Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Seih o ags morgens und 9 ——32 —————— Aneiereie unsabe A und B) sur die 
abenos, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ Zeil⸗ 20 Pfg. Kleine Angeigen (Arbeits markt usw.) 
preis für das Vierteljahr 3,30 Mart ein schließlich ——— —— 95 p mar 
Brinageld in Lũůbed. Durch bie Post bezogen ohne i 12 a. . Geschãftl. 
y lungen d. Zeile. Tabellen· u. schwieriger 
Besteũgeld 830 Marl. Einzeluummera 10 Vis· Sah den Anfordernugen entsprechend hoͤber. 50 
— ———[177 — Beilagen: Vaterstãdtische Blätter. — Der Familienfreund. — — 
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Amisblatt der freien und Hansestadt Lũbed 162. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Cauenburg, dĩe 
Belblatt: Gesetz· und Verordnungsblattttt ss gürsteniũmer Ratzeburg, Lübec und das angren 
—ονν —— — — — —— — ———2 zende medlenburgĩsche und holsteinische Gebiet. 
Hrug und Beriag: Gebrüder Borchers B.m. b. S. in Lübed. — Gemaftstelle Adreß haus GKcõsniaste. 46). Fernidrecher 200b u. 200l. 
Ausgabe 4. Große Ausgabe) Mittwoch, den 24. April 1912. Morgen⸗-Blatt Ur. 205. 
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Für die Monate Etats bis zum letzten Tropfen auspregt, was soll dann mit den Kriegsminister erllärt hat, daß die englischen Flottenrüstungen 
Mai und Juni Dingen geschehen, die im Laufe des Jahres noch in Aussicht nicht nur auf die deutschen, sondern auf die Mahnahmen anderer 
waren? e een Beseitigung verschie— maritimer Mächte Rüchssicht nehmen müssen. 
einenre ener Steuern, man esoldungswün müssen da unberũck SEStaatssetretãr v. Tirpitz zeigte sich als großzügigen Orga⸗ 
Cubecki chen An ei en“ sichtigk bleiben. Dann bekommt man ein trübseliges Bild von sator der deutshen Flotte. Gravolh) Er vermied als Staats— 
zeig det Zulunft. Der Reichskanzler hat bezüglich inn jedes de 
nsabe er Zulunft. Der Beihslan; er hat bezügli mann jedes Uebermaß der Forderungen. 
33. der Aufhebung der Liebesgabe Der Ausgangspunkt für die Verstärkung der Flotte und 
vVaterstädtische Blãtter an die Linke appelliert; sie hätte immer deren Aufhebung des Heeres ist in den Marokko-Wirren zu suchen. Blitz— 
owie gefordert, jeßt sollte sie sie annehmen. So einfach liegt die arlig ist damals die internationale Gefahr vor unseren Augen 
Gesth und Verordnungoblatt Saͤche denn doh nicht. Ich befürchte, daß die Aufhebung des erschienen. Die Entscheidung in einem Weltkrieg wird immer 
der freien und Hansestadt Lübeck Konlingents die Folge haben wird daß um die Summe, die auf dem Kontinent fallen. Wir haben Türstenbesuche, gegen— 
und der wochentlichen Unterhaltungsbeilage — 5* 4 22 — 
anlienfrennd⸗ Im Steuern einbringen, der Konsum zurückgeht, so daß dann neue seitige freundschaftliche Besuche von Kommunalbehörden usw. 
2 Steuern erforderlich erscheinen. Wir erkennen an, daß die i i Durch di 
Bellen nteenn benenn e len das Blatt von Cage ver e en en sun ann ist enn m ee n e eeee 
24 der l Aneinen. die Seeresverwaltung auf dem richtigen Wege. Die waffen— dämpft, das Ansehen Deutschlands auf der Söhe gehalten und 
fähigen Mannschaften werden bei uns nicht so herangezogen der Friede gewährtt. 
wie in Frankreiß —— 
Erstes Blatt. hierzu 2 Blatt. 86 000 Mann Ersatzreservisten werden bei uns nicht mit der zu 
— — ———— — Walsc au⸗eb mwet. was der deutsche Soldat von der französischen 
gen Nummer 8 Seiten. n ʒ p 
— 2 — — Für sie sollten zur Erleichterung der Reservisten und Land— Armee wissen muß. 
nichtamtlicher Teil wehrleure Jahresübungen eingerichtet werden. Mit den Ma— x 
schinengewehrkompagnien holen wir einen bedeutenden Vor— Vor kurzem wurde berichtet, daß dem französischen 
sprung der französischen Infanterie ein. Die Kavallerie wird eea e e eer 
ihre hohe Bedeutung behalten, wenn auch weniger für Attadcken, in dem ihm ulle wichtigen Talsachen über das eutsche Heer 
Bassermanns Rede zu den Wehrvorlagen. als fur den Aufllärungs— und Verschleierungsdienst. auseinandergesetzt werden. Sewissermaßen als Antwort darauf 
In der gestrigen Reichstagsdebatte führte der national— Bei der Artillerie haben wir ein grozes Minus an Pferden erscheint jetzt unter dem Vitel Die französische Armee bei 
liberale Führer Bassermann folgendes zu den neuen Wehr— Gört! hört) Zu begrüßen ist auch, daß in der Luftschiffahrt Mittler & Sohn in Berlin ein Tleines „Merkblatt für den 
vorlager aus: der französische Vorsprung eingeholt werden soll, so auch im Mannschaffsunterricht von Hauptmann Streit, das unter den 
Wir werden das Notwendige für die Wehrmacht bewilligen. Flugwesen. Wir sind stolz auf die Qualität deee deutschen Soldaten eine massenhafte Verbreitung finden wird 
Die Wehrvorlagen bitte ich an die Budget-Kommission zu ver— deut Offizierlorps und das in knappen, klaren Sätzen ihnen alles Wesentliche 
ehrroro: schen Offlz p ⸗ 
weisen die Decungsvorlage an eine besondere Kommission von und hoffen, daß es so bleiben wird. Bedenklich ist das Miß⸗— uüber die Organisation der französischen Armee mitteilt. Von 
28 Milgliedern. Nur so wird es miglich sein, die Vorlagen noch verhältniszwischen den Lebensbedürfnissenund besenderem Interesse für die Allgemeinheit aber ist in dem 
vor Pfingsten zu erledigen. den vom Staate gewährten Bezügen. Dieses bringt Buchlein der lehte Teil, in dem die grundlegenden Unter— 
Der Reichslanzler beschyor die Mehrheit, ja nicht die Erb⸗ es mit sich. daß viele brauchbare Elemente uns verloren gehen schiede der deutschen und ranzösischen Anschauungen über die 
— schaftssteuer oder sich im Handel und der Industrie ihr Brot suchen. Führung und Taktik des Gefechts auseinandergesett werden. 
in diesem Stadium der Verhand ungen hervorzuholen, die den Der Hauptpunkt ist die „Die Franzosen kennen“, so liest man da, „keine zusammen— 
Frieden in den bürgerlichen Parteien gefährden würde. Wes⸗ Ver alterung des Offizierlorvs. hängende Schutzenlinie. Sie fechten in kleineren oder größeren 
halb wendet sich der Reihskanzler nicht an die Das ist sehr mißlich wenn die Crnennung zum Hauptkmann Eefechtsgruppen, die das Gelände sorgfältig ausnützen sollen. 
rechte Seite des Sauses mit der Mahnung, ihre und zum Stabsoffizier erst in einem vorgerückten Lebensalter Daher werden sich die französischen Schützen letcht zusammen— 
Stellung zu ändern? Cebhaftes Sehr gut! links.) erfolgt. Die Armee darf nicht überaltern und das Sprins— ballen und im Gelände zersplittern. Wir werden unser Feuer 
Der vorige Reichsschatzseltetãr ist gegangen, weil er mit der Form System das jetzt eingeführt worden ist ist richtig. Aber es hat auf solche Schützenansammlungen gut zusammendrängen können. 
der Deckung nicht einverstanden war. Er hat in der Deutschen anderseits auch seine Gefahren, indem hier und da Proteltions— Der französische Einzelschütze weiß die Geländededung vortreff— 
Revwue dargelegt daß eine Besitzsteuer an die Reihe hätte kom— und Konnektionsrücksichten den Ausshlag geben können. Auch lich auszunützen. Auch in Schanz- und Befestigungsarbeiten 
müssen, eben die Erbanfallsteuer. die beiden neuen Landwehrinspektionen haben unsern Beifall. sind die Franzosen Meister. Das Feuer der Infanterie legt 
iese :3 rn mit derjenigen Was die su n keinen Wert darauf, den Feind niederzukämpfen“; es soll vor 
— wovelle zum Flo ttengesetz allem Luft machen für di rwärts ung. i nzö⸗ 
i begrüßen es daß auch der etzige Staatssetretär des Reichs— betrifft. so halten wir ihre Vorshäge für gut. Wir werden sische e a e e e 
schatzamtes auf dem Boden der Erbanfallsteuer steht. Bei den in unsere Flottenpolitik, die keine aggressive ist, wie bisher, nach an den Gegner heranzukommen zu fruhe Feuereröffnung gilt 
der Vorlage vorgesehenen Forderungen wird es nicht bleiben. unseren eigenen Bedürfnissen enzurichten haben. Unter die als Schande! Sie soll erst slellhaben, wenn Verluste eintreten 
Ueberall haben wir aus den Ausführungen der Regierungsver— Frage der In der Gerleidiaung dagegen ibe * 
besonders des Herrn v. Tirpitz kommende neue Forde⸗ ven deutsch⸗englischen Beziehungen Ausführung der Sprünge gibt es keine Regeln; sie erfolgt 
heraushören können. Wenn man die Ueberschüsse des lönnen wir jetzt einen Strich mahen, nachdem der englische unregelmäkig. Lange Sprünge in ganzen Zügen gelten als 
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Cheater, Kunst und Missenschaft. hat, Ortruds Stimme vernehmend, eingehalten und ihr vom Taube im Nachen gezogen. es bicht bei diesem Anblick 
Masseneis Oper Romn in der Pariser Großen Oper. Wie g en grandr Jetzt senkt er sich dicht am in einen jähen Wehruf aus, Elsa intt in Gottfrieds Armen 
ein Telegramm aus Paris meldet, brachte die Pariser Große Surauede elerlich uuf ie Knie): entseelt zu Boden.) 
Oper Massenets fünfaltige große Oper „Roma“ mit glänzender Ein Zeichen aib, allewaer Gott. Das Leipziger Schillerdenlmal. Bei dem Wettbewerb um 
Ausstattung ut Darstellunge Der Erfoig bewegte sich ungefähr Dak Du bestrafst des Lasters Spott Entwürfe für das Schiller-Dentmal für Leipzig wurde 
auf gleicher 8öhe wie bei der Uraufführung in Monte Carlo, Ein Zeichen gib zu dieser Stunde, der erste Preis von 1000 Mdem Bildhauer Joh. Sartmann 
über die seinereit berihtet wurde. Die drei ersten Alte boten Zu Dir ruf ich allew'ger Gott, zugesprochen. Die Summen von 600 M für einen zweiten, von 
inere nte Momente dog en der Manoeian sualischer Er Dak nicht das Laster frech gesunde, 500. M für einen dritten und von 900 Mefür drei vierte Preise 
findung eine gehobene Sünnnung des Publiklums nicht auf— Mit Deinen Gnaden treibe Spott! wurden zusammengeworfen und die 2000 Miin fünf gleichen 
kommen. Am besten gefiel der vierte Alt mit seiner Sauptszene: As Balsam leg es auf die Wunde, Teilen an Prof. Werner⸗Stein und Architelt Quint, Bildhauer 
Die sündige Vestalin. Die Zweifel reinstem Herzen schlug! Saudel und Bauinspektor Strobel, Arthur Moritz Fritzsche und 
nnn in Weimar. Aus Weimar wird dem B. T. tele— u hoher Will' balnde. Bruno Wollstaedter vergeben. 
graphiert, daß im dortigen Hoftheater zu Ehren der da— Vernichte der Treulosen Trug! Kleine Mitteilu ie städtische J ission i 
selbst versammelten Shakespeare-Gesellschaft Sam— Höͤr! mich in Demut zu Dir flehen, Kiel hat enn e ee r 
let“ auf vereinfachter Bühne mit Waldemar Staege— * Ein hohes Zeichen laß mich sehenl. . burg eingeladen. Strindbergs Totentanz“ im gleler 
mann in der Titelrolle aufgeführt wurde. Die Vorstellung Eeine Stimme wird hier völlig unvernehmbar, er belet Stadttheater zur Aufführung bringen. Das Ensemble— 
begann um 6 Uhr, der Schluß war auf 1411 Uhr angesagt. mit gen Himmel gerichteten Augen stumm weiter. Während alle Gastspiel wird am 2. Mai stattfinden. — Unter dem Namen 
Man lonnte sich daher den vorangegangenen Meldungen gemähß im äußersten, gespanntesten Schweigen verharren, vernimmt man Frankfurter Tonklünstler-Orchester hat sich in 
auf einen „Hamlet ohne Strich“ gefaßt machen. Wirklich fehlte einen zarten Gesang, wie von der Stimme des Schwans ge— Frantffurta. M. eine Vereinigung gebildet, die unter Lei— 
leine Szene, innerhalb der Szenen jedoch manche Zeile. Nur sungen:) sung des Musikdireltors Herrn aert sleht. Den eun 
so lonnte trotz raschester Verwandlungen — die kaum Ver— Leb' wohl, Du wilde Wasserflut, dieses Or chesters bildet die Palmengarten-Kapelle, die durh 
wandlungen waren — Fortinbras' Nachruf pünktlich zur Mi— Die mich so weit getragen hat! Sinzuziehung weiterer Kreise auf 75 Musiker verstärlt wird. Die 
nuten lommen. Die Gestalten des Dramas leben hier aus— Leb' wohl, Du Welle blank und rein Aufgabe des Orchesters soll sein, in erster Linie klassische 
n en e Stae emann fand bei den Weima— r die mein weiß Gefieder glitt! Musik zu pflegen. Zur Wagner-Jahrhundertfeier im Kal. 
günstigste Aufnahme. Am Ufer harrt mein Schwesterlein, Opernhause zu D m die prahonen sur de 
Woadt ne des Lohenarin⸗ Die Urschrift von Richard Das sollwon mir getröstet srinte Ring een ee eeee r d 
ennn en Dichtung behandelt das neueste Seft der Gohengrin erblidt plößlich die veine Gralstaube über den Loius Corinth, sondern von dem Dresdner Hoftheatermäler 
n e erlin, Schuster und Löffler). Eine Reihe inter⸗ Nachen schweben; mit einem danlenden Blick gen Himmel springt Otto Alentkirch gemalt. Die von Corinth eingelieserten Proben 
9 extvarianten beweist fast ausnahmslos, wie Wagner er auf und löst dem Schwan die Kette, worauf dieser sogleich woren so wenig befriedigend zus fallen, daß man auf seine 
n n n Aenderungen und Kürzungen gebessert untertaucht. Darauf hebt er einen Hönen Jüngling Gottfried) Mitarbeit verzichtete. 
Wir teilen r e Aenderungen im S ubart. aus dem Wasser an das Ufer) Mascagnis neuesie Oper. Die Oper Isabeau“, das 
e ern n a en ursprünglichen Schlukß hler Lohengrin: Seht da, den Seizog von Brabant! jünaste Werk von Pietro Mascagni, gehört ebenso wie 
n an ba von Elsa Abschied genommen. Da tritt Zum Führer sei er uch ernannt! einst sein berühmtes Erstlingswerk Cavalleria schon jeßzt — 
Jesang dul n in einem wild jubelnden Rache⸗ Er springt schnell in den Naben, welchen die Taube an sicher infolge des pricelnden Textes — zu den am häufigsfen 
Zioe enthen nrne een h Reihe neuer der Kelte fabt und fortzieht. —Ottrud ist mit einem Shrei gespielten. Spielplan⸗Opern Italiens. Die deutsche Urauffüh— 
lan orte lauten: zusammengesunken. Elsa blickt mit lekter freudiger Verklärung rung des Werkes wird Anfang der nächsten Spielzeit gleichzeitig 
oar e das Verbrechen, auf Gottfried welcher nach vorn geschritten ist und sich vor dem in Berlin, Wien, München und Budapest staktfinden, während 
u so⸗ in en diesem Land. König verneigt. Alle brabantifn Edlen senken sich vor ihm etwa 20 weitere HSofbühnen und Stadttheater es auch schon für 
en neen Götter rächen, auf die Knie. Da wendet Elsa ihren Blick nach dem Flußz) ihren diesjährigen Spielplan vorgesehen haben, trotßz den 
Lohenarin cwen snn e euch gewandt! Elsa: Mein Gatte! Mein Gatte! nadten Weibe, das den Söhepunkt des zweiten Altes der Oper 
n bereit in den Nachen zu steigen. ESie erblickt Lohengrin bereits in der Ferne, von der bezeichnet.
	        
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