Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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16. Jahr Nacdhrichten far das Herzogtum Lauenburg, die 
— — Fürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
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vng und Verlaa-Gebrüder Boraere G. m. b. S. im Lbed. — Geschaftsstelle Adreß baus (Kömiastr. a6). Betripreer eboo i. 8001 J F 
Grotze Ausgabe) Sonnabend, den 27. Mai 191. Abend⸗Blatt Nr. 265. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübecdk 
Beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt 6 
IR 2ο 
XV 
—— 
Nlatt. 
ien. 
nichtamtlicher Teil. 
Bethmann⸗Hollweg der Glückliche. 
Lübeck, 27. Mai. 
Mit der allgemein überraschenden Mehrheit von 211 
gegen 93 Stimmen ist bei 7 Stimmenthaltungen nach knapp 
zweistündiger Beratung die Verfassungsreform für Elsaß— 
Lothringen vom deutschen Reichstage in dritter Lesung an— 
genommen worden. Herr v. Bethmann⸗Hollweg und zahl⸗ 
reiche Bundesratsmitglieder waren bei der Auszählung der 
Stimmen und der Verkündigung des glücklichen Ergebnisses 
anwesend. In der Geschichte des Deutschen Reiches wird 
der gestrige 26. Mai seine Stelle behaupten als der Tag, 
an dem das Reichsland in die Reihe der deut— 
schen Bundesstaaten eingetreten ist. Zwar nock 
nicht voll berechtigt, aber doch immerhin mit Recht auf 
Sitz und Stimme bei allen Angelegenheiten, wenn sie nicht 
zerade Preußen das Uebergewicht über alle übrigen Bundes— 
taaten verschaffen. 
Es ist oft genug im Verlauf der langwierigen Vor— 
»eratungen hervorgehoben worden, daß die elsaß⸗-lothringische 
VBerfassungsreform der persönlichen Initiative des Reichs— 
'anzlers entsprungen ist. Ihm vor allem galten also am 
jestrigen Tage die Glückwünsche der Freunde der Vorlage 
nund außerhalb der seitherigen Reichslande. Diese Glück— 
vünsche darf, Herr v. Bethmann-Hollweg um so bereit— 
williger entgegennehmen, als selten ein Gesetzgebungswerk 
nit so riesigen Schwierigkeiten verknüpft gewesen ist als 
dieses. Wie vielmal galt es nicht in der Kommission als 
gescheitert oder doch als vollständig aussichtslos? Wie viel 
Kompromisse sind abgeschlossen und nachher wieder gebrochen 
worden? Und ist es nicht schließlich unter dem heftigsten 
Widerstand der konfervativen Partei und mit unglaublicher 
hilfsbereitschaft der Sozialdemokratie zustande gekommen? 
Man braucht sich nur einen Augenblick die ganz ungewöhn⸗ 
liche Rolle klar zu machen, die diese beiden extremen Par— 
teien bei der Verabschiedung der Vorlage gespielt haben, um 
das Glück des Herrn Reichskanzlers zu begreifen. Es ist 
ihm sozusagen von selbst in den Schoß gefallen; denn in 
keinem Stadium der wechselvollen Verhandlungen hat man 
je davon gehört, daß er persönlich sich besonders um das 
glückliche Geschik seiner Vorlage bemüht habe. Dagegen 
haben sich Parteiführer mit einer Energie für die Reform 
eingesetzt, die man früher für unmöglich gehalten hätte. 
In so schwierigen Situationen hat noch kein Kanzler des 
Deutschen Reiches so piel Glück gehabt, wie dieser fünfter 
Erstes Blatt. 
Amicne der spe 
Nicht nur in der elsässischen Verfassungsreform. Fast 
genau am selben Tage wie sie wird ein anderes schwie— 
riges Gesetzgebungswerk glücklich verabschiedet, das eben⸗ 
falls von den einschneidendsten Folgen für das staatliche und 
virtschaftspolitische Leben des deutschen Volkes ist, und dem 
noch vor wenigen Tagen ein übles Ende prophezeit wurde. 
die dritte Lesung der Reichsversicherungsordnung wickelt sich 
o glatt und rasch ab, daß die mitwirkenden Parteien selbst 
rstaunt sind, wie schnell die Vertagung heranrückt. Und da— 
zei besteht alleꝰAussicht, daß in dieser dritten Lesung noch 
in Kompromiß in der Altersversicherung zustande kommt, 
velches die mit der Reform recht unzufriedenen Arbeiter 
in wenig versöhnt. Die Herabsetzung der Altersgrenze für 
ẽmpfang der Altersrente vom 70. auf das 685. Lebens⸗ 
ahr soll wenigstens vom Jahre 1917 ab allgemein durch— 
zeführt werden. Finanzielle Bedenken hatten die verbün— 
»eten Regierungen bekanntlich in der zweiten Lesung des Ge— 
etzes bewogen, ein „Unannehmbar“ auszusprechen, falls die 
herabsetzung der Altersgrenze sofort eintreten sollte. 
Schlieplich darf es auch als ein politischer Erfolg des 
hderrn v. Bethmann-Hollweg gebucht werden, daß sich die Mehr— 
»eit des Reichssstages nach Annahme des vorgelegten Herbst— 
viätengesetzes auf eine achtwöchige Herbstlagung geeinigt hat, 
in der noch mancherlei wich ige Gesetze verabschiedet werden 
ollen. Eine rubige und ersprießliche parlamen!ar sche Herbst— 
arbeit ist dadurch nach menschlichem Ermessen gewährleistet. 
Alle diese politischen Erfolge, die sich in so wenigen Tagen 
im Herrn v. Bethmann häufen, sind gesignet, sein Jeitheriges 
zild in der Geschichte stark zu beeinflussen. Seither stand 
ins der fünfte Kanzler des Deutschen Reiches als der weltfremde 
Bhilosoph vor Augen, den die politischen Dinge eigentlich an— 
vidern und der nur als korrekter Beamter die Geschäfte des 
Keiches leitet, weil sein kaiserliche Herr es so will. Im 
ßegensatz zu seinem Amtsvorgänger, dem ewig lächelnden, 
tets heiteren, mit Grübchen im Kinn geschmückten Fürsten Bülow, 
»flegte man Herrn von Beihmann als den ernsten, fast düsteren, 
nit Sorgenfalten in der Denkerstirn versehenen Staatsmann 
bzukonterfeien. Nach den letzten unerwartet großen poli— 
ischen Erfolgen sollte man sich langsam daran gewöhnen, ihn 
inter die Glücklichen zu versetzen und sein Konterfei entsprechend 
rreundlich auszumalen. —4) 
— — 
merkungen eines nationalliberalen Mitgliedes, daß die Re« 
zierung die Interessenten, die man den Schweden hätte gegen— 
iberstellen können, nicht gehört und der wictschaftliche Aus— 
chuß versagt habe, erklärte Sstaatssekretär Delbrück, daß die 
Interessenten, insbesondere auch die Steinindustrie, eingehend 
»on ihm persönlich und seinen Referenten gebört worden seien. 
im Wirtschaftlichen Ausschuß seien die genannten Intere'senten 
usgiebig zum Worte gekommen. Er sei bereit, über die Ver—⸗ 
andlungen dieses Ausschusses vertrauliche Miiteilungen zu 
iachen; das Protokoll vorzulegen, sei richt moglich im Hinblick 
iuf unsere Beriehungen zum Ausland, aber auch in Rücksicht 
iuf die heimische Industrie, deren Geschäftsgeheimnisse man 
iccht preisgeben dürf». Die Produkie der Sieinindustrie würden 
ach der billigsten Tarifklasse befördert. Der rreußische Eisen— 
ahnrat habe seinerzeit beschlossen, für Pflastersteine eine weitere 
érmäßigung eintreten zu lassen; das s.i nicht angängig. Von 
onserva!iver Scite ist eine ausführliche Reselution eingebracht 
oorden, daß die Eisenbahntarife für die Hartsteinindustrie 
deiter herabgesetzt und ein Einvernehmen der verschiedenen 
Berwaliungen herbcigeführt werde. Daß diese Industrie nicht 
esser geshützt worden sei, sei außerordentlich bedauerlich. Bei 
ziaatsbauten sollle die cinheimische Industrie besser berück— 
chligt werden. Der Staatssekretär sagte die Un'erstützung 
er erwähnten Resolusion zu. Ein Regierungskommissar legie 
ar, wie die deutschen Unterhändler um Verbesserung des 
Tarifs gekämpft haben. Es sei eine Ehzhung des Satzes für 
Zteinprodukte von 25 auf 35 Pig. erzielt worden. Eine 
Schädigung der Arbeiter der Steinindustrie in dem behaupteten 
Amfange sei ganz ausgeschlossen. An der durch den Werirag 
ꝛxmöglichten Hebung der Ausfuhr anderer Produkte sei eine 
weit erheblichere Zahl von Arbeitern interessiert. 
Die Herbstdiäten. 
(Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) 
Die Bewilligung von Diäten für die kommende 
zerbsttagung des Reichstages ist gestern gleich in zwei 
Lesungen so schnell ausgesprochen worden, daß niemand 
zecht Zeit gehabt hat, die entsprechende Regierungsvorlage 
mit Begründung vorher bis in alle Einzelheiten kennen zu 
ernen. Deshalb sei hier aus dem Inhalt mitgeteilt, daß 
die Abgeordneten für die Monate Oktober und November 
.911, falls der Reichstag um diese Zeit versammelt ist, aus 
der Reichskasse eine außerordentliche Aufwandsentschädigung 
von insgesamt 700 Meäserhalten sollen. Sie ist zahlbar am 
31. Oktober oder falls an einem früheren Tage des Oktobers 
nine Vertagung, Schließung oder Auflösung des Reichstages 
rintritt, an diesem Tage, mit 300 Meund am 30. November 
dder, falls an einem früheren Tage des November eine 
Vertagung, Schließung oder Auflösung des Reichstages ein— 
tritt, an diesem Tage mit 400 M. Aus diesem Wortlaut 
Der deutsch⸗schwedische Handelsvertrag. 
Die Reichstagskommission für den schwedischen Handels— 
ertrag hat gestern dem Vertrage mit 11 gegen 5 Stimmen zu—⸗ 
estimmt; dagegen waren 3 Zentrumsabgeordneie, 1 Natäonal— 
iberaler und der Vertreter der Wirtschaftlichen Vereinigung. 
leber die Verhandlungen der Kommi sion liegt folgender Be— 
icht vor: 
Auf Vorschlag des Vorsitzenden, Speck, wurde in eine 
Heneraldiskussion über den Zolltarif eingetreten. Auf die Be— 
———— 
Wendelin. 
Eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert 
von C. Kohlweyer. 
(17. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) 
Er war es denn auch, der mit einer Anzahl bewaffneter 
Bürger in Wendelins Vaterhaus eindrang und den ersten 
Bürgermeister gefangen nahm. Der ergab sich in die Zwangs⸗ 
age, da er sah, daß kein Widerstand möglich war. 
Inmitten einer großen Volksmenge, die sich aber schwei— 
gend verhielt, wurde Marquardsdorf nach dem Strausberger 
Tor geführt, um dort in das Turmzimmer unter Ehrhards 
Bsewahrsam eingesperrt zu werden. 
Der Torwächter erklärte aber, daß das Türschloß jenes 
zimmers nicht in Ordnung wäre. 
So mußte Marquardsdorf noch einmal den schmachvollen 
Hang durch die Stadt hindurch bis zum andern Ende machen. 
Freilich dem Ansinnen, sich binden zu lassen, hatte er mit Er— 
lolg widersprochen, da man ihm ja bis jetzt keine Schuld 
vewiesen habe. Ebenso hatte er darauf bestanden, daß er 
sein Schwert und die Abzeichen seines ritterlichen Standes 
»ehalte. Aber der ganze Aufzug war doch peinlich genug. 
So wurde er in dasselbe Zimmer eingeschlossen, in dem 
Beate einige Tage zugebracht hatte; und an Hans Glützers 
Stelle hatte man Thews Krüger zum Torwart gemacht, der 
gen neuen Gefangenen mit unverhohlener Schadenfreude ein⸗ 
perrte. — — 
J 
wunderung auf Beatens Schönheit ruhen ließ, da machte sie 
ihm unter vier Augen ernsthaft Vorwürfe, daß er überhaupt 
Augen habe für eine Bürgerliche. 
„Das Mädchen muß aus dem Hause,“ sagte sie, „sonst 
ichtet sie hier noch allerlei Unheil an.“ 
Und es währte nicht lange, so hatte sie ihren Sohn, 
Wendelin und Beate, jeden in besonderer Zwiesprache, völlig 
»avon überzeugt, daß die Jungfrau viel besserer und sicherer 
hei den Nonnen in Friedland aufgehoben wäre. 
So zog Beate nach kaum zweitägigem Aufenthalt in 
Jlow bei den Friedländer Nonnen ein und fand dort liebe— 
»olle Aufnahme. Freilich war es nicht leicht gewesen, der 
Nebtissin beizubringen, wie die Müncheberger Bürgermeisters 
ochter dazu käme, im Kloster Zuflucht zu suchen. Denn Frar 
dildegard, die sie persönlich dorthin geleitete — Männen 
urften das Kloster nicht betreten —, sagte sich mit Recht, 
»aß man dem Mädchen die Aufnahme sofort verweigern werde 
venn etwas von ihrem Sexenverdacht verlautete. Sie band 
eswegen Beaten dringend aufs Herz, von der ganzen Hexen⸗ 
jeschichte nichts zu erzähley und eröffnete der Aebtissin im 
eheimen, daß Wendelin, der sich mit seinem Vater überworfen 
ätte, das Mädchen zu seiner Braut erkoren und aus der Stadt 
ntführt hätte; und sie ließ durchblicken, da Beate schon 
rüher vier Jahre in der Obhut eines anderen Nonnenklosters 
zewesen wäre, so wäre sie durch sanfte Behandlung vielleicht 
allmählich ganz dafür zu gewinnen, den Schleier zu nehmen. 
Und Beate, die zunächst noch an Leib und Seele erschöpft 
var, fühlte sich wirklich dort wohl und hatte schnell mit den 
Nonnen und namentlich mit der Aebhtissin ein herzliches Ein— 
vernehmen gefunden. — — 
„Ich muß meinen Vater befteien,“ rief er, „koste es, 
was es wolle!“ 
Er bat Hans Ilow, ihm dabei zu helfen, er beschwor ihn, 
er fiel vor ihm aufs Knie. 
Aber Hans lehnte seine Beihilfse ab. 
„„Das stellt ja alle Verhältnisse auf den Kopf,“ sagte 
er; „dein Vater hat mich beleidigt; um seinetwillen haben 
wir die ganze Fehde begonnen. Jetzt soll ich ihn aus 
Müncheberg holen? Vielleicht gar unter mein Dach? Und 
soll ich dann mit den Muüunchebergern Krieg führen? Sie 
haben mir ja nichts getan! Nein, Wendelin, du wirst einsehen, 
zaß das nicht geht.“ 
Aber Wendelin ließ nicht locder. 
„So suche ich die anderen zu gewinnen,“ sagte er. 
„Glück zu!“ erwiderte Ilow, „versuche dein Heil.“ 
Und Wendelin ritt anderthalb Tage von einem Edelhof 
um andern, aber er richtete nichts aus. Es war den Rittern 
)och eine wunderliche Sachlage, daß sie den Mann befreien 
ollten, der sie beleidigt und den ganzen Streit herbeigeführt 
hatte. Jedenfalls wollte sich keiner dazu hergeben, bevor 
renicht mit den anderen gesprochen hätte. Selbst Dietrich 
Stift und Thomas Steinkeller gaben ihm diesen Bescheid. 
Da verfiel Wendelin auf einen anderen Ausweg. Er ritt 
zu Jochen Schapelow. 
Der riß die Augen auf, als er Wendelin eintreten sah. 
Mit Staunen vernahm er von dem Mißgeschick seines Vetters 
und von Wendelins Plan, den Vater zu erretten. 
„Willst du mir nicht dabei helfen, Ohm Jochen?“ schloß 
er seinen Bericht, „bei den Edelleuten finde ich diesmal keine 
vilfe.“ 
Schapelows Gichtanfall war seit einigen Tagen vorüber. 
„Komm an mein Herz, Junge,“ sagte er, „das söhnt mich 
vieder mit dir aus. Selbstwerständlich bin ich dabei, für deinen 
Vater alles zu tun.“ 
Die beiden, und bald auch Gisela, die ihren Vetter wieder 
lürmisch begrüßte, berieten min, wie man zu Werke gehen 
vollte. Und das war nicht so zeicht. Nach mehrstündiger Be— 
atung hatte man immer noch leinen ausführbaren Plan 
efunden. 
ike 
Nach angstvoll durchwachten Stunden war Frau Hilde— 
gzard in Ilow endlich der Rückkehr ihres Sohnes froh ge⸗ 
—R 
Sie nahm sich der erschöpften Beate mütterlich an, be— 
jandelte sie aber doch steif und vornehm, gleichsam von oben 
herab. Beate merkte das sehr wohl vom ersten Augenblick 
un und empfand es von Stunde zu Stunde je mehr und 
nehr. Vor allem schien sich Frau Hildegard zur Pflicht ge— 
macht zu haben, jede vertrauliche Aussprache zwischen Wen⸗ 
»elin und dem jungen Mädchen zu verhindern. Als sie aber 
ijewahr wurde, daß Hans Ilow seine Blicke mit voller Be— 
*. e 
Wieder war es der Müncheberger Garnmeister, der die 
rschreagende Nachricht von der Gefangensetzung des erlten Bür— 
ermeisters nach Isow brachte. 
Wendelin geriet in Erregung, wie wohl noͤch nie in seinem 
eben. Vergessen war das ganze Zerwürfnis. Sein Vater 
m Gefängnis, binnen kurzem vielleicht getötet, hingerichtet! 
Da brach die heiße Liebe zu ihm, die durch diese unglücdselige 
Fehde gewaltsam zurückgedämnct war, mit elementarer Ge— 
valt hervor, wie wenn die Wasserwogen den DTamm zerreißen.
	        
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