Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

krauensmianner usw.), der wiederunt zu einer wesentlichen 
Erhshung der über die Leistungsfähigkeit breiter Schichten 
des Arbeitgebertums hinausgehenden Versicherungslast führt. 
Auch würden sich aus der organischen Loslöfung der An— 
gestellten-Versicheriung von der allgemeinen Invalidenversiche- 
rung praktische Schwierigkeiten in ungeheurer Zahl ergeben. 
welche das neue soziale Reformwerk weiten Schichten zu ver⸗ 
leiden geeignet sind. Aus diesen Erwägungen hält der 
Zentralausschuß an der Lösung des Problems auf dem 
Wege eines maßvollen, den Bedürfnissen der Privat⸗An⸗ 
gestellten angepaßten Ausbaues der Invaliden-Versicherung 
feit. Der Zentral-Ausschuh bedauert zugleich, daß der Ent⸗ 
wurf durch eine einseitige Berüchsichtigung der Wünsche eines 
Teiles der Angestellten und die Nichtbeachtung der Interessen 
und Wünsche der Prinzipalität, die das Zustandekommen 
des großzen sozialen Werkes im Interesse ihrer Angestellten 
dringlich wünscht, eine Gegensätzlichkeit zwischen beiden Grup⸗ 
pen geschaffen hat, welche die Vollendung der vorliegenden 
gesetzgeberischen Arbeit nicht nur zu verzögern, sondern auch 
den innerpolitischen Konflikt zu verschärsen geeignet ist“. 
— Eine eingehende Stellungnahme behält sich der Prinzipal⸗ 
Ausschuiz bis zur Veröffentlichung der Begründung des 
Gesetzentwurfes vor, deren baldige Bekanntgabe dringend 
zu wünschen ist. 
Die Reichsversicherungsordnung. In Abgeordnetenkreisen 
hofft man nun doch, daß das große Werk der Reichsversiche⸗ 
rungsordnung zustande kommt. Diese Hoffnung stützt sich 
allerdings in erster Linie darauf, daß das Zentrum im 
Gegensatz zu der ursprünglich so energischen Haltung, die 
es in der Kommission eingenommen hat, inzwischen bekannt⸗ 
lich regelrecht „umgefallen“ ist. Hinter den Kulissen, d. h. 
in den Foyers, wurde auch gestern wieder eifrig zwischen den 
Parteien verhandelt. 
Die neue Fernsprechgebührenordnung stand gestern an 
zweiter Stelle im Reichssstage auf der Tagesordnung. Da 
man indessen mit der Wertzuwachssteuer auch gestern noch 
nicht zu Ende kam, blieb dieser Punkt der Tagesordnung 
unerledigt. Bekanntlich ist geplant, und zwar ist das durch 
ein Kompromiß zwischen allen Parteien festgelegt worden, 
daß die Fernsprechgebührenordnung nach kurzer Geschäftsord⸗ 
nungsdebatte noch einmal an die Kommission zurüdverwiesen 
werden soll, um dort einer dritten Lesung unterzogen zu 
werden. Man ist sich darüber klar, daß ein solcher Beschluß 
einem Begräbnis gleichkommen würde, scheint aber bei fast 
allen Parteien darüber nicht sonderlich betrübt zu sein. 
Gestern waren übrigens bereits wieder Unterhandlungen im 
Gange, die die Verweisung an die Kommission vechindern 
und die Fernsprechgebühren-Verteuerung doch noch in irgend 
einer Form retten wollten. Am lebhaftesten in dieser Rich⸗ 
tung war, wie man sehen konnte, der Vorsitzende der 
Rudgetkommission, Freiherr von Gamp, tätig. 
Der neue Gesandte in Mexiko. Wie die Köln. Z3ta. aus 
Marinekreisen erfährt, ist der bisherige Militärbevoll⸗— 
mächtigte in Petersburg, Kapitän z. S. pon 
Sintze, der dem Zaren beigeordnet war, für den Ge⸗— 
kandtenposten in Mexiko in Aussicht genommen. 
Einjãhrig⸗Freiwillige gelangen am 1. April 1911 beini 
IX. Armeekorps bei solgenden Regimentern zur Einstellung: In⸗ 
fanterie-Regiment Graf Bose (1. Thür.) Nr. 31, Infanterie— 
Regiment „Herzog von Bolstein“ Eolsteinische) Nr. 86 
3. Bataillon, in Kiel (nur Studierende der Universitaͤt Kiel), 
sroßherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment Nr. 80, 
. und 3. Bataillon (nur Studierende der Universität Rostoch. 
Marineetat in der Budgetkommisston. Sinsichtlich der 
zeizerzulagen wurde der Zentrumsantrag angenommen, 
Darnach sollen 10 bezw. 15 Pf. täglich mehr bezahlt werden. 
Die Streichung der Subventionssfumme von 20 000 M für 
die Marinerundschau wurde abgelehnt. Das Kapitel In⸗ 
diensthaltung wurde nicht zu Ende geführt. 
Beschickung der Londoner Kautschuk⸗Ausstellung. Im Reichs⸗ 
Kolonialamt haben Verhandlungen des Deutschen Arbeits⸗ 
ausschusses der Internationalen Kautschuk-Ausstellung London 
1911 unter dem Vorsitz des Geh. Ober⸗Regierungsrates Dr. 
Schnee stattgefunden. Ueber die bisherigen Vorarbeiten be—⸗ 
tichtete der Vorsitzende des Kolonial⸗Wirtschaftlichen Komitees. 
Seit 1911 war Deutschland auf einer Ausstellung in London 
nicht mehr vertreten. Die diesjährige Ausstellung findet vom 
24. Juni bis 11. Juli in der Royal Agricultural Hall statt. 
die deutsche Abteilung soll weniger durch großen Umfang 
As durch Sachlichkeit wirken. die industrielle Gruppe »ir 
1 
deiner Rechte verletzt, oder bin ich dir irgendwie zu nahe 
getreten ?9 
„Nein, Undine. Davon kann gar nicht die Rede Jein. So 
meine ich es nicht. Aber sieh, wir brauchten doch nicht wie 
ein paar feindliche Parteien uns hier im Hause auszu weichen. 
Deine Stiefmutter beobachtet uns unausgesetzt. Sie quittiert 
über jede Ablehnung deinerseits mit einem triumphierenden 
Blick, und sie lächelt über jede Tölpelhaftigkeit, die ich mir 
in dem für mich schwierigen Verhältnis zu schusden kommen 
sasse.“ 
„Also darauf läuft es hinaus,“ dachte Undine. „Was 
Fridrun denkt, beschäftigt ihn. Ihretwegen soll ich freund- 
licher zu ihm sein, um ihr den Glauben beizubringen, daß 
uns wohl gar Liebe zueinander geführt hat.“ 
Eine glühende Röte stieg in Undines Antlitz. 
Sollte sie als Werkzeug dienen, die Frau zu reizen, die 
er einst geliebt? Wollte er Fridrun strafen? Sollte sie 
all die Qualen der Eifersucht erdulden. die er vielleicht einst 
ielbst' ihretwegen erlitten? 
Und sie, sie sollte die Hand dazu bieten? Darum hatte 
er sie gewählt? Darum warf er das reiche Erbe hin, 
aus Rache? Wer aber so blind hassen konnte, der konnte 
auch heiß lieben. Der hatte nicht abgeschlossen mit der Liebe, 
der liebte noch immer. 
Fest schlangen sich die Hände der jungen Frau ineinander. 
Ihre Augen bohrten sich in die dunkle Wolkenwand, die 
jetzt hinter der rosenroten Wolkenschicht aufwuchs, und kalt 
und ablehnend klang ihre Stimme, als sie erwiderte: 
„Meines Vaters Frau kann mein Handeln, Denken und 
Tun in keiner Weise bedingen. Ich habe alles getan, um 
ihr das gewohnte Leben in Luxus und Glanz zu erhalten 
und ihr die Heimat zu geben, die mein Vater so heiß 
jür sie wünschte, damit ist meine Mission für Fridrun erfüllt.“ 
„Doch nicht, Undine. Ich alaubte, es sei auch deine 
pflicht und dein Wille, über deines toten Vaters Ehre zu 
pachen.“ — 
„Was soll das heißken?“ fraate Undine mit flammenden 
Aman 
Kautschukfabrikate und die zu deren Hersitellung erforder— 
lichen Hilfsmittel, die koloniale Gruppe mit Rüdsicht auf die 
noch geringe Kautschukproduktion namentlich wissenschaft⸗ 
liches Material enthälten. Die Aßere Ausstattung wird 
einheitlich und kunstlerisch gestaltet werden. Als General⸗ 
kommissar ist der Kaislerlich deutsche Generalkonfsul Dr. 
Johannes in London belstellt. 
Desterreich⸗ Un garn. 
Nach einer Meldung aus Triest wird anläßlich der 
Reise Kaiser Wilbelms nach Korfu, die im März 
erfolgen soll, eine Begegnung des Deutschen Kaisers 
nit dem österreichischen Thronfsolger Erzherzog 
Franz Ferdinand auf der Insel Bromi stattfinden. 
Nach einer weiteren aus Konstantinopel zugehenden 
Meldung wird an amtlicher Stelle erklärt, daß man auf 
ürkischer Seite in einigen Wochen bereit sein werde 
ia Unterhandlungen über den Abschluß eines Handels— 
vertrags mit Oesterreich-Ungarn einzuleiten. 
Der soeben als Machfolger des päpstlichen Nunzius 
Sranito di Belmonte ffür Wien ernannte Monsignore 
Bavrono ist 54 Jahre alt und entstammt einer kleinen 
ßrundbesitzerfamilie in den Abruzzen. Zur diplomatischen 
Laufbahn gelangte er durch die Gunst des Kardinals 
Rampolla. Seine Missionen in Südamerika, in Kolumbien 
und Brasilien hat er in ausgezeichneter Weise erfüllt. 
Er soll überhaupt der beste päpstliche Diplomat 
ein. Im internationalen Schiedsgericht zwischen Peru und 
Brasilien hat er den Vorsitz geführt. Seine Ernennung 
nach Wien erfolgte, wie verlautet, gegen die Meinung 
des Staatssekretärs Merry del Val. 
Frankreich. 
Cléamentel brachte in der Kammer den Bericht über 
das Kriegsbudget ein. Er weist darin auf die Not⸗ 
vendigkeit hin, die Fortschritte der Industrie und die 
Entdedungen der Wissenschaft mutzbar zu machen, was neue 
Ausgaben bedinge, namentlich auf dem Gebiete der Fun⸗ 
entelegraphie, Luftschiffahrt und Flugtechnik. Weiter wird 
»as Anwachsen des Kriegsbudgets in Frankreich und 
Ddeutschland erwähnt und heroorgehoben, daß Frankreich 
deutschland nur nachgeahmt habe und sich noch weit hinter 
ihm halte. Das Kriegsbudget für 1911 erfordert im 
Vergleich zu 1910 ein Mehr von 28 Millionen. 
Der Unterstaatssekretär im Finanzministerium 
defevre, der sich am 4. Februar wegen Verleumdung 
»urch die Presse vor dem Gericht zu verant—⸗ 
vorten hat, wird vor der Verhandlung sein Amt 
riederlegen. damit der Unparteilichkeit des Gerichts kein 
Fintrag getan wird. 
Türkei. 
Zu dem Aufstand üin Jemen liegen folgende 
neuesten Nachrichten vor: Bei Ebha fand ein Zu, 
ammaenstoß zwischen 900 arabischen Aufsständiichen und 
00 tuürkischen Soldaten statt. Die Araber verloren 50 
Tote und 250 Werwundete, die Türken 650 Tote und 
10 Verwundete. 
An amtlicher Stelle eingetroffene Nachrichten aus Saloniki 
esagen: Said HNYahia schickt sich mit den vor Hodeida 
dersammelten Arabern an, die Stadt zu sfürmen. Die 
LTraber lagern in beträchtlicher Stärke in der Nähe von 
bodeida. Die Telegraphenleitungen mit Sana sind zerstört. 
Die Regierung ist bemüht, Transportschiffe zu finden, 
um die einberufenen Reservisten schnellstens nach Jemen zu 
hefördern. 
Japan. 
Der Minister des Aeußeren Kamura sprach sich gestern 
ebenso günstig über Japans auswärtige Beziehun— 
den aus, wie vor einigen Tagen der Ministerpräsident. Er be⸗ 
tonte die Bedeutung der Londoner Ausstellung für die Förde—⸗ 
ung des gegenseitigen Verständnisses und die Ausdehnung 
der Handelsbeziehungen Japans zu England. Als einzigen 
Zzwec des russisch-japan ischen Handelsabkommens be— 
eichnete er die Aufrechterhaltung des Status quo in der 
VDtandschurei und des Friedens im fernen Osten. Die Ein⸗ 
berleibung Koreas sei notwendig gewesen, da das Pro— 
ektorat ungenügend gewesen sei. Die Exterritorialität der 
Ausländer habe in Korea aufgehört. Die alten Verträge 
mit dem Auslande und der Zolltarif Koreas würden durch 
apanische Verträge ersetzt. Zur Vermeidung radikaler Aende— 
nden in den wirsschaftlichen Beriehungen Janans und 0ere⸗ 
„Ich wollte dich fragen, ob du weibßt. daß deine Stief⸗ 
mutier fur den Herbst eine Reise nach Italien plant?“ 
Undines Lippen wurden ganz blaß. 
(Fortsetzung folgt.) 
Theater und Musik. 
Lübeck, 258. Jan. 
Hansatheater. 
,„Das Madchen auf Irrwegen“, 
Melobramatisches Lebensbild in 44Akten 
(11 Bildern) von Walter Melville und Siegfried v. Luz. 
Ein Lebensbild nennt der Verfasser sein Stück. Zum Glück 
gehl's im Leben etwas motivierter her, als in diesem Theater⸗ 
ug — im Leben, das Scheffel einen Narrentanz nennt. Aber 
ich will mich nicht länger Uber die Eigenschaften englischer 
Zpeitakelstücke verbreiten, nur so viel: die Clownerien der 
etzten beiden Akte sind nach deutschen Begriffen abstoßend. 
Wenn ein raltblütiger Schurke, der vor unseren Augen einen 
Aten Mann niederknallte, mit einer zwei Meter langen Zaun⸗ 
alte à Ia Kasperle niedergeschlagen und Flaps tituliert wird 
ind dergleichen Späße mehr, so hört doch eigentlich der Spaß 
vus. Daß ein großer Teil des Publikums sie herzlich be⸗ 
achte, beweist doch nicht etwa gleich seine Roheit, sondern 
ur, daß es im Banne des Herrn Heinz Langen stand. 
lebrigens fing das Stuch sehr nett auf einer Landstrabe vor 
Schenke an, man hörte das Wuchstabieren der Schulkinder 
ind erlebte ihre harmlosen Liebeleien. 
Soweit es die naturgemäß beschränkten Requisiten zuliehen, 
uchte man szenisch dem Inhalt des Stückes gerecht zu werden. 
die Verwandlungen bei verdunleiter Seene gaingen mit wün⸗ 
chenswerter Schnelligkett vor sich. 
Gespielt wurde im großen und ganzen recht erfreulich. 
Besonders die fünrf Damen wurden ihren Rollen gerecht. Wenn 
uch Grete Marga zuweilen vom papiernen Phrasenschwall 
hrer Rolle übermannt wurde, so ging sie doch überstiegenem 
Balhos glücklich aus dem Wege. Hedwig Irita war 
dieder ein allerliebster, frischer Bengel, und seine Liebste im 
Fügelkleidchen wurde von Ellyh Burgmer na⸗ 
Ariich imnd reiwoll verkörbert. Auch als erwachsenes Mädchen 
—— 
zliebe der alte koreanische Zolltarif noch 10 Jahre bestehen 
zapan sei bemüht, neue Tarifvecträge mit den Mächten auf 
sieicher Grundlage baldigst abzuschliehen. Der günstige Fortgan 
der Verhandlungen mit England lasse den baldigen Abschluß * 
beide Länder befriedigenden neuen Vertrages erhoffen. 
Vereinigte Staaten. 
Im Senat wurde gestern von der staatlichen Einwan 
derungskommission ein Gesetzentwurf eingebracht 
der die Bestimmungen über die Einwanderung ver 
schärft und die volle Verantwortung für die Einwanderung 
von Ausländern den Schiffahrtsgesellschaften auferlegt. Diß 
Vorlage sieht schwere Strafen, sogar Beschlag. 
nahme der Schiffe für den Fall vor, daß Auslände 
gesetzwidrig ausgeschifft werden. 
Das Zollabkommen mit Kanada soll nicht in Form eine 
zandelsvertrags, sondern nur als einfaches Ge 
etz in beiden Ländern veröffentlicht werden. Zu einem Geses— 
ist im Kongreß nur die einfache Mehrheit, für einen Vertrag 
dagegen Zweidrittel-Mehrheit notwendig. Um ein Scheitern 
der Vorlage nicht herbeizuführen, hat man den ersten Weg 
zewählt. Ueber den Inhalt erfährt der Newyorker Ver 
treter des Standard: Nach dem neuen Gegenseitigkeitsvertraç 
»rmäkßigt Kanada die Zolisätze für amerikanische In 
dustrieerzeugnisse, während die VBereinigten Staaten Nah. 
rungsmittel und landwirtschaftliche Produkte mit niedrigere, 
Zollfätzen als bisher belegen und kanadische Fische volkomme 
rei einlassen. Kanadas Entgegenkommen besteht nur darin 
daß den Vereinigten Staaten gegenüber der kanadische In 
terimstarif erweitert wird. Von einer Gleichstellung de 
ADnion mit dem durch Vorzugszölle begünstigten Enghan 
sann nicht die Rede sein. 
Vor 40 Jahren. 
In den Lübeckilschen Anzeigen vom Mitt- 
woch, dem 285. Januar 1871 finden sich solgende offizielle 
Kriegsnachrichten: 
Versailhles, 23. Jan. Am 21., bejsetzten Ab— 
teilungen der deutschen Südarmee nach leichtem Gefecht 
Dole und nahmen 230 mit Lebensmitteln, Fourage und 
Bekleidung beladene Eisenbahnwagen. 
Am 22. wurde die Eisenbahn⸗-Mosel⸗Brücke zwischen 
Nancy u n dRoul durch eme Franitsreurbande gesprenat. 
öIm Rorden dat die Armee das Terrain bis 
zu den Fesiungen vom Feinde geläubert. 
— 
Taagesbericht. 
Lübeck, 25. Jan. 
Eißenbahnwünsche. Die Altonaer Handelskammer schreib 
in ihrem Jahresberichte u. a. folgendes: Obwohl Altona 
eit Eröffnung des Hauptbahnhofs Hamburg Ausgaugspunkt 
Aler Züge mit Ausnahme der nach dem Norden gehenden 
st, müssen die in der Richtung nach Lübed fahrenden 
Hassasiere immer noch in Hamburg umsteigen. Seit mel⸗ 
reren Jahren wird daher die Dur chführung den 
nbeder Zäge bis zum Hauptbahnhof. Altona pou der 
zandelskammer angestrebt. So hat sie in einer Eingabe 
im 14. Des. 1907 die Notwendigkeit dieser Maßnahme dar— 
jelegt. Die Kammer hofft bestimmt, daß die Durchführung 
zer Lübecker Züge erfolgt, sobald erst der Hauptbahnhbof 
Altona erweitert ist. In einem gewissen Zusammenhange 
nit dem Verkehr auf der Strede Lübed —,Hamburg steht 
zie Schaffung besserer Verbindungen der lauenburgischen 
Ztädte Ratzeburg und Mölln mit Hamburg⸗Altona. 
Zierzu hat die Kammer eine Reihe der in ihrer Eingabe 
in die Eisenbahndirektion zu Altona und an die Direktioi 
der Lubed Bachener Kisenbahngesellschaft bereits in 
Mars 1908 vorgetragenen Wunsche wiederholt. End 
ich ist darauf aufmerksam gemacht worden, daß 
die gesblante neue Eisenbahn Segebera — Ham 
zurg Altong als Endpunkt haben muß. Da diese Bahr 
zrößtenteils preußisches Gebiet durchlaufen und exrschließen 
pll. so muß sie auch direkt bis zur größten preußischen 
Sladt Westholsieins. Altona, durchgeführt werden. Fall— 
die Trasse der Bahn nicht Jlo gewählt werden kann, daß 
ie von nordöstlicher Richtung zuerst in Altona einläuft, so 
ind die Zuge weniostens von Hamburg bis zum Hauptbahn. 
s-f stone Mirchufn rn 
E 
griff sie frisch und lebendig in die HSandlung ein. Gr ete 
—R wie als 
Zzausmädchen. Toni Sarrow endlich verkörperte die Hoch 
laplerin keck und elegant. Carl Wolter als alter Trunken 
zold und Heinz Schall als abgebrühter Schurke füllter 
hre Rollen vortrefflich aus. Alfred Krüger spielte einen 
vornehmen alten Herrn und Adolf Stüunkel einen warm— 
herzigen Gatien und Vater durchaus überzeugend. 
Das gut besekte Haus war in sebr angeregter Stimmung 
8.0. B 
— ———— 
Die Generalprobe zu Richard Strauß' „Rosenkavalier 
dessen Inhaltsangabe und Dresdener Rollenbesetzung wir 
gestern abend im Feuilleton veröffentlicht haben, hat 
dienstag abend in Dresden am Hoftheater statt⸗ 
gefunden. Ein auserlesenes Publikum hatte sich dazu ein 
zefunden. Richard Strauß erklärte, daß die Dresdener 
Aufführung seine höchsten idealen Forderungen übertreffe 
Umer dem Einfluß der Stimmungen, die namentlich der 
Schlußß des ersten und des letzten Altes hervorrief, wurde 
ntgegen den Generalprobe.Usanzen, lebhaft applaudiert. Di 
Aufführung nahm mit Pausen 414 Stunden in Anspruch 
Sie verlief glanzvoll, trotz der Heiserkeit Pexrrons in der 
Roͤlle des Barons von Lerchenau. Das Orchester unter doer 
Leitung Schuchs war wundervoll. 
Die NMirnberger Oper bringt als zweite Buhne einé 
Aufführung des Straußschen „Rosenkavaliers“, und zwar 
am 27. Januar, also einen Tag nach der Dres dener 
Uraufführung. Oberregisseur Vanderstetten leitet die In⸗ 
zenierung. 
Als Kurorchester des Fürstl. Vades Rurmont ist für die 
Hauptkurzeit 1911 das Blüthner-⸗Orchester aus Berlin 
Apflichie worden, welches von Anfang Mai bis End⸗— 
September unter Leitung des Fürstl. Kapellmeisters Friv 
Busch konzertieren wird. 
Max HalbesJugend' verboten. Im Stadttheater der 
aedebayerischen Kreishauptstadt Landshut sollte ein— 
Auffsihrung von Max Halbes Liebesdrama „Jugend“ 
stattfinden. Die Zensur der Stadt perbot iedoch ein⸗ 
Aufführung des Werkes
	        
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