Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Freitag, den 24. Februar 1911. 
* 
Tagesbericht. 
btatistischer vierteljahrsbericht der Stadt Lübech 
für das 4. Quartal 1910. 
Vom Statistischen Amt.) I 
Labed ist im 4. Quartal 1910 um 1200 Ginwohner 
rewachsen, um 1001 durch Wanderungsgewinn und um 199 
purch Geburtenüberschuß. Die Voitszählung vom 1. Dez. 1910 
ergab nach vorläufigem Ergebnis 98 620 Einwohner. Bis zum 
31. Dez. war diese Zahl auf 98 548 zurüchgegangen. 
Was die natürliche Bevölkerungsbewegung be— 
trifft, so sind in der Berichtszett 691 Geburten und 892 Sterbe⸗ 
sälle zur Anmeldung gekommen. Die Zahl der Geburten war 
um 12 größer als im Vorjahr, die der Sterbefälle dagegen um 
d geringer; die Geburtenziffer hob sich infolgedessen von 23,809 /04 
im Vorjahr auf 24, 14 */00. während die Sterbeziffer von 16,54 /0 
auf 1601 0/, sant. Der Geburtenüberschuß stellte sich auf 199, 
d. s. 21 mehr als im Vorjahre. Von den Geborenen waren 64 
oder 10,50 0 (1909: 9,33 0) uUnehelich und 16 oder 2,54 00 
1000: 2.,94 40) tot; die Zahl der Totgeborenen ging also 
etwas zurück, während die unehelich Geborenen eine Zunahme 
aufwiesen, gerade so wie in den vorigen Quartalen. Unter den 
GBestorbenen befanden sich 88 Kinder unter 1 Jahr gegen 
104 im Jahre 1909; die Säugungssterblichkeit ist also erfreu⸗ 
licherweise geringer geworden; sie stellte sich diesmal für 100 
Lebendgeborene auf 14,76 0, während sie im Vorjahr 18,51 6 
betrug. Unter dien Todesursachen standen die Krank— 
heiten der Kreislauforgane mit 43 (1000: 39) Fällen voran, 
harauf folgte Krebs mit 41 67),. Magen- und Darmkatarrh 
mit 34 (31), Lugentuberkulose mit 28 (22) und Altersschwäche 
und Lungenentzundung mit je 28 (20 bezw. 260) Fällen. An⸗- 
stekende Krankheiten sielen nur 9 (28) Personen zum 
Ipfer, davon 2 der Diphtherie und je 1 Masern und Typhus. 
Insgesamt wurden 180 (1000: 702) meldepflichtige Krank⸗ 
heiten zur Anzeige gebracht: 82 mal Diphtherie, 67 mal Masern, 
27 mal Scharlach und 4 mal Typhus; alle Krankheiten waren 
seltener als im Vorjahr; Masernfälle kamen 1909 3. B. in 535 
Fällen vor. Von den 18 gewaltsamen Todesfällen wurden 
q durch Selbstmord verursacht. 
Die Wanderungsbewegundg setzte sich aus 56638 (19009: 
5385) Zuzügen und 4637 (1000: 4716) Abzügen zusammen. Der 
Oktober brachte einen Wanderungsgewinn von 680 — er ist 
seit immer der Monat mit dem größten Zuzug — und der No⸗ 
bember einen solchen von 461 Personen, während der Dezember 
mit einem Verlust von 119 Personen abschloß. Das Quartal 
brachte also einen Gewinn von 1001 Personen, d. s. 332 mehr als 
m Vorjahre. Was den Vamilienstand der Wandernden anlangt, 
o nahmen die einzelstehenden Personen um 497, die Anstalts- 
msassen um 325, die Familienhäupter um 95 und die Ange⸗ 
zörigen um 194 zu. Von den einzelnen Berufssgruppen wiesen 
die Dienstboten mit 224, die Schüler (mit 93) und die Hand⸗ 
ungsgehilsen und Kellner (mit 86) die stärkste Vermehrung auf, 
rährend die Schlosser um 32 und die Maler um 26 zurüch⸗ 
dingen. Von den Zugezogenen hatten 67 ein Einkommen von 
mehr als 3000 M, von den Abzüglern nur 17. Lübech hat also 
durchh die Wanderungsbewegung auch in finanzieller Hinsicht 
gewonnen. Unser Wanderungsgewinn stammt zu 284 aus 
Schleswig⸗Holstein, zu 178 aus Mecklenburg⸗Schwerin, zu 135 
aus dem Fürstentum Lübech und zu 46 aus Meclenburg⸗Strelitz. 
Wir verloren, wie gewöhnlich, an Samburg, nämlich 151 Per⸗ 
onen, ferner an Berlin (47) und das Ausland (22). 
Der Fremdenverkehr lellte sich auf 17887 Per— 
onen, d. s. 144 weniger als im Vorjahre. 9278 (19009: 8893) 
davon sliegen in Hotels, 3417 (3416) in Gasthöfen und 5192 
(5722) in Herbergen ab. 
Der übrige Verkehr war gegen das Vorjahr wieder 
beträchtlich lebhafter. Die Lübeck-Büchener Eisenbahn 
beförderte 1622 241 Personen, d. s. 149 903 mehr als im Vor⸗ 
ijahr. Auch die Eutin-Lübecker Eisenbahn wies eine 
laärkere Benutzung als im Jahre 1900 auf. Die Lübecker 
Straßbenbahn endlich wurde von 1654 321 Personen, d. s. 
70 758 mehr als im Vorjahr, benutzt. Alle drei Verkehrsinsti— 
tkute steigerten ihre Einnahmen aus dem Personenverkehr gegen 
1909 um rund 80 000 M, die Lübeck-Büchener Eisenbahn um 
4 000 M, die Eutin-Lübecker Eisenbahn um etwa 10 000 M 
und die Lübecher Strahenbahn um etwa 6600 M. Auch der 
Güterverkehr nahm gegen 1909 zu, bei der LübeckBüchener 
Eisenbahn um gut 29 000 Muund bei der Eutin⸗Lübecker Eisenbahn 
um fast 4000 M; beide Eisenbahngesellschaften vereinnahmten 
dadurch 1146 1060 M. 
Im Schiffsverkehr uefen seewärts 727 (1909: 672) 
Schiffe, darunter 566 (1909: 469) Dampfer ein. Der Fluß⸗ 
chiffsverkehr auf der Ober- und Untertrave und der Wakenitz 
tellte sich im Ein- und Ausgang auf 1043 (1236) Fahrzeuge, 
xar also wieder, wie in den deiden vorhergehenden Quartalen, 
geringer als 1900. Der Gesamtverkehr auf dem Elbe-Trave- 
Kanal dagegen übertraf nach Zahl der Schiffe und beförderten 
Tonnen Güter auch diesmal die Ziffer des Vorjähres. 1909 
fuhren nur 1440 Fahrzeuge zu Berg und Tal, diesmal da— 
gegen 1644; die Zahl der beförderten Tonnen stellte sich im Vor⸗ 
jahr nur auf 203 834, diesmal dagegen auf 276203. 
Die Zahl der im Schlachthofe geschlachteten 
Tiere belief sich auf 20670 gegen 19327 im Vorjahr, 
barunter 9604 (9339) Schweine, 4969 (3247) Kuhe und Starken, 
28656 (3001) nuchterne Kälber, 1490 (1768) Schafe und 1117 
(1151) sette Kälber. Darnach wurden Schweine und be— 
sanders Kühe und Starken häufiger, die übrigen Tiergattungen 
seltener als im Vorjahre geschlachtet. 
Die Lebensmittelpreise im Kleinhandel waren 
für Rindfleisch aller Art teurer als im Vorjahr, fur Schwei— 
nefleisch dagegen etwas bil liger. Eßbutter kostete etwas 
nehr als 1909, dagegen geräucherter Spect, Schweineschmalz 
beträchtlich und Brot eine Kleinigkeit weniger. Der Durch- 
mittspreis des Dezembers war für das Kilogramm beim 
Rindfleisch von der Keule und vom Bauch 1.165s90 bezw. L.ao 
Mark (1.5 und 1,30 My, beim Schweinefleisch 1.43 9Wt 
147 My bei geräuchertem Spec i,72 n (i 00 Wy, bei Eß— 
utter 2,90 Me(2,88 M), bei Schwarzbrot 0.15 Mi(o I8 M) 
ind bei Feinbrot o,220 M(0,32 M. 
Ler esuch der Boltstuche war auch m. Nuartal 
geringer als im Vorjahr. Damals wurden 87532 Portionen 
ibgegeben, diesmal nur 82118. Nur die Zahl der ver⸗ 
/auften Tassen Kaffee stieg auch diesmal, nämlich von 14848 
m Worjahr auf 15 907. Die Kaffeebuden des Vereins gegen 
en Mißbrauch geistiger Getränke wiesen dagegen auch im 
etzten Quartal einen größeren Umsatz als im Jahre 1909 
iuf; an Kaffee wurden nämlich 62 117 Tassen verkauft (1909: 
0575), an Milch und Buttermilch 13943 (13 8090) Gläser, an 
Zzuppe 7517 (363) Tassen, also eine sehr bedeutende Stei—⸗ 
serung, und an Brot 36986 (31038) Stuc. 
Die Zahl der in gewerblichen Betrieben (Fa⸗ 
rilen, Zimmerplätzen, Bauhöfen und Werklstätten mit Motor— 
etrieb) beschäßftigten Arbeiter stellte fich am 1. Okt. 
uf 9337, das sind 993 mehr als im Vorijahr, aber 364 
oeniger als am 1. Juli 1910; doch ist auch diesmal wieder 
aran zu e rinnern, daß die Vermehrung gegen das Voriahr 
um Teil nur auf eine Erweiterung der Statistik beruht. 
Ddie Mitgliederzahl der Ortstrankenkasse stieg von 18 561 
n Dezember v. J. auf 20773 im Dezember 1910. Davon 
varen im Vorjahre 5841 und jetzt 6638 weiblich. Die Zunahme 
eruht aber zum großen Teil nur auf der Industrialisierung 
inseres Landgebietes. 
Die Arbeitsnachweise, die dem Reichsarbeitsblatt 
nonatlich Bericht erstatten, vermittelten insgesamt 989 Stellen 
segen 826 im Vorjahr. Arbeitsgesuche gingen 2119, im 
Borjahr 1616 ein. Offene Stellen wurden 1341 (1050) ge- 
neldet, es kamen mithin auf 100 offene Stellen in diesem 
Jahre 158,0 Bewerbungen, im Vorijahre dagegen 153,9. 
daraus erhellt, daß die Besserung in der Lage des Arbeits⸗ 
narktes zum Teil nicht angehalten hat. 
Die Bautätigkeit war auch im 4. Quartal nur schwach; 
»er Mehrzugang an Wohngebäuden belief sich auf 25 (1909: 25) 
ind der an Wohnungen auf 130 (128). Auch die Zahl 
er im Bau befindlichen Häuser war nicht groß, es waren 
znde Dezember nur 61. Die Bautätigkeit hat sich leider 
icht so entfaltet, wie man nach der Aussperrung erwarten 
onnte. Leerstehende Wohnungen wurden Ende Oktober 838 
ind bei der Volkszählung vom 1. Dezember v. J. 936 gezählt. 
Mitte Oktober 1909 standen nur (681 Wohnungen leer. DerWoh⸗ 
rungsvorrat war mithin im laufenden Jahre reichlicher. 
An Steuern und Abgaben endlich wurden im 
J. Ouartal 1910 1434 157 Mugegen 1077 706 Meim Vorijahr, 
ilso 35645.1 Mumehr vereinnahmt. Diese Mehreinnahme 
jeht in der Hauptsache auf die Grundsteuer nach dem ge⸗ 
neinen Wert, die 244 766 M abwarf? und die Einkommen— 
teuer, die infolge des Zuschlages von 20 00 150 000 M 
nehr als im Vorjahr ergab, zurück. Außerdem brachten die 
Beräußerungsabgabe 7000 Mumehr als 1909 ein, die Stempel⸗ 
ibgabe etwa 4000 Meund die Schiffsabgaben e'wa 6000 M. 
Weniger ergiebig als 1909 waren dagegen die Erbschaftssteuer 
ind (wie im vorhergehenden Quartah) die Wertzuwachssteuer; 
erstere bliceb um 25 000 Meund letztere um 30 000 Mihinter 
»en voriährigen Erträgen zurück. 
Wegweiser für Grundbesitzer durch die neuen 
GSestimmungen über die Keichswertzuwachssteuer. 
0 Lübeck, 24. Febr. 
VII. 
Welche Zeit ist sür die Berechnung der Steuer maßgebend? 
Lheoretisch wäre es allerdings möglich, den Gedanken durch—⸗ 
uiühren, daß ohne Rücksicht auf die Besitzdauer immer der 
Preisunterschied zugrunde gelegt wird, gleichgül— 
ig, wie lange der Erwerb zurüdliegt. Andererseits könnte sich 
»er Gesetzgeber darauf beschränken, die Wertsteigerung 
u besteuern, die nach dem, Erlaß des Gesetzes eingetreten ist. 
ihso nur den gegenüber dem Wert am 1. Januar 
811 erzielten Mehrpreis als Wertzuwachs an— 
usehen. Das Gesetz hat einen Mittelweg beschritten. Es will ja 
ine Besitzsteuer schaffen und den Grundbesitz treffen in dem Au⸗ 
jenblic, wo er einen Gewinn realisiert. Das ist nun zwar 
atal für den, der geglaubt hat, die Wertsteigerung, mit der 
r rechnete, schon in der Tasche zu haben. Er muß jetzt sehen, 
vie sein Nachbar, der vorher verlaufen konnte, steuerfrei bleibt. 
)a muß man nun sagen, jede neue indirekte Steuer greift slörend 
n das Vorkehrsleben und wird slets von dem hart empfunden, 
en sie trifft. Das Reich aber mußte sofort einen erheblichen 
Ertrag der Steuer haben und konnte deshalb nicht bloß den 
ünftigen Zuwachs erfassen. Ganz abgesehen davon, wäre dann 
»er gegenwärtige ,Besitz“ des durch die bisherige Wertsteige— 
ung des Grundbesitzes erworbenen Vermögens geschont worden. 
Das Gesetz greift deshalb zurück und trifft auch die vor 
einem Erlaß eingetretene Wertsteigerung. Aber es will nicht 
veiter zurückgehen als längstens 40 JDahre, und zunächst nicht 
änger als bis zum 1. Januar 1885. Liegt nun der Erwerb 
or dem 1. Januar 1885 bezw. nach 1925 länger als 40 Jahre 
urück, so wird nicht von dem Erwerbspreis ausgegangen, 
ondern von dem gemeinen Wert, den das Grundstück am 
1. Januar 1885 bezw. von 1025 an 40 Jahre vor der Veräuhe⸗ 
iung gehabt hat. (517 Abs. 8 und 4.) 
Es wurde schon von uns bemerkt, daß im Falle des 
kigentumsübergangs ohne Veräußerung, also z. B. durch Erb⸗ 
jang oder Teilung unter den Miterben die Steuer nicht erhoben 
rind. Dafür wird aber auch im Falle der Veräußerung dem 
etzigen Besitzer die Zeit seines Vorbesitzes bis zum letzten steuer⸗ 
flichtigen Rechtsvorgang — längstens bis 1. Jan. 1885 bezw. 
40 Jahre — zurüd angerechnet. (517 Abs. 1.) 
Wir machen schließlich noch auf folgende Bestimmungen, 
hetr. die Wertberechnung, aufmertsam: Die Zugrundelegung 
ves gemeinen Wertes am 1. Jan. 1885 bezw. 40 Jahre zuvor 
önnte zum Nachteil des Veräußerers führen, wenn etwa die 
Schätzung niedrig ausfiele, während er tatsächlich früher einen 
höheren Erwerbspreis, sei es nun beim Verkauf oder bei einem 
teuerfreien Vorgang, z. B. der CErbauseinandersetzung gezahlt 
Jat. Er darf dann jenen früher gezahlten Preis als am 
1. Jan. 1888 bezw. vor 40 Jahren gezahlt ansetzen. Als 
„Besitzzeit“ gilt also auch dann nur die Zeit seit J. Jan. 1885 
hbezw. der vierzigjährige Zeitraum. (817 Abs. 58). 
— 
Der dreiprozentige Ertrag des 822 wird 
immernur svon einem wirklich gezahlten Preis, 
nie von dem fingierten Wert gerechnet. 
Wergl. hierzu auch die Artikel 1-5VYIl in Nr. 88, 890, 91, 94, 
98 und 98.) 
MNNiga⸗Lubecker Tampfschiffahrts⸗Gefellschaft. In detr 
etzten Aufsichts ratssitzung wurde der Reingewinn für das Ge⸗ 
chäftsijahr 1910 mit 32 408,36 Mefestgestellt und beschlossen, 
‚er ordentlichen Generalversammlung vorzuschlagen, hieraus 
qe0 Diidende zu verteilen, 10000 Mefur die Auslosung 
von Obligationen zu verwenden und 6009,36 Muden Reserven 
uzufhren. 
Sturmwarnung. Die Deutsche Seewarte meldet 
unterm 23. Febr.: Gefahr noch nicht vorüber, Signal 
Südweststurm hängen lassen. 
o. Stadittheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt man 
uins: Seute geht neueinstudiert „Ein Wintermärchen“ von 
Shakespeare mit der Musik von F. von Flotow in Szene. 
Zonnabend 5. Vorstellung im Wagner⸗Zyklus „Das Rhein—⸗ 
jold. Loge: Alois Pennarini. Sonntag (3 Uhr) 4. Volksvor⸗ 
tellung „Zopf und Schwert“. Sonntag (72/3 Uhr) Gastspiel 
»on Carl William Büller als Registrator Wichtig in „Der 
degistrator auf Reisen“, Gesangsposse von L'Arronge und 
H. von Moser. Gelegentlich eines Gastspiels des Künstlers 
um Gärtnerplatztheater in München als Registrator äußern 
sich die Münchener N. N. sehr anerkennend über ihn und be— 
zeichnen ihn als Komiker par excellence. 
o. Vormittagskonzert des Flottenbundes deutscher Frauen. 
Der Bund arbeitet bekanntlich dafür, Mittel zur Beschaffung 
ines Lazarettschifsfes zusammenzubringen. In den Vorjahren 
;aben die Vormittagskonzerte schöne Erträgnisse gebracht, 
rotz der, auch diesmal angesetzten, billigen Eintrittspreise. 
Bei der großen Sympathie unserer Bevölkerung mit der 
triegsmarine, wird es der Veranstaltung sicherlich auch 
ziesmal nicht an Besuch fehlen, umso weniger, als eine 
virklich unterhaltende Vortragsfolge zusammengestellt werden 
onnte, dank der Liebenswürdigkeit einer Reihe begabter 
dilettanten. Der Verkauf der Eintrittskarten hat bei F. 
W. Kaibel begonnen. 
b. Geographische Gesellschaft. Bei dem Interesse, welches 
der demnächst hinausgehenden deutschen Südpolar-Expedition 
uugewendet wird, dürfen wir es unserer Geographischen Gesell— 
chaft Dank wissen, daß sie Herrn Dr. Seelheim, welcher 
eie Expedition als Geograph begleiten wird, für einen Vor— 
rag gewonnen hat. Ueber die Vorexpedition nach Spitzbergen, 
velche Herr Dr. Seelheim auch begleitete, wird er in erster 
Linie Freitag, T Uhr abds., in der Gemeinnützigen Tätigkeit 
»ortragen. Da ihm der Ruf eines guten Redners voraufgeht 
ind ihm eine große Anzahl selbstaufgenommener Lichtbilder 
zur Verfügung stehen, verspricht der Vortrag sehr interessant 
zu werden und wir weisen daher noch besonders auf ihn hin. 
b. Die Predigt, die Sonntag, den 12. Febr. 6 Uhr abends 
don Herrn Stadtmissionar J. H. Clasen im Versammlungslokal 
Blockengießerstraße Nr. 30 gehalten wurde, ist soeben im Drud 
erschienen und in der Buchhandlung des Herrn Behlendorff, 
düxstraße Nr. 71, zu haben. Die vor zwei Jahren in den 
Bibelstunden gegebene Erklärung der Offenbarung ist gleich— 
falls in Bearbeitung und wird wahrscheinlich in einigen Wochen 
zu haben sein. 
d. Die ösfentliche Trinker ü sorgestelle Lübech (Parade Nr. 1) 
hat Freitag, abends 6—7 Uhr wieder eine Sprechstunde. 
Schles wig⸗Holstein. 
Kiel. 24. Febr. Todessturz aus dem Fenster. 
Dder 23iährige Student Cisztulpa stürzte Donnerstag früh aus 
dem Fenster seiner im dritten Stockwerk eines Hauses am 
dangen Segen gelegenen Wohnung und starb an den erlittenen 
Berletzungen. C., der unmittelbar vor dem Examen stand, 
zat in der letzten Zeit Zeichen von Schwermut gezeigt und 
vird wahrscheinlich in einem Anfall geistiger Umnachtung den 
Tod gesucht haben. 
Grohherzogtum Oldenburg, Fürstentunz Lübed. 
Oldenburg, 24. Febr. Landtag. Der Verwaltungs⸗ 
rusichuß berichtete über den selbsländigen Antrag des Abgeord⸗ 
ieten Triver II: Die Staatsregierung wird ersucht, die Wahr⸗ 
rehmung der Gewerbepolizei in der Stadt Eutin dem dortigen 
ztadtmagistrat in gleicher Weise zu übertragen, wie den Magi⸗— 
traten der Städte J. Klasse im Herzogtum, und beantragt, der 
dandtag wolle den Antrag annehmen. Bericht des Verwal⸗ 
ungsausschusses uber die Petition des Zentralverbandes deutscher 
daͤndler, Schausteller, Meß⸗ und Marktreisender, Vorstandssitz: 
hiagdeburg und des Vereins „Frisia“ für Oldenburg und Ost⸗ 
riesland, betr. Aufstellung eines spezifizierten Steuertarifs nach 
reubischem Muster uund gerechtere Bemessung und Erhebung 
er Abgabe zugunsten der kleinen reisenden Geschäftsleute. Der 
lusschuh stellt den Antrag: Uebergang zur Tagesordnung. 
rerner berichtete dierselbe Ausschuß über den Entwurf eines 
Hhesetzes für das Großherzogtum, betreffend Aenderung des Ge—⸗ 
etzes süur das Großherzogtum Oldenburg vom 9. Mai 1906, 
etreffend die Verwaltungsgerichtsbarkeit und beantragt An— 
iahme. Der Gesetzentwurf ist die Konsequenz der Stellung⸗ 
iahme des Verwaltungsausschusses zur Petition der Beisitzer 
es Verwaltungsgerichts des Amtes Butjadingen um Gewährung 
on Beförderungskosten an die Beisitzer der Verwaltungsgerichte. 
Eutin, 24. Febr. Verkauft haben Alex Knoop und 
Rud. Ruhlicke ihren kurzlich käuflich erworbenen Hofbesitz Rossee 
Land Oldenburgh an Ricert, Bliestorf a. Fehmarn, für 
63 000 M. 
X. Ahrengbbok, 24. Febt. Sein 251ahriges 
Sienst ubi lAum feiert Postschaffner Wohnrath am J1. Marz. 
raft ausschlieblich ist der Zubilar am hiesigen Postamt be⸗ 
hbäftigt gewelen.
	        
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