Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

hatte. Der Friedhof vor dem Burgtor hat Lübecks erstes Opfer 
ber Luftschiffahrt aufgenommen! — Unter den Leidtragenden 
Ffand hich auch ein aus Berlin dur Beerdigung aekommener 
Ferr, der ursprunglich beabsichtist hatte, die Unglücksfahrt 
wBallon Hildebrandt“ am 20. Dez. mitzumachen. Nur 
durch einen Zwischenfall in seiner Familie wurde er in letztert 
unde abgehalten, an der FJahrt teilunehmen. An seine 
Zue trat der schon mehrfach erwähnte Kaufmann Keidel. 
Zurch ein merkwürdiges Zusammentreffen wurde er so vor dem 
ragischen Schicksal bewahrt. 
Se. Durchdaucht Prinz Heinrich Reuß XXXVV., Kaiser⸗ 
icher Leutn. 3. S. traf gestern nachmittag im Automobil 
giel Micht Ludwigslusth hier ein und stieg im Hotel 
International ab. 
Der kommandierende General des 9. Armeelorps, Gene⸗ 
al der Infanterie Freiherr v. Plettenberg, begab 
ich in Begleitung des Rittmeisters v. Flotow, Adiutanten 
es Generalkommandos, zur Eskadronsbesichtigung beim 
Tragoner⸗Regiment Nr. 18 nach Parchim. Von Parchim 
vn ee g Ludwigslust weiter, wo heute 
Sonnaben ie Besichtigungen beim Dra— ⸗ 
e goner⸗Reg. Nr. 
Die Sparrumg des Elbe⸗Trave⸗Kanals vom 81. dDs. 
Mis. ab erfolgt wegen der nach längerer Betriebszeit 
mmer erforderlichen Untersuchung und Ausbesserung der 
Schleusenanlagen. In diesem Jahre werden die Donner— 
ichleuse und die Lauenburger Schleuse einer allgemeinen 
Instandsetzung unterzogen; befondere Beschädigungen der ge⸗ 
nannten Schleusen liegen dagegen nicht vor. 
Zur Reinhaltung der Eisenbahn⸗Persenenwagen. Ein 
Erlaß des preußischen Eisenbahnministers beauftragt die 
Eisenbahndirettionen, die Kontrolleure anzuweisen, die Per⸗ 
onenwagen nicht nur auf den betriebslicheren Zustand, son⸗ 
dern auch daraufhin zu prutsen, ob die Abteile in allen 
sHhren Teilen gereinigt und sauber gehalten, ob Türver⸗ 
schlüsse und Fenster gut gandbar sind und diese sich licher 
jeststellen lassen, ob die Vorhänge lauber, und staubfrei 
und ihre Befestigungsmittel in Ordnung sind, die Gas— 
beleuchtung unbeschädigt ist, die Fußböden, Polster und 
Gepäcknetze vom Staub befreit, die Waschraͤume und Ab⸗ 
i und die Wafserbehälter mit Wasser gefüllt sind. 
S Zwangsverkäufe. Im Termine i 
m 20. Januar 1911 kamen folgende —3 Amegane 
ot: 1) Klaus⸗Grothstraße Nr. 1, dem Maurer —* 
Karl Heinrich Georg Pfensig zu Lübech gehoͤrig e 
34 000 M. Das Meistgebot von 22767,01 M Surde ab b 
von dem Dentisten Julius Lange zu Lubed. VUeber den e 
soll am 27. Januar 1811 entschieden werden, 2) Glog g 
—— 
wirts Ernst August Wilhelm Schmütz. Johanna Catharina M 
Dorothea geb. Käselau zu Lübech gehörig, beschwert mit ecg 
Marl. Das Meistgebot von 37010 M wurde abgegeben 
dem Bierfuhrmann Johann Heinrich Ritter zu Lübeck —* 
—— 
ar. 53, dem Bauunternehmer Wilhelm Johannes Martin B 
lies zu Lübeck gehörig, beschwert mit 22000 M. Tas M -. 
gebot von 16306,34 M wurde abgegeben von d b 
hekendläubiger. Ueber den Zuschlag soll am 27 — * 
—Qä werden; 4) Westhoffstraße Rr. 854 * 
dem Bauunternehmer Wilheim Zohanner Martin v e 
Aubed gehdrig, beschwert mit 13 400 M. Dae Meist qe bg 
1149,57 Mewurde abgegeben von einem eei 
lleber den Zuschlag foll am 27. Januar 1911 eee we 8 
— Zugeschlagen wurden folgende Grundsrden1 7 
serdesstrate Nr. 6 dem Maleroehilfen Mar 8 
Lüubeck für das am 18. Januar 1911 von dem Musikleh 
Carl Wilhelm Edmund Rennecke zu Lübed abgegeben⸗ 88 
von 22 200 M, in welches Gebot Stein eingetreten ist; 2) Sei 
idstratße Der. 88. dem Schneidermenter Friedrich ann⸗ 
heinrich Martin zu Lübeck für das am 18. Januar 1 — 
gebene Gebot von 10 600 M. ar oh abee 
Für Briefmarkensammler. i i i 
iaums⸗-Marken sind a e e n 
meldet wird, vom Prinzregenten genehmigt worden * 
werden fünfzehn Marken in Einfarbendruck auf T 88 
hergeltellt. Der bisherige Prägedrud, den Bahern n —— 
wo qu, verlassen. Die Pfennigwerte en 
gen den Kopf des Prinzregenten mit d i 
des neunzigsten Geburtstages des Pri — E 
—— dages des Prinzregenten, 12. Mãrz 
53 even in der Größe den jetzigen Pfennig- 
en —9 Pf. Die Markwerte von 1 bis 20 M 
unter allen europäischen aan * de — 
ornamentaler Ausstatiung das Brustbilt 8 n 
a⸗ Jäger. Außer den Marken gelangen drei J enr 
arten zu fünf und zu zehn Pfennig und i uee 
wit bezahlter Rückantwort im Vielfarbend Den 
Mit demselben Markenbild werden —. a urgane 
geben. Die Gultigleit der — 8 ere 
zeichen ist nicht beschränkt. Ab 11 e Feiyern 
e Zertauf ber alten bayerischen —— 
anni ertzeichen einge⸗ 
Militã j 
—* re in Bezirk des X. Armeelorps. 
———— o maien Schulgelderheber, 1400 
Stadtrat. Nachtschu F Fosort Bremerbaden, 
Ienditen utzmann, 16550 Mojahrlich i st. 
idung Gehan en e ude sele Dienm. 
* Amt, Schreiber, 600 M sam 38 e — 
— 5 WA eigen. — So⸗ 
* neen Magistrat, Poltizeisergeant für den —5* 
—— — ienst, 1300 M, steigend bis 1800 Majahrlich — — 
qp P 220 M und Kleidergeld 130 M, Selm 
Portepee, Achselstüle und Regenroͤd werd e e 
e ren * werden je nach Bedarf ge⸗ 
lefe Sofort, Hamburg, Deputation für Hand 
nahn a, eputation für Handel, 
F rt und Gewerbe, Marineverwaltung, Mat 
achtschiff am Jonas, 1600 bis 2000 W —— Dnhn 
perden — 3— 
—— — —7 
r ilfe, „kann bis 1940 M — 
— — 
aun id eidung; sofort, Ober ö Sektion 
ar die Wissenschaftlichen Anstalten, — e 
zteiber. 1400 Mark, kann bis 190940 e du 
gen; sofort, Slatistisches Bure — 
iralet um au und Bureau der 
Wneinee wühen vier Silfsschreiber, werktäg⸗ 
e e e ge — Universitaͤtsbibliothel, 
——— Hilfsunterbeamter, die Stelle ist mit 
is 1700 Mudotiert, zunächst erfolgt jed di 
iahme nur als Hilfsunterbean — re 
——— antter mit einer jährlichen Remu— 
le O M. — Sofort, Lehhe, Magis ini 
— ort, ne, Magistrat, einige 
dn sergeanten, iahrlich 1100 Muund kreie Dienst-— 
* Aus dem Rehthsgericht. Ttef gefunken. Vom 
andgerichte Stade ist am 21. September v. J. der 
zner angesehenen Kaufmannsfamilie in Hamburg ent—⸗ 
tammende Sandlungsgehilfe Paul K. wegen Betrugs und 
Führung eines falschen Namens unter Erweiterung einer 
hm in Lübeck auferlegten Strafe zu 6 Jahren Zuchthaus 
erurteilt worden. Er ist vielfach vorbestraft und kam 
m Juli 1909 von England nach Harburg. Hier nannte 
er sich fälschlich Erich Berg und bezeichnete sich als Marine⸗ 
Inspektor der Cunard-Linie. Unter diesem Namen verlobte 
er sich mit einer Beamtentochter, die er in Kürze zu 
zeiraten versprach. Unter allerlei Vorspiegelungen entlockte 
er ihr und ihrem Vater insgesamt über 1200 M, die er 
erbrauchte. Die BHeiratsabsicht war nicht ernst, was sich 
chon aus der Beilegung des salschen Namens ergab. — 
die Reviston des Angeklagten, der geisteskrank sein 
will und fich über Beschränkung der Verteidigung be⸗ 
schwerte, wurde gestern vom Reichsgericht als unbegründet 
derworfen. 
Vereinigte Stadttheater, Lübeck. 
Spielplan von Sonntag, den 22., bis einschl. Sonntag, den 29. Januar. 
(Aenderungen bleiben vorbehbalten.) 
Januar: Neues Stadttheater: Unf. Ende 
Sonntag. 22. „Die Förster⸗Chrijstl“. 3 5 
Sonntag. 22. „Die Zauberflöte“. 75 105 
Montag. 23. Zum 1. Male. Neu! „Taifun“. 
Drama von Melchior Lengyel. 75 104 
Dienstag. 24. „Fidelio“. 73 10 
Miitwoch, 25. „Ein Walzertraum“. 8 1024 
Donnerstag, 26. Zur Vorfeier des Geburtstages Sr. 
Majestät des Kaisers. „Zopf und 
Schwert“. 75 1030 
Fest⸗Vorstellung zur Feier des Ge—⸗ 
burtstages Sr. Majestät des Kai⸗ 
sers. „Die Meistersinger von 
Nürnberg“. 7 1124 
Sonnabend, 28. ‚Die lustigen Welber von Windsor“. 76 103 
Sonntag, 29. Carmen“. 75 104 
Januar: Stadthallen-Theater: 
Sonntag, 22. Erstes Gastwiel der „Urania“⸗Berlin. 
„Ueber d. Brenner nach Venedig“. 4 534 
Sonnlag, 22. Gastspiel C. W. Büller. „Onkel 
Brüsig 74 108 
Montag, 23. Letztes Gastspiel der „Urania“⸗-Berlin. 
„Kairo und die Pyramiden“. 8 — 
Dienstag, 24. Gastspiel der „Parisienne“ American⸗ 
French Sketch⸗ Company., Tantalus⸗ 
qualen“, Schwank. Neu!—,Polter⸗ 
abend“, Schwank. Neu! 8 10 
Sonnabend, 28. Gastpiel der „Parisienne“. 8 10 
Sonntag, 29. Galtipiel der „Parisienne“. 75 10 
In Vorbereitung: „Nevolutionshochzeit“, Schaufspiel von 
—A Richard 
Wagner. 
Sportnachrichten. 
Samburger Sechstage-Rennen. Die leßzten Stunden brach⸗ 
en, wie vorauszusehen war, noch viele scharfe Kämofe, bei 
denen Demke, Lorenz und Suter mehrfach stürzten. Von 
Uhr ab fuhren am Freitag nur noch die beiden Paare 
demke⸗Lorenz und Gebr. Suter; Demke hat sich anscheinend 
ie Sympathien des Publikums verscherzt, denn, wie schon 
in Nachmittag, wurde er auch abends dei seinem Erscheinen 
nit Johlen und Schreien begrüßt, ja, bei seinem Starz er⸗ 
challten sogar Bravorufe, was natürlich nicht zu rechtfertigen 
st. In der 141. Stunde stürzte Demke abermals so schwer, 
daß er aus dem Rennen scheiden mußte. Infolgedessen gab 
nuch sein Partner das Rennen auf, und das bisher führende 
Baar Demke-Lorenz schied damit aus dem Rennen. —— Von 
2 Uhr ab wird das Rennen neutralisiert. Die Gebrüder 
Suter werden als Sieger erklärt und mit ihnen fahren 
bis 10 Uhr nur noch in neutralisierter Zeit, in der Vorstöße 
nicht mehr gemacht werden durften, die Paare Marx⸗Stell- 
brink, Rüdiger-Althoff und Heinemann⸗-Schulze, von 79. Uhr 
in Abständen von 8, 26 und 26 Runden. Stand 142. Stunde 
ßebr. Suter 8610,440 km, 143. Stun de 3637,890 kxm. 
Endresultat (144 Stunden). 
Franz und Paul Suter (gZürich) 3667.230 (25,5 
Stunden Durchschnitt) l, 
Wiily Marx—Fritz Stellbrink (Berlin) (8 R.) 2, 
Rüdiger Gerlin)—Fritz Althoff (Hannover) 28 R.) 3. 
Nachdem ein Doppelschuß um 10 Uhr die Beendigung 
»es gewaltigen Rennens angezeigt, brach das Publikum in 
tünmische Beifallsrufe aus, die sich noch verstärkten und 
on Tucher⸗ und Hüteschwenken begleitet wurden, als die 
Siegespaare, mit mächtigen Lorbeerkränzen geschmücktt, die 
Ehrenrunde fuhren. Als der Jubel sich gelegt hatte, traten 
noch die beiden Newyorker Sechstage-Sieger Waller Rütt und 
John Stol zu einem Match an, bei dem Walter Rutt in 4. 254/ 
im Verfolgungsrennen siegte. 
211. Die Sieger im soeben beendeten Hamburger Sechs⸗ 
age⸗Rennen, Gebrüder Suter, vwie auch das zweite, 
ritte und vierte Paar fuhren in diesem Rennen „Con⸗ 
inental⸗-Pneumatik“, den besten Reifen der Gegen— 
part. Es sei hier erinnert, daß auch sämiliche bisher in 
)eutschland abgehaltenen Sechstage-Rennen in den letzten zwei 
JFahren ausschließlich auf „Continental-Vneumatik“ ge— 
donnen wurden. 
sr. Für das Internationale Schwe dische Amomo bilcennen 
ßotenburg⸗Stochosm am 12. Febr. sind für den Winter⸗ 
Pokal und den Gotenburger Pokal bereits 32 Wagen ge⸗ 
neldet worden. 
Neueste Nachrichten und Telegramme. 
W. Berhu, 21. Jan. Gestern wurde ein Spitzbube ver⸗ 
jaftet, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Schul— 
naben zu Ladenkassendieben auszubilden. Er ging in der 
Weise zu Werke, daß er mit einem Knaben wie zufällig 
ugleich das Geschäft betrat, wo er dann etwa⸗ forderte, 
bas im Laden nicht gerade vorrätig war. Während der 
Ladeninhaber in das Magazin ging. um den Gegenstand 
u holen, schlüpfte der Schüler hinter den Ladentisch und 
lünderte die Kasse. Bei einem gestrigen Falle raubte er 
twa achtzig M. 
W. Verlin, 21. Jan. Die von einem hiesigen Blatt 
baedrudte Meldung, die Kaiserin sei an einem Augen- 
Wbel erkrankt und ein Wiesbadenect Arzt sei zur Be— 
andlung nach Berlin berufen worden, entbehrt in allen 
dinzelheiten jeder tatsächlichen Begründung— 
W. Berlin, 21. Jan. Ueber die Wirren in der Tier— 
arzneischule in Hannover erklärte gestern abend der 
Landwirtschaftsminister in der Budgetkommission des 
Abgeordnetenhauses: Ich ermahnte schon vor dret 
Wochen e ine Abordnung der Studierenden, die einen Streik 
in Aussicht stellte, die Studierenden dringend von derartigen 
Schritten abzuraten. Der Direktor der Tierarzneischule er⸗ 
klärte der Abordnung, er mißbillige das Vorgehen. Am an— 
dern Tage war kein Studierender im Hörsaal erschienen. Er 
habe die ernste Absicht, derartigen Ausschreitungen energisch 
entgegenzutreten und drohte mit Nichtanrechnung des Semesters. 
Auch die Berliner Tierarzneischule hat keine Rektoratsverfassung, 
wie die Universitäten, da der Lehrkörper den Rektor nicht 
wähle, sondern der Minister drei Kandidaten präsentiere, von 
denen dieser auswähle. Die Zeitungsnachricht, Direktor Dam— 
nann sei mitbeteiligt oder patronisiere die Verhältnisse, sei 
»öllig aus der Luft gegriffen. 
Hamnover, 21. Jan. Der Landwirtschaftsminister hat den 
Direltor der Tierärztlichen Hochschule beauftragt, die Stu— 
denten mit einer angemessenen Frist zum Wiederbesuch der 
Borlesungen aufzufordern, und zwar unter Androhung der 
Ztreichung des laufenden Semesters. 
Die Direktion der Hochschule erklärt zu diesem Vor— 
jehen der Studentenschaft, daß sie die Sache, die sie för— 
nern wolle, eher geschädigt habe, weil sich der Minister nicht 
wingen lassen könne, ihre Forderung zu erfüllen. In diesem 
Sinne ist die Studentenschaft auch von der Direktion der 
dochschuie unterrichtet und vor übereilten Schritten gewarnt 
vorden. Der Direktor, Geheimrat Damman, der selbst 8 
kinführung des Reltorats lebhaft befürwortete, steht auff 
)»em Standpunkt, daß der Minister der Hochschule gegenwärtis 
eine Reltoratsverfassung geben könne, weil dadurch Aende— 
ungen im Etat bedingt sind, zu denen es in diesem Jahre 
u spät ist. Der Direktor hat an den Minister, bei dem 
die letzte Entscheidung liegt, über die Vorgänge berichtet. 
M. Andernach. 21. Jan. Wegen eines an einem Geistes— 
ranken in Andernach begangenen Raubmordes wurde der 
»er Schiff in Duisburg angekommene Schiffsheizer Sattler 
derhaftet. 
Pe. Müuchen, 21. Jan. Der Aufsichtsrat der Bayerischen 
Notenbank beschloß, der Generalversammlung für 1910 eine 
Oproßentige Dividende vorzuschiagen. 
W. Wiesdorf. 21. Jan. In den Wiesdorfer Farben⸗ 
fabriken wurden fünfzehn Arbeiter, die in einem besonderen 
Ausenthaltsraum ihr Miittagessen verzehrt hatten, als sie 
in das Freie traten, nach und nach besinnungslos. Sechs 
vurden dem Mühlhauser Krankenhaus zugcsührt, einer ist 
Jestorben. 
W. Tonadice, 21. Jan. Eine Bäuerin erwürgte ihre 
echzehniährige Tochter im Schlafe, weil sie glaubte, daß 
ie mit ihrem zweiten Manne ein Liebesderhältnis unter— 
zalte. Die Mörderin beging dann Selbstmord. Die Schwester 
der Ermordeten wurde wahnsinnig. 
Wien, 21. Jan. Aus Konstantinopel wird geschrieben: 
Alle hier eintreffenden Nachrichten bestätigen, daß der Lluf— 
sttand des Scheits Idriß in Assyr gegen die Regierung in be— 
zrohlicher Weise zunimmt. 
W. Kariskrona, 212. Jan. Das neugebaute Tor— 
pedoboot „Vesta“ unternahm gestern mittag eine Probe— 
fahrt, von der es in einigen Stunden zurückkehren sollte. Als 
das Boot um 6 Uhr abends nicht zurückgekehrt war, 
erhielt ein Bugsierdampfer Befehl, nachzuforschen und ging 
um 8 Uhr in See. Das Torpedoboot „Thetis“ ist um 
Mitternacht zurüdgekehrt, ebenso der Bugsierdampfer, ohne eine 
Spur des Torpedoboots gefunden zu haben. 
W. Epernan, 21. Jan. Der gestrige Tag ist ruhig ver⸗ 
aufen. Die Weinbauern hielten verschiedene Versammlungen 
ab, in welchen sie erneut beschlossen, keine Gewalttaten mehr 
zu begehen. Die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ord— 
nung sind noch in Kraft. 
Madrid, 21. Dez. Die Regierung hat den Mdmiral 
dapuente seines Postens enthoben infolge eines heleidigenden 
Briefes, den er an den Marineminister gerichtet haben soll. 
der Admiral bestritt dem Ministerpräsidenten gegenüber, 
,Rerfasser des Briefes zu sein, doch bestätigte er einem Jouc- 
nalisten gegenüber, daß der Brief existiere. 
W. London, 21. Jan. Der Fractdampser „Pisa“ der 
sßamburg-Amerika Linie, von Buenos Aires nach Ham⸗ 
Rirg unterwegs, ist in der Nähe von Portland im englischen 
Ktanal auf Grund geraten, dürfte jedoch mit der nächsten 
Flut wieder flott werden. 
M. Newunork, 21. Jan. Vier Räuber drangen in die Woh— 
nung eines Mietshauses und zwangen mit vorgehaltenen Re— 
volver sechs Dinergäste, Geld und Schmudsachen auszuliefern. 
Sie verschwanden spurlos mit einem Taxameter. 
W. Verlin, 21. Jan. Konteradmiral Gühler, 
beauftragt mit der Führung des Kreuzergeschwaders, der seit 
einiger Zeit an Typhus erkrankt ist, ist gestern in Hongkong 
zestorben. 
W. Bremen, 21. Jan. In letzter Nacht fand am Brill 
ine Schlägerei zwischen Arbeitern und Matrosen statt, bei 
der ein Matrose durch einen Stich in die Lunge tödlich ver— 
etzt wurde. Er starb sofort nach Einlieferung in das Kranken— 
zaus. Ein zweiter Matrose wurde sehr schwer verleßzt. Die 
Täter, drei Arbeiter, wurden verhaftet. 
W. Bukarest, 21. Jan. Die Kammerauflösung ist 
nuf den 23. Januar festgesetzt. 
W. Guahyaquil, 21. Jan. Die Regierung von 
skcuador lehnte es ab, die Grenzstreitangelegenheit mit 
deru dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. 
W. Paris, 21. Jan. Das französische Komitee für Aus⸗ 
tellungen im Auslande gab gestern zu Ehren der italienischen 
Delegierten sowie anderer ausländischer, darunter deutscher 
Ddelegierter, ein Bankett, bei dem Senator Dupont auf die 
virtschaftliche, politische und soziale Bedeutung der Aus— 
tellungen hinwies. 
W. Clermont Ferraund, 21. Jan. In verschiedenen Ort— 
chaften der Umgegend wurden starke Erderschütterungen 
jerspürt. Ein bemerkenswerter Unfall hat sich nicht ereignet. 
W. Cajaro (Dep. Lot), 21. Jan. Durch eine Feuers⸗ 
»runst in einer Volksschule wurde der Schulleiter so verbrannt, 
»ah er starb. Sieben Schüler wurden verletzt. 
WV. Washington, 21. Jan. In dem Generalbefehl des 
Marinesekretärs, in dent Kommander Sims nach den An— 
veisungen Tafts getadelt wird, heißt es, Taft habe die 
zchwere des vorliegenden Vergehens so klar zum Ausdrid 
jebracht, daß weitere Bemerkungen unnötig erscheinen, um 
die Marine auf den von Sims bewiesenen Mangel an Ta 
ind seine Unkenntnis der Pflichten eines Seeoffiziers besonders 
inzuweisen und so eine Wiederholung des so bedauerlichen 
dorfalles zu verhindern
	        
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