Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

. Voslier⸗Wiarsch von Clausnitzer, 2. Volksfest-Ouvertüre von 
Keler-⸗Bela, 3. Fantasie aus „Norma“ von Bellini, 4. Siciliana, 
Charakterstück von Jessel, 5. Schottischer Hochzeitsmarsch von 
Christern, 6. Morgenblätter-Walzer von Strauß. 
»Zwanzig Jahre Kranklen⸗ und Invalidenfürsorge. Die 
Landesversicherungsanstalt der Hansestädte hat, wie schon 
nitgeteilt, eine hübsch ausgestattete umfangreiche Schrift über 
die Kranken- und Invalidenfürsorge in den letzten zwanzig 
Jahren herausgegeben. Das Werk bringt ein außerordent⸗ 
ich wertvolles Material über die allmähliche Ausgestaltung 
dieser Fürsorge, über die Heilbehandlung in eigenen An—⸗— 
stalten, welch letzterte im Bilde vorgeführt werden, über die 
Heilbehandlung in fremden Anstalten, über die Ergebnisse 
dieser Behandlung und über die Maßnahmen auf dem Ge—⸗ 
biete der allgemeinen Wohlfahrtspflege. Die Darlegungen 
lassen, so heißt es mit Recht in dem Schlußwort, erkennen, 
daß die Landes-Versicherungsanstalt der Hansestädte von 
Jahr zu Jahr mit wachsendem Erfolg bestrebt gewesen ist, 
die ihr auf dem Gebiete der Krankenfürsorge gestellten 
zroßen und schönen Aufgaben zu erfüllen. Das ist keine 
Selbstverherrlichung, wie sie bei der Darstellung eigener Lei—⸗ 
stungen zuweilen vorkommen mag, sondern das Ergebnis sach— 
licher Prüfung an der Hand des erwachsenen Zahlen—⸗ 
materials. Noch deutlicher tritt der Wert der durch die 
vorbeugende Heilfürsorge erzielten Dauererfolge in Erschei⸗ 
nung, wenn berüchsichtigt wird, daß in den Hansestädten 
trotz erheblicher Vermehrung der versicherten Bevölkerung — 
es kann nach den letzten und früheren Berufs- und Be— 
triebszählungen mit einer Zunahme von rund 10 06 seit 
1907 und von rund 70 900 seit 16895 gerechnet werden — 
die Zahl der Invalidenrentenanträge seit 1908 nicht nur 
nicht gestiegen, sondern zurückgegangen ist. Kann e einen 
»esseren Beweis geben für die Richtigkeit der schönen Worte 
Edouard Fusters, des hervorragenden französischen Sozial⸗ 
»olitikers und ausgezeichneten Kenners der Versicherungs⸗ 
jesetze in den europäischen Kulturländern, der die deutsche 
Urbeiterversicherung wie folgt preist: „So ist die deutsche 
Arbeiterversicherung — reich an Erfahrungen, von vorn⸗ 
qgerein sicher ihres Weges — bestrebt, für ihre Millionen 
bvon Arbeitern und durch ihre Pfennig um Pfennig ange— 
jammelte Milliarde, ihren Traum, der auch unser (der Fran⸗ 
zosen) Traum ist, zu verwirklichen. Die bureaukratischen 
Einrichtungen der Geldunterstützung werden umgewandelt in 
treie, lebendige Einrichtungen, der Vorbeugung, an die 
Stelle der Krankenunterstützung, der Invaliden-, Unfallrente 
rritt mehr und mehr die Pflege der Hygiene und der Heil— 
hehandlung. So wird dem deutschen Arbeiter die Gesund— 
heit, der deutschen Nation die Lebenskraft erhalten. Mit 
einem Worte, es geschieht zur rechten Zeit alles, um das 
menschliche Elend zurückzudrängen.“ 
Die Leiche eines unbekannten Mannes wurde bei Israels⸗ 
dorf aus der Trave gelandet. 
Ertrunken? Bei Dänischburg fand man am Ufer der 
Trave die Kleidung eines Mannes, in der sich u. a. ein Geld— 
hetrag von über 850 Mubefand. Vermutlich ist der Eigentümer 
der Kleidung beim Baden ertrunken. Gothmunder Fischer such— 
ten nach der Leiche. 
Die Wasserwaãrme in den stadtischen Badeanstalten be⸗ 
trug am 8. Juli: im Krähenteich 20 Grad Celsius, auf dem 
Falkendamm 1826 Grad Celsius. 
b. Stadthallentheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt 
nan uns: Wie aus der Karten-Entnahme ersichtlich, er⸗ 
vecht die heutige erste Aufführung von „Nanon, die 
Wirtin vom goldenen Lamm'““, viel Interesse und erscheint 
s daher geboten, sich rechtzeitig einen Platz zu sichern. 
Als Marquis d'Aubigne setzt Herr F. Redwitz sein Gastspiel 
'ort, die Nanon singt Blanda Hoffmann, Ninon Cilli Schön— 
zerger, Marsillae Julius Seidler und Hector Henry Stone. 
Am Montag wird zu ermäßigten Preisen nochmals E. von 
Wildenbruchs „Die Haubenlerche“ aufgeführt. Im Schau— 
spiel ist „Der Volksfeind“ von Henrik Ibsen in Vorbe— 
reitung und in der Operette „Der Obersteiger“ 
b. Vergnügungsfahrten Lübech — Travemünde — Warnemünde. 
hFleich wie im vorigen Jahre hat die finnländische Reederei 
Zdelsingfors Angfartygs Aktiebolag, Vertreter Piehl & Feh— 
ling, Lübeck, beschlossen, auch in diesem Sommer während 
der Monate Juli und August ihre aufs komfortabelste ein— 
zerichteten Salondampfer „Linnea“ und „Primula“ zu Ver— 
mügungsfahrten nach dem Badeorte Warnemünde in den 
Ddienst zu stellen. Die Abfahrten der Schiffe finden, wie in 
der verflossenen Saison, jeden Mittwoch von Lübed statt. 
Alles nähere betreffs der Abfahrtszeiten ist aus der heuti—⸗ 
gjen Annonce im Inseratenteil ersichtlich. Für Unterhaltung 
der Reisenden ist auch wiederum, wie in früheren Jahren, 
durch eine erstklassige Musikkapelle gesorgt. Um 1094 Uhr 
vird ein ausgezeichnetes schwedisches Frühstück zum Preise 
»on 2 Mifür das Gedeck serviert. Zu erwähnen ist aus 
ioch, daß die Reederei sich veranlaßt gesehen hat, den Preis 
ür die Hin- und Rüdfahrtskarten von 12 Meauf 10 M 
u ermäßigen. Es ist zu wünschen, daß das Publikum und 
peziell die Traodemünder Kurgäste von dieser Gelegenheit, 
»ine Tagestour auf einem eleganten, modernen Schiffe auf 
der Ostsee zu unternehmen, ausgiebigen Gebrauch machen werden. 
b. Liberales Partei⸗ und Sommerfest im Kolosseum. Heute 
»ereinigen sich die hissigen Liberalen mit ihren Parteifreunden 
aus den Wahlkreisen Lauenburg, Plön-Oldenburg und Ham— 
burg zu einem großen Parteifest, das nach den getroffenen 
Vorbereitungen einen würdigen und anregenden Verlauf ver—⸗ 
spricht. Mitwirkende sind die Stadtkapelle und erfreulicher— 
weise auch die Vereinigten Lübecker Gesangvereine des Nieder— 
ächsischen Sängerbundes. Der Reichstagsabgeordnete Dr. 
zedscher soricht über „560 Jahre Parteileben“, Parteisekretär 
Zzaupt-Hamburg über „Kulturelle und nationale Forderungen 
zer alten Liberalen und ihre Vorarbeit für die Schaffung 
es Deutschen Reiches“, Reichstagsabg. Dr. Struve-Kiel spricht 
„Von unseren Aufgaben“, Reichstagskandidat Postsekretär Julius 
Klein hat das Schlußwort. Man darf also auf recht anregende 
Stunden hoffen. Der Abend soll den Festteilnehmern frohe 
Geselligkeit bringen. Jeder Anhänger und Freund der libe— 
ralen Sache ist herzlich willkommen. 
p. Klub Frohsinn von 1836 veranstaltet heute sein dies— 
ähriges Sommerfest in der Brauerei zur Wallmühle. Das 
im 4 Uhr beginnende Konzert wird von der Kapelle des 
). Jäger-Bataillons (Ratzeburg) ausgeführt. Zu dem 
Damen- und Herrenschießen, welches auch um 4 Uhr be— 
zinnt, sind sehr hübsche Gewinne angekauft. Bei eintre— 
tender Dunkelheit ist eine große Fackelpolonäse vorgesehen, 
wozu jedes Kind eine Laterne gratis erhält. Um 10 Uhr 
vird der Tanz im Freien zweds Aufführung der Schlacht— 
nusik eine Zeitlang unterbrochen. 
— Bei der Deutschen Militärdienst- und Le⸗— 
sensversicherungsanstalt a. G. in Hannover waren 
m Monat Juni 1911 zu erledigen: 1016 Anträge über 
758 900 MVersicherungskapital; im Jahre 1911 ist bis— 
ang eine Zunahme gegen das Vorjahr von rund 15 Mill. 
Nark zu verzeichnen. Von Errichtung der Anstalt (1878) bis 
ẽznde Juni d. J. gingen ein 458 282 Anträge über 705 047 505 
Mark Versicherungskapital. Die Auszahlungen an Versiche⸗ 
ungssumme, Prämienrückgewähr usw. im Jahre 1910 be— 
rugen rund 13 000 000 M; die Gesamtauszahlungen seit Be— 
tehen der Anstalt ergeben rund 130 000 000 M. Der Hypo⸗— 
helenbestand erhöhte sich im Jahre 1910 um 2301403 M 
ind betrug am Jahresschluß 126 5834 468 M. 
Sanfestãdte. 
Hamburg, 9. Zuli. Zum Streik im Holzbear— 
zeitungsgewerbe. Eine von mehr als 250 Arbeitgebern 
»er Holzindustrie besuchte Versammlung gab einmütig dem 
Punsche Ausdruck, es mühten Mittel und Wege gefunden werden, 
is zum Frieden im Holzgewerbe führen. Es wurde darauf 
ingewiesen, daß dem Gewerbe durch den langwierigen Kampf 
hwere Wunden geschlagen wurden und daß endlich ruhigere 
erhältnisse wiederkehren müßten. Die bisherige Taktik des 
Irbeitgeberschutzverbandes der Holzindustrie erfuhr eine scharfe 
zerurteilung, da sie den Interessen der Mehrzahl der Arbeitgeber 
iderspreche. Eine siebengliederige Kommission soll den Arbeit— 
eberschutzverband auffordern, Friedensverhandlungen einzu— 
eiten. Weigert er sich dessen, so wollen die Arbeitgeber im 
jolzgewerbe eine eigene selbständige Organisation bilden und 
ils solche mit dem deutschen Holzarbeiterverband verhandeln. 
Fernbeben. Von den Apparaten der hiesigen Haupt⸗ 
ation für Erdbebenforschung wurde ein Beben mäßiger Stärke 
n 1000 Kilometer Entfernung registriert. Die Aufzeichnung, 
»ie auf die in Budapest gefühlte Erschütterung zurückzuführen 
st, begann in der Nacht zum Sonnabend um 2 Uhr 4 Minm. 
11 Sek. und dauerte ungefähr eine Stunde. 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, 8. Juli. Tödlich verunglücdt. In Holtenau 
geriet der bei dem Schleusenbau beschäftigte 21jährige Arbeiter 
Andteas H. zwischen zwei Kippwagen. Dem Verunglückten wurde 
zer Unterleib so schwer gequetscht, daß er bald nach seiner Ein— 
ieferung in den akademischen Heilanstalten starb. 
Neustadt, 9. Juli. Das unvorsichtige Umgehen 
nit einem Tesching hätte einem Jüngling bald das Leben 
zelostet. Der Glaserlehrling B. und der Klempnerlehrling H 
chossen nach Spatzen, und während B. das Gewehr in den 
bänden hielt, ging es plötzlich los und die Kugel drang dem H. 
in die Brust. Der Verletzte mußte ins Krankenhaus übergeführt 
verden, wo die Kugel vom Arzt entfernt werden konnte. 
Blankenese, O. Juli. Bedeutende Fänge von 
Lachs sind in der letzten Zeit in der Unterelbe gemacht worden. 
Dieser Fisch war in früheren Jahren sehr reichhaltig in der 
ẽlbe, aber in den letzten Jahren hat man nur sehr selten einmal 
inen Lachs erwischt. Jetzt haben mehrere Fischer sich wieder 
uuf den Lachsfang gelegt, da der Aalfang in dielsem Jahre 
nicht so lohnend ausfältt. 
Großherzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübeck. 
Eutin, 9. JZuli. Eine Lokomotide abgestürzt. 
Anmeit der Weidestraße fuhr eine auf einem sog. Sachgeleise 
heim Rangieren befindliche Lokomotive den Prellbock um und 
s fstürzte der vordere Teil der Maschine bis etwa zum Stand- 
platz des Lokomotivführers die Böschung in den Garten des 
Tischlermeisters Griebel hinunter. Die Miaschine dürfte doch 
erheblichen Schaden erlitten haben. Man ist an dem Wieder— 
aufrichten der Maschine beschäftigt. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
⸗ Rehna, 9. Juli. Liedertafel. Der in der Ge— 
ieralversammlung vorgelegte Rechenschaftsbericht ergab eine 
finnahme von 411,28 M, der eine Ausgabe von 384,15 M 
egenübersteht, so daß ein Kassenbestand von 27,13 Muver—⸗ 
lieb. Die Vorstandswahl ergab: Ditz, Vorsitzender, Meyer, 
zchriftführer und Kalbe, Kassierer. Zu Revisoren wurden 
3. Horstmann und C. Goerke bestimmt. — Eine arge 
Zchlägerei entstand abends auf dem Sckhützenplatze zwischen 
ungen Leuten, wobei ein Knecht, wie man hört, aus Not— 
vehr das Messer zog und einem Gesellen einen Stich ver⸗ 
setzte, der bis an die Lunge drang. Der Verletzte mußte sich 
fort in ärztliche Behandlsung gehen 
Sprechsaal. 
Für den Inhalt dieser NRubrik übernimmt die Redaltion 
keine Verantwortung.) 
JcEingesandt.) 
Einsteigen auf Zwischenstasionn. 
Ein mehrfach bemerkter Uebelstand stellt sich beim Ein— 
keig:n in die Eisenbahnzüge auf dem Stadtbahnhof zu Trave—⸗ 
ründe heraus. Die dort auf dem Bahnsteig der Ankunft des 
zuges Harrenden laufen meist ratlos an dem Zuge hin und 
er, ohn: zu wissen, wo sie denn nun unterkommen sollen. 
dem könnte doch dadurch zumeist abgeholfen werden, daß 
om Strandbahnhof Travemünde aus eine telephonische Nach 
icht nach dem Stadtbahnhof gegeben würde, wo sich unbe— 
etzte oder schwach besetzte Wagen im Zuge aufhalten. Ein 
infacher Ausruf der Beamten:: „vorne einsteigen“ oder „hinten 
insteigen“ würde ausreichen, um einem zwecklosen Hin⸗ und 
zerlaufen vorzubeugen. Ist die vielerorten bemerkte 
—chwierigkeit des glatten Einsteigeverkehrs auf den ZQwischen⸗ 
tationen auch damit nicht ganz beseitiagt, so wird damit 
icher eine Erleichterung geschaffen. -u- 
(Eingesandt.) 
Durchgang „Maria am Stegel“. 
Wem liegt die Pflasterung der vom St. Marienkirchhof 
iach dem Fünfhausen führenden Treppe ob. und wer hat für 
eren Reinigung zu sorgen? 
Das Pflaster zeigt noch die lleinen vor einem halben Jahr—⸗ 
sundert für Nebenstraßen üblichen Rundsteine. Gerade für diesen 
ziel benutzten Durchgang sollte man doch die kleine Ausgabe 
ür Klinkerpflasterung nicht scheuen und damit zugleich dem Durch- 
zang, der jetzt im ganzen recht verfallen aussieht, eine freund⸗ 
ichete Gestalt geben. Die Reinigung, die jetzt schwierig sein 
mag, wird sich Jann sicher auch besser bewirken lassen. s 
Wm.8. 
Luftfahrt. 
Ueberseeflug-Wettbewerb. Ein größerer Ueberseeflug vo 
diel aus wird vom Verein für Motorluftschiffahrt in der Nord 
nark voraussichtlich noch in diesem Jahre veranstaltet werden. 
Das Präsidium des Vereins beschloß, im Interesse der Fort. 
entwicklung der deutschen Flugtechnik möglichst bald einen Ueber— 
eeflug von Kiel aus zu veranstalten und dazu sechs verschiedene 
deutsche Flugmaschinen, je drei Doppeldecker und Eindecker 
u diesem Wettbewerb zuzulassen. Das Hauptaugenmerk sol 
dabei auf die Feststellung gelegt werden, welche besonderen 
Ausrüstungen des Apparats notwendig sind, um Seeflüge aus— 
ühren und unter Umständen eine Zwischenlandung auf dem 
Wasser vornehmen zu können, d. h. auf dem Meere zu landen 
und von dort wieder aufzusteigen. Die Wichtigkeit dieses 
Problems, namentlich auch für die Marine, deren Interesse 
ür das Flugwesen in lebhaftem Wachstum begriffen ist, lieg 
auf der Hand. Die Finanzierung des interessanten Unter 
nehmens gilt bereits als ziemlich gesichert. 
Deutscher Rundflug 1911. Der Kronprinz, dessen 
lebhaftes Interesse für die Aviatik bekannt ist, hat sein Er— 
cheinen auf dem Flugplatz Johannisthal für Sonntag« morgen 
uur Ankunft der Flieger in Aussicht gestellt. Die Kronprin 
zessin wird voraussichtlich ebenfalls am Sonntag früh aul 
dem Flugplatz sein 
Vermischtes. 
Eine der gefährlichsten Grenzvermessungen wird nach der 
Umschau (Hexausg. J. H. Bechhold, Frankfurt) binnen kurzem 
durch die kanadische Regierung unternommen werden. Land 
nesser werden unter Leitung des bewährten Geologen Mos! 
Dgilvie und in Begleitung von Indianern versuchen, die 
Srenze zwischen dem amerikanischen Alaska und dem kanadischen 
HYuton⸗-Territorium nach Möglichkeit fest? ustellen. Der Marsch 
jeht von der Yalcutat-Bay bis zum Fuße des 5950 m hohen 
kliasberges an dem großen Malespina-Gletscher entlang, 
mmer bergan über Eisfelder. Da es in diesen Regionen 
rein Holz zum Heizen gibt, so wird eine Anzabl Oelöfer 
nitgeführt werden. 
Ein Triumph der Augenchrurgie. In der Versammlung 
der französischen Gesellschaft für Augenheilkunde hat der ameri— 
anische Gelehrte und Augenspezialist Dr. Borsch eine be 
nerkenswerte Mitteilung gemacht, die einen Triumph mo— 
derner Augenchirurgie in sich schließt. Dem amerikan'schen 
Arzt ist es gelungen, durchh Transplantion eines 
Teiles von einem Hundeauge auf einen Menschen 
BZlindheit zu heilen, und zwar bei einem Patienten, der 
»on Geburt an vollkommen blind gewesen ist. Die durch 
Augenentzündung hervorgerufene Blindheit hat in der Regel 
hre Ursache in der Hornhaut, die ihre Durdhsichtigkeif 
derliert. In solchen Fällen gibt es nur eine Möglichkeit, 
dem Kranken das Augenlicht wieder zu schenken: man muß 
ie kranke Hornhaut durch eine gesunde ersetzen. Dr. Borsch 
hat sein Experiment mit Hunden begonnen. Nachdem er 
»ie Bindehaut zurückgeschlagen hat, nimmt er einen Teil de— 
dornhaut aus dem Auge und legt ihn in Blutserum. Dann 
wird mit dem menschlichen Patienten die gleiche Oreralion 
orgenommen und auch hier wird an der Vorderseile des 
Auges eine der Größe der dem Hundeaucçe eninomm:nen Horn⸗ 
haut entsprechende Schicht entfernt, die Hundehorahaut auf— 
elezt und mit ganz feiner Seide befestigt. Die zurückge 
klappten Hautteile werden wieder vorgeschoben und eben— 
ralls nernäht. Die Verwachsung dauert dann nur wenige 
Tage, während welcher Zeit das Auge durch eine Glasum— 
züllung in der richtigen Lage gehalten wird. Um den 
zeilungsprozeß zu fördern, pflegt Dr. Borsch stimulierende 
Serumeinspritzungen vorzunehmen. 
O.K. Die Entwicklung Londens in Zahlen. In einem soeben 
ausgegebenen umfangreichen Berichte werden nun die genauen 
und ausführlichen Angaben über die Ergebnisse der letz!en 
großen englischen Volkszählung mitgeteilt, und die in dieser 
amtlichen Veröffentlichung enthaltenen Ziffern geben zugleich ein 
ehrreiches Bild von der Entwicklung Londons, das in stetig 
vachsendem Maße die Landbevölkerung Großbritanniens auf— 
augt. Noch im Jahre 1801 zählte man in dem eigentlichen 
Stadtbezirk London 959 310 Einwohner, 1901 war die Zahl 
ruf nicht weniger als 4536 267 angewachsen. Aehnlich wie 
n Berlin vollzieht sich in London auch eine „Aushöhlung“ 
der City: das Zentrum wird immer mehr Geschäftsgegend, 
und die Bewohner ziehen in die Vororte. So ergab die 
letzte Volkszählung für das innere London 4522 961 Ein-⸗ 
wohner, 13 306 Köpfe weniger als im Jahre 1901. Dagegen 
hat Groß-London 1910 nicht weniger als 7252963 Ein— 
wohner aufzuweisen gehabt, 671561 Köpfe mehr als in 
Jahre 1901. In 110 Jahren ist London um das 7!fach⸗ 
seiner Finmohnoα 
Geschõitsiche Mitteilungen 
x 
o Pruehtpuddings, 
und Sommerspeisen fe- 
-öollten. Duren 
wendung von 
erhalten dieselben delikaten * V 
Geschmaock und hohen Nahrwert. * — 
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xeis: 25.6B.10 Pfꝗ. ASt 
drient Tab v cigarenenf abrilc enidze 
Inh Huqo Zietx. Drorden-
	        
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