Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

onnten in Lubed nicht unlergebracht werden, und die in Frage 
ommenden umliegenden Ortschaften lägen so weit vom Pa— 
avbeplatz entfernt, dah die Truppen weite Märsche machen mühten 
d schon ermüdet. resp. in derangierter Uniform auf dem 
zaradeplatz ankommen würden. 
V Verein für lübedische Geschichte und Altertumskunde. In 
er am Mittiwoch abgehaltenen Versammlung gab Herr Pro— 
ssor Dre. Freund, der fur den durch einen Trauerfall 
erhinderten Vorsißzenden die Verfsammlung leitete, bekannt, 
ah in diesem Fruhiahr wieder eine gemeinsame Festfitzung 
es Vereins von Kuustfreunden und des Vereins fürr lübecdische 
zeschichte und Altertumskunde stattfinden werde, in der Herr 
Irchitekt FaulwasserHamburg über die Baugeschichte der 
NRichaeliskirche in Hamburg sprechen werde. Danach hielt Herr 
Rberlehrer Dr. Hofmeister einen Vortrag über die früh— 
eschichtlichen Befestigungen in der Umgegend Lübeds. An die 
usführungen schloßsich infolge, im Vortrage besonders her⸗ 
orgehobener, von früheren Darlegungen des Herrn Pro—⸗ 
efssors Dr. Ohnesorge abweichender Ansichten eine längere 
ussprache, in der Herr Professor Dr. Ohnesorge seine Aus— 
uührungen aufrecht hielt und auch weitere, von den Auf—⸗ 
assungen des Vortragenden abweichende Meinungen vertreten 
vurden. 
Selbsterlebtes von der Mission in Chͤna. Im Saale 
er Gemeinnützigen Gesellschaft, wo am Abend vorher Herr 
or. Karl Klügmann aus Hamburg einen Lichtbildervortrag 
ber „das Reich der Mitte“ gehalten hatte, sprach am 
Mittwoch Herr Marinepfarrer a. D. Weider über Selbst—- 
rlebtes von der Mission in China. Herr Pfarrer 
Beicker streifte eingangs seines Vortrages zunächst einige 
chwebende Tagesfragen, die in Beziehung mit dem ge— 
valtigen chinesischen Reiche, das belanntlich 35400 Millionen 
zinwohner zählt, stehen. Dann schilderte er das Erwachen 
es auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurückblickenden 
Reiches, um hierauf eingehend von der Arbeit der eng⸗ 
ischen, amerikanischen und insbesondere der deutschen Mission 
u sprechen. Die Frage, ob die Mission an der Ent— 
vidlung Chinas teilzunehmen habe, sei zu bejahen. Den 
hinesen fsehle die Liebe; die selbstlose Nächstenliebe sei 
en gelben Söhnen bisher etwas Unbekanntes und allein 
im diese Eigenschaft in China zu verbreiten, sei den 
Missionen auch in Zukunft für ihre Arbeiten, die sich 
icht nur außf das Wort beschränken, sondern durch Taten 
in gutes Beispiel geben, Erfolg zu wünschen. Von besonderer 
Wichtigkeit ist in China gegenwärtig das, was die Missions⸗ 
gefellschaften auf dem Gebiete der Schulen und in der ärztlichen 
Mission leisten. Die hierfür aufgewendeten Mittel werden 
ndirekt auch der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands in 
hina zugute kommen. Vor allem sei aber die Mission um 
hrer selbst, d. h. um der Menschen willen, zu treiben. Redner 
xppellierte zum Schluß an den alten wagemutigen Hansa— 
zjeist, der sich auch in den deutschen Missionsunternehmungen 
ewähren möchte. 
Der Berliner Raubmsrder Hennig hat sich bekanntlich 
mmer darauf berufen, daß nicht er, sondern der ihm nicht näher 
etannte „Franz“ den Kellner Giernoth erschossen habe, ohne 
naß er freilich irgendwelche Angaben über die Persönlichkeit zu 
nachen wußte. Nun sitzt seit einiger Zeit im Gerichtsgefängnis 
u Meuruppin ein zum Tode verurteilter Raubmörder, der hier 
a Lübed verhaftete Dienstknecht Hermann Franz aus Teterow 
a Weechlenburg, der neuerdings ein Geständnis abgelegt haben 
oll, dah er der Mörder des Giernoth sei. Die Nachricht hat 
edoch keinerlei Bestätigung gefunden. Weder dem zuständigen 
trslen Staatsanwalt in Potsdam ist etwas von einem Geständnis 
jekannt, noch der Gefängnisverwaltung in Neuruppin. Franz 
itzt gefeffelt in seiner Zelle und denkt gar nicht daran, eine solche 
Seichte abzulegen. Er hat kein Wort von sich gegeben 
p 2 
d. Die Ortsgruppe Lübeck im Deutschnationalen Handlungs⸗ 
echilfen⸗Verband begeht auch diesmal wieder ihr Stiftungs⸗ 
est am 2. März in Form eines Balles im Marmorsaal des 
tãdtischen Saalbaues und hofft, ihren Gästen in diesem Jahre 
inen ganz besonderen Genuß dadurch zu bereiten, daß es ihr 
zelang, die in weiten Kreisen rühmlichst bekannte Gesangs⸗ und 
biolin⸗Virtuosin Irl. Adelheid Nissen, Hamburg, zu ge⸗ 
vinnen. Irl. Nissen ist „trotz“ ihrer Vielseitigkeit eine durch- 
zus ernst zu nehmende, strebende Künstlerin. Im Geigenspiel 
von Prof. Hugo Herrmann bis zu selbständiger Künstlerschaft 
zefördert, hat sie ihre Gesangsstudien bei Frau Röhr-Branjnin in 
Munchen vollendet, und ihre Liedervorträge sowohl wie ihre 
bogenführung stehen auf anziehendsler musikalischer Höhe. Der 
daheim aäußhert sich sehr lobend über die Künstlerin gelegent⸗ 
ich der Konzerte in Dresden, Samburg, Berlin uspp. Wir 
lauben sicher, diaß das Fest des obigen Vereins, bei welchem 
iur geladene Gästs Zutritt haben, sich infolge des Gebotenen 
eines außerordentlichen Zuspruches erfreuen wird. 
—— 
Schles wig⸗ Holstein. 
Flensburg, 23. Febr. Ein Diebstahl ist in der 
acht zum Sonnabend auf dem vor Mürwik liegenden Kriegs— 
chiff „Wuürttemberg“ verübt, und zwar ist die Kasse 
»es abwesenden Navigationsoffiziers wie auch die Kasse des 
Daterialienverwalters erbrochen und ihres Inhaltes beraubt 
worden. Eine an Bord vorgenommene Spindrevision führte 
uu keinem Resultat über den Dieb. Am Montag fand daraufhin 
durch Taucher ein Absuchen des Meeresbodens statt. Beide 
Kassen wurden gefunden. Sie waren erbrochen und ein Teil 
hres Inhaltes, Fünfpfennigstücke fand man auf dem Meeres- 
zoden, das gröhere Geld sowie Papiergeld fehlte. Vorerst 
ann die Besatzung keinen Urlaub bekommen. 
Lauenburg 
2. Ratzeburg, 23. Febr. Einquartterung. Am 
10. Marz werden hierselbst vom Großen Generalstab 1 General. 
Etabsoffiziere, 7 Hauptleute, 1 Oberleutnant.1 Vizefeldwebel, 
lUnteroffizier und 18 Burschen Quartier beziehen, nachdem sie 
im Tage vorher in Schwarzenbek einquartiert waren. 
Grok herzogtũmer Medlenburg. 27 
Schwerin, 28. Febr. Liebesmahl. Für den zum 
ommandierenden General des 6. Armeelorps ernannten bis— 
serigen Divisionskommandeur Seneralltn. v. Pritzel witz fand 
um Montag in der Offiziersmesse des Gren-Reg. Nr. 89 ein 
Ibschiedsessen statt, an dem u. a. teilnahmen Generalmajor v. 
2dtmanGi. Inf.⸗Brig., Lübech, und eine Abordnung 
»s Offizierkorps aus Lübek. 
Roftock, 23. Febr. Fadelzu g. Zu Ehten des Professors 
t, Lehmann, der nach 231ähr. Wirken an der Rostocler Uni⸗ 
sat einem Nufe an die Universiiat Götlmgen folot, hat 
E Etudentenverband der LDanderunwersitäͤt Dutwoch abend 
inen Fadelzug veranstaltet. — Bon Schnellzuggetotet. 
Nittwoch wurde auf dem Hauptbahnhof von dem um 12 Uhr 
5 Min. hier eintreffenden Berliner Schnellzuge ein anlchei⸗ 
send dem Arbeiterstande angehörender Mann Überfahren und 
jetötet. Er hatte unbefugterweise die Geleise überschritten. 
88 Grevesmühlen, 23. Febr. Gewählt zum Lehrer 
in der höheren Knabenabteilung wurde der Kandidat des 
öheren Lehramts Neunast, Danzig. — Tot aufgefunden 
n einem Dorfgraben mit Wasser wurde der bei dem Erb⸗ 
ächter Renzow in Warnow bedienstete 6Ijährige Kuhfütterer 
dudolf Harling aus Berlin. Man nimmt an, daß H. in ange⸗ 
runkenem Zustande in der Dunkelheit in den Graben gefallen 
t und auf diese Weise seinen Tod gefunden hat. — Der 
zwölfer-⸗Gesangoerein feierte sein zweites Winter⸗ 
»rgnügen durch einen Maslenball 
— 
ODermischtes. 
O. K. Kosmopolis“. Die vor kurzem abgeschlossene 
merikanische Volkszählung hat ergeben, dah Newyorlk heute 
ine Einwohnerzahl von mehr als 33 Millionen besitzt. Aber 
nter diesen 33 Millionen befinden sich nur 737447 echte 
imerikaner. Bürger, deren Eltern bereits in Amerika geboren 
rorden sind. Der übrige Teil der Bevölkerung setzt sich aus 
uropäern zusammen, die zum grohen Teil zwar die amerika— 
ische Nationalität formell erworben, aber noch keineswegs 
kle Eigentümlichkeiten ihrer Rasse und Heimat abgestreift haben. 
snter diesem Gesichtspunkt zählt das heutige Newyork nicht 
eniger als 639 000 Deutsche, 595 210 Iren, 262 864 Oester⸗ 
eicher und Ungarn usw. Nach dieser ausländischen Bevölkerungs⸗ 
ahl ist Newyork also nicht nur die größte Stadt Amerikas, 
ondern auch die drittgrößte deutsche Stadt, die größte irische 
ttadt und die viertgrößte österreichischungarische. Als deutsche 
ztadt wird Newyork nur von Berlin und Hamburg über⸗ 
roffen. Doch zugleich ist Newyork die Metropole des Juden— 
ums, denn die Volkszählung hat ergeben, daß in der amerika— 
lischen Riesenstadt nicht weniger als 672776 Juden leben. 
Larschau, das in Europa die Stadt mit der größten jöüdischen 
zZevölkerung ist, zählt insgesamt nur 202864 Bekenner der 
nosaischen Religion. 
Die drahtlose Sprechstunde des Arztes. Der Kapitän eines 
dampfers, der sich im Golf von Mexiko in beträchtlicher 
kntfernung von jeder Küste befand, hatte sich durch den 
ßenuß von wahrscheinlich verdorbenen Konserven vergiftet, 
ind seine Erkranlung bot Erscheinungen dar, die eine un—⸗ 
nittelbare Lebensgefahr befürchten ließen. Da ein Arzt nicht 
m Bord war, so versuchte man es mit der glüclicherweiste 
sorhandenen Vorrichtung für drahtlose Telegraphie 
ind schickte die dringende Bitte ins Weite, daß sich der nächste 
Arzt auf demselben Wege melden möchte. Die Depesche 
vurde von einem anderen Dampfer aufgefangen, der z. Zt. 
00 Seemeilen von jenem Schiff entfernt war. Da der 
veite Dampfer einen Arzt zur Verfügung hatte, wurde dieser 
»fort hefragt, worauf dem ersten Schiff eine Anweifung 
ür die Behandlung des Kranken übermittelt wurde. Wenn 
as Telegraphieren auf drahtlosem Wege nicht gar so teuer 
oäre, würde man sich denken können, daß es häufiger gerade 
um Befragen von AMAerzten ausgenutzt werden könnte. 
C.K. Ein postalischer Reklord. Einen neuen Beitrag zur 
veschichte des Postwesens liefert der Messaggero. Am 12. Jan. 
911 traf in Rom eine Postkarte ein, die am 29. März 1894 
n Florenz aufgegeben war. Die Poststempel lassen erkennen, 
aß die Karte beim römischen Postamt bereits am 31. März 
894 ankam; nur in der Bestellung der Sendung ist eine 
leine Verzögerung von 17 Jahren eingetreten. Die Karté 
ag die Zeit über auf dem Postamt, niemand weiß, wo, 
is sie eines Tages ein Beamter fand und dem Briefträger 
bergab. Die Sendung stammte von einer jungen Frau, die 
inem römischen Arzte die Mitteilung machte, daß er Onkel ge— 
vorden sei. 
Der Kampf um den „Goldenen Ochsen“. In dem vom 
deichsgericht an das Dberlandesgericht München unter Auf— 
ebung des früheren Urteils zurüchkverwiesenen Prozesse der 
zreslauer Fleischerinnung gegen den Antiquar Adolf Stern 
uf Herausgabe des bekanntlich ohne Magistratserlaubnis ver⸗ 
auften, einen goldenen Ochsen darstellenden Zunftbechers 
erhandelte, nach einem Telegramm des B. L.⸗«A. Sonnabend 
in anderer Senat des Oberlandesgerichts. Der Innungsan— 
alt erhöhte den Klageanspruch auf 50000 M, weil nach 
eurer Information dieser Preis beim Weiterverkauf an den 
zankdirektor Gutmann in Berlin erlöst worden sei. Stern 
estritt dies mit der Bemerkung, nur der reelle Wert, nicht 
er Liebhaberpreis gelte im Prozeß, und erhob Widerklageé 
egen die Innung auf Schadenersatz wegen des ohne obrig⸗ 
eitliche Erlaubnis fahrlässig erfolgten Verkaufs. Der Prozeß 
purde dann wieder auf drei Monate vertagt. 
Luftige Ecke. 
Aus den Fliegenden Blättern. Sin guler Gatte. 
Meine Frau ist wirklich zu nett — jede Arbeit sucht sie mir abzu⸗ 
ehmen! Als ich zum Beispiel am Tage nach unserer Hochzeit 
bends vom Bureau kam, da hatte sie, ohne daß ich etwas 
avon wußte, an sämtliche Vereine, deren Mitglied ich bisher 
jar, meine Austrittserklärung geschrieben.... Ich brauchte nur 
ieinen Namen darunter zu setzen!“ — Schwierige Sache. 
zürgermeister: „Ja, um's Himmels willen, wie richtest du denn 
as Protokoll zu!? Du hast ja den Federhalter verlehrt!“ 
Zauer: „Mit der spitzig'n Seit'n hab' ichs aa' scho' probiert 
-da geht's gar net!“ — Annonce. Der Pedell Schwämmel 
at in seiner im Universitätsgebäude befindlichen Amtswoh⸗ 
ung ein kleines Zimmer übrig, das er zu vermieten beschlieht. 
Er betritt den nicht mehr ungewöhnlichen Weg der Annonce 
und läkt ins Tagblatt einrücken: 
An Studierenden ist ein 
möbliertes Zimmer 
zu vermieten; Kost und Universi— 
tät im Hause. 
Neueste Nachrichten und Telegramme. 
W. Paris, 23. Febr. Der italienische Botschafter 
Littoni präsidierte bei dem gestrigen Friedens- 
ankett, an welchem neben anderen hervorragenden Persön⸗ 
ichkeiten auch Frésderic Passy teilnahm. Der Minister des 
leußeren, Pichon, hatte einen Vertreter entsandt. Im Ver—⸗ 
aufe des Mahles hielt der Botschafter eine Rede, 
n welcher er Pichon als Pionier des Friedens⸗ 
sedankens rühmte. Die bemerkenswer besten Erfolge der 
rriedensidee lägen nicht in Kongressen und Konferenzen, sondern 
n der Erziehung der Völker. Tittont gedachte sodann Pichons 
ungster Kammerrede und eriunerke daran, daß er selbst int 
Jahre 1904 in der italienischen Kammer gesagt habe, daß 
hereits etwas Neues sich in der Welt zu gestalten beginne, 
»ahß sich im Geiste der Völker eine Entwickelung zeige, dahin⸗ 
jehend, den Krieg unmöglich zu machen. Der WVertreter 
Bichons wies in seiner Rede auf die Dienste hin, die der 
Botschafter der Schiedsgerichtssache geleistet habe. 
W. Berlin, 28. Febr. Gegen die Errichtung viel— 
reschosstger Mietskasernen in den ländlichen Gegen⸗ 
»en wendet sich ein Runderlaß des Ministers der 
zffentlhichen Arbeiten. Es wird darin auf die erheb⸗ 
ichen Mißstände hingewiesen, die sich gerade auf dem Lande, 
vo es der Regel nach an Vorkehrungen für ordnungsmäßige 
Beseitigung der Abfallstoffe fehlte, bei dem engen Zusammen— 
wohnen vieler Familien einstellen. 
W. Berlin, 23. Febr. Das Militärwochenblatt meldet: 
v. Hutier, Generalmaior und Oberquartiermeister, wurde unter 
Zelassung in dieser Stellung zum Mitgliede der Studienkom⸗ 
aission der Kriegsakademie ernannt. v. Bertrab, Oberst und 
Ibteilungschef im Großen Generalstabe, wurde mit der Wahr⸗ 
iehmung der Geschäfte des Oberquartiermeisters und Chefs 
ver Landesaufnahme beauftragt. 
W. Berlin, 23. Febr. Zu dem gestrigen 179. Ge—⸗ 
zurtstage Washingtons hatten der amerikanische 
Botschafter und Gemahlin ihre Berliner Lands- 
idute in das neue Heim der amerilanischen Botschaft in der 
Rauchstraßze geladen. 
W. Dresden, 23. Febr. Der Erbauer des Reichs— 
tagsgebaudes, Professor an der Hochschule und Kunst⸗ 
akademie, Geheimer Baurat Wallot, tritt am 1. April 
inden Ruhestand. 
W. Wien, 23. Febr. Die W. Ztig. veröffentlicht einen 
krlaß des Acerbauministeriums, wonach die Einsuhr von 
Rindern und anderen Klauentieren zu Zuchtzwecken wegen der 
in Deutschland herrschenden Lungen-⸗- Maul- und Klauenseuche 
verboten ist. 
W. Triest, 23. Febr. Die Geschäftswelt plant 
einen allgemeinen dreitägigen Geschäftsschluß, 
falls der passive Widerstand in nächster Zeit nicht 
aufßößrft 
W. Lendon, 23. Febr. LTinem hiesigen Blatte zufolge ist 
der Oberzeremonienmeister damit beschäftigt, 
das Programm für die Enthüllung des Denk- 
mals der Königin Viktoria am 16. WMiai aufzustel⸗— 
len. Bei der Feier, die mit akbllem Pompe vor sich gehen 
wird, werden das Königspaar, sowie sämtliche Mitglieder des 
töniglichen Haufes, das deutsche Kaiserpaar, die Vertreter der 
remden Höfe und das gesamte diplomatische Korps zugegen 
ein. Das russische Kaiserhaus wird voraussichtlich durch den 
Froßfürsten Michael Alexandrowitjsch vertreten sein. 
W. London, 22. Febtr. Im Unterhause wurde die 
erste Lesung der Parlamentsbill unter lautem Beifall 
der Ministeriellen mit 381 gegen 227 Stimmen ange— 
nommen.. 
W. London, 22. Febr. Nach Votierung der Parla— 
mentsbill ertönten von den Bänken der Mirnisteriellen 
anganhaltende Cheers. Besonders Asquith war der 
ßbegenstand begeisterter Kundgebungen. — 
Beim Schluß der Debatte erklärte der Minister des Innern, 
er weise die Behauptung zurück, daß ein Kompromiß mög— 
iich sei. Wenn die Regierung die Einladung der Opposition 
zu einer Konferenz über die Reformfrage annehmen und 
lo die Erledigung der Vetofrage bis zum nächsten Jahre 
verschieben wolle, fände sie im Unterhause nicht fünfzig Stim— 
nen zu ihrer Unterstützung. Die Regierung werde keinen 
Schritt ungetan lassen, der nötig sei, um die Parlamentsbill 
ichmell zum Gesetz zu erheben. 
W. Liffabon, 22. Febr. Acevedo Silva, der Präsident 
des Komitees für den öffentlichen Kredit, wurde 
wuum Oberkommisfar für Mozambique ernannt. 
MW. Kischinew, 23. Febr. Die Gouvernements— 
rdelsversammlung erklärte das Verhalten 
Purischkewitschs, der den Adelsmarschall, Abgeordneten 
Krupenski, bei dessen Wiederwahl ehrloser Handlungen be— 
chuldiate. als offenbar ehrlos. Sie beschloß, bei der 
Adelsversammlung die Ausschließung Purischkewitschs 
aus dem bessarabischen Adel zu beantragen. 
W. Washington, 23. Febr. Das Repräsentanten— 
haus nahm einen Gesetzentwurf an, worin 5300000 
Doll. für die Verteidigung der Küsten der Inseln 
borgesehen find. Die Kosten der Besestigung des Panamakanals 
sind in diese Summe nicht einbegriffen. 
— — 
W. Berlin, 23. Febr. In emnem rüheren Handlungs 
rehilfen wurde gestern ein Pompadourräuber ver. 
aftet, der in Gemeinschaft mit einem Gefährten kürzlich einern 
leberfall auf eine Dame ausgeführt und ihr das Handtäschchen 
nit 160 MaäInhalt entrissen hat. Er weigerte sich, den Namen 
eines Gefährten zu nennen, der die Dame festgehalten hat. 
während er den Raub ausführte. 
W. Hirschberg, 23. Febr. Ein Einjähriger eines 
Jägerbataillons stürzte im Schneesturm beieiner Ski⸗ 
our in voller Fahrt in eine große Schneegrube. 
Nach mühevollen Arbeiten gelang es seinen Kameraden, den im 
Schnee Begrabenen zu retten. * 
W. Penig, 23. Febr. Eine Gutsbesitzersfrau wurd« 
in ihrem Zimmer blutüberströmt aufgefunden. Sice 
war von einem 17jährigen Kleinknecht angefal— 
en worden, welcher gestand, er habe sich Geld zur Reise nach 
Thina verschaffen wollen. Die Frau liegt boffnungslo⸗ 
im Krankenhaus; sie hat durch Beilhiebe mehrer« 
Schädelbrüche und andere schwere Verletzungen erhalten. 
W. Nizza. 23. Febr. Die Prinzessin Sohenlohe« 
Schillingsfürstüberfuhr bei eine Automobilfahr; 
auf dem Boulevard ein Kind, das unvorsichtigerweise vor 
den Wagen gelaufen war. Tas Kind wurde tfödlich verletzt. 
W. Grosny (Terekgebiet), 23. Febr. Die Naphta— 
verke Macharwey sind, offenbar von Eingeborenen, 
iberfallen worden. Der Eigentümer, der Engländer 
Macharwey, sein Landsmann Verwalter Barnar und ein 
ufsischer Telephonist wurden getötet, die Gattin Machar— 
pens. der Wächter und dessen Frau wurden verwundet
	        
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