Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Sonnabend, den M. Februar 10911. 
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Ausgabe A. 
Morgen⸗Blatt Kr. 76. 
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Tagesbericht — 
Lüubecd, 11. Febr. 9 
hereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung 
zu Berlin. 
Im Anschluß an das geitern GSreitag) veröffentlichte Pro⸗ 
zramm der Lübecker Tage (II. bis 13. Febr. einschl.) der 
Studienreise dieser Vereinigung nach Lübeck, Kiel und Samburg 
onnen wir zur Orientierung über den Zwed dieser Studen- 
reise nachfolgendes unseren Lesern milteilen: Die Fortbildungs⸗ 
hurse der mit dem preußischen Kultusministerium in enger 
Sindung siehenden Vereinigung fur staatswissenschaftliche 
Fortbisdung sind fur Perfonen bestimmt. welche neben all— 
emeiner Bildung auch eine gewisse staatswisienschaftliche Schu⸗ 
— 
veuerung oder Vertiefung ihrer Kenntnisse im Bereich der ju⸗ 
ristischen und wirtschaftlichen Staatswissenschaften erstreben. In 
der Hauptsache verfolgen die Kurse den Zweck, die rechts⸗ 
und staatswissenschaftlichen Kenntnisse der höheren Beamten 
in Ergänzung der jurisftischen Studienzeit zu erweitern und 
zu vertiefen. Dies geschieht vornehmlich durch Vorträge aus 
den genannten Gebieten. Da aber Vorträge allein nur un⸗ 
zureichend ein lebendiges Bild von der Eigenart und den Be— 
dürfnissen des gewerblichen Lebens zu geben vermögen, wer—⸗ 
den regelmßig in den Lehrplan Besichtigungen gewerblicher 
Betriebe aufgenommen, die durch eigene Anschauung und per⸗ 
sönliche Berührung die praklischen Existenz⸗ und Arbeitsbedin—⸗ 
gungen der wichtigsten Betriebskategorien dem Verständnis der 
Teilnehmer nahebringen und deren Gesichtskreis erweitern sollen. 
Hierbei beschränkt man sich aber nicht allein auf Berlin, es 
werden vielmehr regelmähig Studienreisen unternommen. Eine 
solche Studienreise, die den Winterkursus 1910/11 beschließt, 
sührt die Teilnehmer vom 11. bis 18. Februar nach Lübeck, 
Kiel und Samburg. 
Um das Zustandekommen dieses außerordentlich umsassenden 
und in die Lübecer Verhältnisse eindringenden Programms 
hat sich in besonders entgegenkommender Weise Herr Se⸗— 
nator Dr. Vermehren verdient gemacht, der die Vereini⸗ 
gung bei den Vorbereitungen dieser Studienfahrt in der liebens⸗ 
würdigsten Weise unterstützt hat. 52 
zebracht sein, daß Christiania und Gotenburg mit Ko pen⸗ 
hagen zusammen zu arbeiten versuchten, um die Bestre⸗ 
bungen zur Herstellung der Fehmarnlinie zu 
unterstutzen. 9 
Meisterprüfung. Die selbständigen Barbiere und 
Friseure Helmuth Johannes Friedrich Christian Koch, Rostock 
ind Wilhelm Otto Hans Schmalfeld, Lubeck, beide wohnhaft 
zierselbst, haben am 8. Febr. 1911 vor der Meisterprũfungs⸗ 
ommission für Barbiere, Friseure und Perückenmacher die 
Meisterprüfung bestanden. 
b. Stadttheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt man 
ins: Heute: „Versiegelt“, Oper von Blech, und „Das Nacht⸗ 
ager in Granada“. — Sonntag (3 Uhr): „Ein Walzertraum“. 
— Sonntag (7240 Uhr): „Hoffmanns Erzählungen“. Hoff—- 
mann: Herr Hans Siewert rom Hamburger Stadttheater 
ils Gast. — Montag: Einmaliges Gastspiel der Kal. Sächs. 
dammersängerin Era von der Osten von der Hofoper in 
Dresden: „Mignon“. „Mignon“ ist eine der hervorragend⸗ 
ten Darbietungen Frl. von der Ostens. Da sich ein ganz be⸗ 
»eutendes Interesse für dieses Gastspiel bemerkbar macht, dürfte 
s sich empfehlen, sich rechtzeitig gute Plätze zu sichern. — In 
Lorbereitung: „Der König“, Burleske von Caillavet. 
b. Liederabend Susanne Dessoir. Der für Montag ange— 
etzte Liederabend von Susanne Dessoir ist auf Dienstag. 
den 14. Febr. verschoben. Erfreulicherweise macht sich hierfür 
in reges Interesse bemerkbar. Die Künstlerin hat ihr Pro⸗ 
ramm für diesen Abend in vier verschiedene Gruppen ein⸗ 
jeteilt. Gruppe 1, „Lieder aus alter Zeit“, enthält Kom— 
ofitionen von Schulz, Himmel und ein altfranzsisches Lied 
„Chanson a boire“. Gruppe 2, „Romantische Lieder“, Lieder 
von Mendelssohn und Schumann. Gruppe 3, „Moderne 
Lieder“, umfaßt Lieder von Hugo Wolf, Behm und Strei her. 
die letzte Gruppe (6 Volks- und Kinderlieder) wird Susanne 
dessoir Gelegenheit geben, ihre Vortragskunft im vollsten 
hlanze zu zeigen. Dieses wird das letzte Kon— 
seert der Frau Dessoir sein, das sie in Lübeck 
eranstaltet, da sie beabsichtigt, nach Schluß der nächsten 
Konzert⸗Saison sich von dem Konzertsaal gänzlich zurück⸗ 
uziehen. 
b. Kunftge'schich Lche Lihtbildervortrüůüge im Museum. Heute 
pricht Herr Prof. v. Lütgendorff über die moderne eng⸗ 
lische Kunst. Es wird dies stinen Zuhörern um so lieber 
ein. als man zwar die Namen einiger der bekanntesten 
zertreter der Kunst in England, wie z. B. den von 
Bhistler kennt, im großen und ganzen aber sind die 
nglischen Maler unserer Zeit bei uns in Deutschland so 
uut wie unbekannt. Der Vortrag, es ist der vorletzte in 
iesem Winter, wird also sehr viel Neues bieten, worauf 
vir besonders aufmerksam machen. 
b. Leo Erichsen zum zweitermal in Lübed. Der lolossale 
krfolg, den Leo Erichsen mit seinem Vortrag „Der moderne 
Mensch, der persönliche Einfluß“ am letzten Dienstag er— 
ielte sowie der allseitig ausgesprochene Wunsch, den inter— 
ssanten Vortrag zu wiederholen, veranlassen den berühmten 
kxperimentalpsychologen, am Freitag, dem 17. Febr., hier 
ioch einmal aufzutreten. Karten sind schon jetzt bei F. W. 
kaibel erhältlich. (Siehe Inserat.) 
b. Literarische Gesellschafi zu Lübeck. Montag, 13. Febr. 
bds. 8 Uhr, wird im Kolosseum die Hamburger Rezitatorin 
klse Levetzow aus den Werken Hamburger Dichter vor— 
tragen. Ueber die Künstlerin schreiben hannöversche Blätter 
4. a.: „Es waren Perlen aus dem Kranze moderner Dichtungen, 
die sie vortrug. Mit einem wohlklingenden, modulations— 
ähigen Organ verband sie eine ruhige, vornehme Art des 
Vortrages, wodurch ihre bis zur Vollendung ausgebildete 
Sprechweise erst recht zum Vorschein kam“ 
b. Neues Reftaurant. Sonntag, den 12. Februar, er⸗ 
yffnet Herr Hans Fick, der seit über 10 Jahren die Wirt— 
chaft Glockengießerstraße 81 innehatte, die neuerbaute, mit allem 
domfort eingerichtete Wirtschaft Königstraße 24, Ecke Pfaffen— 
trahe. Herr Fick, in allen Kreisen ein beliebter Wirt, wird 
einen Gästen atuch in seinem neuen Lokale den Aufenthalt so 
ingenehm wie möglich machen. Zwei nette Klubzimmer wer⸗ 
den Vereinen Gelegenheit geben, Versammlungen abzuhalten. 
Auch wir wünschen dem rührigen Wirte ein gutes Gedeihen im 
neuen Heim. 
hatte, gab er an, daß er zu seinem Vergnägen ins 
Wasser gesprungen sei und dies auch schon öfter getan habe 
Die gleich darauf eintreffende Sanitätswache brachte den Mann 
m Krankenwagen nach seiner Wohnung. Hoffentlich hat das 
alte Bad keine nachteiligen Folgen sur seine Gesundheit. 
Schles wig⸗ Holstein. 
Kiel, 11. Febr. Die Mittelmeerreise des 
Kaisers. Die Kaiserjacht „Hohenzollern“ und dos De— 
weschenboot „Sleipner“ haben jetzt Befehl erhalten, die Mittel⸗ 
neerreise anzutreten. Beide verlassen Kiel am 26. Febr. und 
jiehmen in Venedig den Kaiser zur Fahrt nach Korfu an Bord. 
— In eine Lohnbewegung sind die Schneidergesellen 
ingetreten. Sie haben den vor drei Jahren geschlossenen 
Arbeitsvertrag zum 1. April gelkündigt und fordern eine Lohn⸗ 
rhöhung von 20 Proz. im Durchschnitt. An der Lohnbe⸗ 
vegung sind insgesamt 48 deutsche Städte beteiligt. — Die 
dandesversicherungsanstalt hat dem Gaardener Turn⸗ 
zerein zum Bau einer Turnhalle ein Darlehen von 100000 
Mark gewährt. — Ein Raubzug von Hamburg nach 
diel. Die hiesige Strafkammer verhandelte Donnerstag gegen 
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diel vereinigt hatten. Es waren die Arbeiter Ahlmann, Dahl 
uvd Kolm. In Kiel hatten sie beim Kaufmann Sonnenberg 
ür 2600 MOffizierseffelten und Leibwäsche und bein Kauf—⸗ 
nann Tannenwald für 700 MuGarderobe gestohlen. Von Kiel 
varen die Drei mit ihrem Raube zu Fuß nach Elmschenhagen 
jegangen und von dort mit der Bahn nach Hamburg gefahren, 
vo sie fast den ganzen Raub verkauft hatten, als sie der Polizei 
n die Hände fielen. Der Arbeiter Ahlmann, der auch wegen 
eiratsschwindels von Frankfurt a. M. verfolgt wird, wurde zu 
3 Jahren Zuchthaus und 600 MeGeldstrafe, der Arbeĩter Dahl 
uu 23 Jahren Zuchthaus und der Arbeiter Kolm zu 22 Jahren 
Sefängnis verurteilt. Bei Verkündigung des Urtei's schlug der 
Arbeiter Dahl mit der Faust auf den Tisch und schrie zum Ge— 
richtshof hinüber, die Strafe wäre viel zu hoch. Wenn man ihn 
so bebandle, dann werde er ein gemeingesährlicher Verbrecher 
werden. 
Altona, 11. Febt. Auf ein 50jähriges Be— 
tehen blickt am 15. Febr. die Buchdruckerei und Verlagsanstalt 
Chr. Adolsf (Altonger Tageblatt) hierseibst zurück. — Der 
Prozeß wegen der Bada-Margarine becint in 
April d. J. Gegen den Geschäftsführer der Al'onaer Marga 
inewerke Mohr & Co. G. m. b. H. J. H. Mohr, ist An— 
lage erhoben wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgeset 
n Verbindung mit fahrlässiger Körperverletzung. Die Vertei— 
digung des Angeschuldigten wird der Landtagsabgeordnete 
Justizrat Waldstein sühren. — Geborgen wurde in der 
ẽlbe beim Fischnarkt die Leiche eines Unvekannten, 
eines etwa 25 Jahre alten Mannes. Au'ch itend handelt es 
iich um einen Bedienten, da der Tote mit eĩner Art Livree 
belleidet ist. Die Leiche wurde in die Leichenha'le geschafft. 
—chleswig, 11. Febr. Die städt. Kollegien be— 
leten den HaAushaltungsplan für 1911, der mit 081 000 
Mark in Einnahme und Ausgabe aësHhließt. Der Etat wurde zwar 
durchberaten, ein Abschluß konnte jedoch nicht er o'gen, weil keine 
kinigung über die Höhe des Gewerbesteuerz sHlages zu erzilen 
var. Kämmerei und Magistrat schlagen eine Erhöhung aller 
Steuerzuschläge um 30 0 vor. Damit steigen die Zuschläge zur 
finkommensteuer und zur anAeun⸗ pon 27 auf 270 60, 
»er Grundsteuer von 270 auf 3000/, oder von 40/00 auf 52/00. 
Segen die Erhöhung der Gewecoe euer um 39 0bur en Be⸗ 
denken geltend gemacht, diese Steuerart sei eine Doppelbe teuerung 
und von einem lleinen Teil der Einwosnerschaft zu tragen. 
Helgoland, 11. Febr. Verstärkung der Gar— 
nison. Nach Fertigstelung der im Bau begrissenen Kaserne 
werden hier bei der Matrosenartillerie weitere 300 Mann 
Perm werden, so daß dam die Garnison 800 Körfe stark 
ein wird. 
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Die Sandelskammer in Christiania über die Fehmarn⸗ 
linie. Nach dem Vorgange Hamburger, Lübecker und dänischer 
Kaufmannskreise hat jetzt auch die Handelskammer in 
Lhristiania der sogenanten Fehmarnlinie ihr In— 
teresse zugewandt und, wie berichtet, beschlossen, zum 
zwecke der Förderung dieles Planes mit der Handelskammer 
n Gotenburg in Verbindung zu treten. Wie die Zeitung des 
Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen mitteilt, denken sich 
die Fürsprecher der Fehmarnlinie ihre Verwirklichung in folgen— 
der Weise: Von Hamburg bis Lüube sollen die Durchgangs⸗ 
züge der Lübec —Büchener Eisenbahngesellschaft benutzt 
werden. Für die Strecke von Lübed bis Neustadt in Hol—⸗ 
lein soll die hierfür projektierte Linie dienen, zu deren Ver—⸗ 
wirklichung sich schon eine Aktiengesellschaft gebildet hat. Von 
Reustadt ab will man die schon bestehende Eisenbahnlinie nach 
heiligenhafen benutzen, und von dort muß nach Fehmarn hin— 
über entweder ein Tunnel oder eine Eisenbahnbrücke gebaut 
werden. Von Fehmarn hätten Dampffähren die Verbindung 
bis nach Rödby auf Laaland herzustellen, über welche Strece 
die Fahrt etwa 50 Minuten dauert. Von Rödby hat Däne— 
mark eine Eisenbahn nach Nyköbing auf Falster zu bauen, 
vomit die Schnellzuglinie Giedser—Kopenhagen erreicht wäre. 
Der dänische Postmeister Kornerup rechnete in einem Kopen⸗ 
hagener Handelsblatt die Vorteile auf, die in postalischer 
Beziehung für Skandinavien folgen würden. Die Abend— 
posten von London, Paris und Hamburg könnten, wenn sie 
über Fehmarn gingen, in Kopenhagen mit der ersten Bestellung 
heforgt und mit den ersten Morgenzügen nach Nordseeland, 
Fotenburg, Christiania und Drontheim sowie nach Stock 
holm befördert werden. Auch in südlicher Richtung wären die 
Vorteile bedeutend, da es möglich sein solle, daß die Strecke 
Kopenhagen —Hamburg über die Fehmarnlinie mit Leichtig⸗ 
keit in sieben Stunden zurüdgelegt werden könne. Lege man 
dies zugrunde und gehe der in der Nacht südwärts ver— 
kehrende Zug um 12 Uhr nachts von Kopenhagen ab, würde 
man mit dem Zug, der 7 Uhr morgens Christiania verlasse, 
iber Kopenhagen —Fehmarn — Samburg in 3934 Stunden nach 
Paris gelangen. Jetzt dauere diese Reise (ũber Saßnitz) 48124 
Stunden. Es würden also neun Stunden gespart werden. 
Eine ähnliche Zeitersparnis würde auch betreffs Stockholms 
tattfinden, indem die Reise von dort jetzt etwas über 45 
Stunden in Anspruch nehme, während sie über Fehmarn in 
etwas über 36 Stunden ausgeführt werden könnte. Was die 
bdandelsklammer in Chriftian ia betrifft, so erklärte der Vor—⸗ 
itzende Bankchef Andersen Nars, die gegenwärtige —osper— 
bin dung mit dem Festlande wäre weniger gut, und es würde 
eine bedeutende Verbesserung sein, wenn eine neue Verbindung 
mit Hamburg über FehmarneLuübeg eingerichtet werden 
rönnte. Dadurch würde die Fahrzeit nach Samburg 23 
Stunden verkürzt werden. Für das ganze westliche Schwe—⸗ 
den und vermutlich auch für Stodholm wurde die Fehmatn- 
linie die beste Verbindung mit Westeuropa werden. Die 
bandelskammer nahm schließlich eine Reso— 
lution an, worin ausgesprochen wurde, daß die 
Intexessen Gotenburge und Christ an es delteffte 
der Linien südlich von Gotenburg zusammen— 
tielen. Es wäre daher sehr erfreulich, wenn man 
gemeinschaftlich bei den schwedischen Eisenbahnbehörden er— 
wirken könnte, daß die Zuggeschwindigkeit auf der 
Stredce Gotenburg — Malms ebenfso hoch ge— 
bracht würde, wie auf der Strece Christignine 
Stodholm. Da es von wesentliche mItereffe 
dei, daß man die schnellste Verbindung mit Ham— 
burg erziele und es stets ein Umwegsein müsse, 
wenn der Verkehr über Saßnitz geleitet werde, 
würde es von großer Bedeutung sein, wenn die geplante 
neue Linie über Fehmarn zustande läme. Wenn dies die 
Sandelskammer in Gotenburg interessierte würde es an— 
Großherzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübed. 
Oldenburg, 11. Febr. Landtag. Der Verwaltungs⸗ 
russchuß berichtet über den Entwurf eines Gesetzes für das 
Fürstentum Lübed betr. den Anschluß der Aerzte des Fürsten— 
ums Lübecd an die Aerztekammer der Preuß. P ori z3 S leswin⸗ 
Solstein 1. Lesung. Die Mindecheit des Ausschusses beantragt 
Ablehnung die Mehrheit Annahme des Gesetzentwurfs. 
Abrensbök, 11. Febr. Chausseebau. Die noch un— 
pollendet gebliebene Strecke dier vor einigen Jahren neu ge⸗ 
zauten Chaussee Ahrensbök —Schwochel, in einer Länge von un— 
gefähr 12 Km, beim Flecken Ahrensbök anfangend nach Flör⸗ 
kendorf zu. ist jeßkt quch in Angriff genommen worden. 
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Sanfestãdte. 
Hamburg, 11. Febr. GKleine Nachrichten.) Eine 
Jagd über die Dächer erregte Mittwoch in der Gegend 
wischen Schwanenwik und der Armgaristraße Aussehen. Bei 
er Polizeiwache war die Meldung eingegangen, daß sich im 
zause Schwanenwik 26 zwei Bodeneinbrecher eingçe— 
chlichen hätten und von einem Hauseinwohner eingeschlosten 
vorden seien. Zwei Kriminalbeamte begaben sich an Ort und 
Stielle, sanden aber auf dem Boden niemand vor, doch stand 
»as Dachsenster offen. Die Beammien verfolgten die Spur 
iber mehrere Dächer hinweg und fanden schließlich auf dem 
Hᷣrundstück Armgartstraße 2 wieder ein Dachfenster geöffnet. 
nun wurde der Boden abgesucht und man entdeckte in einem 
ngersteck zwei in Altona wohnende Schlossergeselsen. In ihrem 
zesiiz fand man eine Anzahl Einbruchswerkzeuge vor. Beide 
ind trotz ihres noch jugendlichen Alters von 23 und 21 
zjahren als gefährliche Bodeneinbrecher bekannt. 
Bremen, 11. Febr. Ein eigenartiges Vergnil— 
gen leistete sich in der Nacht zum Donnerstag gegen 3 Uhr 
ein in der Gr. Krankenstrahe wohnhafter Arbeiter auf der 
zroßen Weserbrücke. Dort bemerkten einige Passanten, wie 
ein Mann auf das Brückengeländer kletterte und in die Weser 
prang. Als sie nach der betreffenden Stelle eilten, be— 
nerkten sie den Mann im Wasser schwimmend, wie er dem 
Ifer zustrebte. Einer der Passanten bestellte sofort die Sa— 
nitätswache, während die anderen nach der Stelle eilten, 
wo der Schwimmer voraussichtlich das Ufser erreichen würde. 
hzier halfen sie ihn aus dem Wasser und erkundigten sich 
ei ihm nach dem Grunde seiner nächtlichen Badepartie. Nach- 
ꝛem der Mann das Wasser aus seinen Kleidern geschättelt 
Großherogtümer Megdlenburg. 
Rehna, 11. Febr. Diebe drangen vor einigen 
Tagen in das Herrenhaus des Gutes Lehsen, und egreen sich 
rus dem Eßzimmer Sslbersachen im Were von 3000 Mäan. 
Sie erbrachen auch im Wohnzimmer einen Schreibtisch, in dem 
sie für etwa 10 MeBrifmarken vorfanden. Auch das Postbuch 
hieben sie mitgehen. Der Besitzer ließ sodort nach Entdeckung 
des Einbruchs den Volizeihund „Prinz“ aus Lübeckkommen. 
Derselbe konnte aber die Spur nur eine Strede aufnehmen. 
da die Diehe webaauerih die Rakn benutzten. 
Lustige Ecke. 
Die Serviette. Die Lehrerin ist zum Abendessen bei 
hen gebildetsten Leuten des Dorfes. Der Hausherr allein be⸗ 
ommt eine Serviette und fordert auch eine für „Fräulein“. 
Darauf die Hausfrau: „Fräulein kledert doch nicht!“ 
— Zeitgemaäß. „Sie haben jeden Sonntag einen Schweren 
Reiter in der Küche?“ Mein einziger Wintersport, 
znädige Frau!“ — Aus der Schule. Lehrer: „Was bindet 
uins Menschen zusammen und macht uns besser, als wir von 
Natur sind?“ Schülerin: „Das Korsett!“ — Dann 
reilich! „Peter erzählte mir, sein Holzbein hätte ihm letzte 
Nacht so wehe getan.“ „Unsinn! Wie kann ihm das Holzbein 
vehe tun?“ „Seine Frau hat ihn damit verhauen.“ 
Jugend.) — Anerkennung. Richter: „Ich hätte nicht 
deglaubt, Sie so rasch wieder hier zu sehen!“ Strolch: „Ja, 
wissen S'. die Polizei hat halt kolossale Fortsßrine, 
1em 4141—
	        
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