Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
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eilungen 1Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
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Amtsblatt der sreien und Hanfestadt Lubec 16. Jahrgang nagrichten für das weranm mauendurg. die 
ablan Gejetz und v erordnungeblatt 28 e gürstentũmer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
——,,,,,,,,,,,,,,,, ————— —A —— jende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
ODrud und Verlag: Gebrüder Borchers G.m.b. S. in Lübed. — Feschãftsftelle Adreß hauc (Koniastr. aß) Fernivrecher MOO u. 9001. 
Ausgabe 
—— 
Erstes Blatt. hierznu 
— Umfane der heut; 7r 
CEroße Ausgabe) Montag, den 23. Januar 1911. Abend⸗Blatt Nr. 4l. 
— —— 
Blatt. 
—— S2SESd— 
Seiten. 
οαααααισααααααααα αααιααä 
vHtamtlicher Teil. 
der bisherige Einfluß der Sozialdemokratie 
auf die Krankenversicherung. 
0 Lübeck 23. Jan. 
Die Reichstagskommission zur Vorberatung der Reichsver⸗ 
icherungsordnung hat die Entscheidung über die Verteilung der 
Beitragspflichten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in 
den Vorständen der Ortskrankenkassen vorläufig zurüchgestellt. 
leber diese wichtige Frage, von deren Beantwortung 
inter Umständen das Schicksal der ganzen Vorlage abhängen 
ann, soll erst nach Beendigung der zweiten Lesung 
»es Abschnitts über die Krankenversicherung Beschluß ge— 
aßt werden. Indessen, diese Beschlußfassung steht nahe bevor 
and in verhältnismähig kurzer Zeit wird auch das Plenum 
zes Reichstags zu dieser Sache Stellung nehmen. Deshalb er— 
cheint es wohl angezeigt, die Ausbeutung der Krankenkassen⸗ 
erwaltung durch die Sozialdemokratie nochmals zu beleuchten. 
Hierfür wird nun neuerdings weiteres erdrückendes Tat⸗ 
achenmaterial vorgelegt, von dem wir nur einige Proben 
wiedergeben wollen. Es dürfte vielleicht noch zu wenig bekannt 
lein, daß die Sozialdemokratie die Macht, die ihr die 
euangleichmäßige Verteilung des Stimmrechts in 
die Hand gegeben hat, unbedenklich benutzt, um als 
kKassenärzte ausschließlich sozialdemokratische 
ARerzte heranzuziehen oder von den AMerzten Erklärungen 
u verlangen, daß sie sich zur sozialdemokratischen Partei be— 
tennen. Diese Tatsache wird bestätigt durch folgendes Inserat 
es „Aerztlichen Zentralanzeigers““ „Aerzte, welche der Ar— 
deiterklasse politisch nahestehen, erhalten einträgliche Kassen— 
arztstellen kostenfrei nachgewiesen durch Tr. Landmann in 
Boppard.“ Ganz offen gab auch der sozgzialdemokratische 
Arzt Dr. Kurt Freudenberg in Berlin in einem in den 
Sozialistischen NMonatsheften“ 1899 erschienenen Artikel: 
‚Aerzte und Krankenkassen in Deutschland“ zu, daß sozialdemo— 
ratische Kassenvorstände sozialdemokratische Aerzte wegen ihrer 
»olitischen Stellung bevorzugen. Tie Aerzte ziehen es daher 
zuch nicht selten vor, schon in ihren Bewerbungsgesuchen auf 
hre Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Parteiorganisation 
zinzuweisen. 
Sodann gibt ein Leipziger Schöffengerichtsurteil einen sehr 
interessanten Aufschlußß über die Gesichtspunkte, die maßgebend 
waren bei der Anstellung von Leamten der Ortskrankenkasse 
in Leipzig. In dem Urteil heitzt es u. a., daß „bei der 
Anstellung von Beamten der Ortskrankenkasse Leipzig die poli— 
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tische Gesinnung eine Rolte ppiele. Lie Krankenkontrolleure 
vürden mit Vorliebe sozialdemokratischen Parteigängern ent— 
tiommen und als Berufskontrolleure würden mit Vorliebe „Ge— 
rossen“ angestellt. Ferner hätten notorische Streik— 
ührer ohne berufliche Vorbi'sdung Anstellung im Dienste 
er Kasse gefunden. Ueberhaupt fehle es bei den vom Kassen⸗ 
orstand angeordneten Beamtenprüfungen der Ortskrankenkasse 
atsächlich an einer Garantie für deren Unparteilichkeit“. 
Wenn wir nun einmal die Anstellungsverträge der Kassen⸗ 
eaniten selbst prüfen, so können wir feststellen, daß in einer 
Inzahl von Anstellungsverträgen den Kassenbeamten ausdrücklich 
ugesichert wird, daß sie wegen politischer, gewerkschaft⸗ 
icher und religisser Vergehen selbst dann nicht 
ntldassen werden können, wenn ihnen wegen solcher 
zergehen durch rechtskräftiges Urteil die bürgerlichen 
hrenrechte aberkannt sind. Amtlich wird denn auch 
ei einer Krankenkasse aucdrücklich festgestellt, daß es sich 
ür die Vorstandsmehrheit bei der Anstellung von Beamten 
zesentlich nur um die Schaffung von Versorgungsstellen für 
ewährte Mitglieder der sozialdemokratischen Partei handle. 
das ist, wohl gemerkt, seitens einer Krankenkassenverwaltung 
elbst zugestanden, nicht etwa bloß von Gegnern der Sozial⸗ 
emofratie behauptet worden! 
Es ist denn auch wiederholt vorgekommen, daß Beamte 
on Krankenkassen und Heilanstalten auch bei den Reichstags— 
zahlen für die sozialdemokratische Partei agitatorisch tätig 
ewesen sind. In mehreren Fällen sind sogar die Kassenräume 
anz ungescheut zur Agitation für die sozialdemokratische Partel 
enutzt worden! Das entspricht jedoch keineswegs dem 
rsprünglich gewollten Zweck. Die Kassenleiter und die Kassen— 
eamten haben lediglich die Aufgabe, die Durchführung der 
om Gesetz vorgeschriebenen Leistungen der Krankenversicherung 
uU überwachen und alle damit verbundenen Obltegenheiten ohne 
edwede Nebenzwecke und Nebenabsichten wahrunehmen. 
Gegen diese eng begrenzten und, man sollte meinen, selbst⸗ 
erständlichen Pflichten wird aher in großzem Umfange bis 
ttzt ruhig weiter verstoßen. Es ist daher die höchste Zeit, 
aß diesen schreienden Mißständen ein Ende gemacht und durch 
iie von den verbündeten Regierungen vorgeschlagene Hälfte— 
ung des Stimmrechts und der Beitragspflicht das Gesetz 
egen parteipolitischen Mißbrauch sichergestellt wird 
n 
Unter den neu Dekorierten heben wir folgende Par⸗ 
lamentarier hervor: Den Roten Adlerorden 1. Klasse 
nit Eichenlaub Herrenhausmitglied Graf v. Reventlo w; 
»en Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichen⸗ 
aub und der königlichen Krone Landtagsabgeordneter Frher. 
.Zedlitz und Neukirch; den Roten Adlerorden 2. 
Ztlasse mit Eichenlaub Herrenhausmitglied v. Buch, Herren⸗ 
ausmitglied Prof. Dr. Loening; den Roten Adler— 
rden 2. Klasse Herrenhausmitglied Dr. Wachler; den 
doten Adlerorden 3. Klasse mit Schleife Reichstagsab⸗ 
eordneter Dr. Giese, Vizepräsident des Reichstags 
5chulz; den Roten Adlerorden 4. Klasse die Reichstags— 
bgeordneten Dr. Becker-Köln, Dr. Brunstermann, 
7ingelen, Dr. Görck-Holstein, Dr. Grévoire, 
dinz, Landtagsabgeordneter Johanssen, Reichstagsab— 
eordneter Nacken, Frhr. v. Pfetten, Siebenbüur— 
er, Stubbendorff, Wallenborn, Larndiagsabge—⸗ 
rdneter Student; den Kronenorden 2. Klasse Vize— 
rässdent Dr. Spahn, Kaempf; den Kronenorden 3. 
dlasse Reichstagsgabgeordnete Hausmann-Hannover, Dr. 
Nugdan, Trimborn, Herrenhausmi!glied Oberbürger⸗ 
neister Rive-Halle, Landtagsabgeordneter Hirschssen, 
ßerniock, Schmieding-Dortmund. 
Von Gelehrten und Künstlern erhielten u. a.: 
en Roten Adlerorden 2. Kl. mit Stern: Prof. Anwers, 
ztändiger Sekretär der Akademie der Wissenschaften in 
zerl'n; den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub: 
zrof. Bumm, Vorsteher des Reschsgesundheitsamis, Prof. 
»elImert, Direktor des Geodätischen Instituts in Pots— 
am, den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleifo: Dr.⸗ 
zng. Wilh. v. Siemens-Charlottenburg, Dr. Jessens, 
direktor der Bibliothek am Kunstgewerbe-Mus:um Berlin; 
»en Roten Adlerorden 4. Kl.: Geh. Reg.Nat Rasch⸗ 
»orf, Prof. an der Technischen Hochschule in Berlin; 
kugen Zimmermann, Schriftsteller in Friedenau, Prof. 
Taubert, Mitglied des Senats der Akademie der Känste; 
en Kronenorden 1. Kl.: Wirkl. Geh⸗Rat Graf v. 
zarrach, Prof. und Maler in Berlin; den Kronenorden 
2. Kl.: Geh. Medizinalrat Dr. v. Bramann, Prof. 
m SHalle, Prof. Schaper, Kunstmaler. 
Unter den Ordensverleihungen an Militärs, soweit sie 
»as 9. Armeekorps betreffen, heben wir hervor: Den 
koten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub: Generalmajor von 
dosenberg-Grusczynski, Kommandeur der 34. Inf. 
Brig., Generalmajor Frhr. v. Lüttwitz, Kommandeur der 
33. Inf.Brig. Generalmajor 3. D. v. Doemming, Kom— 
nandant des Truppenübungsplatzes Lockstedt; den Roten Adler— 
sden 3. Kl.: Oberst p. Gerstein-Hohenstein, Briga- 
ier der 9. Gendarmerie⸗Brig. Oberst Graf v. Reichenba ch, 
dommandeur des Feldart.«Regts. Nr. 60, Oberit v. Franken- 
ßerg u. Ludmi⸗—8 Bure dos Inf.Regts. 
— 
ichaftiichh und wild, als wäre ihr ein tiefes Herzeleid wider—⸗ 
ahren. Als sie aber an das Lager des Ohnmächtigen trat, da 
var ihr Antlitz wieder ruhig und beherrscht, und sicher und 
jefaßt gab sie der alten Tialda, die haltlos jammerie, ihre 
Anweisung für die Pflege des Kranken. 
Ekke Thornsen kicherte vergnügt. 
„Im Nebel hat sie ihn geschickt, den feinen Jungen. 
In die Wiedingharde ist er gekommen. Soiahoi! Hoiahoi! 
Ich grüße dich!“ 
Olaf aber sah finsteren Auges auf den unwillkommenen 
Vast, den der Sturm ihm beschert. Er hatte die rasende 
Angst um Dorrets Wagemut noch nicht verwunden. Gerade, 
als er sich anschickte, wieder hinauszufahren, sie zu luchen, 
da war sie heimgekehrt, und als er sie so im ersten Frührot⸗ 
schein, lächelnd die anderen grüßend, näher kommen kah, da 
g er plötzlich, daß er ohne Dorret nicht mehr leben 
onnte. J 
Und diese Erkenntnis vaubte dem starken Mann fast die 
Besinnung. 
Ganz gebrochen wankte er in scine Kammer. 
Und das Meer sang weiter seine rauschenden Lieder, und 
nit heiserem Schrei stiegen die Möwen Aber das starke Wehr 
»er schimmernden Dunen, und von dem wertterbraunen, uralten 
zirchlein klangen hell die Gloden. 
Da kam es wie ein heitzes Schluchzen aus der breiten 
Brust des Mannes, der zitterte und beble wie ein Kind vor 
w Liebe, die unverhofft zu ihm kam, seine erste, junge 
diebe. 
Und er war doch schon alt, Olaf Thornsen, fast vierzig 
Jahre! *6 
Langsam siarb der Tag, der duftige Sommertag verrann. 
Bunte Säume schmüchten den Strand, an dem da—s broune 
Kohr leise im Winde schwankte. 
Silberglänzend hob sich hier und da eine weiche, graue 
Weide aus den hohen Halmen empor, und über das üppige, 
rüne Weideland dogen buntschedige Rinder 
Die Felder wogten im Duft goldiger Aehren, und ringzum 
var ein Feierllang in der Luft. der ein Echo in Undines Vrust 
Das Krönungs- und Ordensfest in Verlin 
curde gestern auf Allerhöchtten Besehl im Königlichen Schloß 
n gewohnter Weise gefeiert. Das Schloß, die königlichen 
ind städtischen Gebäude und viele Häuser in der Umgebung 
es Schlofses waren beflaggt. Schon seit mehreren Tagen 
dar in Küche und Keller scharf gearbeitet worden, denn 
uch gestern wieder sollten gegen tausend Personen an 
»en Tafeln des Königs speisen. 
die Rebelfrau. 
Roman von Anny Wothe. 
45. Fortsetzung.) Machdruch verboten.) 
Sie stürzte hin zu dem blassen Mann, als wollte sie ihn 
chützend umfangen, aber eine eisige Hand hielt plötzlich die 
hrige, und finster raunte ihr Reimar Randolt zu: 
„Kein Aussehen hier. Ich will es nicht. Er kommt nicht 
u uns in den Gorlingshof. Elke Thornsens Haus ist das 
aächste hier.“ 
Und laut wandte er sich zu den Schiffern, die den Ver— 
wundeten trugen: 3 
„In die Wiedingharde. Den Arzt schiche ich sofort.“ 
Da brach sich ein großer, breitschultriger Mann Bahn 
zurch die Menge. Seine blonden Haare, von denen die 
Sturmlappe weit zurückgefallen war, sianden ihm starr ums 
baupt, und sein werterhartes, breites Gesicht war dunkel⸗ 
zlühend vor Zorn, als er Torrets Hand unsanft aus der 
des Ohnmächtigen riß, den sie, den Trägern zur Seite schreitend, 
hrem Hause zu geleitete. 
„Wie kannst du ohne Erlaubnis mitten in der Nacht 
pavonlaufen?“ schalt er auf Dorret. „Ist das Art für ein 
ordentliches Friesenkind 7“ 
Dorrets Augen blitzten ihn an. 
„Ich tat, was du auch getan. Ohm,“ entgegnete sie stolz. 
„Zwölf hat Olaf Thornsen diese Nacht gerettet,“ murmelten 
»ie Männer. „Wie ein Löwe hat er min Wind und Wetter 
zetämpft.“ 
„Wie kannit du mir wehren, was du selber für recht 
zältft, Ohm Olaf?“ lächelte jetzt Dorret. „Auch ich führe 
Beute heim, und als Strandgut bringe ich diesen Geretteten 
a in unser Haus. Willst du es anders?“ 
Der Kapitän senkte den Blick vor diesen fragenden Mäd⸗ 
denaugen. 
„Mir war so augft um dich, Dorret,“ murmelte er wie 
ur Entschuldigung, während er mit scheuem Blick auf den Mann 
vhte, den sie dahin in seines Vaters Haus trugen. 
Dorret aber trat auf Undine zu und fragte voll scheuer 
angn in der Stimme: 
„Jürnist auch du mir, Unodine, datz ich mit hinausfuhr m 
die Nacht?“ 
„Nein, Kind,“ gab die junge Frau ernft zurück, „ich weiß 
a, wie wetterfest du bist, aber ich habe doch um dich ge— 
ittert, als ich hörte, daß du in der Sturmnacht da draußen 
zarst. Es ist kein Werk für Frauen, Dorret. Mannesmut 
ätte es auch getan. Weißt du, wen die Wiedingharde jetzt 
eherbergt?“ 
Torret schüttelte den blonden Kopf. Von ihrem dunklen 
egenrad rannen noch die perlenden Tropfen, die goldig in 
„er Morgensonne funkelten. 
„Ich weiß nicht, Undine. Fast meine ich, ihn zu kennen.“ 
„Timm Randolt.“ 
DTorret fuhr mit einem leisen Schrei zusammen. In rat—⸗ 
oser Angst sah sie zu der blonden Frau auf, die jetzt vor der 
zaustür stehen blieb und Dorrets Hand umfaßte. 
„Pflege ihn gut,“ sagte sie leise, „und denke daran, dahj 
r mir lieb und wert ist, den eure Werft jetzt birgt, und 
er den Gorlingshof meidet. Er verdient es.“ 
Tann schritt sie, Dorret gütig zulächelnd, die Dorfstraße 
ntlang, ohne nach Reimar Randolt zurüchzuschauen, der ihr 
„astig folgen wollte, der aber an Ekke Thornsens Tür dem 
»londen Mädchen den Weg vertrat, auf dem sie entschlüpfen 
vollte. 
„Eine fsolche Nacht, Dorret Bunsen,“ sagte er mit einem 
iefen Klang in der Stimme, „bindet fester als Stahl und 
kisen. Wir werden sie, wie ich glaube, beide nicht ver⸗ 
essen. Und wenn Ihr mich für die Folge so weiter mit Eurem 
zab beehrt, dann wird vielleicht doch einmal beim Sange 
er Wogen der Gedanke in Euch Raum gewinnen, diesem 
Mann half ich das einzige retten, was er im Leben lieb hat, 
»as einzige, was ihm noch geblieben.“ 
Er ließ die Hand, die er Dorret reichen wollte, jäh wieder 
inken. Mit leichtem Neigen des dunklen Hauptes schritt er 
jinter Undine die Dorfstraße landein, wo jetzt sonnenbunt 
die Fenster schimmerten. 
Noch hing ihm die Salbzflut in Bart und Haar, wie er stolz 
ind hochaufgerichtet dahinschritt. 
Dorret sah ihm nach, ein grotzes, heihßes Erschredden in 
den Augen, und dann schluchzte sie plötlich auf. so leiden—
	        
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