Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

sehen werden könne, sondern sogar einen Nachteil für die 
deutschen Studenten bringen müsse. — Der letzte Vertretertag 
bes Vereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande in 
Lübeck war 1898. — Die Ortsgruppe Lübeck wird auf 
dem diesjährigen Vertretertage in Koblenz durch den braun—⸗ 
schweig⸗hannoverschen Landesverband, dem Lübecdk angehört, 
vertteten sein. 
Stenographen⸗Verein Stolze⸗Schrey. In der Monats⸗ 
versammlung am Freitag wurden 44 Mitglieder aufge— 
nommen. Ueber die Wichtigkeit des Lesens stenographischer 
Schrift hielt Herr Lehrer J. Hennings einen interessanten 
und lehrreichen Vortrag, an dessen Schluffe er einige An⸗ 
regungen hinsichtlich der Förderung der Lesefertigkeit gab. 
Sodann gelangte das Programm der Bundesversammlung, 
die am 10. und 11. Junt in Schwerin stattfindet, zur Be⸗ 
sprechung. Beschlossen wurde, denjenigen Mitgliedern, die 
im Besitze eines Fertigkeitszeugnisses von mindestens 120 
Silben sind, eine Fahrgeldentschädigung von 4 Mzu gewäh—⸗ 
ren. Bei dem am 80. Mai veranstalteten Wettschreiben 
erhielten Fertigkeitszeugnisse für die Geschwindigkeit von 120 
Silben ausgestellt: Otto Sparr, Wilh. Krieger, Frl. Alma 
Mädel, Frl. Minna Siem, Alfred Pech, Frl. Emmy Hoffmann, 
Frl. Luise Kirstein, H. Hannemann, Frl. Charl. Kapinos, Ernst 
Kühn. — Zu Rechnungsprüfern wurden die Herren G. 
Hamann und Ferd. von der Lippe gewählt. — Eine 
gesellige Zusammenkunft ast am Dienstag, 6. Juni, abends 
Bue Uhr, auf der Lachswehr anläßlich der Anwesesheit des 
Stadtverordnekten Emil Stark aus Magdeburg geslant, der 
gelegentlich des Esperanto-Kongresses in Lübeck weillt und in 
der Schule Stolze-Schrey eine bedeutende Rolle spielt. 
S3Zwangsvrerläufe. Im Termin vor dem Amisgerichte 
im 2. Juni 1911 kamen folgende Grundstücke zum Auf— 
gebot: 1. Lachswehr⸗Allee Nr. 5, dem Techniker H. J. F 
Wigger, Lübeck, gehörig, beschwert mit 31000 M. Meist- 
bietender war der Glasermeister J. F. A. Zimmermann, 
Lübeck, mit einem Gebot von 27146,068 M. Zuschlag am 
16. Juni 1911; 2. Schwartauer Allee Nr. 46 a, den Erben der 
Witwe des A. F. L. Lohmann, Lubed, gehörig, beschwer! 
mit 9500 Muund 83,79 Mijährlicher Grundhauer. Meist— 
bietender war der Schlachtermeister C. Hehl, Lübeck, mit 
einem Gebot von 12 900 Meaußer der Grundhauer. Zuschlag 
9. Juni 1911; 3. Blücherstraäße Nr. 20, dem Kaufmann J. 
H. K. Möller, Lübech, gehörig, beschwert mit 28 000 M. Meist- 
bietender blieb der Arbeiter A. Rothländer, Lübeck, mit 
einem Gebot von 24700 M. Zuschlag 9. Juni 1911. — 
Der Termin zur Versteigerung des Grundstücks Steinrader Weg 
Nr. 53, dem Tischler H. H. F. Karpe, Lübeck, gehörig, wurde 
auf Antrag des betreibenden Gläubigers aufgehoben. — 
Zugeschlagen wurden folgende Grundstücke: 1. Schwartauer 
Allee Nr. 111, Ronzerthaus Friedrichshof, dem Maurer—⸗ 
meister H. W. R. Wegner, Lübeck, für das am 12. Mai 
1911 von einem Hypothekengläubiger abgegebene und nach— 
träglich an Wegner abgetretene Gebot von 98600 M; 
2. Moltkestraße Nr. 34 zwei Sypothekengläubigern für das 
im 19. Mai 1811 abgegebene Gebot von 36020 M; 
3. Töpferweg Nr. 81, dem Kaufmann H. P. F. Ewers, Lübeck 
sür das am 19. Mai 1911 abgegebene Gebot von 24 500 M. 
Sotterievergehen. Der Kaufmann Karl Möller in 
Blankenese, wegen Lotterievergehens wiederholt vorbestraft, hat 
m umfangreichem Maße Lose der in Preußen verbotenen 
‚amburgischen Klassenlotterie nach allen Provinzen im preuhi-— 
chen Staat versandt und hatte sich daher vor der Straf⸗ 
anmer II des Altonaer Landgerichts zu verantworten. Der 
Angeklagte wurde zu 9000 MeGelditrake eventuell 600 Tagen 
Hefängnis verurteilt. 
Mond und Juviter werden in der Nacht vom 7. 
um 8. Juni eine schöne Stellung zu einander einnehmen 
Am 8. Juni, 6 Uhr fruh, haben beide Gestirne Konjunttion, 
hei der sich der Mond nahe südlich am Jupiter vorüberbewegt. 
Während der vorangehenden Nachtstunden weilt der zwischen 
dem Erfien Viertel und Vollmond stehende Mond noch west⸗ 
iich rechts) von dem strahlenden Planeten, bildet aber mit 
diesem und dem noch weiter westlich funkelnden hellsten Stern 
der „Jungfrau“, Spica, eine recht auffallende Konstellation, 
odie noch durch die südöstlich, tief unten am Hortzont licht- 
haran Eterne des .Skorvions“ verschönert wmird 
Grobherzoatum Oldenburg, Fürftentunz Lübed. 
S Ahrenseböok, 8. Junn Ueberlandzentrale. 
Donnerstag hielt hier vor einer von Landwirten der Umgegend 
ind Gewerbetreibenden gut besuchten Versammlung in Weide— 
nanns Hotel Herr Direktor Schwennicke einen Vortrag über 
as belannte Thema. Die Versammlung leitete Herr Gemeinde— 
porsteher Menz, welcher dem Redner für seine lehrreichen 
Ausführungen dankte und den Wunsch aussprach, daß sie für 
den Anschluß des Fürstentums Lübeck auf fruchtbaren Boden 
rallen mögen. In der Diskussion nahm nach einigen Land— 
wirten das Wort Herr Mühlenbesitzer Blohm aus Ahrensbök, 
welches wegen des vorhandenen Elektrizitätswerkes des Herrn 
Jungclaussen für den Anschluß an die Ueberlandzentrale zu⸗ 
nächst nicht in Betracht kommt. Herr Blohm, welcher offenbar 
durch Einführung der Elektrizität seinen Schrotmühlenbetrieb 
zefährdet sieht, versuchte an Hand eines umfangreichen Jahlen⸗ 
naterials nachzuweisen, daß die Elektrizität weder dem Ge— 
verbetreibenden noch den Landwirten die Vorteile bieten könne, 
welche der Vertreter der Ueberlandzentrale genannt habe. So— 
dann machte er einige Angaben aus Druchschriften, heraus— 
zegeben seitens der Einführung der Elektrizität entgegen— 
tehender Firmen. Er warnte vor dem Anschlutßz an die 
Ueberlandzentrale mit dem Hinweis auf die zahlreichen Ueber— 
andzentralen, welche mangels Rentabilität zum Teil sehr 
ichlecht abgeschnitten hätten. Der Reserent wies zunächst die 
scharfen Angriffe des Herrn Blohm energisch zurück. Die Vor⸗ 
leile der Einführung der Elektrizität für die Landwirtschaft 
und das Gewerbe erhärtete derselbe sodann durch Beispiele 
rus bestehenden Anlagen. Die gegnerischen Schriften seien 
zerausgegeben worden von Lokomobilfirmen — die Firma Lanz, 
Mannbeim, habe neuerdings eine weitere Schrift in Unlauf 
zesetzt —, von der Zentralstelle der Gasmotorenfabrikanten 
ind dem Mühlenbesitzer Maßmann im Heiligenhafen, welche 
ich sämtlich gegen die Elektrizitätskonkurrenz wehrten. Mit 
diesen Schriften sei vor Gründung der Elektrizitätsgenossen— 
schaft des Kreises Oldenburg der ganze dortige Bezirk über—⸗ 
lutet worden. Um die dadurch hervorgerufene Unruhe zu 
veseitigen, seien die Verfasser der Schriften vor eine öffent⸗ 
iche, in der Stadt Oldenburg abgehaltene Versammlung ge⸗ 
aden, die Schriften zerpflükt und ihr Inhalt von Verteetern 
der Ueberlandzentrale einwandsfrei widerlegt worden. Kurze 
Zeit darauf sei dann die Genossenschaft gegründet worden. 
kodann nahm der Sekretär der Landwirtschaftskammer, Herr 
Dr Reeder Eulin deß Wan hie 3 
ie Einführung der Elektrizität in die Lanbwertschaft und das 
ßewerbe nur verzögert, aber nicht mehr verhindert werden. 
Abgesehen von den Vorteilen, welche die Elektrizität unstreitig 
nit fich bringe, ist es in erster Linie die Leutefrage, welche« 
sür die beiden genannten Zweige die Einführung der mechanischen 
Antriebskraft gegenüber der menschlichen dringend erheischt 
Die von Herrn Blohm zitierten Fälle, in denen Ueberland- 
entralen ungünstig abgeschnitten haben, zum Beispiel Deren 
zurg, habe er genau geprüft und festgestellt, daß es sich 
hierbei lediglich um Anlagen gehandelt habe, bei denen, nicht 
wie bei dem Bezuge von Lübeck, die Rohelektrizität zu unstreitig 
billigen, nach oben hin begrenzten Preisen geliefert werde 
ondern bei denen auch das Risiko der Stromerzeugung 
son der betreffenden landwirtschaftlichen Genossenschaft einge— 
sangen und außerdem kaufmännisch unrichtig gewirtschaftet 
vorden ist. Die jüngst von der Firma Lanz verbreitete 
zroschüre enthält Angaben, welche er aus seiner Praxis glat! 
diderlegen könne. Es sei unter anderem darin eine Be— 
echnung gegeben, derzufolge beim Dreschbetriebe die Lokomobil« 
weimal so billig arbeite, als der Elektromotor bei einem 
Ztrompreise von 15 Pf. für die Kilowattstunde. Diese An— 
jabe lasse sich u. a. durch die Ausführungen des Ritterguts— 
esihers von Herzberg in einem im Stromversorgungsgebiet 
er Ueberlandzentrale Lottin gehaltenen Vortrage, übrigeus 
ines der angesehensten und führenden Männer Pommerns, 
oiderlegen. Der Genannte habe festgestellt, daß bei dem 
jenannten Strompreise das Dampfdreschen pro Tag immer 
ioch 2 Meäteurer sei als der elektromotorische Drusch. Zunt 
Schluß dankte Herr Gemeindevorsteher Menz den Rednern 
ind schloß die Versammlung. 
Lauenburg. 
BS Ratzeburg, 3. Juni. Von einer schweren 
Reimfuchung wurde der Lt. v. Vreden beim hiesigen 
zJägerbataillon betroffen. Er war am Dienstag dieser Woche 
on seiner vierwöchentlichen Hochzeitsreise zurückgekehrt und 
atte mit seiner jungen Frau, die als Tochter des früheren 
Bataillonskommandeurs, jetzegen Brigadegenerals von Rose— 
uurg in Schwerin, hier allgemein bekannt und wegen ihres 
reundlichen Wesens wohl geachtet war, von ihrer Mutter 
mpfangen, das neue Heim bezogen. Sie reiste mit ihrer 
htutter vergnügt nach Schwerin, um im Elternhause den Ge— 
urtstag der Großmutter mitzufeiern, während der Ehemann 
päter nachfuhr. Als die junge Frau am Donnerstag morgen 
nicht erschsen, sah man in deren Schlaf:immer nach und fand 
m Bett eine Leiche. Ueber die Todesursache ist noch nichts 
ekannt. Dieser Fall erweckt in unserer Stadt umso größere 
keilnahme, als sich der Vater der jungen Frau wegen seines 
eutfseligen Wesens hier großer Beliebtheit erfreut. — Die 
Inspizierung des hiesigen Jägerbataillons 
ourch den Inspekieur der Jäger und Schützen, General von 
Larisch, beginnt am Mittwoch, dem 7. Juni und endet 
mit einer Schietzübung auf der Fischbeker Heide bei Harburg. 
Großherzogtürmer Mealenburg. 
Waren, 3. Juni. Eine Auszeichnung für Rettung 
aus Lebensgefahr wurde einem Schüler des hiesigen 
Bymnasiums verliehen. Am 12. Febr. hat der jetzige Ober⸗ 
ertianer Kurt Niemann aus Penzlin auf dem Eise des Penzliner 
Sees unter eigener Lebensgefahr einen Müullterlehrling vom 
Tode des Ertrinkens gerettet. Aus diesem Anlaß hat ilhnmn jetzt 
Se. Königl. Hoheit der Großherzog die Medaille für Mo⸗ttuno 
aus Lebensgefahr verliehen. 
— Schönberg, 8. Juni. Die Stelle eines zwei⸗ 
ten Direktors an der Ersparnisund Vorschuß— 
unstalt ist dem Kornhändler W. Oldörp hierselbft über— 
ragen. — Die Kriegervereine in Selmsdorf und 
Larlow entsenden aus Anlaß des Kaiserbesuches in Neu 
reliizz Fahnendeputationen nach dort. — Sechs Brief⸗ 
auben, die kürzlich vom Hamburger und Wandsbeker 
Brieftaubenklub nach hier geschickt waren, scheinen den Weg 
nicht wieder in die Heimat zu finden, da sie sich immer 
noch in der Nähe des Bahnhofs aufhalten. 
Neustrelitz, 3. Juni. Der Kaiser und die 
Zaiserin werden, wie jetzt amtlich bekanntgegeben wird, 
am 7. Juni, 11 Uhr 50 Min. vorm,, hierselbst eintreffen 
ind gegen 6 Uhr nachm. die Rüdreise antreten. Um 1 Uhr 
indet Galatafel im Schlosse statt. Für den Nachmittag ist 
ein Besuch des Schlosses in Hohen-Zierig in Aussicht genommen 
Altstrelitz, 3. Juni. Vom Großfeuer. Von 
dem hier stattgehabten Feuer sind sieben Grundstücke betroffen 
vorden, vier Grundstücke an der Predigerstraße und drei an 
»er Kirchenstraße. Der Gesamtschaden beträgt mehr als 
50 000 M. Es sind etwa zehn Versicherungsgesellschaften 
eteiligt. Das Feuer ist nachts in einem offenen Schuppen 
»es Grundstücks 195 an der Kirchenstraße zum Ausbruch ge— 
ommen. Es wird Brandstiftung angenommen, da in dem 
Schuppen nachts niemand etwas zu tun hatte. Ein von 
seustrelißz herbeigerufenes Militärkommando vom Grenadier⸗ 
Regiment Nr. 89 ist mit den Aufräumungsarbeiten besschäftiat 
Luftfahrt. 
Der Flieger Beaumont (Schiffsfähnrich Conneau), der 
Sieger des Fluges Paris —Rom, ist 31 Jahre alt. Er trat, 
vie die B. Z. am Mittag zu berichten weiß. 1898 in die 
Marineschule ein und wurde 1903 Schiffsfähnrich. Nach mehr— 
ähriger Dienstzeit nahm er einen dreijährigen Urlaub, um 
inter dem Pseudonym Beaumont sich an den großen Weit— 
lügen des Jahres zu beteiligen. Conneau hat sich sehr metho— 
isch für die Aviatik vorbereitet und sein jetziger Sieg is 
rur eine logische Folge dieser Vorbereitungen. Er hat zuerft 
inen Kurfus an einer aeronautischen Schule durchgemacht und 
st als erster dipvlomiert daraus hervorgegangen. Er hat danp 
nehrere Monate Aufstiege in Frei- und Lenkballons gemacht 
ind fich dann erst nach der Flugschule in Pau begeben. In. 
wischen war er auterdem noch zwea Monate bei den verschieden⸗ 
ten Motorenfabriken täteg. Conneau ist der Sohn eine⸗ 
ensionierten Schiffskapitäns, der im Toulon lebt, und ein 
knkel des Dr. Conneau, des Leibarztes Katser Napoleons III. 
Preis Berteaux. Der Generalrat von Algerien hat be—⸗ 
chlossen, zum Gedächtnis des Kriegsministers Berteaux, des 
Förderers der Luftschiffahrt, einen Preis von 250 000 Frks. 
nis zuschreiben, der dem Flugapparat zugedacht ist, der ohne 
Zwischenlandung einen Luftweg von 500 6 zurücklegt, und 
war mit 1000 kg Kriegsmaterial. Dieser Nreis Berteaux, 
nuß in Algerien errungen werden. 
Die Organisation für den Deuischen Rundflug ist jetzt 
bgeschlossen. Die Strecken⸗Kommission, die im Auftrage des 
Irganisationskomitees die Gesamtstrede des Deutschen Rund⸗ 
luges abgefahren hat, hat bei allen wichtigen Punkten Mar— 
ierungen vorgesehen, die durch die Ortsausschusse angebrach 
verden follen Zum Teil werden Gäanalsbolsons verwandf 
zum Teil auch eine Markierung durch Flaggen, außerdem solleß 
Re Eisenbahnlinien, die die Flieger zur Orientierung ver— 
jolgen, in der Weise kenntlich gemacht werden, daß zwischeit 
»en zu verfolgenden Geleisen weiße Markierungen angebrachi 
werden, damit die Flieger über die Richtung orientiert 
ind. Außerdem wird allen Teilnehmern am Rundfluge eine 
Streckenstizze mit den markantesten Punkten und eine gedruckte 
Stredenbeschreibung mit auf den Weg gegeben werden, sodaß 
für die Otrientierung der Flieger auf das befte gesorgt ist. 
Ein dänischer Fing. Kopenhagen, 2. Juni. Um 
den 1. Juli wird ein Konkurrenzflug über einen 
woßen Teil des Königreichß Dänemark stattfinden. 
Der Start wird in Aarhus (Guütland) eriolgen. 
Der Flug geht zunächstt über das südliche Jütland, dann über 
den Kleinen Belt nach Funen. Die Fahrt wird über Funen 
und den Großen Belt fortgesetzt, worauf Zwischenlandung auf 
Seeland stattfindet. Von hier aus soll weiter über Röskilde 
bis zum Endziel, Kopenhagen, geflogen werden. Die Gesamt⸗ 
summe der PVreise stellt sich auf etwa 35 000 M. 
Hydres, 2. Juni. Die Leutnants Lucca und Henne— 
quin versuchten auf dem Fluge nach Nizza wegen Defektes 
zu landen. Der Apparat kippte hierbei um, und die Flieger 
brachen jeder ein Bein. 
Varis, 2. Juni. Der ersite Kongreß für Luftschiffer— 
recht hat seine Arbeiten beendet. Es wurden 17 Artikel ange⸗ 
nommen, die einen Versuch einem neuen Gesetz über den 
Luftverkehr darstellen 
Sportnachrichten. 
Rennen zu Epsont (1. Junij. Coronation-Cup. Lemberg 
(B. Dillon) 1. Swynford 2. Bachelors Double 3. Wetten: 
3: 4, 5: 1, 9: 4. — (2. Juni.) Daks-Stakes. Cherimoya 1. 
Tootleß 2. Hait Trigger II 3. 
Rennen zu Maisons⸗Laffitte (2. Juni). Prix Aiax. 
Baiadoz (M. Barat) 1. Negofok 2. Cadet-Roussel III 3. 
Tot.: 38: 10, Ph.: 23, 34: 10. 
sr. Der Meldeschlufßz für die Motorboot-Regatia um den 
Preis der Ostsee, die der Motor-Jacht-Klub von Deuischland 
im 19. Juni auf der Strede Swinemünde Kiel veranstaltet, 
hat ein ausgezeichnetes Resultat ergeben; es haben sieben 
Zeekreuzer gemeldet, und zwar „Thüringen“ (Bes.: Arthur 
Kähnert-Berlin), „Verteidiger“ (Dr. Paul Cohn⸗-Wien), 
„Lens III (Hauptmann a. D. Tepelmann-Braunschweigh 
„Stuttgart“ (Drory-Berlin), „Genzrode III (Hewald-Genz⸗ 
ode), „Bolinda III— (GBolinda⸗A.“G.Stochholm) und 
„Aloha-⸗oe“ (R. Carftanjen-Godenburg a. Rh.). 
Deutschramerilanische Segelwelifehrten. Kiel, 2. Juni. 
rür die Auswahlrennen zu den deuisch-amerikanischen 
Sonderklassen-Wettfahrten der Kieler Woche sind im ganzen 
11 Jachten bestimmt, die in Divisionen gruppiert werden. In 
»er ersten Division segeln „Jeck II“ des Prinzen Adalbert 
zon Preußen, „Tilln XIV“, gemeldet von Richard C. Krog⸗ 
nann, „Wannsee“, vom Verein Seglerhaus am Wannsee, 
„Tilly X“, von C. V. Krogmann, „Margarete“ von Hans 
Kirsten-Hamburg und „Irrwisch“ von Oskar Lohse. In der 
weiten Dapifion segeln: „Resie IV, gemeldet von Julius 
Stahn, „Wittelsbach VII“ von Christoph Act und Max Berke, 
„Seehund III“ von Marinebaumeister a. D. Berghoff, „Ju. 
gend TIIT von S. Rensch, „Ahoi vom Segelklub Ahoi. Unter 
den 11 Jachten Bbefinden AR7 Nruuhnguten 
Neueste Nachrichten und Telegraͤmme. 
Taoͤe Fernfahrt des Lufischiffes Parseval von Bitterferd nach 
Hamburg abermals verschebcu. 
CTC. Lübeck, 3. Juni. Wie der hiesigen Vertretung des 
dansa⸗Luftverlehrs aus Hamburg heute sfrüh 7 Uhr ge— 
meldet wird, hat die Abfahrt des Parseval-Luftschiffes infolge 
neu eingetretener ungünstiger Windverhältnisse in letzter Nacht 
noch nicht von Bitterkeld nach Hamburg erfolgen können. 
Daͤe französischen Kümpfe in Marokko. 
W. Baris, 2. Juni. Agence Havas meldet aus Fez 
unternt 28. Mai: Die Kolome Dalbiez ist heute vormittas 
n der Richtung auf Sefru ausgezogen, um die Ait Aussi zu 
erstreuen, die die Stadt bedrohten. Etwa 20 Berber schossen 
mnif die Vorhut. Die Artillerie erwiderte das Fener und 
erstörte einen ganzen Duar. Die Kolonne kehrte abends 
zurück. Die Stämme Ulediama und Scheraga unterwarfen sich 
und versprachen, die Freiheit der Straßen zu gewährleiften. 
W. Paris, 2. Juni. Meldung der Agence Havas aus 
Jez vom 29. Mai: General Moinier ist heute vormittag 
iach dem Gebiet der Beni Amar aufgebrochen. Gouraud 
bleibt in Fez. Mangin ist mit 2000 eingeborenen Truppen 
in der Richtung nach Esfru gezogen. um die Gegend 
au nwarifizieren 
W. Berlin, 3. Juni. Gestern verschied im 58. Lebens 
jahre der frühere Unterstaatssekretär im Kultus⸗— 
ministerium, Wever. 
W. Berlin, 3. Juni. Die Eintragungen im Reichsschuldbuch 
betrugen im vorigen Monat 18 Mill. M. Die Gesamthöhe 
der Eintragungen beläuft sich jetzt auf 1006 Mill. M 
W. Berlin, 3. Juni. In der Nähe der Schießstände in der 
Jungfernheide entzündeten spielende Kinder gestern 
nachmittag dürres Holz und Reiser. Dadurch entstand 
ein Waldbrand, der in seinem Beginn von Waldarbeitern 
ind Soldaten einzudämmen versucht wurde. Als dies nicht 
jelang, machten sie Meldung. Darauf erschien eine größere 
Militärabteilung, die Gräben zogen, um das Feuer auf seinen 
Dderd zu beschränken. Die Flammen griffen immer weiter um 
sich, so daß am späten Abend ein Waldbestand von nahezu 
24 Morgen brannte. Man hojfte. im- Laufe der Nacht 
des Feuers Herr zu werden. 
W. Verlin, 3. Juni. In der Apparateiabrik der Allg. 
Elektrizitäts-Gesellschaft trat ein Anstreicher fehl und fiel auf 
eine 10000 Volt starke elektrische Leitung, an der er mit 
den Fühen hängen blieb. Um ihn zu befreien, mupte der 
Strom ausgeschaltet und der ganze Betrieb itillgelegt werden. 
Dem Verunghüdten wurden beide Beine und der 
linke Arm gänzlich verbrannt. 
W. Köln, 3. Juni. Die Hauptverhandlung gegen den 
Pfarrer Jatho im Spruchkollegium wurde auf den 23. Juni 
estgesetzt. 
W. Madrid, 2. Juni. Ministerpräsident Canaleias und 
Senator Marquis Protago schicten sich infolge eines rein 
dersönlichen ZWBwischerinolses mmm Senof Zeugen
	        
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