Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Dienstag, den 18. Juli 191. 
Abend⸗Blatt KNr. 358. 
Aus den Nachbargebieten. 
Schleswig⸗Holstein. 
Neumünster, 18. Juli. Kommunales. Reichlich 500 
Einwohnern wurden im Jahre 19090 6000 M Steuern zu viel 
abverlangt, indem die Stadt bei Berechnung der Gemeinde—⸗ 
steuern das Kinderprivileg nicht berüchichtigte. Jetzt echalten 
die Zensiten das Geld unverhofft zurück. 
Flensburg, 17. Juli. Ein Großfeuer hat zum 
drittenmal in dieser Woche die Chamotte— und Ziegelfabrik 
baingeucht Galizische Arbeiter sind der Brandstiftung vrer⸗ 
ächtig. 
—EWcXñXAÆA 
vorher soll ein Kommers stattfinden, zu dem dis befreundeten 
Hereine Liedertafel-Mölln, Liedertafel Ratzeburg und Lieder⸗ 
ranz Concordia-Lübed eingeladen werden sollen. — 
die Obst-und Gartenbau-Ausstellung EndeOktober 
Ferspricht recht großartig zu werden. Es stehen reichlich 300 M 
veldpreise und Ehrenpreise im Werte von etwa 250 Mizzur 
Berfügung. 
Schwarzenbek, 18. Juli. Das unselige Re⸗ 
nommieren hat dem Makler und Händler Otto Peters in 
Zollow eine Beleidigung eingebracht. Es wird ihm zur Last 
gelegt, gelegentlich der gerichtlichen Auflassung eines Grund⸗ 
tücs seinen Begleitern gegenüber die Aeußerungen getan zu haben 
er habe die Richter des Amtsgerichts Lauenburg in der Tasche 
r könne mit ihnen mächen, was er wolle, sie müßten nach 
einer Pfeife tanzen. Diese Aeußerungen liegen fast zwei Jahre 
zurud. Der Angeklagte will zu der angegebenen Zeit betrunken 
zewesen sein. Nach umfangreicher Beweisaufnahme beantragte 
er Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen. Die 
Strafkammer verurteilte Peters zu 200 M Geldstrafe ev. 20 
Tagen Gefängnis. Auch wurde den beleidigten Beamten die 
Befugnis zuerkannt, das Urteil auf Kosten des Angeklagten zu 
heröffentlichen. 
Inventars der Villa Wo⸗op an die Frau Pölckow. Dite 
Unterbringung der Sachen in die Villa Carow ist eben⸗ 
falls nur geschehen, um sie den Gläubigern zu entziehen. 
Mit den Transporten nach Rostoch kann ich vom Standpunkt 
der Anklage nichts beginnen. Ich weiß nicht, was für Sachen 
es gewesen, und wohin sie gebracht sind. Ich weiß nur, 
dah ESilberzeus im Werte von 10 000 Mehin- und hertrans⸗ 
porliert wurde. Eine strafbare Handlung ist darin nicht zu 
erbliden, wohl aber ist diese Tatsache für die Beurteilung 
der unlauteren Absichten der Angeklagten verwendbar. Tas 
ist auch der Fall bezüglich der in fremden Behausungen ge⸗ 
Aundenen Gegenstände. Den größten Schachzug haben 
e Gebrüder Saß in der Angelegenheit des Keutnants a, D. 
. Kehler unternommen. Durch die vollstredbare Urkunde 
haben sie anerkannt, daß sie dem Leutnant a. D. v. Kehler 
j0 ooo Meschuldig waren. Diese Anerkennung ist aber nach 
ihren eigenen Behauptungen unwahr. Es handelt sich also um 
ein erdichtetes Rechtsgeschäft, um das die Angeklagten nicht 
zerumkommen, wenn sie auch um alles andere herumkommen 
mögen. Die Verhandlungen haben ergeben, daß die Taten 
der Angeklagten in verschiedenen Punkten milder zu beur— 
eilen sind, als die Anklage annehmen mußte. Die Angeklagten 
ind von Rechtskundigen beraten worden und haben dem 
druch der Verhältnisse nachgegeben. — Dem gegenüber führte 
Rechtsanwalt Kna ach aus:; Die Angeklagten haben alles 
getan, um ihren Gläubigern gerecht zu werden. Sie haben 
nie die Absicht gehabt, den Gläubigern Vermögensstücke zu 
»ntziehen. Auf Grund der Verdachtsmomente kann niemals 
ine Verurteilung erfolgen. Geben Sie, meine Herren Ge— 
chworenen, den Angeklagten, die durch die Untersuchungshaft 
chon sehr schwer gelitten haben, ihre Freiheit und ihre 
xhre wieder, geben Sie ihnen die Möglichkeit wieder, sich mit 
hien Familien redlich durchschlagen. zu können. .Ich 
eantrage Freisprechung! Verneinen Sie sämtliche 
Zchuldfragen! — Justizrat Dr. Wolff: Die 
Punkte, die der Herr Erste Staatsanwart heute fallen ließ, 
zätte er längst vor Erhebung der Anklage fallen lassen 
nüssen, um das Unglück zu verhindern, das niht mehr gut 
u machen ist. Welche Verkennung der ganzen Sach⸗ 
age liegt in den Worten des öffentlichen Anklägers: Wenn 
das Geld knapp wird, dann hört die Moral auf! Wenn 
zieser Grundsatß Dogma sein soll, dann danke ich für diese 
Beurteilung von Moral und Recht. Den Beweis, daß die 
Angeklagten die Absicht gehabt haben, ihre Gläubiger zu be⸗ 
aachteiligen, hat der Erste Staatsanwalt nicht gebracht. Und 
po er glaubte, es getan zu haben, waren seine Ausfüh⸗ 
rungen irriger Natur: „Ich fürchte Euch, Danger, auch wenn 
Ihr mir Geschenke bringt“, dieses alte römische Sprichwort 
mochte ich auch auf den Herrn Ersten Staatsanwalt zur An— 
wendung bringen, wenn ich seine Verzichtleistung auf Straf⸗ 
anträge in Berüchssichtigung ziehe. Was die Belastungszeugen 
inbelangt, so kann ich bezüglich des Rechtsanwalts Alm 
rur sagen, daß es sehr bedenklich erscheint, gegen Personen 
Anzeige zu erstatten, deren Interessen man erft kürzlich ver— 
rreten hat. Lange ist ein Rentner, der von den 
Zinsenanderert lebt. Von allem, was vorgebracht worden 
st; bleibt nur die Tatsache übrig, daß Habgier, Bos— 
heit und Verfolgungswut die auf der Anklagebank 
itzenden Männer zu Grunde gerichtet haben. — Rechtsanwalt 
Sauck: Der Fall Gloede zeigt so rehht, wie schlecht die 
Anklage konstruiert worden ist. Sind die Hand!ungen des 
Rönnfeldt als ein heimliches, lichtscheues Treiben eines Kon— 
ursverbrechers oder als das einwandfreie Gebaren eines 
Mannes zu betrachten, der seinen Kunden einen Gefallen 
un will? Ich glaube, das letztere ist der Fall. Von einem 
Konkursverbrechen kann niemals die Rede sein. Der banalen 
Redensart des Ersten Staatsanwalts: „Wenn das Geld knapp 
vird, dann hört die Moral auf“, halte ich das einfache 
Zprichwort entgegen: „Not lehrt beten!“ — Das Urteil 
autete, wie schon telegraphisch gemeldet, auf Freispre— 
hung sämtlicher Angeklagten. 
Großherzogtum Osdenburg, Fürstentum Lũbed. 
Pr. Eutin, 17. Juli. Verhaftungen. Ein hier 
durchreisender Handlungsgehilfe wurde wegen Unterschlagung 
und Urkundensälschung in Haft genommen. Er hat in einem 
Städtchen anmeckar mit einem für seinen Arbeitgeber abgehobenen 
Betrag das Weite gesucht. Die Urkundenfälschung hat er 
dadurch begengen, daß er sich eine Arbeitsbescheinigung fälsch⸗ 
lich anfer igle. — In Filsszu wurde ein Arbeiter rerhaftet, der 
sich dort eines Hausfriedensbruches schuldig gemacht hatte. 
Ein von der Amtsanwaltschaft wegen Diebstahls stedbbrieflich 
verfolgter Arbeiter wurde in Wismar festgenommen. 
Pr. Seeversdorf, 17. Juli. Bei der freiwilligen 
Versteigerung der den Burmeisterschen Erben gehörigen 
Hufenstelle blieb der Mi'ecke, Rentner Wilh. Burmester, hier⸗ 
felbst, mit einem Gebot von 116 000 M Meistbie!ender. Ihm 
wurde der Zuschlag erteilt. 
— Schwartau, 18. Inli. Die Leiche des vor einigen 
Tagen beim Baden in der Trave ertrunkenen Arbeiters Buck 
wurde gestern früh geborgen. Ebenfalls wurde die Leiche des 
seit 5 Wochen verschwundenen Arbeiters Markmann im Mühlen⸗ 
leich zu Klein-⸗Mühlen aufgefunden. Lange Krankheit dürfte 
Markmann dazu veranlaßt haben, freiwillig in den Tod zu 
gehen. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
Güstrow, 18. Juli. Der Zusammenbruch des 
Dstseebades Brunshaupten vor dem Schwur—⸗ 
gericht. Erster Staatsanwalt Dr. Brümmer führte in seiner 
Anklagerede u. a. aus: Die Angekllagten sind des Konkurs⸗ 
‚eibrehens beschuldigt. Es handelt sich hierbei nicht um 
ine Einzelhandlung, sondern um einen Komplex von Momenten 
ind Tatsachen. Was die Persönlichkeit der Hauptangeklagten 
inbelangt, so steht wohl fest, daß sie als strebsame und 
leihßige Menschen zu bezeichnen sind, andererseits ist aber in 
Betracht zu ziehen, daß, wenn das Geld knapp wird, 
die Moral aufhört. Die Brüder Saß haben sich in den 
etzten Jahren an große Unternehmungen gewagt. Es sind 
ieses in erster Linie das Kurhaus in Brunshaupten und das 
Hotel Europäischer Hof in Rostock, deren Gründungen unbedingt 
zjroße Kapitalien erforderten. Wenn aber, wie die Ange— 
sagten es getan haben, solche Unterne„mungen mit verhält— 
usmähig geringem Kapital in Angriff genommen werden, 
»ann mußte dieses mit großer Vorsicht geschehen. Der ge— 
ijnaste Anlaß genügt schon, das Ganze zu Fall zu bringen. Ich 
vist nicht bestreiten, daß, wenn nicht gewisse Umstände ein⸗ 
getreten wären, die Brüder ihre Unternehmungen, die ich 
in sich für aussichtsvoll halte, auch mit geringem Kapital 
sur Turchführung hätte bringen können. Die Angeklagten be— 
zaupten, daß ihnen durch das Vorꝛgehen des Rechtsanwalts 
Dr. Zschimmer jede Existenzmögüchkeit unterbunden worden sei. 
x«s mag ja sein daß Dr. Zschimmer zum Teil rigoros 
vorgegangen ist. Meines Erachtens reicht das aber. nicht 
aus, die Vorwürfe zu rechtfertigen, die von seiten der An— 
geklagten und der Verteidigung gegen ihn erhoben worden 
ind. Dr. Zschimmer ist auch ein Geschäftsmann, der seinen 
Verdienst sucht. Weiteres hat er m. E. nicht getan. Es ist 
nöglich, daß ein anderer Anwalt milder und nachsichtiger ge⸗ 
zandelt hätte. Nach den Bekundungen der Zeugen haben die 
Angeklagten ihre Zahlungen Mitte August 1909 eingestellt. 
ziner bestimmten Stellungnahme muß ich mich bezüglich der 
Berträge enthalten, die hinsichtlich des Kurhauses Bruns— 
zaupten und des Hotels Europäischer Hof abgeschlossen worden 
ind. Ich muß es dem Ermessen der Herren Geschworenen 
iberlassen, ob sie darin eine steafbare Handlung erblicken. 
In ähnlicher Weise muß ich mich über die Abtretung der 
Zautionen äußern. Bezüglich des Verkaufs von Pferden und 
Wagen glaube ich nicht, daß er zur Benachteiligung der Glaͤu⸗ 
iger erfolgt ist. Derselben Ansicht bin ich hinsichtlich der 
Berschenkung der Villa Tip⸗Top. Bedenklicher Natur sind die 
Abtretungen von Sachen seitens der Frau Wilhelm Saß an ihre 
Mutter. Man kann daraus den Schluß ziehen, daß die An—⸗ 
zeklagten die Sachen dem Zugriff der Gläubiger entziehen 
wollten. Zum Schein erfolgt ist ferner die Uebertragung des 
Lauenbura. 
S Ratzeburg, 18. Juli. Unsere Domkirche wird 
in den sich jetzt in Atbeit besindlichen Altartesen eine Sehens⸗ 
würdigkeit mehr erhalten. Die altgotischen Schnitzereien sind 
vom Bildhauer Heit in Flensburg bereits fertiggestellt und 
angebracht. Nach Fertigstellung des ganzen Kunstwerkes soll 
dasselbe im südlichen Kreuzschisf Aufstellung finden. — Der 
Misitärverein feierte vorgesltern sein Sommerfest auf dem 
Schützenhof. Der Tag war wegen des an diesem Tage in 
Lübeck stattfindenden Volksfest:s nicht gut cewählt und trotz 
der vielen Bestrebungen des Festausschusses war die Betei⸗ 
ligung nur schwach. Durch den um Mittag eintretenden und 
anhaltenden Regen wurde auch das Kindervergnügen nachteilig 
beeinflußt. Geschossen wurde recht flott. Das Fest beschloß 
ein Ball. 
Mölln, 18. Juli. Ballonlandung. ESonntag abend 
gegen 9 Uhr ging etwa 4 Km. südöstlich von haier bei dem 
Doͤrfe Brunsmard ein bemannter Freiballon nieder, in dem sich 
der bekannte Luftschiffer Kapitän Wisson befand. Letzterer war 
abends 7 Uhr von Gr.Jüthorn bei Wandsbel aufgestiegen. 
2 Mölln, 17. Juli. Kampfgenossen-und Krie— 
rerverein. Die Rechnungsablage für das letzte Viertel⸗ 
ahr ergab eine Einnahme von 530 Muund eine Ausgabe 
bon 4868 M. Der Vorsitzende erstattete Bericht über den 
Vertretertag in Ratzeburg. Der Kornblumentag am 2. Juli 
ergab einen Reinertrag von 1114 M. Bis auf 200 Misind 
diese schon an die bedürftigen Kriegsteilnehmer verteilt. An 
der Kaiserparade in Altona werden 26 Kameraden teilnehmen. 
Die Sedanfeier soll am 3. Sept. begangen werden. — 
Männergesangverein. Die Generalversammlung war 
Freitag nur schwach besucht. Der Verein zählt gegenwärtig 46 
attive und 117 soziale Mitglieder. Das Sommerfest soll 
sich wegen der ungünstigen Kassenverhältnisse am 3. August 
einfach gestalten. Das 28jährige Stiftungsfest am 28. Nov. 
1912 soll etwas reicher ausgestaltet werden. Am Abend 
Hartenliebhabers werden. Ein praktischer Arbeitskalender 
Ile notwendigen Winke, die Albbeisen ihrer Deinglichkeit und 
Zweckmäßigkeit entsprech nd vorrunehmen. Aussätze, wie „Na— 
ur, Kunst und Garten“, „Die Anlage des Hausgarteno, „Be⸗ 
ãmpfung tierischer Schädlinge“, „Grundsätze für den Obst⸗ 
hau“, „Einiges über Gartenblumen“, „Di? wichtigsten Garten⸗ 
geräte usw. schließen sich an. Zehn Gebote für die Garten⸗ 
zesitzer sind zutreffend. 
Illustrierte Zeitung Nr. 3850. Leipzig, J. J. 
Weber. Vierteljährlich 8 M, Einzelheft 1 M. Eine Fülle 
tueller Illustrationen belebt das Heft. Sieben Seiten sind 
zer Kieler Woche gewidmet und brinçen Abbildungen nach 
Driginalzeichnungen von Professor Willy Stöwer. Von der 
iesjährigen Prinz Heinrich Fahrt, werd en die bemerkenswertesten 
Momente vorgesührt. Mit der Lage in Marokko beschäftigt 
ich ein Ariikel, dem eine Uebe:sichtskarte und das Bild des 
Treuzers „Berlin“ beigegeben sind. Von der Perlönlichkeil 
Dr. Georg Hirths, des Begründers der Münchener Jugend, 
utwirft Prof. Karl Mayr zu dessen 70. Geburtstag ein Cha⸗ 
akterbild. Allgemein interessieren Ausnahmen vom Hermann— 
und Dorothea⸗Festspiel in Bad Elster, von der Aufführung 
der „Schönen Helena“ im Münchener Künstlertheater, vom 
arsten rheinischen Sängerbundesfest in OKöln usw. In die 
Zilderschätze der internationalen Ausstellung der Münchener 
Zezession führt ein illustrierter Beitrag ein. Mit Neuleeland 
macht ein Aufsatz mit vielen Abbildungen bekannt. 
Die Mückenpkage und ihre Bekämpfung. Her— 
ausgegeben vom Kaiserlichen Gesundheitsamt. Berlin N., Julius 
Zpringer. 30 Pfg. 6 Abb. und 1sarb. Tafel. 
Die Belästigung durch Stechmücken ist in vielen Gegenden 
eutschlands gro. Bäder und Sommerfrischen werden trotz 
iller Schönheit und sonstigen Vorzüge, wenn sie von der 
Mücddenplage heimgesucht find, gemieden. Gelände, das sich 
ur Bebauung mit Villen eignen wurde, bleibt der Mücen wegen 
»ft unbewohnt oder minderwertig. So entstehen nicht nur 
em einzelnen, sondern Gemeinden und ganzen Gegenden empfind⸗ 
iche wirtschaftliche Nachteile. In neuerer Zeit finden die Be—⸗ 
strebungen, durch gemeinschaftliches Vorgehen, behördliches Ein⸗ 
greifen und gemeinverständliche Belehrung diesem Uebel abzu⸗ 
helfen, immere weitere Verbreitung. Zur Unterstützung dieser 
Maßnahmen hat das Kaiserliche Gesundheitsamt eine kleine 
-chrift herausgegeben, die nach einer Beschreibung der Ent. 
vidlung und Lebensweise der Müden die plänmäßige Durch⸗ 
führung der Bekämpfungsmaßregein durch Beseitigung der Brut⸗ 
plätze und Vernichtung der Larven, Puppen und Müclen schildert. 
Ferner gingen nachstehende Bücher ein, deren Besprechung 
wir uns vorbehalten: 
Charakter — eine Macht von O. Swett-Marden. 
Stuttgart, W. Kohlhammer. 
Die Michekei der Deutschen von Dr. A. Wirth. 
Berlin W. 62, Vaterländischer Schriftenverband. 
In Wehr und Waffen, Lief. 11-15. Stuttgart, 
Union, Deutsche Verlagsgesellschaft. 
Pariser Novelletten von Hans Wolf. Leipzig, Bern⸗ 
hard Hermann. 
Der Sieger von Doris Freiin v. Spättgen. Berlin 
zW. 47, Verlag des Vereins der Bücherfreunde. 4,60 M. 
Konzertprogramme der Gegenwart. Frankfurt 
a. M. Hugo Schlemüller. 8. ——— 
Praktische Erdbeerkuktur von E. Spangenberg. 
Frankfurt a. O. Trowitzsch K Sohn. — 
Kunstler, Drama von R. Wendriner. München, Al« 
bert Langen. 4 M. 8 * 
Mein Ernährungskystem von Dr. Hindhede. Leipzig, 
W. Vobach & Co. * we 
Brlusenalbum. Berlin W. 38, F. Brucmann A.G. 
Schweizer Conducteur. Freiburg Gaden), F. Paul 
Lorenz. 
Der Theater⸗Teufel. Berlin 8W. 68. Verlag de⸗ 
Lustigen Biͤtter. 8 J J 
Methode vVer Ethhnoogie von Graebner. Heidelberg / 
Tart Winters Untversttaͤtsbuchhandtung. 3 
— Aussühruwas deitimmungen Vdss Bu wachs« 
stteneraesezes. Gießen. Emil Roch. 
Bbücherbesprechungen. 
Die Reise des Deutschen Kronprinzen durch 
Ceylon und Indien. Von Dr. Oscar Bongard. Mit 
133 Illustrationen, darunter Aufnahmen.des Kronprinzen. 
Berlin, W. 57. C. A. Schweischke u. Sohn. Geh. 3 M, geb. 
4,50 M. 
Schon aus den Einleitungsworten dann der Leser erkennen, 
daß der Verfasser nicht nur eine Schilderung der Kronprinzen⸗ 
reise geben will, sondern daß es ihm darum zu tun ist, dar⸗ 
zulegen, welchen großen Nutzen die Reise für den Kaisersohn 
gehabt hat. Wir werden in das herrlichste Eldorado der Welt, 
Ceylon. geführt, und mit der eigenartigen Vegetation des 
Landes, der merkwürdigen Tierwelt bekannt gemacht. Von 
Ceylon nach Indien geführt, lönnen wir tiefe Einblicke in 
die uralte Geschichte und Kultur des Reiches werfen. Wir 
sehen Stätten, die von gigantischer Schöpfungskraft längst 
verflossener Jahrhunderte eindrucksvoll reden. Wir nehmen 
an rauschenden Festen teil, die es nur in Indiens Märchen— 
welt geben kann. Dann wieder sführt der Verfasser ernste mili— 
tärische Szenen vor Augen. Wir erleben den aufregenden, 
dramatisch geschilderten Moment während der Leopardenjagd, 
bei der die grimme Katze sich bis auf Sprungweite dem 
allein auf der Anhöhe stehenden Kronprinzen naht. Doch 
um seine Kenntnisse zu bereichern, beschränkte sich der Kron⸗ 
prinz nicht darauf, an glänzenden Festen und gefährlichen 
Jagden teilzunehmen, sondern er studierte überall das fluk— 
tuierende Leben mit offenen Augen. Er konnte erkennen. 
wie mancherlei Einrichtungen, von den Engländern in weiser 
Praxis ausgeübt, auch unseren Kolonien zu Nutzen und Segen 
gereichen können. Das Buch ist gut geschrieben und vornehm 
und elegant ausgestattet. 
Hausgartenbüchlein. Von Dr. K. Floericke. Stutt⸗ 
gart, Franckhsche Verlagshandlung. Mit Bildern, Plänen und 
Tabellen. Geb. 1,80 M. . 44 
Für die praktischen Bedürfnifse des Gartenfreundes zusam⸗ 
mengestellt, Joll das Hausgartenbüchlein ein Hausbuch jedes
	        
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