Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Beilagen: Vaͤterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 161. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, d. 
Beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt . n Fuͤrsteniümer Ratzeburg, Lübed und das angren⸗ 
——EE ——S eege A zende medlenburgische und holfteinische Gebiet. 
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Ausgabe 
— GGroßze Ausgabe) Freitag, den 3. März 1911. 
Norgden⸗Blatt KRr. MzZz. 
Erstes Blatt. TFi 
Umfang der her 
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Aaft 
an manchen Küsten zur Raubfischerei ausartete. Wenn jedoch 
wie im letzten Winter die pommerschen Zeesenfischer (so wurde 
wus Rostock gemeldet) erst Ende Dezember die Zeese außer Be⸗— 
trieb seken, und le schon im Januar vor der Laichzeit wieder 
in Dienst stellen und dann später vor und während der Laich— 
zeit die Laichplätze damit durchwühlen und zerstören, fo kann 
Allerdings ein solches Raubsystem nur scharf 
derurteilt werden, denn es muß unbedingt zum 
Bölligen Ruin der Plattfischbestände führen! 
Das haben denn auch die vernünftigen Zeesenfischer selbst er⸗ 
'annt. Die Anregung, welche im Lübecker Fischereiverein ge— 
geben wurde, man solle die Zeesenfischerei vom 1. Januar 
bis zum 30. April ganz verbieten, ging selbst von einem Zeesen⸗ 
fischer aus! 
In der hiefigen Gegend hat der Plattfisch im März, bei 
varmen Wintern wohl manchmal schon etwas früher, spätestens 
aber bis Mitte April, abgelaicht. Dann kam er sich bis zum 
1. Mai noch erholen und bessern, bevor ihm der Fischer wieder 
nit der Zeese zu Leibe rückt. Auch auß der Kieler Tagung hat 
ꝛieser vernünftige Vorschlag, die Zeese während vier Monaten 
»öllig ruhen zu lassen, vollen Anklang gefunden. Nur die 
bertreter der „Gienner-Bucht“, „deutsche Dänen“ oder „dä⸗ 
lische Deutsche“ wollten hierauf nicht eingehen. Sie standen 
iberhaupt jeder Schutzmaßnahme völlig ablehnend gegenüber. 
Dagegen haben unsere hiesigen Fischer und auch die Zeesenfischer 
zes Fürstentums schon immer aus eigenem Antrieb spätestens 
nder zweiten Hälfte des Dezember ihre Quasen außer Betrieb 
esetzt, sofern sie dieselben nicht zur Stellnetzfischerei benutzten, 
ind sie haben die Zeese bis Mitte April mit dem für die Laich— 
zründe weniger schädlichen Stellnetz vertauscht. Bei so ge— 
näbigter und vernünftiger Handhabung darf man aber der 
zeese ihre Berechtigung nicht absprechen. Die Zeesenfischerei 
Aer ganz zu verbieten, ist ein Unding. 
Wir erwähnten bereits eingangs, daß im Februar 1910 
jier 58586 Pfd. Butt alleine nach Berlin und Stettin zum Ver— 
andt kamen. Alle diese wurden ausnahmslos mit dem Stell— 
rek gefangen. Das kann doch als Beweis dafür atlten, daß 
ücht die Zeese allein scharf fängt. Kondern daß auch 
ae Stellneke in und vor der Laichzeit wo der 
ßutt unruhig ist und „iagt“, bei unslerem zu— 
ässigen geringen Buttmaß imstande find, die 
zlattfischbestände scharf mitzunehmen. Wenn sich 
iun auch ein Fangverbot für Plattfische für bestimmte 
Monate nicht durchführen läßt, so ließe es sich doch ermöglichen, 
im den Plattsisch in bezug auf die Stellnetze noch mehr zu 
chonen, wie bisher, daß eine Erhöhung des zulässigen 
zuttmaßes eintritt, und daß Laichschonreviere geschaffen 
vürden. Das bestehende Buttmaß. — 15 em für Graubutt 
ind 18 em für Goldbutt ist zu niedrig. Bei diesen Maßen 
vird alles. oder doch fast alles, was laichfähig ist, weggefangen. 
Es ist nun wohl anzunehmen, daß die Erhöhung des 
buttmaßes eine Schutzmaßnahme sein wird, welche zu⸗ 
r Aussicht auf Annahme hat und zwar aus Sem 
insfachen Grunde, weil sie am leichtesten durchführbar ist. Die 
Ansichten über den Grad der Erhöhung gehen allerdings weit 
wuseinander. Von den Flensburger und Kieler Fischern wurde 
in Maß von 24 em, also eine Erhöhung von 6 em gefordert, 
während die Fischer des Fürstentums und diejenigen der Hansa— 
stadt Lübeck einmütig erklärten, über ein Mak von 18 em für 
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Graubutt und 22,em für Goldbutt nicht hinausgehen zu können. 
Dies waren auch die Forderungen des Lübeder ischereivereins. 
ks hat sich im übrigen aber bei der Kieler Tagung klar erwiesen, 
daß die Interessen der Lübecker Fischer und der 
Fischer des Fürstentums die gleichen sind. Da— 
ommt auch am besten zum Ausdruck dadurch, daß sich die 
rischer des Fürstentums dem Lübecer Fischerei-Verein an—⸗ 
chließen wollen, um gemeinsam mit den Lübecker Fischern 
hre gemeinsamen Interessen mit mehr Nachdruck vertreten zu 
önnen. Ueber das vorgeschlagene Maß werden unsere Fischer 
'aum gewillt sein, hinauszugehen, da im allgemeinen der 
Plattfisch in unseren westlichen Gewässern, besonders aber 
ruch in den Binnengewässern, Dassower See, Poetenitzer Wied 
und Salztrave, kleiner bleibt als an der schleswig⸗holsteini⸗ 
schen und dänischen Küste. Das geht auch aus einigen pri—⸗ 
daten NMiessungen hervor, die ergaben, daß rund 580 00 aller ge⸗ 
fangenen Plattfische 22 em nicht erreichten. 
Als weiterer Vorschlag wurde auf der Kieler Tagung 
die Einführung von Laichschoönrevieren gemacht. Sie 
sind auch auf der Vorversammlung des Lübecker Fischerei-Ver— 
eins eingehend besprochen und dann abgelehnt, weil man 
diesen Gedanken nicht für durchführbar hielt. Allerdings 
jatte man dabei Schonreviere im Auge, in welchen während 
»es ganzen Jahres der Fisch geschont werden sollte. 
Die von Dr. Dröscher gegebene Anregung der Laichschonreviere 
bird vielleicht auch hier eine Mehrheit finden, da es sich 
atfächlich nur um Schonreviere für die Zeit 
»om 1. Januar bis 30. April handelt. Allerdings 
st dieser Punkt nicht leicht zu regeln. Die Bezeichnung der 
Schonreviere muß eine genaue sein. Außerdem fehlt es 
bislang gänzlich an einer genügenden Kontrolle zum 
Schutze der Ostseefischerei. Was nützt die beste Bezeichnung 
der Schonreviere, wenn sich die Fischer sicher wissen, daß 
niemand sie bemerkt und zur Verantwortung zieht, wenn 
die Schongrenze nicht inne gehalten wird? Ueberschreitumen 
verden an der Tagesordnung sein, solange nicht eine nach— 
drückliche und wirksame Aufsicht und Kontrolle ausgeübt wird. 
Von den vorgeschlagenen Maßnahmen wird durchfüher— 
rar sein die Erhöhung des Buttmaßes von 15 
1und 18 em auf 18 und 222em, ferner das Verbot der 
zeesenfischerei für die Monate Januar, Februar, März 
ind April, und Einführung einer Minimal-Maschen— 
veite für die Zeese. Ob aber die Einführung von Laich— 
chonrevieren zu erreichen sein wird, ist noch nicht zu über— 
ehen. Sie wird jedenfalls mit allen Mitteln anzustreben 
ein, weil keine andere Maßnahme den Plattfisch 
'o wirksam schützen wird wie gerade diese. Wenn 
etzt der Zentral-Fischerei-Verein für Schleswig-Holstein zum 
Teil die Leitung dieser Bewegung in die Hand genommen 
hat, und wenn er diese Bewegung zu einer Organisation sämt. 
sicher Berufsfischer-Vereine und Innungen ausbauen will, so 
iind wir im Lübecker Fischerei-Verein zu ernster Mitarbeit 
bereit. 
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Bestrebungen im Of“eefischereigewerbe. 
Von Lotsenkommandeur Lindenberg. 
Lübed, 3. März. 
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II. 
Es sind nun zahlreiche Maßnahmen vorgeschlagen worden, 
die dem Schutze der Plattfischbestände an der Ostseeküste dienen 
jollen. Unter ihnen aber jetzt die richtige Auswahl zu trefken, 
ist mit nicht gerade geringen Schwierigkeiten verbunden. Gilt 
es doch dabei einmal, die Plattfische zu schonen. Andererseits 
darf aber der Fischer in seinem Erwerb nicht so weit beein— 
trächtigt werden, daß er brotlos wird. 
Die radikalsten Anträge fordern nun außer dem Verbot 
des Plattfischfanges vom 1. Januar bis zum 30. April ein 
Verbot jeglicher Zeesenfischerei und eine bedeutende Erhöhung 
des Buttmaßes. Das alles zusammengenommen ist 
aber nicht durchführ bar. Wenn wir zugeben, daß der 
Butt in der vorgenannten Zeit nicht erstklassig ist, so müssen wir 
auch eingestehen, daß durch nichts eine gute Fortentwicklung 
unserer Plattfischbestände sicherer gewährleistet 
vird, als durch Einführung einer langen Laich— 
schöonzeit von vier Monaten. Was aber sollen unsere 
gesamten Fischer während dieser vier Monate anfangen?! 
Das Verbot des Plattfischfanges in diesen Monaten aber 
äme dem Verbot eines jeden Fischfanges von Fehmarn bis 
Travemünde gleich. (Anm. Wir sprechen absichtlich nur über 
ie von unseren Fischern, — Lübeck und Fürstentum Lübeck —, 
befischten Gewässer, Denn der Fischer kann nicht sehen, was 
er fängt, er kann an seinen Dorschnetzen keine Warnungstafel 
inbringen und er kann den Plattfischen nicht verbieten, sich im 
Dorschnetz zu kangen. Er wäre also bei Einfkührung 
ziner Schonzeit für Plattfische der Erwerbs— 
osigkeit preisgegeben oder aber er stände in dauern— 
ꝛer Gefahr, mit den Aufsichtsbehörden in Konflikt zu geraten. 
Die einzige Erwerbsmöglichleit bliebe, wie gesagt, der Herings⸗ 
fang. Die tatsächlichen Verhältnisse liegen aber meist so, daß, 
wenn der Hering eintrifft, alles dem Heringsfang obliegt, weil 
dieser lohnender ist, und daß der Plattfisch so wie so seine 
Ruhe hat. Was aber geschieht, wenn für den Plattfisch eine 
Schonzeit eingeführt wird und der Hering, wie sich dies in 
manchen Jahren ereignet, nicht eintrifft?! 
Ich gestehe nun offen zu, daß ich noch vor nicht gar zu 
langer Zeit für eine kängere absolute Schonzeit der Platt- 
rische einaetreten bin. Ich habe mich aber aus den vorstehenden 
wichtigen praktischen Gründen eines anderen belehren lassen 
müssen, und kann jetzt einer Schonzeit, so sympathisch mir diese 
auch sein würde, an sich nicht mehr zustimmen. Ich will mich 
nun über die Schädigung, die der Zeesenfischerei nachgesagt wird, 
hier nicht weiter auslassen. Auf jeden Fall hat aber die 
Zeesensischerei ihre Berechtigung ebensogut, wie jede andere 
Fangart, die mit den über den Grunv geschleppten Netzen aus⸗ 
geübt wird, solange sie sich in vernünftigen Grenzen hält. Dabei 
oll aber nicht in Abrede gestellt werden, dak die Zeesenfischerei 
Inland und Kusland. 
Dentiches Reich. 
MW. Der Neubau der Berliner Hosoper. Berlin, 2. März 
Die Budgetkommission des Abgeornetenhaufes, 
der gestern dig Pläne sür den Neubau des Opernhauses vor— 
A 
hastem, zuletzt rauschendem Beifall aufgenommen. — Im 
tarlsruher Hostheater erlebte das Märchenspiel „Der ge 
tiefelte Kater“ von E. A. Herrmann seine Urauf— 
ahrung mit bestem Erfolg. — Henri Batailles neues Drama 
Das Kind der Liebe“ errang im Pariser Theatre 
„aint Martin einen starken Erfolg. — Im Muünchener 
Schauspielhaus hat das überall schon gegebene und durch 
veg gut aufgenommene Lustspiel „Der große Name“ 
von Victor Leon und Leo Feld einen durchschlagenden 
Erfolg, erzielt. 
Selma Erdmann⸗ Jesnitzers neues dreiaktiges Schaufpiel 
„Was Liebe kamm“, das bereits erfolgreich in Bremen 
ind Sannover gegeben wurde, kam soeben mit ganz 
edeutendem Erfolge im Magdeburger Stadttheater zur 
Erstaufführung. 
Aus gepfifsen. Sommerspuk, ein fröhliches Spiel 
n vier Akten von Kurt Küchler, das im Stadttheater 
u Halle a. S. anläßlicht des Faschingsdienstags das 
Publikum ergötzen sollte, langweilte es über die Maßen 
ind wurde ausgepfiffen. 
Dae geplanten, Jesussestspiele“ in Eisenach wurden von 
»er großherzoglich sächsischen Regierung aus Gründen des 
Iffentlichen Wohles verboten. 
Sturmszenen imm Theater. Die Vorstellung der „Wiener 
Kleinen Bühne“ am Dienstag mußte in letzter Minute 
ibgesagt werden. Adele Sandrod aus Berlin, die dort 
allabendlich spielte, hätte ihren Abschied feiern sollen. Da 
ihr aber die rückständige Gage mit der Bemerkung, es 
ei kein Geld da, nicht ausgezahllt wurde, ergaben 
ich Differenzen, die zur Absage der Vorstellung führten. 
An den Kassen, an denen das Publikum die Eintrittsgelder 
urückverlangte, spielten sich stürmische Szenen ab 
Theater. Kunst und Wissenschaft. 
Das Berliner Neue Schauspielhaus in Brüssel. Das Ber⸗ 
iner Neue Schauspielhaus hat im Brüsseler Alhambra— 
heater ein Gastspiel auf drei Abende begonnen. Sie spielten 
im ersten Abend Lothar Schmidts Komödie „Nur ein 
Traum!“ Das Stück, das dem französischen Geschmack 
ehr nahe kommt, fand bei den Belgiern und den zahl— 
reichen Deutschen sehr liebenswürdige Aufnahme. 
Ur⸗ und Erstauführungen. Der Rosenkavalier“ 
'and bei der Erstaufführung am Frankfurter Opernhaus 
inen großen Erfolg. Mitwirkende und Inszenierung ver— 
ienen reiches Lob, ebenso die Orchesterleitung unter Dr. 
sRottenbera. — Das Stuttgarter Hoftheater gab als Fest— 
»orstellung zu Königsgeburtstag Mozarts „Finta giardi- 
niera“ in der neuen Textbearbeitung von Max Kalbed 
uinter dem Titel „Die Gärtnerin aus Liebe“. Ein 
juter Gedanke war es, in den ersten Akt ein Tanzbild 
nach Mozarts Ballettmusik Les petits riens einzulegen, das 
don Hofballettmeister Scharf künstlerischvornehm arrangiert 
var. Oper und Ballett fanden lebhaften Beifall. — 
„Das heilige Krokodil“, Musit von Miklos 
Forrai, erzielte bei der deutschen Uraufführung am 
ẽlberfelder Stadttheater einen durchschlagenden Erfolg. — 
die erste amerikanische Oper, die das ameri— 
anische Leben selbst betrifft und von einem Amerikaner 
reschrieben wurde, wurde soeben in Philadelphia zur 
lufführung gebracht und fand bei der zahlreichen Zu— 
zörerschaft enthusiastischen Beifall. „Nast oom a“, Mr. Victor 
derberts große Oper, besitzt eine eigene Musik, die 
sich mehr dem Nationalcharakter anfügt, ein Gemisch von 
ndianischen und spanischen Weisen. — Maeterlinds 
hilosophische Feerie „Der blaue Vogel“ wurde bei 
»er Generalprobe im Rejane-Theater zu Paris mit leb—⸗ 
Künstlernachrichten. Ernst v. Possart wird voraus— 
rchtlich im nächsten Jahre eine neue Amerikatournee un— 
ernehmen. — Am 24. und 26. Febr. gastierte am Berner 
Stadttheater der Kgl. Bayerische Hofopernsfänger Heinrich 
Knote als Stolzing in den „Mieistersingern“ und als Lohengrin 
beide Male dankte das ausverkaufte Haus für die ganz 
ervorragende Darstellungsgabe des Künstlers. — Der Hel— 
)entenor Stefan Belina, ein Schüler von J. Stüd- 
rvold in Munchen, wurde unter glänzenden Bedingungen auf 
Jahre an die Münchner Hofoper verpflichtet. — J acques 
Urlus vom Leipziger Stadttheater wurde nach einem Gast⸗ 
wiel als Tristan in Gotha vom Herzog zum Kammersänger 
ernannt. — Kammersängerin Margarete Preuse— 
Matzenauer, die bekanntlich mit ihrem Ehegatten in Schei⸗ 
dung lebt und wegen Nervosität zurzeit einen längeren Ur— 
aub erhalten hat, will nicht mehr an die Münchener 
bofbühne zurückehren und versucht ihren Kontrakt 
ju lösen. Sie will Europa gänzlich den Rücken wenden und 
iach Amerika gehen. Als ihre Nachfolgerin in München 
it Edith Walker, die bekanntlich mit dem Ende der 
zächsten Spielzeit aus dem Verband der Hamburger Oper 
zusscheidet, in Aussicht genommen. — Die schöne dänische 
Schauspielerin Anna Larsen, die die Bühne verlassen 
ind sich der Sekte der Gesundbeter angeschlossen hat, will 
hre Memoiren schreiben und darin wahrheitsgetreu schildern, 
die es um die Tugend hinter den Kulissen bestellt sei. 
Man sieht in Kopenhagen den Enthüllungen der schonen Frau 
nit einigem Bangen entgegen.
	        
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