Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

ane Berfügung erlassen, nach der die Ostern zur 
Entlassung kommenden Schüler durch ihre Klassen- 
jehrer in entsprechender Weise auf dite Gefahren der 
Fremdenlegion hingewiesen werden sollen. — Zur 
Nachahmung dringend empfohlen! 
Ein gemeinschaftliches thürengisches Oberverwaltungsgericht. 
Der weimarische Landtag genehmigte einstimmig den Staats— 
vertrag wegen der Errichtung eines gemeinschaftlichen 
sburingischen Oberverwaltungsgerichts. Hierbei wurde der 
Wunsch ausgesprochen, daß es gelingen möge, sämtliche 
thüringischen Staaten zum Beitritt zu diesem Staatsvertrag 
zu bewegen. 
Daͤe Prügelstrafe in den Fücsorgehäusern. Der Minister 
des Aeußern und der Kultusminister haben im 
Anschluß an die Vorgänge in Mieltschin die Strafbe— 
eimmungen für die königlichen und Provingzialerziehungs⸗ 
anstalten dahtn abgeändert, daß bei körperlicher Züchtigung 
nicht mehr schulpflichtiger Zöglinge höchstens 10 Hiebe mit 
einem 1 Zentimeter dicken Hasel- oder Rohrstock verab⸗ 
reicht werden dürfen. 
Der Berliner Professorenstreit. In der gestrigen Sitzung 
der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses er⸗ 
klärte der Minister zu dem Professorenstreit an der Ber⸗ 
liner Universität, daß er einen Wortbruch des Professors 
Bernhard nicht als vorliegend erachte. Im übrigen sei beider⸗ 
se gefehlt worden, und man müsse hoffen, daß doch mit 
er Zeit nach dem Bekanntwerden der neuen Tatsachen eine 
Beruhigung der Krise eintrete. 
Noch keine liberale Einigung in Mechlenburag. Auf der 
Sonntags-Tagung des liberalen Landeswahlvereins in Güstrow 
wurde in mehrstündiger lebhafter Verhandlung eine Eini— 
gung über das Zusammengehen der National— 
liberalen und der Volkspartei in Medlenburg bei 
den nächsten Wahlen nicht erzielt. Der Vorschlag des Vor— 
standes zwei Kreise den Nationalliberalen zu 
üäberlassen, scheiterte, da nur Schwerin bedingungs— 
weise bereit war, für den nationalliberalen Kandidaten einzu— 
treten. Weitere Verhandlungen ergaben aber die Möglichkeit 
daß auch Strelitz den Nationalliberalen abge— 
breten wird. Die Einigung wird demnach nochmals ver— 
uucht werden. 
Bassermann und der Freisinn. In einer Versammlung 
fortschrittlicher Parteifreunde stellte Herr Beigeordneter Klein— 
Saarbrücken fest, daß bis jetzt von der Aufstellung einer 
Sonderkandidatur im dortigen Wahlkreise keine 
Rede gewesen sei. Es müsse abgewartet werden, welches Pro—⸗ 
gramm der Abgeordnete Bassermann als nationalliberaler 
Reichstagskandidat entwickeln werde. Wenn die nationalliberale 
Partei der linken Richtung durch Aufstellung des Abge— 
ordneten Bassermann Rechnung getragen habe, so müßte 
man sich fragen, ob es tunlich sei, Bassermann entgegen— 
zutreten. Zweck der Organisation der Fortschrittlichen Volks— 
partei sei es, Kräfte zu sammeln, um bei der Wahl mit 
grohhen Massen der liberalen Partei gegen das 2 — 
Nachdruck verleihen zu können. 
Reichstagswahlvorbereitungen. Nach den Berechnungen 
eines Berliner Blattes sind bisher für die Reichstagswahl 
730 Kandidaten aufgestellt worden. Davon sind 162 
Nationalliberale, 160 Sozialdemokraten, 126 Fortschrittler, 97 
Deutschkonservative, 63 Klerikale, 62 Wirtschaftliche Vereinigung 
und Deutsche Reformpartei, 33 Reichsparteiler, 15 Volen, 
9 Welfen, 2 Elsässer und 1 Däne. In 48 Kreisen ist nog kein 
Kandidat, in 36 sind mehr als 8 Kandidaten aufgestellt wor⸗ 
den. — Die konservativenVertrauensmänner des Reichstag's⸗ 
wahlkreises Salzwedel-Gardelegen haben end— 
gültig den bisherigen Vertreter des Kreises, den Präsidenten 
des preußischen Abgeordnetenhauses v. Kröcher, wieder als 
Reichstagskandidaten aufgestellt. 
Mehr als hundert Wahlversammlungen sind Sonntag im 
Giehener Reichstagswahlkreis abgehalten worden. Alle Par— 
tein haben fieberhaft gearbeitet. Von dem einen liberalen 
Kandidaten, Pfarrer Korrell, wird mitgeteilt, daß er an 
diesem einen Tage in 19 Versammlungen kurze Ansprhichen ge— 
halten habe. Auch die UÜbrigen Kandidaten haben Bahn und 
Auto weidlich ausgenutzt, um in möglichst zahlreichen Wäh— 
lerversammlungen erscheinen zu können. Und dabei ist die 
entscheidende Hauptwahl erst am 10. März. Natürlich können 
an Wochentagen nicht ebenso zahlreiche Versammlungen ver— 
anstaltet werden; aber allzusehr wird die Zahl derselben 
aicht hinter der Rekordziffer vom Sonntag zurudbleiben, 
Das Ganze ist ein charakteristisches Bild von der umfang⸗ 
reichen und z24 ν Maslnorbereitung. die heutigen Tages 
Dicker Rauch quoll ihm entgegen. Mühsam bahnte er sich 
den Weg. Endlich hatte er die große Halle erreicht, in welche 
speben Undine, von Reimar gefolgt, ihm entgegenstürzte. 
„Lorl!“ rief sie angstvoll, „wo ist das Kind. Ebbo Klas? 
Ich bitte Sie!“ 
„Sicher in der Wiedingharde. Seien Sie ohne Sorge, Lorl 
lebt, hier aber bringe ich eine Todkranke, Undine, die ich 
JIhrem Mitleid und Ihrer Naächsicht empfehle.“ 
Undine schauerte unwillkürlich zusammen, als lie in Fri⸗ 
druns irre Augen sah. 
„Kommst du mit deinem Bräutigam?“ lächelte Fridrun, 
fich aus Ebbo Klas' Armen aufrichtend und auf Reimar zeigend. 
„Er ist schön und stattlich, und ich weiß, daß du ihm mehr 
sein wirst, als du ihm bis jetzt gewesen — sein Weib wirst 
du sein. Ich wollte es nicht leiden,“ fuhr sie geheimnisvoll 
fort, „und darum ließ ich die Feuer brennen.“ 
Entsetzt sahen sich Reimar und Undine an. 
(Schluß solgt.) 
Theater, Kunst und Wissenschaft. 
Gegen das Zufrätkommen in den Theatern will die Neu— 
Freie Volksbühne jetzt energisch vorgehen. Auf Grund zahl⸗ 
loser Beschwerden erklärt der Vorstand in einer Bekannt—- 
machung in der Vereinszeitschrift, daß den Zuspätkommenden 
nicht gestattet ist, ihre Plätze nach Beginn des Spieles vor 
dem ersten Fallen des Vorhanges aufzusuchen, und daß des— 
balb niemand verpflichtet ist, solche Störenfriede an sich 
vorbeipassieren zu lassen. Wenn in allen Theatern die 
gleichen Maximen streng durchgeführt würden, so wäre das im 
Interesse der wirklichen Theaterfreunde, die durch die Stören⸗ 
friede fortwährend belästigt werden. 
Der Streit zwischen Mascagni und Stadtverwaltung in 
Rom wegen Nichtaufführung seiner Oper „Isabeau“ wird die 
Herichte beschäftigen. Mascaani fordert Schadenersakß. 
uπαα 
von allen Varreten betrieben wird. Die Wähler jeibst aber 
verden durch solche intensive Wahlagitation verwöhnt; sie 
ZRerlangen auch später bei den Nachwahlen von allen Par— 
teien, die sich um ihre Stimmen bemühen, Wahlversammlungen 
und Kandidatenvorstellung. So wird die politische Auf— 
klärung bis in das entlegenste Dorf getragen, und die 
Wahlbeteiligung wie bei den letzten Hauptwahlen bis auf 
35 s gesteigert. 
Belgien. 
Ausftand im Schiffahrtsgewerbe? Eine Versammlung von 
Delegierten der Seemannsverbände beschloß, ein Ult im atum 
an die Reeder zu richten, in dem sie aufgefordert werden, 
bis zum 15. Aprileine Lohnerhöhung zu bewilligen, 
widrigenfalls ein Generalausstand aller Schiff— 
fahrtsgesellschaften Belgiens, Hollands, Deutschlands 
Frankreichs, Englands und Amerikas beschlofsen werden würde. 
Großbritannien. 
Die deutschfeindliche Einkreisungspolitik soll aufhören. 
Gegenüber den Befürchtungen der deutschen Presse wegen 
Delcassos Einfluß auf das neue französische Kabinett erklären 
die Regierungsblätter Daily News und Daily Chronicle, daß 
England für eine deutschfeindlich Einkreisungs— 
politit nicht mehr zu haben sei. 
Frankreich. 
Erholungs reise Briands. Briand wird zur Erholung an 
Bord der Jacht „Gilda“ seines Freundes Chatin eine mehr— 
wöchentliche Kreuzerfahrt im Mittelmeer antreten. 
W. Aufstand in Marokko. Paris, 7. März. Aus Fez 
wird unterm 3. März gemeldet: Der Stamm der 
Cherarda ersffnete gegen die vom Kalifen Glaui be— 
ehligte Mahalla, die in der Nähe von Hadiaua lagert, 
Feindfeligkeiten. Alle Stämme nördlich Fez sind auf— 
gebracht gegen den Machsen, namentlich gegen Glaui, der 
sie bedrücke. Die Stämme werfen dem Sultan fremdenfreund 
iche Tendenzen vor. Eine von französischen Inspektoren be— 
sehligte Mahalla verließ in ausgezeichneter Ordnung die 
Stadt und bezog gestern bei Hammound ein Lager. 
W. London, 7. März. Dem Reuterschen Bureau wird aus 
Tanger von gut unterrichteter Seite bestätigt, daß die 
Stämme in der Umgegend von Fez im Aufruhr begriffen 
sind und niemanden gestatten, die Hauptstadt zu verlassen 
oder sie von auswärts zu betreten. Der Sultan hat 
Mahallas gegen sie ausgesandt, doch sind Berichte einge— 
gangen, nach welchen zwei von diesen schwere Mißerfolge 
gehabt haben. Viele Mannschaften seien getötet oder ver⸗ 
wundet worden, ebenso hätten die Mahallas Artillerie ver⸗ 
sore 
Portugal. 
Ein staatsgefährlicher Hirtenbrief. Wie ein republikanisches 
Blatt aus Oporto meldet, sind Truppen aufgeboten, 
um die von dem dortigen Bischof angeordnete Verlesung dee 
Hirtenbriefes durch die Pfarrer zu verhindern. An verschie— 
denen Orten kam es zu Kundgebungen. Mehrere Pfarrer 
wurden verhaftet und zahlreiche Eremplare des Hirten— 
briefes beschlagnahmt. 
Nußland. 
Die Reorganisation der Armee. In der Reichsdumd 
tonstatierte der Berichterstatter Alexeienlo beim Etat de— 
Kriegsministeriums, daß das Ministerium bei den 
Kreditforderungen vom vorgezeichneten Programm abgewichen 
sei und die Kredite nicht bestimmungsgemäß verwendete. Das 
erkläre sich wohl durch diee norme Arbeit der Reorga— 
nisierung der Armee; immerhin sei das Vorgehen der 
Verwaoltung inkorrekt 
* 
Tagesbericht. 
Lübeck, 7. März. 
Aus dem Sommer⸗Fahrplan. 
Die königliche Eisenbahndirektion Altona teilt über 
den Fahrplan vom 1. Mai 19811 fsolgendes mit: 
Die Verbindungen zwischen Altona-Hamburg und 
Berlin werden vom 1. Main d. J. an durch 3wei 
zesonders schnellfahrende D-Züge mit 1,. und 
2. Wagenklasse, die ohne Halt zwischen Hamburg und Berlin 
befördert werden sollen, verbessert werden. Die Züge woerden 
ahren: 
D 19 Altona ab 550 nachm. D 20 BerlinL. B. ab 840 nachm. 
Hamburg Hpib., 6,10 abends Hamburg an 1200 nachts 
Berlin 4 B. an 9,328, Altona 1218, 
Der Zug D 19 nimmt in Altona-Hamburg Anschlüsse au) 
von Personenzügen aus Cuxhaven, Tondern und Kiel sowie 
von dem Eilzug 59 von Lübeck. In Berlin erreich 
er alle Züge nach Schlesien und dem Osten 
Deutschlands, an die jetzt der 124 Stunden vorher 
abfahrende Schnellzug D 7 Anschiuß gewährt. Ter Zug 
D 20 schließt in Berlin an die Züge D 2 von Königs— 
öerg und D 56 von Posen. Beide Züge — D 19 
und D 20 — sollen mit Speisewagen ausgerüstet werden. 
Der Zug D e7, Samburg ab 4,39 nachm., wird vom 
l. Juli bis 15. Sept. getrennt von dem Kiel-Lübeder 
Zugteil nach Berlin durchgeführt werden und in Berlin 8.27 
abends eintreffen. 
Zur Verbesserung der Personenzugverbindungen zwischen 
Berlin und Samburg-Altona wird der Zug 208 
Berlin ab 11,40 vorm. der jetzt inWittenberge endigt, versuchs 
weise im Juli und August bis Altona durchgeführt werden, 
wo er 7,03 abends eintreffen wird zum Anschluß an der 
Zug 576 nach Kiel und Flenusburg, Altona ab 7,30 abends 
Der Nachtpersonenzug Nr. 205 nach Berlin, ab Altona 
1I1,10 abends und Nr. 206 ab Berlin 12,00 nachts, an Ham— 
burg 5,38 morgens, sollen die vierte Wagenklasse erhalten. 
Die Nachtverbindungen zwischen Hamburg und Leip— 
zha werden von den Berliner Personenzügen 2058 und 206 
osgelöst und durch besondere Schnellzüge 1.53. Klasse über 
Uelzen vermittelt werden: 
D 181 Altona ab 11,35abends DIs? Leipzig ab 10.05 abends 
— „12,600 . Sten dal an 1, 1688, 
agdeburg an 350 morg. Hamburg „B526 morg. 
Leivzia . 5.500 Altona 5,561228, 
»im Plane des jetzigen Zuges D 152 
Die bisher über Wittenberge in den Zügen 205 und 206 be— 
förderten Schlaf- und Kurswagen zwischen Hamburg und 
Leipzig gehen auf die Züge D 181 und D 182 über. Der Zug 
)181 wird in Leipzig voraussichtlich Anschluß nach Dresden 
ijnden mit Ankunft gegen 724 Uhr früh. Der Zug D 182 fährt 
von Stendal bis Hamburg langsam ohne Halt auf den kleinen 
Stationen, damit er nicht zu noch früherer Morgenstunde in 
Samburg eintrifft. Eine spätere Abfahrt des Zuges von 
Leipzig ist nicht gngängig, weil der Zug D 152 wichtige Au 
sichlüsse von Sachsen nach Mitteldeutschland vermittelt, die be 
ipäterer Ablassung des Zuges nicht aufrecht zu erhalten 
wären. 
Die Verbindungen zwischen Altona-Hamburg und 
Süddeutschland werden voraussichtlich durch zwei be— 
ionders schnellfahrende, nur auf wenigen Stationen hal— 
tende Schnellzüge verbessert werden. — Die neuen Züge wer— 
den die 1. und 2. Wagenklasse führen und mit Schlaf— 
wagen versehen werden. Sie werden fahren 
Altona ab 8,41 abds Mannheim ab 9,58 abds 
Hamburg an 8,55, 905, Frankf. a / M.an 11,10, 11.14. 
Lehrte 111007 11,20, Dffenbach „11,38, 11.39 
dannover *0Elm 1258, 104 ma⸗ 
Höttingen as. Bebra 226 234, 
Jebra 1 — Göttingen 365, 400 
ẽAIm Hannover 5.442 552 
Affenhach dehrte J 608 612 
Frankft.a / M. Hamburg, 702, 858 
Mannheim 02 „Altona 3Bal 
In Mannheinschließen die Züge an nach Karlsruhe—Basel., 
Stuttgart—Friedrichshafen und Straßburg. Ob 
die Züge in Elm Anschluß nach und von München erhalten 
werden, steht noch nicht fest. 
Eine weitere Verbesserung der Verbindungen von Sühd— 
deutschland nach Hamburg-Altona ist in Aussicht ge— 
nommen worden durch Herstellung eines Anschlusses in Frank— 
furt am Main von dem Zuge D II, der von Basel um 7,53 
morgens abfahren und in Frankfurt a. M. 12,39 mittags ein 
treffen soll, an den Zug D 73, der von Frankfurt a. M. 7 Min 
später, also 12,47 mittags, abgelassen werden wird. Es wird 
hierdurch eine neue Verbindung von der Schweizund 
Ober-Italien hergestellt werden mit Abfahrt von 
Mailand etwa 8,45 abends und von Luzern etwa 5,Of 
morgens. ————— 
Die Verbindungen von London nach Hamburg wer— 
den wahrscheinlich dadurch erheblich verbessert werden, daß die 
jetzt durch den Zug D9s3, Hamburg an 5,04 nachmittags, her— 
gestellte Verbindung vom 1. Mai an durch den Zug D 97, der 
in Hamburg 2,47 nachmittags (19 Minuten später als jetzt) 
eintreffen soll, vermittelt werden wird. Der Zug D 97 wird 
in Münster über Vlissingen und in OSnabrüchüber 
Hootvan Holland Anschlüsse von London aufnehmen. Zu 
odiesem Zweckee soll der jetzt an Zug D 83 in Haltern anschließende 
Zug von Vlissingen früher gelegt, beschleunigt und bis Münster 
durchgeführt werden, und auf der Strecke Hook van Holland— 
Dsnabrück wird ein neuer Schnellzug eingelegt werden. Ueber 
beide Linienist die Beförderung von Kurswagen 
rach Hamburg-Altonain Aussichtgenommen. Der 
mit dem Zuge D 987 von Hook van Holland eintreffende Kurs— 
wagen soll mit dem Zuge D 84, Hamburg ab 2,44 nachmittags, 
nach Amsterdam über Osnabrücc—Rheine zurücklaufen und 
in Amsterdam etwa 10,00 abends eintreffen. Die Durchfüh— 
rung dieser Maßnahmen ist noch nicht ganz gesichert, weil sie 
Fahrplanänderungen im westlichen Deutschland erinrderlich macht 
deren Durchführbarkeit noch nicht fe'lsteht. 
SBank für Handel und Gewerbe, e. G. m. b. H. In der 
gestrigen Generalversammlung, die von dem Vorsitzenden des 
Aufsichtsrates Herrn F. C. Sauermann geleitet wurde und 
von etwa 60 Mitgliedern besucht war, wurde die Bilanz 
einstimmig genehmigt und der Verwaltung Entlastung er 
teilt. Die sofort zahlbare Dividende wurde wie in den beiden 
Vorjahren entsprechend den Anträgen von Vorstand und Auf— 
sichtsrat wieder auf 606 festgesetzt, den Rücklagen einschließ 
lich der Eintrittsgelder 24000 Meüberwiesen und an Inventar 
und Stahlkammer 4400 Mabgeschrieben. Für Gratifikationen 
und gemeinnützige Zweche wurden 1000 Mubestimmt und au 
neue Rechnung 2660 Muvorgetragen. — Zu dem Gewinnver 
teilungs⸗Vorschlag bemerkte Herr Direktor Renner, daß es 
sehr wohl möglich gewesen wäre, eine höhere Dividende als 
6 9e zu verteilen, denn der erzielte Reingewinn beträgt 1204 
des dividendenberechtigten Guthabens. Die Verwaltung hat 
eböch von einem höheren VorschtagF Abstand genommen, um 
ntsprechend der Ausdehnung des Geschäftsbetriebes die Re— 
serven weiter zu stärken. Nach der diesjährigen Zuweisung 
betragen die Reserven 170 000 Meoder 26 o0 der Geschäftsgut— 
haben. Von den ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedern wur— 
den die Herren L. W. C. Frand, Rechtsanwalt Jacobsohn, 
J. E. Peters und Paul Rosin wieder und Herr Emil Seide! 
i. Fa. Emil Seidel & Co. neu gewählt. 
Deutsche Gesellchaft für Kaufmanns-Erholungsheime 
Von dem Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns 
Erholungsheime wird ein Aufruf zur Konstituierung einer solchen 
Gesellschaft erlassen. Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns— 
krholungsheime bezweckt, durch die Errichtung und den Betrieb 
»on Erholungsheimen in den verschiedensten Gegenden des deut— 
chen Reiches männlichen und weiblichen kaufmännischen Ange— 
stellten und minderbemittelten selbständigen Kaufleuten, ohne 
Rücksicht auf das religiöse Bekenntnis und auf die Zugehörig— 
keit zu einer politischen Partei, für geringes, den Verbrauch zu 
Zause nicht nennenswert übersteigendes Entgelt, den Aufent 
halt in einem Erholungsheim zu ermöglichen. Sie beabsich— 
igt zunächst 20 Heime, teils an der See Mord⸗ und Ostsee), 
eils im Mittelgebirge (Harz, Thüringer Wald, Riesengebirge, 
ächlisches Erzgebirge, Odenwald, Taunus, Vogesen, Schwarz⸗ 
vald usw.), teils im Hochgebirge (Oberbayern) und an son—⸗ 
tigen klimatisch und landschaftlich bevorzugten Orten zu er— 
ichten. Der Aufruf ist von Josephh Baum, Wiesbaden, als 
Vorsitzender, und zahlreichen führenden Männern der Handels⸗ 
velt, unterzeichnet. Aus Lübeck ist der Aufruf von Herrn Kon— 
rul Dimpker, Stellvertreter des Präses der Handelskammer, 
anterzeichnet. Dieser wird auch Beiträge für obiden Awmeck ent⸗ 
gegennehmen. 
LEübecker Lehrerverein.· DTen Zeitungen geht solgendes 
Stimmungsbild aus Lehrerkreisen zu: In seiner letzten, sehr 
zahlreich besuchten Versammlung beischäftigte sich der Lehrer— 
berein mit der Gehaltsfrage. Von allen Seiten wurde der 
Inzufriedenheit mit der Neuregelung Ausdruck gegeben. Ti 
Hründe, die gegen die Wünsche der Lehrerschaft geltend ge 
nacht worden sind, haben eine allgemeine Erregung hervor. 
jerufen; als ganz besonders kränkend muß der Grund empfunm— 
den werden, daß die Lehrer deshalb schlechter gestellt sind al— 
andere Beamte, weil, sie eine an Zahl große Beamtengruppe 
»ilden. Nur demjenigen, der allein die nackten Zahlen auf 
ich wirken läßt, kann die Aufbesserung der Lehrergehälter 
als ein Fortschritt erscheinen. Wer dagegen die hiltorische 
Entwidlung der Stellung der Lehrer in der Lübecder Beamten⸗ 
chaft verfolgt, wird in der neuesten Regelung einen Rücdschritt 
ür die Lehrer erkennen. — Hinsichtlich der innerhalb einiger 
Monate zu erwartenden Vorlage, die Begrenzung der Hilfss⸗ 
iehrerzeit betr, muß abgewartet werden, daß, nachdem Lübed in der 
Bemessung der Steigezeit Preußen gefolgt ist, nunmehr auch 
die feste Anstellung genau nach dem preußischen Vorbilde 
geregelt mirs
	        
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