausgangspunkt des ganzen Elends be— en ld Belsord shlle nn Bewenn an. dab Frantreih 
traf. Er erweist sich aber auch als der Söhepunkt der feind— zeichnet. Aber auch seine Gegner, die Clark-Partei, bekannten igis bloßz 9 Ueberdreadnouaht⸗ gegen vsterreichisch una⸗⸗ 
ichen Flut; die Wählerschaft hat er geradezu indigniert, fich als Vorkämpfer einer starken Zollherabsetzung. Beiderseits ische Ind italienische besien werde . Et ton truiert paraus eint 
weil er die wegen ihres gewissenlosen Treibens schon vorher ver— ging man so weit, einen Tarif zu fordern, der nur fiskalische, Uederlegenhen Ilaliens Und Oesterreich Ungarns an maritimen 
haßten Trusts noch mehr bereichert hat. nicht aber protettionistische Zwede verfolge. Und schließlich Slohtraft. Dieser Auffassung kri ein hoher vsterreichischer See⸗ 
In den beiden großen Parteien ist diese Entrüstung mit zog dann Bryan die Elark-Partei zu sich herüber. offigier in einem Aufsaßz der Neuen Freien Presse“ entgegen. 
elementarer Gewalt zum Ausbruch gekommen. Bei den Re⸗ Vorsichlige Polniter mögen nun immerhin annehmen, daß Der öosterreichische Marinefachmann führt aus. 2 
publikanern war es Roosevelt, der nach allerdings höchst zwei— sich dieses Bogtamm nicht voll derwirtlichen wird ein plötz Allgemein werden unter dem Namen Ueberdreadnoughts 
deutigem Schwanken sich mit seiner ganzen Wucht gegen die licher Nebergang um Freihandel wurde in der Tat eine bedenk— Schiffe verstanden die mint ens aerdhere Geschuge von 
Plutokratie und ihre hauptsachlichste Schutwehr, den 809 iche Erschutterung bringen. Die leidenschaftlichen Angriffe auf entimenter Kaliber an Bord führen. Nach den neuesten 
hutzoll, ins Geschirr legte Sein Gegner Taft wagte diesen den voschuhzoll werden aber nicht ohne reales Ergebnis Nochrichten hat Italien den eum Bau vergeben, Oester 
nicht zu verteidigen, vielmehr stimmten seine Anhänger eben— bleiben wenn die demotratische Partei ans Ruder kommt. eich Moarn keines in der i eer beiden Staaten 
falls in den Ruf nach Herabsehung ein. Mag es nun auch Sie wird sicher gerade die eigentlichen Schutzzölle stark herab— ist auch leine weitere derartige Bestellung vorgesehen, wohl 
weifelhaft sein ob die Partei unter dem bisherigen Präsi— mindern, um den Trusts den Todesstoß zu versehen. Vielleicht aber im frangöstschen Budget, und zwar für den Etat von 1912 
denten gehalten haätte, was sie jetzt verspricht, sie hat jedenfalls werden die Vereinigten Staaten dann uch beren sein, mi dren fur 1913 vier Wear br an Schlachtschiffen heute noch 
nichts mehr zu bedeuten nachdem Roosevelt sie in zwei ungefähr uropaischen Staglen Sandelsverträge unter Bindung von Zoll— icht im Projelt vorliegt, kani zu Beginn des Jahres 19016 
en lurte senen hat. Da bei den Wahlen der sätzhen abzuschließen, wogegen sie sich bisher stets gesträubt schwerlich in Dienst gestellt sein. Das ergibt sonach ein Verhaltnis 
* t e en dee ist haben. England würde dabei natürlich am besten fahren, von zwer gegen sieben und i bon dierzehn gegen neun, wie 
n ee An r ie emokratische weil es die sämtlichen Ausfuhrwaren der Vereinigten Staaten Lord Beresford annimmt. Rechnet man alle jene Schiffe, die 
n adenun ar schon nicht erheblich mit Ausnahme von Alkohol, Tabak und Südfrüchten, zollfrei Geschühe von mindestens 30 Zentimeter⸗Kaliber an Bord führen, 
sn t nen n e rndn e e an einläßt. Erringt England daraufhin besondere Vorteile für so ergibt sich 1916 folgendes Bild: Oesterreich-Ungarn und 
oree e are m ei von Balti⸗ n Waren, so wird es andere Länder zwingen, denselben Italien 21 Schlachtschiffe, Frankreich 31 Schlachtschiffe mit 
ee e ccern mn n s uh Ereignis Weg einzuschlagen und in den Zöllen auf Getreide, Fleisch, Geschützen von mindestens 30 Zentimeter⸗Kaliber als Haupt- 
sie geichfalls anseinanderireiben n a ele Zped. Sanalß Virh. Holz den Amerikanern entgegenu armierung. Von dielen Schiffen führen die italienischen und 
en ende m ie rrn ane Welche Wirlung dies für Deutschland, nächst England österreichisch⸗ungarischen insgesamt 201 schwere Geschütze, die 
ane e es n gelungen, so hätte as größte Industrie-Ausfuhrland, haben mühte, soll hier französischen 278 bezw. 294 schwere Geschũtze — die Bestüclung 
e t m wohl die eigentlihe Wahl unerörtert bleiben. der neuen Schiffe steht noch nicht sest. Wo bleibt da die Ueber— 
e e e n m end wãre Roosevelt Die Demokraten verurteilen auch den übertriebenen Im- legenheit des Dreibundes? Selbst unter Weglassung der vor 
2 als ganz sichere Politik perialismus Roosevelts und seiner Anhänger. Sie halten os abgelaufenen Schlachtschiffe erübrigt noch eine ehr be 
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Vermögen ausgeben können. Der bekannte amerikanische Im— Geburtstagsfeier für den Dichter. — Lo idt wird n de 
Cheater, Kunst und wissenschaft. presario William Brady äußerle sich in diesem Zusammenhange e n mit 8 euen e eeee 
O.K. Der Triumph des Kinos uber das Theater in Amerila. sehr pessimistisch über die Zukunft des amerikanischen Bũhnen⸗ der deutschen Bühnen erscheinen und zwar mit der Komödie „Die 
er folaenscmcre nschaliche Konnnrengtampf zwiscen ben wesens: „Die Filmfabrikanten können es sich leisten, für eine Venus mit dem Papagei“ und mit dem Lustspiel „Das 
Theatern nd den en ee n ee en e e ene einzige Aufnahme oft 400 000 M auszugeben, während wir für Buch einer Frau“. — Im Wiener Burgth 71 
ctibren in ene mehn de ninee a edann Saci— ein Schauspiel selbst in den Fällen, wo wir auf einen starken und werden in der nächsten Spielzeit folgende Neuheiten zur Auffüh— 
gungsstellung ecen hl olihi een e e h dauernden Erfolg rechnen, noch nicht die Hälfte dieser Summe rung gelangen: „Das Haus am Meer“, Schauspiel von Stephan 
arferen dornen In einen Aufsah den Neriean Review aufwenden dürfen. Und es gibt eine ganze Reihe von Films, Zweig, „Der Sommer“, Komödie von Thabbauns Ritiner, Sthon— 
Reiews belantiol sich nobert dnn n ben utfe diee die 200 000, 300 000 Miund mehr gekostet haben. Die Ver⸗ wiesen Schauspiel von Cruwell, Ein Muttersohn“ Shouspiel 
Welttampfes essene sen nd n knüpfung des Kinos mit phonographischen Aufführungen bietet von Siegfried Trebitsch, und, Kriische Sindenn Shaupiel 
ein sehr erheblicher Teil kleinerer Newyorker Bühnen vor dem außerdem noch die Möglichkeit. im Kinematographen-Theater von Bourget und Beaumier. n Munche ner amnsien 
ino apitiiet han ein riet e Nnearter henlen Lustspiele. Schauspiele und auch musikalische Werle aufzuführen. theater soll eine neue Pantomime von Vollmoeller im 
vermochte sich vor dem Zusammenbruch nur noch dadurch zu Diese Verbindung von Kino und Phonograph setzt sich immer August zur Mufführung kommen. Zwei weitere Neuheiten, deren 
ien da sie hre len en ne m ννâνν ν mehr durch; mit ihrem Siegeszug wird der Triumph des Kinos Titel noch nicht genannt wird, sind angenommen Bisonden 
Es vergeht fast keine Wohe ohne dah ein Thealerlellet, von der über das Theater vollkommen.“ interessant ist die Absicht, alte Spiele des Sans Sadh imn Sen 
e e e des Publikums mürbe gemacht, mit beiden Künstlernacht ichten. Die früher am Hamburger Schau⸗ seiner Zeit zur Aufführung zu bringen. — Dr. Vaut Segband 
hastig diesen letzten Rettungsanker ergreift. Und in spielhaus tãtige Burgtheaterschauspielerin Marie HSofteufel hat für das Stadttheater in Freiburg i. Br. Gabriel 
en ie d Verhltnisse noch schlimmer. e sen 2 Baron Bergers ihren Flucht zur Aufführung erworben. Ga 
sn enne ei um Newyork zählt man mehr ee er, die nin du Bühnenlaufbahn Sch iblings Flu cht Hauptmanns neues Drama, ist 
n e un Vororte, deren Einwo hner⸗ ossen hat. erhart Sauptmann, der ür die Erstaufführung in Wien von den Direkloren Stefan 
en zwischen 10 000- 40 000 Köpfen schwantt und in denen elanntlich früher in Dresden gewohnt hat, wird im September Großmann und Arthur Rundt für das im Bau begriffene 
m och stets ein Theater befindet, das seiner ganzen Anlage abermals für längere Zeit seinen Aufenthalt in der sächsischen Wiener, Schaufpieldans erworben worden. Stella 
n u gastierenden Gesellshaften Gelegenheit zu r nehmen. Der Dichter wird sich an der Inszenierung maris“, Alfred Kaisers erfolgreiches musit lsches Swauspiel, 
v ß Aufführungen zu geben. Nur wenige Ê „Gabriel Schillings Flucht· am Dresdener Hof das im Herbst an der Dresdener Sofoper in Szene geht, ist vom 
e ihäusern haben ihrem ursprünglichen Ziel treu iligen. — Eine junge Berliner Sängerin, Frl. Hoftheater zu Wiesbaden, den Fürstlichen Thratern zu Sonders— 
Theater i nen, und selbst diese wenigen sind, wie zahllose andere äthe Herold, hatte in der Aufführung des lieben Augustin“ hausen, Rudolstadt und Arnstadt, den Stadttheatern zu Magde⸗ 
eeen ee en en den Rücgang ihrer am Bellevuetheater in Stettin einen schönen Erfolg. unin Köln, Kiel, Graz, Regensbürg, Freiburg i. Br 
ihrer Rentabilität durch die Einsügung vbon kline⸗ Aus dem Reih des 5. Aus Kopenhagen wird bet eidelberg Posen und bdon Direlter Gottscheid 
por Spielzeiten auszugleichen.“ Während sich der Der Schauspieler en eee r enn für eine Tournee durch die Provinz Posen er⸗ 
prägt eeeen der Buhnenlv nst immer bedrohlicher aus— 75 Jahren gestorben. Orlamundt hat 55 Jahre worben worden Stella maris ist die mestngenom 
e e u immer gewaltiger ununterbrochen der Bühne angehört. Zu den Glanzrollen Orla— n henhe e Rv enluvaller epn Mihard 
e ereinigten Staaten gibt es heute bereits mundts gehörte seinerzeit u. a. die des Pomuchelskopp in Straub — verbert ulenberan Tragedie pa 
Films den große Gesellschaften, die in ihren „Ateliers“ der Volkskomödie Land mannsleben· einer von dem dänischen lewska, die in der nächsten Spielzeit am Stadthrater Nürn⸗ 
e n ee November 1910 bis zum Shhriflstellere Fristrup ausgefuhren Dramatifierung von Frib S, Weimar, Deusschen Theater Köln 
linemalographisen iese Gesellschaften rund 80 000 km Reuters Roman „Ut mine Stromtid“. nd in der übernächsten am Kleinen Theater in Berlin zur Auf⸗ 
aphischer Films auf den Markt debracht und die Pro Raue Bihn * führung gelangt, wurde soeben auch von der Neuen Wiener 
i, * 9 * eeeee e d ee aun r b dn r Vhn für die nächste Spielzeit zur Aufführung erworben. — 
ork zählt man über 600 Kinemato en⸗ b yo raun, wir „Die Lieder des9 inc welan 
und selbst bei vorsichtiger Schätzung kommt man e e im kommenden Winter an einer großen Ber— Märchenoper von e n e n e 
daß diese Theater insgesamt täglich von ungefähr vier du et ain erleben. — Das Berliner Komödienhaus wird in Regensburg ihre Urauffnhrung erleben 
n enn besucht werden. Das erklärt auch die Zatsade. c en e 5 i in 
Filmgeserlschaften für einzelne Aufnahmen oft ein ganzes den 25. Sept. fällt. ist die 2 h hehluin Mlchrn ven Mbnn behet r
	        
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