Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

zeht mit aller Deutlichteit hervor, daß sich die Regierung 
rzinstweilen noch alle Entscheidungen über Vertagung, Schlie— 
zung oder Auflösung des Reichstages vorbehält. Also hängt 
ruch der Termin der Neuwahlen noch völlig im Ungewissen. 
stur für alle Fälle ist Vorsorge getroffen, daß auch im 
Ittober und Rovember dieses Jahres noch einmal der 
Reichstag zusammenberufen werden kann, obwohl er die 
ehten Diäten dieses Jahres bereits heute oder Montag 
zei der Vertagung erhält. Die Debatten über den besten 
Wahltermin können also trotz der bewilligten Herbstdiäten 
in Zukunft ruhig fortgeletzt werden. d.) 
nm Qp 
Inland und Ausland. 
Deutsches Reich. 4 
Ein Bruch des inlernationalen Serkonmens. Die Nordd. 
Allg. Zig. schreibt in ihrer gestrigen Nummer: In der Mittwoch— 
itzung des preußischen Abgeordnetenhauses wurden von einem 
sozia'demokralischen Abgeordneten schwer verletzende 
Ausfälle gegen ein Mitglied einer auswärtigen Botschaft 
zemacht. Der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses ist diesem 
Mißbrauch der Tribüne entgegengetreten, indem er dem be— 
reffenden Abgeordneten einen Ordnungsruf erteilte. Es wider⸗ 
spricht den inlernationalen Gepflogenheiten, auswärtige Diplo— 
maten überhaupt in die parlamentarischen Debatten zu ziehen. 
Im vorliegenden Falle handelt es sich um einen sehr schweren, 
besonders bedauerlichen Bruch des iniernaiionalen Herkommens. 
Die Bemerkung würde daher regierungsseitig mit derselben 
Schärfe, mit der es hier geschieht, sofort zurückgewiesen worden 
ein, wenn ein Vertreter der Regierung anwesend gewesen wäre. 
Einführung der neuen Zählmaschine bei Vehörden. Be⸗ 
anntlich war dem Reichstage eine Denkschrift über die neue 
taiisische Zählmaschine des Systems Holerith zugegangen, in 
»er die bereits bewilligte Forderung von 10 000 Mufür die 
Versuchsbenutzung des Apparates, die Anschaffung der nöligen 
Rarten und des Arbei'spersonals brim Reichsstatistischen Amt 
begründet wurde. Wie mitgeteilt wird, hat sich die Zähl— 
maschine, die bei der Handelsstatistik des Amtes in 
dätigkeit getreten ist, und besonders die Ausfuhrh über das 
hauptzollamt Aachen bearbcitet hat, außerordentlich bewährt, 
o daß nun auch zunächst das Postanweisungsamt in Berlin 
die Maschine in Gebrauch genommen hat. Das preußische Sta— 
ristische Landesamt hat gleichfalls eine Maschine zur Benutzung 
bestellt, und weitere Ressorts planen auch eine Verwendung 
des Mpparates, der aus einer Sortiermaschine und einem 
Addierwerk besteht. Die erste fertigt in einer Stunde 12 
dis 15 000, die letzte 9000 Karten aus, so daß der Vorzug 
dieser maschinellen Einrichtung augenscheinlich ist. Die bisherigen 
Versuche lassen erwarten, daß die Maschine dauernd bei den 
Behörden Verwendung finden wird. Sie ist übrigens auch 
n anderen Bundesstaaten, in Baden, Württemberg und Elsaß— 
Lothringen zur Aufarbeitung der letzten Volkszählung ver— 
wendet worden. 
In der gestrigen Sitzun g des preußsschen Abgeordne ehauses 
wurde zunächst der Gesetzeniwurf über die AUsfohrungs⸗ 
bestimmungen zum Reichszuwachssteuergesetz, da 
das Zentrum betreffs der Veranlagung in Rheinland und 
Westfalen Anträge gestellt hat, die größere Schwierigkeiten 
nachen werden, an die Kommission zu nochmaliger Prüfung 
urückverwiesen. Ein Antrag der Nationalliberalen betreffend 
inheitliche Regelung der Schulpflichtdauer und der 
Ztrafen für Schulversäsumnisse wurde der Unterrichts- 
sommä'sion überwiesen. Bei der Beraiung des dann folgenden 
Hesetzentwurfs über di Beschulung blinder und taub— 
tummer Kinder richteten die Polen die übl'ichen Proteste 
und Angriffe gegen die preußische Ostmarkenpolitik und zwar 
in solcher Gehässigkeit und Schärfe, daß selbst ein Ver— 
treter des Zentrums, der Abg. Schmeddingl, 
egen das Gebaren der großpolnischen Fanatiker 
ehr energisch Verwahrung einlegte. Die Folge 
var, daß dem Abg. Schmedding von poln⸗scher Seite unterstellt 
vurne, er sei von Na'ionalhaß gegen das Polentum erfüllt 
Zum Einführungs gesetz für die Reichsversicherungsordnung 
hat die Fortschrittliche Volkspartei beantragt, 
zen Artikel 59 zu streichen, wonach für die Hinterblie— 
enenrenten, das Witwengeld und die Waisenaussteuer nur 
diejenigen Beträge anzurechnen sind, die für die Zeit nach 
dem 1. Jannar 1912 geleistet wurder 
———————— 
Da vermeldete der Hornruf des Wächters die Au 
zieber Gäste. 
„Wer könnte das sein?“ fragte Schapelow, und er trat 
ins Fenster. Und siehe, ein Jubelschrei tönte von seinen 
Lippen. Denn in den Burghof ritten seine beiden Söhne 
Christoph und Bernd ein mit einer kleinen Schar von Knappen. 
Die Freude des Wiedersehens mar großk und losltete dem 
Vater etliche Tränen. 
Bald saßen alle um den Tisch herum, und des Erzählens 
jab es schier kein Ende. Aber wie wuchs das Staunen der 
»eiden Söhne, als sie von der Fehde und von Wendelins 
eigenartiger Stellung und nun gar von den neuesten Ereig— 
uissen in Müncheberg hörten. 
Christoph sprang auf und sagte zu seinem Bruder: „Auf, 
Bernd, so dürfen wir nicht rasten und müssen sogleich nach 
Müncheberg reiten.“ 
„Ihr nach Müncheberg?“ fragte Wendelin verwundert. 
„Ja,“ sagte Christoph, „und du sollst sehen, daß wir deinen 
RBater zu Ehren bringen.“ 
Wie soll das geschehen?“ sragte Wendelin erstaunt. 
„Das wollen wir dir erzählen, wenn wir wieder zurüch 
ind,“ erwiderte Christoph lachend. 
Wendelin wollte mit ihnen reiten, aber die Vettern 
wehrten ihm. 
„Bleibe du hier und übe dich im Warten,“ sagte Bernd, 
gleichfalls vergnügt lachend. 
„Sag einer, was die Kerle vorhaben,“ sagte der alte 
Schapelow kopfschüttelnd, als die veiden mit etlichen Knavven 
davonritten. — 
— RRMWa 
(Fortsetzung folgt.) 
Theater. Kunst und Wissenschaft. 
Kleine Mitteilungen. Das Preisgericht über die 
untwürfe für die Berliner Bismardwarte auf der 
Höhe von Westend hat den Entwurf des Prof. Dr. Brauno 
Schmitz, Charlottenburg, als den wertvollsten anerkannt und 
As Grundkage für die weitere Ausarbeitung empfohlen. Ter 
k—niwurf stellf eine 26m höohe runde Säulenhalle dar. in deren 
Neue nationalliberale Korrespondenz im 9. schleswig⸗hol⸗ 
teinischen Wahlkreis. Die nationalliberale Partei im 9. schles— 
wig⸗holsteinischen Reichstagswahlkreise (Oldenburg-Plön-Sege—⸗ 
herg) läht unter dem Titel „Ostholsteinische Mit— 
reilungen“ eine Parteitorrespondenz erscheinen, die eine 
engere Verbindung zwischen der Parteileitung in Ostholstein 
und den Varteifreunden herbeiführen und die Leser im 
übrigen über das politische Leben in der Partei unterrichten 
'oll. Herausgeber ist der Sekretär der Partei, Trojan— 
n Bad Segeberg. 
Keine Vertagung der Strafprozeßreform. Die Regierung 
jält an ihrer seinerzeit ausgesprochenen Forderung, daß 
sie neue Strafprozeßordnung mit dem neuen Gerichtsver⸗ 
assungsgesetz noch von dem jietzigen Reichstage verabschiedet 
verde, fest. Im letzten Seniorenkonvent des Reichstags ist 
iun von verschiedenen Seiten dafür gesprochen worden, diese 
zeiden Entwürfe von dem Herbstpensum abzusetzen, weil 
ei den vorhandenen großen Meinungsverschiedenheiten zwi— 
chen der Mehrheit der Kommission und den verbündeten 
degierungen (Zulassung von Laien auch in die Berufungs— 
nstanz, Erweiterung der Immunität der Abgeordneten, Be— 
hränkung der Beweisaufnahmen usw.) auf ein befriedigendes 
krgebnis doch nicht zu rechnen sei. In diesem Sinne ließen 
ich nicht nur Stimmen auf der Linken vernehmen, auch ein 
Ytitglied des Zentrums, das der vorbereitenden Justiz— 
ommission angehört hat, äußerte sich kritisch über die Zwed—⸗ 
aäßigkeit des Arbeitsplanes für den Herbst. Indessen sind 
»ie anderen Juristen des Zentrums durchaus gegen eine 
Bertagung der Strafprozeßordnung, und da auch die ge— 
amte Rechte auf eine Erledigung dieses großen⸗ gesetz- 
zeberischen Werkes noch in dieser Legislaturperiode drängt, 
o ist nicht daran zu zweifeln, daß die Strafprozeßord⸗ 
nung vom Herbstpensum nicht verschwinden wird. 
Zur Jatho⸗Angelegenheit. Die Hauptverhandlung gegen 
Pfarrer Jatho wird nach Pfingsten stattfinden. Seine Bei— 
tände, Prof. Baumgarten in Kiel und Pfarrer Traub— 
Dortmund, haben den Vorstand des —— ge⸗ 
eten, ihnen gemäß 8 8 des Irrlehregeseßes Einsicht in 
zie Akten zu gestatten und ihnen Kenntnis von Jer Geschäfts— 
ordnung zu geben, nach der die mündlichen Verhandlungen 
gehandhabt werden sollen. Es wurde ihnen der Bescheid, 
daß die vorgesehene Geschäftsordnung, sobald sie dem Gesetz 
entsprechend festgesetzt worden sei. öffentlich bekannt ge— 
nacht werde. 
Jrankreich. 
Zunahme der fratgzösischen Bevöllerung. Nach der im 
letzlten Amtsblatt veröffentlichten Stalistik hatle Frankreich im 
Jahre 1910 774 358 Geburten und 703777 Todesfälle, so 
daß der Ueberschuß der Geburien 70581 beträgt. Im Jahre 
1909 betrug dieser Ueberschuß nur 13 424. 
Rußland. 
Zollerleichterungen für Reheisen. Der Reichsrat hat die 
VBorlage in der Fassung der Reichsduma angenommen, durch 
velche der Ministerrat bevollmächtigt wird, für die Einfuhr 
»on Roheisen zei weilige Zolleleichse ungen zu bewilligen. 
— Die Reichsduma wurde bis zum 28. Oktober vertagt. 
Der Marinemin ster über die Wirtschaftsführnung seines 
tesseris. Bei der Beratung der Vorlage über die Bewilligung 
on 14700 606 Rubel zur Tilgung der Schulden des Marine— 
essorts erklärte Marineminister Admiral Grigorowiisch, die 
isherige Wirtschaftsführung sei unzuläsiig. Es sei eine Reihe 
on Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft und Rechnungs- 
ührung des Marineministeriums in Ordnung zu bringen. Er 
vünsche aufrichig, mit dem verurteilten System zu brechen 
ind erbitte darum die nötigen Mittel zur Schuldentilgung— 
ZRie Duma bewilligte darauf die beantragte Summe. 
* 
Taaesbericht. 
Lübeck, 27. Mai. 
Militãrvpersonalen. Den 70. Geburtstag begeht am 
30. d. M. der General der Infanterie Anton Her— 
varth v. Bittenfeld. Der Jubilar ist am 30. Mai 
841 in Potsdam geboren, nahm 1886 an der Schlacht bei 
döniggrätz teil, wurde im Feldzug 1870,71 in der Schlacht 
zei Colombey-Nouilly als Adiuiant der 25. Infanteriebrigade 
earvnor mundet war syäter von 20 Mai 1897 bißz 9. Jun 
Ritte sich ein Feueraltar befindet. Es wird ein ganz beson—⸗ 
eres Verfahren nötig sein, eine so hohe Flamme zu erzeugen, 
»aß die Glut, die auch durch die Säulenbogen hindurchleuchtet, 
ben aus der Halle herausschlagen kann. — Der in Berlin ver⸗ 
orbene Magdeburger Großindustrielle Albert Hautwald hat 
eine wertvolle Kunstsammlung im Werte von über 
50 000 Mi, dazu ein Kapital von 50 000 M, dem Kaiser⸗ 
rriedtich Museum der Stadt Magdeburg vermacht. — 
RBie Vorarbeiten zur Internationalen Ausstel⸗— 
ung für Buchgewerbe und Graphikrin Leipzig 
ehmen einen verhältnismäßig raschen Verlauf; denn schon sind 
as Direktorium und der Finanzausschuß gebildet, die Vorbe— 
eitungen für die übrigen Ausschüsse in die Wege geleitet. Das 
Direktorium besteht aus den Herren: Dr. L. Volkmann, 1. Vor⸗ 
eher des Deutschen Buchgewerbevereins; Arndt Meyer, 2. Vor⸗ 
eher des Deutschen Buchgewerbevereins; Kommerzienrat Hein—⸗ 
ich Biagosch; Kommerzienrat Georg Friedrich Giesecke und Kom⸗ 
nerzienrat Otto Nauhardt. — Das sür Warschau projektierte 
Shopin-Denkmal, nach dem Entwurf des Bildhauers Schi⸗ 
nanowski, ist vom russischen Ministerium des Innern nicht ge— 
ehmigt, seine Ausführung und Aufstellung ist verboten worden 
235. Ven den Mitteilungen der Musikalienhandlung Bredt⸗ 
opf & Härtel ist soeben Nr. 104 erschienen, geschmückt mit 
em Bilde des künftigen Leipziger Theaterleiterss Max Marter⸗ 
eig, über dessen Leben auch ein kutzer Aufsatz in dem Heftchen 
nthalten ist. Eine Einführung über Granville Bantods Omar 
Thayysm, des persischen Dichters, dessen Werle gerade in letzter 
zeit auch in Deutschland wieder mehr Beagchtung finden, reiht 
ich diesem an. Berichte über neue Chorwerke Karl Bleyles 
ind Theodor Streichers, sowie über die Böcklin-Phantasien von 
Jelit Woyrsch, folgen. Außerdem enthält das Heft einen Auf⸗ 
atz über Joham Sebastian Bach von Professor Siegfried Ochs, 
ine Einführung in die Geistlichen Lieder Heinrich Elmenhorsts, 
es bedeutendsten Vertreters der Hamburger Liederschule, die 
PViedergabe des neuesten Bildes Xaver Scharwenkas und der 
„arakteristischen Mhotographie , Max Reger bei der Arbeit“, 
MNusiknachrichten aus Belgien, England, Amerika und manches 
indere Interessante fuür Musikfreunde. Das Heft wird den 
esern auf Verlangen lostenlos übermittelt. 
2 — 
900 Kommandeur der 17. Devision, wurde dann 
ommandierender General des 15. Armeekorps, am 12. Ma— 
901 General der Infanterie und wurde am 1. April 1905 
in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen 
Pension zur Disposition gestellt. General Herwarth von 
Bittenfeld lebt seit der Zeit in Wiesbaden. — Oberst von 
Weihe, Abteilungschef im Großen Generalstabe, früher im 
Heneralstabe der 17. Division, ist in Genehmigung seines 
Abschiedsgesuches mit der gefetzlichen Pension zur Disposition 
Jestellt worden. — Zum Fähnrich befördert wurde Unter- 
ffizier Hashagen im Inf.Regt. „Lübech“ Nr. 162. 
Das Stettiner Needereigeschäft 1910. Der soeben er⸗ 
chienene Bericht der Vorsteher der Kaufmannschaft zu 
Stettin über das Jahr 1910 läßt sich auch über das 
Reedereigeschäft im verflossenen Jahre aus und stellt fest 
daß von einem wirklichen und entschiedenen Fortschritt des 
Seeverkehrs von Stettin nicht die Rede sein kann. Ein Ver— 
aleich des Stettiner Seeverkehrs mit dem anderer Häfen 
zeigt diesen Stillstand aufs deutlichste: 
Eingang an Seeschiffen: 
190o8 X 
Schiffe Reg.T. Schiffe Reg⸗T 588 
Antwerpen 6094 98900 308 6770 12656 605 27,8 
Rotterdamn 8188 8339315 9630 10876507 30,3 
Amsterbem 2233 2841751 2288 3556 319 25,2 
Emden 1938 527552 2709 1218338 130,9 
Bremen 4335 3350 193 5576 4129 998 23,3 
hamburg 15116 10380775 17358 12656 281 21,9 
Lübed 2784 610 797 3285 831589 36,1 
Danzig⸗Neu-· 
fahrwasser 2249 727 008 2545 8379 004 20,9 
Königsberg⸗ 
Pillau 2435 679 962 2821 384 270 30,0 
Stettin 4934 1854390 5177 2030576 9,5 
Der Bericht hebt weiter u. a. hervor, daß die preu⸗ 
zische Staatsregierung bei einer weiteren ablehnenden Haltung 
zegenüber den Bitten, eine Ermäßigung der Schiffahrts— 
ibgaben zwischen Stettin und Swinemünde auf die Höhe 
des Hamburger Tonnengeldes herbeizuführen, dann selbst 
die Verantwortung dafür tragen müsse, wenn der Verkehr 
von dem größten preußischen Hafen dauernd nach den Hanse— 
städten abgelenkt hleibt 
Für die Internalionale Preisbewerbung ven Reit- und 
Wagenpferdem (Concours Hippique), veranstaliet vom Lübeck 
Travemünder Rennklub am Freitag, 4. Aug. und Sonntag, 
5. Aug. in Travemünde sind nachstehende Konkurrenzen aus— 
geschrieben worden: Freitag, 4. Aug., 3 Uhr nachm.: 
l. Maiden-Spring-Konkurrenz Glasse 0), zu reiten 
pon aktiven Offizieren und Reserveoffizieren der deutschen Armee, 
'owie von aktiven fremdländischen Offizieren. Offen für Pferde, 
velche in Jagd-Springkonkurrenzen 1911 keinen J. oder II. Preis 
gewonnen haben. Ehrenpreis und Ehrenbecher je nach Beteili— 
zung, sowie 8300 M. 2. Gespanne, im Besitz von Pferde—⸗ 
zeschäften, Pferdehändlern und Zuchtverbänden oder in herr⸗— 
chaftlichem Besitz, von Kutschern zu fahren. Qualitätsprüfung. 
Beurteilung: Gesamtbild und Qualität der Pferde. Gesamt⸗ 
zreise 700 Muund Ehrendipkome. 3. Reitpferd-Dressur— 
Brüfung für Pferde im Privatbefitz. Handicap. SHerrenß 
eiten. Ehrenpreis und Ehrenbecher je nach Beteiligung, sowie 
300 M. 4. Gehorsams-Sprina-Konkurrenz, von 
zerten oder Damen zu reiten. Für den Sieg entscheidet nur der 
Fehorsam, die Schnelligkeit und Wendigkeit. Ehrenpreise je 
ach Beteiligung. 5. Selbstfahrer-Konkurrenz für Ge— 
pame in herrschaftlichem Besitz und ven Herren oder Damen zu 
ahren. Qualitätsprüfung. Ehrenpreise je nach Beteiligung. 
Heldrreise den Kutschern 30 M, 20 M, 10 M. Ehrendiplome 
den Lieferanten. 6. Gruppenspringen zu Dreien. Von 
Damen und Herren euf beliebigen Pferden zu reiten. Ehren— 
Rreise je nach Beteiligung. Ehrenbecher den J. Siegern, sowie 
00 M. — Sonntag, 6. Aug. 3 Uhr nachm.:: 7. Jagd⸗ 
Spring-Konkurrenz (Glasse 0), zu reiten von Herren 
und Damen. Ehrenpreis und Ehrenbecher je nach Beteiligung. 
Ferner 1100 M. 8. Damen-⸗-Spring-Konkurrenz 
Klasse C), zu reiten von Damen im Damen⸗- oder Herren⸗ 
attel von Angehörigen der laut den besonderen Bestimmungen be— 
echtigten Herrenreiter. Ehrenpreise für die siegenden Reiterin— 
ren je nach Beteiligung, Andenken für jede Teilnehmerin. 9. 
Qualitäts- und Fahrer-Prüfung, offen für Ge— 
panne in herrschaftlichem Besitz, ron Kutschern zu fahren. Be⸗ 
irteilung: Gesamtbild, sowie das Vorfahren. Ehrenpreise je 
iach Beteiligung. 10. Hochspring-Konkurrenz, offen 
ür Pferde im Privatbesitz. Herren-Reiten. Ehrenpreis und 
khrenbecher, sowie 1200 M. 11. Inländer-Preis. Qua— 
itätsprüfung, offen für in Deutschland gezogene Pferde im 
Zrivatbesitz, nicht über 7 Jahre alt. Bei der Nennung ist ein 
hriftlicher Nachweis der Inländer-Qualifikation einzusenden. 
chrenpreis und Ehrenbecher je nach Beteiligung, ferner 1000 M, 
„avon J. Preis 500 M, gegeben vom Kartell für Reit- und 
rahrsport. 12. Trost-Spring-Konkurrenz, offen für 
tßferde im Privatbesitz, welche in den vorhergehenden Spring⸗ 
onkurrenzen gestartet, jedoch keinen J. oder II. Preis erhalten 
haben, zu reiten von Herren oder Tamen. Die Sieger von 
donkurrenz Nr. 6 sind zur Teilnahme herechtiot. Ebrenpreise 
en Poitern der 3 ersten Pferde. 
sh. Hauptversammkung des Ausschusses der Deutschen 
Turnerschaft. Unter außerordentlich starker Beteiligung seiner 
Mitglieder trat gestern in Leipzig der Ausschuß der Deut⸗ 
chen Turnerschaft zu seiner diesjährigen Sitzung zusammen. 
der Vorsitzende Geh. Sanitätsrat Dr. Ferdinand Götz er— 
ffnete die Versammlung mit einigen geschäftlichen Mit— 
eilungen. Aus. diesen ist hervorzuheben, daß der erste 
»eutsche Turnplatz in Deutschland überhaupt in Braunsberg 
errichtet worden sei, während bekanntlich bisher allgemein 
»er Turnplatz in der Hasenheide in Berlin als erster galt. 
der Verein hat Belege eingesandt, die Beweise für seine 
Zehauptung enthalten. Danach ist tatsächlich der erste deutsche 
kdurnplatz in Braunsberg errichtet worden, der allerdings 
päter wieder einging. — Oberbürgermeister Dr. Dittrich 
iberbrachte sodann die Grüße der Stadt Leipzig. Nach dem 
odann erstatteten Kassenbericht hatte die Hauptkasse eine Ein⸗ 
tiahme von 59514 Muund eine Ausgabe von 41029 Wi. 
Aus der Götz-Stiftung für die Errichtung deutscher Turn⸗ 
yallen wurden im letzten Jahre ca. 11000 Mugezahlt. — 
Es folgte der Bericht über die Tätigkeit an der schulentlassenen 
Jugend, den Schill (Osthofen) erstattete. Ein Teil der Fort⸗ 
ildungsschüler sei bereits für das Turnen gewonnen, doch 
müsse noch mehr als bisher geschehen. Der Vorsitzende Gotz 
wies auf die Erfolge der Sozialdemokratie quf diesem Ge 
biete hin und mahnte, in die Fußtapfen der Sozialdemo⸗ 
kratie au“ freten und wie diese, gesebllige Unterhalungasabende,
	        
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