Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Seslengeid 0 Narn Einelnnnern 10 Viog. teilungen 1WMt. d. Zeile. Tabellen· u. schwieriger 
— — —— —— ——— 5. Satz den Ansorderungen entsprechend höher. o0 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hhansestadt Lübec 162. Jahrgang Nachrichten sür das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt nteteeedürstentümer Ratzeburg. Lũbed und das angren 
——— —— igen rom Grunbungs · Jahre 1761 6 Mãr) ab, besindet sic T— r..2 
— L — — p s zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
ODrud und Veriaa: Gebrader Borhers B.mm b. S. in Luhed. — Gascnaisstelle Apre daus GSsnigitr. errioeer o . . 
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Ausgabe . GSieße Anegabe) Mintwoch, den 10. Januar 1912. abend⸗Blatt Ur. 16. 
3 der preuß .-hess. Staatsbahnen und der Reichseisenbahn. Der von fot der Aeußer das GendssenLedebour 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. Mren 3 Vu n und 3 aus d lani 
Umfang der heutigen Nummer 6 Seiten. iee e e e een en ne halber einmal fett druclen wollen und die hoffentlich schon 
n . erfehrsanstallen, Siß Eilberfeld. Der Zentralperband Deut recht viele Lübeder Gewerbetreibende an den Anschlag— 
en ee duee 3 2 sfäulen gelesen haben. Serr Ledebeur hat nämlich gesagt: 
Verband Technischer Selretäre der preuß hess. Stagts, unt DSDie So ialdemotralie hat mit den Mittelstands— 
An die Adrefse der Lübecker Unterbeamten der Reihesnbahn. Der, Bayerische Sisenbahner-Verband. partein mts gemein imd wird ich niemagls dazu her— 
Die Nalonalen Mbeiter-Vereine für Kiel und Umgegend, geben, bie In eesfen des Millelstandes, d. h. der Sandwerler. 
und Staatsarheiter Falserlihe Werft, Sowaldlswerken Krupp-Germanign Der Ladenbesiner, leinen Indufitienlen . zu vertreten, da 
VBerband der Schaffner und Schaffnexanwärter der Stgats— ich diese nur zu ber Klaffe der Ausbeuter gehören. Die 
— o0 Lubed 10. Jan. eisenhahnverwaltung Der Verband der Post⸗ und Tele⸗ Salen ltatiennn il vazu da, die n rer 
Wi⸗ unsere Lübecker Staatsarbeiter und Unter— n und Handwerter, Siß Bogum. Der Duut risten; bedrohten ileinen Gewerbe Ischützen oder zu stüten, 
beamten am 12. Januar wählen werden, dafür geben ihnen he Staatseisenbahn Lade und, Zodenmisterverband. 21 sondern es liegtnur in der Absihtder Sazial— 
b bhe h Medcklenburgische Eisenbahner⸗Verband, Sitz Schwerin. Der bemeteatie daß diese klemente die dem Existen; 
die deutfschen Berufslollegen in den folgenden Kund— Verband der Württembergischen Eisenbahnn und Dampfschiff— kampfe nicht gewachsen sind ihre Seloständieteiteni— 
gebungen die Parole. Wer gestern die Versamm— Unterbeamten, Sandwerker und Arbeiler, Sitz Stuttgart. geben. uf enbnelg Siiite aegen die Pressionen 
fung in der Stadthalle mitgemacht hat, wer da sah, Diese imposante deutsche Kundgebung in Gemeinschaft mit des Großlapitals der Großind strie, Großb sare. Kon umver— 
wie maäuschenstiln sich die 150 raditalen Genossen verhielten, der glänzenden gestrigen bürgerlichen Kundgebung in Lübed tine bat der Miitelstand setens de s 
als sie zu ihrem größten Entsetzen erkannten, wie Mann für für ein geschlossenes Eintreten zugunsten der Kandidatur hen en; e son e 
Mann aus dem erhofften Mitläufertum ihnen entrissen wurde, Klein, wirkt mehr als alle sozialdemokratische Gegenagitation, it in na 5 rt 
wer die tallisch überaus wirkungsvolle Art kennen lernte, als sie überwindet sie spielend. Und auch so ist es für Lübeck Wir sind so jovial lalsen ig zunächst die Be⸗ 
alle Berufsstände und Bildungsklassen Lübeds Mann sür Mann sicher daß die Staats Arbeiter und Unterbe— merkungen des Flughlatles unseren Lubeder Genossen folgen 
erklärten, mit vollster Begeisterung für die Kandidatur Klein amten Lübeds rufen;: Es heißt da: 
eingutreten. der weiß, als der Arbeiter Böhmer, als der Ver⸗ Für den 12. Januar gilt die Parole: —*⁊ eu l ier die dreiste Aufwärmung 
freter der Angestelllen der Lübed-⸗Büchener Eilenbahn, ihr Wort Für den Staat gegen Theodor Schwartz! eines der imn diee vil Ae plumpen 
einem warmen Appell an die Berufskollegen — Zunee edebour iangst widerlegt hat. Dieser 
ichteten, ß sie gehe i j 2enñ 3 agte damals sofort: — 
s leun n len ihedl nen Wie unsere Lübecker Genossen unsere handwerker ne ren ich d tepu ue e 
zahlreiche eie deutschen a— 5 r * inen ähe Wi paliftishen Kon 
arbeiter⸗ und Unterbeamten⸗Verbänden, die sich in folgen— und Detaillisten vor dem 2. Januar belügen wollen. nnn eaee u n 
den Aufruf geade ur ehren zeitemit atler Entaeanung auf das neueste Flugblatt.) , fen Fua d e e ich gan d 
Schärfe gegen die saatafeindlihe und vater— 0 2ubed 10. dan. ee n ann mek liee rln 
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landaberaterishen neeren Phantastereien Ein nenes Ruaghuro dutt unserer 2ubeger Ge— ed ee e ae i eeen 
befangene Gefolgschaft des Serrn Teodor nolsen destern echenen Wenn sie ehrlich sein wollen, tat ertennt licher die bosartige Fälschung — 
Schwart wenden. Der Tert dieser sensationellen so geben sie zu, daß wir recht haben, wenn wir das Symptom da la, liebe Serren Lubeder Genossen bezeichhnen S 
Wahllundgebung an alle Beamten des Reiches und der der Furcht damit verbinden. Wenn sie tatsächlich wühten, dlesen fett gedruckten Absatz ur ruhig als alten Schwindel 
Bund esslaaten sowie an die gesamte Arbeillerichaft in Reich— welche Kreise am dringendtendie Versammlun— Das tut Serr Theodor Schwartz auch immer, 
und Staalsbetrieben gen im Friedrichshof und im Neulauerhof ge— wenn er nichts mehr zu sagen weiß. Er schlägl 
autet: E— wünscht haben, wenn sie nüchtern erwägen wollten, wie dazu sogar noch zur Beträftigung dieser Argumentation seine 
Wer den Diensteid geschworen hat Jann solange er unschlan die Errichtung jedes neuen Konsumvereinsladens Hand an der Tislante wund und droht den als vornochsen 
im Amte ist, einen Sozialdemofraten nicht wählen. Aber Gðnigstraße) vor der Wahl am 12. Zanuar ist, wahrlich, sie anzusehen, der es nicht glaubt, daß das Schwindel ist 
nuch aus Gründen politischer Klugheit und Exfahrung ge uen e e u e 
* see eene ee nerri hätten ihr letztes Flugblatt von gestern ganz anders ver— Wir sind da allerdings ganz anderer Meinung. 
de Blamten noh des Staalsarbeers. Denn was hren fant. Sie hätten nicht einen unnühen Appell an solche Wähler- Uns liegt daran, die wirkliche Meinung der Sozial— 
3 religiösem, littlichem, fulturellem und wirtschaftlichem lreise gerichtet, die vielleicht teilweise 1907 unvorsichtigerweise demokrätie über den Mittelstand zum Ausdrud 
eee n u a e s n 3 3 in ihre Schlingen geraten sind, sondern sie hätten lieber ein zu bringen. Und was könnten wir da besseres tun als 
Eien. Bice eeenenene erlnne h Flugblatt auf die Staatsarbeiter und Unterbe— einmal tiefer nachzufassen, was hat sich bisher bei 
ain Taten Verhehnng fan Befriebigung geboten Bünd amten losgelassen. Das wäre um so nötiger gewesen, je unserer Aggressivtaktik gegen den Lübecker Vollsboten je besser 
und tauh für die politischen Forderungen des Tages, ver— mehr die Kunde von einer großen Berlineranti— bewährt, wann haben unsere Herren Lübecker Genossen niemals 
weigert sie garundsätzlich dem rings von Feinden umgebenen sozialdemokratischen Kundgebung selbst dieser für andere Worte der Entgeanung a's die Bezeichnungen „Schwindel 
Vaterlande den nötigen Schut. Die rote Flut steigt höher dieG mc* 55 13 * no arn e ne 
l e e sseeeee s3 ie enosfen unsicheren Wäãhlerkreise in Lübed beklannt wird. Bornochsen c.“ gefunden? Alles immer nur, wenn sie mit 
wahlen kommte es auf jede Stimme an Und dafür sorgt die bürgerliche Presse mit demselben Eifer, ihren eigenen Stimmen geschlagen wurden, immer nur, wenn 
Außer Einzelpersonen und Vorstandsmilgliedern von Be— mit dem der Lübecher V olksbote diese niederschla— ihre wahren Meinungen in unbewachsen Augenb icken nicht so kurz 
Amtenvereinen haben den Aufruf korporaliv unterzeichnet: gende Kundeverschweigt. vor dem 12. Januar zum Vorschein kam. Und so ist es auch 
Der Deutsche Eilenbahn· guafnhrer· Verband. Der Ber—⸗ Um nun auf den Kernpunkt der Sache zurüczukommen, so mit der Aeuherung des BSerrn Ledebour ge— 
band der Eilenbahn le en Mersföhrer und Mechamker aeht dex Gntrühnnasshrei der Seren Whecker Genossen wesen die iekt Schwindel sein soll 
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SsSulamith. n n falls eine Syäne oder ein Schalal sich Als er ihm aber Wort für Wort Omars Versicherung 
Ein Roman aus dem modernen Tunis. m m on olu⸗ F o legen sie da au er wiederholt: ie er d Freundespflicht ren bewabrt. wie 
afft, um zu den en, ja um nur irgend etwas zu fühlen. ihm das Weib des Freundes heilig war, auch wenn sie ihrem 
on Erich Friesen. Eulamith!“ ringt es sich wie ein Stöhnen aus Armins glãnzenden Palast entfloh, zu ihm, dem Gleichgläubigen — 
Echluß.) Machdrud verboten.) Kehle. „Meine arme Eula — mithl da rinnen heiße Tränen tiefster Reue das gefurchte Gesicht 
Greifen wir einige Wochen zurüud. —2 Tann schläft er ein — den Schlaf vollkommenster des alten Mannes herab 
Zu Tode erschöpft pilgerten Armin und Heing weiter und ericertuiannnn3 Und was nichts bisher vernochte — dieser Beweis der 
weiter nur noch Schatten ihres früheren Selbst. n Und auch Seing ist in Schlaf gesunken. 221 Freundestreue, die er so bitter verkannt, bringt es zuwege: 
Rachdem der ersle Jubel, die Freiheit wieder erlanst Dãmmern die beiden mutigen Kämpen hinüber in ein an⸗ Graf SEt. Claire erklärt mit einer Energie, die ihn schon 
zu haben vorbe in. bonnn ihnen das Furchtbare ihrer Lage deres besseres Leben?. .. Oder sonl ihnen im letzten Augenblick seit mehr denn zwanzig Jahren verlassen hatte, er werde 
um Bewlßlsein. die brennend ersehnte Rettung sommen? — suchen, seine Schuld zu bühen und sich bereits morgen seinem 
Sind sie der Höhle des blinden Alten, der Wut der wil— Wie im Halbtraum ist es ihnen plötzlich, als ob Pferde— irdischen Richter stellen. 
den Negerhorden nur entflohen, um hier, in den Einöden getrarpel an ihr Ohr dringt. — Armin aber verläßt noch an demselben Abend den „weißen 
pes Subans niedersinlen und ihr Leben auszuhauchen? Dann ein Gewirr von Menschenstimmen. —— Palast“. um Sulamith aus Dunis heimzuholen ins Vater— 
Zwei 22 sind sie bereits unterwegs, — ohne zu essen, Armin öffnet die müden Augen. haus, aus dem sie nichts mehr vertreiben loll. 
p un Und dabei dümmert bereits vor ihren ih S enher wie sich ein rauhes Soldatengesicht über Nachspiel 
ugen das gelbleuchtende Vigerfell der Wüste auf. ihn beugt. —— — — AUnd wieder senlt sich va 
So lange sie sich im Schutze der Bäume besinden, ist Dann nichts mehr. lüste von e i cX3 herab u din Menen 
es noch erträglich. Aber dann, in der brennenden Glut der Die Besinnung hat ihn verlassen. Nieder geht die afrikanische Sonne — gewaltig, blutrot, 
unermehlichen Sandebene, auf welche die Sonnenstrahlen fast J Eine lleine Expedition türlischer Soldaten war es, die des als trüge sie eine zweilte Sonne in ihrem Innern 
senkrecht herabsengen? Was dannd Wegs daher kam auf der Suche nach den beiden verschollenen dos einsane schifrohrim wahlene Ufer emlang bewegt sich 
Trotdem — ihnen bleibt kei ahl! Deutschen. 
rotzd h eine Wahl! h langsam, mit müden Schritten, eine dunkelgekleidete Frauen- 
et ist ihnen das Glüch noch einmal günstig. Viel— w Den unermüdlichen Bemühungen Sulamiths war es endlich gcnalt 
eicht sendet es ihnen eine Karawane des Weges, der sie sich doch gelungen, den deutschen Konsul in Tunis mobil zu machen, lamh dem Heimwege rhau 
anschließen lönnen. Oder sie finden eine dan, welche die so daß er handelnd eingriif · —— he d d e ti u n n * 
müden Wanderer labt! Einen Monat später kehren die beiden Freunde mit dem derbar helende santende Sulle So eht deschaffen für dies 
Mit frisch erwachendem Mut pilgern sie vorwärts — Schiff nach Goletta zurüd. slolze Frauenherz das seinen groben Schmerg hineintragen 
die ausgetretene Karawanenstraße enflang, um den Weg nicht Rasch haben die jugendkräftigen Körper sich wieder er— will in biefe Vergessenhen 
zu verlieren. ... holt. Nur die schmalen, bleichen Gesichter, die tiefliegenden Anler ciner Val * 
se ee —— id telene lunt sie sin ane und lansun den 
usdämmernde Seegestade. Sochragende Palmen, Kuppeln Armins einziger Gedanke ist: „Hin zu ihr! Zu Sulamith!“ Wie mn Thora urewiger Welrenm je M i 
und Minaretts. Rosig gefärbte Straßenzüge.... Wahrend Heinz Felsen mit dem nachsten Zuge nach Tunis * nonernuie Uingt es ihr ent⸗ 
Rascher klopfen die ermatteten Herzen der beiden Wanderer jährt, reitet Armin sofort nach dem „weißen Palast“. Und plotzlich entringt sich r Zchrei inendlicher Sehnsucht 
um bald wieder in am lso liefere Mutlosigkeit Er findet den alten Grafen als einen vollständig ge— ihrer Brust. 
zu versinken! mue— brochenen Greis. Sulamiths Flucht aus dem Vaterhaus hat ihm 55, Armin! Armin! Warum bist du mir gen ment 
Wen Luftspiegelung war es, eine Fata Morgana der das n a aubl. in n bist uir aennnnuurut 
MWuste it offenen Armen empfängt er Armin, von dessen tat Da — allmächtiger Gott! Ist es Tuschung? ine 
Ermattet sinken die Armen wieder in den Sand. Die kräftiger Energie er erhofft, sein Kind wieder zu erlangen. Vision? Ein Phantasiegebilde? ... unnt dine 
n tief über die Naden gezogen zum Schutz gegen In gedrängter Kürze macht Armin ihm von dem Resultat Ein Berberhengst sprengt daher. 
e mörderischen Sonnenstrahlen. mit müden Fingern die Re— seiner Capedilion Mitteiluna. Und darauf litzt ein Mann — er —— erlli
	        
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