Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

5*8 —7 * * J —39 
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— 534 
Ausgabe A. 
Donnerstag, den 5. Januar 191. 
Ahend⸗Blatt Ur. 8. 
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Aus den Rachbargebieten. n 
Hanestudte. 
S8Samburg, s6. Jan. Zu Mitgliedern ber Ve r⸗ 
nittelungs-Deputatipn. die auf Beschluß der Bür— 
erschaft wegen der zwischen Senat und Burgerschaft bestehenden 
differenzen über die Ernennung von Professoren ducch den 
Zenat eingesetzt werden soll, hat der Senat Burgermeister 
Dr. Predöhl, Bürgermeister Dr. Burchard und Senator Dr. 
Schaefer ernannt. 
Sambura, 5. Jan. Das Perlenhalsband des 
yr RKosa Morton— der hiesigen Operettensängerin, wird 
im 7. d. M. von der Berliner Strafkammer des Landgerichts J 
„aufgerollt“ werden, ein Ausdruck, der in diesem Falle wohl 
hberechtigt erscheint. Denn das tkostbare Halsband, das aus 
dreißig weiben Perlen bestand und einen Wert von 40 000 M 
darstellte, ging bei einem Automobilunfall, den Frl. M. am 
4. Okt. v. J. durch den Zusamimenstotz zweier Kraftdroschlen 
litt, verloren. Das Halsband zerriß und nur eine einzige 
Berle wurde zunächst der Besitzerin wieder zugestellt. Die 
Polizei begann alsbald auf die ehrlichen Finder zu fahnden. 
ẽs gelang, diese allmählich zu ermitteln, und auch den Agenten 
5., der den Verkauf der Perlen vermittelt hatte. Eine Ironie 
des Zufalls war es, daß ein Teil der Perlen von einem 
höheren Justizbeamten erworben wurde, selbstverständlich gut⸗ 
zläubig und zu einem ange'nessenen Preise, der sie durch 
inen hiefigen Hofjuwelier neu fassen ließ. Mit dem Agenten 
3. sind eine Anzahl Personen wegen Fundunterschlagung an⸗ 
geklagt. 
Geesthacht, 5. Jan. Die Unterschlagungen des 
Direktors Schweigmann bei der hiesigen Spar⸗ und 
Leihkahze sind noch gröher, als man zuerst annahm- Die 
Revision hat jetzi bereits ein Manko von 168 000 Muer- 
zeben. Einige Fehlbeträge in der Kasse waren schon mehrere 
Tase vor Weihnachten bekannt, doch nahm man vor der 
zand von der Verhaftung Schweigmanns noch Abstand. Die 
—DDD0 Arbeiter 
der Dynamitfabrif 
Bosau: 17 sind selbständige Gewerbetreibende. 4 Arbeiter, 
händler, 3 Landleute, 1 Privatmann und 1 Geselle. 
Lauenburg. 
F. Möllin, 5. Jan. Verkauft hat Kunstmaler Feld⸗ 
nann seine Villa Kaiser⸗Friedrich⸗ Straße an Bethge, Neubran⸗ 
enburg, der ein Pensionat einrichten will. — Die Gastwirtschaft 
„on Vok⸗-Altmölln wurde an Peters⸗Wangelau fur 17 000 M 
um 1. Abvril verkauft. 
Großherzogtuümer Medlenburg. 
Schwerin, 5. Jan. Die repräsentierende 
zürgerschaft wählte Rechtsanwalt Lowenthal zum ersten 
ind Bankdirektor Dr. Schmidt zum zweiten Vorsitzenden. 
Rostock, 5. Jan. Der Rat hat den Schiffsingenieur 
Bilhelm Milhahn, Hamburg, zum Lehrer an der Navigations⸗ 
nd Schiffsingenieurschule gewählt. 
Redefin, 5. Jan. Ein Einbruchsdiebstahl wurde 
nder Nacht zum Mittwoch im Schlosse zu Göoldenitz verübt. 
den Dieben, den Fußspuren nach eine männliche und eine 
— noch allerlei 
schmud⸗ und Silbersachen in die Hände. Der aus Lübeck 
erbeigeholte Polize ihund nahm dreimal die Spur auf, 
onnte sie aber wegen des in der Nacht eingetretenen Frost⸗ 
etters nur bis zur nahen Hamburg-Berliner Chaussee ver⸗ 
olgen. Wahrscheinlich sind die Täter mit den Oertlichteiten 
es Schlosses vertraut gewesen. 
Malchin, 5. Jan. Die beiden verhafteten 
ztraßenräuber Hermann, Loitz, und HSellmann, Finken, 
ie, wie berichtet, auf der Röbel⸗Plauer Chaussee, unweit der 
deizener Tannen, den räuberischen Ueberfall auf den Proviant⸗ 
bagen aus Finken verübten, sind in vollem Umfange geständig. 
Röbel, 5. Jan. Vom Tode des Ertrinkens 
ettete Mittwoch der Aderbürger Pries zwei Knaben, die 
sich mit Schlitten auf das dünne Eis des Mönchteiches be—⸗ 
jseben hatten und eingebrochen waren. 
ss Grevesmählen, 5. Jan. Eine Jubiläums⸗ 
eier veranstaltete Gutsbesitzer Keding, Gr.-Walmstorf, 
dienstag. als an dem Tage, an dem er vor 25 Jahren die 
zewirtschaftung der Güter Gr.Walmstorf. Niendorf und 
Pahrstorf übernahm. Der Gesasigverein Hohen-Kirchen brachte 
em Jubilar ein Ständchen, ebenfalls erschien zur Gratulation 
ie Abordnung des Kriegervereins, dessen Vorsitzender der 
zubilar ist. Am Abend mars hierten die Gutsinsassen, ein 
Nusikkorps vorauf, nach dem Herrenhause. wo Inspeltor 
Zühring. Gramkow, eine Ansprache hielt. Ein Tanzvergnügen 
ait freier Bewirtung hielt die Erschienenen noch lange vereint. 
Inläßlich dieses Festes ist dem Schulzen Mirow, Wahrstorf, die 
Herdienstmedaille in Silber und den Arbeitern Hill, Haad, 
Mirow und Beuzow, die über 50 Jahre auf den Kedingschen 
zütern in Dienst gestanden haben, die Verdienstmedaille in 
zronze vom Großherzog verliehen worden. Zur Verteilung 
in die Arbeiter stiftete der Jubilar 3000 Vc. — Verkauft 
at Schlosser Mahns sein Wohnhaus, Kirchstraße. an Schlosser 
Zuwe für 6500 M. 
dorf ubermitteln. Damit das Lufischiff jederzeit unterrichtet 
st, wird eine drahtlose Station bei Dusseldorf errichtet, 
die in steter Verbindung mit dem Luftschiff stehen soll. 
d. Deutiches aeronautisches Amt. Wir erfahren, daß auf 
Inregung des bekannten Flugtechnikers Jeannin die deut⸗ 
hen· Konstrukteure sich zu einer Vereinigung deutscher Flug⸗ 
ahrzeugindustrieller zusammenschließen werden, um die Inter⸗ 
jsen der deutschen Konstrukteure nach jeder Richtung zu ver⸗ 
reten. Im Anschluß daran ist bei der Regierung unter der 
MNitwirkung des Lkaiserlichen Aeroklubs und des Verbandes 
eutscher Ingenieure petitioniert worden, eine zwed⸗ 
nähige amtliche Vertretung für die Interessen der 
eutschen Konstrukteure zu schaffen. Die Pflichten dieses 
Imtes, das als ein Ressort des kaiserlichen Patentamtes ge— 
»acht ist. werden in der Hauptsache in folgenden MPunkten 
um Ausdruck gebracht: 1. Patentverwertung und Schutz 
»on Konstruktionen deutscher Techniker; 2. Verfolgung von 
Patentraub im Auslande; 3. Insormationsbureau für kosten⸗ 
ose Erkundigungen in den einschlägigen Fragen. 
Drei Flugmaschinen vernichtet. Mittwoch nachmittag brach 
n einem der fünf Flugmaschinenschuppen im Wilhelmsruher 
Fluggelände Feuer aus, das sich durch die Explosion des 
zort lagernden Benzins mit rasender Schnelligkeit verbreitete 
ind den Schuppen sowie drei Flugmaschinen ver— 
nichtete. Die Breslauer Feuerwehr war in voller Stärke 
in der Brandstätte. Da seit Sonnabend niemand den 
Zchuppen betreten hat, liegt der dringende Verdacht der 
ßrandstiftung vor. 
de. Einen Aeroplanflug von Amerika nach England über 
zen Ozean plant der Engländer Graham Carter. der schon 
zor einiger Zeit dadurch von sich reden machte, daß er 
inen Flug von einem Dampfer aus nach dem Festland aus— 
ühren wollte. Carter hofft, mit einer neuen, vollstãndig 
us Stahl gebauten Malschine, einem sogenannten Tandem— 
MNonoplan, die 2400 Seemeilen lange Strecdle von Sandi 
Soot nach Queenstown in 54 Stunden zurückzulegen. Er 
vill aber auf jeden Fall für 5 Tage Proviant mitnehmen. 
Sportnachrichten. 
sr. Die preutzijchen Staatspreise für Pferderennen wern den 
edenfalls im Jahre 1911 wieder nur den im Vorjiahre um 
300 000 Mugekürzten Betrag von 231000 M umfajsen. Diese 
eringe Subvention der Rennen seitens des preußischen 
ztaales erscheint um so verwunderlicher, als doch bei den 
orjährigen Etatsdebatten allgemein der Wunsch geäußert 
vurde, die preußischen Staatspreise wenigstens wieder auf 
31 000 M, wie bis 1909, zu erhöhen, nachdem sie vorher 
ogar 731000 Mubetragen hatten. Anscheinend hat die Re— 
sierung bei dem erneuten Abstrich damit gerechnet, daß 
en Vereinen gröhere Einnahmen aus den gesteigerten Totali⸗ 
atorumsaätzen erwachsen; dies trifft jedoch in der Hauptsache 
rur für die großen Rennvereine zu, während die kieineren 
Blätze nach wie vor auf arsßere Unterstützung angewielen 
ind. 
sr. Der Rennstall der Herren A. und C. v. Weiaberg 
mfaßt fur die kommende Saison 38 Pferde, entspricht also 
enau der Größe des Graditzer Rennstalles, der bekanntlich 
iach einer ministeriellen Vorschrift in Deutschland nicht mehr 
ils 35 Rennpferde enthalten darf. 
sr. Der Internationale Motorboot-Pokal, der von dem 
Internationalen Motor-Jacht⸗Verband geitiftet wurde, um die 
kntwickelung des Motorbootsports zu heben, wird jeßzt durch 
»en Kgl. Automobil⸗Klub in Stochholm für 1911 neu aus— 
eschrieben, nachdem der Polal 1910 von dem Kal. Automobil⸗ 
Klub in Schweden als ersten Inhaber des Pokals zurückge⸗ 
wonnen wurd⸗ 
Schles wig⸗ Holstein. 
Kiel, 5. Jan. Das Automobil des nationalliberalen 
dandtagsabgeordneten Dr. Schifferer ist unweit Kappeln 
gegen einen Telegraphenpfahl gerannt. Der Abgeordnete und 
eine Begleiter blieben unverletzt. Der Kraftwagen ist fast 
»öllig zertrüummert. — Zu Konsistorialräten ernannt 
purden nebenamtlich Propst Mordhorst, Pastor der hiesigen 
zt. Nifolai-Gemeinde, und Propst Heesch, Büsum. 
Großzherzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübed. 
E Schwartau, 5. Jan. Gekauft hat Oberkellner 
zürgens das Haus des verst. Schornsteinfegermeisters Tesenfitz 
in der Schulstraße für 12000 MWM. — Der Neubau des 
ßerichtsgebäudes ijst so weit fertiggestellt, daß die Ueber⸗ 
iedelung des Amtsgerichts in diesen Tagen bewerkstelligt wird. 
Der seinerzeit in den „Vaiterstädtischen Blättern“ schon ein⸗ 
zehend besprochene Monumentalbau am Marktplatz enthältKäum- 
ichkeiten für drei Amtsrichter, für mehrere Gerichtsschreibereien, 
inen Schöffengerichtssaal, ein Anwaltszimmer uswp. Außerdem 
haben die Amtskasse, sowie das Bureau der Oberförsterei 
in dem Gebäude Aufnahme gefunden. Die Ausführung des 
Reubaues hat einen Kostenaufwand von zirka 200 000 M 
rfordert. Die Bauleitung lag in Händen des Regierungsbau— 
neisters Wohlschläger. 
FP. Eutin, 5. Jan. Verseszt ist Aktuargehilfe Hinrichs 
an die Registratur des Ministeriums in Oldenburg. An seine 
Stelle tritt Aktuargehiffe Niemann. — Verkauft hat Ober—⸗ 
sehrer Harders seine Villa Bismarckstratze an Oberlehrer Dr. 
Henz. Triedenau. — Die Frahmschen Erben, Gremsmühlen, 
jaben an Rentier Hansen, Hamburg, einen Bauplatz verkauft. 
— Den Offenbarungseid leisteten 1910 beim Amits— 
zericht Eutin 31 Perfonen (1909: 19) und zwar 27 männliche 
ind 4 weibliche. Wegen Nichterscheinens wurde gegen 47 Haft⸗ 
efehl verkündet (1909: 5). Von denen, die den Eid leisteten, 
ind 14 aus der Stadt Eutin, 5 aus der Gemeinde Malente, 
baus der Gemeinde Neukirchen und 1 aus der Gemeind⸗ 
Luftschiffahrt. 
Der Rückfiug des Militaratroplans von Magdeburg nach 
döberitz aufgegeben. Aus Magdeburg meldet der B. L.A.: 
der Aviatik⸗Doppeldecker, auf dem, wie berichtet, am Montag 
eutnant Mackenthun und Leutnant Förster als Passagier von 
döberitz nach Magdeburg geflogen waren, stieg Dienstag kurz 
ort 12 Uhr vom Cracauer Anger wieder auf, ging aber gleich 
inter dem Biederitzer Busch wegen des böigen Windes wieder 
erunter. Der Apparat wird auseinandergenommen und per 
zahn nach Berlin gebracht werden. 
Wetterdirnst Ur Zeppeltnalufischiffe. Angesichts der vielen 
Infälle der Luftschiffer werden für die Passagierfahrten des 
zeppelinschiffes „Ersatz Deuischland“ besondere Vorkehrungen 
etroffen. In einem Umkreise von mehreren 100 kmm wird 
on Dusseldorf aus ein Wetterdienst eingerichtet, bei dem 
amerster Linie die destehenden Wetterdienststellen in Anspruch 
senommen werden sollen. Weiter werden Vertrauens« 
nänner bestellt, möglichst von Luftschiffervereinen, die jede 
Witterungserscheinung auf dem ichnelliten Wege nach Duüssel— 
, 
Bücher⸗ und Schriftenschau. 
Mit dem 1. Jannuar 1911 wurden die beiden ältesten 
ind verbreitetsten unabhängigen geographischen Zeitschriften in 
deutscher Sprache , Petermanns Geogr. Mitteilungen“ 
und „Globus“ unter gemeinsamem Titel miteinander ver—⸗ 
schmolzen und erscheinen unter der Leitung von Prof. Paul 
Langhans im Verlage von Justus Perthes in Gotha. 
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welche nach einigen Tagen sich auch an das 9. Armeekorps 
hei Blois heranziehen sollte, vorläufig aber eine Einsichtnahme 
'in die Entblößung von Truppen der Gegend von Orléans ver⸗ 
hindern sollte. 
Als Besatzung von Orlsans und zur Sicherung des dorti 
jen so wichtigen Stromüberganges sollte das nahezu auuf⸗ 
jeriebene 1. bayerische Armeekorps bis auf eine Brigade aus 
er Gesechtsfrort des Großherzogs zurüchgenommen und nach 
Irléans geschict werden. Das Armeekorps zählte nur noch 
O00 Gewehre in der Front. Bis zur Versammlung der ge— 
amten 2. Armee zum enischeidenden Schlage sollten ernltere 
Kämpfe gegen Chanzy vermieden werden. 
Zur Erreichung seines nächsten Operationszieles setzte deni⸗ 
rach unser Korps am 10. Dezember seinen Vormarsch anf 
Brois bezw. auf die Blois gegenüberliegende Voritadt Vienne 
ort. Vorn war auch heute die hessische Division. Da das 
J. Kerps längst an den Gefechtsfeldern der letzten drei Tage 
orbeimarschiert war, so stand zu erwarten, daß sein weiterer 
Hormarsch auf der die Loire auf dem linken Ufer begleitenden 
rohzen Straße durch feindliche Beschiehung von drüben gestört 
ind gehemmt werden würde. General v. Manstein schlug 
aher mit dem Hauptteil des Armeekorps einen eine gute 
zalbe Meile vom Strome entfernten Parallelweg ein, der 
ber die mit Weinbergen bedeckten Höhen führt und gegen 
cinsicht von drüben ziemlich gededt war. Es war ein schöner. 
allet Wimtertag. Unsere Division versammelte sich bei St. Dio 
in der großen Straße und erstieg dann die Weinbergshöhen. 
inter denen die Giebel und vielen Kamine dert im schönem 
denaissancestil erbauten Schlosses Chambord sichtbat waren. 
Interwegs begegnete uns die französische Batterie, welche die 
dessen gestern im Schloßhofe erbeutet hatten: auf den Pferden 
er Geschütze und Munkionswagen saßen unter sicherer Aussicht 
»ie französischen Fahrer. 
(Fortsetzung folgt.) 
Ordonnanzritte 1870/71. 
(Fortsetzung.) 
hrochener Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Truppen 
lmählich ein Zustand der Erschöpfung eintreten würde. 
Zunächst kam es aber darauf an, die Armeeabteilung des 
zroßherzogs so zu verstärken, daß mit der ihr gegenüberstehen⸗ 
en Armee, die vom General Chanzy befehligt wurde, end⸗ 
ältig abgerechnet werden konnte. Da es nun wahrscheinlich 
hien. daß diese französische Armee sich vor deutschen Ver—⸗ 
ärkungen in westliche Richtäng, zunächst hinter den Loiresluß. 
zeiter aber in die weiten Landschaften der Bretagne zurück⸗ 
ehen würde und die ihr gegenüberstehenden deutschen Abtei— 
ungen so zu weiten, sie von Orléans und dem ins Auge 
waßten Kriegsschauplatz abziehenden Verfolgungsmärschen ver— 
nlassche würde, so beschloß Prinz Friedrich Karl im Ein— 
erständnis mit dem Großen Hauptquartier in Versailles, von 
em beabsichtigten Vormarsch nach Süden zunächst Abstand 
a nehmen, dafür aber seine sämtlichen Streitkräfte gegen 
en General Chanzy zu versainmeln, um dessen Armee womöglich 
ernichtend zu schlagen und durch Verfolgung zu zertrümmern. 
as augenblicklich in Orléans und südlich davon sich befindliche 
O. Armeekorps wurde angewiesen, noch am Abend des 10. De—⸗ 
einber mit einem Teile seiner Sitreitkräfte bei Meung zum 
ingreifen in ein Gefecht des Großherzogs bereitzustehen. 
'as 3. Armeekoros. das 8153 Meilen oberhalb Orlé6ans bei 
zien sich befand, erhielt Befehl, mit der 1. Kavallerie-Din 
ision auj Orléans zu marschieren und dort am anderen Abend, 
so am 10. Dezember, mit seinen Hauptkräften einzutreffen. 
zon da sollte es nach Umstaänden auf dem rechten oder auf 
em linken Loireuser den übrigen Armeeteilen folgen. Unser 
3.) Armeekorps sollte Vienne gegenüber von Blois erreichen, 
ortt womöglich sich der unversehrten Brücke bemächligen und 
eiter Leir. abwäris gegen Amboise und Tours aufklären. Den 
uf Nevers und Bourges zurückgewichenen französischen Armee⸗ 
orns gegenüber blieb in der Sologne nur noch die 6. Ka⸗ 
aller'e⸗Tivision mit schwachen Infantere-Abfeilungen stehen. 
Der heftige Widerstand, den der Großherzog bei Beau— 
jency und nördlich davon bis zum großen Wald bei Marchenoir 
sefunden hatte, und der jetzt nach dreitägigen, wenn auch im 
inzelnen für den Großherzog siegreichen Kämpfen noch nicht 
zebrochet. war, brachte eine Aenderung in den Anschauungen 
ver Führung zuwege. Es war klar geworden, daß dem Groß— 
jerzeg nicht Truppenabteilungen, sondern eine Armee gegen—⸗ 
iberstand. Zu den beiden in den ersten Dezembertagen auf 
dem linken französischen Flügel im Kampfe gewesenen beiden 
Armeekorps (16. und 17.), welche am 3. und 4. Dezember 
»em Andringen des Großherzogs gegen Orléans seitlich in 
westuche Richtung ausgewichen waren und an der großen 
Straße des rechten Loireufers durch eine frische zum Schutze 
yon Tours vorgeschichte Divisiton (General Cumo) Aufnahme 
jefunden hatten, war noch ein ganz neues Armeekorps (21.) 
zestoken. So hatte der Großherzog eine Armee zu be— 
ämpfen, die an Zahl seinen durch Schlachtverluste, Abgang 
in Kranken und Erschöpften, durch Gefangenentransporte und 
Kommandos aller Art arg zusammengeschmolzenen Divisionen 
zei weitem überlegen watr. Dazu lam, daß in der 2. Armee 
ich der Mangel an Munition bereits empfindlich fühlbar 
nachte. Namentlich für die Artillerie war außer der Protzen⸗ 
Munition mur noch sehr geringer Vorrat in den Kolonnen vor—⸗ 
zanden. Auch mit der Bekleidung und Ausrüstung sah es sehr 
chüumm aus. Nachschübe von Streitern, an Munition, Be— 
ie'dung hatten die Truppen bei ihren unausgesetzten Vor— 
näuschen und bei der weiten Entfernung von der Heimat 
ie erreichen können. Auch die Verpflegung war bei den täg⸗ 
ichen Märschen und Kämpfen, die fast immer erst mit der 
unkelheit ihr Ende fanden, eine höchst unregelmähige und 
Arftige. Die Gefohr laa nabe. daß bei weiteren ununter—
	        
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