Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

S 222029. 2 
*38 
* 
2 
— 
2 
——— — 5c — —S— F — —— 
re * 2 — Angzeigenpreis Qusgabe 4 und B) für die 
—— — Zeile 20 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeils markt usw.) 
preis sur das Vierteljahr 330 Warl einschließlich 15 Pfa. fͤr Auswãrtige 80 Pfg. f. Geschãstl. Mit· 
Bringgeld n Lübed. i 22 22 ; d. Zeille. 2222 
Bestellgeld 320 Marl. nzelnummer 1 3 uö 4 
Beilagen: Vaterstãdtische Blãtter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lũbe 162. Jahrgang Nachrichten für das herzogtum Lauenburg, die 
: und vVerordnungsblatt e encdr en en er iheedtt ane gürstentümer Ratzeburg, Lübed und das angren⸗ 
Beiblatt: Gese un gen·, vom Grandungs · Jahre Nei (. Mãeʒ) ab. befindet sia 
—— e ο Verlages soie der ab lo bliothen zu Tibec zende meclenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Veriaa: Gehrder Borkers G.m. b. S. in Lübed. — Geschaftsf⸗le Mreß dans (Köniastr. aß8) Fernsprecer o u. 9001. 
— — 
Ausgabe M.. Groß Ausgabe) Mittwoch, den 29. Mai 1932. Morgen⸗Blatt Ur. 266. 
—— —. c ————— ————————————————— — — — 
3 Beziehungen in die Wirklichkeit umzusetzen. Dann könnten die von anderen Metallartikeln. Nach Frankreich und der Schweiz 
Erstes Blatt. hierzu 2 Blatt. zwei Nationen, die während ihrer ganzen Geschichte nie das ist Deutschlands Englands größter Lieferant vonSeidenfabrikaten. 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. Schwert gegeneinander gezogen haben und die so viel Gemein⸗ Es ist Englands Hauptquelle für Zucker, da es 46 Prozent 
———————————— sames in ihrer Zivilisation bestzen ihren ganzen Geist, Mittel des unraffinierten und 45 Prozent des raffinierten 
nichtamtlicher Teil. und Fleiß in immer größerem Maße der industriellen Ent— Zuckers liefert. Es schickt England 80 Prozent der ganzen 
wiclelung der beiden Länder und ihrer Bevöllerungen widmen, Einfuhr von Spielwaren aller Art, 26 Prozent der im— 
2 in hohem Grade befreit von der Kriegshysterie und der er— portierten Wollwaren, 20 Prozent der importierten Automobile, 
Die deutsch⸗englischen Wirtschafts⸗ drückenden Last der unersättlichen Kriegsrüstungen. 57 Prozent von importiertem Porzellan und Töpferwaren, 
beziehungen. Von ganz besonderem Interesse sind dann seine, der 53 Prozent von eleltrischen Bestandteilen, 48 Prozent von 
bea. 29. Mai. englischen offiziellen Statistit entnommenen Zahlen und die Slintglas, 60 Prozent von Kurzwaren usw. 
Eine Art „Plebiszit von oben!“ zu saffen d. h. die In⸗ hierzu gegebenen Erläuterungen und kritischen Bemerkungen. England seinerseits importierte nach Deutschland im 
tellen uellen Englanda und Denfchlands u einen Vreinunds- Dieser Statistik entnimmt er, daß Deutschland im Sahre hre inben n ee 
a ber die dli hrei unde nt einetengn 1811 einengröeren Anteil an Eunglands Ausfuhr 3323007Nnollnanrn oo e 
lisch-deutschen Entspannung zu veranlassen, das war hat, als alle anderen ausländischen Staaten, Kleiderstoffe usw. 19500 oo0 W Seringe und andere See— 
das Ziel, welches Professor Stein vor Augen hatte, als er aulich 1140 35 460 wprend Englunds Ausr zu den e u 
die englischen Staatsmänner bat, sich zur deutsch-englischen näͤchtt größten Abnehmern solgende war: Die Beretnigten Zirgenele 130 sie eie obe Seue t 
Frage zu äußern. Unter den bisher zilierien englischen Sbimmen Stoaten von Amerika 1119660 M, Frankreich 700 599 000 M, waren, Kautschut, Kupfer. Blech, Uhren und Uhrwerke, 
e ee ee eee e e eeie ee Rußland 446 956 860 M, Belgien 372 565 9680 M, Solland Porzellan usw. Aus Britisch⸗Indien hatte Deutschland im selben 
englischen Wirtschaftsbeziehungen vermißt, und wir hatten daran 351188 160 Mund Italien 273168 320 M. Deutschland nhre i infun von mht eniger al y 
die Erwartung geknüpft, daß unsere deutschen Staatsmänner, ist sogar ein besserer Kunde für England als ohe Bounmolle 84 600 000 M belrug, Jute usn 42 100900 . 
enn sie in Juliheft der Zeschrift Nord und Sid u Wonle Indien, das größte britishe Besittum, dessen Einfuhr im Heis 38 300 000 M, Raps usw. 32 800 ooo M. Rindshäute 
kommen werden, wie es ja beabsichtigt ist, gerade in dieser letzten Jahre aus Großbritannien 1178 155 760 Mübetrug, a25 800000 M usw. ß 7 
Hinsicht ihre Ansichten ausführücher niederschreiben und be— um von Australien ganz zu schweigen. das von England nur für en r ln ngebendon zahlenmiigen Beutteilun 
handein mochtenn Jeht, wo wir das Junheft der Zeischritt 839351 300 Megelauft hat. und Kangda, das nur englische —der deutsghenalischen Frage kommt Alfred Mond Wließlh 
Nord und Süd im vollständigen Umfange vor uns liegen Waren im Werte von 454 368 720 Meeingeführt hat. zu dem bedeutsamen Ergebnis, daß die direlkten Sandels— 
haben und wo wir die ganze Reihe der Antwortschreiben Noch eine Tatsache von lebhaftem Interefse beziehungen zwischen den beiden Kaiserreichen zugleich so eng 
übersehen unter denen wir noch die Namen Alfred Rothschild, für die kaufmännischen Kreise in Deutschland und so weitverzweigt sind daß irgend eine Unterbrechung det 
Lordmayors Vezey Strong, Edgar Speyer Bart, Lord Weardale, ist der Umstand daß die englische Ausführ nach len unbedinat kolossalen ndustriellen r llnanztellen 
Prof. Ramsey, Thomas Barclay, Alfred Mond usw. nennen Deutschland bedeutend kleiner als die Ein— Krach in beiden Lãndern herbeiführen würde. Wenn nur alle 
bn eee nee ee ee e fuhr aus Deutshland in Rach dem Stauismen Engländer, und insbesondere Balfour, so denken würden, wie 
und zwar Sir Alfred Mond, Baronet und Mitglied Jahrbuch“ hat Deutschland im Jahre 1910 englische Waren Mond es von den englischen Kaufleuten in dem zweiten Ab— 
de eminchen Rariamens gabe dle wirischaftischen im Werle von 76 soo d e 4 satz dieses Artikels behauptet; so wäre tatsächlich eine drohende 
ecq dischiande n enland un Einfuhr eingeführt. In einen Vorlesung n der Maheset Kriegsgefahr für immer beseiligt. Daß diese Gefahr nicht von 
Gegenstand eines hohinteresfanften Aufsfatkzes Statistical Society am 11. November 1908 hat Herr Bernard Deutschland stammt, sondern von einem auch jetzt noch weit— 
gemacht hat. Ellinger gezeigt, daß in den 17 Jahren von 1890 bis 1907 verbreiteten Argwohn ausgeht, wie ihn ja Balfour un— 
Er ist der Ansicht, daß die Geschäftskreise in England, die ganze britische Einfuhr im 53 Prozent gewachsen ist, die verkennbar in seiner Antwort hegt, haben wir bereits früher 
welcher politischen Partei sie auch immer angehören mögen, Einfuhr von Deutschland allein aber einen Zuwachs von bemerlt. Das ist um so bedenklicher als gerade seine Worte 
sich herzlich freuen würden, wenn mit Deutschland ebenso 50 Prozent zeigt, während die von den Vereinigten Stadten dem arößten Interefse in der englischen Presse 
freundliche Beziehungen angeknüpft werden könnten, als sie nur 40 Prozent, von Frankreich 20 Prozent und von Brilisch— begegnet sind. Sobald England nur einsehen würde, daß 
mit den anderen Großmächten existieren. Nach ihm geben Indien 33 Prozent zunahm. wir mit unserer Flotte einzig und allein beabsichtigen, unsere 
diese Kreise offen und frei zu. daß die deutsche Wenn man die deutsche Ausfuhr nach Eng— bis jetzt erworbene. von Mond so trefflich in Zahlen geschilderte 
Industrie ihren jetzigen bedeutenden Platz am land genauersstudiert, wird es jedermann klar werden, Stellung in der Weltwirtschaft zu sichern und bei neuen lolo— 
Weltmarktemit Ehren gewonnen und behauptet wie viele Klassen in Deutschland ein Interesse daran haben, nialen Vereinbarungen weiter nichts als einen billigen An— 
hat. Sie erkennen aber auch die Zähigkeit und Intelligenz sie zu erhalten und zu fördera. In einer Liste von teil verlangen wollen, dann wäre das englische Entgegenkom— 
an, durch welche der deutsche Handel sich auszeichnet. Uebrigens 78 Sandelsartikeln, die nach England importiert wer— men, auf das wir warten, da, vorher aber nicht 
segen sie ein, daß die Wohlfahrt Deutschlands in keiner Weise den und wobei Deutschland injeder Kategoriemit 2 
e e ß ee 
n da lie di e im Jahre nach Herrn inger, in ällen Varis, 28. Mai. Nach einec offiziösen Mitteilung dürfte 
ee e 5 nn nn e 2 e oder der zweitgrößte Importeur nach Muley Hafid, der von seinen Abdankungsabsichten nicht abzu— 
ee e e ee i d 3 u 2 n bh h e ren hat Deutschland üher bringen ist, von der französischen Regierung ersucht werden, die 
innin n e r ean nneneeee eeeetee ret rcnne e eeen 
und ihren bedeutenden Einfluß aufzubieten, um Politikern und unan remer du 3 e a e pr e un en 
2 h 22 
klarzulegen, daß ein Weg gefunden werden soll stoffen geschict. 23 Prozent der importierten Maschinen, lichen Truppen 22 e 
un nn den heiderseitigen Wunsch nach freundschaftlichen 329 Prozent von imnortiertem Eisen und Stabs und 45 Vrozent enlid. sn ies 
— ————oo — —— — — — — 
C heater, Kunst und wissenschaft. ler Golisten, auch Schauspieler, Rezitatoren, Quartettvereini⸗ und berufsgenossenschaftliche Einrichtung dürfte der Verband der 
. Reinhardi ais Prorhen ves ihee einhardt, e 4 zur Wahrung ihrer künstlerischen und wirt— konzertierenden Künstler Deutschlands fördernd und belebend 
der rin mit den Sumurun-Aufführungen die ganze Auf— Mehr iein enen end nn rt 3 αν νν n 228 
Verlsamfeit des Publilums auf sich gelenkk hat, hat sich dem Sun orernuaen etger peuset irken. 
Mitarbeiter eines Pariser Blattes gegenüber fehr interessant e in e i lr n n Miß⸗ Ludwig Barnay ist zum Ehrenmitglied des Reichsverbandes 
über seine Auffassung der dramatischen Kunsi ausgesprochen. mam, mehr wie die lebhaften n 7 u deutscher Bühnenmitglieder ernannt worden und hat sich bereit 
Er erzählte von den Einwirkungen der Mitarbeit der Künstler, wefen n den Sauptverfammlimgen de— * er erklärt, die Ehrenmitgliedschaft anzunehmen. Die beiden Prũsi⸗ 
die er fur seine Inszenierungen zu Hife gerufen hane unv seieen eeeeeeree an se n denten des Reichsverbandes deulscher Bühnenmitglieder werden 
die ihn dazu geführt haben, sich von der lonventionellen Theater— srdcner Kam fer ur die iaenn Maree at uner; am 5. Juni eigens zu dem Zwed nach Hannover fahren, um 
tradition zu entfernen, um zur Natur und zur Ein mpfer fur die Standesinteressen der Berufsgenossen Geheimrat Bar ü i 
eeeee nee z rit eintrat, hat die persönliche trübe Erfahrung der einzelnen Soliften an die Untinde zu Aberreihrn. 
er fort, „daß die acndien Vindra anf e kt dazu beigetragen, daß der Verband nit allgemeiner Freude g Künstlernahrichten. Otto So mmerstorff hat mit der 
Lichteffelte erzielt wurden, und ich habe in diesem Sinne weiler pun t erben hezwegt den engeren Zusanimen-⸗ 3 ennalntnnn uln n n en 
gearbeitei Jebt din ih dam gelant an den vuhne bi L der Konzertgeber, die Regelung des Verlehrs mit den schlossen, der den hochgeschãtzten Künstler auf eine weitere Reihe 
diese Lichteffelte die Empfindungen zum Ausdrud zu bringen, die ee pren Zireltoren als Engagierende die Schaffung le an de B 5 Shauspielhaus fesselt · 
die Darsteller beseelen.“ Da ist B. die Ssene in Sumurun n Wohlfahrtseinrichtungen die Einflhrung junger und we— Rols die Vertreterin der dramatischen Gesangs⸗ 
in der der Hauptdarsteller Nur al Din traurig an seinen Bruder e e e s en 33 ean een ird en e e 
denkt, der eben eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Um ee Einführungslonzerten Musildireltoren und Verbnbe 8 Zal Instiuts scheiden Die Sangerin, die 
ihn herum ist die Szene schweigend und grau, die Dinge haben dritilern in allen geeigneten Städten des Reichen wodurch die 8 pan n enn n ee e un Sn 
dieselde unbe darba wie seine Gebanen Plobi blei e mit großen Kosten verbundenen und meist ganz erfolg⸗ worhen hat, schloß mit dem Newyorker Metropolitan Opera 
ine Tur id alle drauen ler drenn sne ene n Solistenkonzerte entbhehrlich werden und richtete eine eigene einen Vertraa ad e Josef 
in Taner bersuntenen Nun al Din Siohandler slden hnen ermittelungsanstalt ein welche zu weitaus geringeren Spesen transky hat mit der Philharmonischen Gesellschaft in New— 
ind nn ihnen han die Frbhhleit hren eun Sn bisher die auf geschäftlichen Gewinn bedachten privaten deren Konzerte er dirigiert, einen neuen dreijährigen 
ohne jeden Uebergang, ist die Spene erfullt von den glämenden ente den Verkehr zwischen den Engagement Suchenden und rag adgeswldssen Edth Walker hat Donners ag 
Farben der a usgebreiteten Stoffen die Dinge lachen ebenss vwie en Konzerte gebenden Vereinen vermittelt. Ein Verbands⸗ wieder in München gastiert ünd zwar als Isolde anläß ich einer 
die jungen Frauen. Dieser jähe Gegensaß des Düsteren und des n te Mitalieder über Valanzen und die Tätig— ur in inregenten· Theater · Die Tristan Auf 
Slrahlenden da h. des Schnerzes und der rade en * i ehrenamtlich wirkenden Verbandsleilung und des Direl— führung wurde zum ersten Male von Bruno Walter dirigiert. 
das getreueste Abbild des Lebens? Ich bin sihern daß n u Vermittelungsanstalt. Der Verband ist nach behörd— Die Dirigentenleistung Walters findet eine, wenn auch nicht 
unft im Theaer das Liht die saupltalle 34 Genehmigung seiner kostenlos versendelen Satzungen als be Einschränkungen freie, so doch in der Hauptsache glänzende 
so glaube ich, die Zeit ist nahe, wo, wie im allen Griehenland ir abn un nrnerv Duselport einse * e Aritit ZNliz Drg⸗⸗ 
das Stud inmitten des Publikums und nicht wie heile, a 8 o mit den Rechten einer juristischen verson ausse— pomn Koͤnig von Sahsen die Grokte Goldene Me— 
einer Bühne mit Kulissen aufgeführt werden wird. Keine i B iragen md en i nn 1 S e. 
Kulissen mehr, kelne Inszenierung, sondern nur noch Lihl! 2 Ato, Suhe ilins Dusseorf Grafen Aus dem Reich des Todes. Sonnabend früh starb der Di— 
Das Licht wird gang allein die lragschen und die lonere berg. Grafenberger-Allee 896, zu richten Eine stattliche Anzahl teltor des Johann Strauß Theaters n Wien Leopoldnn 
Nalionen zum Nosdrud bringmn n n im Alter von 64 Jahren. Er hat im Thealerleben eine 
var m M i ei. Alle bis zum 1 April 1 ei⸗ ervorragende Rolle gespielt. Müller hat in früheren 
2 2 , 12 tretenden sind von der Entrichtung des mäkigen Eintrittsgeldes als Bühnen- und Konzertsänager an vielen 2 13 
e lonzertaebenden Künst- von 5 M befreit. Als Wohlfahrtseinrichtung grollen Stiles erfolareich gewirtt
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.