Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Wöchentlich 18mal (Wochentags morgens und 
abende, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 8,80 Warl einschließlich 
Sringgeld in Lũbeck. Durch die Post bezogen ohne 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübeck 
Beiblatt: Gesetz und Verordnungsblatt tR 
—— 222— —5660 
161. Jahrgang Rachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
aine muunterdeo dene deth der Iahrenoe dee tbetshen gürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren 
eod zJende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebr üder Borchers G. m. b. S. in Lübed. — Seichäftsstelle Adreß bdaus (Köniaftr. 468) Fernjprecher gooo u. ol. 
Ausgabe Große Ausgabey Mittwoch, den 19. April 1911. 
Morgen⸗Blatt NUr. 195. 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
Umfang der heutigen Rummerß 5—— 
luchtamtlicher Teil. 
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nachdem der chinesische Botschafter Tokio verlassen hatte, kehrte 
der japanische Botschafter in Peking, der zu Verhandlungen 
mit seiner Regierung nach Tokio gegangen war, in größter Eile 
nach Peking zurück 
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Wet. Newuork, 18. April. Aus Douglas wird gemeldet: 
J Die Rebellen räumten heute früh Agua Prieta. Die Regie— 
rungstruppen besetzten den Ort bei Tagesanbruch. 9 
Wt. Washington, 18. April. Die Regierung von Mexiko 
gab Taft die Versicherung ab, daß die Vorkommnisse von 
Agua Prieta sich nicht wiederholen werden. An der Grenzi 
werde künftighin eine Politik strenger Zurückhaltung befolgt 
Besuch des Präsidenten Fallioͤres in Tunis. 
W. Biserta, 18. April. Präsident Fallières ist heute früh 
hier eingetroffen. 
W. Biserta, 18. April. Zur Begrüßung des Präsidenten 
Fallieères ist außer dem englischen und italienischen Geschwader 
nich ein smanischer Kreuzer eingetroffen. Unmittelbar nach der 
Landung richtete Präsident Fallidres an die Könige von Eng⸗ 
and, Italien und Spanien Depeschen, in denen er ihnen für 
den neuen Beweis der Sympathie dankt und seine Bewunderung 
aͤber die schönen Schiffe ausdrückt. 
W. Paris, 17. April. Marineminister Delcasse, der den 
Präsidenten nach Tunis begleitet, wird sich ubermorgen an Bord 
des Panzers „Ernest Rénan“ von Biserta nach Korsika zur 
Besichtigung der Küstenbefestigungen und sodann nach Toulon 
begeben, wo er die verschiedenen Anlagen der Kriegsmarine und 
mehrere Kriegsschiffe in Augenschein nehmen wird. 
Wt. Biserta, 18. April. Präsidont Fallières empfing an 
Bord des Kriegsschiffes die fremden Admirale und bestieg 
sodann mit seinem Gefolge einen Torpedobootszerstörer, wo— 
rauf er die Parade über das englische und das italienische 
Geschwader sowie den spanischen Kreuzer abnahm. Später 
hesuchte der Präsident die Kommandanten der fremden Schiffe 
und ging darauf an Land. Sräter fand ein Festmahl statt, bei 
dem Präsident Fallidres einen Trinkspruch auf das Gedeihen 
des Schutzgebietes ausbrachte und sein Glas zu Ehren der 
Souveräne erhob, die ihn in den Gewässern Bisertas durch 
Kriegsschiffe begrüßt und dadurch Frankreich einen Beweis 
ihrer hohen Sympathie gegeben haben. 
heer und Flotte. 
W. Berlin, 18. April. Reichspostdampfer „Lützow“ mit 
einem weiteren Teil der aus dem Kiautschougebiet abgelösten 
Offiziere und Mannschaften ist auf der Heimreise am 15. April 
in Colombo (Ceylon) eingetroffen und hat am 16. April die 
Reise nach Aden fortgesetzt. „von der Tann“ ist am 17. April 
von Bahia, „Iltis“ am 17. April von Schanghai, Flußkanonen— 
boot „Vaterland“ von Wuhu, „Luchs“ am 18. April von 
sankau, „Eber“ am 18. April von Monrovia abgegangen. 
„Albatros“ ist am 18. April von Kiel nach Cuxhaven gegangen. 
Der Verband der Schul- und Versuchsschiffe, ohne „Württem— 
derg“ und die 12. Halbflottille ist am 13. April in Kiel, 
„Württemberg“ in Flensburg, die 12. Halbflottille in Lübeck 
eingetroffen. „Emden“ ist am 18. April in Nagasaki und 
Flußkanonenboot „Vaterland“ am 18. April in Nanking ein— 
getroffen. 
Reueite Nachrichten und Telegramme. 
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Zählkandidaturen der Sozialdemokratie. 
D. Lübeck, 19. April. 
Fortgesetzt wird in der sozialdemokratischen und links— 
liberalen Presse das Wort Bebels in seiner letzten Hambucger 
Kandidatenrede behandelt: „Lieber vier Millionen Stimmen 
und fünfzig Mandate, als drei Millionen Stimmen und hundert 
Mandate.“ 
Daß diese Taktik der vulgären Auffassung innerhalb der 
ESozialdemokratie durchaus entspricht, das haben inzwischen zahl⸗ 
reiche Kommentare in den führenden Blättern der Sozial⸗ 
demokratie zur Genüge bewiesen. Der Linksliberalismus aber 
hat sofort gegen diese Taktik Protest erhoben, weil sie 
zweifellos zu falschen Stichwahlen führe und die Macht des 
schwarz⸗blauen Blocks nicht erheblich vermindern werde. Es 
ließen sich aber auch bis dahin einflußreiche sozialdemokratische 
Stimmen vernehmen, welche eine gewisse Kritik an Bebels 
Rat — selbstverständlich in vorsichtiger Form — in sich 
schlossen. So hat Dr. Franz Mehring zu allgemeiner Ver— 
wunderung in der führenden Wochenschrift der Sozialdemokratie, 
der Neuen Zeit, mit einer gewissen Genugtuung davon ge— 
sprochen, daß „eine freisinnig-sozialdemokratische Taktik ins 
Bereich der Möglichkeit gerückt ist.“ Neuerdings unternimmt 
sogar Kautsky, den man nicht mit Unrecht den hohen 
Priester des unverfälschten Marxismusgenannt 
hat, unter dem Schein einer Rechtfertigung von Bebels Rat 
den Versuch der Sozialdemokratie klar zu machen, daß sie 
nicht allein auf der Welt stehe und deshalb die ganze Wucht 
ihres Angriffes gegen jene richten müßte, die im gegebenen 
Moment für das Proletariat die Gefährlichsten und Schäd— 
lichsten sind 
Daß gerade Kautsky so etwas schreibt, muß allerdings 
überraschen. Sollen aber diese Worte wirklich einen Sinn 
haben, dann können sie nur so verstanden werden, daß die 
Wucht des Angriffs sich gegen Konservative und Zentrum 
richten müsse und dann im „gegebenen Moment“ sind ganz 
weifellos diese beiden Parteien für das Proletariat die Ge— 
fährlichsten und Schädlichsten. Wenn also Herr Kautsky schreibt: 
„Wir haben in unserer Wahlagitation nicht bloß die gesamte 
bürgerliche Gesellschaft zu bekämpfen, sondern auch zu trachten, 
den augenblicklich Schlimmsten des arbeitenden Volkes eine 
Niederlage zu bereiten“, so kann er die von Bebel empfohlene 
Wahltaktik des Stimmenzählens unmöglich für die in der 
gegenwärtigen Lage klügste und richtigste halten. In den 
Reihen der Linksliberalen wird denn auch diese neueste Auf— 
fassung Kautskys als ein Zeichen eines wichtigen taktischen 
Umsschwunges in der Sozialdemokratie beurteilt. 
Ob das mit Recht geschieht, steht freilich noch sehr dahin. 
ks entspricht nicht nur der von jeher geübten 
sozialdemokratischen Taktik, möglichst zahl— 
reiche Zählkandidaturen ohne Räcksicht auf irgendeine 
andere bürgerliche Partei aufzustellen, sondern es sind 
auch tatsächlich jetzt bereits wieder in außerordentlich vielen 
Wahlkreisen sozialdemokratische Zählkandidaturen proklamiert, 
die nicht zur Schwächung, sondern zur Unterstützung der 
konservativ-klerikalen Mandatsbewerber führen müssen. Solche 
Zählkandidaturen zurüchzuziehen, ist aber in der Sozialdemo⸗ 
kratie noch schwieriger, als in anderen Parteien. Deshalb 
können wir nicht recht an den taktischen Umschwung, den die 
Linksliberalen erhoffen. glauben. 
Japanischer Staatsstreich gegen China. 
Telegramm., 
Der Newyork Herald bringt eine Meldung seines Kor— 
kespondenten aus Schanghai, wonach der chinesische Gesandte in 
Tokio die Stadt plötzlich verlassen haben soll, um unverzuglich 
persönlich der Pekinger Regierung die Meldung eines ge— 
plantenjapanischen Staatsstreiches gegen China 
zu überbringen. Japansoll die Absicht haben, die Kon⸗ 
trolle ber die gesamteschinesische Diplomatie 
in seine Hände zu bekommen. In Peking sollen Be— 
stechungen durch iapanische Beamte vorgekommen sein. Auch soll 
apan Waffen nach Peting eingeschmuggein haben Der japani⸗ 
sche Gesandte in Peling, der gegenwärtig in Tokio weilt, um 
mit seiner Regierung zu konferieren, ist auf die Nachricht von 
der plötzlichen Abreise des chinesischen Gesandten nach Peking 
gleichfalls unverzüglich nach Peking zurückgekehrt. 
J Der Korrespondent des Newyork Serald meldet aus 
Schanghai: Ich bin autorisiert festzustellen, daß der chinesische 
Botschafler in Tolio auf eigene Verammwortung hach Peking ge⸗ 
lommen ist, um zu berichten, daß Japan einen Staatsstreich vorbe⸗ 
reitet. um Kontrolle über die chinesische Verwaltung zu be—⸗ 
kommen. Zur Unterstützung des Plans sind große Mengen 
Waffen in Peking eingeschmuggelt worden, indee soll versucht 
werden, ein kaiserlich chinesisches Dekret zu erzwingen. Sofort 
Fez wird noch mehr eingeschlossen. 
Meldungen, die der Madrider Imparcial aus Fez vom 
9. April erhalten hat, besagen, daß der Stamm der Beni 
Angam abgefallen sei. Die Einschließ ung der Stadt 
Fezwürde dadurch enger werden. An dem genannten 
Tage hat die Artillerie unter Leitung des Obersten Mangin 
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beschossen. Die Beni Mter haben das Gebiet der Mtaru 
Ladyamaa verwüstet, zahlreiche Eingeborene getötet und 
das Haus Bagdadis verbrannt. Die Konsuln haben den 
FSuropäern dringend angeraten, Feznicht zu verlassen. 
Die Lage sei ernst und könne sich nur durch das Erscheinen 
der unter dem Befehl Bremonds stehenden Mahalla bessern. 
W. Tanger, 16. April. (Agence Havas.) Infolge des 
Abfalls der Beni Snadden und der Beni Uarain im Südosten 
»on Fez hat der Sultan die Mahalla, welche gegen die Sche— 
arda operiert, zurückberufen. Der französische Konsularagent 
von Alkassar konnte dem Kommandanten der Mahalla Bre— 
nond Geld und Munition überbringen. Bremond führt die 
Mahalla trotz des außergewöhnlichen starken Regens zurück 
In der Gegend von Gharb ist alles ruhig. 
W. Madrid, 17. April. Nach einem Telegramm der 
zZeitung El Mundo aus Fez vom 9. April haben die Beni 
Angam zusammen mit den Beni Mitern einen Angriff auf die 
dauptstadt unternommen, deren Tore sie geschlossen fanden. 
Die Zahl der Verteidiger der Stadt ist schwächer geworden. 
Es beginnt an Lebensmitteln zu fehlen. 
W. Tanger, 16. April. Nach einem von der Mahalla des 
Sultans hier eingetroffenen Brief hat am 9. d. M. ein Kampf 
nit den Scherarda, die von den Beni Mter Verstärkungen er— 
jalten hatten, stattgefunden, in dessen Verlauf die Scherarda 
‚»ehn und die Beni Mter vierzig Tote hatten. Es geht aus dem 
Briefe nicht hervor, ob das Gefecht unter den Mauern von 
Fez stattfand, oder ob die Mahalla in den Kampf verwickelt 
var. 
W. Paris, 17. April. Der Marinepräfekt hat gestern den 
Befehl erhalten, das Transportschiff „Vinh Long“ auszurüsten, 
das sich nach Marokko begehen soll. 
Wt. Paris, 18. April. Nach einer Meldung aus Fez 
»om 9. April konnte der Bevollmächtigte des Sultans, Ben 
Habrit, der die Genehmigung zum Abschluß einer neuen 45- 
Millionen-Anleihe erhielt, die Hauptstadt nicht verlassen, da die 
zerbindungen abgeschnitten sind. Tausend Mann vom Stamme 
Beni Uarain fielen dom Sultan ab, teilten sich in drei Gruppen 
ind beschossen die Vorposten im Süden und Osten von Fez, 
die ebenso wie die Angreifer einige Tote hatten. Mehrereé 
Aufwiegler wurden verhaftet. J 
Wt. Varis, 18. April. Aus Fez wird vom 12. April 
gemeldet, der als Friedensunterhändler zu den Beni Mters 
entsandte Scherif Amrani ist von diesen ausgeplündert, ge— 
chlagen, und völlig entkleidet zurückgeschickt worden. Die Beni 
Mter zu Uargin und Diamax näherten sich nachmittags der 
Ztadt und griffen die Posten an, mußten sich aber, als sämt— 
iche Streitkräfte des Machsen ausrückten und sich ihnen entgegen⸗ 
tellten, unter Zurücklassung mehrerer Toter zurückziehen. Die 
Truppen des Machsen hatten 3wei Tote und mehrere Ver— 
vundete. 
Mit. Blidah, 18. April. Ein Bataillon des ersten alge— 
rischen Schützenregiments wurde mobil gemacht, um nach Ma— 
rokko gesandt zu werden. 
Der Kaiser in Korfu. 
Wt. Korfu, 18. April. Der Kaiser verweilte von 12 
bis 4 Uhr bei den Ausgrabungen in der Nähe von Garitza, 
die Kaiserin kürzere Zeit. Zugegen waren dort auch Professor 
Deerpfeld und Mr. Armour, der mit seiner Jacht hier einge— 
troffen ist. Beide Herren wurden zur Abendtafel auf das 
Achilleion geladen. Nachmittags war bei den Maiestäten auf 
Achilleion ein Tee, an dem die Königin-Mutter von Enaland 
und der König der Hellenen teilnahmen. 
Die Eröffnung des 12. Sistorikertages in Braunschweig. 
W. Braunschweig, 18. April. Der 12. Historikertag wurde 
heute vormittag in Gegenwart des Regenten und seiner Ge— 
mahlin von Professor Brandi⸗Göttingen feierlich eröffnet. Kultus—⸗ 
minister Wolf hielt eine warmempfundene Ansprache. Stadtrat 
v. Frankenberg begrüßte den Historikertag im Namen des Stadt⸗ 
magistrats. Brandi betonte, daß es dem Historikertag zum 
ersten Male vergönnt sei, in Gegenwart eines deutschen Fürsten— 
daares zu tagen. Hierauf wohnten der Herzog und die Herzogin 
den Vorträgen und der anschließenden Diskussion bei. Am Nach— 
mittag begeben die Teilnehmer sich zur Besichfigung nach Wolsen— 
hüttel. 
— 
Kãmpfe an der merikanischen Grenze. 
W. Newvort, 18. April. Das Staatsdepartement forderte 
von der mexikanischen Regierung die bindende Versicherung, daß 
ich der Grenzzwischenfall bei Agua Prieta nicht wiederholt. Die 
merikanische Kavallerie mußte die Bewohner von Douglas ge⸗ 
baltsam daran hindern, über die Grenze zu eilen und den In— 
urgenten zu helfen. 
W. Newyork, 18. April. Nach einer telegraphischen Mel— 
dung aus Douglas überschritt der Führer der Insur— 
enten in Agua Prieta, Garaia, in der vorigen Nacht die 
hrenze. Er ergab sich für seine Person dem Fuührer der ame— 
ikanischen Truppen. Der Kampf hörte um 1053 Uhr auf. Die 
Aufständischen blieben im Besitz aller Stellungen. 
W. Washington, 18. April. Präsident Taft lehnte es 
ib, den amerikanischen Truppen den Befehl zum Ueberschreiten 
der Grenze zu erteilen, da er Besorgnis hegt, daß das Ueber—⸗ 
chreiten die mexikanische Bevölkerung gegen die Tausende von 
Amerilanern erbittert, die in Mexiko wohnen. Der Präsident 
erteilte den Einwohnern von Douglas den Rat, sich aus der 
jefährdeten Zone zurückzuziehen. 
W. Washington, 18. April. (Meldung der Associated Preß.) 
Präsident Taft läßt dem Kongreß keine Sonderbotschaft über 
ie Lage in Mexiko zugehen. Man glaubt, daß es die Partei— 
ũhrer des Kongresses, da alle Tatsachen gegeben sind, es für 
hre Pflicht halten, irgend eine, auf eine Inlerbention abzielende 
ktion einzuleiten 
Die Antersuchung gegen Direktor Hamon. 
W. Varis, 18. April. Es verlautet, die Untersuchung gegen 
den verhafteten Kassendirektor des Ministeriums des Aeußtzern 
damon ergab bereits zahlreiche Fälle von Betrug und Verun— 
reuungen. Es soll festgestellt sein, daß Hamon aus dem 
ßeheimfonds des Ministeriums 73 000 Francs entwendete. Ein 
Maler, der für die Gebäude der Wiener Botschaft Arbeiten für 
17 000 Francs ausgeführt hat, erhielt die Summe nach mehr 
jährigem Drängen, mußte aber eine Empfanasbescheinigung über 
30 000 Francs ausstellen. 
Zum Ord ensschwindel. J 
W. Varis, 18. April. (B. 3. am Mittag.) Die Ordens⸗ 
ichwindelaffäre nimmt durch tägliche Enthüllungen einen cußer— 
ordentlichen Charakter an. Clementi gründete u. a. einen Wohl⸗ 
fätigkeitsserein. Die Miitglieder erhielten für 8 Franks eine 
Mitgliedskarte. Gleichaeitig wurden ihnen gegen Entgelt all—
	        
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