Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 91. Jahr MNahhnrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
beiblatt: Gesetz und verordnungsblatt*&8Bee —— ranng gurstentũmer Katzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
e ieeeae fzende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Hrud und Verlag: Sebrüder Borchers G.m. b. S. in Lübed. — Geschãfisstelle Adreß haus (Kõniastr. 46). Fernsvrecher 9000 u. 001. 
Ausgabe 
(Große Ausgabe) 
Sonnabend, den 5. Kugust 191. 
Abend⸗Blatt Ur. 392. 
A 
Erstes Blatt. hierzu /. Blatt. 
—— — — —— — — — — 
Amfang der heutigen Nummer 6 Seiten. 
Nichtamtlicher Teil. 
die Regierungserkläärung über Marokko. 
d. Lübeck, 5. August. 
Die Meldung der Nationalzeitung, nach der die Maroklo— 
vethandlungen stocken sollten und möglicherweise eine Minister⸗ 
krise bevorstehe, hatte die politische Welt entschieden verstimmen 
müssen. Gestern morgen begegnete man darum in Berlin nur 
kraufen Stirnen. Denn es ließ sich nicht von der Hand weisen, 
daß Herr v. Kiderlen-Waechter tatsächlich augenblicklich zurück⸗ 
treten würde, sobald er die Politik, die er für richtig er— 
kannt hatte, nicht mehr durchsetzen könnte. Man munkelte 
zwar von Intriguen, doch eine solche Auffassung der Meldung 
mußte noch größere Besorgnisse schaffen. Jetzt hat die Regie— 
rung in offenbarem Zusammenhange mit der porgestrigen Meldung 
sich entschlossen, den Schleier des Geheimnisses, der bisher auf 
den Verhandlungen mit Frankreich ruhte, zu lüften. Sie gibt 
der Welt davon Kunde, daß über den prinzipiellen 
Standpunktt eine Annäherung stattgefunden 
habe. 
Dem schlichten Bürgerstand mag diese offiziöse Mitteilung 
zunächst etwas dürftig erscheinen, und wir können verraten, 
daß mancher langjähriger Politiker der gleichen Ansicht ist. 
Denn im Grunde besagt auch dieses Kommunique nichts anderes, 
als was seit dem ersten Tage der Unterredungen bereits be— 
kannt war, ja was eigentlich die selbstverständliche Voraus— 
setzung der Verhandlungen sein mußte. Denn es scheint doch 
notwendig zu sein, daß beide Mächte prinzipiell bereit sind, 
sich zu verständigen, ehe eine Verständigung erzielt werden 
kann. Wenn sich diese erste Grundlage der Verhandlungen 
von der gestern bekannt gegebenen inhaltlich unterscheiden soll, 
o kann das nur darin bestehen, daß gestern bereits 
die allgemeinen Kompensationen festgestellt 
worden sind. Es müßten sich also Herr v. Kiderlen— 
Waechter und Herr Cambon schon darüber geeinigt haben, was 
Deutschland in Marokko oder im französischen Kongo erhält. 
Das wäre zwar erst eine Verständigung in allgemeiner Form, 
aber immerhin in einer Form, die einen bestimmten Inhalt 
bereits enthält. Wenn uns dieser jedoch von der Regierung 
nicht mitgeteilt worden ist, so müssen wir entweder daran 
zweifeln, daß er schon besteht — dann aber wäre man noch 
nicht einen Schritt in den Verhandlungen weitergekommen —, 
oder aber sie verschweigt ihn, weil mancherlei Komplikationen 
erst künftig eintreten können, deren Möglichkeit man nicht be— 
l 
reits jetzt in der Presse erwähnt sehen will. Und das dürfte 
der Fall sein. 
Wochen um Wochen hat es gedauert, ehe überhaupt der 
Inhalt der Kompensationen in allgemeinster Form festgestellt 
verden konnte. Vermutlich wird eine längere Zeit notwendig 
ein, um zu einem wirklich greifbaren Resultat zu gelangen. 
denn daß Frankreich uns gegen die Gewährung politischer Vor⸗ 
echte in Marokko etwa einen Teil seines Besizes am Kongo 
berlassen will, hat blutwenig zu bedeuten, solange die Grenze 
hrer Abtretung noch nicht genau gezogen ist. Darüber erst 
önnen die eigentlichen Konflikte entstehen, denn in der Er— 
ledigang dieser speziellen Fragen muß sich erst der Unterschied 
deutscher Forderungen und französischer Bereitwilligkeit, sie zu 
erfüllen, zeigen. Man wird also voraussichtlich noch eine 
zute Portion Geduld brauchen müssen, ehe der erwähnte 
Augenblick, der Abschluß eines Vertrages zwischen Deutschland 
und Frankreich, verwirklicht werden kann 
in fünf bis zehn Magen vor Teheranstehen wird. 
Man glaubt nicht an einen Widerstand der Regierungs 
ruppen, die zwar zum Imampaß ausgezogen seien, aber nach 
ilter Gewohnheit zum Exschah übergehen würden. Außerdem 
eien die Truppen des Exschahs nach seiner Vereinigung mit 
»em Khan von Maran und seinen kriegerischen Reitern be— 
eutendestärker als die Garnison von Teheran. Von der 
egenwärtigen Regierung wird angenommen, daß lie fliehen 
ind teilweise Asyl in Gesandtschaften suchen wird, um der 
hinrichtung zu entgehen. 
Erngland gibt nach! In der Besorgnis, in Peters⸗ 
burg weiter böses Blut zu machen, läßt England den Major 
Stokes, den von der persischen Regierung engagierten Or— 
zanisator der Zollgendarmerie, fallen. Stokes, der Militär—⸗ 
ittachs und charakterisierter Major in Teheran war, wird plötz⸗ 
ich wieder Kapitän und aufgefordert, seinen Abschied aus der 
Armee zu nehmen. „Mehr,“ sagt die „Times“, „kann weder 
die britische Regierung noch die indische Regierung, in deren Dienst 
Stokes stand, tun. Das einzige, was England noch zu tun ver⸗ 
mag, ist, daß sie der persischen Regierung begreiflich 
nacht, wie inopportun der Cchritt der Ernennung war. 
Wobei es erwartet, daß Ruftand den gleichen Schritt 
ur selben Zeit tut.“ 
Die Herbstsession des Reichsstages. 
Im Herbst finden sich bekanntiich die Reichsboten wieder 
u parlamentarischer Arbeit zusammen. Diese Session wird 
aber nur kurz sein, obwohl wichtige gesetzgeberische Aufgaben 
noch dert Erledigung harren. Man gedenkt aber nur, 
wie die N. G. C. aus parlamentarischen Kreisen hört, et wa 
ieben Wochen zu tagen, d. h. ron Anfang Oktober 
bis Anfang Dezember. 
Nun liegt noch eine erhebliche Masse von zum Teil sehr 
wichtigen Reichstags-, Resten“ vor, von denen verschiedene schon' 
n Kommissionen beraten worden sind. Man denke nur an die 
Schiffahrtsabgaben-Vorlage, an die Strafgesetznovelle, den Ent— 
vurf eines Arbeitskammergesetzes, an das Kurpfuscchergesetz, 
vbie Fernsprechgebührenvorlage und die sosialpolitischen Vor⸗ 
agen. Dazu kommen noch neu hinzu das schwierige Priveant⸗ 
»eamtenversicherungsgeseb, die Handelsvorlage 
nit England und das schon einmal abgelehnte Gcsetz 
iber die Ausgabe kleiner Aktien. Natürlich sind auch 
Debatter über die Marokkofrage und andere aktuelle 
politische Tagesfragen zu erwarten. 
kaiser Wilhelm II. und die marokkanische Frage. 
Zu den unerfreulichsten Erscheinungen, welche die Erörte— 
ung der marokkanischen Frage hervorgebracht hat, muß man, 
o schreibt uns ein diplomatischer Mitarbeiter, das Bemühen 
ines gewissen Teiles der französischen chauvinistischen Presse 
ind der mit ihr verbündeten Organe der öffentlichen Mei— 
ung Englands rechnen, den Glauben zu erwecken, als hätten 
emals zwischen dem deutschen Kaiser und den Ausführern 
eines Willens, dem Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg und 
dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Kiderlen— 
Waechter, Unstimmigkeiten geherrscht. Man hat es so dar—⸗ 
uustellen versucht, als ob die vom Staatssekretär v. Kiderlen⸗ 
Waechter mit dem französischen Botschafter Herrn Cambon ge⸗— 
»flogenen Unterhandlungen ohne genaue und ständige Kennt⸗ 
nis des Kaisers von ihrem Inhalte und ihren einzelnen 
Phasen angenommen worden seien, so daß nach der Rückehr 
des Kaisers sozusagen „Decharge“ von ihm erbeten werden 
nußte. 
Das ist natürlich blanker Unsinn. Die Richtlinien, in 
»enen sich die Verhandlungen auf deutscher Seite bewegen 
ollten und bisher bewegt haben, wurden zwischen dem 
zaiser und seinen höchsten verantwortlichen Ratgebern auf 
dem Gebiete der auswärtigen Politil vor der Ausreise des 
Monarchen festgelegt, und wir glauben zu wissen, daß der 
daiser, als er seine Fahrt nach dem Norden antrat, 
ehr weitgehende Vollmachten hinterließ, durch 
zie nötigenfalls den deutschen Forderungen der stärkste Nach- 
Trotz der widerwillig gegebenen Erlaubnis betrieb Irmgard 
die Vorbereitungen zur Reise mit Eiie; sie fürchtete, daß etwas 
törend dazwischenkommen könnte. 
Zwei große Koffer wurden gepadt. Dann bat sie Frau 
Pest, mit der sie sich in einem Laden eine Zusammenkunft er— 
deten, iht oft Nachrichten über die Kinder zu geben, und' 
zerabschiedete sich von ihr. Zuletzt fiel es Irmgard doch 
chwerer, als sie gedacht, sich vom Hause zu trennen. 
„Lebe wohl und amüsiere dich,“ sagte Lörsbach trocken. 
„O, ich komme bald zurück“ entgegnete sie. 
Der Zug ging ab. Sie beugte sich aus dem Fenster 
ihres Abteils; ihres Mannes Gesicht sah seltsam ernst aus, 
wie er da stand und ihr nächblicdte. 
In Berlin atmete sie wie erlöst auf. Das war Heimatluft, 
»ie Luft der Großstadt, die sie in G. schmerzlich entbehrte. 
Die Eltern freuten sich, sie wiederzusehen, aber Frau Marie 
jatte doch einige Bedenken, daß die Kinder allein waren. — 
Else Ferren nahm die Freundin in Beschlag. In ihrer 
Fesellschaft hatte Irmgard sich sonst wohl gefühlt, ietzt fand 
ie die oberflächliche Frau doch zuweilen recht leer und eitel.“ 
„Ob ich auch schon Kleinstädterin geworden bin?“ dachte 
zrmgard. „Vieles, was mir sonit Vergnügen machte, kommt 
air jetzt anders vor. Nein, nein, ich will die kurze Zeit 
zier auskosten, die Langeweile in G. bleibt mir vorbehalten.“ 
Frau West schrieb häufig, der Hauptmann selten. 
Er empfand es wie eine Wohltat, daß es friedlich und 
till zu Hause war, daß er kein verdrießliches Gesicht sehen 
ußte, und die Freude an den Kindern ersetzte ihm manches. 
sicht alles, denn er liebte seine launische Frau trotz aller 
Fehler. — * 
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Elfriede von Schorn kam regelmäßig zu ihren Stunden; 
das Freundschaftsband zwischen ihr und Emmym befestigte sich 
mmer mehr. 
—Ernst vermied es nicht, die Baronesse zu sehen. Er 
ürchtete nicht mehr, daß er sich hinreißen lassen könnte, 
nit eiserner Willenskraft zwang er den Schlag seines Herzens 
ur Ruhe. 
Wie gemütlich waren die Stunden am Tische der Frau 
Najorin, wenn die Damen unter der Hängelampe mit einer 
Erfolge des Exschahs. IJ 
Aus Petersburg meldet man unter dem gestrigen Datum 
dem B. T.: „Die Lage in Persien wird nach den Behauptun— 
zen der russischen Blätter für den Exschah immer gün— 
tiger. Langsam, aber sicher dringt Mohammed Ali an— 
zeblich in drei gut bewaffneten Abteilungen gegen Teheran 
dor, nachdem ihm die staatlichen Munitionsvorräte in Kerma-— 
chah nebst einem ansehnlichen Artilleriepark ohne Flintenschuß 
n die Hände gefallen sind. Nachrichten zufolge, die der Re— 
zierung zugegangen sind, wird der Exschah von der Bevölke— 
crung überall begeistert begrüßt. Man erwartet hier, daß er 
— — — — — 
ODie SZiehe glaubt alles, sie hotft und duldet aues. 
Löörsbach tut es, und er betet als frommer Christ, daß 
seine Frau sich ändern und so werden möge, wie er sie sich 
vünsche. — 
Es kommen aber immer wieder Rückfälle. Eine plötzliche 
Aenderung im Wesen gibt es nicht, und Irmgards Fehler 
ind zu tief eingewurzelt, um schneel ausgerottet werden zu 
rönnen. 
Bei Wests haben die Kinder den Keuchhusten; es herrscht 
trenge Quarantäne zwischen den beiden Nachbarhäusern. Irm⸗ 
jard vermißte ihre kleine Nachbarin mehr, als sie gedacht 
jatte, war sie doch gewohnt, mit allen ihren Anliegen zu 
Margarete zu kommen, sich Rat und Trost bei ihr zu holen. 
kinmal trafen sie sich in einem Laden. Irmgard war erfreut 
arüber und sagte es ihr. —— 
„Sie sehen aber recht elend aus,“ bemerkte Frau von 
dörsbach. 
„O, ich bin ganz wohl. Wenn es nur die Kinder gut 
iberstehen.“ 
Margarete sagte nicht, daß sie fünfzehnmal in der Nacht 
aufgestanden war, um den hustenden Kleinen beizustehen. 
„Ich darf nicht müde werden!“ 
5„Nur Mut, Gott hilft!“ 
An diesen ihren Lebensregeln richtete sie sich in den 
Mühsalen des Lebens als gläubige Christin auf. 
Eines Tages bekam Irmgard einen Brief ihrer Freundin 
Else Ferren. Sie bestimmte sie, noch Berlin zu kommen, die 
Faschengszeit brächte viel Vergnügen, und mehrere Bälle wären 
n Aussicht. 
„Deine Eltern würden sich gewiß auch freuen, Dich 
wiederzusehen,“ hieß es weiter. „Elfriede wird vom Grafen 
Rombeck poussiert, man erwartet igre Verlobung.“ 
„Reiner,“ sagte Irmgard schmeichelnd, „bitte, nimm Urlaub, 
wir wollen auf einige Wochen nach Berlin.“ 
„Und die Kinder?“ fragte der Hauptmann. „Wir können 
sie nicht mitnehmen, die Eltern haben keinen Platz für uns 
alle.“ 
„O, das ist aber schrecklich! Ich möchte so gern hin, um 
für kurze Zeit die Langeweile in G. zu vergessen.“ 
„So reise allein,“ sagte der Hauprtmann kurz, „ich bleibe!“ 
Sonnensehnsucht. 
Roman von G. von Schlippenbach. 
18. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) 
„Reiner wird brummen,“ dachte sie, „er muß sich fügen.“ 
Er tat es auch, was die Kochfrau anbetraf, das Menü 
erregte aber seine Mißbilligung. 
„Es sieht protzig aus,“ tadecte er. „Ich habe dir doch 
gefagt, daß ich es einfacher wünsche! Fünf Gänge gibt es hier 
nirgends, auch bei uns nicht! Ich winl es nicht, verstehst du?n 
Jumgard schmollte, aber sie mußte sich fügen. 
Sie fühlte sich indessen doch geschmeichelt, als die Tafel, 
mit Blumen geschmückt, im Lichte der Gaslampen strahlte. 
Elektrisches Licht gab es in G. bei ihnen noch nicht, nur in 
einigen Häusern. Irmgard selbst sah bildhäbsch in einer 
hellseidenen Toilette aus, die sie gewählt hatte. Die meisten 
Damen besaßen nur ein solides Schwarzseidenes, das immer 
wieder modernisiert wurde und Jahre vorhalten mußte. 
Der Hauptmann empfing seine Gäste mit seiner herz⸗ 
gewinnenden Freundlichkeit. Auch Irmgard war als Wirtin 
tadellos, sehr höflich und zuvorkommend, aber es fehlten 
ihr jene Eigenschaften, die ihren Mann so beliebt machten. 
Heute gab sie sich Mühe, liebenswürdig und aufmerlsam 
zu sein, und in gewissem Maße gelang es ihr auch. * 
Entgegen den Bitten seiner Frau hatte Lörsbach keinen 
Fhampagner geben lassen; er hielt sich streng an das Her— 
sömmliche, und auch die Zigarren waren dieselben, die man 
in G. rauchte. 
Erst nach dem Souper hob sich die Stimmung, und schließ— 
ich wurde es ganz heiter, selbst Irmgard war belebt und 
achte. » Das verschönte ihr Gesicht, der verdrießliche Zug 
chwand, und sie glich ihrem früheren Selbst, das Lörsbach 
gefesselt hatte. 
Nun sind die Eheleute allein. Der Hauptmann ist in 
jehobener Stimmung. Er zieht sein schönes Weib an sich 
und sagt ihr liebe Worte, Worte, nach denen sie verlangt hat, 
die so selten geworden sind. Sie fühlt, daß sie ihren Mann 
ebt, und sie ist nach langer Zeit wieder einmal zärtlich 
Jegen ihn.
	        
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