Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

mission über die Tätigkeit im verflossenen Jahre vom Vor— 
sizenden derselben erstattet wurde. 
⸗Eine 10Pfa.⸗Tele gramm⸗Gebühr im Verlehr mit Frank⸗ 
reich. Wie die Bremer Nachrichten melden, hat die Reichs— 
Post-Verwaltung beschlossen, im telegraphischen Verkehr mit 
Frankreich eine Pauschal-Gebühr von 10 Pfg. für das Wort 
einzuführen. Bisher kostet das Wort 12 Pfg., iedoch wurde 
der Betrag bei einer Anzahl von Worten immer nach oben 
abgerundet, so daß z. B. sieben Worte nicht 84 Pfg., son⸗ 
dern 85 Pfg. kosteten. Auch sind augenblicklich zwischen der 
deutschen und französischen Postperwaltung Verhandlungen zur 
Schaffung einer besonderen VPostkonvention zwischen den beiden 
Staaten im Gange, um, wie es bereits im deutschen Ver— 
keht mit Oesterreich und Amerika der Fall ist, eine Herab—⸗ 
setzung des Brief- und Druchksachen-BPortos im gegenseitigen 
Verkehr zu erzielen. 
ue. Astronomisches vom August. Im August merkt be— 
reils ein weniger aufmerksamer Beobachter, daß die Tage ab⸗ 
nehmen. Die Tagesspanne, die zu Johanni 16 Stunden 
37 Minuten betrug und am 1. August noch 15 Stunden 
30 Min. umfaßt, ist zu Ende des Monats auf nur noch 
13 Stunden 40 Min. gesunken. Also beträgt die Tagesab⸗ 
nahme in den 31 Tagen dieses Monats schon 2 Stunden 
weniger 10 Min. Am 24. August vorm. 8 Uhr tritt die 
Sonne in das Zeichen der Jungfrau. Vollmond haben wir 
den 10. August, und zwar sind dann bei klarem Wetter 
schöne, helle Nächte zu erwarten, die bis zum Worgen 
dauern. Von den Planeten bleibt der Merkur unsichtbar. Die 
Venus als Abendstern verschwindet gegen Mitte des Mo— 
nats in der Dämmerung. Beim Mars, rechtläufig im Stier, 
beträgt die Zunahme der Sichtbarkeitsdauer bis zu 624 
Stunden am Ende des Monats. Der Juviter, rechtläufig 
in der Wage, ist Ende des Monats nur eine Stunde zu 
erblickken. Der Saturn, rechtläufig im Widder, geht vor 
Mitternacht auf. Uranus, rechtläufig im Schützen, geht früh 
nach 2 Uhr unter. 
Der fünfle internationale Stenographentag Gabels⸗ 
berger“ findet vom 3. bis 7. August in Kopenhagen statt. 
Die offiiellen Verhandlungen finden im Ladsthing-Gebäude 
statt. Die deutsche Schule Gabelsberger wird durch deit 
Bundesvorfitzenden Prof. Pfaff-Darmstadt, sowie durch Ober— 
regierungsrat Profefssor Dr. Clemens-Dresden, Professor 
Dr. Fuchs-Dresden, Regierungsrat Professor Dr. Alteneder⸗ 
München und durch weitere namhafte Führer offiziell in 
Kopenhagen vertreten sein. Als Vorfeier für diese Tagung 
hält der Nordische Verband Gabelsbergerscher Stenographen 
einen außerordentlichen Verbandssstag in Hamburg ab, zu dem 
der Vertreler der dänischen Staatsregierung; sowie eine große 
Anzahl auswärtiger Gäste ihr Erscheinen zugesagt haben. 
Der Begrüßungsabend findet am 31. Juli, abends 8 Uhr, 
im Uhlenhorster Fährhaus statt. Für den 1. August sind in 
der Aula des Johanneums Vorträge vorgesehen. Der Zu⸗ 
tritt an diesem Abend ist nicht nur für die Anhänger der 
Gabelsbergerschen Schule, sondern auch für Vertreter der 
übrigen Systeme vollständig frei. 
287. Wichtige Gerichtsentscheidungen für die Sundebesitzer 
veröffentlicht die in Berlin erscheinende Zeitschrift 5.Der 
Polizeihund“, welche auch unsere Hundefreunde interessieren 
dürfken. Hundebiß — mitwirkendes Versschulden. 
Auch wenn die durch einen Hundebiß entstandene Wunde ohne 
Nachteil in wenigen Tagen geheilt wäre und nur infolge der 
vom Verletzten grob fahrläfsigerweise unterlassenen Zuziehung 
eines Arztes zu einer länger dauernden Erwerbsunfähigkeit 
gelührt hat, ist der ursächliche Zusammenhang zwischen Hunde—⸗ 
hiß und Schaden nicht aufgehoben. Die grobe Fahrläfssig— 
keit des Verletzten macht ihn aber zum hauptfächlichsten Ur— 
heber daes Schadens. — Für den Luxushund eines Haus— 
lohnes erscheint der Vaser (Haushaltungsvorstand) als Tier⸗ 
halter. Polizeihund. Nicht die Stadt, sondern der Staat 
ist Halter eines der Stadt gehörigen, der örtlichen Polizei— 
verwaltung überlassenen Polizeihundes. Wartung und 
Pflege. Dadurch, daß der Tierbesitzer das Tier einem 
E anderen zur Wartung und Pflege übergibt;, hört er nicht 
auf, der Tierhalter zu fein. 
Militãranwãrterstellen im Bezirk des IX. Armesrlorps. 
1. Okt, Bockelholm, Provinzialkorrektionsanstalt, Aufseher, 
Anfangsgehalt 1200 M, freie Dienstwohnung, Garten, Feue— 
rung und Licht; sowie 100 Menichtpensionsfähiges Uniform⸗ 
geld, Gehalt steigt bis 1800 M. — Sofort, Bremen, Be⸗ 
leuchtungs⸗ und Wasserwerke, Abteilung Elektrizitätswerk, 
Bote, 1300 M, steigend bis 1700 M; 1. Okt. Regierungs⸗ 
kanzlei, Schreiber, bis zu 1000 Mepro Jahr, kann bis 2200 M 
steigen; 24. August, Staatsanwaltschaft, Schreiber, 800 M, kann 
bis 2200 Misteigen; Polizeidirektion, Schreiber, bis zu 1100 M 
jährlich, je nach Leistungen; sofort, Deputation für Häfen 
und Eisenbahnen, Hilfsschreiber für das Bureau der Bauin⸗ 
fpektion für Zollausschlußgebiet und Holzhafen zu Bremen, 
10090 M, steigend bis 2200 M. — Sofort, Bremerhaven; 
Stadtrat. zwei Schreiber für das Bauamt und Meldeamt, 
Gehalt je nach Alter und Qualifikation 1000 bis 1400 M 
jährlich. — Anfang Oktober, Ellen bei Bremen, St. 
Jürgenasyl für Geistes- und Nervenkranle, zwei Schreiber, 
1100 M, kann bis 2200 Misteigen. — 15. Sept. EIlmshorn, 
Magistrat, Bureaugehilfe, 900 M, steigend bis 1200 M 
ährlich. — Sofort, Hamburg, Deputation für Handel, 
Schitfahrt und Gewerbe, Marineverwaltung, Matrofe am 
Wachtschiff am Jonas, 1600 Mubis 2000 M. — Sogleich, 
Lunden; Amisgericht, Kanzleigehilfe, 8 Pfg. Schreiblohn 
zür die Seite Schreibwerk. — 1. Okteber, Preetz, Magistrat, 
NRachtwächter, 800 Mijährlich, Dienstmautel und Mütze. 
2 Zwangsvberkäufe. Im amtsgerichtlichen Termine am 
25. Zuli wurden folgende Grundstücke zugeschlagen: 1. 
Wahmstraße Nr. 92 dem Kaufmann Hugo Johannes 
Gustawv Röper zu Lübeck für das am 11. Juli abgegebene 
Gebot von 4500 M: 2. Erste Ochsenkoppel Nr. 3 
dem Kaufmann Christoph Joachim Friedrich Tuve zu Lübech 
für das am 11. Juls von dem Privatmann Friedrich August 
Hermann Linde zu Lübeck abgegebene und nachträglich an 
Duve abgetretene Gebot von 4800 Munebst 4,73 Mäjährlicher 
Grundhauer; 3. Ochsenkoppeln der offenen Handelsgesell- 
schaft Gerbitz & Wiebicke zu Famburg-Eilbeck für das am 
11. Juli abgegebene Gebot von 1080 Menebst 4,73 Mäjährlicher 
Grundhauer. — Am 28. Juli wurden im Termin vor dem 
Amtsgericht folgende Grundstücke aufgeboten: 1. Hunde«z 
straheNr. 43, 6-210, dem Arbeiter Friedrich Bernhard Schultz 
u Lübeck gehörig, beschwert mit 6660 M. Das Meistgebot von 
17005 Muwurde abgegeben von dem Kaufmann Hermann Fried— 
rich Max Thiele zu Lübeck. Auf Antrag wurde der Zuschlag 
sofort erteilt; 2. Loignystraße Nr. 8, den Bauunter- 
iehmern Wilhelm Johannes Heinrich Groth und Johann Friedrich 
Fanl Sroth zu Lübeck gehörig, beschwert mit 36000 M. 
Sas Meistgebot von 29 714,9, Mewurde abgegeben von dem 
Frankfurter Hypotheken-Kreditverein zu Frankfurt a. M. Ueber 
zen Zuschlag soll am 11. August entschieden werden; 3. 
dottwitzstraße Nr. 41, dem Bauunternehmer Wilhelm 
zohannes Heinrich Groth zu Lübeck gehörig, beschwert mit 
14000 M. Das Meistgebot von 13000 Mu wurde abgegeben 
von dem Privatmann Johann Friedrich Gottlieb Röper zu 
Zübed. Ueber den Zuschlag soll am 11. August entschieden 
werden; 4. die Halbhufenstelle Artikel 10 von Cu⸗- 
rau, dem Landmann Wilhelm Schiering zu Curau gehörig, be— 
chwert mit 57,66 Meäjährlichen autsherrlichen Abgaben und 
30 100 M. Das Meistgebot von 46 000 Menebst den Abgaben 
vurde abgegeben von dem Landmann Carl Vollert zu Tom- 
oppel bei Lübech. Ueber den Zuschlag soll am 11. August 
entschieden werden. 
»Blitzschlag auf einen Dampfer. Bei dem Unwetter in 
der Nacht zum Donnerstag, auf der Reise von Lübed nach 
dopenhagen, wurde der schwedische Tourendampfer, Malms“ 
von dem schweren Unwetter überrascht. Ein Blitzstrahl fuhr 
in den Fockmast, zersplitterte die Fockstange und einen Teil des 
Mastes, richtete auch anderen Schaden an, ohne Menschen in 
Mitleidenschaft zu ziehen. Dampfer „Malmö“ traf Donners- 
tdag in Kopenhagen ein, landete dort seine Passagiere und ging 
dann nach Malmö weiter. 
Bahnverbindung von und nach Travemünde. Am heuti— 
gen Sonntag gestaltet sich die Bahnverbindung von und nach 
Travemünde wie folgt: ab Lübecdk: 6.18, 7.56, 8. 17, 9.08; 
J.42, 9. 47, 10. 1I8, 12. 24, 1.20, 1. 42, 2. 00, 2. 10, 2. 30, 2.55, 3. 05, 
4. 16, 5. 17, 6.20, 7.39, 8. 11, 10.09, 11.33. Von TDTrave⸗ 
nände⸗Strand: 6.45, 7.40, 8.30, 9.06, 11.26, 1.30, 3.50, 
5. 48, 6. 50, 6. 58, 7. 16, 8. 00, 8. 10, 9. 00, 9. 10, 9.20, 9.50, 10.30, 
10.40. Für Besucher der Travemünder Strecdcke ist es zweck— 
näßig, diese Notiz auszuschneiden. 
Die Wasserwärme in den städtifchen Badeanstalten betrug 
am 29. Juli: im Krähenteich 28 Grad Celsius, auf dem Falken-— 
damm 25 Grad Celssius. 
b. Stadthallentheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt 
man uns: Die Sonntags-Vorsteilung bringt auber der er— 
olgreichen Operette „Don Cesar“ von Rud. Dellinger als Ein⸗ 
eitung Otto Erich Hartlebens vackendes Wert „Abschied vom 
Regiment“ mit Frl. Bracco und den Herren Mehner und Klei— 
ioschegg in den Hauptrollen. — Am Montag wird die be— 
iebte Toppel⸗Vorstellung „Im weißen Rößl“ und die Fortsetzung 
Als ich wiederkam“ letztmalig wiederholt. Die Preise sind 
ruf 75 Pfg. und 50 Pfg. ermätzigt. Der Beginn ist auf 
732 Uhr festgesetzt. — Dienstag geht zum Benefiz für den 
Oberspielleiter Michael Pichon Lord Byrons „Manfred“ mit der 
Schumannschen Musik, sorgfältig vorbereitet, in Szene. Frl. 
Martha Weber, die beliebte Sänzerin des Stadtitheaters, hat 
in liebenswürdiger Bereitwilligkeit ihre Mäitwirkung zugesagt. 
O Benefizabend für Oberregisseur Michael Pichon am 
I. August. Der „Manfred“ von Byron, den Herr Vichon 
an seinem Benefizabend am nächsten Dienstag dem lunstlieben— 
den Publikum diarzubieten gedenkt, ist wohl das erschütternste 
und machtvollste, was dieser geniale und verheißungsvolle eng⸗ 
äsche Dichter geschrieben hat. In diesem dramatischen Gedicht 
childert Byron sich selbst, sein eigenes Leben und Schichsal! 
Vorl dramatisch, wunderbar ergreifend, von seltener kraft⸗ 
pvoller Ausdrucksweise und Versformvollendung ist diese 
zchöpfung. Was Wunder, daß sie Robert Schumann zu 
einer unsterblich-musikalischen Schöpfung be— 
reisterte, die sich in feierlicher Harmonie und 
Schönheit dem Drama anpaßt. Für den Regisseur 
zietet die Aufführung „Manfred“ große Schwierigkeiten und er— 
ordert eingehendes Studium und tiefes Eindringen in den Geist 
»es Gedichtes. Ebenso gibt es wenige Darsteller, die 
rich n die Verkörperung des Manfkred wagen. 
Der Geist und der Umfang der Roslle fordert Auserlesene. Da⸗ 
er wird dem Publikum dieses Werk so selten geboten. 
Bei Herren Oberregisseur Michgel Pichon, der den Manfred 
elbst sprechen wird, dessen können wir gewiß sein, wird die 
chwierige und doch wunderbare Rolle in den besten Händen 
iegen. Möge auch dieser Benefizabend einmal wieder zeigen, 
»aß Herr Pichon hier in Lübeck viere Freunde und Verehrer 
jat. Wie wir hören, haben ihre iebenswürdige Mitwirkung 
ür diesen schönen Abend Frl. Marta Weber, Herr Walter 
dizze und Fri. Blanda Hoffmann zugesagt. 
b. Liederkran; Concordia. Dienstag, 1. Aug., abends 
J Uhr, findet in Schwartau in Tölles Restaurant „Wald— 
chlößchen“ die letzte gesellige Zusammenkunft der Mitglieder 
»es Liederkranz Concordia und deren Tamen statt, auch sind 
Freunde des Vereins auf das Herzlichste willkommen. Die 
Ibfahrt erfolgt um 8 Uhr 30 Miin. mit der Hafenfähre ab 
Drehbrücke. Durch den letzten Sängertag haben sich auch 
wischen den Sängern des Liederkranz Concordia und des 
zesangvereins „ßFarmonie“Schwartau sangesbrüderliche Verbin— 
zungen angebahnt, und da sich die Sänger der „Harmonie“- 
Schwartau ebenfalls mit ihren Tamen an der Zusammen- 
unft beteiligen werden, so ist zu hoffen, daß auch die 
Zänger des Liederkranz Concordia sich recht zahlreich einfinden 
verden. — Am Dienstag, 8. Aug., beginnen wieder die regel— 
nähßigen Uebungen im Vereinslokal „Bürgerverein“. 
b. Missionsvortrag. Heute abend 8 Uhr wird Herr Juden— 
missionar Löwy aus Hamburg im Christlichen Verein junger 
Männer, Johannisstraße 40, einen öffentlichen Vortrag halten, 
vozu Männer und Frauen freien Zutritt haben. 
b. Ausstellung bemalter Wohnräume in Hamburg. Die Maler— 
nnung Elmshorn beabsichtigt, in Verbindung mit dem Vorstand 
zer dortigen städtischen Fortbildungsschule einen gemeinsamenBe— 
uch der Ausstellung mit den ca. 40 Lehrlingen des Bezirks. 
Dder Besuch soll Anfang nächster Woche stattfinden. Für 
ie beiden Monate August und September ist der Preis der 
dauerkarten zum Besuche der ganzen Ausstellung auf 4 M 
ür die Hauptkarte und 2 Musfsuür die Nebenklarte ermäßigt. 
Passepartouts für den Konzertbesuch allein kosten 2 M. 
Während der Manöverzeit konzertiert die Kapelle des Deut⸗ 
schen Schauspielhauses unter Direktion des Herrn Voß, vom 
l. bis 15. September diejenige des Inf.Regts. Nr. 16 aus 
Minden, die sich eines ausgezeichneten künstlerischen Rufes 
erfreut, und den Schluß der stattlichen Reihe konzertgebender 
Kapellen bilden die 76er 
— —— 
58* Travemünde, 30. Juli. Fur den Concours 
zippique; der am Freitäg, dem 4. August beginnt, und fuͤr 
den, wie schon berichtet, 275 Nennungen für die einzelnen Kon— 
kurrenzen eingegangen sind, werden auf dem neuen Sport⸗ 
platz diesseits der Trave, auf dem Leuchtenfelde, die Vor— 
bereilungen getroffen. An der Außenalles hat man mit dem 
Ausbau der Tribümnen begonnen, feiner werden auf dem Platze 
die Hindernisse für die Springkonkurrenzen aufgebaut. Für 
diese im Vorlahre zuerst von Lübeck-Travemünder Rennklub ge— 
troffene Veranstaltung gibt sich überall ein äußerst lebhaftes 
Interesse kund, so daß sicherlich der Besuch aus Trave 
munde, Lübeck, Samburg und der Umgegend ganz be 
deutend werden dürfte. Durch diese neue Einrichtung wird 
das Travemünder Meeting auf dem Priwall so erweitert, daß 
man diese sportlichen Veranstaltungen jenseits und diesseits 
der Trave als Travemunder Pferdesportwoche an— 
sprechen kann. 
Schles wig⸗Holstein. 
Altona;- 80. Zuli. Die Leiche der ertrunkenen 
Ellen Behncke ist Freitag früh beim Vorort Oevelgönne in 
unmittelbarer Nähe der Stelle, an welcher sie Selbstmord 
erübte, aufgefischt und nach der Deichenhalle gebracht worden, 
— Eine merkwürdige Anzeige hat eine in der 
Parallelstraße wohnende Frau gegen ihre beiden eigenen 
Brüder bei der Kriminalpolizei erstattet. Sie erklärte lt. 
Alt. Nachr, daß ihre beiden Brüder am 26. Juli sich zü 
Fuß nach Rendsburg begeben hätten mit dem Vorsatz, auf 
dem Wege dorthin einen Milchhändler zu überfallen und aus— 
zurauben. Näheres vermochte die Frau nicht anzugeben. 
Die erforderlichen Nachforschungen sind eingeleitet. 
Kiel, 30. Juli. Zum Drama in der Teichstraße. 
Frau Groth, die in der Teichstraße von dem Schneider 
Speda durch Beilhiebe und einen Schnitt durch den Hals— 
schrecklich zugerichtt war, ist am Freitag abend in den 
akademischen Heilanstalten gestorben. Sie hat das Be— 
wußtsein und die Sprache nicht wiedererlangt, konnte also 
nicht vernommen werden. 
—Segeberg, 30. Juli. Vom Blitz erschlagen wur— 
den in Altengörs 5, in Todesfelde 1 und in Hartenholm 
5 Rinder. Schwere Hagelschäden werden aus Fredes⸗ 
dorf, Mözen, Schwissel und Kuükels berichtet. 
Oldesloe, 29. Juli. Zum Stadtverordnetenge4 
wählt wurde an Stelle des zurückgetretenen Oberrealschul— 
lehrers Suck Fabrikant Wexr mit 107 gegen 79 Stimmen, die 
auf den sozialdemokratischen Kandidaten Maurer Lübkert fielen. 
Itze hoe, 29. Juli. Der Wesselsche Bilder-Nasch- 
laß in Itzehoe. Die der Stadt Itzehoe aus dem Nachlakß 
ves Rittergutsbesitzers H. Wessel zugefallenen 46 Gemälde im 
Taxwert von etwa 35 000 Miäsind vorgestern an die Stadt— 
derwaltung abgeliefert worden. 
Oldenburg, 29. Juli. Die Hauptversammlung 
der Kreis Oldenburger Elektrizitäts-Genossen 
chaft beschloß eine weitere Anleihe von 50 000 Mi zu 41 
lufzunehmen. — Verkauft hat Gemeindevorsteher Sager, 
Zuxdorf, seine 110 To. große Hufensteltle für 110 000 Mean die 
Patzellanten Knoop & Rühlicke, Eutin. 
Großherzogtum Oldenburg, Fürstentunrt Lübeid. 
Fr. Eutin, 29. Juli. Ernannt ist zum Registratur— 
zehilfen bei der Regierung der bisherige Expedient Rönpag. — 
Berkauft hat Fuhrmann Bruhse jun. sein Geschäftshaus, 
Weidestrahe, an Gärtner Träger. — Verkauft hat Gast— 
wirt Mumm eine zirka 3 To,. große Parzelle an Pferde— 
händler Alex Knoop. 
E Schwartau; 30. Juli. Kurkinderfest. Das 
Freitag in der Waldhalle abgehaltene Kurkinderfest wurde moraæ 
jens durch das übliche Wecken eingeleitet. Um 212 Uhr ord- 
iete sich im Riesebusch der Festzug, der sich dann durch den ganzen 
Drit bis zum Festplatz bewegte. Der Festzug bot ein buntes 
farbenprächtiges Bild. Man sah hübiche Kostümgruppen, alle 
möglichen Volkstrachten darstellend, sowie eine ganze Reihe Fest— 
wagen, unter denen besonders der Wagen der Turner mit Turn- 
dater Jahn, der Fischereiwagen, der Solbadwagen, der Wagen 
nit dem 3-Luftschiff, sowie der riesige hübsch dekorierte Wagen 
der allbekannten Waldhalle hervorzuheben sind. Bei der Wald— 
jalle begann bald ein lebhaftes Treiben, indem die Kinder beim 
Kegelspiel, Taubenwerfen, Topfschlagen usw. um die Königs- 
vürde rvangen. Nach der Gewimnoerteilung begann der Tanz. 
Um 9 Uhr wurde im buntfarbigen Loternenzuge nach dem Markt⸗ 
platz zurüdmarschiert; bei der Adlerdrogerie und Hotel Ger— 
nania wurde der Zug noch durch Prachtfeuerwerke überrascht. 
Auf dem Marktplatz hielt namens des Fremdenvereins Herr 
Rogall eine kurze launige Ansprache an die Kinder, worauf sich 
der Zug auflöoste. 
Großherzogtümer Mecklenburg. 
— Schönberg; 29. Juli. Unglückssfall. Dent 
Schulzen Cames, Lüdersdorf, der durch einen unglücklichen 
Zufall der Mähmaschine zu nahe kam, wurden mehrere Sehnen 
des Fußes durchschnitten. Er mußte sofort ins Lübecker Kranken⸗ 
haus gebracht werden. — Die Roggenernte ist auf einigen 
Stellen des Fürstentums bereits beendet. Die Dreschmaschinen— 
zesitzer haben so viel zu tun, daß sie kaum allen Anfor—⸗ 
erungen genügen können. Der erste Roggen wurde mit etwas 
iber 16 Mefür 200 Pfd. bezahlt. — Die Maul- und 
Klauenseuche hat bereits wieder drei neue Viehbestände 
ergriffen. Neu aufgetreten ist sie in Kl.“Mist und Ollndorf, 
während sie in Thandorf weiter um sich gegriffen hat. 
Rehna, 30. Juli. Die Maul- und Klauen« 
seuche greift immer weiter; während selbige in Benzin 
»rloschen, ist die Seuche jetzt in Pievesstorf (zu den Gräflich 
». Bernstorffschen Besitzungen gehörig) unter dem Rindvieh 
dens Schulzen Japp ausgebrochen 
— — — * 
— 
— — 
J 441 
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