Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Dienstag, den 31. Januar 1911. 
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—52 
14 
284 9 
Ausgabe A. 
Morgen⸗Blatt Ur. 55. 
Aä 
b. Der Verein für Gesundheitspflege veranstaltet heute, 
Dienstag, den 31. Jan., abends 824 Uhr, im Saale der Bau— 
Ntte einen Vortragsabend. Herr Dr. med. O. Meyer, hier 
pricht über das bedeutsame Thema: Die Bedeutung der Rück— 
tratverkrummung für die Entwickelung des Kindes. Eintrit 
ur Mitglieder frei, für Gäste 50 Pf. Am Sonntag, 3. Febr. 
vird die orthop. Anstalt des Herrn Dr. Meyer besichtigt. 
hoffentlich finden sich zu beiden Veranstaltungen recht viel«— 
Mitalieder ein. 
Tagesbericht. 
Lubed, 31. Jan. 
Aus der Bürgerschaft. 
Wer die reichhartige Tagesoronung für die gestrige Bürger⸗ 
chaftssitzung sah, der mußte schon damit rechnen, daß nicht 
alle Senatsanträge zur Verabschiedung gelangen würden, dies 
galt um so mehr, als wohl vorauszusehen wor, daß die An⸗ 
räge betr. Herstellung einer Verbindungsstrabe 
zwischen Holstentorstrabe und den Kaianlagen 
auf det Wallhalbinsel sowie die Aenderungen der Bestim⸗ 
mungen über die Baugewerkschule einen grohen Teil 
der Zeit beanspruchen würden. In der Tat haben die Debatten 
um diese beiden Punkte etwa 2 Stunden in Anspruch genommen. 
Schließlich wurde dem ersteren Senatsantrag, der 
auher den bereits im Budget eingellellten 22 000 Meunoch 51 830 
Mart zum nächstjährigen Budget für die Ausführung der ge— 
nannten Verbindungsstrahe forderte, die Zustimmung er— 
teilt. Die Baugewerkschulfrage wurde in dem Sinne gelöst, 
daß das Plenum die Senatsvorlage mit der von der 
Buͤrgerschaftskommission enpfohlenen Abän— 
derung annahm. Danach wird das Schulgeld fur neu 
intretende KLübecker Schüler ab Sommerhalbiahr 1911 auf 
i00 M, fur Nichtlübecer auf 120 Mupro Semester fest- 
zesetzt. Ferner sfollen 4 Baugewerkschulleher mit einem 
Sehalt von 35004800 Miäangestellt werden. Die Anträge 
betr. den Erlaß eines Nachtrages zu dem Straßenbauabgabe⸗ 
gesez sowie die Senatisvorlage betr. die Revision 
des Gesetzes über die Anlegung von Mundelgeldern wurden 
einer Kommission überwiesen. Die übrigen Punkte der Tages— 
ordnung unler III bis Punkt 14 int. fanden zum Teil ohne, 
zum Teil nach kurzer Diek. lon die Zustimmung des Plenums. 
— 
Schuͤler 1AM einwandfrei genannt werden donne, von einer 
Nolwehr des Angeklagten nicht gesprochen werden könne. Es 
berurteilte den Angeklagten zu 50 M. ev. 10 Tagen Gefäng—⸗ 
nis. Gegen dieses Urteil ist sowohl von der Staatsanwalt⸗ 
Hhaft, als auch vom Angeklagten Berufung erhoben. Nach 
ehr umfangreicher Beweisaufnahme, die Neues nicht erbrachte, 
eantragte der Verteidiger Freisprechung, weil der Angeklagte 
sch in Notwehr befunden habe. Der erste Staatsanwalt ist 
er Ansicht. daß von Notwehr keine Rede sein könne. Dem 
icht einwandfreien Benehmen der Schuler gegenüber, sei das 
derhallen des Angeklagten ein stark provozierendes gewesen 
ind nicht ein abwehrendes. Provozierend sei es zweifellos 
enn man Sekundanern und Vrimanern Schläge anbiete, sic 
freche Proleten“ nenne und sich tätlich an ihnen ver greife. 
zr beantragt auf 160 MGeldstrafe zu erkennen. Das Gerichs 
erwirft beide Berufungen. In Notwehr habe der Angeklagt 
ich nicht befunden. — Wegen Verbrechens gegen die 
zittlichkeit nach ß 176 Nr. 3 des Str.G.B. wird der 
Arbeiter Karl Ro. hier zu 1 Jahr Gesängnis und zum Ver— 
ust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre verurteilt. — 
Begen intellektueller Urkundenfälschung wird 
jegen den Arbeiter (Matrosen) Rudolf Gn. aus Königsberg 
. Pr. verhandelt. Im September 1910 wurde der Ange— 
lagte hier wegen Diebstahls verhaftet und später zu 1 Jahr 
Hesängnis verurteilt. Er nannte lich Matrose Hans Pragst aus 
Wustrow, wurde unter diesem Namen in die Register des Ge— 
ängnisses eingetragen, sowohl als Untersuchungs⸗ als auch 
Sttafgefangener. Hiervon erfuhren nun die Eltern des rich— 
igen Hans Pragst, eines nie bestraflen, sehr gut beleum 
»eten Menschen und dadurch kam der Schwindel des Angellagten 
in den Tag. Der Angeklagte war in Königsberg aus der 
ztrafhaft entwichen und hatte sich dort noch wegen anderer 
Ztraftaten zu verantworten. Deshalb hatte er sich den falscher 
stamen beigelegt. Das Urteil lautet auf 3 Monate Ge— 
ängnis. — Wegen Vergehens gegendas Kranken— 
und Invalidenversicherungsgesetz ist der Schneider— 
neister Franz Pr. angeklagt. Der Angellag!e beschäftigte als 
Schneidermeister in den Monaten Mai bis Oktober 1910 zwei 
ßese.ien. Er hat den beiden Gesellen regelmädig bei den 
wöchentlichen Kohnzahlungen die gesetzlichen Beiträge für die 
Kranken- und Invalidenversicherung in Abzug gebcacht. Er 
hat diese Beträge von zusammen 26 M78 Pf. aber nicht zu 
zwecken der Versicherung abgeführt, sondern in seinem Nutzen 
berbraucht. Der Angeklagte soll dies getan haben, in der 
Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu ver— 
schaffen. Das Gericht stellt letzteres nicht fest, nimmt viel— 
mehr Nachlässigkeit als vorliegend an und nimmt zwei Ueber— 
tretungen des genannten Geseßes als begangen an. Wegen 
ijeder Uebertretung wird auf 15 MGeldstrafe erkannt. 
b. Sansatheater. Am Mittwoch, J1. Febr. beginnt das 
Budapester Folies Caprice Ensemble unter Leitung des Direk— 
ors Emil Hugo, früher Mitglied der 11 Scharfrichter in 
München. ein auf 15 Tage berechnetes Gastispiel. Belkanntlich 
ind die Folies Caprice-Vorstellungen, die durch und durch 
nit Humor gewürzt sind, in allen Großstädten und speziell 
in der Heimstätte derselben, in Budapest, stets der Anziehungs 
punkt des Publikums. In der ersten Serie werden „Kob— 
trach auf der Hochzeitsreise“, „Heiratsbureau“ und „Dei 
leusche Josef“, alles Repertoirschlager, gegeben. Nach einer 
Woche tritt ein Repertoirewechsel ein. Vorzugskarten haber 
zu diesem Gastspiel ebenfalls Gültigkeit. 
(0) Schlutuß, 31,. Jan. Kaisersgeburtstags— 
feter. Am Freitag hatte Schlutup reichen Flaggenschmud 
ingelegt. In der Bezirksschule fand ein Festakt statt und im 
ßasthof „Dovensee“ wurde ein Festmahl gehalten, bei dem 
bostsekrettir Imholz das Kaiserhoch ausbrachte. Der Krieger— 
erein feierte den Geburtstag Sonntog durch Ansprache, Auf 
ührung und Ball. Die beiden Einakter „Ablösung vor“ und 
Der dumme Peter“ wurden gut gespielt und fanden rau— 
chenden Beifall, ebenso auch die Neckübungen des Turnver— 
eins. Die Beteiligung war sehr groz. Das Fest nahm einen 
zecht gemütlichen Verlauf und endete erst mit Tagesgrauen. 
j. Beblendors. 331. Jan. Die Feuerwehr hielt Frei— 
tag ihre Generalversammlung ab. Chren⸗eichen wurden den 
sameraden F. Voß für 25ährige und E. Päpcke und E. 
Albrecht für 20 ährige Mitgliedschaft überreicht. Am 1. April 
besteht die Wehr 30 Jahre; dieser Tag soll festlich begangen 
wmerden Im Anschluß an die Versammlung wurde Kaisers 
ßeburtstag durch einen Kommers gefeiert. — Dammbruch 
In der Nacht auf Sonnabend brachen von zwei in der Nähe 
des Kanals angelegten Karpfenteichen die Damme. Dem 
Besitzer, Freytag, Samburg, erwächst dadurch ein bedeutender 
Schaden, der sich noch erhöhen wird, wenn bei dem ein— 
setzenden Frost die Fische in dem zurückgebliebenen Wasser 
einfrieren. — Die Maul- und Klauenseuche ist jetztn 
auch auf dem Hof zu Großweden ausgebrochen. 
Mulse, 31. Jan. Der Verein „Vollsbibliothet“ 
aählt, wie berichtigend mitze cilt sei, „«)o Mi er. 
X In die Standesamtsreglster wurden vom 22. bis 28. Jan. 
eingetragen: 31 Geburten (14 Knaben und 17 Mädchen), 
3 Aufgebote, 10 Eheschließungen und 34 Sterbefälle, dar⸗ 
unter 7 Kinder unter 11 Jahren. 
»Der Deutsche Schillerbund erläßt folgende Einladung: 
die zweiten, vom Deutschen Schillerbund veranstalteten „Na—⸗ 
ionaifestspiele für die deutsche Jugend“ am Weimarischen 
Hoftheater finden in diesem Jahre vom 25. Juli bis 12. Aug. 
'n drei Wochenreihen statt. An sämtlichen Gymnasien, Real⸗ 
zymnasien, Oberrealschulen, Realschulen, Lehrer- und Lehrer⸗ 
nnen⸗Seminare sowie verwandte Anstalten des deutschen Reiches 
uind des deutschen Auslandes ergeht die Einladung, die 
Schüler ihrer obersten Klassen teilnehmen zu lassen. Die drei 
WMochenreihen setzen sich folgendermaßen zusammen: Hebbels 
„Nibelungen“ (1. und 2. Teil) am 25. Juli, 1. und 8. August, 
13. Teil) 26. Juli, 2. und 9. August, Shafkespeares: „Wie es 
euch gefällt“ 28. Juli, 4. und 11. August, Schillers „Räuber“ 
29. Juli, 5. und 12. August. Der Eintritt zu den Vorstellungen 
und zu den Weimarer Sehenswürdigkeiten ist für deutsche 
Schüler unentgeltlich. Anmeldungen können schon jetzt und 
nüssen vor dem 15. Mai erfolgen. 
F. Die feewärtige Einfuhr an lebendem Schlachtvieh aus 
dänischen Häfen belief sich in der letzten Woche auf insge— 
amt 1360 Stück, darunter 1351 Rinder und 9 Schafe. 
Sämtliches Vieh wurde nach der tierärztlichen Besichtigung 
am städtischen Viehhof gelandet und von dort in die Quaran⸗ 
äneanstalt überführt. 
. An englischer Steinkohle wurden hier in der vergangenen 
Woche ca. 4900 t entlöscht; davon hatte der britische Dampfer 
„Kennett“, Kapt. Roß, etwa 2300 t für die Firma L. Possehl 
CVCo. und der russische Dampfer „Anna“, Kapt. Grüneberg, 
an 2600 t für die Firma Bernhöft K Wilde überbracht. Der 
Dampfer „Kennett“ ist bereits am letzten Freitag wieder 
leer von hier nach Riga abgegangen, während „Anna“ heute, 
Dienstag, den hiesigen Hafen verlassen wird, um leer nach 
Windau in See zu gehen. 
0 Die St.⸗Lorenz⸗Feuerwache wurde gestern (Montag) 
vormittag kurz nach 9 Uhr nach dem Hause Schwartauer 
Allee 4 gerufen, wo an einem Dampfkessel die Flanschen un— 
dicht geworden waren. Das Wasser hatte sich in den Keller 
ergossen; die Feuerwehr war über eine Stunde lang mit 
der Beseitigung des Wassers und der Reaulierung des Schadens 
beschäftigt. 
Echadenfeuer. In der Reparaturwerkstatt und Schleiferei 
der Firma Diedrich Tesschau (Inh.: C. Burmester) entstand 
Montag vormittag gegen 10 Uhr ein kleines Feuer. Zwi⸗ 
schen Wand und Verschalung hatten sich durch einen angren— 
zenden Schornstein oder durch eine Feldschmiede Bretter usw. 
entzündet. Es ist nicht ausgeschlossen, daß bei der Aus— 
dehnung — auch Balken der Dede waren stark angekohllt 
7 das Feuer bereits mehrere Tage unbemerkt gebrannt hat. 
Durch Aufreißen und Abschlagen der betreffenden Holzteile 
gelang es der Feuerwehr, bald des Feuers Herr zu werden 
Strafkammer J. Sitzung vom 28. Jan. We gen Kör⸗ 
perverletzung wird gegen den Rechtskandidaten Sophus 
K. verhandelt. Auf den Fahrten von Lübed nach Trave⸗ 
münde und zurüd hatte sich letten Sommer zwischen dem An— 
geklagten und verschiedenen Schulern der Selunda und Prima 
ein Verhältnis herausgebildet, das zu wiederholten Reibereien 
sr Eines Abends stiegen die Schüler in ein Kupee, in 
de zenane ic bereits befand. Letzterer hatte seine 
—5— e es Wagens so weit ausgestredt, dab 
— er seine Mappe in ein über den Sitzen 
nies Vet legen wollte. dadeden stieß. Dies dab Ver— 
zu e g einem erregten Wortgefecht, in dem der Angeklagte 
ee D n anbot und den Schuler 8. gegen die 
e & et n weiteren Verlauf des Zusammenstoßes 
ee geklagte die Schüler „freche Proleten“ und ver⸗ 
7 07 5. einen derartigen Schlag ins Gesicht, daß ihm 
33 ad i Dieserhalb unter Anklage 
u. de ngeklagte ein, daß der von ihm ausge⸗ 
Edhlag nicht besonders kraäftig gewesen sein könne, weil 
er b 2 4 
sichtlich mit dem linken, etwas gelähmten Arm geschlagen 
* 8 Im übrigen habe er sich den fortwährenden Augriffen 
chuller gegenüber in Notweht befunden. Das Shöffen— 
Jericht stellte kelt. daß. obshon bagß Vabalien v 
M 
b. Oberammergauer Passsonsspiele. Wir brachten vor 
kurzem die Nachricht, daß die Oherammergauer Passionsspiele 
in Wort und Bild demnächst hier zur Aufführung gelangen 
und können darüber heute mitteilen, daß die Wiedergabe des 
Zpieles durch 90 prächtige elektrische Lichtbilder erfolgen wird 
ind der ganze Inhalt durch einen verbindenden Vortrag von 
derrn Direktor Schrumpf aus München verständlich gemacht 
verden wird. Welches Interesse man im vergangenen Jahre 
den Passionsspielen entgegenbrachte, geht aus der Tatsache 
servor, daß über 250 000 Personen den Aufführungen bei— 
jewohnt haben und daß den einzelnen Darstellern ganz enorme 
Zummen, man sprach von 1 Million M, von unternehmen— 
den amerikanischen Impresarii geboten worden sind, um die 
SZpiele in anderen Ländern vorzuführen, aber die Bewohner 
zes kleinen oberbayerischen Dörfchens bleiben dem alten Ge— 
übde, nach dem das Spiel außerhalb Oberammergau nicht 
»orgeführt werden darf, trotz aller verlockenden Anerbietungen 
treu und nur dieses hier zur Vorführung gelangende Licht— 
pielunternehmen ist von der Gemeinde konzessioniert worden. 
dio erste Vorführung findet statt am Montag, 6. Febr. im 
Studthallensaal. Kartenverfauf bei F. M. Kaibel. Breite 
Strabe 40. 
b. Englifche Rezitationen von Miß Heepe in der Aula 
des Katharineums. Zu dieser Veranstaltung schreibt uns Herr 
Professor Heberle: Den Besuch dieser Rezitationen möchte ich 
aufs wärmste empfehlen, nicht nur den Zöglingen unserer 
höheren Lehranstalten, für die sie ohne Zweifel eine wertvolle 
Ergänzung des Unterrichts bilden, sondern allen Freunden und 
Kennern der englischen Sprache und Literatur. Im vorigen 
Jahre hat Miß Heepe bereits so glänzende Proben ihrer reifen 
Bortragskunst dargetan, daf wir auch dieses Mal auf Stunden 
ünstlerischen Genusses rechnen dürfen. Einen Rat erlaube 
ch mir noch den Zuhörern zu geben, nämlich das Texthefht 
chon jetzt zu kaufen Gbei R. Quitzow, Breitestr.) und sich 
orher damit bekannt zu machen, damit sie den Vorträgen mit 
Dhr und Auge ungehindert folgen können. 
b. Praltische Erfahrungen mit paritätischen und lommu—⸗ 
nalen Arbeitsnach eisen. Ueber dieses Thema wird in einer 
im Donnerstag, 2. Febr. abends 8 Uhr, im Saale des 
dauses der Schiffergesellschaft stattfindenden Versammlung des 
dübechker Industrie-Vereins der Geschäftsführer des 
derbandes der Eisenindustrie Hamburgs, Herr Thielkow, 
prechen. Auf die aktuelle Bedeutung jenes Vortrages nament⸗ 
ich für die hiesige Industrie und das hiesige Gewerbe 
vürfen wir an dieser Stelle ausdrücklich aufmerlfam machen. 
b. Der Winterlommers der Lübecer Turnerschaft findet am 
Sonnabend. 4. Febr., in den Stadthallen statt. Nachdem die 
Tur nerschaft im vergangenen Jahr mit der Aufführung des 
Jahn⸗-Festspiels ganz aus dem bisher üblichen Rahmen her⸗ 
msgetreten war, wird der Kommers sich nun wieder in den 
Jewohnten Grenzen bewegen. Die turnerischen Darbietungen 
verden den Hauptteil des Abends umfassen. Musterfrei⸗ 
ibungen, Reckturnen, Sprünge am hohen Tisch werden mit 
iinem Damenreigen und plastischen Gruppen abwechseln. 
kine Gruppe Parterre⸗Akrobaten und eine Parodie, Odnysseus 
ei den Phäaken“ werden dafür sorgen, daß auch der Humor 
zei dem Feste zu seinem Recht kommt. Da das Programm 
echt mannigfaltig zusammengesetzt ist, dürfen wir hoffen, daß 
ich der diesjährige Winterkommers seinen Vorgängern vur— 
via anreibt. 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, 31. Jan. Verstor bene. Geheimer Ober— 
Justizrot Erich Peterson, Ober-Staatsanwalt om 
Rer-Landesgericht, ist Sonntag an den Folgen eines Herz— 
eidens im 64. Lebensjahre gestorben. — Jacob Hansen, 
iner der ältesten und angesehensten Kaufleute Kiels, ist im 
Alter von 74 Jahren gestorben. — Einen schauerlichen 
Zelbitmord beging ein Arbeiter N. Im Seadtteil Wil 
im Elendsredder fand man einen leblosen Menschen, dessen 
Tleidung teilweise verbrannt war. Er hat vermutlich seine 
Tleidung mit Brennspiritus begossen, in Brand ge'et und 
ich hierauf eine Revolverkugel in die lin'e Schläfe gejagt. 
Schleswig, 31. Jan. Der städtische Voran— 
schlag für 1911 balanziert in Einnahme und Ausgabe mil 
331000 M. Es wird eine Erhöhung der Zuschläge um je 
40 00 zu den veranlagten Staatssteuern eintreten; damit steigen 
die Zuschläge zur Einkommensteuer auf 270 00. 
Großherzo gtum Oldenburg, Fürstentum Lübed. 
Eutin, 31. Jan. Die Stiftung einer neuen 
ßuttemplerloge des J. O. G. T. fand Sonntag i 
steudorf statt; 21 Mitglieder traten sofort bei, während wei 
ere in Kürze folgen. Es hatten sich zu der Feier Ordens 
angehörige von nah und fern in großer Anzahl eingefunden, 
zie die Glückwünsche ihrer Logen überbrachten und der Hoff— 
iung Ausdruck gaben, daß durch die neue Loge Zufriedenheit 
bᷣluce und Segen in so manche Familie gebracht werden möchten, 
ind daß sie dazu beitrage, den Bestrebungen des Guͤttempler— 
)rdens größere Anerkennung zu verschaffen. Am gleichen Tage 
wurden auf Fehmarn und in Schwartau ie eine Loge⸗ 
bezw. Jugendloge eingerichtet. 
O Sösel, 31. Jan. Die Kaisersgeburtstags— 
feier erlitt durch den Ausbruch des Feuers, worüber bhe— 
richtet, zwar vorübergehende Störung, setzte jedoch später 
rieder ein und nahm ihren programmäßigen Verlauf. Lehrer 
borstmann-Edelsdorf trug einen Festprolog vor. Gutsbesitzer 
don Neergaard- Oevelgönne, Rittmeister d. R. wurde leider in 
jeiner Festrede gestört und eilte mit zur Brandstätte. An 
seine Stelle trat als Festredner Oberleutnant Wendt-Gronen—⸗ 
herg. 
K. Ahrensbök, 31. Jan. Feuer. Sonntag abent 
wurde die freiwillige Feuerwehr alarmiert und rückte aus nach 
dem benachbarten Dorfe Schwochel, wo die Scheune des Huf— 
ners Hildebrandt in Flaneica stand. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
S«cönbergs, 31. Jan. Der Kriegerverein 
sar das Fürstentum Ratzeburg veranstaltete Sonn⸗ 
tag aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers eine größere 
Feier, bestehend in Festrede. Theateraufführungen und Ball. 
Die Festrede hielt der Vorsitzende, Rechtsanwalt Hall. — 
Einen empfindlichen Verlust erlitt der Amtmann 
Börcher, Wahrsow, dadurch, daß ihm eine wertvolle Kuh 
entlausen ist. — Zum Landtagsabgeordneten fuüt 
die Vogtei Rupensdorf, Abteilung A, wurde 
Hauswirt W. Oldenburg, Kl.-Mist, gewählt. — Verhaftet 
wurde in Ludwigshafen der Kaufmann Ohge von hier, der 
von der Grokßh. Staatsanwaltschaft wegen Konkursvergehen— 
fedb rieflich verfolat wurde.
	        
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