Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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D. J * 
Ausgabe A. Donnerstag, den 4. Mai 191. 
utαεαιιασ 
Morgen⸗Blatt Nr. 223. 
Tagesbericht. 
Lubeck 4. Mat. 
Zunr Gerichtsvollzieher ernannt hat der Senat mit 
Dienstantritt am 1. d. M den Gerichtsvollziehervertreter Herrn 
W. Ehr. J. B. Quandt. 
Der Bürgerausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung 
die Senatsanträge betr. den staatsseitigen Erwerb des Grund⸗ 
stüdes des Gerbereibesitzers Carl Rohde für 45 000 M, sowie 
einen Nachtrag zu dem zwischen der Baudeputation und der 
Schiffswerft von Henry Koch Altiengesellschaft geschlossenen 
Vertrag über einen Dockliegeplatz der Bürgerschaft zur Mitge— 
nehmigung empfohlen. 
Beitrag Lübecks zur deutschen Südpolarexpedition. Die 
lübeckische Geographische Gesellschaft hat den Senat in einer 
Eingabe ersucht, die deutsche Südpolarexpedition aus Staats— 
mitteln mit einem Beitrage von 2000 Mezu unterstützen. Der 
Senat hat darauf einen entsprechenden Antrag an den Bürger⸗ 
ausschuß gerichtet, den dieser in seiner gestrigen Sitzung ge— 
nehmigte. Hamburg hat die Expedition mit 20000 M, 
Bremen mit 6000 Meounterstützt. 
* Berfsftellung einer neuen Stratze an Stelle der Straßen 
Alter und Kleiner Schrangen. Die Firma Rudolph Karstadt 
bcabsichtigt, ihr an der Johannisstraße, der Breiten Straße 
und dem Alten Schrangen belegenes Warenhaus durch Hinzu—⸗ 
nahme der Nachbarhäuser zu erweitern. Sie wünscht, unter der 
Voraussetzung, daß das alte Epritzenhaus niedergelegt wird, 
den Erweiterungsbau zugleich über die vor dem bisherigen Nöh—⸗ 
ringschen Hause und einem Teil ihres Grundstüces liegende Strecke 
des Alten Schrangen auszudehnen und hat zu dem Zwecke dem 
Slaat, vertreten durch die Baudeputation, ein Kaufgebot ge— 
macht, durch das sie sich bereit erklärt hat, fur das Straßen⸗ 
areal von rund 180 qm 185 000 Meäzu zahlen, auch die an den 
jetzigen Mieter des Spritzenhauses, Herrn Bernhard Nöhring, 
zu zahlende Mieteentschädigung von 6000 Mudem Staat ohne 
Anrechnung auf den Kaufpreis zu vergüten. Die Firma hat 
zich bis zum 14. d. M. an ihr Angebot gebunden. Die Bau⸗ 
beputation hat befürwortet, das Gebot anzunehmen und in 
diesem Anlaß zugleich an Stelle der jetzigen Straßen Alter 
Echrangen und Kleiner Schrangen eine neue Verbindungsstraße 
awischen der Breiten Straße und der Königstraße herzustellen, 
deren Anlegung durch den schon vor Jahren erfolgten staats⸗ 
eitigen Ankauf der auf dem Gelände der neuen Straße stehen⸗ 
den Häuser bereits vorbereitet ist. Fur den Bau der Straßze 
sind von der Baudeputation zwei Pläne entworfen. 
Der Plan A sieht die Durchführung der Straße 
in einem Zuge vor, während nach dem Plan B ein 
Teil des nach der Königstraße zu belegenen, östlichen Straßen⸗ 
zeländes wieder mit Baulichkeiten besetzt werden soll, um welche 
an der Nordseite die Straße mit Fahrbahn und Bürgersteig, an 
der Eüdseite nur ein Bürgersteig herumführt. Die Baudepu—⸗ 
lation hat in erster Linie die Annahme des Planes A befür⸗ 
wortet. Sie hat zugleich den Entwurf eines Gesetzes, betr. 
die Erhebung einer Straßenbauabgabe von den Anliegern der 
neuen Straße, vorgelegt, nach dem die Abgabe für das laufende 
Meter der Straßenfront 1800 M, für die beiden Eckhhäuser an 
der Breiten Straße jedoch im Hinblich darauf, daß sie schon 
jetzt höher bauen können, also weniger im Werte steigen werden 
als die anderen, 7850 Meubetragen soll. Der Senat hat zu den 
von der Baudeputation hinsichtlich der Straßenanlage gemachten 
Vorjchlägen dahin Stellung genommen, daß einem Plan der 
Vorzug zu geben ist, bet dem die neue Straße an ihrer Ost⸗ 
seite einen architektonischen Abschluß erhält. Hierfür ist die Er— 
wägung maßgebend gewesen, daß ein Bedürfnis für eine neue 
die beiden Hauptstraßen der Stadt verbindende Fahrstraße, wie 
das auch im Bericht der Baudeputation ausgeführt ist, nicht 
besteht, und daß durch die Errichtung von Baulichkeiten an dieser 
durch den Blick auf die Marienkirche ausgezeichneten Stelle der 
Stadt eine ästhetische Wirkung von besonderem Reiz erzielt wer⸗ 
den kann. Die Frage, wie der Abschluß der Straße im ein⸗ 
zelnen zu geschehen hat, braucht jetzt noch nicht entschieden zu 
werden. Zurzeit genügt es, wenn die Straße auf der Strecke 
von der Breiten Strabe bis zur Ostgrenze des Hauses Johannis- 
straße Nr. 12 nach den für diese Strecke gemachten Vorschlägen 
der Baudeputation erbaut wird. Bei der Bedeutung der Straße 
erachtet es der Senat für geboten, die Vorschrift zu erlassen, 
daß die Ausgestaltung der Fassaden der Genehmigung des Bau— 
direktors zu unterliegen hat. Das Finanzdepartement hat sich 
dahin geäußert, daß es auch seinerseits der Wiederaufnahme 
des Gedankens, auf dem Gelände der beiden Schrangen eine 
neue Straße herzustellen, zugestimmt, dabei aber betont, daß 
die Erzielung eines höheren Ertrages aus der Straßenbauab⸗ 
gabe ins Auge zu fassen sei. Es sei angemessen, wenn von den 
Eckgrundstücken an der Breiten Straße bis zur Tiefe von 20 m 
don der Breiten Straße an gerechnet 2000 M, bei den übrigen 
Grundstücken bis an die Ostgrenze des Hauses Johannisstraße 
Nr. 12 1500 Mifür das laufende Meter Front erhoben werden. 
Der Senat hat dem Kaufangebot und den Vorschlägen der Bau—⸗ 
deputation wie des Finanzdepartements zugestimmt und beab⸗ 
zichtigt, sie nunmehr zur Mitgenehmigung der Bürgerschaft zu 
jtellen. Der Bürgerausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung 
die Anträge des Senates mit der Abänderung der Bürgerschaft 
zur Mitgenehmigung ampfohlen, daß für den an die Firma 
Rudolph Karstadt zu verkaufenden Straßenteil 250 000 Mistatt 
185 000 Migefordert werden. 
Die Oriskrankenkasse in Lübeck hatte am 1. Mai 1911 
21928 Mitglieder gegen 19 747 im Jahre 1910. Auf Männer 
entfielen davon 16287 (1910: 13585), auf Frauen 6641 
(1910: 6162). Erwerbsunfähig krank waren am letzten April 
Männer 328 (1910: 299) und Frauen 263 (1910: 267). Aus—⸗ 
weisscheine für Familienangehörige zur Inanspruchnahme ärzt⸗ 
licher Behandlung wurden im April: 1358 (1910: 1306) er⸗ 
teilt. Sterbegeld wurde im April für Mitglieder in 19 Fällen, 
füür Angehörige in 23 Fällen gezahlt. Uebertretungen erwerbs— 
unfähiger Mitglieder gegen die satzungsmähigen Verwaltungs— 
vorschriften waren in 16 Fällen mit Strafe zu belegen. Wegen 
verspäteter Meldung zur freiwilligen Fortsetzung der Mitglied— 
schaft im Anschluß an die beendete versicherungspflichtige Be— 
hãftigung haben im April 18 Abweisungen erfolgen müssen. 
Die freiwilligen Kassenbeiträge müssen Mittwochs und 
Donnerstagz tunlichst in den Vormittagsstunden entrichtet 
Mrden, 
4 
Lübecer Vcberlandzentrale. Zur Vorbereitung auf den 
Anschluß des Fürstentums Lübeck an die Ueberland⸗ 
entrale Lübeck fand für die Gemeinden Süsel und 
ZSiblin in Ecelsdorf Dienstag eine Hauptversamm⸗- 
ung statt. Die Regierung war vertreten durch 
derrn Assessor Hass kamp, die Landwirtschaftskammer durch 
Zerrn Generalsekretär Dr. Ree der⸗-Eutin und die Ueber⸗ 
andzentrale durch die Herren Direktor Schwennicke und 
Dr. Windel-Lübeck. Zum Vorsitzenden wurde der Vor—⸗ 
itzende des Landwirtschaftlichen Vereins Susel berufen. Assessor 
hasskamp eröffnete die Versammlung und erklärte, daß der 
irsprüngliche Plan, im Fürstentum eine eigene Zentrale zu 
zründen, aufgegeben sei. Die im Lande stattfindenden Ver— 
ammlungen hätten den Zweck, dem Landesverband eine Un—⸗ 
lerlage zu schaffen für den Anschluß des Fürstentums an die 
leberlandzentrale Lübeck. Bisher habe aus Mangel an dieser 
Unterlage kein definitiver Abschluß erfolgen können. Der Van⸗ 
desverband plane, im Zentralpunkt des Landes, etwa Bahnhof 
Hieschendorf, eine Transformatorenstation einzurichten zum Be—⸗ 
ug des Stromes für das ganze Land von der Ueberland⸗ 
entrale und von hier aus den Strom in die Gemeinden zu 
eiten. Die Hälfte des Landes habe bereits ihre Versammlungen 
zehabt zum Zwedk der unverbindlichen Zeichnung von Licht⸗ 
ind Kraftbedarf mit folgendem Resultat: Lampen, Glühlampen 
3968, Bogenlampen 118; Motoren, Pferdestärken 174884, Stüch 
343. Aus dem aufklärenden und instruktiven Vortrag des Herrn 
Direktors Schwennicke verdient hervorgehoben zu werden, 
daß das Problem des Melkens mittels elektrischer Energie 
scheinbar gelöst sei. Wichtig war ferner die Bemerkung auf 
eine Anfrage aus der Mitte der Versammlung, daß die Ueber⸗ 
andzentrale es als ihre Pflicht erachte, etwaige neue Erfin⸗ 
dungen, die eine Verbilligung des Stromes ermöglichen, den 
Anschlüssen nutzbar zu machen. Der vorläufige Abschlußpreis 
ür Licht werde 48 Pfg. und für Kraft 20 Pfg. für die Kilo⸗ 
vattstunde betragen. Alle Ausführungen des Redners wurden 
zurch Bilder illustriert und durch Zahlen gedeckt. Herr Dr. 
Windel schloß mit den Vertretern der einzelnen Dorfschaften 
Versammlungen für die nächsten Tage ab zwecks Zeichnung 
»on Licht- und Kraftbedarf. Herr Dr. Reeder empfahl ein— 
zehend und die Ausführungen der Vorredner bestätigend, den 
Anschluß an die Zentrale mit der Bemerkung, daß das ganze 
Projekt an der Beurteilungsstelle der Landwirtschaftskammer 
ür Schleswig-Holstein in Kiel geprüft werde. Redner lud 
am Schluß ein zu einer Reise nach Braunschweig und Han— 
iover zum Studium des dortigen elektrischen Betriebes in Land⸗ 
wirtschaft und Gewerbe. Der Vorsitzende schloß die Versamm⸗ 
rung mit dem Wunsch einer baldigen Realisierung des Landes— 
unschlusses an die Ueberlandzentrale. 
Ein Nachklang zur Maifeier. Zu einer Mitteilung im 
Volksboten, daß wegen Differenzen die Sperre über die Platten— 
fabrik Villeroy K Boch verhängt ist, geht uns von der ge⸗ 
tannten Firma die Erklärung zu, daß sie zwar einen großen 
Teil ihrer Arbeiter wegen Teilnahme an der Maifeier, aber 
keineswegs wegen Lohnforderungen, ordnungsgemäß entlassen 
und ausgelohnt hat. Die Firma ist der Meinung, es könne 
weder von Streik noch von Aussperrung die Rede sein, da die 
Arbeiter vor der Teilnahme an der Maifeier gewarnt und 
demnach das Verhältnis zu den Arbeitern als vollständig gelöst 
u e rachten wäre. 
Der Sosenrod und immer wieder der Hosenrock. Diens⸗ 
zag abend gegen 6 Uhr zeigte sich wieder einmal eine Dame 
im Hosenrock in der Breiten Straße und erregte dadurch ge— 
waltiges Aufsehen. Eine Verkehrsstörung war die Folge, da 
tich um diese Zeit ein großer Verlehr über die Breite Straße 
zewegte. Die Dame mußte sich schließlich in einen Laden 
rlüchten und wurde von dort aus von der MPolizei, 
die kaum die Ordnung aufrecht erhalten konnte, in einen 
Straßenbahnwagen geleitet und so den neugierigen Blicen 
ver Menge entzogen. 
Bleswig⸗Holstein. 
KeteJ, 4. Mai. Die Zeesenfischerei, die auch in 
diesem Jahre wieder in der westlichen Ostsee umfangreich betrieben 
vird, fuhrt zeitweise zu einer so starken Benutzung des 
Fischerlegers, daß die Fangboote dort gar nicht unterzubringen 
ind. Am Dienstag waren 17 Fahrzeuge vertreten. Aus diesem 
Anlah mußte auch der Platz zwischen den Brücken 1 und 2 den 
Fischerbooten als Liegestellen überlassen werden. — Die däni— 
che Heringseinfuhr ist anhaltend sehr lebhaft. — Ver⸗ 
zaftet wurde auf dem Bahnhof eine aus Königsberg stam⸗ 
nende Haushälterin. Sie war ihrem am Knooper Weg woh—⸗ 
enden Hausherrn mit 40 Medurchgegangen und hatte das Geld 
zis auf 20 Meäausgegeben. Bei ihrer Verhaftung gab sie an, 
ie hatte das Geld wegen einer früheren Lohnforderung an sich 
zjenommen. — Erschossen hat sich Dienstag abend am Mie— 
nannsweg ein junger Kaufmann. Seine Leiche wurde Mitt—⸗ 
voch früh von einem Laternenwärter gefunden. Neben der Leiche 
ag der Revolver. 
Sonderburg, 4. Mai. Die Einweihung eines 
Zeemannshauses für Unteroffiziere und Mannschaften der 
aiserlichen Marine, san der Prinz und Prinzessin Heinrich, Groß⸗ 
idmiral v. Koester als Worsitzender der Gesellschaft See— 
nannshaus, Vertreter des Reichsmarineamts, Oberpräsident von 
Bulow, sowie Abordnungen von Marine⸗ und Militär-Ver— 
inen teilnahmen, erfolgte gestern hierselbst. Auf der Reede 
vor Sonderburg ankert das erste Geschwader der Hochseeflotte. 
Prinz Heinrich als Protektor der Gesellschaft Seemanns- 
zaus übergab das Haus in die Obhut der Geschäftsführung 
ind wünschte dabei, daß es den jungen Seeleuten das Eltern⸗ 
saus ersetzen mͤge. Vom Kaiser traf ein Radiotelegramm 
iber Pola ein, in dem er dem Prinzen Heinrich seinen Dank 
wrusspricht für seine Fürsorge fur das Seemannswesen und zu⸗ 
zleich seine Bereitwilligkeit ausdrückt, einige Bilder für die 
Räume zu stiften. Nach einem Rundgang wurde ein Frühstüd 
zingenommen, zu dem zahlreiche Einladungen ergangen waren. 
SGroßherrogtümer Moclenburg. 
Schwerin, 4. Mai. Durch die proiektierte 
Bahnlinie Uelzen-Dannenberg ist die Provinz Han⸗ 
nover ganz besonders interessiert an dem dem preußischen Land⸗ 
tage vorgelegten Eisenbahnanleihegesetz, welches zum Bau dieser 
Bahnstrecke die Summe von 5 635 000 Mäeinstellt. So ist denn 
zegründete Aussicht vorhanden, daß im nächsten Jahre mit 
»em Bau dieser Strecke begonnen wird, die eine direkte Ver— 
zindung der Stadt Hannover und Westfalen mit Mecklen⸗ 
zurg und Vorpommern (Kudwigslust, Schwerin, 
Rügen usw.) herstellt, und um die sich die Interessenten 
in vielen Petitionen 40 Jahre lang bemüht haben. Zwar 
st diese Strecke in dem Entwurf nur als Nebenbahn bezeichnet, 
und es ist daher anzunehmen, daß die im Februar d. J. ein⸗ 
gzereichte Pelition an den Eisenbahnminister Erfolg gehabt hat 
velche e rfuchte, den Bau der Bahn AUelzen—Dannenberg, als 
ür ihr wirischaftliches Interesse dringend erforderlich (Einzelne 
Rrischaften sind bis zu 20 kmevon einer Bahn entfernt, Briefe 
»on Hamburg und anderen Großstädten können sehr oft erst 
im dritten Tage bestellt werden), in der letzten Herbst ver— 
nessenen guten Mittellinie bald zur Ausführung brdagen zu 
asjen?» Demgegenüber war nämlich in den Ende v. J. ge— 
nachten Eingaben der Handelskammer von Hannover und Lüne⸗ 
durg hervorgehoben worden, daß diese Strecke in einer mehr 
nördlichen Abweichung von der vermessenen „nur als Haupt⸗ 
zahn mit durchgehendem Eil- und Schnellzugsverkehr rentabel 
ei und berechtigte Wünsche aller beteiligten Kreise zu be— 
riedigen vermöge“. Doch ist anzunehmen, daß bei dem Bahn⸗ 
zau in der vermessenen Linie, welche einen Boeen in südlicher 
Richtung macht, auch darauf Bedacht genommen wird, daß 
die Strecke ohne Schwierigkeiten auch für den Schnellzugsver⸗ 
ehr benutzt werden kann. 
88 Grevesmühlen, 4. Mai. Im Zwanags⸗ 
dersteigerungsverfahren wurde die Gastwirtschaff 
Vielbeck (2588 qm groß) am Vielbecker See für 12000 W 
an Fuhrmann Berens sen. verkauft. 
⸗Rehna, 4. Mai. Das Schützenfest wird vom 24. 
bis 26. Juli abgehalten werden. 
Rehna, 4. Mai. Vor einer knifflichen Ent— 
cheidung befand sich das hiesige Schöffengericht. Eine 
randmannsfrau hatte die Hälfte eines Schweines an einen 
Städter verkauft. Sie erhielt nach dem Schlachten eine Straf⸗ 
»erfügung, weil sie die Fleisch- und Trichinenschau unterlassen 
zatte. Auf Einfspruch wurde sie nebst dem Käufer vom Schöffen⸗ 
gericht jedoch freigesprochen, weil sie die Hälfte des 
Schweines in ihrem eigenen Haushalt verwenden wollte und 
iach dem Reichsgesetz dies Fleisch nicht untersucht zu werden 
»raucht. Auch wäre sie nicht verpflichtet gewesen, die ver⸗ 
laufte Hälfte untersuchen zu lassen, da das Schwein gemein⸗ 
chaftlich geschlachtet wäre und somit im Mäteigentum beider 
Personen gestanden hätte. Die Staatsanwaltsichaft hielt eine 
Berufung gegen dies Urteil für aussichtslos 
Sportnachrichten. 
Der Deutsche Schwimmertag findet vom 3. bis 6. Juni 
(Pfingsten) in Aachen statt. 
Für die Elbmotorfahrt von Leitmeritz nach Verlin sind 31 
(17 deutsche und IG Aεανrειche) Meldungen eingegangen. 
Reisen, Bäder und Sommerfrischen. 
Langenschwalbach, im April 1911. Die Vorbereitungen fün 
die kommende Saison sind beendet. Unter ihnen nimmt heuer 
die wichtigste Stelle die Neufassung der Champagnerquelle, 
ines Seitentriebes des Weebrunnens, durch Ingenieur Scherrer 
ein. Durch diese Neufassung und die gleichzeitige Heritellung 
eines neuen Mineralwasferreservoirs am Weinbrunnen wird 
dia Menge und die Qualität des für unsere natürlichen Kohlen—⸗ 
urebäder zur Verfügung stehenden Mineralwassers noch we— 
sentlich vermehrt und verbessert. — Sportfreunden wird es 
ieb sein zu hoͤren, daß die Kurverwaltung, die die Unter⸗ 
haltung und Verwaltung des Golfspielplatzes und des Golf— 
tlubhauses ubernommen hat, eine Reihe von Erweiterungen 
und Verbefserungen des Spielplatzes durchgeführt hat. Die 
deitung des Spiels behält übrigens nach weie vor der Golf— 
ad. Saua onnen den Plas benutzen, ohng Mitglieder zu 
por 
57* Lübecher Rudergesellschaft von 18883. Das Anrudern 
mit Damen findet am Sonntag, dem 7. Mai nach Campow 
tatt. Die Abfahrt von der Moltkebrücke erfolgt um 10 Uhr 
»ormittags, die Ankunft in Campow um 1 Uhr mittags. Im 
hotel „Seegarten“ soll das Mittagessen gemeinsam einge— 
iommen werden, denn folgt ein Tanz. Die Rückfahrt ist zu 
u4 Uhr geplant. — Für die Mitglieder und für die Damen, 
die sich nicht an der Ruderpartie beteiligen, stehen Motorboote 
zur Verfügung. 
b. Der Lübecker Schuͤtzenverein hat in diesem Jahre 
ine Neuerung in seinem Schießprogramm aufgenommen, welche 
rerdient, daß sie die Unterstützung aller vaterländisch gesinnten 
dreise findet, nämlich das Jugendschießen. Mit dieser Ein— 
ichturgg will der Verein jungen Leuten über 16 Jahren 
Helegenheit geben, sich im Schießen mit dem Armeegewehr 
zu üben. Um irrigen Anschauungen entgegenzutreten, sei von 
»ornherein bemerkt, daß hiermit nicht etwa eine militärische 
Vorbildung bezwedt wird, welche den maßgebenden Kreisen 
aur unerwünscht sein kann, sondern lediglich der Jugend 
Helegenheit gegeben werden soll, sich eine gewisse Schiekfertig⸗ 
teit anzueignen und sich mit der Waffe vertraut zu machen. 
Der Schützenverein stellt den Teilnehmern dieses Schiehens die 
erforderlichen Armeegewehre unentgeltlich zur Verfügung und 
ist somit allen jungen Leuten Gelegenheit geboten, sich ohne 
rhebliche Unkosten an den Uebungen zu beteiligen, und sollte 
edermann bemüht sein, den Verein in diesen uneigennützigen 
Bestrebungen zu unterstützen. 
b. Wohltätigkeits-Vorstellung. Sonntag wiederholt der 
Zübecker Dilettanten-Verein (Dramatische Gesellschaft von 1907) 
die seinerzeit im Konzerthaus Flora veranstaltete Wohltätigkeits⸗ 
Vorstellung zum Besten der Kasse des Blumentages. Diesmal 
indet die Vorstellung im Hansa-Theater statt. Die gute Auf⸗ 
nahme seitens des Publikums und die überaus freundliche 
Beurteilung von seiten der Presse des zur Aufführung ge— 
iangenden Stückes „Haus Lonei“, Lustspiel von Adolph 
LArronge, verbürgen den Besuchern einen genußreichen Abend. 
Eröffnet wird derselbe wieder durch einen Prolog von Karl 
Kindermann. So steht zu erwarten, daß diesmal ein nennens⸗ 
werter Ueberschuß erzielt werden wird. 
p u Fe Deffentliche Trinkerfürsor gestelle Lübed (Parade 
ält die naͤchste Sprechstunde Frejtag von 8 bis J. 
Dhe wbste Sotegltunde Frestag Len 8 bis T. M
	        
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