Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

will sie später verloren haben. Unfang vorigen Jahres langte 
er sich durch ein offenstehendes Schlafstubenfenster der Zarpschen 
Wohnung einen Tesching, den er dann auf dem elterlichen 
Boden versteckte. Etwas später stieg er durch das offenstehende 
Fenster in die Schlafstube des Zarp hinein und holte sich 
ine Schachtel mit Patronen aus einer Waschtischschieblaäde heraus. 
Der Angeklagte ist 14 Jahre alt, er besitzt die zur Erkenntnis 
»er Strafbarkeit seiner Handlungen erforderliche Einsicht, ist 
aber doch nach sachverständigem Gutachten geistig nicht voll 
zuf der Höhe. Das Gericht erkennt gegen ihn auf die Strafe 
»es Verweises und auf eine Gefängnisstrafe von 3 Tagen. — 
Wegen Diebstahls wird ferner gegen die ijugendlichen 
Tischlerlehrlinge Friedrich Ba. und Karl Wi. aus Eutin ver— 
jandelt. Angeblich um Selterswasser zu suchen und eventuell 
zu trinken, gingen die Angeklagten am Sonntag, dem 11. Dez. 
1910, nach dem unbewohnten und verschlossenen Restauraut 
„Schwentinenthal“ bei Eutin. Beide zogen ihre Stiefel aus 
ind stellten sie vor die Tür des Haupteinganges, durch die 
ie zunächst in das Haus eindringen wollten. Da ihnen dies 
nicht gelang, gingen sie zu einem Kellerfenster. Mit einem 
Schraubenzieher erbrach B. gewaltsam das Kellerfenster und 
tieg durch dasselbe in das Haus. Er öffnete dann von 
nen die Küchentür und ließ W. rein. Selterswasser fanden 
ie nicht, wohl aber ein Paket Postkarten, von denen W. etwa 
O0 Stück einsteckte, und ferner zwei Schlüssel. Als sie dann 
Tritte im Hause hörten — diese rührten von dem zum Wächter 
des Hauses bestellten Arbeiter Völcker her, der die Stiefel 
nor dem Haupteingange hatte stehen sehen und nun revidieren 
vollte —, flüchteten beide durch eine Dachluke auf das Dach 
des Sauses, wo sie so lange blieben, bis Völcker sich ent⸗ 
ernte. Letzterer hatte die Stiefel der beiden Angeklagten in 
ein Zimmer des Hauses gestellt und das Zimmer verschlossen. 
Nachdem Völcker sich entfernt hatte, brachen die Angeklagten 
n das Zimmer ein und entfernten sich dann unter Mitnahme 
hrer Stiefel. Die Postkarten hatte W. schon vorher auf dem 
dausdache weggeworfen. Wegen dieser mehr einem unüber— 
egten Jungensstreich ähnelnden Handlung wurden die Ange— 
TJagten zur Strafe des Verweises verurteilt. — Wegen 
Diebstahls erscheint noch eine fernere jugendliche Person 
auf der Anklagebank, nämlich das Laufmädchen Frieda Ga. 
pon hier. 13 Jahre ist die Angeklagte alt. Sie stand in 
Beschäftigung bei dem Kaufmann Wi. hier. Schon am 27. Nov. 
1910 schlich sie sich in den Laden ihres Dienstherrn, in dem 
niemand anwesend war, und versuchte mit einer Feile, die 
m Laden lag, die Ladenkasse zu erbrechen, um Geld zu 
tehlen. Aus Angst aber, daß sie bei der Tat überrascht 
werden könnte, stand sie vor Vollendung von ihrem Vorhaben 
ab, trat also freiwillig von der Ausführung der Straftat zurück. 
Bald aber kam ihr das ins Gereuen. Am Abend des 1. Dez. 
wußte sie ihre Herrschaft im Theater, war also vor Ueber— 
raschung sicher. Nach Schluß der Geschäftszeit verschloß sie nur 
cheinbar die vom Laden in einen dahintergelegenen Raum 
ührende Tür. Als die Herrschaft fort war, schlich sie sich 
zurch diesen Raum in den Laden. Der Laden war durch 
ine Straßenlaterne hinreichend beleuchtet. Sie nahm wieder 
zie Feiler nd brach nunmehr die Ladenkasse auf, deren In— 
jalt im Gesamtbetrage von 59 M50 Pf. eignete sie sich an. 
In den folgenden Tagen hat sie etwa die Hälfte des Geldes 
um Ankauf von Spielsachen, Bilderbüchern und Näschereien 
berausgabt. 27 Muwill sie aus der Tasche ihres Jacketts 
erloren haben. Dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend 
vird die Angeklagte zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. — 
Vegen Unterschlagung und Urkundenfälschung 
jat sich die Ehefrau Katharine F. aus Hobbersdorf zu ver—⸗ 
intworten. Im Mai 1910 erhielt sie von einem in Barkau 
vohnenden Arbeiter 3Z M833 Pf. mit dem Auftrage, dieses 
Held für ihn einem Krämer in Gleschendorf zu überbringen. 
die Angeklagte befand sich derzeit in großer Not. Sie be— 
zielt deshalb von dem Gelde 2 Mefür sich und gab dem 
träner nur 1M 33 Pf. Um sich nun aber den Besitz 
der 2 Mezu erhalten, fertigte sie selbst eine Quittung des 
Krämers über 3 M 83 Pff. an und gab diese Quittung 
hrem Auftraggeber, der sie für echt hielt. Erst im Oktober 
910 stellte sich die Fälschung heraus. Die Angeklagte hat 
dann die 2 Mösofort bezahlt. In Rüchssicht darauf, daß die 
Angeklagte aus Not zur Tat getrieben war, wird sie zu einer 
vesamtstrafe von nur 12 Tagen Gefängnis verurteilt. — 
Vegen Beleidigung hat sich der Landmann Friedrich 
Sp. aus Echorst zu verantworten. Der Angeklagte sandte am 
26. Oktober 1910 an die Regierung in Eutin eine von ihm 
derfaßte und unterschriebene Beschwerdeschrift ein, in der er 
die Behauptung aufstellte, der Stockelsdorfer Gemeinderat lasse 
ich bei seinen Beschlüssen über die Aufnahme von Gemeinde— 
bürgern von Parteirückssichten leiten. Der Gemeinderat fühlte 
ich dadurch beleidigt und stellte Strafantrag. Die 
Beweisaufnahme ergibt, daß den Gemeinderat in 
einer Geschäftsführung irgend ein Vorwurf nicht 
reffen kann, daß aber auch andererseits der 
Angeklagte nur in Wahrnehmung berechtigter Inter⸗ 
»jsen gehandelt hat. Da auch aus der Form der eingereichten 
Beschwerde sich für eine Absicht, beleidigen zu wollen, nichts 
⸗ergibt, so erkennt das Gericht auf Freisprechung. — Wegen 
schweren und ini Rückfall begangenen Dieb— 
tahls haben sich der Arbeiter Joachim Li. aus Moisling 
uind der Arbeiter August Re. von hier zu verantworten. 
Letzterer hatte früher ein Jahr lang im Pastorat zu Genin 
als Hausknecht gedient, er kannte daher die dortigen Lolali—⸗ 
äten genau. Nach vorheriger Verabredung begaben sich die 
Angeklagten in der Nacht zum 27. Dez. v. J. nach dem Pastorats⸗ 
grundstüdt. das sie durch den unverschlossenen Eingang be— 
raten. Zu einer auf dem Grundstück befindlichen Scheune 
erschafften die Angeklagten sich dadurch Zutritt, daß Li. ein 
etwa 11m über dem Erdboden belegenes Fenster nebst Fensler⸗ 
reuz zertrümmerte und herausriß. Beide stiegen dann in die 
Scheune hinein und gelangten so in den Sühnerstall. Dort 
ꝛrgriff Li. nach und nach acht Hühner, riß ihnen die Köpfe 
1b und sleckte sie in einen zu diesem Zweck mitgebrachten 
ind von Re. offengehaltenen Sach. In einem Schweinestalle 
»es Armenhauses zu Genin wurde die Beute zeteilt. Li., 
der außer wegen Diebstahls wiederholt wegen gewerbsmäßiger 
Hehlerei bestraft ist, erhält 2 Jahre Zuchthaus, Re., der 
weimal 'wegen Diebstahls bestraft ist, erhält J Jahr Gefänug— 
nis. Beiden werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre 
werkannt. — Wegen Diebstahlsverbrechens hat sich 
der Handlungsgehilfe Julius K. aus Meldorf zu verantworten. 
Am 16. Dez. v. J. gegen 11 Uhr vormittags betrat der An— 
zeklagte das Haus Sandstr. Nr. 14, angeblich, unn wegen 
Arbeit anzufragen. Da er im Erdgeschoß niemand antraf, 
riß er die in demselben Hause belegene Eingangstür zunm 
Zigarrenlaäden des Kaufmanns Prott, die verschlossen war, 
it folcher Gewalt auf, daß dadurch am oberen Türrahmen 
u Holz absplitterta und das Türschloß sich verboa. Daun 
etrat er den Laden und durchsuchte verschltedene unve?z— 
chlossene Behälter. Dabei eignete er sich an: 65 Mebares 
Held, für 1M 20 Pf. Briefmarken, eine Taschenuhr und etwa 
00 Zigaretten. In seiner Tätigkeit wurde er durch den 
ßeschäftsinhaber gestört. Er ergriff die Flucht und entkam 
ber Nachbargrundstücke, wurde aber noch an demselben Tage 
erhastet. Die Uhr hatte er inzwischen versetzt. In Rüdsicht 
ruf seine Jugend, er ist 21 Jahre alt, kommt der Angerlagte 
nit 10 Monaten Gefängnis davon. 
Die „Vaterstädtischen Blätter“ Nr. 6 werden mit der 
eutigen Nummer ausgegeben. Inhalt: Polstdirektor August 
daniels ̃. (Mit Bildnis. — Heinrich Eickmann F. (Mit 
Zildnis und Abbildung.) — Stille Ferien in Lübeck. — Konsul 
Hodars Kinder, — Wochen-Chronik. 
d. Vorlesungen der Oberschulbehörde. Die Reihe seiner 
Vorlesungen über „Moderne Strömungen in der körperlichen 
ẽErziehung“ beginnt Turninspektor Kar Möller (Altona) 
im kommenden Mittwoch, 8. Febr., abends 824 Uhr, mit 
er Behandlung des Themas: „Ein Jahrhundert der Entwick— 
ung vom Jahnschen Volks⸗ bis zum Spiehschen Schulturnen“. 
der Vortragende wird dabei auch besonders die Quellen be— 
andeln, aus denen die modernen Reformbestrebungen hervor⸗ 
edrungen sind. Da es im Frühling dieses Jahres gerade 
00 Jahre werden, daß F. L. Jahn das Turnwesen begrün—⸗ 
ete, dürfte der angekündigte Vortrag auf allgemeines In— 
eresse rechnen, zumal der Name des Turnvaters zwaäar in 
ller Munde ist, von seinem Wirken, Wollen und Leben jedoch 
uur bei Wenigen nähere Kenntnisse angetrosfen werden. Der 
bortragende beabsichtigt, im weiteren Verlauf der Vorlesungen 
ine Webersicht über alle bezüglich der körperlichen Erziehung 
rufzuwerfende Fragen hygienischer, ästhetischer und pädagogischer 
Art zu geben und diese durch eine reiche Sammlung van 
richtbildern zu ilkustrieren. 
b. Die Vorsührung der Oberammergauer Vafsionsspiele in 
Wort und Bild findet morgen, Montag, den 6. Febr. im 
3tadthallensaal statt. Karten lei F. W. Kaibel und an der 
Zzaalkasse. 
b. Prof. Marcell Salzer, dessen einziger hiesiger Abend 
n dieser Saison am Donnerstag, dem 9. Febr. im Marmorsaale 
tattfindet, wird an diesem Abend ein ganz neues, hier noch 
sicht gehörtes Programm, das gelegentlich seiner Vortrags— 
bremièren in den deuischen Großstädten jubelnden Beifall 
nausverkauften Sälen errang, hier zum ersten Male zur 
ufsführung bringen. Der Kartenverkauf befindet sich in den 
zänden der Firma F. W. Kaibel, Breite Straße 40. 
b. Der Lehrer⸗Gesangverein begeht Donnerstag, .. Febr., 
n Kolosseum seinen 2. Gesellschaftsabend in einem Rahmen, 
»er sich nun schon seit mehreren Jahren im Verein einge— 
zürgert hat. Der Abend wird auch diesmal durch eine Vor— 
ragsreihe eingeleitet, für die Mitglieder und Freunde des 
Lereins ihr Können zur Verfügung gestellt haben. Nach 
inigen Geigensolis wird ein stets gern gehörtes Mitglied 
nehrere Lieder für Bariton singen. Dann wechseln Lieder 
ur Laute mit gleiche Stimmung auslösenden Deklamatidnen 
ib. Den Schluß der einleitenden Vorträge bildet ein Humor— 
oller Einakter „Ich kündige“, der ein Mitglied des Vereins 
‚um Verfasser hat. Der Rest des Abends ist dem Tanz ge— 
vidmet; es sollen diesmal vorwiegend Walzer getanzt werden. 
b. Leo Erithhen in Lübich. Für die Neuschöpfung des be— 
annten Psychologen: „Der moderne Mensch — der 
ersönlhiche Einfluß“ am nächsten Dienstag im 
Parnmiorsaal macht sich, wie vorauszusehen war, ein 
esonderes Interesse bemerkbar. Die gesamte Presse urteilte 
a glänzender Form über diesen Vortrag; so lesen wir im 
deipz. Tageblatt: „Der bekannte Experimentalpsychologe Leo 
rrichsen brachte im Krystallpalaste eine hochinteressante Neu— 
höpfung zum Vortrag, indem er die Ergebnisse der mo— 
ernen psychelogischen Forschung in ihrer Nußbarmachung für 
as prallische Leben zeigte .. . .. Es ist unmöglich, an dieser 
ztelle auch nur in aller Kürze zu wiederholen, in welch 
esselnder Weise Erichsen dieses wichtigste Forschungsergebnis 
er modernen Psychologie vortrug . .. So gab ver Vor— 
rauende von neuem den Beweis: Leo Erichsen it auf dem 
ßebiete der Neugedankenlehre der König, der mit der zwin— 
jenden Gewalt seiner Beweisführung die Hörer zu seiner 
zeerfolge ruft“, und die Weimarsche Zeitung schreibt: „Es 
t unmöglich, auch ssur einigermaßen durch das gedruckte 
Vort die Wirkung zu erzielen, die Herrn Erichsens Ausfuüh— 
ungen über versönlichen Einfluk sichtbar auf die Numesenden 
nachten.“ 
b. Lübecker Liedertafel. Wir werden gebeten, darauf hin— 
uweisen, daß das Konzert in den Sälen des Stadttheaters 
seute abend pünktlich 7, Uhr beginnt. Das Programm, in 
npelchem diesmal auch Chorwerke fein humoristischer Wirlung, 
bie der erst kürzlich ausgegebene Chor Albert Lortzings: 
Die verlorene Rivppe“ au Wort kommen. ist ein üukerit inter— 
ssantes. 
b. Susanne Dessoir, deren Liederabende auch bei uns in 
rübeck zu den ständigen Veranstaltungen gezählt werden 
zunen, wird am Montag, 13. Febr im Logensaal ihr 
ies winterliches Konzert geben. Das Programm umfahßt: 
Lieder aus alter Zeit“, „Romantische Lieder“, „Moderne 
ie der“, „Volks- und Kinderlieder“. Ihr ständiger Begleiter, 
err Bruno Hinze-Reinhold, hat sich zum Solovortraa die 
zallade op. 24 von Ed. Grieg gewählt. 
b. Jugendkonzert. Am Sonntag, 12. Febr. nachmittags 
Uhr veranstaltet Frl. Hedwig Plitt in der Aula des Jo— 
anneums ihr zweites dieswinterliches Jugendkonzert. Zur 
Nitwirkung hat die Veranstalterin Frl. Levetzow. Ham⸗ 
urg (Rezitation), sowie eine Triovereinigung, bestehend aus 
en BHerren Köhn (Klavier), Stumpf (Violine) und Torbach 
Violoncello) gewonnen. Eintrittskarten zu 40 und 60 Pf. 
ind schon jetzt bei F. W. Kaibel erhältlich. 
b. Der 5. Diskussionsnachmitiag des Neuen Frauenvereins 
indet am Dienstag, 7. Febr,e; nachm. 5 Uhr im Evangeli— 
Hen Vereinshause Fischstr. 17 statt. Frl. Martha Rösing 
bird sprechen über „Eine neue soziale Tätigkeit für die 
frauen Lübeds“. 
p. Der Verein für Gefundheitspflege besichtigt heute nach⸗ 
uittag, präz. 8 Uhr, die orthopädische Anstalt des Serrn 
dr. med. Meyer, Königstr. 17. 
b, Im Kaifer⸗Panorama ist diese Woche die Brülsseler 
Beltausstellung ausgestellt. Tausende Besucher aus allen 
ündern strömten dort zusammen, um selbst zu sehen und 
zeuge zu sein, was der starke Arm der Arbeit auf 
llen Gebieten geschaffen hat und zu leisten vermag, haupt⸗ 
ichlich um zu lernen. Der Vorzug, daß die Ausstellung 
ertaltnismäsßig klein und ühersichtlich geordnet ist. ermöglicht 
ein besseres, leichteres Durchwandern und Prüfen der dennoch 
reichen und interessanten Industrie-Abteilungen sowie sonstiger 
Sehenswiurdigkeiten. 
b. Im Fußßballwettsviel werden sich heute nachmittag 
iuf dem Sportplatz „Bürgerhof“, Israelsdorfer Allee, die 
ersten Mannschaften des „Libecker Ballspiel-Klubs“ und der 
„Lübecker Sport-Veretnigung“ gegenüberstehen. Es ist ein 
nteressanter Kampf zu erwarten Anfang 3 Uß— 
G. Trabemünde, 5. Febt. Der Gemeinnützige Ver 
ein hielt Freitag eine außerordentliche Versammslung ab, au 
der für unseren Badeort besonders wichtige Punkte besprochen 
wurden. Eine Neuordnung der Satzungen wurde dank eingehen— 
er Vorarbeit des Vorstandes schlank erledigt. Das Haupt— 
nteresse drehte sich um den Bau einer Kirchhofskapelle. Wie 
bekannt hat die Gemeindeverwaltung schon im Vorjahre dem 
Tirchenvorstand die Summe von 1500 Mäzugesichert als Bei— 
ilfe für den Bau einer Leichenhalle, deren Kosten mindestens 
000 Meubetragen müssen. Der Gemeinnützige Verein und 
eine Wnterabteilung, die Travemünder Sparkasse, haben nun 
hrerseits beschlossen, ersterer aus seinem Kapitalfonds, letztere 
us ihren Ueberschüssen, dem Kirchenvorstand 2000 Mizur 
Zerfügung zu stellen unter der Bedingung, daß eine Kirch— 
ofskapelle im Werte von mindestens 8000 Muüund zwar 
noch in diesem Jahre erbaut werde. Eine weitere Stiftung von 
100 M, welche von einer früheren Travemünder Einwohnerin 
dem Verein zu vorgenanntem Zweck überwiesen wurde, kommt 
zinzu, so daß jetzt, nachdem der Kirchenvorstand 2800 M 
»ewilligt hat, im ganzen 7400 Mizur Verfügung stehen. Die 
ioch fehlenden 600 Muwerden, nach der Stimmung im Ort 
u rechnen, leicht zu decken sein. Mit der Verwirklichung 
zieses Projektes wird ein wirklich gemeinnütziges Werk ge— 
chaffen, welches für unseren Vadenrt von weittragender Be— 
zeutung ist 
—BEA 
Schles wig⸗ Holstein. 
Altona, 5. Febr. Die Eingemeindungsfrage 
steht jetzt im Vordergrunde des Interesses. Sie bildet nicht 
aur in Altona und den in erster Reihe davon betroffenen Ge— 
neinden, sondern auch in Hamburg in den weitesten Kreisen 
»as Gesprächsthema, namentlich, nachdem bekannt geworden 
t, daß Oberbürgermeister Schnackenburg in seiner den 
Ministerien in Berlin übermittelten Dentschrift den dringenden 
Punsch ausgesprochen hat, daß sich von Wandsbek bis Altona 
ind Blankenese um Hamburg ein großer, von einheitlichem 
ßesichtspunkte geleiteter Kommunalbezirk ziehen soll, der durch 
eine Lage und Gröke ein Gegengewicht gegen Bamhkurg 
zilden soll. 
Kiel, 5. Febr. Sammlung eines Denkmalfonds. 
Auf Anregung mehrerer Herren in Bau wird in den nächsten 
Tagen ein Aufruf erscheinen, der die Sammlung von Geldern 
urr Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die Schlacht 
zei Bau am 9. April 1848 bezwedt. Diesen Aufruf haben 
1. a. Herzog Ernst Günther, Oberpräsident v. Bülow, Landes— 
irektor v. Platen-Hallermund, sowie hervorragende Männer 
n Schleswig-Holstein unterzeichnet. — Die Untersuchung 
iber den Vorfall am Blockberg hat ergeben, daß das ver— 
torbene Mädchen das 20jährige Dienstmädchen Paula John ist. 
ẽs diente bei einem Bäckermeister in der Gerhardstraße und 
var am Abend vorher mit dem Obermaaten 3. ausgegangen. 
der Obermaat 3. hält sich verborgen. Bei der Voruntersuchung 
ind Besichtigung der Leiche konnte die Todesursache nicht mitf 
Bestimmtheit festgestellt werden. 
Neumünster⸗5. Febt. Der Verband norddeut— 
cher Frauenvereine hielt Donnerstag seine aus ganz 
Schleswig⸗Holstein besuchte Versammlung ab. Irl. Drenkhahn- 
Iltona referierte über die Bildung von Jugendgruppen; sie 
ollen den Zwech haben, den jungen Miädchen der gebildeten 
Stände Gelegenheit zu geben, sich die erforderlichen Fähigkeiten 
n geeigneter Weise anzueignen, um sich mit gutem Erfolg auf 
ozialem Gebiet betätigen zu können. Zum anderen sollen die 
zugendgruppen dazu dienen, dahß sich die jungen Mädchen im 
igenen Interesse körperlich und geistig weiter entwickeln. Für 
ine ganze Reihe von Städten wurde die Bildung von Jugend- 
ruppen in Aussicht genommen. Verbandsvorsitzende Frau 
JI. Eichholz- Hamburg entrollte in ihrem Vortrag ein Bild über 
zie Entwicklung der Frauenbewegung. In Neumünster soll eine 
Arbeitsnachweisstelle für weibliches Dienstpersonal errichtet wer⸗ 
den, damit die Frauen und Mädchen nicht mehr auf die gewerbs⸗ 
mäßigen Stellenvermittler angewiesen sind. 
—Elmshorn, 5. Febr. Streit der Gerberei— 
aArbeiter. In einer Versammlung der Arbeitnehmer in den 
Gerbereien wurde beschlossen. Sonnabend den Generalstreik azu 
proflamieren, 
Lauenburg. 
2Möslln, 5. Febr. Im Obst- und Gartenbau— 
perein hielt Wanderlehrer Lesser, Kiel, einen beisällig auf— 
denommenen Vortrag über die Reiseeindrücke, die er während 
zines Ausfluges nach England auf dem Gebiete des Obst— 
und Gemüsebaues erhalten hat. 
Großherzogtiimer Medlenburg. 
z8 Grevesmühlen, 4. Febr. Auf dem dritten 
ßemeindeabend dieses Winters hielt Missionar Kabis 
zus Indien einen Vortrag über die Mission unter den Ta— 
nulen. Zugleich fand ein Verkauf von Missionsschriften, Bil⸗ 
zern usw. statt. Auch erfolgte die Bekanntmachung und Aus— 
zabe der Gewinne aus einer vom Missionsnähverein veran— 
talteten Verlosung. — Auf der Holzauktion im Stein— 
hrink wurden gezahlt für 2 Raummeter (halber Faden) Buchen⸗ 
NRutzholz 22 bis 25 M, Buchen-Kluftholz 1. Klasse 20 bis 22 
Dtark, Buchen-⸗Kluftholz 2. Klasse 18 bis 20 M, für den Haufen 
kschene und Ellern⸗Stangenhosz 7 hie 13 Muund Buchen⸗ 
Ruskolz 6 hbige q M 
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was für sie! 
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