Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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WDochentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
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neilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und hHansestadt cübet 16. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
heiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt 63 —— —— — Fürstentümer Ratzeburg, Lübed und das angren 
ιιιεσεσεεεεεεεεοεεαοινεσεσεσεσεσεαεααο e —AB jende medlenburgische und holfteinische Gebiet. 
Drug und Verlag; Gebrader Sorsers G. m. b. 8. im Lubed. — Geichäftsstelle Adrel haus Goniaitt. 46). Ferniwrecer 8hoo u. ooo. 
GGroße Anbaabe) Sonnabend, den 7. Januar 1911. Morgen⸗Blatt Kr. M. 
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Ausgabe 
Iúü — — 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt, 
und die Feuilletonbeilage „Der Familienfreund“. 
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Umfang der hertaen Nummer 8 Seiten. 
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nichtemitlicher Teil. J 
Sozialdemokratische Ketzereien, 
Ane.— Lübechk 7. Januar. 
Eines der unangenehmsten Kapitel für unsere Sozial⸗ 
demotratie ist allemal die sozialpolitische Rückständigkeit der 
ausländischen Industriestaaten, vornehmlich derienigen mit 
republikanischer Staatsform, gegenüber dem außeror dentlichen 
Mah sozialer Fürsorge in dem monarchischen und „reaktionären“ 
Deutschland. Die „Genossen“ weichen dem Gegenstande gern aus; 
und wenn sich das als unmöglich erweist, dann pflegen sie 
fich damit zu helfen, daß sie den deutschen Vorsprung als 
solchen zwar anerkennen, im übrigen aber auch unsere sozialen 
Leistungen an sich noch immer als lächerlich gering und unzu—⸗ 
reichend diskreditieren. So machte es zum Beispiel noch im 
Jahre 1910 Herr Molkenbuhr vor der versammelten Inter— 
nationale in Kopenhagen. Eine andere Methode ist jetzt in 
dem vom sogsialdemokratischen Seemannsverband heraus— 
gegebenen „Seemannskalender für 1911“ angewandt worden. 
Dort wird der Wahrheit zwar insoweit die Ehre gegeben, als 
man die Ketzerei begeht, unsere Sozialleistung relativ wie 
absolut und ohne Vorbehalt zu rühmen; aber diese Ketzerei 
vird dadurch gewissermaßen kompensiert, daß das Verdienst, 
zumal an der seemännischen Sozialfürsorge, für die sozial⸗ 
demofratische Reichstagsfrattion in Anspruch genommen wird: 
„Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß die gesetzliche 
eemännische soziale Fürsorge in Deutschland, sowohl formell 
vie materiell, allen diesbezüglichen Einrichtungen des ge— 
amten Auslandes gegenüber den Vorzug verdient. Das aner⸗ 
iennen zu dürfen, gereicht uns um so mehr zur Freude und 
Genugtuung, als die seemännische Arbeiterbewegung Deutsche 
lands in Gemeinschaft mit der sozialdemokratischen Fraktion 
des Reichstags seit jeher ihre ganze Kraft mit dafür eingesetzt 
hat, daß neben der Arbeiterschutzgesetzgebung auch die seemännische 
soziale Fürsorge möglichst weit ausgebaut wurde. Es wird 
Aufgabe der seemännischen Bewegung aller Länder sein, diesem 
Beispiel zu folgen.“ 
Das steht mit den Tatsachen in offenkundigem Widerspruch. 
Wie alle Sozialpolitik, so ist speziell auch die Seemanns⸗- 
ordnung von den bürgerlichen Parteien in hartem 
Kampf gegen die Sozialdemolkratie durchgesetzt worden. Die 
sozialdemokratische Fraktion lehnte den Entwurf auch geschlossen 
ab. Ihre „Mitwirkung“ beschränkte sich darauf und bestand 
darin, dak sie. genau wie bei der sonstigen Nrheitergesekgehung 
πιNOαXα 
unerfüllbare und sinnlose Anträge stellte, die lediglich 
agitatorischen Zwecken dienten. Insbesondere widersetzte sie 
sich mit gröhlem Nachdruck denjenigen Bestimmungen, die der 
Aufrechterhaltung der Disziplin dienten oder die Bestrafung 
der Meuterer usw. regelten. — Uebrigens liegen aus letzter 
Zeit auch noch weitere Beweise dafür vor, daß deutsche Sozial⸗ 
emokraten, sobald sie sich nur einmal den Seewind und die 
Luft anderer Länder um die Nase wehen lassen, sehr bald 
zu der Erkenntnis gelangen, wie doch die „fürchterlichen“ 
zustände in Deutschland in keiner Beziehung den Vergleich 
nit dem Ausland zu scheuen brauchen. Schon der Abgeordnete 
)r. Liebknecht erregte mit einigen ketzerischen Aeußerungen, 
ie er sich in dem „freien“ Amerika gestattete, großes 
lergernis bei den heimischen Parteimitgliedern. Jetzt wer den 
uch über einen Newyorker Vortrag des Reichstagsabgeordneten 
dr. Südekum Dinge bekannt, die jedem waschechten Ge— 
wssen die Haare zum Sträuben bringen müssen. Ein lozial⸗ 
demokratisches Blatt berichtet darüber: 
Genosse Südekum zieht plötzlich den zweiten Vorhang 
mpor und zeigt uns ein glänzendes Bild des Fortschritts, 
en trotz alledem die deutsche Kommunalverwaltung, und nicht 
iur diese, während einiger Jahrzehnte genommen hat. Er 
edenkt des unendlichen Segens, den die deutsche Arbeiter⸗ 
esetzgebung in weite Kreise getragen, wie die deutsche Kommune 
eute jedes Individuum von der Wiege bis zur Bahre fürsorg— 
ich beschütze, er schildert, wie die Männer der Gemeindeverwal⸗ 
ungen heute nicht, wie früher, ihre Stellungen dazu benutzen, 
ersönlichen Vorteil daraus zu ziehen, sondern wirklich nur 
m Interesse der Gemeinde wirtten und schafften. Und damit 
rinnert er uns an die Tatsache, daß die deutschen Städte 
zeute von allen fremden Beobachtern als wahre Verwaltungs⸗ 
muster in jeder denkbaren Sinsicht gepriesen werden.“ 
Zu BHause freilich fehlt unseren „Genossen“ regelmäßig 
er Mut, den Arbeitern über diese Dinge, die sie am meisten 
ingehen, reinen Wein einzuschenken. Schon die bloße Mög⸗ 
ichkeit, daß ein ehrlicher Vergleich zwischen deutschen und aus⸗ 
ändischen Verhältnissen in der Arbeiterschaft patriotische 
tegungen erwecken oder verstärken könnte, verbietet der⸗ 
adleichen ia ein für allemal. 
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selbstversländlich zwischen den Kabinetten von St. Petersburg 
und Berlin ein fortlaufender Meinungsaustausch über die 
Weiterführung der politischen Verständigung im 
inzelnen stattfindet. Sensationen sind davon nicht zu erwarten. 
Auch hat man, wie verlautet, in sehr naher Zeit besonders spezielle 
Abmachungen oder ihre Bekanntgabe nicht zu erwarten. — Bir— 
chewiija Wiedomostii sucht sich jetzt damit auszureden, das Ber⸗ 
liner Telegramm im Pariser Temps über das Zustandekommen 
»er Erklärung des Reichskanzlers im Reichsstag würde sich der 
krwcbnung nicht lohnen, wenn es in einem Boulevardblatt er—⸗ 
chienen wäre. Im einflußreichen Temps errege es tiefe Verwn— 
derung. — Die Pariser Presse bemüht sich, die Oeffentlichkeit 
iber die deutscherussische Annäherung zu beschwichtigen. Nach 
krkundigungen des Petersburger Berichterstatters des Matin 
hat sich an den zuständigen Stellen hinsichtlich des französisch— 
rufnchen Bündnisses und der Triple-Entente nichts geändert. 
Was Deutschland anbetreffe, so habe die Begegnung in Potsdam 
Mein die bestehende Spannung zwischen beiden Ländern 
beleitigt, die durch Oesterreichs und Deutschlands Haltung zur Zeit 
der Annexion Bosniens hervorgerufen worden wäre. Die deutsch— 
russuschen Beziehungen seien gut nachbarlich geworden wie jrüher. 
— Mehrere Londoner Morgenblätter, die in den letzten Tagen 
hrer Erbitterung über das Abtkommen von Votsdam heftigen 
Ausdruck gegeben haben, müssen sich heute dazu bequemen, die 
halboffiziösse russische Mitteilung wiederzugeben, in der erklärt 
wird, daß alle diese Preßmanöver daau dienten. Deutschland mit 
Rußland zu verhetzen. 
Ppt.„Eine Unverschamtheit fondergleichen““ ist es nach 
der Meinung der Köln. Volksztg., wenn die liberale Presse zu 
den „internen“ Angelegenheiten der katholischen Kirche ihren 
„geschmacklosen Senf“ gibt. Das rheinische Zentrumsblatt nennt 
diesen anmaßenden Schimpfton ein „höflichstes“ Hinausbitten 
der liberalen Blätter aus dem kgatholischen Hause! Inwieweit 
olche Höflichkeit auf den Ehrgeiz zurüchzuführen ist, die eigene 
Ausdrucksweise dem Stil der Borromäus-Enzyklika 
anzupassen, bleibe unerörtert. Ein kurzes Wort aber sei der Auf— 
'assung gewidmet, daß die auf der Tagesordnung stehenden 
ürchlichen Fragen „interne“ Angelegenheiten der katholischen 
Kirche seien, auf die die liberale Presse nicht eingehen dürfe. 
Wer so urteilt, stellt zunächst die liberale Presse unter ein 
Ausnahmerecht. Dieses Versahren fällt bei einem Hen— 
rumsblatte schon deshalb auf, weil das Zentrum angeblich jedes 
Ausnahmerecht bekämpft. Da ferner die Zentrumsyreise se'bst 
an Betrachtungen über den „Modernisteneid“ reich ist, und da— 
mit die vermeintliche interne Eigenschaft der zur Sprache gebrach— 
ten kirchlichen Angelegenheiten ihrerseits widerlegt, erscheint iener 
Anspruch der Köln. Volksztg. um so merkwürdiger, als die 
Zentrumspresse beileibe nicht konfessionell, sondern 
politisch sein will. Gerade als politische Presse aber mühte 
sich die Zentrumspresse über die politischen Wirkungen 
klar sein. die mit dem Modornistenoid nerbunden find und die 
— — 
Frankfurter Theater⸗Neubauten. Auf dem Platze des che⸗ 
maligen alten Schauspielhauses (Stadttheater) soll von einem 
Konsortium ein neues Theater errichtet werden, dessen Leitung 
Karl Hans Miartin, Direktor des Frankfurter Komödienhauses, 
übernehmen wird. Gleichzeitig wird bekannt, daß in Frankfurt 
ein in der Bildung begriffenes Komitee mit dem Plan umgeht, 
eine Freie Volksbühne nach dem Muster der Freien 
Volksbühnen in Berlin und Wien zu errichten. Als Heim 
ür diese freie Volksbühne, die im November eröffnet werden 
'oll, soll das neue Theater der Herren Hellmer Erüher jugend⸗ 
licher Liebhaber in Lübeckh und Reimann dienen. 
Noch ein Operettentheater in Berlin. Das Friedrich- 
Wilhelmstädtische Schauspielhaus in Berlin wird von der 
nächsten Spielzeit an neu verpachtet werden, da Woldemar 
Runge von brer Leitung dieser Schauspielbühne zurüdtriet. 
der Besitzerin des Hauses Frau Direktor Fritsche sind 
schon verschiedene Angebote gemacht, darunter auch, ein Ope⸗ 
rettentheater in dem Hause zu etablieren, das nor Jabren 
der Operette gedient hat. 
Der Eisenacher Kirchenvorstand gegen die Jesus-Tetra⸗ 
ogie von Karl Weiser. Einer scharfen Kritik begegnete iun 
Kerchgemeindevorstand die geplante Aufführung der Irsus— 
detralogie von Karl Weiser im Eisenacher Stadttheater. Der 
Direktor des Eisenacher Realgymnassums machte sie zum Gegen⸗ 
tand einer Besprechung und verlas einige Stellen des Weiser— 
chen Bühnenwerkes, die nach seiner Ansicht das religiöse Emp— 
tinden stark verletzen müßten. Jesus werde im WeihnaH!s- 
wangelium als unehelicher Sohn eines unehelichen Sohnes von 
Zerodes dargestellt, Maria Magdalena als Hetäre von Pilatus, 
Zzerodes und Kaiphas, namentlich aber werde die Oelbergsßzene 
Aergernis erregen, indem sie in der Weiserschen Darstellung 
zeradezu eine Verherrlichung der freien Liebe bedeute, da 
Jesus die Ehebrecherin in Schattz nehme. Es sei eine Schmach 
sär die Wartburgstadt, wenn gerade von hier qaus 
das allen Protestanten geheiligte Bild Jesus eine solche Pro— 
lanierung und Verzerrung erfahre. Es wurde ein Veschluf 
zefaßt, in dem der Kirchgemeindevorstand seinem Bedauern über 
zie geplante Aufföhrung Ausdruck gibt und erklärt, daß der 
»on Weiser dargestellte Jesus im Widerspruch stehe mit dem 
vangelischen Bewußtsein der Gencinde. Gegen diesen Bsctuß 
tininte nur Herr Obherbirrerméeisffer Shhnieder 
Inland und Ausland. 
Deutiches Resch. 
Daͤe deutsch⸗rufsischhe Annãherung. Nachdem die falschen 
Enthüllungen des Temps und sogar die entstellende Mitteilung 
der Nowoje Wremja über die Potsdamer Entrevue und das 
Tahsächlicht der deuisch-russischen Beziehungen in so schneller und 
rireulicher Weise eine Zurückweisung von russischer Seite er— 
ahren haben, fallen alle bisherigen und künftigen Ausstreu—⸗ 
ingen der Gegenspieler der deutscherussischen Politik mit einem 
SadqJanoe in sich Msemmen ce rührtt tach 5ttealtön dab 
Kunst und Wissenschaft. 
Zur Hamburger Staditheater-grage. Die Hamburger 
Nachrichten treten in einem Artikel ganz energisch dasür 
ein, daß das Stadttheater wie bisher an einen Unter— 
nehmer verpachtet werde und wegen der mißlichen Fi— 
ranzlage von giner Verstaatlichung abzusehen. 
„Aus staatlichen, sozialpolitischen und wirtschaftlichen Gründen 
iber müssen wir“, so schreiben die Hamburger Nadrichten 
gZegen die Verstaatlichung entschleden Einspruch erheben. 
Unsere Grundsätze in solchen Fragen sind durch mancherlei Ante— 
edentien festgelegt: man soll nicht verstaatlichen, wo sich dem 
Privatunternehmen Gelegenheit bietet, sich nuhbringend und 
schöpferisch zu betätigen. Zudem wird der Staat immer teurer 
und umstaͤndlicher arbeiten, als das Privatunternehmen; und zu—⸗ 
mal bei unserer jezigen Finanzlage ist gar nicht daran zu 
»enken, daß wir dem Staate ein weiteres Beamtenkontingent 
auf den Hals laden können. Es geht auch nicht an. daß wir den 
Staat — der als solcher nicht künstlerisch schöpferisch sein 
kann — in solche Geschäfte stürzen, deren Bilanzen unübersehr 
bar sind. Das einzige, was der Staat tun Lann, ist, daß er 
die bisherigen Zuschüsse weiterzahlt und — je 
nach Vermögen — erhöht. Dann weih der Staat genau, 
mit welcher Ausgabe er zu rechnen hat — ohne dah er sich 
auf eine unter Umständen drangselige und peinliche Konkur⸗ 
kenz mit den privaten Bühnen Hamburgs einzulassen braucht. 
Zudem würde es nicht bei der Opernbühne bleiben, sondern 
u gleicher staatlicher Betätigung im gesprochenen Drama 
kemmen. Dahß wir in der Tat allen Anlaß haben, uns 
olcher Regiegedanken zu enthalten, liegt übrigens bereits in 
gr Erklärung des Senats gegen den Neubaneines 
pernhauses. Der Senat sagt, der Umfang solcher Laften 
önne gar nicht übersehen werden, der Staat könne sich unter 
den gegenwärtigen Verhältnissen nicht auf dergleichen einlossen. 
Und wenn schon Herr Bachur selbst schreibt, die Pachtung 
des Stadttheaters sei für einen privaten Unternehmer „eines 
de⸗ riskantesten und geschäftlich gefährlichsten 
— nternehmen, die sich denken lafsene— so kann es 
8 erst recht nicht dem Staate zugemutet werden, sein Au— 
* ekonto einem derartigen Risiko zu überantworten. Es wird 
e nichts anderes uübrig bleiben, als den bisherigen 
erpachtunasmodus beizubehalten: und es ver 
lautet ja auch schon, daß so beschlossen sei. Ja, man hört schon 
von eingelaufenen Bewerbungen. Dem sei, wie ihm wolle: 
»on einer Verstaatlichung kann keine Rede sein; es muß 
»em kunstliebenden Publikum überlassen bleiben, sich einer tüch⸗ 
igen Direktion und eines — allerdings ausreichenden — 
Staatszuschusses würdig zu erweisen.“ 
Künstlernachr ichten. Der Kaiser von Oesterreich hat dem 
zofschauspieler Karl v. Zeska das Ritterkreuz des Franz⸗ 
Josefs⸗-⸗Ordens verliehen. Der Künstler gehörte im Winter 
884/85 unter Direktor Hasemann zu den beliebtesten Mit— 
liedern des alten Lübecker Stadttheaters. Seit 
892 wirkt Karl v. Zeska am Wiener Burgtheater. — 
— Kaiser Wilhelm hat sämtlichen Solomitgliedern 
»er kgal. Oper in Berlin sein Bild mit eigenhändiger Unter— 
chrift und dem Neujahrsdatum als Neujahrsüber⸗ 
raschung zugehen lassen. Die Regisseure erhielten das Bild 
n gröherer Ausfertigung. — Jocza Savits, der frühere 
erdiente Oberregisseur des Munchener Hofschauspiels, ist vom 
zerzog von Anhalt zum „Professor“ ernannt worden. — 
sl. EDyth Walker vom Hamburger Stadttheater 
at bei ihrem ersten Auftreten ihrer Gastspiel-Engagements 
m Palladium Garieté) in London einen großen Erfolg 
rzielt. Die Künstlerin sang Arien aus „Tannhäuser“, „Fi⸗—⸗ 
aro“, „Rienzi“ und „Euryanthe“ und erntete bei der großzen 
zuhörerschar außerordentlichen Beifall. Vorher produzierté 
ich ein Kunstradfahrer, nachher musikalische Clowns. 
Fricdrich Haases Erkrasdung. Das alte Blasenleiden, von 
em der 85jährige Friedrich Haase wieder heimgesucht worden 
var, hat sich leider als hartnäckiger erwiesen, als man zuerst 
ehofft, und so hat Prof. Borchardt in Berlin doch einen 
»perativen Eingriff vornehmen müssen. Der Patient 
hat den operativen Eingriff gut öberstanden und befindet lich 
augenblicklich außer Gefahr. 
An der Muünchener Hosoper wird die Aufführung von 
berdis „Aida“ in italienischer Sprache vorbereitet 
ind damit der Anfang gemacht, dem Wiener Vorbild nach 
romanische Opern in der Originalsprache aufzuführen. 
Eine Stiftung für das Pettenkoferhaus. Aus München 
wird gemeldet: Ein Freund der Wissenschaft, der ungenannt 
»leiben will, hat für den Bau des Pettenkoferhauses 40 000 
WBAÆAstii?: und den Norein Mettenkoferhaus berwielsen
	        
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