Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

verden. Diese Abänderungen der zurzeit geltenden, am 
13. JIuli 1880 erlassenen Prufungsvorschriften sind namentlich 
in der Erkenntnis in Aussicht genommen, daß bei der Ent— 
wicklung, die die tierärztliche Wissenschaft im Laufe der beiden 
letzten Jahrzehnte gefunden hat, die bisherige Studienzeit 
von 714 Semestern nicht mehr ausreicht und daß es außerdem 
erforderlich erscheint, den Unterricht der Studierenden nach 
der praktischen Seite auszubauen. Durch die er— 
wähnte Neuregelung sowie durch eine fachdienliche Umge⸗ 
staltung des Prüfungsverfahrens wird die für die Vertiefung 
und Ausgestaltung des rein fachlichen Unterrichts erforderliche 
Zeit gewonnen werden. Ueber die Frage der Anrechnung 
der Militärdienstzeit auf die tierärztliche Studienzeit ist gleich⸗ 
falls beraten worden; die Verhandlungen hierüber werden 
fortgeführt. Bei den Konferenzen im Reichsamt des Innern 
waren BVertreter derjenigen Bundesstaaten zur Stelle, die tier⸗ 
ärztliche Hochschulen unterhalten. 
Inland und Ausland. 
Deutsches Neich. 
Fortschrittliche Kandidatur im Wahllreis Kiel⸗Reumũnster. 
In einer gestern abend abgehaltenen Vorstandssitzung des 
Freisverbandes der Fortschrittlichen Volkspartei für den 
7. schleswig⸗holsteinischen Reichstagswahlkreis Kiel⸗Neu⸗ 
nünster) wurde beschlossen, die Kandidatur des Professors 
Titius⸗Göttingen vorzuschlagen. Titius war früher Ordi⸗ 
narius an der Kieler Universität. 
Der Reichskanzler erließ soeben ein Rundschreiben, in dem 
er darauf hinweift, daß die mit der Verwaltung der 3u⸗ 
wachssteuer betrauten Organe vielfach noch nicht mit 
dem eigentlichen Veranlagungsgeschäft begonnen hätten, ob⸗ 
wohl die Ende März erlassenen Ausführungsbestimmungen 
das Verfahren genau regeln. Es sei notwendig, daß alle Amts- 
stellen, ohne etwa auf die Verabschiedung der landesrecht⸗ 
lichen Vorschriften über die Zuweisung des Ertrages an die 
einzelnen kommunalen Körperschaften zu warten, unverzulglich 
das Veranlagungsgeschäft in Angriff nehmen. 
Die elsaßz⸗lothringische Verfassung. Es ist noch keine Ver⸗ 
ständigung darüber erzielt, wie das elsaß⸗lothringische Ver⸗ 
fassungsgesetz im Reichssstag weiter behandelt werden soll. 
Ueberwiegend scheint die Meinung jetzt dahin zu gehen, 
daß man es erst einige Zeit ruhen läßt. Inzwischen 
wird über einen vom Zentrum ausgehenden Kompromikßvor⸗ 
schla zum Sprachenparagraphen svwischen den Par⸗ 
teien verhandelt, wonach der Religionsunterricht nicht 
unter die Bestimmungen des Sprachenparagraphen fallen foll. 
Kein Rückttritt des Grafen Wedel. Die Nachricht, daß 
der Statthalter der Reichslande, Graf Wedel, nach Verabschie— 
dung des Verfassungsentwurfs für die Reichslande von seine m 
Posten zurücktreten werde, entspricht nicht den Tat— 
sachen. In Wirklichkeit ist bei dem Kaiserbesuche in den 
Reichslanden zwischen dem Kaiser und dem Statt-— 
halter in allen schhwebenden Frageneine poltige 
Uebereinstimmung zutage getreten. 3 
Die Erhaltung des Schlosses Benrath. Zur Erhaltung des 
Schlosses Benrath, das kürzlich vom Gemeinderat in Benrath 
für 155 Mill. t vom preußischen Fiskus gekauft wurde, 
stiftete ein ungenannt sein wollender Gönner auf fünf Jahre 
je 15000 M. die Stadt Düsseldorf gibt für denselben Zweck 
auf fünf Jahre je 10 000 Muund der Kreis Düsseldorf für⸗ 
die gleiche Zeit 5000 Mijährlich, so daß für die nächsten fünf 
Jahre insgesamt⸗ 150 000 Meäzur Erhaltung von Schloß und 
Bark Benrath zur Verfügung stehen. 
Verabschiedung des Generalfeldmarschalls von Bock und 
Polach? Man schreibt der N. G. C. aus Hannover, daß 
der Generalfeldmarschall von Bock und Volach in letzter 
Zeit dort Umschau nach einer Privatwohnung gehalten hat 
und daß man in militärischen Kreisen hieraus auf die Absicht 
des Generalfeldmarschalls schließt, zum Herbst dieses Jahres, 
nach dem Manöver, von seinem Posten als Generalinspekteur 
der dritten Arm'einspektion zurückzutreten. — Generalfeldmar—⸗ 
schall von Bock und Polach tritt am 5. September in das 
70. Jahr seines Lebens; an der Spitze der dritten Armee—⸗ 
inspekiion in Hannover steht er seit 1907. Als sein mut maß⸗ 
licher Nachfolger ist bereits früher der General der 
Infanterie von Bülow, kommandierender General des 
3. Armeekorps und der älteite kommandierende General der 
Urmee, genannt worden 
J — — — 
du, das ist meine Araurigkeit. Und nun sage du mir jestzt, 
daß ich unrecht gehandelt habe, dann will ich mein Pferd 
fatteln und hinausreiten in die weite Welt.“ 
„Das wirst du nicht tun,“ sagte Gisela, die mit lebhafter 
Teilnahme zugehört hatte, „das wirst du nicht tun! Du 
bist ein Edelmann und gehörst nicht auf die Seite der Städter. 
Ich hätte es genau ebenso gemacht wie du. Freilich, wie 
mein Vater sich stellen wird, das weiß ich nicht, er ist un⸗ 
berechenbar in diesen Dingen und qebt aern seine eigenen 
Wege.“ 
„Ja, was soll iscch nun tun?“ fragte Wendelin, „soll 
ich ihm alles verschweigen? Ich fühle mich unglücklich, wenn ich 
nicht die Wahrheit sagen soll; und außerdem wird es nicht 
lange dauern, so erfährt er von der Fehde auch ohne mich.“ 
„Eines nach dem anderen!“ sagte Gisela; „komm, erzähle 
ihm von der Fehde, das wird ihm eine wichtige Nachricht 
sein. Aber von dir und deiner Flucht zu reden, dazu hast du 
Zeit bis morgen oder übermorgen.“ 
Sie stand auf und ergriff seine Hand. und Wendelin ließ 
rich von ihr führen. — 
(Fortsetzung folat.) 
Theater, Kunst und Wissenschaft. 
Richard Wanner in Travemünde. Nicht vielen dürfte es 
bekannt gewesen sein, daß Richard Wagner in seiner Jugend, 
wenn auch unfreiwillig, sich eine Woche in Travemünde 
aufgehalten hat. Ganz neu ist jedenfalls die Tatsache, daß 
gerade hier zum allerersten Male in seinem schöpferischen 
Geiste Gedanken auftauchten, die später in seinen Ring-Dramen 
zu so herrlicher Vollendung gelangen sollten. Wagner war 
bei seinem Aufenthalt in Travemünde kaum 24 Jahre alt 
und hatte doch schon die allertrautigsten Zeiten seiner ersten 
Ehe hinter sich. Seine Frau hatte ihn gemeinsam mit einem 
Konigsberger Herrn zum zweiten Male verlassen, weniger wohl 
aus Mangel an Liebe, als hauptsächlich, weil ihr das Leben 
an der Seite des Mannes, der ihr laum den nötigsten Lebens- 
unterhalt perschaffen konnte — dabei dauernd aufs äußerste 
hbon seinen Gläubigern hedrängt wurde, unerträglich wurde, 
— — 
Vorträge über die Fremdenleglon. In den Kasernen der 
erschiedenen Truppenteilen in Strabburg wurden in den 
etzten Tagen belehrende Vorträge über die Fremden— 
egion von einem ehemaligen Legionär gehalten. 
Die Zahnärzteschaft und die Reichsversicherungsordnung. 
Bon dem Presseausschuß des Vereinsbundes deutscher Zahn— 
irzte geht uns folgende Zuschrift zu: 
Die deuische Zahnärzteschaft hat mit größtem Bedauern 
»on der neuen Fassung des 8 136 der Reichsversicherungs— 
»Tdnung Kenntnis genommen. Die Vorstände des Vereins— 
zundes Deutscher Zahnärzte und des Wirtschaftlichen Verbandes 
Deutscher Zahnärzte erklären im Namen ihrer Mitglieder, 
ahß sie dadurch in ihren Bestrebungen, den weitesten Volks— 
reisen die Wohltaten einer sachgemäßen, zahnärztlichen Be— 
handlung zu verschaffen und einer weiteren Verbreitung der 
derderblichen Zahnkaries mit ihren vielen Folgekrankheiten ent⸗ 
gegenzuarbeiten, behindert werden. Sie können es nicht ver⸗ 
tehen, wie Parlamentarier, die für eine Verbesserung aller 
ygienischen Verhältnisse ihrer Wähler sorgen sollen, in einem 
ßesetz, das einen großen Teil der Bewohner des deutschen 
hdolkes versicherungspflichͤg macht, zum Ausdruck bringen, daß 
ür diese Versicherten bei Zahnleiden eine Hilfe von Empirikern 
enügt, die, abgesehen vom gänzlichen Mangel wissenschaft— 
scher Fachbildung nach einer amtlichen Statistik kaum zu 30 0 
andwerksmäßige Ausbildung genossen haben. Sind Kranken— 
assenpatienten wirklich soviel weniger wert, daß sie sich mit 
der notdürftigsten Hilfe bei Erkrankungen beanügen müssen? 
* 
Tagesbericht. 
Lübeck, 13. Mai. 
Lubeck⸗Büchener Eisenbahngesellschaft. 
Nach dem heute ausgegebenen Jahresbericht für 1910 ist in- 
rolge der fortschreitenden Belebung der wirtschaftlichen Verhält— 
nisse und günstigen Wetters in der ersten Hälfte des Berichts— 
ahres eine weitere Zunahme des Personenver— 
ehrs zu verzeichnen. Die absolute Steigerungsziffer ist wieder 
m größten im Vorortsverkehr der Strecke Hamburg — Ahrens⸗ 
uurg, verhältnismäßig noch stärker ist der Ver— 
ehr chuf der Lübeck-Travemünder Bahn. Die 
zahl der beförderten Zivilpersonen ist auf 6958 475 und die 
zinnahme an Fahrgeld auf 4307 898 M, d. i. um 1010282 
Jersonen (17 00) und 439 225 Me(I1/ß ) gegen das Vorjahr 
jestiegen. Die Gesamteinnahmen aus dem VPer— 
onen- und Gepäckverkehr haben 4539 986,91 Mugegen 
1083 30467 Meim Vorjahre, also 456 682,24 Mumehr betragen. 
Der Güterverkehr mit 1726221t und 3827300 Muühat 
eine Steigerung in den Beförderungsmengen und Frachteinnahmen 
on 79 648t und 171992 Mugegen das Vorjahr erbracht. 
Die Besserung der wirtschaftlichen Lage hat namentlich in ver—⸗ 
nehrten Transporten von Baumaterialien ihren Ausdruck ge— 
funden. Der Viehverkehr ergab mit 167671,64 Muüdie 
verhältnismäßig große Mehreinnahme von 34094,69 M, die 
'ich aus her steigenden Einfuhr dänischen Rindviehes über die 
Warantäneanstalt in Lübeck erklärtt. Die Gesamtein— 
rahmen aus dem Güter- und Viehverkehr haben 
1400 682 Mugegen 4177426 Muäim Vorijahre erbracht. Die 
resamten Betriebseinnahmen haben 10107 313, 3 M 
zegen 9437 029,09 M, die Betriebssausgabens213 752,58 
Mark gegen 5876 293,27 Muäim Vorjahre betragen, beide Anter 
Abrechnung der den Erneuerungs- und Reservefonds treffenden 
finnahmen und Ausgaben. Der Ueberschuß der Betriebs— 
innahmen über die Betriebsausgaben berechnet sich auf 
893 560,85 Mugegen 325560 635,82 Meim Vorijahre. Hiervon 
varen zur Verzinsung und zur Tilgung der Vorrechtsanleihe 
384 250 Mäerforderlich. Von dem Restbetrage von 3009310,85 
Mark kommt noch in Abzug die nach Beschluß des Gesellschafts— 
usschusses auf 670 463,39 Meuberechnete Rücklage in den Er— 
ieuerungs⸗ und Reservefonds. Der zur Verfügung bleibende 
Betrag von 2338 847,46 Mugestattet die Verteilung einer Di⸗ 
pidende von 8 60 auf ælas Altienkapital von 26 000 000 
Mark im Betrage von 2125000 M. Die statutenmäßigen Ge— 
vinnanteile für blie Mitglieder des Ausschusses berechnen sich 
danach auf 59 211 M, während zur Zahlung der Staatseisen— 
zahnsteuer erforderlich sind für Preußen 107206,933 Mund 
ür Lübeck 47 429,55, M. Der Erneuerungs- und Re— 
ervefonds hat im Jahre 1910 Ausgaben in Höhe von 
/23 016,44 Mugegen 536 016,21 Muim Vorjahre geleistet, wäh— 
rend die Einnahmen einschließlich der Rücklage sich auf 822 309,97 
Mark gegen 662857,29 Meim Voriahre stellen. Die Ein— 
Der junge Kapellmeister hatte damals seine allerletzten Geld⸗ 
nittel auf der Suche nach der Entflohenen, die ihn bis nach 
Schwerin führte, erschöpft und befand sich nun auf dem Wege 
jach Riga, wo er eine Anstellung am Theater erhalten hatte. 
Vagner schreibt über seine Reise, die er von Lübeck aus 
nit einem nach Riga fahrenden Kaufmannsschiffe machte, in 
einer soeben erschienenen Autobiographie: 
„Bereits waren wir nach Trabemünde ausgelaufen, als sich 
ein ungünstiger Wind einstellte, welcher die Abfahrt 8 Tage 
lang ummöglich machte. In einer elenden Schiffskneipe mußte 
ch diese widerwärtige Zeit zu überstehen suchen; ohne Mittel 
der Unterhaltung griff ich unter onderm zur Lektüre des Volks⸗ 
zuches von „Till Eulenspiegel“, weiches mich zuerst auf den 
Hedanken einer echt deutschen komischen Oper brachte. Als ich 
»ann um so vieles später endlich die Dichtung meines „jungen 
Siegfried“ entwarf, entsinne ich mich, daß Erinnerungen aus 
diesem traurigen Aufenthalt in Travemüunde und an die 
Lektüre des „Eulenspiegel“ lebbaft hierhei wieder in mir 
wach wurden.“ 
Sollte sich nicht aus den Archiven einer unserer alten 
dübecdker Handelsfirmen noch feststeilen lassen, welches Kauf⸗ 
mannsschiff Ende August oder Anfang September 1837 auf 
der Reise nach Riga sich längere Zeit in Travemünde aufhielt? 
znteressant wäre es auch, festzustellen, ob unter den alten 
travemündern sich noch eine Erinnerung an eine aus der 
zeit von 1837 stammende Schifferkneipe erhalten hat. 
Wagner hatte vorher die Entstehungsgeschichte seiner Ju⸗ 
zendopern, Die Feen“ und „Das Liebesverbot“ eingehend geschil- 
dert. Kurz vor seiner Abreise nach Lübeck hatte er den 
Bulwerschen Roman „Rienzi“ gelesen und danach sofort schon in 
en ersten Zügen den Plan zu seiner gleichnamigen Oper entworfen. 
ẽks ist jedenfalls sehr interessant zu erfahren, daß schon bald 
»arauf gerade die uns so naheliegende Lektüre des „Eulen⸗ 
spiegel“ und der Travemünder Aufenthalt die Gedanken an 
ʒen deutschen Sagenkreis zuerst in ihm erwedten. Vielleicht 
assen sich für den wissenschaftlichen Forscher noch interessante 
Barallelen aus dem Inhalte des „Fulenspiegel“ und dem 
»es „Siegfried“ finden. Dr. med. J. Mey er. 
nahmen übersteigen somit die Ausgaben um 99 298,63 M. Hier— 
iach wird unter Berücksichtigung einer Abschreibung auß Wert— 
zapiere im Betrage von 7428,85 Muder rechnungsmäßige Be— 
tand des Fonds von 2906,799,47 Meauf 2998664,15 M 
rhöht. Der Betrag der getilgten Schuldverschrei— 
bungen mit 250 000 Muund der erstliche Erlös aus den an den 
hamburgischen Staat verkauften Grundstücken mit 22 245,85 M 
ind dem Abschreibungskonto gutgebracht worden, das 
ich hiernach Ende 1910 auf 4764 697,78 Mistellt. Für Rech— 
uung des Baufonds sind im Jahre 1010 folgende Aus— 
zjaben und Einnahmen gemacht worden: Ausgegeben sind für 
ßrunderwerb 4609 277,61 M, für Erdarbeiten 5377,76 M, für 
Einfriedigungen und Unter⸗- und Ueberführungen von Wegen 
951,05 M, für Oberbau 123694,40 M, für Signale, Hoch— 
zauten und Bahnhofsanlagen 64792,75 M, für Gleisanlagen 
uuf der Wallhalbinsel in Lübeck und sonstige Anlagen 464 M 
sowie für Verwaltungskosten 4771,868 M, insgesamt 676 329,44 
Mark. Dagegen sind dem Baufonds an Einnahmen 197 916,46 
Mark zugeflossen, darunter als Hauptbetrag für die beim Ab— 
zruch der provisorischen Bahnhofsanlagen in Lübeck gewonne— 
ien Oberbaumaterialien 197 433,00 Mark. Hiernach 
jat die Neubelastung des Baukontos für das 
Jahr 1910 betragen 477 412,98 Mark. Die Aus— 
aben entfallen im wesentlichen auf die Umgestaltung 
zer Eisenbahnanlagen in Lübeck und Ahrensburg. Die Be— 
imten-Penfions- und Unterstützungskasse hatte 
Fnde 1909 ein Vermögen von 2263817,33 M. Sie verein« 
ahmte im Jahre 1910 an Zinsen 87474,66 M, an Bei— 
rägen der Mitglieder 441581,19 M, an Beiträgen der Gesell— 
haft 204 480,36 M, an sonstigen Ueberweisungen 2468,30 M, 
usammen 339 003,58 Mugegen 313380,16 Muim Voriahre. 
die Gesamtausgabe betrug einschließlich einer Abschreibung 
ruf Wertpapiere im Betrage von 16690,30 Muinsgesamt 
55 450,28 Megegen 225 267,07 Meim Vorijahre, so daß sich 
in Jahresüberschuß von 83553,30 Muäergibt. Das Ver— 
nögen der Kasse hat sich danach Ende 1910 auf den Be— 
rag von 2347 370,63 Muerhöht. Die Einnahmen der Be—⸗ 
riebskrankenkafse betrugen im verflossenen Geschäfts— 
ahre 59 393,18 M, die Ausgaben 51259,69 M. Der Ueber— 
chußß in Höhe von 8133,47 Muwurde dem Reservefonds der 
Zasse überwiesen, der dadurch — nach Abzug einer Abschrei— 
ung auf Wertpapiere im Betrage von 300 M — auf den 
zetrag von 67576,61 Mugestiegen ist. Die Arbeiter— 
zensfionskasse hatte Ende 1900 ein Vermögen von 
19 430,88 M. Sie vereinnahmte 46840,08 Muund veraus⸗ 
abte einschließlich einer Abschreibung auf Wertpapiere im 
zetrage von 1102 Minsgesamt 10325,49 M, so daß ihr 
germögen am Schlusse des Jahres sich auf 255 945,46 M 
tellt. Der mit der Kasse verbunden gewesene Anterstützungs— 
onds ist aufgelöst worden; die bisher von ihm getragenen 
lusgaben werden für die Folge aus Mitteln des Betriehes 
estritten. Im Jahre 1910 betrugen diese Ausgaben an 
zusatzrenten, Witwen- und Waisengeldern sowie an sonstigen 
Interstützungen 25 220,37 Mugegen 23366,17 Muim Vorijahre. 
Die Gewinn- und Verlustrechnung weist auf der 
Debetseite auf an Betriebsausgaben für Besoldung der etats— 
näßigen Beamten 2013942,43 M (1879732,66 M), für 
Zezüge und Löhne der nicht etatsmäßigen Beamten und Ar— 
eiter 894 290,75 Me (6887 780,04 M), für Nebenbezüge der Be⸗ 
mken und Hilfsbeamten 208 084,24 Me(236 830,10 M), für 
Vohlfahrtszwecke 347 216,4a6 Me(206 464,58 M), für Unter⸗ 
altung und Ergänzung der Ausstattungsgegenstände sowie 
ür Beschaffung von Betriebsmaterialien 1034 074,66 M 
1008 620,60 My), für Erneuerung, Unterhaltung und Ergänzung 
»er baulichen Anlagen 415 304,04 Me(B388 430,61 M), für Er— 
neuerung, Unterhaltung und Ergänzung der Betriebsmittel 
310 260,57 Me(675 819,23 M), für Benutzung fremder Bahu⸗ 
inlagen und für Dienstleistung fremder Beamten 250 071,23 Ve 
234 434,88 M), für Benutzung fremder Betwriebsmittell 
66 628, 13 Me(I153 843,57 M) und für verschiedene Ausgaben 
73 880,080 M (4214436, 15 M), insgesamt 6213 7582,68 M 
5 876 393,27 M), Verzinsung der 314 90 Vorrechtsanleihe 
329 877,50 Me638 478,75 M), Tilgung der 314 60 Vorrechts- 
nleihe 254 372,50 M 63 771,25 M), Rücdlage in den Er— 
teuerungs⸗ und Reservefonds 670 463,30 M(487 295,49 My), 
zisenbahnsteuer 154 636,46 Me(I36 458,33 M), Statutenmäßige 
dantieme 59 211 M (52632 M) und Reingewinn 2 125 000 M 
2000 000 M); auf der Kreditseite stehen unter Betriebs⸗ 
einnahmen verzeichnet aus dem Personen- und Gepäcverkehr 
1529 936,91 M(4083 304,67 M), aus dem Güterverkehr 
1400 681,832 M (4177 426,33 M), Vergütung für Ueberlassung 
»on Bahnanlagen und für Leistungen zugunsten Dritter 
358 258,67 Me(564 107, 30 M), für Ueberlassung von Betriebs— 
nitteln 290 550, 18 Me(300 165,32 M), Erträge aus Veräuße⸗ 
ungen, soweit solche nicht dem Erneuerungs- und Reservefonds 
uufließen, 69 593,00 Me(7 077,78 M) und Verschiedene Ein— 
nahmen 248 242,76 Me(244 947,69 M), insdesamt 10 107 313. 42 
Mark (9437 029,09 M). J 
Die Bilanz weist folgende Zahlen auf: Aktivseite: Bahn⸗ 
anlagekosten usw. 55 028 988,24 M (64 551575,26 M), Wert-⸗ 
bapiere 3154 7238 M (3143 162 M), Guthaben bei Banken 
2805 351 M (2902 100 M,, Debitoren (rückständige Einnah— 
men für 1910) 1954 426 M (1727 485 M), Betriebsvorschüsse 
4630 Me(136 496 M), Materialvorräte 761060 M (772 921 
Mark), laufende, erst 1911 zahlfällige Zinsen bis 31. Dezember 
910: 4015 M (64155 M)y, Kassenbestand am 31. Dezember 
910: 211304 Me(85 387 M), auf der Paossivseite 
tehen verzeichnet: Arttienkapital 25 000 000 M (wie i. V.), 
nusgegebene, noch nicht getilgte 322 00 Schuldverschreibungen 
on 1902 17871500 Me (18 121500 M), Konto für Zuschuß 
des Lübecker Staats zum Bau der Lübed-Schlutuper Eisenbahn 
167 000 Ma(Gwie i. V.), Staatsbeitrag für Bahnhof Lübech 
3590 000 MuGie im V.), Abschreibungskonto 4 764 697, 78 M 
4 492 451 M), 2970 639 Mugegen 2720 639 Mii. V. von dem 
Betrage des Bilanzreservefond,d, zusammen 4083 400 M 
3833 400 M) stellten die Summe der getilgten Schuldver⸗ 
chreibungen dar, Bilanzreservefonds 4005 310 Me(wie im V.), 
Frneuerungs- und Reservefonds 2998664 M (2906799 M), 
Tilgungsfonds 31231 M(26858 M), Rücdhständige Zins- und 
dividendenscheine (einschl. der am 2. Jan. 1911 fälligen Zins⸗ 
cheine für das zweite Halbjahr 1910 320747 Me(326 944 M), 
Zzreditoten (rückftändige Ausgaben für 1910) 2576 501 M 
2146 461 M), Konto fur Eisenbahnsteuer 154 636 Me(136 466 
M), Tantiemen-Konto 59 211 M(2632 M)y und Dividende 
125 000 M(2 000 000 M). 
Erwähnt sei noch, daß am Schlusse des Berichtsiahres 
zerr Senator J. H. Eschenburg, der seit dem 29. Mai 
(803 als Vorsitzender des Ausschusses die Geschäfte der Gesell⸗ 
haft geleitet hat, aus Anlaß seiner Wahl zum Bürgermeister 
er freien Hansestadt Lübech den Vorsitz im Ausschuß nieder— 
zelegt hat. An seine Stelle wurde Herr Senator Rabe vom 
Tusschuß zu seinem Voörsitzenden gewähkst.
	        
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