Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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—53864 885439 —536 
33 33 5— 9 5—77 33658 4 
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5—55 N 3 —8* —z3 
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Ausqabe 4. 
2 
Tagesbericht. 
Lübeck, 8. August. 
Concours Hippique in Travemünde am Freitag, dem 4. 
und Sonntag, dem 6. August. Der Vorstand des Lübed⸗ 
Travemünder Rennklubs übernimmt es auch dieses Jahr nach 
dem Überaus glänzenden Erfolg des Vorjahres mit dieser für 
Travemünde und Lübeck neuen Veranstaltung, unserem See— 
vad eine erneule Anziehungskraft zu verleihen. Die erste inter⸗ 
nationale Preisbewerbung auf dem Leuchtenfelde im Voriahre 
nußte sich mit einem provisorisch hergerichteten Platz begnügen, 
ver lange nicht allen Ansprüchen der Preisbewerber und der 
Zuschauer genügte. Dennoch verlief diese Veranstaltung recht 
zufriedenstellend für alle Beteiligten. In diesem Jahre hat der 
Lübech⸗Travemünder Rennklub für den Concours Hippique auf 
dem Leuchtenfelde einen Sportplatz zur Verfügung, der 
oon der Sladt Lübeck mit erheblichen Kosten besonders für 
diese oder ähnliche Veranstaltungen hergerichtet wurde und 
hJoffentlich allen Ansprüchen genügen dürfte. Kleine Mängel 
obetreffs der Festigkeit des Bodens und der Grasnarbe werden 
in diesem Jahre zwar noch auftreten, im nächsten Jahre wird 
der Sporiplatz aber sicherlich in tadelloser Verfassung sein. — 
Welchen Anklang die erste Travemünder Preisbewerbung von 
Reit⸗ und Wagenpferden in den Kreisen der Interessenten ge⸗ 
funden hat, beweisen wohl am besten die überaus zahlreichen 
Nennungen für die einelnen Konkurrenzen der beiden Tagen. 
275 Nennungen sind, wie schon berichtet, eingegangen, unter 
diesen befinden sich erstklassige Namen und verschiedene des Vor⸗ 
jahres. Im ganten sind ungefähr 100 Nennungen mehr als im 
Voriahre zu verzeichnen. Für die Jagd-Spring-Konkurrenz 
am Sonntag sind allein 50 Nennungen vorhanden, für das 
Gruppenspringen zu Drelen am Freitag 40 Nennungen. Die 
Damen-Springkonkurrenz am Sonntag hat 13 Nummern aufzu— 
weisen. — Für die übrigen Konlurrenzen sind ebensalls ausge— 
zeichnete Nennungen eingegangen. Für die Konkurrenz der 
Wagenpferde und -Gespanne sind eingelaufen für Ein- und 
Mehrspänner 6, für Tandems und Mehrspänner 4, für die 
Secbstfahrerkonkurrenz für Ein- und Mehrspänner 10, fürTandems 
und Mehrspänner 7 Nennungen am Freilag. — Am Sonn'ag 
hat die Qualitäts- und Fahrerprüfung für Ein- und Mehr— 
spänner 8 und für Tandems und Mehrspänner 5 Nennungen 
ergeben. Von Lübecker Herren haben für die Selbstfahrerkon— 
kurrenz gemeldet: Herr Generalkonsul August Goßmann; 
bij. St. „Lady Grey“ und 4j. W. „Sylvey“, Wagen Phaeton, 
und Herr F. Wallbrecht 7j. schw. W. „Peter“ sowie 6i. 
Sch.⸗St. „Fanny“, 6j. Sch.St. „Blitz“, 6j. Sch⸗St. „Blanka“, 
und 6j. Sche“W. „Klaus“. Ferner finden wir die bekannten 
Namen auswärtiger Herren wie Oberlt. z. S. a. D. C. Doll-⸗ 
mann, Pohnstorf, Frhr. v. Ohlendorf, Grewe, Graf Al— 
vensleben, Neu-Gatitersleben, Dr. L. Lessing, Graf Platen-Hal⸗ 
lermund, Frhr. v. Langen, K. Belitz. In den Springkonkur—⸗ 
renzen werden Offiziere aller Waffengattungen im Sattel er—⸗ 
scheinen, so daß sich auf dem Sporiplatz ein äußerst buntes 
Bild entwickeln dürfte. Auch sportlustige Damen werden wir 
in den ei nzelnen Konkurrenzen als Fahrerinnen oder im Sattel 
sehen. Diese internationale Preisbewerbung steht unter dem 
Protektorat Seiner Magnifizenz Herrn Bürgermeister Hermann 
Eschenburg, unter den PVreisrichtern finden sich Namen von 
hervorragendem Klang. Sicherlihh wird auch diese 
zweite Veranstaltung des Lübeck-Travemünder Renn— 
klubs den vollen Beifall der Zuschauer finden, 
um so mehr, als für die Springkonkurrenzen an beiden Tagen 
ein Totalisatorbetrieb eingerichtet ist. Für die Zuschauer sind ge— 
deckte Tribünen errichtet, die Schutz gegen die Sonne gewähren. 
Der einzig schön am diesseitigen Ufer der Trave an der Außen⸗ 
allee belegene Sportplatz wird am Freitag und Sonntag der 
Sammelplatz der eleganten Welt aus Lübeck, Hamburg, Berlin, 
Hannover usw. sein und der Tummelplatz friedlicher Wett- 
kämpfe, die das große Publikum im höchsten Grade anziehen. 
Möge das Wetter auch diesen beiden neuen Sporttagen Trave— 
mündes günstig sein, dann wird der Erfolg für den Lübed—⸗ 
Travemünder Renn⸗Klub und Travemünde nicht ausbleiben. 
Kohleneinfuhr. Der Dampfer „Biörn“ traf mit voller 
Kohlenladung für die Firma Heinrich Diestel ein, auch der 
in einigen Tagen eintreffende Dampfer „Borga“ wird für die⸗ 
selbe Firma erwartet. 
*Temperaturver gleiche. Von einem Freunde unseres 
Blattes wird uns geschrieben: Ihrer kürzlich ge⸗ 
machten Anweisung betr. die Reduktion von Celsiusgraden 
in die Réaumurskala möchte ich eine viel eĩnfachere Methode 
zur Seite stellen. Sie besteht darin, daß man die Celsius⸗ 
grade mit 8 multipliziert und eine Stelle abstreicht. Zum 
Beispiel. 23 Grad Celsius X 8 — I184, also 184 Grad Recqu. 
mur. Auch Fahrenheitgrade lassen sich auf recht einfache Weise 
in Celsiusarade verwandeln, dadurch, daß man 32 abzieht, das gewonnene 
Prodult halbiert und zu diesem /10 und 00 zu addiert. 3. B. 
1140 Fahrendeit minus 32 bleibt 82, die Hälfte davon 41 
4* 401 
“4 41 
45,510 Celsius 
Es fallen bei diesen Methoden die immerhin schwierigen Di 
visionen fort. 
Schleswig⸗Holsteinische Ferkelpreise im Jahre 1910. Eine 
aatürliche Folge der ungeheuren Schweineproduktion des Jahres 
1910 waren hohe, konstante Ferkelpreise, wie sie sonst kaum be— 
obachtet worden sind. Der Durchschnittispreis an allen Ferkel⸗ 
närkten der Provinz setzte im Januar ein mit 20,68 Mupro 
Stück, steigerte sich aber im Februar auf 22, 41 M, im März auf 
23,11 M, um nach einem kleinen Rückgang im April mit 24,48 
Mark im Mai den höchsten Stand des Jahres einzunehmen. 
Im Juni betrug der Durchschnittspreis noch 21,45 M, im Juli 
20,90 M, im August 19,74 M, im September 17,79 M, im 
Oktober 16,26 M, im November 16,32 M, im Dezember 16,93 
Mark. Die Durchschnittspreise in den einzelnen Marktorten 
stellten sich wie folgt: in Hadersleben 16,42 M, Apenrade 
17,29 M. Tondern 17,63 M, Susum 21,90 M, Tonning 28,20 
—T Schleswig 22,60 M, Eckernförde 24,61 M, Rendsburg 
23,68 M, Kiel, gzugleich fur die Kreise Bordesholm und Plon 
maßgebend, 31,00 M, Segeberg 1858 M, Elmshorn 21,42 
Mark, Neumunster 2043 — Itzehoe 18,75 M, Meldorf 21,02 
* * 2 —— — M * 5 ꝙ * 
——3883 —3z3 — X ——— 8— 
*1 * 39 —ABDD— ——5583 44 
—2 25 2 * 3 — 6 * 
Donnerstag, den 3. Auquft 1911. 
—IIæeX 
Mark, Mölln 18,19 M, Ratzeburg 16 M. Der durchschnittliche 
Jahrespreis an den Hauptmarktorten der Provinz betrug dem⸗ 
nach 20,25 Mugegen 18,31 Miim Voriahre. 
Die Wasserwärme in den städtischen Badeanstalten be⸗ 
trug am 2. Aug.: im Krähenteich 25 Grad Celsius, auf dem 
Falkendamm 25 Grad Celsius. 
b. Stadthallentheater. Nus der Theaterkanzleti schreibt 
man uns: Heute, Donnerstag, ist nochmals „Don Cesar“ 
mit Herrn Fritz Redwitz in der Tepartie. Byrons ,„Manfred“ 
wird am Freitag wiederholt, sicherlich findet die glänzende 
darbietung in einem übervollen Hause den wohlverdienten 
dohn, weitere Aufführungen sind ausgeschlossen. Für die 
»olkstümliche Vorstellung am Sonnabend, jeder Platz 50 Pf., 
ist letztmalig , Die Haubenlerche“ in Aussicht genommen. 
b. Extrazüge für den Concours Hippique. Der Lübeck— 
Travemünder Rennklub bittet uns um Veröffentlichung folgen— 
»er Zeilen: Die Direktion der Lübeck-Büchener Eisenbahn-Ge— 
ellschaft hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, zu 
zem Concours Hippique noch einige Extrazüge einzulegen. Am 
Freitag wird 2 Uhr 10 Min. ein Extrazug mit nur 1. und 
2. Klasse fahren. Der Extrazug um 2 Uhr 10 Min. am 
Sonntag wird so reichlich 1. und 2. Klasse führen, daß 
das Publikum bequem nach Travemünde kommen wird. An 
»eiden Tagen wird 11 Uhr 15 Min. abends ein Extrazug von 
Travemünde nach Lübeck abgelassen, welcher ebenfalls reichlich 
.. und 2. Klasse mit sich führen wird. Auf diese Weise ist 
edenfalls dafür gesorgt, daß die Besucher des Concours 
Zippique auf eine bequeme Hin- und Rückfahrt rechnen können. 
b. Schützenfest des Lübecker Schützenvereins. Der Lübecker 
Schützenverein begeht am Sonniag, dem 6. und 13. Aurust, 
ein diesjähriges Schützenfest im Lovkal Rrauerei zur Walk— 
mühle. Die Veranstalliungen trafen auch in diesem Jahre be— 
onders dem Familienpublikum Rechnung, indem u. a. der be⸗ 
ieble Kindersest ug, al'er in-s in re besser er und vrränderter 
Auflage, sta'tfindet. Aus dem Komer prozramm unserer be— 
iebten Regimentssarele sind çanz be'on ers die im Voriahre 
nit so grohem Jubel aufgenommenen Fatsarenmärsche und die 
Anter Mitwirkung der Spielleuse des hisizcen 2. Ba'aillons 
zur Aufführung kommende Sch ach musik lervorzuheben. Aber 
auch das von großen herrlichen Bäumen beschattete Tanz— 
»odium gibt den Anhängern Terpsibotens Gese enbeit, trotz 
der tropischen Hitze ein Tänzchen im Freien zu riskieren, ohne 
einen Hitzschlag befürchten zu müssen. Alles in allem ist 
edem Geschmack Rechnung getrazen und dürfte dem rührigen 
Verein ein volles Haus oder richtiger, ein voller Garten be— 
schieden sein. 
bp. Vereinigte Männergesangvereine des N. S.-B. zu Lübeck. 
Ddie für Freitag, den 4. August, seitens der Vorstände der 
Vereinigten Männergesangvereine des N. S.B. zu Lübeck 
beschlossene gesellige Zusammenkunft der Lübecker Bundesver— 
eine muß leider umständehalber verschoben werden. 
b. Vergnügungsfaahrt nach der Insel Bornholm. Die 
Firma Piehl E Fehling, hierselbst, beabsichtigt bei genügender 
Beteiligung am Dienstag, dem 8. August, eine Vergnügungs⸗ 
'ahrt nach der Insel Bornhoim mit dem finnländischen Salon— 
dampfer „Linnea“, Kapt. Dahlberg, zu unternehmen. Da die 
zahl der Teilnehmer nur eine beschränkte sein kann, ist 
eine vorherige Anmeldung erforderlich und hat selbige bis 
Sonnabend, den 5. August, bei der Firma Piehl & 
Fehling, Bedergrube 89, zu erfolgen. Alles Nähere ist aus 
der heutigen Annonce in diesem Blatte ersichtlich. 
b. Oeffentliche Trinkerfürsorgesteslse Lübeck (Parade 1). 
Sprechstunde am Freitag, dem 4. d. M., abends 6—7 Uhr. 
GC. Travemünde, 3. Aug. Cin frischer Nordostwind mildert 
hier die Hitze ganz bedeutend. Ter Aufenthalt an der 
See ilt bei dem schönen Wellensichlag infolgedessen eine reine 
rxreude. Anders aber in den Straßen und Häusern. 
die Wasserbesprengung der Straßen versagt fast 
jänzlich! Ganz vereinzelt gewahrt man einmal einen Wasser— 
vagen und die Klagen über Staub auf Straßen und in Woh— 
iungen nehmen kein Ende. — Die Zahl der hier stationierten 
Segeliachten hat sich in diesem Jahre so gemehrt, daß 
zie Anlagen im Jachthafen zu llein werden, um allen Fahr— 
eugen genügend guten Platz zu bieten. Besonders wird von 
Jachtbesitzern, die mit Familie ganz an Bord wohnen, viel 
äüber den Mangel an geeigneten Anlegebrücken 
geklagt, sind doch etwa 40 Segelijachten gezwungen, sich mit 
11 Anlegebrücken zu behelfen. 
sPpPdood oGù à σä àäÄÑÊÑÛXÊl 
Hansestaãdte. 
Bamburg, 3. Aug. Verhaftung der Harvelte⸗ 
zuder Kirchenräuber. Schneller als man gedacht, ist 
es geiungen, die Kirchenräuber zu verhaften, die dieser Tage in 
ber St. Johanniskirche in Harvestehude einen Einbruch aus—⸗ 
ührten und für 1000 MüGegenslände stahten. Es kommen drei 
beisonen in Frage, zwei Malergesellen namens Stümer und 
Baul von Weller und der Hausdiener Schleif. Schleif bestreitet, 
ich an dem Einbruch beteiligt zu haben, die beiden Maler 
ber gelten als überführt, da in ihrem Besitz sämtliche ge— 
ohlenen Sachen gefunden und beschlaanahmt wurden. Schleif 
ing zu einem Pfandleiher auf den Kohlhsfen und bot einige 
»er geraubten Sachen an. Dem Geschäftsmann kam die Sache 
ofort verdächtig vor, er ließ sich aber nichts merken, ging schein⸗ 
zar auf den Handel ein und machte den Hausdiener zutraulich 
ind forderte ihn auf, noch weitere Sachen zu bringen. Die 
rei Verbrecher gingen in die Falle. Mit Schleif kam einer der 
eiden Maler und brachte den Rest der Beute. Beide wurden 
»on Kriminalbeamten, die auf der Lauer lagen, festgenommen. 
der Maler gab dann den Namen seines in Altona wohnenden 
Jomplicen an, der auf Requisition der Hamburger Behörde 
ofort von der Altonager Polizei verhaftet wurde. 
Seuchenfall in Hambura. Auf dem Schlachthof ist 
ibermals ein Seuchenfall festgestellt worden. Infolgedessen konnte 
gestern der Schweinemarkt noch nicht stattfinden. Der ganze 
Berkehr ist unterbunden. Sämtliche Verkaufsabschlüsse von gestern 
norgen konnten noch nicht definitiv erledigt werden. Die Po— 
izei ist bestrebt, den Markt wegen des heute stattfindenden 
kindermarktes freizubekommen. Man befürchtet aber einen 
tarken Preisrückgang beim Verkauf der Schweine. 
Echles wig⸗Holstein. 
KRiel, 3. Aug. Prinzessin Seinrich im Flug— 
zeug. Mrinzessin Heinrich von Preußen, Prinzessin Ludwig 
»on Battenberg mit ihrer Tochter Prinzessin Luise sowie eine 
hrer Hofdamen unternahmen, wie aus Eastchurch berichtet wird, 
im Montag abend auf englischen Zweideckern Flüge, die je 
5 Minuten währten und bei denen eine Höhe von 500 Fuhß 
rreicht wurde. Die Flugzeugführer waren englische See⸗— 
offiziere. 
Preetz, 38. Aug. Grokßfeuer. Eingeäschert ist vorgestern 
»as Pastorat in Kirchbarkau, bestehend aus Wohnhaus, Vieh— 
tall und zwei Scheunen. Das Feuer kam in der Scheune zum 
Ausbruch. Sämtliche mit Stroh gedechten Gebäude standen so— 
ott in Flammen, so dahß die Cinwohner nur das nackte Leben 
etteten. Vom Mobiliar ist kast nichts gerettet. Das Dienst- 
nädchen, das seine Sachen nicht versichert hatte, verlor alles. 
das Feuer kann nur durch Brandstiftung entstanden sein. 
Bad Oldesloe, 3. Aug. Unterschlagungen bei 
zer Groß-⸗Wesenberger Gemeindekasse. Bei der 
n letzter Woche erfolgten Revision der Gr.Wesenberger Ge— 
neindekasse, welche in den letzten Jahren von dem Genieinde— 
zorsteher Wilh. D. mitverwaltet worden ist, haben sich Unregel⸗ 
näßigkeiten größeren Stils herausgestellt. Es fehlen größere 
Posten, welche noch von dem Straßenbau herrühren. Seit Frei— 
ag früh ist der Gemeindevorsteher verschwunden. In den ersten 
Tagen soll er in Lübeck gewesen sein. Wie das Gerücht ver— 
autet, sollen die als Revisoren gewählten Herren, falls die 
ehlende Summe nicht gedeckt wird, mitverantwortlich gemacht 
wverden. — Frequenz des Bades. Die 5. Kurliste weist 
eine Gesamtfrequenz von 2527 Personen auf. Kur— 
haus und Pensionen sind gut besetzt. Nebst Hamburg stellen 
ruch die umliegenden Orte einen welsentlichen Teil der Kurgäste. 
Auch das Ausland ist vertreten. z. B. Spanien, Oesterreich, 
Belgien, Ungarn, Rußland und Kamerun. 
Altrohlstedt, 3. Aug. Ein jugendlicher Mör— 
der. Der 13jährige Knabe Hoffmann in Altrahlstedt, der 
zas 16jährige Mädchen Sirch durch einen Messerstich in den Hals 
ötete, ist in das Altonaer Gerichtsgesängnis eingeliefert worden. 
Der jugendliche Mörder wird sich noch während der Gerichts— 
ferien vor der Jugendabteilung der Ferienstrafkammer J des 
Altonaer Landgerichts zu verantworten haben. 
Großherzogtum Oldenbura. Fürstentunr Lübhek. 
E Schwartau, 3. Aug. Zur Milchverteuerung. 
Zwecks Protests gegen die von der Lübecker Milchzentrale, der 
ruch die hiesigen Meiereien angehören, vorgenommenen Er— 
söhung der Milchpreise von 16 auf 18 Pfg. pro Liter war vom 
vewerkschaftskartell gestern abend nach Hotel Kronprinz eine 
Versammlung einberufen. Nach einem Referat des Herrn Leu 
iahm die stark besuchte Versammlung eine Entschließung an, 
worin gegen die Erhöhung der Milchpreise schärfster Protest 
erhoben wurde und alle der Milchzentrale angehörigen Meiereien 
zezw. Milchverkaufsstellen boykottiert werden sollen. 
Lauenburg. 
Rs. Büchen-Bahnhof, 3. Aug. Sachbeschädi— 
gung. Einen etwas gar zu weitgehenden Scherz haben in der 
stacht von Sonntag auf Montag eine Anzahl hiesiger junger 
deute ausgeführt; u. a. wurde ein großes Reklameschild abge— 
öst und an einem anderen Hause wieder aufgestellt, der Tunnel— 
Bahnhofs⸗Eingang mit unzähligen Körben verbarrikadiert, 
Körbe auf Telegraphendrähten besestigt, an anderer Stelle wieder 
ꝛeine Gartenpforte ausgehakt und an einer Fahnenstange empor— 
gewunden und was dergleichen mehr war. Die inzwischen er— 
mittelten Täter wurden zur Anzeige gebracht. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
* Rehna, 3. Aug. Die Erntearbeiten nehmen 
zei der heißen trockenen Witterung schnelle Fortschritte. Der 
Roggen ist meistenteils unter Dach und Fach, Weizen und 
Zzafer sind in den letzten Tagen durch die glühende Hitze 
sochreif geworden, so daß der Landmann fast nicht imstande ist, 
»ie Arbeiten zu überwältigen. Es ist der allgemeine Wunsch, 
vaß es etwas Regen gäbe, was für Menschen und Tiere zum 
großen Vorteil wäre, da der Erdboden fast versengt und aus— 
zetrocknet ist. Mit den ersten Dreschergebnissen kann der Land— 
nann wohl zufrieden sein, da das Korn äußerst lohnend ist; 
zute Ware wird gegenwärtig mit 16 Mupro Sack, 200 Pfund, 
zezablst 
Sprechsaal. 
WFuür den Inhalt dieser Rubrit übernimmt die Redakltion 
keine Verantwortung.) 
GEingesandt.) 
Durch die Breite Straße zweigle sig! 
Heute, wo die Verkehrsstörungen bei der Straßenbahn fürs 
Publikum bei der Umlegung der Gleise am Kohlmarkt doch 
einmal stattfinden, sollte es von den maßgebenden Behörden 
ooch nochmals dringend in Erwägung gezogen werden, ob das 
Doppelgleise durch die Breite Straße nicht zugleich bis zur 
Johannisstraße durchgelegt werden müßte. 
Es gibt andere Städte mit noch verkehrsreicheren Straßen, 
vie zum Beispiel Metz, Mülhausen, Straßburg i. Els., ja auch 
Frankfurt und Luxemburg, mit teilweise weit ungünstigeren 
Platzverhältnissen, wo man jetzt auf sechsfach so langen Strecen, 
vie der in Rede stehenden Strede der Breiten Straße, in noch 
engeren, ebenso verkehrsreichen Straßen das Doppelgleise mit 
putem Erfolge — auch in finanzieller Beziehung — gelegt 
jat. Die Verschmälerung des asphaltierten Bürgersteiges um 
irka 50 em liehe sich von der Johannisstraße bis zur Wahm— 
trahe recht gut durchführen, zumal wenn das „Rechts gehen!“ 
ur Anwendung gebracht würde und nicht gestattet würde, 
»aij Kindermädchen mit ihren Kinderwagen auf dem Trottoir 
ich ruhig ihre Sonntagserlebnisse erzählen. Die kurze, enge 
Straßenstrecke ist ja auch leicht übersehbar, und in allem 
Notfall könnte man einen Kontrolleur aufstellen, welcher — 
wie beispielsweise in Metz und Straßburg — ein rotes 
Fähnchen hochhält, sobald die Situation Gefahr zu bringen 
cheint. 
Bei der heute sich nun darbietenden günstigen Gelegen— 
heit und dem sonst bewiesenen loyalen Entgegenkommen der 
naßgebenden Behörden wird nochmals dringend gebeten 
»en obigen Vorschlag zu erwägon. 
Ein täglicher Fahrgast der Straßenbahnen.
	        
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