Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Wochentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abendbs, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis fũr das Vierteljahr 83,30 Wark einschließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
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Satz den Anforderungen entsprechend höher. o 0 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
J m Lauenburg,. di 
misblatt der freien und Hansestadt Lübed 61. Jahraan Nachrichten für das Herzogtu 
nn Gesetz⸗ und Verordnungsblatt t — htga u Fuͤrfstentũmer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
————————— ———— jende medlenburgische und holsteinische Geblet. 
Druck und Veriag: Gebrüder Borchber«x G.m. b. S. in Lübed. — Geschäftsstelle Abreß haus EGKöniastr. 46). Fernsprecher O u. OI. 
Abend⸗Blatt Nr. 6. 
Ausgobe 
GGroße Ausgabe) Mittwoch, den 4. Januar 1911. 
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Erstes Blatt. Hierzu 2. Rlatt. 
Umfang der —E —— 
liche Enzyklika am sächsischen Hofe „unangenehm“ berührt hat. 
Der König Friedrich August soll zu seiner Umgebung bemerlt 
haben, daß er vor allen diesen römischen Konfliktsgeschichten 
Ruhe haben möchte. Beabsichtigt der Bruder des gezüchtigten 
Ketzerprinzen“ wieder, wie im vergangenen Juni, ein Hand⸗ 
schreiben an den Papst zu richten? Ein schwerer Konflikl 
und schließlicher Bruch des katholischen Wettiner Hauses mit 
dem Vatikan wäre bei dem Eigensinn der Kurie ungusbleiblich. 
Der Papst glaubt sich jetzt mitten in einem siegreichen 
Feldzug gegen den Modernismus zu befinden, und betrachtet 
alles, was an Widerständen, Vorstellungen und Einwänden 
hm entgegenzutreten wagt, eben als Modernismus, als den 
Todfeind seiner Kirche. Haben ihn seine Ratgeber doch auch 
Nauben gemacht, die Forderung des Modernisteneides habe 
u einem vollen Sieg des Papsttums im deutschen Katholizismus 
geführt. Durch den Eid sondere sich die Spreu vom Weizen; 
ver sich weigere, ihn zu leisten, von dem werde die heilige 
Kirche gereinigt und so zu einem glänzenden Triumphe ge— 
ührt. .. 
Kann es eine bedauerlichtre Verkennung und Verblendung 
zeben? Wie denkt die politische Partei darüber, die zwischen 
deutschen Verhältnissen und dem Papsttum die engsten Be— 
iehungen aufrecht erhält? Der Zentrumsführer Dr. Spahn 
erklärte kürzlich in einer Versammlung in Bonn: „Wenn 
siich der Heilige Vater mit seiner ganzen Autorität gegen den 
Modernismus wendet und von den Lehrern in der Kirche den 
Fahneneid neu verlangt, so erfüllt er die ihm obliegende Pflicht 
der Erhaltung der Einheit der Lehren.“ — Spahn billigt 
also die derzeitige Modernistenverfolgung. Billigt er auch 
die über alle Grenzen des guten Tones gehende Züchtigung 
und Demütigung des Wettiner Sprossen? 
der älteste Sohn des Regenten Luitpold und dereinstige Erbe 
der bayerischen Krone, wird am Sonnabend, 7. Jan. 66 Jahre 
alt. Seit dem 20. Febr. 1868 mit der Erzherzogin Maria 
Theresia von Oesterreich-Este vermählt, ist der Prinz Vater 
von neun Kindern, und durch die drei kleinen Söhne seines 
ältesten Sohnes, des Prinzen Rupprecht, ist die Thronfolge 
von Bayern auf vier Generationen hinaus gesichert. — 
Ddie Königin Selene von Italien, Gemahlin des Königs 
Viktor Emanuel III. und Tochter des Königs Nikolaus J. von 
Montenegro, feiert am Sonntag, 8. Jan., ihren 38. Ge⸗ 
burtstag. Sie hat ihrem Gemaähl vier Kinder geichenkt, drei 
Töchter und den jetzt sechzehnjährigen Kronprinzen Humbert, 
Prinzen von Piemont. 
Vom königlich sächfischen Adelssommissariat. Wie die 
N. G. C. aus Dresden erfährt, wird der Adelskommissar beim 
töniglich sächsischen Ministerium des Innern, Regierungsrat 
Professor Dr. Eduard Heydenreich, im Frühjahr in den Ruhe— 
tand treten und nach Leipzig übersiedeln, um sich dort ganz 
vissenschaftlicher Tätigleit auf dem Gebiete der Genealogie 
zu widmen, die er in seinem Werke „Familiengeschichtliche 
Quellenkunde“ bereits mit so großem Erfolge betreten hat. 
Wegen der Nachfolge in sein verantwortungsreiches Amt ist 
mit dem bekannten Genealogen, Kammerherrn Dr. Stephan 
Kekule von Stradonitz in Groß-Lichterfelde verhandelt wor— 
den, ohne daß es jedoch zu einem Ergebnis kam. Für den 
Dresdener Posten dürfte nunmehr ein Mitglied des königlich 
preußischen Heroldsamtes zu Berlin ausersehen sein. — Der 
Adelskommissar wirkt als Referent bei dem unter dem Vor⸗ 
itze des Ministers des Innern aus sechs adligen Mitgliedern 
gebildeten Adelsausschusse, der die Entscheidung über die Ge— 
suche um Eintragung in das Adelsbuch des Königreichs Sach— 
sen zu fällen hat. 
Prinz Max von Sachsen. Die Wiener Neue Freie Presse 
veröffentlicht einen Auszug aus einer früheren Schrift des 
Prinzen Max von Sachsen, die vor einiger Zeit in Peters— 
hurg gedruckt wurde. Der Titel lautet: Erwiderung auf die 
Broschüre Rom und der orthodoxe Orient des orthodoxen 
Priesters Seraphin Lade, von Max, Herzog zu Sachsen. Lades 
Broschure war eine Entgegnung auf die Vorlesungen des 
Prinzen über die orientalische Kirchenfrage. In jener Schrift 
spricht der Prinz alle Meinungen und Grundsätze aus, die ihn 
erst kürzlich in Konflikt mit dem Vatikan gebracht haben. Er 
sagt darin: Das cqhristliche Altertum hat die Lehre von 
der unbefleckkten Empsängnis nicht gekannt. Daß das christ— 
liche Altertum den päpstlichen Primat im eigentlichen Sinne 
als Dogma gelehrt habe, wird man nicht nachweisen können. 
Ein Vorzug, ein bedeutender Einfluh des römischen Bischofs, 
hat bestanden. Man kann aber nicht sagen, daß die Kirchen— 
väter diese als von Gott eingesetzt betrachteten. Jedes Kompli— 
ment, das einmal dem römischen Bischof gemacht wurde, wird 
als Zeugnis des Primats aufgefaßßt. Daß der Zusatz filioque 
— — 
SBie „Jungens“ aber feiern heute ihr zweites Jubelfest 
an dem es noch lauter hergeht, als beim eriten. 
Mutter Barbara hat ihnen von dem Glück ihrer Rose 
X 
nNichtamtlicher Teil. 
Hhoffart und Ehrsucht? 
f. Lübeck, 4. Jan. 
Roma lueuta est! — Rom hat wieder einmal gesprochen! 
Papst Pius X. hat in seiner Enzyklika an die orientalischen 
Bischöße dem „sehnlichen Wunsche“ Ausdruck gegeben, eine 
Vereinigung der römischen mit der orientalischen Kirche zu 
sehen. Wenn sich die Orientalen die Bedingungen des pontifex 
maximus näher betrachten, werden sie jede Hoffnung fahren 
lassen müssen. Pius sichert „jede mögliche formelle Freiheit 
in Glaubenssachen“ zu, sordert aber im selben Federzuge die 
Anerkennung der römischen Dogmen, vor allem des Primats 
des Papstes, die Anerkennung der direkten Nachsfolge Christi. 
Man wird sich im christlichen Osten über diese neue Enzyklila 
aicht lange aufregen, denn man kennt ja die Bedingungen 
eit Jahrhunderten und man hat zu hoffen aufgehört. 
Viel stärker und solgenreicher dürfte die Wäirkung der 
neuesten päpstlichen Enzyklika auf unsere deutschen Verhält— 
nisse sein. Denn hier wird, man mache sich doch das klar, 
der Sohn einer deutschen Bundesfürstendynastie, der es unter— 
nahm, e ine wissenschaftliche Frage ernst und sachlich zu be— 
handeln, von einer „fremden Macht“ in der ehrenkränkendsten 
Weise gezüchtigt und abgekanzelt. In den härtesten Aus— 
drücken wirft der Paplt ihm, der sich um des lieben Friedens 
villen unterwarf, gedrungen durch dynastische und persönliche 
Schwierigkeiten, Regungen der Soffart, verderbe 
liche Ehrsucht“ vor; er habe allen Katholiken schweres 
Aergernis gegeben, die katholische Lehre arg verzerri und 
unüberlegt gehandelt. Mit grausamster Demütigung wird einem 
deutschen Prinzen der Fuß auf den Nacen gefsetzt. Daß dieser 
Prinz in einer religiös-dogmatischen Frage nach Canossa ging 
ist allerdings eine innerkirchliche Angelegenheit. War aber 
diese Strafe der Enzyklika nachträglich notwendig? Was soll 
dieser Ton? Der erinnert an die Borromäus-Enzyklika vom 
29. Mai 1910 gegen die „Feinde des Kreuzes Christi, Männer 
viehischen Sinnes, deren Gott der Bauch ist“. Hat man im 
Vatikan die preußische Note vom Juli vergessen, diese erste 
„Tat“ des derzeitigen Reichskanzlers, in der es hieß: „Die 
königliche preußische Staatsregierung sieht sich veranlaßt, gegen 
diese Grundlegungen Verwahrung einzulegen. Zugleich 
weist sie darauf hin, daß die Verantwortung für Störungen 
des konfessionellen Firiedens allein diejenige Sielle trifft, von 
der das Rundschreiben ausgegangen ist“, 
Schon wird aus Dresden mitgeteilt, daß die neueste päpsft⸗ 
Inland und Ausland. 
Deutsches Reich. 
Die Heimkehr der Krouprinzessin. Die KronprinzessinCecilie, 
die sich gegenwärtig in Aegypten befindet, wird, wie die 
N. G. C. hört, vor ihrer Rückkehr nach Deutschland einen lLän« 
reren Aufenthalt in Sizilien, in der Nihe von 
Palermo, nehmen. Von dort aus wird die Kronprinzessin 
»oraussichtlich noch ihrer Mutter, der Großherzogin⸗Witwe 
Anastasia von Mecklenburg-⸗Schwerin, in ihrer Villa Wenden 
n Cannes einen Besuch abstatten, und dann die Heimreise 
iach Potsdam antreten. 
ngc. Von den Söfen. Die Fürstin-Witwe Luise zu 
Waldeck und Pyrmont, die Stiefmutter des regie— 
renden Fürsten Friedrich, vollendet am Freitag, 6. Jan., 
hr 53. Lebensjahr. Sie ist eine Schwester des Herzogs Frie— 
orich Ferdinand von Schleswig-Holstein-Sonderburg⸗Glücks⸗ 
bura und lebt in Arolsen. — Rrin? Kudwiagvon Bapern. 
Die wilde Rose vom Kapland. 
Roman von Erich Friesen. F 
Schluß.) (RNachdruck verboten) 
Wochenlang schweben die Schatten des Todes über dem 
bleichen Haupt der „Rose vom Kapland“. 
An ihrem Schmertzenslager reichen die Todfeinde einander 
die Hand — der Pflegevater und der Gatte. 
Als Paul van Gülpen Rose, von seiner Kugel getroffen, 
dlutüberströmt niedersinken sah — da war es ihm, als müsse er 
sie zweite Kugel auf sich selbst richten. 
Seine Rose, sein Herzblatt, vielleicht tot — durch ihn! 
Norbert aber durchzudte in jenem Augenblick ein selt⸗ 
sames Gefühl: wahnsinniger Schmerz und zugleich jubelnde 
dreude — — 
Im Moment der Gefahr warf sie sich an seine Brust, 
—, nicht an die Brust des Pflegevaters! Schützte sie ihnw 
nit ihrem eigenen Körper — nicht den Pflegevater! 
Rose selbst hat sich für den Gatten entschieden!! 
So lange Roses Leben in Gefahr schwebt, fällt kein hartes 
Wort zwischen Paul und Norbert. 
Und auch nicht zwischen Norbert und Gerald. 
Es ist, als ob das liebliche Geschöpf, das dort in Mutter 
Barbaras Hütte mit dem Tode ringt, und das diese drei 
Wlänner so heiß, wenn auch in verschiedener Weise, lieben, 
ein unsichtbares Band um sie geschlungen. 
Erst als Teddy, der „Doktor“, erklärt, Rose sei außer 
Gefahr — da reiten die drei Männer miteinander hinaus 
jin die Einsamkeit der Karroo. Und jeder sagt, was er zu 
jagen hat, — frei, offen, ohne Umschweife. 
Und jeder glaubt dem andern; denn beim Andenken an 
das bleiche Mädchen, das durch ihre Schuld dort drinnen 
d lange auf dem Schmerzenslager ruhte, schwört jeder, daß 
er die Wahrheit spricht. Und nur die volle Wahrheit. 
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Aber ihre Augen strahlen in frohem Glanz, als sie die 
Reihe der Blechhäuser entlang blickt und Norberts elegante 
Hestalt gewahrt, die rasch näher kommt. 
Stets hat er bisher vermieden, mit ihr allein zu sein. 
Er fürchtete, eine Aussprache könne sie aufregen und ihr nach 
der daum überstandenen schweren Krankheit schaden. 
Heute jedoch hält es ihn nicht mehr. Er mußz Gewißheit 
haben — um jeden Preis. 
Fast schüchtern nähert er sich ihr. 
Und auch sie, die noch vor kurzem bei dem Gedanken 
usammenschredte, dem Gatten je wieder zu begegnen — sie 
erbebt in stiller Glüchseligkeit bei seinem Nahen. 
„Dort ich?“ fragt er leise. 
Sie nickt. Und ein feines Rot steigt in ihr schmales 
Gesicht bis hinauf zu den wirren Stirnlöcchen. 
Er setzt sich neben sie auf die Holzbank und faht ihre 
abgemagerte Hand. 
Zuerst zudt die kleine Hand noch ein wenig, wie ein ge⸗ 
fangenes Vögelchen. 
Dann überläht sie sich willig dem sanften Drud. 
Und ein Lächeln breitet sich über die lieblichen Züge — 
ein stilles, glüchseliges Lächeln. 
„Dolores!“ flüstert er bittend, und eine tiefe Angst zittert 
in seiner Stimme nach. 
Sie blidt ihn an. 
Ihre Augen ruhen ineinander — fragend, forschend, be⸗ 
wingend.... 
Dann sinkt ihr Kopf an seine Brust. 
Mit einem unterdrüdten Jubelruf schlingt er die Arme 
um die leichte Gestalt und hebt sie empor und trägt sie hinein 
in die Hütte. 
Als Mutter Barbara bald vdarauf nach ihrem Schüttzling 
sehen will, findet sie ihn nicht mehr auf der Bank ruhend. 
Drinnen in Roses Zimmerchen aber, auf dem kleinen, harten 
Sofa, sitzen zwei glückliche Menschen — Hand in Hand, in 
seligem Wiederfinden. —— 
Und Mutter Barbara stort sie nicht. 
„Gott segne unser Herzblatt!“ murmeln ihre zitternden 
Lippen. und Freubentränen kollern die verrunzelten Baden herab 
4 
* 
Ein Jahr ist vergangen. 
*. In Schloß Eichwald sind Glück und Frieden eingezogen 
Die mächtigen Räume wurden geteilt. Den Hauptflügel 
bewohnt der junge Herzog von Edinburgh mit seiner Gemahlin. 
Den anderen kleineren Virginia mit ihrem Gatten, Lord Gerald 
Morrison. 
Keine großen Feste werden mehr gefeiert auf Schloß Eich— 
word. Nur die „Intimen“ sind dort stets gern gesehene 
Gäste — vor allem Onkel Henry und Gräfin Diana Barington. 
Doch unter diesen „Intimen“ fehlt die frühere, Intimste“. 
Lady Arabella Russell hat London den Rücken gekehrt 
und sich nach dem Kontinent begeben; nach Monte Carlo, um 
dort beim „Roulette“ ihr Glück zu versuchen und ihre Nerven, 
die im Londoner Gesellschaftstrubel allzu sehr gelitten. ein 
wenig aufzufrischen. 
So meinen die Fernerstehenden. Eingeweihte freilich wollen 
wissen, daß eine unglückliche Liebe sie forttrieb aus der Heimat 
nach jener lockenden Spielhölle, daß Haß und Verzweiflung die 
bedcuernswerte Frau dem Abenteuerleben in die Arme trieben. 
De: liebste Gast auf Schloß Eichwald aber ist Paul van 
Gulpen. 
Roses dringenden Bitten folgend, hat er das junge Paar 
von Kapstadt nach London begleitet. Und da der biedere Bur, 
der „Pflegevater der Herzogin von Edinburgh“, bald populär 
in der Londoner Gesellschaft wurde, war es nicht schwer, 
ihn zur Verlängerung seines Besuches zu bewegen. Etwas vom 
Nimbus der früheren „Rose vom Kapland“ umstrahlt sein 
mächtiges Haupt, so daß bereits manche vornehme Lady ihm 
zart zu verstehen gab, sie wäre nicht abgeneigt, ihn mit 
ihrer aristokratischen kleinen Hand zu beglücken, wenn er Büffel⸗ 
Gordfeld ganz aufgebe und in Großbritanniens Hauptstadt 
bliebe. 
Deoch alles das kann Paul für die Dauer nicht locken. 
Zurück zieht es ihn nach den weiten Ebenen der südafrifa— 
Wochen sind vergangen. 
Zum ersienmal sitzt Rose im warmen Nachmittagssonnen⸗ 
chein vor Mutter Barbaras Hütte. 
Zie IIt so bleich, ach so bleich! Und so schmal, ach 
vo schmal! Ein Schatten ihres früheren Selbst
	        
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