Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Voh n smal (Wochentags morgens und ve Angelgeupreis Ausgabe 4 und B) für die 
ends, Sonntags morgens) erscheineub. Bezugs⸗ Zeile A Pfa. Kleine Anzeigen (Arbeits marlt usw.) 
i das Veriei abr 30 Wart einschließich 9 L io. sũe Auswarige vla seshi it. 
Snaggeld in Lũbec. Durch die Post bezogen ohne teilungen 1WMl. d. Zelle. Tabellen⸗ u. scchwieriger 
eslengeid 80 Mart. Eingelnummern 10 Vis. — Sah den Ansorderungen entsprecend boöber 50 
Beilagen: Vaterstãdtische Blãtter. — Der Familienfreund. 
Umtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 162. Jahrgang Nachrichten sür das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt e e der * ürstentũmer Ratzeburg. Lübed und das angren⸗ 
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νννοο ——— — — — ———2 zende meclenburgische und holsteinische Gebiet. 
Orug und Beriag- Gebrüder Borbers Gem b. S. imn Lübed. — Gose fienene Adreß baus Kodeniant. a5) —erniprecer 208 . 90 
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Ausgabe M. Große Ausgabe) Sonntag, den 6. Mai 192. Morgen⸗Blatt Ur. 226. 
e r ein allgemeines — aber auch ein ierachrichtendienst muß sich also, wenn er der Schiffsfüh 
Erstes Blatt. hierzu 2 u. 3. Blatt, besonderes nationales — Interesse, die Laien— nũtzen will, auch die Verfolgung gefährlicher Packeisbildungen 
sowie „Vaterstädtische Blätter“ Nr. 18. welt über die Aussichten der fachmännischen Erwägungen, die und der Drift der Eisberge zur Aufgabe machen. 
— —— —— — —7 —7 27 — —7 hier an die Spitze gestellt sind, aufzuklären und so das Die bisherigen, in der Monatskarten des nord— 
Umfang der heutigen Nummer 12 Selten. etwa ins Wanken geratene Vertrauen zur Seefahrt wieder atlantischen Ozeans enthaltenen Eismeldungen genügen den 
—— — g g zu befestigen. neu gestellten Aufgaben nicht. Beide Aufgaben werden 
Nnichtamtlicher Teil. Es ist bekannt, daß die in der nordatlantischen Passagier— sicherlich durch eine amtliche internationale Organisation am 
fahrt beschäftigten Dampferlinien Vereinbarungen über die besten n sein. v re n 
Reisewege nach und von Newyork getroffen haben. Für die— richtung steht diesem Zukunftsproblem jedenfalls nicht im Wege. 
Zur Sicherung der Navigierung auf dem e ee die südlich der Neufundlandbänke in den Sie würde nach neuen Gesichtspunkten und in neuer Form 
nordatlantischen Ozean Monaten April bis August durch Eisgefahr bedroht sind, erst einmal zu versuchen sein und vermutlich ihren Zweck voll 
d. h. durch die Eisfelder, die von der Labradorküste, und erfüllen, wenn es gelingt, ihr auch die Nachrichten der fremden 
Von Kapitän z. S. Behm, Direktor der Deutschen Seewarte. die Eisberge, die von der Westküste Grönlands südwärts Dampferlinien auf Grund von privaten Abmachungen zuzu— 
Die Unfallverhütungsmaßnahmen, die aus Anlaß des Unter⸗ treiben, bestehen Abmachungen über südlichere Reisewege, die führen. Dies ist erreichbar, und „was erreichbar, sei uns 
ganges der „Titanic“ öffentlich erörtert werden, sind zur Ab— in eisreichen Jahren noch ergänzt werden durch besondere goldene Pflicht“ L. B. 
wägung ihres relativen Wertes zwecmäkßig in drei Gruppen Vereinbarungen über noch südlichere Wege, um der Eis— —e 
zu bringen; gefahr aus dem Wege zu gehen. Belannt ist, daß in diesem 
Die Erörterungen, die kurz ausgedrüdt: den Platz im ahre amn 10. i die Blegung eine besonders energische Ersatzreserve und Wehrpflicht. 
Bodt, allgemeiner: die Ausstattung der Passagierdampfer gewesen ist, entsprechend den Meldungen über das Vordringen 8 182 der Wehrordnung laulet: „Vie Ersatzreserve dient zur 
mit Rettungsmitteln betreffen, sind zuerst zu erwähnen. Denn der Eisberge. Ergänzung des Heeres bei Mobilmakungen und zur Bil— 
sie füllen vornehmlich die Spalten der Zeitungen. Im Es verdient erwähnt zu werden, daß der einzelne Schiffs— dung von Ersatztruppenteilen. Derselben sind alljährlich so 
Urteil der seemännischen Fachkreise aber führer nicht so streng an diese Vereinbarungen gebunden ist, viele Mannschaften zu überweisen, daß mit sieben Jah— 
nehmen sie die unterste Stelle ein. Diese Vor— daß ihm nicht ein Abweichen davon gestattet ist. Selbst— resklassen der erste Bedarf für die Mobilma— 
schläge befassen sich nur mit den Maßregeln zur Abwendung perständlich muß er jeden Fall des Nichtinnehaltens des ver— chung des Seeres gededtwird.“ 
der letzten Folgen einer schon eingetretenen Katastrophe. Vor einbarten Reiseweges — für das er sonst unter Strafe gestellt Nach Ausweis der Vierteljahrshefte zur Statistik des 
ihnen rangieren die Vorschläge zu schiffbaulichen Maßnahmen, ist — ausreichend begründen. Sonst hätten die Vereinbarungen Deutschen Reiches, herausgegeben vom Kaiserlichen Stalistischen 
die dem Schiff eine garößere, womöglich eine nach menschlichem keinen Wert. Amte, 20. Jahrg, 19011, Seft V. S. 110 u. 111, wurden inden 
Ermessen abso lute Schwimmfähigkeit sichern sollen. Der Wechsel nun jener nördlichen oder südlichen Reise— leßten Jahren der Ersatzreserve des Seeres überwiesen 
Diese Vorschläge wollen also den Eintritt einer Katastrophe wege ist — auf Grund langiähriger Erfahrungen — aber wegen 
verhindern, nachdem der Seeunfall sich schon ereignet hat. schematisch auf bestimmte Tage festgelegt. Es scheint mir, hürgerliher alz vwegen lörperliher 
An der Spitze aber stehen, wenigstens nach seemännischer daß diese schematische Festlegu ig nicht genügt, wenn nicht Fe Brr ime übehlia Beln en n 
Auffassung, die Erwägungen, die zum Ziel haben, den See— daneben auch den in jedem Zahre besonderen und in ihrer 53 30 3880 85653 
unfall überhaupt zu vermeiden, d. h diesen Seeumall, Besonderheit nicht vorherzusehenden Eisverhältnissen bei der 14 72 — E 
den Zusammenstoß mit einem Eisberge in der nordatlantischen Neufundlandbank Rechnung getragen wird Wollen die 196 57577 o227 386 
Passagierfahrt. Die Oeffentlichkeit, erschredt durch die nie Passagierdampferlinien, die hier in Betracht kommen, zur Ver— — 3 
dagewesene Größe des Verlusts an Menschenleben bei einem meidung der Eisgefahr wirksamere Vereinbarungen treffen, ne 16 333— 3113 
einzigen — wenn auch einzigartigen — Seeunfall, sucht so müssen sie offenbar diejenigen Unterlagen haben, die ihnen 00 3027 80 262 90 299 
zunächst Beruhigung in dem Drängen nach Vervollkommnung einen rechtzeitigen Entschluß über den Wechsel der Reise— Demnach beträgt also der erste Bedarf für die Mobil— 
der Rettungsmittel und der Schwimmfähigkeit des Schiffes. wege ermöglichen, d. h. also: es muß ein Eisnachrichtendienst maching, welchen eigentlih durch die Ersahreserbe gededt werden 
Das ist sehr verständlich. Wer es erwächst aus diesem ausgebaut werden, der die Herbeischaffung dieser Untkerlagen soll 0 odd 3o d Mann. 
Streben die Gefahr, daß — auher den wirklichen Verbesse— zum Ziel hat. Da aber von den Ersahreserbisten zurzeit kein einziger 
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rungen — Maßnahmen Vorschrift werden könnten, die nur Es ist ferner anzunehmen — da pysychologisch er— irgendwie mit der Waffe ausgebildet ist, so müssen an ihrer 
auf dem Papier eine Verbesserung, für den Verlehr aber Härlich — daß ein Schiffsführer die Eisgefahr, die ihn Stelle für den von der Wehrordnung bezeichneten Zweck ebenso 
eine Belastung darstellen würden, oder, daß das Publikum zum Abweichen von dem vereinbarten Reisewege veranlassen viele Reservisten bezw. Landwehrmänner vermendet 
seescheu wird, wenn nicht alsbald diese oder jene scheinbar könnte, besser, freier, sicherer beurteilt, wenn er nicht nur werden. 
wünschenswerte, fachmännisch als geringwertig anerkannte Ver— gelegentlich durch Funkentelegraphie, sonder außerdem plan— Wird jetzt das Heer um 29000 Mann verstärkt, so werden 
pollkommnung bei den in Fahrt, im Bau und in Projelt mähßig und auf Grund amtlicher Zusammenstellungen über die jedes Jahr etwa 29 000: 2 * 14500 von den 90 000 eingestellt, 
hefinhlhen Nalagierdamnfern in die Agen fält sFisnerhaltaisse hei der Neffinbsandbanf uinferi4 mird Der es hleihen also noch iedes Jahr 75 590, in 7 Jahren 528 509 
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Cheater, Kunst und Wissenschast. 7 hatte, aber e. weit Danziger Waldfestspiele. Nach dem großen Ersolge der 
ui —— hinter allen rwartungen zurüchseblie en. Nur „Das alte „Sommernachtstraum “Aufführung im Gutenberghain zu 
Men u dete * e eee Spiel on Jedermann machte eingen Eindruck, alles Uebrige Langfuhr hat die Waldspielverwaltung sich entschlossen, die 
n n erienten innn ben sig nen bereitete der Kritik wie dem Maikum große Enttäuschung. Aussührungen in diesem Jahre umfangreicher zu gestalten. In 
seins Entlaffung eingekommen mun der Begrundung, die Dres Mozarts „Don Juan“ ist jent endlich in der Komischen Aussicht genommen ist zunächst „Die Orestien Der Ueber— 
bener Kuint wolle ihm ucht wohl. Ser Kong hat das Genh Oper zu Paris wieder in wücdiger Form aufgeführt worden, setzer Prof. Wilamowitz-Moellendorf wird persönlich als Berater 
sbelen Inghen isn Soo mr geen ben in untequenan nachdem die Oper sich jahrelang eine „Bearbeitung“ gefallen zur Disposition stehen. Spãter sollen dann folgen: „Iphi⸗ 
Opernreferenlen der Dresdener Neuesten Nachrichten gerichtlich lassen mußzte. die an Rüdsictslosigleit gegen den Komponisten genien Wallensteins Lagerund Wasihrwollt. 
2 92 d sein Werk nichts zu wünschen übrig ließ. Die Aufführungen finden sämtlich in Reinhardtscher Inszenie— 
vorgegangen. Der Kritiler will seinerseits durch Sachverständige un 2* d 
l 4 Dik. Die beleidigte Künstlerin. Um ihr Renommee in rung statt, da Regisseur Robert vom Deutschen Theater die 
aus den Kreisen der Literatur und der Künstler die Soomer— zn ——2. — 
n i len e eeseeeeee ie den Vereinigten Staaten wieder etwas aufzufrischen, unternahm Regie hat, Für die Besetzung der Hauptrollen sollen erste 
send eeee a ean hus eee die Chikagoer Pianistin Frau Fannie Bloomnfield-Zeisler neu⸗ Kräfte aus Berlin verpflichtet werden 
r hat sich namhafte Gutachter ge lich wieder eine europäische Tournee. Sie fand da aber nicht 4 be s 
sichert, so daß ein zum mindesten sehr merkwürdiger Prozeß ehr das gleiche v e he nd Nue Rache darner in Dik. Fũr die Metropolitan⸗ Dper in Newyorl sind für 
zu erwarten steht. Walter Soomer singt bei den Lübedcer sie auf das lunftlerishe Verflandnis in Enropa im allgemeinen die Spielzeit 1912/13 wieder verpflihtet Emmy Destinn, Ge— 
Maifestspielen am 9. Mai den Wotan in „Die Walküre“ und nd e onn n eurdpäischen Kimsitreifen im besonderen seh raldine Farrar, Frl. Fremstad, Gadski, Somer und Frau 
am Sonnabend dem 11. Main den Sahs in Die Meiersinaer n ee eeeen ernee nee mueeen Matzenauer. Ferner unter den Serren Enrico Caruso, Martin, 
von Nürnberg“. * ueh gr ob e e e Griswold. Didur, Gilly, Amato, Goritz usw. Der Tenor 
Künstlernachrichten. Josef Giampietro, der zurzeit n sd nsernnen mindestens et n u Seinrich Sensel, der in dieser Spielzeit mehrfach auftrat, 
in Budapest auftritt, wird im Juli d. J. in London gastieren. essere Gelegenhenen sich msansch rsomimuen in wird auch im nächsten Winter an fünf Abenden singen. Er 
Direltor Rachmann hat den Künstler für die dortige Alhambra Enropa. Die uůnstlerin meint, die allgemein babreueie An⸗ bat lich bereit eärt in n fnal unentarltlig auten 
perpflichtet, wo er für die Woche 5000 M erhält. — Kammer⸗ sicht daß für das runstlerische Prestige eine in europãischen treten und hofft die in dieser Spielzeit nicht erreichten Er⸗ 
sängee Julius Lieban in Berlin wird mit Ablauf der Musitzentren erworbene Ausbidung us wendig sei, vernhe auf ane nhnbolrn uh eu Sezglin von Erdnungundend 
Spielzeit aus eigener Initiative aus dem Verband des Berliner einer Tishun Es sei ein weitbebreiteter Irtlun dak man drei Monate lang am Metropolitan tätig sein. Herr Burrian, 
Igl. Opernhauses ausscheiden. Wolfgang Zuincke, im in den Voereinigen Staaten nit feinen musaschen Leistun von dem es hien er käme nicht wieder, und für den angeblich 
früher in Frankfurt a. M. und am Wiener Volkstheater, ist gen Anerkennung zu finden vorher solche in den europäischen lchon n „Ersatz verpflichtet worden Var wird ehenfalls wieder 
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Stadttheater verpflichtet worden. Quinde ist als Verfasser ue Spern. uͤnd Konzen litn e ann e r sind die Sängerin Lucrezia Bori und die Altistin Frl. de 
eines Buches über Kostümkunde belannt. Dr. Landry, d cchltago sinde, 3 Misilberandu beshe und Wotte. Unter den Neuheiten für das nächste Jahr ist nur 
das auch in Luübed bekannte Mitglied des Kieler Stadh »* lnen s belie unp bunu Moussorgslis „Boris Goudonoff“ sicher. Jedenfalls werden 
* h he Leistungen besser zu beurteilen und zu würdigen ver— 
theaters, ist entlassen, nachdem er schon in letzter Zeit auf⸗ eeeeee see ee ee en bree Ver auch „Soffmanns Ergählungen!“ und Baron Frem— 
fallend wenig beschäftigt wurde. Die Differenzen sind u. a. auf n wer isse se ame a llei hu e hraer chettis Cristoforo Colombo zur Aufführung lommen. 
en des Sängers zurückzuführen. Er gab an, jhre Töchter zu ihrer musikalishhen Ausbildung nach Eiropa Aachener Freilichtbühne. Direltion: Dr. Ernst Wwach⸗ 
rankheitshalber nicht singen zu lönnen und lehnte ein Auf— zu senden, wegen der in dortigen Künstlerkreisen herrschenden her) Die Spielzeit 1912 der Aachener Freilichtbühne auf 
treten ab. Abs man nath einigen Tagen bei ihm anfragte, ob Unmoral. Das Leben in diesen sei erniedrigend. Es sei nichts dem Lousberg wird am Sonnabend, 16. Juni, eröffnet, sie dauerl 
Abend singen könne, gab er an, dab sich seine Auf⸗ anderes als leeres Gerede, daß man eine Zeitlang in der in bis 15. August. Der Spielplan sieht folgende Werle vor: 
regung zweifellos mildern und sein Gesundsheitszu— diesen Kreisen der Kunst-Bohsme hertschenden Atmosphäre ge— „Serrn Karls Schwert“ von Franz Herwig (Uraufführung); 
stand sich dadurch bessern würde, wenn man ihm atmet haben müsse, um zum wahren Künstler oder zur wahren „Das große Welttheater“, Weihefestspiel von Calderon, über⸗ 
wenigstens einen Teil des von ihm beansprusch— Künstlerin zu werden oder den Geist wahrer Kunst in sich sehßt von J. v. Eichendorff; „Genovefa“ und die „Nibelungen“ 
en Seldes auskehren würde! Darauf wurde er aufzunehmen. Mit solchen Kreisen in Berührung zu lommen, „Ein Mittsommernachtstraum“ mit der Mendelssohnschen Musil 
entlassen sei für junge Amerikanerinnen nscht nur zweclos, sondern mit und Wie es euch gefällt“ von Shalespeare; Iphigenie aul 
Nelnhardis Budapester Gastsiel. Max Reinhardts dies— den größten Gefahren verbunden. Trobdem man weiß, daß Tauris“ von Goethe; „Widulind“ von Ernst Wachler, Musil 
maliges Gastspiel im Lustspieltheater zu Budapest brachte wirklih lalentvolle Künstlerinnen mit diesen Kreisen gar nicht von Karl Goepfart; „Melusine“ (Uraufführuna); „Mitt- 
dem Unternehmen zwar den gewohnten materiellen Erfolg, weil in Berührung kommen, machen Frau Bloomfield-Zeislers Aus- iommer“ 
man die Karten für die meisen Norstellungen schon im Vor— lassmaen und Warnnungen in Umerita das aröhte Aufsehen.
	        
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