Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Ausgabe A. Sonnabend, den 29. Juli 1911. 
329 
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Abend⸗Blatt KRr. 379. 
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Aus den Nachbargebieten. 
Hansestãdte. * — — * 
Samburg, 20. Juli. Kleine Nachrichten Ein 
zamburger aus der Sommerfrische verschwun— 
„en. Seit dem 20. Juli wird in Alt-⸗Rahlstedt, wo er 
ur Sommerfrische in einer Pension weilte, der 821jährige 
gemütskranke Ernst Hoffmann aus Hamburg vermißt. Er war 
mittelgroh, trug einen graukarierten Anzug, blaue Mütze und 
Papierwäsche. Die Eltern sichern dem, der ihnen uber den 
Verbleib ihres Sohnes sichere Auskunft geben kann, eine 
Belohnung von 100 Mezu. Nachrichten nimmt die Wohl- 
ahrtspolizei, Admiralitätsstrahe, entgegen. — Das sozial⸗ 
»emokratische Bürgerschaftsnitglied Stubbe., 
»er auf dem Dammtor-Bahnhof der Ankunft eines großen 
Ttansports arbeitswilliger Tischlergesellen beiwohnen wollte, 
wurde von einem Tischlermeister, der ihn für einen streikenden 
Hesellen hielt, gepackt und einem Schutzmann übergeben mit 
den Worten: „Das ist auch einer, der gehört auch dazu.“ 
Der Tischlermeister machte dam allerdings ein ziemlich ver— 
zlüfftes Gesicht, als seine Personalien festgestellt wurden und 
r erfuhr, daß er sich an einem Vürgerschaftsmitglied „ver— 
zriffen“ hatte. 
Lauenburg. 
B. Mölln, 29. Juli. Eine beachtenswerte 
3chwimmleistung vollbrachte Domerstag ein 12jähriger 
dnabe, welchetr vom Freibad aus den Ziegelsee bis zum 
zchlieschen Zimmereibetrieb und zurück durchscwwamm. — Ein 
daturwunder ingSrtaut einer 2,18m langen Kartoffel⸗ 
aude, die in einem Garten am Wassertor gewachsen ist, wurde 
er Redaktion der Mölln. Ztg. eingeliefert. — Ueber das 
leberhandnehmen der Ferdmäuse wird seitens der 
andwirte in letzter Zeit lebhaft geklagt. Man befürchtet, daß 
iese lästigen Nager stellenweise größeren Schaden verursachen 
AIs die Maul⸗ und Klauenseuche. 
Schwarzenbek, 29. Juii. Das Spielen mit den 
zchießwaffen hat auch hier ein Opfer gefordert. Als 
ier Mittwoch mehrere Knaben sich mit dem Tesching im Schießen 
ach der Scheibe vergnügten, ging einem Jungen plötzlich der 
zchuß los und die Kugel fuhr dem neunjährigen Sohn 
es Warenhausbesitzers Schröder durch das rechte Auge in 
en Kopf. Der Schwerverletzte mußte sofort einem Kranken⸗ 
zaus zugeführt werden. Leider dürfte das Auge verloren 
sein, auch konnte die Kugel bisher nicht entfernt werden. 
Großherzogtümer Medlenburg. * 
Boizenburg, 29. Juli. Zum Raubmord in 
Larrentin. Freitag wurde, wie schon berichtet, der in 
zamburg verhaftete Kuhhirte Schomaker. der am 5. Sept. 
897 zu Hamburg geboren ist, nach hier besördert, wo er der 
deiche gegenübergestellt wurde. Sch. verzog keine Miene und 
„lieb bei seinen hier gemachten Aussagen, daß er den beiden 
Nordbuben nur als Aufpasser gedient habe. Erst nach län— 
jeren Vorhaltungen gestand er, daß er es gewesen sei, der 
»en Ermordeten mit der elektrischen Taschenlampe beleuchtet und 
ruch während der Fesselung und Knebelung mit der Taschen— 
ampe geleuchtet habe. Bisher hat man noch leine Spur von 
en Mördern gefunden, die sich vermut'ich in Hamburg in einer 
Zzpelunke verborgen halten. Von der Staatsanwalt'chaft zu 
Schwerin ist jetzt für die Ergreifung der beiden Mörder Wächtler 
ind Nairz eine Belohnung von 500 Miausgesetzt worden. 
das dem Ermordeten geraubte Sparkassenbuch. das die Mörder 
ahrscheinlich irgendwo zu verpfänden versuchen werden, trägt 
iie Nummer 83112 und ist von der Mecklenburgischen Spar— 
zank zu Schwerin ausgestellt. 
Gnoien, 29. Juli. Verbrannt. Auf dem Rittergut 
5chwaßdorf steckten mit Streichhölzern spielende Kinder einen 
ztallt in Brand. Sierbei verbrannte ein fünfijähriger 
dnabe. 
Schönbergs, 29. Juli. Infolge eigenen Leicht- 
innes seinen Tod verschuldet hat ein in Resdorf 
ediensteter Knecht. Diesem waren die Pferde weggelaufen, 
r lief ihnen nach und hatte sich dabei stark erhitzt. In 
iesem Zustande trauk er kaltes Wasser. Die Folge davon 
var, daß er sich legen mußte, und als ärztlich“ Hilfe zur 
Stelle war, war der Unglückliche hertits eine Leiche 
uübungsplatz Weißenburg ein schweres Unglück. Beim Regi— 
nentsexerzieren fanden zwei Leute des Grenadierregiments 
u Pferde Nr. 8 einen nicht krepierten Zünder. Trotz der 
trengsten Verbote und trotz des hier erst kürzlich pafsierten 
chweren Unglucks, bei dem ein Arbeiter durch die Explosion 
ines Geheimzünders zerrissen worden war, nahmen die Grena⸗ 
— 
ager. Am Nachmittane wollten die beiden Leute ihn cn laden. 
der Zünder explodierte und beide Soldaten wurden furch‘bar 
erletzt. Dem einen sind beide Hände abgerissen. Ob die Leute 
am Leben erhalten werden können, ist zweifelhaft. 
Ein Stadtverordneter verschwunden. Großes Aufsehen er— 
egt in Strausberg, Regbz. Potsdam, wie das Berliner 
Tageblatt meldet, das Verschwinden des dortigen Stadtver— 
rdneten Hugo Bellmann, der sich seiner bevorstehenden Ver⸗ 
zaftung wegen eigenartiger Operationen mit Mündelgeldern 
ind anderer Straftaten durch die Flucht entzogen hat. Bell— 
nann; der feit zehn Jahren Stadtverordneter in Straus— 
herg ist, hat im koömmunalen Lben eine große Rolle gespielt. 
Brände im Lausitzer Kohl nrevier. Mehrere Tagebaue bei 
Frünewald, Emanuelgrube und Zschornegosda im Lausitzer 
dohlenrevier fowie dreihundert Morgen Torfwiesen des Guts— 
ezirks Müchkenberg und der Gemeinde Bocdwitz stehtn dem 
Zerliner Tageblatt zufolge in Flammen. Wegen gänslichen 
Passermangels kann den Bränden nicht beigekommen werden. 
sßroße Kohlenmengen gehen verloren. 
Verhängnisvolle Petroleum-Explosion. In Schotten am 
Vogelberg (Prov. Oberhessen) explodierten Dienstag auf dem 
ßahnhof infolge eines Brandes einige Petroleumkannen. Da— 
»ei wurden der Sparkassenkontrolleur Karl Wolfschmidt, der 
Rektor der dortigen höheren Bürgerschule Dr. Rausch, der 
Metzgerbursche Otto Herget und der Stationsvorsteher Frey— 
nann schwer verwundet. Die drei Erstgenannten sind ihren 
Verletzungen erlegen. 
Schles wig⸗Holstein. 
Altona, 29. Juli. 2000 Müberwiesen wurden 
ius dem Legat des verst. Dr. W. Ahlmann⸗Kiel dem Krüppel⸗ 
yeim „Alten-Eichen“ in Stellingen. — Jene jugendlichen 
Verbrecher aus dem Kaiser⸗Wilhelm⸗Koog, die Fischerknechte 
Roigt und Wüstmann, die ihrem Arbeitgeber, dem Fischer 
Schlömer, seine Krabbenjiolle gestohlen und, als er sie ver—⸗ 
olgte, Schlömer erschossen, sind nunmehr wegen Totsschlags und 
Diebstahls unter Anklage gestellt worden. Da beide noch 
nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben, werden sie nicht 
dom Schwurgericht, sondern von der Strafkammer abgeurteilt 
verden. 
Kiel, 29. Juli. An der Versorgung Deutsch— 
sands mit dänischenm Rahm vwerden sich außer den 
Meiereien auf Laaland, Langeland und Süd-Fünen eine große 
Anzahl von Falster sowie von Süd-Seeland beteiligen. Die 
Butterstation in Kiel tritt schon im nächsten Monat in Tätig— 
eit. — Selbstmordversuch. Der Hamburger Kaufmann 
kFduard Riem machte Freitag nachmittag in einer Kellerwirtschaft 
zer Holstenstraße einen Selbstmordversuch und jagte sich eine 
zugel in die Herzgegend. Lebensgefährlich verletzt wurde 
er nach den Heilanstalten gefahren. Riem war am 21. Juli 
nach Kiel gekommen und wohnte im Hotel „Stadt Kiel“. 
die Ursachen zum Selbstmordversuch sind nicht bekannt. — 
Erschossen aufgefunden wurde Freitag morgen in Möltenort 
oer seit Sonnabend vermißte Schreiber M. Nach einem hinter⸗ 
ijassenen Briefe hat derselbe aus Lebensuüberdruß seinem Leben 
ein Ende gemacht. * 
Großherzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübed. 
Ahrensbök, 29. Jull. Zwangsinnung. Von der 
riesigen freien Stellmacher⸗ und Böttcherinnung ist der Antrag 
wuf Umwandlung dieser Innung in eine Zwangsinnung für das 
Stellmacher · und Böttchergewerbe im ganzen Fäürstentum 
dübed mit dem Sitz in Ahrensbök beantragt. 
Eutin, 29. Juli. Generalsuperintendent D. 
Wallroth in Kiel vollendet heute, am 29. Juli, sein 60. 
debensjahr. Am 29. Juli 1851 zu Oldenburg geboren, 
absolvierte Ernst Wallroth das Gymnasium zu Eutin 
und studierte dann Theologie in Jena, Tübingen, Leipzig 
und Kiel. Hierauf war er mehrere Jahre als Lehrer und 
Erzieher in der Schweiz, in Stocholm und Rom kätig und 
vwurde 1879 ordiniert und als Hilfsprediger in Sülfeld in 
dolstein angestellt. Bald darauf wurde er Pfarrer in Eutin, 
1880 Pastor an der evangelisch-lutherischen Hauptkirche in 
Altona, wo er 1895 zum Kirchenpropst ernannt wurde. Seit 
1900 ist er Generassuperintendent für Holstein. Außerdem 
teht er an der Spitze der schleswig-holsteinischen Missions⸗ 
onferenz und ist auch Mitglied der Breklumer Mission. General⸗ 
uperintendent Wallroth hat sich cuch schriftstellerisch mehrfach 
etätigt. Die Kieler Universität ernannte ihn ehrenhalber zum 
heologischen Ehrendoktor. 
Lastige Ecke. 
Begegnung. Also gut, ich 1yfe meinen Freund Schmidt 
uuf der Straße, gehe mit ernster Miene auf ihn zu und sage: 
„Von Marols —!“ — „Untersteh' dich!“ unterbrach er mich 
vütend, „noch eine Silbe, und wir sind auf immer geschieden!“ 
„Ueber Marok—!“ begann ich von neuem. — „Halt!“ 
zrüllte Schmidt jetzt, kirschrot im Gesicht, „Halt! oder ich lasse 
»ich von meinem Diener winde weich prügeln!“ 
„Was Marok—!“ setzte ich wiederum ein. — „Haunke!“ 
euchte mein Freund, „du spielst mit deinem Leben!“ 
„Bezüglich Marok—!“ fing ich uneingeschüchtert nochmals 
in. — „Elender!“ raste Schmidt. „du überlebst den heutigen 
Tag nicht mehr“ I 
„Sinsichtlich Marok —!“ versuchte ich doch noch zu Worte 
u kommen. — Da wurde Schmidt grün im Gesicht und stürzte 
ich wortlos auf mich. 
„Betreffs Marokkos,“ führte ich jetzt meinen Satz zu Ende. 
‚erzähle mir kein Wort, sonst bringe ich dich um!“ (Ulk.) 
Keisen, Bäder und Sommerfrischen. 
287. Bad Kissingen. Vor einigen Tagen wurde der neu⸗ 
ingelegte Golfplatz an der Bismarditratze mit einer intimen 
rdffnungsfeier seiner Bestimmung übergeben. Es hatten lich 
azu eingefunden der K. Badkommisiar Regierungsrat Frhr. 
on Moreau mit Gemalllin und Hetzen des Badkommissariats, 
Zürgermeister Geh. Hofrat v. Fuchs, Bezirkskommandeur Oberst⸗ 
eutnant Küffner u. a. Nach der Begrüßung und Besichtigung 
es Klubhauses nahm der frühere Burengeneral und jetzige 
Bremierminister von Transvaal Lonis Botha zu einer kurzen, 
erzlichen Ansprache das Wort, in der er seiner Freude über 
as Neugeschaffene Ausdruck gab und damit die Wünsche 
ür ein gedeihliches Sportleben auf dem herrlich gelegenen 
Blatze verband. Er schlug sodann als Erster den Ball der 
kröffnungsrunde ab. Es hat sich schon eine eitrig spielende 
Holfgemeinde zusammengefunden; jeden Morgen und Nachmittag 
ieht man Damen und Herren die Bälle über den wohlge⸗ 
»flegten Rasen treiben. Ein rei;end gelegenes Golf-Klubhaus 
ladet nach beendetem Spiel zur Ruhe ein. 
Dermischtes. 
—Eine nue Veldarn' machung über die langen Hutnadeln 
zat Polizeipräsident von Jagow in Berlin ersa'“en, nachdem 
ein erster Aopell an die Trägerinnen di ser gefährlichen Hut— 
efestigungsmistel nicht ganz den echeffen Esfelg erzilt hat. 
in der Bekannimachung heißt es: „Da die in den Zei— 
ungen ergangenen, auch in der Waren der ösfentlichen Ver— 
ehrsanstalten angeschla zenen Ausfforderunsen aun die Damen. 
icht langvorstehende Hu'nade'n zu tra en, bis'er riht immer 
inreichend b'achtet worden ist, sehe ich mich veran aßt. darauf 
inzuweisen, daß nach den Parag?aëhen 230. 231 des Straf- 
esetzbuches fahrlässige Körrerverletzungen, wie sie durch das 
ragen derartiger Nadeln rerursacht werden können. mit 
sßeldstrafe bis zu 900 Mäoder mit Gefängnis 
»is zu zwei Jahren bestraft werden, und daß neben 
er Strafe auf eine an den Verletzten zu erlegende Buße 
»is zu 6000 M äerkannt werden kann.“ Hosfentäch rerfehlt 
sie erneuse und in ernsterem Tone gehaltene Warrung des 
zerrn von Jagow ihre Wirkung auch außerha!b Berlins 
licht. 
Saauwerer Unfal! auf inem T upre übungsplaß. Au P sen 
wird berichtet: Mittwoch früh ereiarese sich au' dem Trupppn— 
Bücherbesprechungen. 
287 Als Meistersinger-Nummer ist das neueste 
deft (Nr. 3551 vom 20. Juli) der „Illustrierten Zei⸗ 
una“ (Leipzig, Verlag von J. J. Weber, Einzelpreis 1,50 M) 
echtzeitig zu den Bayreuther Bühnenfestspielen erschienen, die 
n diesem Jahre eine glänzende vieuinszenierung des unver⸗ 
zleichlichen musikalischen Lustspiels Richard Wagners bringen. 
Die Nummer stellt sich zufolge ihres einheitlichen Charakters 
and ihrer künstlerischen Geschlossenheit als Meisternummer dar. 
sticht nur der Musikfreund wird an dieser Nummer seine helle 
zreude haben, auch der kulturhistorisch Interessierie findet 
darin reiche Ausbeute. Für die Ausgestaltung des Inhalts 
ind die ersten Autoritäten herangezogen worden. Der be—⸗ 
annte Wagnerforscher Professor Dr. Hugo Dinger hat den ein—⸗ 
eitenden Aufsatz über „Die Meistersinger“ geschrieben. „Von 
»en deutschen Meistersingern“ betitert sich eine Abhandlung 
zon Kurt Mey, in der der Verfaiser alles Wissenswerte über 
»ie Kunst des Meistergesanges in populärer Form den Lesern 
jorträgt. Der Persönlichkeit des Schusterpoeten Hans Sachs 
vidmet Prof. Artur Smolian eine gerecht seine Verdienste 
abwägende Würdigung. Mit dem vielfach mißverstandenen 
charakter Bechmessers beschäftigt sich Prof. Dr. Theo Sommer⸗ 
ad, der zu ganz neuen überraschenden Ergebnissen kommt 
ind die Tragik im Schichale Bedmessers feinsinnig enthüllt. 
Ferner finden wir die Reproduktion einer Zeichnung aus dem 
16. Jahrhundert, darstellend den Singer und die Märker, eine 
jochinteressante Reproduktion der im Besitz der Stadt Nürn⸗ 
»erg befindlichen Tafel der Meistersinger aus dem 17. Jahr⸗ 
undert. verschiedene ältere Hans⸗Sachs-Bildnisse nach Kupfer- 
tichen und Radierungen sowie die Wiedergabe einer aus seiner 
zeit stanmenden Hans-Sachs-Medaille und ein Abbild des 
vieder hergestellten Nürnberger Hans⸗Sachs⸗Hauses. Von 
roßem lulturgeschichtlichen Interesse ist eine im Auftrag der 
„Illustrierten Zeitung“ geschaffene doppelseitige Jeichnung von 
Drof. Hans W. Schmidt, darsteilend eine Singschule der Meister— 
inger in der Marthakirche zu Nuürnberg im Anfang des 
5. Jahthunderts. Einen wundervoilen künstlerischen Schmuck 
nthält die Nummer in den zwei gandzseitigen und z3wei 
albseitigen farbigen Dekorationsskizzen zu den „Meister⸗ 
ingern“ vom Geh. Hofrat Prof. Max Brückner, die mit zu dem 
-cchönsten und Stimmungsvollsten gebören, was aus dieses 
Reisters Hand bisher hervorgegangen ist. Den Verdiensten 
zrückners entsprechend, ist seiner Tätigkeit im Dienste Bayreuths 
in warmherziger Aufsatz aus der Feder von Dr. Konrad Höfer 
ewidmet, dem noch die Reproduktionen von zwei von Brückner 
eschaffenen „Ring“⸗-Dekorationen beigegeben sind. In das 
zchaffen von Siegfried Wagner, den die mit seiner faksimi— 
erten eigenhändigen Unterschrift versehene Titelseite in seinem 
riginellen Bayreuther Dirigierkostüm zeigt, führt ein mit reiz— 
orlen Federzeichmugen Franz Stassens geschmücktter Aufsatz von 
zrof. Dr. Arthur Prüfer ein, in dem die Anregungen, die 
er Sohn Wagners durch die Grimmschen Märchen empfing. 
äher beieuchtet werden. Auf arlgemeines Interesse können 
ie sachkundigen Ausführungen rechnen, in denen Otto Sonne 
ie Mitwirkenden bei den diesjährigen Bühnenfestspielen, unter 
enen folgende von ihrer Tätigkeit an den Lübecdcer 
Zühnen bestens bekannte Künltier namentlich genannt seien: 
dapellmeister Michgel Balling (I18808 / 97 unter Gottscheid). 
berner Engel und Katarina Garden (10907/08 unter 
ziorkowsty) sowie Vallery Fredrich 5ttges (im Kon— 
ertsaah), mit wenigen, aber das Wesentliche treffenden Strichen 
arakterisiert. In 64 Porträts werden uns die Dirigenten, 
echnischen Leiter, Künstler und Künstlerinnen im Bilde vor— 
eführt. Der novellistische Beitrag, die hübsch illustrierte Fest⸗ 
rielgeschichte Die beiden Hans Sachse“ von F. A. Geißler. 
— 
teht mit den „Mieistersingern“ in ideellem Zusammenhang und 
ügt sich so in den Rahmen des Ganzen zwedentsprechend 
in. Auf den letzten Seiten der Nummer hat der aktuelle 
Tdeil, der u. a. ein ganzseitiges Bild von der Eisenbahnkata⸗ 
trophe bei Müllheim und eine ganzseitige Zeichnung vom 
Ojährigen Gründungs-Jubiläumsfest des Deutschen Schützen⸗ 
„undes in Gotha bringt. seinen Platz gefunden. 
Die Rofe, ihre Anzucht und Pflege. Praklisches 
zandbuch für Rosenfreunde von Robert Betten. Dritte, 
verbesserte Auflage. 189 Abb. Frankfurt a. O., Trowitzsch 
x Sohn. Gebunden 4 M. 
Wer in seinem Garien schöne Rosen ziehen will, muß sie 
flegen und hüten. Hierin will das vorliegende Buch den 
kosenfreund unterstützen und ihm zeigen, wie die Rose be—⸗ 
sandelt sien will. Er findet in Bettens Rosenbuch die Gründe 
Uür Mißerfolge, aber auch die nötizen Winke für zweckmäßigste 
Behandlung. Es lehrt frisch und anschaulich Schreibweise, 
illes Wissenswer!'e für den Rosenfreund: Bodenbea beitung, 
Iflanzen und erste Pflege, Frühjahrs- und Sommerschnitt. 
Vinterschutz. Vermehrung und Veredeln, die Rose im Freien 
ind im Zimmer, der Rofe Feinde und deren Bekämpfung. Ver— 
vendung der Rofen im Garten, Uebersicht uüber die bekanntesten 
und empfehlenswertesten Rosensorten. 
Femer gingen folgende Bücher ein, deren Besprechung wir 
uns vorbehalten: 
Der unlautere Wettbewerb nach deutschem 
Recht von Dr. M. Wassermann. Leipzig. G. J. Göschensche 
Berlagshandlung. 
Deutschtand unter den Weltvölkern von Dr. P. 
— Berlin⸗Schöneberg, Buchverlag der Hilfe“ 6. 
n. b.
	        
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