Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

fordere. Er fragte, wie dange sie noch dauere. Die Be— 
sehlshaber der Truppen seien versucht, dort auf Abenteuer 
uszugehen. Das bewiesen die Operationen des Generals 
Monynier, dessen Rückberufung die Regierung ernstlich erwogen 
e üzrantreich sei der Freund Spaniens, aber man müsse 
je Freundschaft nicht zu oft auf die Probe stellen. Pichon 
ntwortete, er könne den genauen Termin der Zurückziehung der 
Truppen nicht angeben. Eine unveczügliche Zurückziehung komme 
nicht in Frage, vielmehr erfolge die Zurückziehung nach Maß—⸗ 
gabe der Entwickelung der marokkanischen Polizei. Die Besetzung 
durch Frankreich stütze sich auf ein Abkommen mit dem Sultan, 
zu deren —V müusse. Die 
sinanziellen Bestrebungen Frankreichs stimmten mit den fran— 
osischen Interessen und der Würde Frankreichs überein. Die 
französische Altion in Marokko sei ein Werk, das leinesfalls 
hreisgegeben werden dürfe. — Tie Kammer nahm mit 484 
gegen 88 Stimmen die Ergänzungskredite für Marokko von 
eh gno Irs. an. Desgleichen wurden schließlich die letzten 
gapiten des Budgets des Aeußern angenonmen. 
Belgien. 
Nach den letzten Nachrichten erolate die Einigung der 
streisktendenBergleute mit den Besitzern der Koh— 
lengruben auf der Grundlaze, daß die Einfahrts- und 
iniheteen, sowie die Ruhepaasen nicht mit in die neun⸗ 
ründige Arbeitszeit eingerechnet werden, wogegen man die 
früheren Löhne wiedergewährt. Man erwartet baldigst das 
ende des Streiks. 
Zaialien . a 
Der Minister der öffentlichen Arbeiten, 
Sachi. Minister für Post und Telegraphie, 
Tiufeiti, und Unterstaatssekretär des Innern. Calissano, 
besuchten gestern in Begleitung von Senatoren und Deputierten 
Messina, um die bereits ausgeführten Wiederherstellungsarbeiten 
zu besichtigen und weitere Maßnahmen zu beraten. Von der 
Vepolkerung wurden sie herzlich begrüßt. Sie wohnten so—⸗ 
dann vber Grundsteinlegung für die neuen Wohnhäuser bei. 
Sacchinhielt eine mit großem Beifall aufgenommene An⸗ 
prache, in der er auseinandersetzte, was die Regierung 
weiter für die heimgesuchte Stadt tun wolle. 
Spanien. F 
— Der König, der Ministerpräsident, der Kriegsminister und 
her Marineminister sind aus Melilla nach Madrid zurücgekehrt. 
Ministerpräsident Canalejas erklärte einem 
Berichterstatter in bezug auf die Meldung eines Blattes von 
lteuen Operationen im Rifgebiet nachdrücklich, daß 
die Regierung nichts derartiges plane und sich lediglich darauf 
beschränken werde, die Algecirasakte zur Anwendung zu bringen. 
Portugal. 
Die Freiwilligen-Bataillone, die sich nach der 
Proklamierung der Republik gebildet haben, zogen in Be— 
zleitung mehrerer tausend Personen mit Musikkapellen durch 
die Stadt vor die einzelnen Ministerien, um der proviso— 
rischen Regierung Sympathiekundgebungen darzu— 
hringen. 
Türkei. 
Konstantinopeler Blättermeldungen zufolge setzte das 
Marineministerlum eine Kommission ein zum 
Studium des Flottenbauprogramms des früheren 
Instrukteurs Gamble. Vier Marineoffiziere begaben sich nach 
Frankreich, um die bestellten Unterseebboote zu übernehmen. 
Die Salonikier leitenden Kreise erhielten die Nachricht, 
zathßz die Lage in Sana sehr ernst sei. Der Kriegs— 
minister ordnete die Mobilisierung der Redigbrigade in Snyrna 
an. Die Truppen sollen möglichst schnell nach Hodeida trans— 
portiert werden. Die Verbindung mit Sana ist unterbrochen. 
Die türkischen Beamten in Sana sollen sich in der Gewalt 
der Araber befinden. V 
Eine starke Arnautenbande überfiel in der 
Gegend von Tuz ein türkisches Wachhaus, drang in 
die benachbarten Dörfer ein und plünderte. Zwei Land⸗ 
leute wurden getötet und mehrere verwundet. Die Soldaten 
vertrieben die Arnauten und töteten vier. Auch von den 
Soldaten wurde einer getötet und mehrere verwundet. 
Vereinigte Staaten 
Wie der Associated Pretß aus San Franzisko gemeldet wird, 
relchte Konteradmiral Barry sein Abschiedsgesuch 
ein. Konteradmiral Thomas übernahm das Kommando über 
das Pacific⸗Geschwader. Barry wird sittlicher Ver— 
kebhlungaen beschuldicttk — Wie jetzt bekannt gegeben 
— — æ 
Thnen ging mir auf die Nerven. Fräulein Bekker gab sich 
mit der Kammerzofe viele Muhe. 
Im dritten Sketch gab Walrther Paris die beachtens— 
werte Charakterstizze eines Absinthsäufers. Die Szene war auch 
dier sehr geschickt und ein gelindes Gruseln bei kindlichen 
Gemütern unterstützend hergerichtet. 
Das „Kämmerchen vermieten“ isst ein ganz nettes 
Spiel für größere Kinder, für die Bühne ist der Vorwurf 
reichlich verbraucht. Der abgeknöpfte Hosenträger gehört ja 
zum eisernen Bestand dieser Einalteriruppen, neu war diesmal, 
bdah drei Leute in zwei Betten Piatz suchten. Ueberwältigend 
omisch konnte ich das nicht gerade finden. Hätte nicht 
Walther Paris als Tanzkünstler Leben in die Sache 
gebracht mit seiner Gelenkigkeit und Alfons Fink einen 
blöden Oberkellner recht drollig gespielt, so wäre die Lange—⸗ 
veile Sieger geworden. Die Ausstattung des Hotelzimmers 
war reich und geschmadpvoll. S.O.B. 
. Wie die Direktion uns mitteilt, wird sie dafür Sorge tragen, 
vak die Vausen nicht mehr Aber die übliche Jeit anwadnsen. 
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M. Der herzoglich⸗ hächf sche Hofkapellmeister Wilhelm 
Verger. Mitglied ver Kal. Akademie in Berun, ist. vie 
ins aus Meiningen gemeldet wird, Sonntag morgen in 
Jena, wo er von einem langiährigen Leiden Heilung 
uchte, gestorben. Berger war der Nadfolger Steinbachs. 
W. Eine deutsche Volksfestspielgeselljchhaft unter der 
Leitung von Mar Reinhardet, die in den großen 
Städten Deutschlands volkstũmliche Festvorstellungen veran⸗ 
stalten will, hat sich konstituiert. Zum ersten Vorsitzenden 
wurde Oberbürgermeister Ritter von Vorfcht München ge— 
mählt. 
DTas Deuische Volkstheater in Hamburg-Wandsber ist 
m finanzielle Schwierigkeiten geraten, doch erwartet man, 
daß sie nur vorübergehend sind. Es ist eine Stockung in 
dem Unternehmen eingetreten, die der Direklor Julius 
Brandt aber bald zu überwinden hofft. Hauplsächlich 
sollen an dem jetzigen Zustand die schlechten Einnahmen 
im Weihnachtsmonat schuld sein. Direktor Brandtist sich 
mit seiner Truppe vollständig einice Es wird wie früuh 
—A 
vird, hat Präsident Laft veretts vergangenen Sonn⸗ 
ubend das Abschiedsgesuch des Konteradmirals Barry, 
Chef des Pacific-Geschwaders, genehmigt, ehe etwas von einem 
Skandal bekannt war. 
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Vor 40 Jahren. 
In den Lübeckischen Anzeigden vom naig 
dem 17. Januar 1871 finden sich fsolgende offizielle 
Kriegsnachrichten: 
Bersailles, 15. Jan. Das Feuer der Forts Inqg 
Vauvres und, Montrouge hat am 14 salt gaänzlich ge⸗ 
ichwiegen. Die Beschießung der Befeltjgaungen und der 
Stadt wird ununterbrochen sortgeseßt. Diesseinger Verlust 
ganz unbedeutend. 
— Von den in der Verfsolgung der ge— 
schlagenen Armeen des Gengerals Chanzy 
besindlichen Kolonnen gehen folgende Meldungen über den 
14. Januar ein: 
12 General v. Schmidt fand bei Chapille, 2 Meilen 
weitlich Le Mans, eine feindliche Division in Barry, 
Sosort energisch angegriffen, ging diele in regelloser Flucht 
auf Laval zurück, über 400 Gefangene in unsern Händen 
lassend. Diesseitiger Verlust an Toten und Verwundeten 
bestand nur in 1 OHffizier und 19 Mann. 
2.) Lager von Conlie wurde nach weniag Schüssen besetzt 
un rbe Vorräte an Waffen, Munition und Proviant 
erbeutet. 
3) Beaumonti wurde nach leichtem Straßengefecht be⸗ 
setzt, 49 Munitions-Wagen genommen und etwa 8000 Ge⸗ 
fangene gemacht. 
Ferner wird gemeldet, daß am 14. Januar ein 
Detachement Heneral v. Rantzau in Briare von 
größeren feindlichen Abteilungen angegriffen, wurde, jedoch 
unter geringem eigenen Verluste sich durchichlun. 
Brévillieres, 15. Jan. Der Feind ariff 
mich heute mit anscheinend vier Korpsvon Chagey 
bisWontbéliardlebhaftwesonders mit Artillerie. 
an. Auf allen Punkten ist der Angriff zurückge 
schlagen, und mrine Position auf ke'ner Stelle‘ durch⸗ 
brochen. Diesseitige Verluste zwischen 3ä und 400 Mann. 
Der Kampf dauerte von morgens halb 9 bis abends halb 
3 Uhr. gei. v. Werder. 
Versailles, den 16. Januar. Der, Königin 
Augusta in Berlin. General v. Werder ist gestern 
vpon Bourbaki mit vier Korps in seiner Position vor 
Belfort bei Montbéliard und Chagey anagegrifien 
worden und hat in einem, sechsstündigen Kampfe alle An⸗ 
griffe abgeschlagen. so daß an keiner Stelle der Feind die 
Stellung durchbrach. Verlust nur 309 bis 400 Mann. 
Hauptsächlich Art lleriekampꝛ. — Bei Le Mans ist die 
Zahl der Gefangenen auf 2000) ge tiegen; während des 
Ruͤczuges des Feides nach Alençcon nördlich und Laval 
vestlich auch noch fortwährend Kriegsmaterial und Vorrätie 
erbeutet, sowie 4 Lolomotiven und 400 Waggons. 
qgez. Wilhelm. 
Tagesbhericht. 
Lübeck, 17. Jan— 
O Rudolf⸗Herzog⸗Abend in der Literarischen Geselsschaft. 
Hestern abend hatte Rudolf Herzog im Kolosseum einen 
roßen Kreis andächtig lauschender Zuhörer und Zuhörerinnen 
um sich versammelt. Er erzählte aus der Werdezeitseiner 
ßZücher und gab so den Kennern seiner großen Romane einen 
ehr interessanten Aufschluß über manches Eigene und Erlebte 
n seinen Dichtungen. In der östlichen, humordurchzuckten 
blastik der Lebensbilder, die er dabei entwarf, erschien er uns 
o recht als der fesselnde Erzähler, der das „Lebenslied“, die 
Wiskottens“, den „Abenteurer“ und die „Hanseaten“ gestaltet 
at. Herzog ist ein Kind des Rheinlandes, und voll Liebe 
ind sltolzer Freude besingt und belebt er dichterisch seine Heimat. 
Wer das Rheinland kennt, und erĩit recht, wer dort geboren 
vurde, dem schaffte Herzog iebe Erinnerungen, dem belebte 
r mit einem hellen, sonnigen Strahl die altehrwürdigen 
Stätiten und die herrlichen landschaftlichen Partien. Das ganze 
chöne Rheinland stieg empor und lebte mit seinen rebumkränzten 
ßergen, seinem grünen, rauschenden Strom, seinen sagenum— 
ponnenen Schlössern, Klostern, Tomen und seinen Menschen, den 
Nännern und Frauen. Am Schlusse lernten wir dann Herzog 
ioch in seiner Eigenart als lyrischer Dichter kennen. Aus seinen 
yrischen Dichtungen „Das ist der Frühling“, „Wir sterben nicht“ 
ind „Der Fuchsmajor vom Niederrhein“ sprach so recht der 
derzogsche Grundzug seines Charalters. Es war ein sonniger, 
ieghafter, unbezwinglicher Optimismus, der allem Hohen und 
Zchönen in dieser Erdenwelt eine Ewigkeitsdauer zusprechen 
nöchte. Diese Art der aufstachelnden und ungestümen Lebens— 
zeziehung hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Das Ergebnis des 
Abends war denn auch für Herzog ein glänzender Erfolg. 
420 Im HSansatheater gastiert seit Sonntag das Ber⸗ 
iner Theater-Ensemble. Die Truppe wird noch 
zei vpielen Theaterbesuchern von ihrem letzten Gastspiel im 
Rttober in Erinnerung stehen, und zwar in guter Er— 
nnerung, denn mit dem damaligen Galtspiel errang das 
ünsemble einen schönen Erfolg. Auch jetzt erfüllt das En—⸗ 
emble wieder alle Erwartungen. Auf dem Spielplan steht 
»as Miilitär-⸗Ausstattungsstück in 4 Akten „Prinz und 
zettlerin“ von Walter Howard. Indem wir uns eine 
ingehende Kritik vorbehalten, sei heute nur einiges über 
is Montagaufführung bemerkt. „Prinz und Bettlerin“ hat 
n Walter Howard den gleichen Verfasser von „Krone 
ind Fessel'. Das Stück hat denn auch viel mit dem 
m Oktober beifällig aufgenommenen Ausstattungsstück „Krone 
ind Fessel“ gemein. Hier wie dort dreht sich die ganze 
zandlung um einen machtvollen regierenden Fürsten, der 
nit dem Säbel ebensogut umzugehen weiß wie mit der 
zundepeitsche. Dieser Fürst hat 2 Brüder, die in Herz 
ind Gemüt gerade das Gegenteil sind von ihm. Der als 
krbfürst in Betracht kommende Prinz Michael ist außer⸗ 
»em auch in Gestalt anders geartet: als Buckiger hat ihm 
»as Leben nur Leid gebracht. Die regierende Prinzessin 
»es Nachbarstaates, Monika, liebt den jinngsten Fürsten⸗ 
zruder, den Prinzen Olaf; jedoch eben durch die Mächtigkeit 
uind Brutalität des Fürsten können die beiden Königs— 
inder nicht zusammen kommen, bis ein Gottesgericht aus 
»en beiden Liebenden doch noch ein glückliches Paar schafft. 
Ddas Stück ist, ebenso wie „Krone und Fessel“, sehr 
eich an spannenden und aufregenden Momenten. Gespielt 
purde. mas die Hauptrollen anbetrifft, gut. 
d. Neuorganisation des Weiterdienstes. Wie unser Ber⸗ 
iner d. Mitarbeiter erfährt, hat das aetonautische 
Rservatorium probeweise für die nächsten Monate einen 
Rienst für Wettervoraussagen und Warnungen für Luft-— 
ahrer eingerichtet. Der Dienst ist in folgender Weise 
organisiert: Die öffentlichen Wetterdienststellen in Ham⸗ 
burg, Magdeburg, Berlin, Dresden, Breslau und Brom— 
berg, sowie die Navigationsschule in Elsfleth (Oldenburg), 
und die Lufitfahrzeug⸗Aftiengesellschaft in Bitterfeld lassen 
norgens gelegenilich auch noch mitlags Erkundigungsballons 
ufsteigen und melden die Ergebnisse telegraphisch an das 
ORLservakorium. Hier wird auf Grund dieser Meldungen 
ind der Wetterdepeschen der Seewarte eine auf die Be— 
zürfnisse der Luftschiffahrt zugeschnittene Wettervoraussage 
aufgestelltt, die von 11 Uhr an gegen Zahlung einer 
bestimmten Gebühr den Fragestellern telegraphisch oder durch 
den Fernsprecher übermittelt wird. Wie man an zuständi— 
zer Stelle glaubt, wird es ermöglicht werden, außerdem 
uanter Zugrundelegung der 2Uhr-Wetterkarte eine zweite 
Voraussage gegen 5 Uhr nachmittags auszugeben. Man 
will mit den öffentlichen Wetterdienststellen wegen eines 
nachmittägigen Ausstiegs von Erkundigungsballons in Ver—⸗ 
bindung treten. Im allgemeinen soll die um 11 Uhr abge⸗ 
gebene Voraussage bis zum nächiten Morgen, die um 5 
Uhr abgegebene insbesondere für die Nacht und den nächsten 
Vosrmittag Geltung haben. 
* Aus dem Reichsgericht. Von der Anklage der Vei— 
hilfe zum Konkursvergehen ist am 14. Ott. v. J. 
vom Landgerichte Lübeck der Tapezier August St. frei— 
gesprochen worden. Sein Vater war in Konkurs geraten 
und das Gericht hatte die Geschäftsbücher eingefordert. Als 
sie sräter zurückgebracht worden waren, riß August St. die 
beschriebenen Blätter heraus und vernichtete sie, um die 
Bücher anderweit zu verwerten. Er hatte geglaubt, die 
Bücher hätten keinen Wert mehr. Deshalb hat ihn das 
ßericht freigesprochen. Die Revision des Staatsanwalts 
gegen die Freisprechung wurde gestern vom Reichsgerichte 
verworfen. 
o- Fahrrad gestohlen. Montag nachmittag in der Zeit 
von 2 bis 5 Uhr ist ein Fahrrad mit der Polizeinummer 
b359, das vor einem Hause auf dem Markie aufgestellt 
war, gestohlen. Das gestohlene Fahrrad hat schwarzen 
Rahmen, schwarze Felgen und nach oben gebogene Lenk⸗— 
tange. Im Rahmen 'ist das Firmenschild J. H. Pein 
eingespannt. 
Sturmwaruung. Die deutsche Seewarte in Hamburg 
meldet: Tieses Minimum, Gefahr vorübergehend stürmischer, 
rechtsdrehender. zunächst SW-Winde. Signalball. 
Lehrergesangrerein. Zu unserer Notiz im Morgenblatt 
teilt uns der Vorsitzende des Lehrergesangvereins mit, daß 
der Verein nicht beabsichtigt, Herrn Henckels für eins seiner 
Konzerte zu verpflichten. 
b. Buͤhnenball. Es ist nunmehr feststehende Taisache, daß 
zuch in diesem Jahre von den Künstlern unseres Thraters 
ein Ballfest arrangiert werden soll. Zwar wird das Fest 
zieses Jahr nicht allein von der Bühnengenossenschaft in— 
zeniert, sondern erfreulicherweise werden alle vier am 
kheater vertretenen Korporationen das Fest geben, und 
war die Bühnengenossenschaft, der Chorverband, der Mu— 
ikerverband und der Verein Künsitlerheim. Das Feit wird 
»em Vernehmen nach Ende Februar oder Anfang März 
n der Stadthalle stattfinden. Den Charakter des Festes 
i bestimmen, ist einem fünfzehngliedrigen Festausschuß über— 
assen, der zugleich die künltlerische und geschäftliche Leitung 
in die HSand nehmen wird. Der Ertrag soll zu gleichen 
Teilen den Wobhltätigkeitskassen der genannten vier Korpo— 
rationen zugeführt werden. — Der Gedanke des dies— 
jährigen Bühnenballes wird überall auf warme Sympathie 
itoßen und die Veranstalter dürfen des regsten Interesses 
weitester Kreise gewiß sein. 
G. Travemünde, 17. Jan. Vorpedoboot 8 1086 lief 
gestern a bend hier ein, nachdem es am Tage in der Bucht 
Uebungen und Messungen gemacht hatte. Mit Tagesanbruch 
derließ 8 106 wieder den Hafen. — Die V. HSalbflottille 
wird Freitag, den 20. Jan. hier einlaufen, um zu bunkern. 
Die Boote, welche der gröheren Klasse angehören, bleiben den 
Sonntag über im Hafen. — Die Kabellegung nach dem 
Briwall hat gestern staltgefunden. Heute ist der Taucher an 
der Arheit um das Kabel in eine richtige Lage zu bringen. 
Neueste Nachrichten und Telegramme. 
Hamburg, 17. Jan. Der Ende vorigen Jahres in Paris 
berstorbene Rudolf Lindau, der bekanntlich auf Helgo— 
land beerdigt worden ist, hat laut Testament den Armen 
zelgplands 3000 Mvermacht. Die Helgoländer 
Zilla und die reichhaltige, überaus wertvolle Sammlung 
rientalischer Gegenstände sind von seinem Bruder Dr. Paul 
dindau in Berlin übernommen worden, dem sie testamentarisch 
zermacht worden waren. Dr. Paul Lindau geht mit der 
Absicht um, die Sammlung nach Berlin überzuführen. 
W. Berlin, 17. Jan. Der sSjähr. Sohn einer Waschfrau 
pielte mit einem 6jähr. Gefährten in der Walschklüche, 
m welcher ein Kessel kochender Wäsche stand. Als sich die 
Waschfrau einige Augenblicke aus dem Raume entfernte, 
⸗ergriff der ältere Knabe seinen Spielgefährten, rang mit 
ihm und warf ihn in den Kessel mit kochen-z 
dem Wasser. Die zurückkehrende Mutter mußte sich 
lberzeugen, daß das Kind, als sie es aus dem Wasser 
zog, nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab. 
Ein Straßenräuber, der es hauptsächlich auf Hand⸗ 
taschen von Damen abgesehen hat, wurde vom Schwurgericht 
zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt. 
W. Grimma, 17. Jan. Verschiedene Anhänger der 
Mormonensekte ließen sich im Muldenflusse kaufen 
Infolgedessen wurde ein Mormonensendling aus Nordamerika 
As lästiger Ausländer aus Sachsen ausgewiesen. 
W. Varis, 17. Jan. In einem Walde wurde ein Mann 
jerunden, dem beide Beine zusammengebunden waren, und der, 
nit einem Strick an einem Baum in aufrechter Hal⸗ 
ung festgebunden, sich aicht zu rühren vermochte. Der 
Unglückliche, der halb erfroren war, sagte, daß er Harry 
Miller heiße und von Räubern im Walde überfallen 
wurde. Die Banditen hätten ihm seine Kleidung und tausend 
Dollar abgenommen und ihm dann die Lumpen angezogen, 
nit denen der Körper bedecht war. In der Nähe des Mannes 
ag eine Flasche, die Betäubungsmittel zu enthalten schient 
Die Polizei ist bemüht, die räpelhafte Angelegenheit auf— 
uklären. 
Eine Automobildroschke rannte mit solcher Wucht 
Jegen ein Brückengeländer bei der Notre-Dame-Kirche, daß 
dieses brach und der Wagen 10m tief in die Seine 
türzte. Den beiden Insassen gelang es, sich so lange 
iber Wasser zu halten, bis sie, halb erstarrt. in ein Boot 
rufgagenommen werden konnten
	        
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