Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Ausgabe 4. 
—CC. 
Tagesbericht. 
g LSübeck, 26. Juli. 
Behörde für das Feuerlöschwesen der Stadtgemeinde 
Lübeck. Im Geschäftsbericht fur 1910 heißt es u. a.: Der 
Vertrag mit der Handelskammer wegen Bereitstellung der 
Spritzendampfer wurde erneuert und in verschiedenen Punk— 
sen geändert. Die Handelskammer erhält vom 1. April 
1911 ab außer der stundenweise bezahlten Benutzungsgebühr 
eine jährliche Vergütung von 1800 M. Der mit der Gesell— 
schaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit geschlossene 
Mrietsvertrag über das Grundstück Fischergrube 82 wurde 
zum 31. März 1911 gelöst. Die Unterhaltungskosten für 
die darin befindlichen Wohnungen für Feuerleute stiegen 
von Jahr zu Jahr; außerdem konnten immer einige Woh⸗ 
nungen nicht vermietet werden, so daß die für die Woh— 
mungen aufgewandten Kosten in keinem günstigen Verhält— 
nis zu dem für den Dienstbetrieb der Feuerwehr erwarteten 
Vorteil standen. Aus denselben Gründen wurde ferner be— 
schlossen, das andere Wohnhaus, Hundestraße 19/28, wenn 
möglich aufzugeben und mit der Eigentümerin, der Verwal⸗ 
tungsbehörde für städtische Gemeindeanstalten, darüber in 
Verhandlung zu kreten; diese Verhandlungen haben aber 
zunächst nicht das erwünschte Ergebnis gehabt. Die in der 
Stadi noch vorhandenen Innen-Feuermelder (21 Stüch sollen 
im Laufe von 4 Jahren durch Straßenfeuermelder ersetzt 
werden, wofür als erste Rate 1000 Muin den Voranschlag 
für 1911 eingesetzt wurden. — Der Gesundheitszustand der 
Mannschaft war im Vergleich zum Voriahre sehr ungünstig. 
Im ganzen waren 53 (36) Erkrankungen mit 672 (288) 
Krankentagen vorgekommen. Nach der Entlassung aus der 
ärztlichen Behandlung konnten 6 Leute 176 Tage lang nur 
zu leichten Dienst herangezogen werden. In 2 Fällen war 
Krankenhausbehandlung erforderlich, wegen Nierensteinkolik 18 
Tage und wegen rheumatischer Schmerzen 40 Tage. Es sind 
3 Verletzungen im Dienst vorgekommen mit 83 Kranken— 
tagen, in 3 Fällen konnten die Leute im Dienst bleiben. 
Die Ursachen waren Muskel- und Sehnenzerrung, Verstauchung 
uind Quetschung von Gliedmaßen, Hexenschuß und Bindehaut— 
entzündung. Im Berichtsjahre haben die Mannschaften zum 
erstenmal bestimmten Sommerurlaub erhalten. — In den 
Werkstätten der Hauptwache wurden angefertigt: 3 Trag— 
bahren und 3 Bettstellen für Unfallstationen des Medizinal— 
amts im Hafengebiet, 2 Bettstellen für die Wachen, 1 Bücher⸗ 
—— 
und verschiedene andere Geräte. Im Steigerturm der Haupt⸗ 
wache wurde ein Waschraum eingebaut und die Schlauch— 
aufhängung so geändert, daß die 20—m-Schläuche ohne Knick 
aufgehängt werden können. — Der bisher im Hafen von 
Travemünde befindliche Spritzendampfer ist verkauft wor— 
den; die Dampfspritze wurde vorher ausgebaut und an 
Land genommen. Ueber den Einbau der Spritze in einen 
anderen Dampfer ist eine Entscheidung noch nicht getroffen. 
— Für eine Anzahl großer Unterflurhydranten, die keine 
selbständige Entwässerung haben, wurden versuchsweise Blech— 
appen beschafft, um das Eindringen von Regenwasser zu 
verhindern. Die damit gemachten Erfahrungen haben be— 
friedigt, so daß alle großen Hydranten mit diesen Kappen 
versehen werden sollen. — Im Berichtsjahr wurde zum ersten— 
mal während des Volksfestes eine Telephonringleitung zwischen 
der Burgtorpolizeiwache und den beiden Festplatzwachen der 
Polizei und Feuerwehr hergestellt, die sich gut bewährt hat 
und daher in Zukunft immer benutzt werden soll. Die 
hierzu nötige 1380 mälange Freileitung mit 38 Stangen 
wurde so angebracht, daß sie bestehen bleiben kann und die 
Apparate jederzeit angeschlossen werden können. In der 
Feuermeldeanlage traten 31 Störungen ein. In 58 Fällen 
wurden Scheiben der Feuermelder zerschlagen, ohne daß eine 
Alarmierung stattfand. In zwei Fällen wurde der Täter er— 
mittelt. 1 Arbeiter wurde mit 40 Muäevent. 10 Tagen Ge— 
fängnis bestraft, 1 anderer, schon mehrfach vorbestrafter 
Arbeiter erhielt ¶ Jahr 6 Monate Gefängnis. 3 mal wurden 
Melder böswillig abgezogen, 1 Wäter wurde ermittelt und ge— 
richtlich zu 1 Monat Gefängnis vrrurteilt. Auf beiden Wachen 
gingen 99 (100 Feuermeldungen ein, die 86 (81) Brandfälle, 
darunter 8 90 Feuer im angrenzenden Landgebiet, sowie 8 
(0) blinde Alarme betrafen. Waährend des Berichtsjahres ge— 
langten 93 (111) Brände in der Stadt und in den Vorstädten 
zur Kenntnis der Feuerwehr, die zu 75 (77) dieser Brände aus— 
rüchte. 18 64) Kleinfeuer ohne Feuermeldung durch Haus⸗ 
bewohner usw. gelöscht, wurden erst nachträglich durch polizeiliche 
Meldungen bekannt. Außer zu den vorgenannten Bränden 
nrückte die Feuerwehr noch zu 8 (0) blinden Alarmen und zu 
Feuern im Landgebiet aus. Außerdem wurde die Feuer—⸗ 
wehr in 12 (0) Fällen zur Feststeliung wegen vermeintlicher 
Feuersgefahr und infolge verdächtigen Rauches in Anspruch 
genommen. In 5 Fällen wurden je 2 Feuermänner als Sicher— 
heitswache beim Ausbrennen von Schornsteinen kommandiert. 
In aeeettiung von Verkehrshindernissen, Befreiung von 
Menschen und Tieren aus Notlage und zu anderweitigen Hilfe— 
leistungen in der Stadt und im Hafen wurde die Feuerwehr 
33 (12) mal in Anspruch genommen. Von den Feuern, bei 
denen die Feuerwehr in Tätigkeit trat, waren 7 (4) Großseuer, 
18 (6) Mittelfeuer, 58 (67) Kleinfeuer. Krankenbefoörderungen 
wurden im ganzen 1014 (808) ausgeführt, davon durch die 
Feuerwehr 886 (686) Personen mit nicht ansteckenden Krank—⸗ 
heiten, und durch einen Privatunternehmer 128 (122) Personen 
mit anstechenden Krankheiten. Unter den 1014 Beförderungen 
waren 126 (114) von oder nach Orten außerhalb der Vorstadt- 
grenzen. 
X Konlurs eröffnet ist am 24. d. M., nachmittags 6 Uhr 
10 Min., über das Vermögen des Messerschmiedemeisters Cari 
Burmester, Breite Straße 27. Herr Rechtsanwalt Gosch ijst 
zum Konkursverwalter ernannt. 
“. Wenn die Sonne zu heiß scheint! Zweifellos auf die 
tropische Hundstagshitze zurüchzuführen ist nachfolgend geschil— 
derte aufregende Begebenheit, über die eine auswärtige Zeitung 
iolgendes berichtet: „Wegen des Weltbahnprojektes über Feh— 
RJarn gerieten dieser Tage auf der Strecte Plön-Eutin ein 
Kieler und ein Lubeder Herr derart in Streit, der in Tätlich 
eiten ———— bereits die Not⸗ 
axemse giehen woͤllien. BDem eundlichen Zuresen eines Babn— 
sweites Blatt 
Mittwoch, den 26. Juli 1911. Morgen⸗Blatt Nr. 372. 
eamten gelang es schließlich, die erregten Geister zu beschwich— 
igen.“ Wie es Meint, handelt es sich hier um minder schwere 
lnfälle von Tobsucht, die dadurch verursacht sein dürften, daß 
„as Dach des Wagens oder das Abteil desselben, in welchem die 
deisenden sich befanden, allzusehr den heißen Sonnenstrahlen 
usgesetzt war. J 
— Die Gewerbe⸗Gesellschaft trat gestern moörgen 6 Uhr 
3 Min, mit rund 400 Personen, Herren und Damen, mittelst 
Sonderzuges eine Fahrt zur Besichtigung der Medlenburgischen 
randes⸗Gewerbe⸗ und Industrie-Ausstellung an. In den 
Hormittagsstunden wurde mit mehreren Dampfern eine Rund— 
ihrt auf dem großen Schweriner See unternommen und! 
abei dem von dem Inhaber der Tonhalle zu Schwerin, 
derrn R. Albrecht, dargebotenen Frühstück wacher zugesprochen. 
die Fahrt dehnte sich bis Zippendorf und Kaninchenwärder aus. 
dach Rückkehr teilte sich die Gesellschaft in mehrere Gruppen 
ur Besichtigung des Großherzoglichen Schlosses und des Groß— 
jerzoglichen Marstalles. Die Besichtigung der Ausstellung folgte 
im Nachmittage, und nach einer Bereinigung in dem altertüm— 
ichen Püsselkrug fand die Heimlehr um 11 Uhr 34 Min. 
ibends statt. 
*Gegen das Sauerwerden der Milch. Zum Kühlhal⸗ 
en der Milch eignet sich vorzüglich ein Feuerloch des Zim— 
nerofens, in dem man sie, nachdem es gründlich von Asche ge— 
einigt, in einer Schüssel kalten Wassers aufbewahrt. Die 
ur angelehnte Tür vermitteit den zur Ablühlung des Wassers 
rotwendigen Durchzug. Auf diese Weise hält sich die Milch auch 
zei Gewitter bis zum nächsten Tage frisch. 
d. Stadthallentheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt 
nan uns: Wir wollen nicht unterlossen, nochmals darauf auf— 
nerksam zu machen, daß mit der heuti en Aussührung Ibsens 
Volksfeind“ vom Spielplan verschwindet, weitere Wieder—⸗ 
olungen dieser glänzenden Vorstellung sind ausgeschlossen. 
»onnerstag ist zum zweiten Male „Don Cesat“. In Vor— 
ereitung ist „Ideale Fordecung“, ein nceuts Lustspiel von 
d. Keßler und Kalsch. Das Slück ist im Manuskript schon von 
ielen Bühnen erworben und wird von den beteiligten Kreisen 
ieser Uraufführung mit großem Indteresse eitgegengesehen. 
zn der Operette wird „Giroflö-Girofla“ neu einstudiert. 
b. Sonderzüge zu den Travemünder Rennen verkehren 
im Freitag und Sonntag wieder in der gleichen Weise wie in 
rüheren Jahren. (Siehe Bekanntmächung im Inseratenteil.) 
zesonders hervorgehoben sei noch, daß auch die Benutzung 
es Sonderzuges ab Lübeck 2 Uhr 30 Min. nachmittags, an 
ravemünde 2 Uhr 57 Min. sowohl am Freitag wie am 
zonntag ein rechtzeitiges Eintreffen zu den um 312 Uhr 
eginnenden Rennen ermöglicht. 
b. Zur Hunder jah feier des drutschen Turnens beabsichtigt 
ie Lübecker Turnerschaft am 12. und 13. Aug. eine 
röhßere Vereinsfeier zu veranstalten. Sonnabend, den 12. Aug. 
'ndet ein Erinnerungsabend im Hause statt mit einem Vor— 
rag über Jahns Wirken, an den sich weitere Vorträge an— 
hließen. Am Sonntag, dem 13. Aug., findet vormittags 
uf dem Spielplatz an der Charloitenstraße ein Spielfest 
att, zu dem der Lehrerturnverein Hamburg eine Schlagball— 
iannschaft schickt, um ein Propagandaspiel mit den Lübecer 
zchlagballspielern auszufechten. Am Nachmittag des 18. Aug. 
ird die Turnerschaft zur Erinnerung en die Aufrichtung des 
jzahnsteins bei der Jahneiche am 12. August 1831 einen Fest 
4g vom alien Turnplatz (jetzt Tennisplatz vor dem Burgtor) 
ur Jahneiche anireten und dort in einer cindzuckzvollen Feier 
ie Erinnerung an die Gründunj vor 59 Jahren wachrufen. 
die Miiglieder aus jener Zrit sind gebeten teilzureemen und 
aben auch schon zum Teil ihre Teilnahme ugesagt. In dank— 
arem Gedenken der Gründer wird zum ersten Male auch die 
urnfahne, die 1881 an der Jahnzihe und beim ersten Turn— 
est in Koburg den Lübecker Turnern vorangeweht hat, die 
rist im vorigen Jahre wieder aufgefunden wurde, in einer eige— 
ien Fahnengruppe mitgeführt vor dem Wagen der Ehrenmit— 
Jlieder, die 1861 diese Fahne getragen haben. 
bei der Parade möglichst zu vermeiden, wird gegenwärtig 
die Grasnarbe des Teiles des Platzes, der zur Aufstellung 
und zum Vorbeimarsch der Truppen benutzt werden soll, ständig 
jewässert. Diesa Arbeiten werden von Mannschaften der 
zamburger und Altonaer Berufsfeuerwehr ausgeführt. — 
kinbruchsdiebstahl. Diebe suchten in der Nacht zum 
Zdonnabend die Villa des Mitinhabers des Tierparks Heinrich 
hagenbek heim. Sie erbeuteten wertvolles 
ilbernes und goldenes Tafelgerät. Ein Teil 
er gestohlenen Sachen trägt das Monogramm C. H., während 
ruf verschiedenen silbernen Teelöffeln die Brooklyn-Brücke 
ingraviert ist. 
Kiel, 25. Juli. Der Kaiser verlieh Lt. z. S. Düvelius 
„om Stabe des Linienschiffes „Brandenburg“ für die von 
hym am 11. April d. J. auf der Reede von Saßnitz unter 
igener Lebensgefahr bewirkte Rettung des einjährig-freiwilligen 
Matrosen Hagedorn von demselben Schiffe vom Tode des Er— 
rinkens die Rettungsmedaille. 
Kiel, 285. Juli. Brückenbau und Hitze. Bei der 
neuen Hochbrücke in Holtenau, die im November dem Verkehr 
ergeben werden soll, sollte Sonnabend das letzte Schluß— 
tück eingesetzt werden. Hierbei zeigte sich, daß die enorme 
Hitze auf die schon montierten Eisenteile so stark einge— 
virkt und sie so ausgedehnt hatte, daß das Paßstücknicht 
jineinzubringeimnn war. Sonntag früh, nachdem die Brücke 
ich nachts abgekühlt hatte, glückte diese Arbeit, womit 
der schwierigste Teil des Brückenbaues seinen Abschluß ge— 
unden hat. 
Neustadt, 25. Juli. Bei dem Wettsegeln des 
Fischeramtes am Sonntag errangen erste Preise: in der 
Zonderklasse: Störtebecher (1 Std. 15 Min. 43 Sek.), in den 
rei folgenden Klassen: A. Garber (1 Std. 23 Min. 18 Sek—.), 
D. Geberbauer (1Std. 16 Min. 26 Sek.) und B Haase (1Std. 
3 Min. 14 Sek.). 
Oldesloe, 25. Juli. Die Maul- und Klauen— 
euche herrscht zurzeit in rund 400 schleswig-holsteinischen 
dandgemeinden, nämlich im Kreise Flensburg in 4, Norder⸗ 
dithmarschen in 5, Pinneberg in 61, Rendsburg in 15, Stein— 
hurg in 81, Süderdithmarschen in 22, Segeberg in 73, 
Stormar; in 84, Bordesholm in 16, Plön in 11 und Schleswig 
in drei politischen Gemeinden. 
Flensburg, 25. Juli. Vermißt wird seit einigen 
Tagen der Zigarrenhändler Walter Haas aus Sonderburg. Er 
zatte sich hierher gewandt, um zu versuchen, von einer militä— 
ischen Uebung befreit zu werden. Nachdem er an seine Ange— 
yörigen telegraphiert hatte, daßz er an das Bexrkskommando 
in Kiel verwiesen sei, fehlt ijede Nachricht von ihm. In Kiel 
ist er nicht eingetroffen. 
Rendsburg, 26. Juli. Sieben Gebäude durch 
Fener vernichtet. Gestern sfrüh gegen 4 Uhr brach in 
Erfde im Hause der Witwe Lesch ein Feuer aus, das sehr schnell 
auf benachbarte Gebäude übersprang, so daß in kurzer Zeit 
echs große Bauernhäuser und eine Scheune ein Raub der Flam— 
nen wurden. Es sind abgebrannt: das Haus der Wiitwe Lesch, 
as Haus der Witwe Dühr, das Haus des Schuhmachers Stein— 
agen, Haus und Scheune des Händlers Hansen, sowie das Haus 
des Landmanns M. Held. Ueber die Entstehungsursache ver— 
autet noch nichts besimmtes; ebenso ist der Umfang des Schadens 
noch nicht festzustellen. 
Lauenburg. 
Ratzeburg, 258. Juli. Eine abgefeimte Be— 
zrügerin, eine sogenannte Gottesgeldschwindlerin, die den 
Kreis Herzogtum Lauenburg unsicher gemacht, hatte sich in der 
Person des Dienstmädchens Emma Burmeister vor der Ferien— 
trafkammer II des Altonger Landgerichts zu verantworten. Die 
Angeklagte, die wegen gleicher Veigehen bereits vielfach vor— 
vestraft ist, hat nachweislich in 17 Fällen im Kreise Herzog⸗ 
um Lauenburg Stellen als Dienstmädchen angenommen, über— 
ill den sog. Mietstaler, das „Gottesgeld“, in Empfang genom— 
nen und sich dann nicht wieder sehen lassen. Der Staatsan— 
valt beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr sechs 
Monaten, 300 MuGeldstrafe ev. weitere 30 Tage Zuchthaus, 
rrei Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht. Der 
ßerichtshof billigte der Angeklagten noch einmal mildernde Um— 
ände zu und verurteilte sie zu 9O Monaten Gefängnis. — Die 
-—Achwindeleien eines Dienstmädchens brachten Sonnabend 
»ie Gemüter in Aufregung. In einem hiesigen Spezial⸗-Geschäft 
erschien Freitag abend das Dienstmädchen Cs. aus St. Georgs— 
herg und bestellte für etwa 28 MWaren, von denen sie die 
zälfte sofort mitnahm. Der Rest sollte nach ihrer angeblichen 
zerrichaft in St. Georgsberg gebracht werden. Als nun die 
estellten Sachen nach dort gebracht wurden, stellte es sich her⸗ 
us, daß man einer Schwindlerin in die Hände gefallen war. Von 
iner Bestellung wußte man nichts. Schlieblich stellte sich dann 
jeraus, daß die Schwindlerin auch bei einem hiesigen Schlachter 
auf den Namen eines Geschäftsmannes Wurstwaren ⁊c. einge— 
ꝛauft hatte. Von den Betrogenen zur Rede gestellt, erklärte sie, 
»aß sie sich nur einen Scherz habe machen wollen. Sie erklärte 
lich zur Bezahlung der Waren bereit. — Das gerichtliche Nach- 
piel wird trotzdem wohl nicht ausbleiben 
Kp. Nusse, 26. Juli. Schwere Gewitter zogen in der 
Nacht auf Montag über unsere Gegend. Ein Blitz traf das 
seuerbaute Haus der Witwe Benn in Ritzerau, schlug die Spitze 
ines Giebels ab und zertrümmerte mehrere Dachziegel, zün— 
ete aber nicht. — Die Maul- und Klauenseuche ist 
uun auch unter den Kühen des Hofpächters Dahl auf Hof 
nRitzerau ausgebrochen. 
Großzherzogtutn Osdenbeo, Anrventum Lübed. 
Schwartau, 26. Juli. Bürgervereinsver— 
ammlung. Die Aufbringung der Mittel für den Markt—⸗ 
runnen, mit dessen Aufstellung im September begonnen wer— 
en soll, hatte seinerzeit zu einem lebhaften Meinungsaustausch 
den Kreisen der Bürgerschaft geführt. Der Vorsitzende nahm 
aher Veranlassung, das Für und Wider nochmals zu erörtern, 
en Standpunkt des Komitees klarzulegen und verschiedene Irr— 
imer aufzuklären. Die Versammlung war der Ansicht, daß die 
rwerbung des Brunnens im Interesse unseres Kurortes nur 
1begrüßen sei, selbst frühere offens Gegner erklärten gestern 
yr völliges Einverständnis mit der Erwerbung des Kunst—⸗ 
erkes. — Die Kommission zur Feststellung der Steuer— 
nterschiede in Schwartau gegenüber dem be— 
achbarten Lübeckund preußischen Orten hat ihre 
Irbeit beendet und wurde gestern ein durch umfangreiches Ma— 
erial gestützter Bericht erstattet. Da es sich aus verschiedenen 
zefichtspunkten um eine sehr schwierige Materie handelt, 
»urde beschlossen, den Bericht als wertvolles Material an den 
zemeindevorstand weiterzugeben. — Auf Antrag des Vor— 
tzenden der Ortskrankenkasse wurde beschlossen, beim Gemeinde— 
at die Errichtung eines eigenen Krankenhauses anzuregen. — 
)a bezüglich der Erhebung der Kirchen- und Stolgebühren 
erschiedene Unklarheiten bestehen, soll festgestellt werden, nach 
velchen Grundsätzen die Umlage dieser Gebühren erfolgt. 
Schles wig⸗Holsstein. 
Altoni, 25. Juli. Vorbereitungen zur Kaiser— 
parade. Die Arbeiten zum Bau der offiziellen Tribüne 
auf dem großen Exerzierplatz schreiten rüstig vorwärts, Die 
Tribüne, die 34 000 Personen faßt, wird 3600 m lang und 
31 m hreit; sie steht auß derselben Stelle, wis im Jahre 
1904. ist aber etwan 40 lahger, Um die Stauben wißt 
—ca 
uSe ι4ç felnes taucnen 
aann empfehlen wir Ihnen: 
ore tten. 
h7twas fursie! 
alem Meikum 
dqarotte des Feip dmeccers: 
Ne 324.5, 6.8 10 
Preis: In. 5.6 8, 10 Pf d St 
Orient Tab CIgarenenfabrixyemdze 
Inh Huqs Zietz, Droaden.
	        
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