Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

niedrig eingeschäßzt, als seine Nervenstärke; gerade zu blöde 
Geschichten erschienen gut genug sür den Versuch, Sasonow ins 
Bodshorn zu jagen. Die Antwort des neuen Herrn an der 
Sängerbrücke ist entsprechend unhöflich ausgefallen; mit einer 
Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt, hat Sasonow 
Anter genauer Adressenaungabe dem Temps und der Nowoje 
Wremja erklärt, daß ihre „Treibereien“ „völlig erfolglos“ 
bleiben werden. Die deutschfeindlichen Hetzer müssen sich also 
mit der Tatsache abfinden, daß in Potsdam nicht bloß für 
einzelne Fragen, sondern für die gesamte äußere Politik Ruß— 
lands und Deutschlands der Entschluß bekräftigt worden ist, 
„daß sich beide Regierungen in keinerlei Kombination einlassen, 
die eine agressive Spitze gegen den anderen Teil haben 
könnte.“ 
Vielleicht richtet sich das internationale Pressetreiben jetzt 
von neuem gegen den Grafen Aehrenthal, der ab— 
wechselnd als Puppe Berlins und als Berliner böser Geist 
gemalt wird. Graf Aehrenthal wird trotz solcher Angriffe 
auch künftig dem Ministerium Bienerth angehören, das 
freilich noch nicht neu gebildet werden konnte, weil die 
Tschechen in Verbindung mit den böhmischen Ausgleichsverhand- 
lungen kaum erfüllbare Forderungen stellen. Der persönliche 
Einfluß Kaiser Franz Josefs auf die Politik spiegelte 
sjich in der Sorge um die glücklicherweise nicht ernsthaft ange⸗ 
griffene Gesundheit des Hochbetagten wieder. 
Das klassische Land der Asylfreiheit, Großbritannien, 
hat in den Mauern Londons eine „Anarchistenschlacht“ einzig⸗ 
artigen Charakters erlebt. Das Massenaufgebot von Militär 
gegen vereinzelte Verbrecher und das Bombardement des von 
hnen bewohnten Hauses zeigen die sonst hoch gerühmte 
Londoner Polizei in einem Lichte, dessen Effekte auf einer 
Dperettenbühne angenehmer berührten, als in der Wirdlichkeif 
des modernen Lebens. 
Inland und Ausland. 
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Deuisches Rolch. 
Doer deutsch⸗ruffische Vertrag und die Triple⸗Entente. Der 
dondoner Berichterstatter des Echo de Varis telegraphiert: Der 
peröffentlichte Wortlaut des deutscherusstschen Abkommenentwurfs 
rechtfertigt den pessimistischen Sindruck, den der Vertrag im Hin⸗ 
blick auf die englisch-russtschen Beziehungen hervorgerufen hat. 
Man meint zwar, daß das französisch-russische Bündnis unver⸗ 
sehrt ist, und hofft, daß die Triple-Entente fortbestehen werde; 
doch ist unleugbar, daß Ssasonow durch seine Verständigung mit 
Berlin dien Geist des englisch-russischen Pakts vom 31. Aug. 
1807 vertannt hat, mit dem insolge der Verständigung über die 
asiatischen Interessen die eutopäische Solidarität der beiden Ver— 
tragsmächte hergestellt wurde. Es werde nunmehr die Aufgabe 
der englischen und der franzssischen Diplomatie sein, die Triple— 
Entente in Europa in diesem Sinne kräftig zu erhalten. Dem⸗ 
gegenüber antwortete Ssasonow dem Vertreter der Nowoie 
Wremja auf die Frage wegen des augeblichen Dokuments über 
den Inhalt der Potsdamer Unterredungen, das von 
einem englischen Blatt veröffentlicht sei, folgendes: Es sei in 
der Tiplomatie nicht üblich, Mitteilungen über schwebende Ver— 
handlungen zu veröffentlichen. Außerdem erscheine es ihm über⸗ 
füstig, fick bei der gegenwärtigen Gelegenheit über die Potsdamer 
Unterredungen zu außern, da er nur wiederholen könnte, was er 
der Nowoje Wremja im Oktober gesagt habe. Wenn die unter⸗ 
handelnden Mächte ein Uebereinkommen erzielten, würde dies 
lein Geheimnis bleiben, sondern in vollem Umfang veröffent⸗ 
licht werden. — Die Nowoje Wremia spricht die Hoffnung 
mus, dah die einfsachen Worte Ssasonows der künstlich herbei— 
geführten Unklarheit über die russisch- deutschen Beziehungen und 
die Triple-Entente ein Ende machen würden. — Der Peters⸗ 
burger Sonderberichterstatter des Matin bemüht 
nch auf Grund seines Studiums der offentlichen Stimmung in 
Rußiand, den Gewinn oder Verlust an Sympathie für Deutsch- 
iand und Frankreich festzustellen. Er gesteht zu, daß die An⸗ 
hänger einer deutschfreundlichen Politik Rußlands seit der bos— 
nischen Angelegenheit wieder stark on Boden gewonnen haben. 
Sie hätten es geschickt verstanden, die politische Agitation in 
England und den Eisenbahnerstreik in Frankreich auszunutzen, 
indem sie diesen Ereignissen die deutsche Dißziplin und Autorität 
gegenüberltellten. Sie hätten zudem Deutschlands korrektes Ver⸗ 
halten scharf betont im Gegensatz zu den taktlosen Einmischungen 
sranzösischer und englischer Parlamentarier in Rußlands inner⸗ 
politische Verhältnisse. Aber die Bedeutung der Potsdamer 
Begegnung für die europäischen Beziehungen dürfe man micht 
überschätzen. Rußland habe seine Freundschaften und Sympa— 
thien nicht geändert. Der beste Beweis dafür sei, daß der 
Zar dieser Tage zu seiner Umgebung gesagt habe: Das drei⸗ 
fache Einderständnis ist fester als der Dreibund. Der Londoner 
Korrespondent des Echo de Varis schreibt, in England sei 
man über Rußlands Haltung sehr verstimmt und betrachte sie 
als eine Verletzung des russisch-englischen Abkommens über Per—⸗ 
sien. Rußland habe Deutschland gewährt, was es Frankreich 
ungd Fnoland bisher verweigert habe. 
Frankreich. 
W. Aus Anlah des Eisenbahnunfalles in Rambouillet er⸗ 
suchte der konservative Deputierte Angerand, der eine 
Interpellation über die Zustände der Staatsbahnen 
angekündigt hatte, den Obmann des Budgetausschusses, dies 
Beratung des Staatsbahnbudgets sofsort bei Zu— 
sammentritt der Kammer auf die Tagesordnung zu setzen, da die 
ununterbrochene Reihe von Katasltrophen seit 
mehr als sechs Wochen eine blutige Spur hinterlasse, 
hie die Kammer mit Besorgnis erfüllen müdßten. (Tel.) 
W. Die Agence Havas veröffentlichte über den angcb⸗ 
ichen Landerwerb des Fürsten von Monaco im Hinter⸗ 
lande Mozambiques kein Wort. Die Berichte auswärtiger 
Blätter über eine derartige Verdffentlichung sind frei er— 
Runden. Tel 
Echweden. 
Die schwedischen Unterhändlet für den Abschluß des meuen 
hdandelsdertrages mit Deutschland, Landes— 
hauptmann v. Hammarfsfkiöld, Dr. jur. Cavalli, Landeshaupt⸗ 
mann v. Hammarström, Chef der Handelsabteilung im Aus— 
waärtigen Amt Hultgreen, Direktor Liungberg und Direktor Ven⸗ 
nersten treffen heute abend in Berlin ein. Die Verhandlungen 
werden Montaq wieder beginnen. 
Nußland. J 
W. Der Kaifer empfing am gestrigen russischen Weih— 
nachtsfest mehrere Hochschullehrer und bemerkte, er wisse, daß 
die Tsötigkeit der Hochschullehrer schwer sei. „Dienen Sie,“ sagte 
der Koher, „wirklich und maunhaft der Wissenschaft, dem Vater⸗ 
lande und mir und unterstüthen Sie diejenigen, welche auf den 
Unloersitäten lernen wollen. Ich bin überzeuat, daß die Zahl 
dieser Lernenden wachsen wird“ «Toe 
Neueste Nachrichten und Celegramme. 
We Bechin. 7. Jan. Die Nordd. Allg. Zig. schreibt in 
jren heutigen Rückblicken: Bald nach dem Wiederbeginn der 
zitzungen wird der Reichstagag die Beratung über das 
zuwachssteuergesetz zu Ende führen. Wie wir hören, 
esteht die Wsicht, mit der zweiten Lesung des Entwurfs 
Awa am 16. Jan. zu beginnen. Dadurch wird eine unent⸗ 
xhrliche Grundlage fur die weitere Beratung des Etats ge— 
chaffen; denn der Ertrag der Zuwachssteuer bildet den ent⸗ 
cheidenden Bestandteil der Einnahmen, welche erforderlich sind, 
im bei Hinzutritt der Heeresverstärkung und der verbesserten 
Veteranenversorgung ein Gleichgewicht des Etats zu erzielen. 
An dem wichtigsten Grundsatz ihres Finanzprogramms, keine 
ieue Ausgabe ohne gleichzeitige Declung einzustellen, werden 
»ie Verbündeten Regierungen unbedingt festhalten. Die Par— 
eien des Reichstags haben sich nicht minder entschlossen ge— 
eigt, ihn wie für 1910 auch für den nächstjiährigen und 
ie solgenden Etats mit Strenge durchzuführen. Nachdem 
as Zuwachssteuergesetz jezt in dreimaliger Lesung der Kom— 
nission eine über das gewöhnliche Maß hinausgehende Durch- 
rbeitung ersahren hat und alle Einwendungen zu wieder— 
oltenmalen durchgesprochen sind, darf vorausgesetzt werden, 
aß der Reichstag den von ihm selbst unter Zustimmung 
veitester Volkskreise angeregten Gedanken nunmehr den Cha— 
akter einer endgültigen Entschliefsung geben wird. Die Trag⸗ 
veite dieser Entschließung ist so groß, daß durch den Wider—⸗ 
tand vereinzelter Gruppen die örtlichen Interessen nicht mehr 
eeint rächtigt werden können. 
Wt. Berltin, 7. Jan. Der Stadtverordnetenversammlung 
st ein Kausdertrag über den Erwerb der Wuhlheide zu—⸗ 
gegangen. Danach erwirbt Berlin für 1054. Millionen 2108 
VPorgen zwischen Rummelsburg und Köpenick. Hiervon sind 
00 Morgen für einen Vollspark vorgesehen. 
W. Berlin, Tĩͤ. Jan. Die rumänische Regkerung 
zat der Firna Siemens &Salske die Ausführung eines 
euen Telephonamtes in Bukarest für vierzehntausend 
teilnehmer lerster Ausbau sechstausend) nach scharfer Kon— 
urrenz gegen e uropäische und amerikanische Firmen übertragen. 
das alte zu ersetzende Amt war amerikanischen Systems. 
Wt. Darmstadt, 7. Jan. Die Bevöslkerung des 
ßroßherzogtums Hessen zählt nah der vorläufigen 
zusammenstellung der grofherzoglichen Zeniralstelle für die 
dandesstatistit 1282 109 Personen gegen 1209175 Versonen 
m Jahre 1905. 
W. Mümchen, T—7. Jan. Der Großherzog und die 
ßroßbherzogin von Medtlenburg-Schwerin lind 
um Besuche des Prinzregenten heute vormittag hier 
eingetroffen. Die Großmeisterin des Theresienordens, Prin— 
essin Ludwig, verlieh der Großherzogin von Mecklenburg— 
zchwerin den Theresienorden, der Großherzog den Vrinzen 
Ludwig, Rupprecht und Leopold das Großkreuz mit der Kette 
es Ordens der wendischen Krone und dem Ministerpräsidenten 
». Podewils das Großkreuz des gleichen Ordens, außerdem 
vurde an die gegenseitigen Hofstaaten eine Reihe von Aus⸗ 
eichnungen verliehen. Der Greßherzog und die Großherzogin 
tatteten nach ihrer Ankunft dem Prinzregenten und sämtlichen 
Jrinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses Vesuche ab. 
Wt. Stuttgart, J. Jan. Dem „Staatsanzeiger zufolge 
st der König seit einigen Tagen infolge eines Hexenschusses 
in das Zimmer gefesselt. Er kann daher an der morgigen 
Eröffnungsfeier des neuen königlichen Konservatoriums für 
Musik nicht teilnehmen. 
We Melilla, 7. Jan. König Alfons ist hier ein— 
etroffen. 
Wt. Assuan, 7. Jan. Die Kronprinzessin üft nach 
ruksor abgereist. 
W. Uemia, 7. Jan. Wie aus Choi gemeldet wird, 
eschosen Fidais aus dem Hinterhalt einen vorüberreilenden 
ürkischen Konsul. Die Schuldigen wurden auf Er— 
uchen des Konsuls verhaftet. In der Bevölkerung, die über 
ie Verhaftung erregt ist, macht sich eine Agitationsbewegung 
zegen die Türken bemerlbar. 
W. Reu⸗Vuchara, T7. Jan. Der neue Emir von 
Zuchara, Alim Chan, wurde am alten Emirpalast vor der 
Ztadt von den Spitzen der Behörden begrüht. Er hielt an 
er Spitze der Truppen unter dem Jubel der Bevöllkerung 
einen feierlichen Einzug in die Residens und in den Valast. 
vo die Krönunag vollzogen wurde. 
W. Berlin, 7. Jan. Als bei der heutigen Verhandlung 
m Moabiter Krawallprozesb sder Verteidiger Recht s 
inwalt Rosenfeld bemerkte, die Polizeibeamten hätten, 
rit Bürgorblut befledt, den Kampsplatz in Moabit ver⸗ 
assen; dieser Blutfleck könne auch durch Orden nicht ver⸗ 
edt werden, verfügte der Gerichtshof die höch ste zulässige 
Drdnungsstrafe von 100 Mugegen ihn. 
W. Ssu gart, 7. Tan. Der Kunstmaler Hermann 
Bleuer ist heute gestorben. 
Wt. Diedeuhosen. T. Jan. In der Steuerkalse 1 
vurde ein Einbruch verüubt und 20 000 Mägeraubt. Von den 
kätern fehlt jede Spur. 
Paris, 7. Jan. Die Alademie der Wissenschafien hat 
ieset Tage den sogenannien Preis Durgate an Dr. Icard 
n Marseille verliehen für ein Buch mit dem Titek: Ueber 
ie Feststellung des Todes in den Spitälern. Icard berichtet 
n diesem Werk geradesu grauenhafte Dinge aus bürgerlichen 
ind militärischen Krankenhäusern Frankreichs. Er stellt, ge⸗ 
tützt auf unwiderlegbares Material, fest, daß ein großer Zeil 
er Kranken lebendig begraben oder in lebendi⸗ 
em Zustande auf den Seziertisch aebracht wird. 
dicht weniger als 40 zu seiner Kenntnis gekommene Fälle 
ieser Art sind in einem großen Krankenhaus in Marseille, 
ndem er angestellt ist, vorgekommen. In diesen 40 Fällen 
st der Irrtum erkannt worden. Wie viel Leute aber lebendig 
egraben oder dem Seziermesser überantwortet werden, ohne 
ah es gemerkt ist, entzieht sich nach Dr. Icard jeder Schätzung. 
ẽ?s komme dies daher, daß der Tod in den Spitälern Aber⸗ 
jaupt niemals durch Fachleute, Doktoren oder medizinische 
Assiftenten festgestellt werde. Man begnuge sich immer mit der 
nundlichen Aussage der Krankenwärter oder Laienschwestern. 
der Arzt unterzeichne den Totenzettel, ohne den angeblichen 
Toten auch nur gesehen zu haben. Einmal sei es vorgekom— 
nen, daß ein Scheintoter unter dem Messer des Arztes erwaschie. 
Derartige Beispiele werden von Icard noch mehr angeführt. 
tzesonders viele Opfer habe der Scheintod während der Cholera- 
Fpidemie in Marseille gefordert. 
Wt. Brest, 7. Jan. Während der Uebungen am Ort 
st vom Linienschißff „Danton“ die Anterkette ge⸗— 
ijssen. Das Schiff ist im Penfeldkanal mit dem Vorderteil fest— 
jefahren. Man hofft, es bei Eintritt der Flut wieder flott 
u machen 
Wit. Huelva, 7T. Jan. In der Mine der Rio 
Besellschaft wurden durch Nachgeben des Erdreichs mehr 
Arbeiter verschüüttet. Fünf Tote und sünf Verwund 
ind geborgen. 
Wt. Ultavilla, Irpina bei Benevent, 7. Jan. » 
nittags brach in der Schwefelmine bei dem Oertchen Tufo 
Brand aus. 7 Arbeiter sind den giftigen Dämpfen erleg 
We sKonbon, 7. Jan. Lloyds meldet aus Grimsby: 
Janze Maunschaft des deutschen Dampfers „Hav 
on Santander, der nach einem Zusammenstoh mit einem W 
jartleppooler Dampfer gesunken ist, wurde in Grimsby geland. 
W. Wiernni, 7. Jan. Infolge des Erdbebens sw 
00 Familien obdachlos, die sich tagsüber in den Schulen un 
tasernen aushalten und die Nächte aus Furcht vor einem neu— 
krdbeben bei 10 Grad Kälte unter freiem Himmel zubringe 
zn der Umgebung sind tiese Edrisse und Bodenhebu. 
en und Senkungen. Unterhalb eines Gletschers wurd— 
iesige dunkle Felsstücke auf die Schneefelder geschleudert. 
yn den Felsenschluchten im Osten und Westen sind vie— 
Renschen und viel Vieh unter den Trümmern 
zergstütze verschüttet worden. Meldungen aus Tokmo 
bischvek und der Buemschlucht vom Nordwestuser des Ifsjykku 
ees lassen vermuten, daß der Mittelpunlt des Erdbeben 
m Oftteil des Issykkulsees oder südlicher liegt. Die Telegr 
henlinie zum Nordufer ist zerstört, ebenso die Straße na 
Prshewalsk infolge der starken Veränderung der Erdoberfläe 
Es wurden Sachverständige entsandt. 
Wt. MNwnorl, 7. Jan. Die Carnegie Trust Co— 
»any mit einem Kapital von 154 Millionen und Deposit 
»on 10 Millionen Dollars wurde auf Befehl des staatliche 
Bankenkommissars geschlossen. Die Bank war in ernst 
Verlegenheit seit der Zeit der Panik von 1907 und erhnl 
ich seitdem niemals völlig. 
Newyork, T. Jan. Nach einem Telegramm aus Rio 
Janeiro starben dort ganz plötzlich a8s Meuterer, 
Hefängnisstrafen mit Zwangsarbeit zu verbüßen hatten. 
Todesfälle sollen durch Sonnenstich verursacht sein, den 
die Leute bei Festungsarbeiten auf der Insel Cobras zugezos 
hatten, 19 sollen in den Gefängniszellen durch Ersticken um. 
kommen sein. 
Duluth (Minnesota, 7. Jan. Kürglich hatten zwei P 
onen in einem hiesigen Hotel den Portier niedergeschas 
und die Kassen ausgeraubt. Es ist festgestellt worden, do 
die beiden Räuber noch im Knabenalter stehen. 
WMt. Buenos Aires, 7. Jan. 13 Verbrecher, uni 
hnen zwei wegen Angriffs auf die früheren Präfidenten Quin 
tana und Fiquero Alcorta verurteilte Anarchisten sind gester 
rus dem Gefängnis entwichen. Sie hatten sich unter de 
Mauern einen unterirdischen Gang gegraben. Mehrere Man 
hon der Wache wurden unter dem Verdacht der Mitwisfersiche 
Herhaftet. 
heer und glotte. 
W. Berlin, 7. Jan. R.sP.D. „Lützow“ mit dem Tran— 
port der vom Kreuzergeschwader abgelösten Offiziere und Mam 
chaften ist auf der Heimreise am 6. Jan. in Antwerpe 
eingetroffen und setzt am 7. Jan. die Reise nach Hambur 
ort. „von der Tann“ ist am 5. Jan. in Danzig-Neufah 
passer, die 6. Flottille in Kiel eingetroffen. Die 6. Halxb 
lottille ist am 6. Jan. von Kiet nach Warn—— 
rangen. 
Briefkasten der Redaktion. 
Gasfreuud, Moislinger Alier. Wor hundert Jahren vn 
n London noch kein Gas gebrannt. 
D. M., Schulstraße. London hat 2200 Mill., Paris 2 
Mill., Berlin nur 245 Mill. MuSchulden. 
X. Y., Eutin. In Leipzig gibt es 1050 Einwohner. 
Jahreseinkommen über 30 000 Meäversteuern. 
J. B. Schwartann. Die Veantwortung der Frage, 
Ihre Kündigung rechtzeitig erfolgt ist oder nicht, richtet 
danach. ob die Miete monatlich oder dierteljahrlich 
sahlt wird. Im ersteren Falle ist sie rechtseitia. 
etzteten ist sie nicht rechtzeitig erfolat. 
dermischtes. 
Der Fund in der Autodroschle. Der Charlottenburs 
Fhauffcur Kugelmann, der, wie wir berichteten, im Dezembe 
0s in der von ihm geführten, einer Gesellschaft gehörende 
Nutodroschlke für 90 000 Rubel — 194 000 Meubares Geld un 
gussanten fand und den Fund ablieferte, dürfte nicht so schnel 
zie er hoffie, in den Besitz des herrenlosen Vermögens gelangen 
zon verschiedenen Seiten werden, wie Berliner Blätter berichtet 
Insprüche auf den Fund erhoben und es wird daher noraussichtli 
inem laängeren Gerichtsverfahren vorbehalten bleiben, zu en 
cheiden, ob der Chauffeur oder der Besitzer der Droschke der G 
vinnende ist, oder ob sich vielleicht mehrere zu ungleichen Tei 
en Fund zu teilen haben werden. Die Eltern des Kugelma⸗ 
ind allen Anfragen gegenüber, wie es mit der Sache ite 
ehr verschlossen. Offenbar beherrscht fie die Besorgnis, daß 
em Sohne noch nicht ausgelieferte Schatz bedroht sei. GE 
esonde:ie Erregung über den dem Sohne winkenden Reicht 
cheint im Hause Kugelmann nicht zu herrschen. 
Daee Erdgasquelle bei Horsterbusch, über die wir berichtel 
st, wie aus Dirschau gemeldet wird, wieder gelöscht word 
die Flamme wurde schwächer, und mit vieler Mühe gel 
s den Arbetitern, das Feuer mit nassen Saäcken zu löse 
zpãter entzündete sich das Gas nochmals, doch war der T 
iel geringer, dann konnte die Flamme leicht gelöscht wer 
die bisherige Untersuchuna hat erdeben. dakß es si*ᷣ 
Zumpfgas handoel 
x* I 
uppenbildung beieitlat. 
Von einem Sypezialiften. 
Es it eine altbekannte Tatsache, daß die Bilduna von 
chuppen füͤr sat alie Kraniheiten des Haatbodens —R 
nachen it. insbesondere aun für das Kahlwerden und das fruͤhzeit 
krgrauen der Haare. Manchem durfte daher das nachtehen 
Zezept zur Bereitung eines bewährten Housmittels willkommen je 
zon welchem ein herdorragender Speziolat nach denguen und re 
sehenden Versuchen ertlärt hat, es helenige die Schuppenbild 
eist schon bei ein. bis dreimaliger Ancn⸗ adung dolistndige“ 
aun ich dies Nezeyt leicht von irgend einem Avoibelet 
rbailsten zijammenstellen lahen: 85 r. Boy-BRum, 30 gr. Jaro 
Pnpoeee, 1gr. krist. Mentlol. Dies wird ordentlich durcheind 
e chuttelt und, it dann nach hald tündigem Stehen gebrauche 
Die fersiae Flünigeit., welche mon sich übrigens auch durd 
üung von 122 Teeldsfel beseren Varfüms variüm'eren laßen 
ibe man möorgens und abends mit den ——— 
opfhant ein. 
Dieses Rezept üt lein Haarfärbemittel, es ist aber unug 
ur Slariung des Hogrwedies und erweilt ich bet fruͤhr⸗ 
toutem Haar als iesr dienlich zut Wiedererloye vung iein⸗e ne 
rarhv⸗
	        
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