Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

10 mal Majsern, 8 mal Scharlach, 2 mal Wochenbettfieber 
nd I mal Unterleibstyphus. Gewalsamen Todes 
larben 8 davon 4 durch Selbstmord, 1 durch Totschlas und 
durch Berungluckung. Die Wanderungsbewegung endete mit 
inem Veriust von 480 Personen; 1487 3uzugen standen 1076 
Abzuge gegemiber. Im ersten Viertelia hr wurden ins 
zesamt 121 (115) Eheschließungen, 538 (623) Geburten und 390 
389) Sterbefälle registriert; der Geburtenüberschuß stellte sich 
nithin auf 146 (234). Aber die Wanderungen brachten inen 
Hevõlkerungsverlust von 570 (613) Personen, denn 4022 3980) 
Juzügen standen 4802 (4793) Abzüge gegenüber. Lübeck hat 
nfolgedessen im ersten Quartal 422 (579) Einwohner verloren. 
Eenn 501ähriges Meifterjubiläum feiert am 18. April 
der Botlichermeister P. ß. Hübscher, hierselbst, Sunde⸗ 
traße 40. Der Jubilar, der im 78. Lebensjahre steht und sein 
handwerk während 50 Jahren im Hause Hundestraßze 40 un⸗ 
interbrochen ausüben konnte, wurde am 18. April 1861 noch 
rach den alten Zunftbestimmungen und Brãuchen als Meister 
ingeschrieben. Sein biederer Charalkter und seine Zuver lä ssi g⸗ 
eit haben ihm eine allgemeine Beliebtheit gesichert, sodaß es 
em alten Meister an feinem Ehrentage nicht an Aufmer ksam⸗ 
oiten fehlen wird. 
Stellenbesetzngen in der Marine. Kapitän 3. S. Ties⸗ 
meyer, bisher Kommandant S. M. S. „Lübeck“, ist zum 
chef des Stabes des Kreuzergeschwaders, Korvettenkapitãn 
Zenker, bisher erster Admiralstabsoffizier, ist zum Kom⸗ 
mnandanten S. M. S. „Lubeck“ und Korvettenkapitän Boy⸗ 
Ed ist zum ersten Admiralstabsoffizier beim Stabe des zweiten 
Geschwaders ernannt worden. 
Geographie schwach! In St. Petersburg erscheint ein 
Journal Commercial et Industriel“, das an größere Firmen 
zes Auslandes fortlaufend verschickt wird. Die nach Ham⸗ 
durg bestimmten Exemplare sind nun nach der uns vorliegen⸗ 
den gedruckten Adresse mit dem Vermerk „in Holland“ ver⸗ 
ehen. Das sollte eigentlich bei einem Börsenblatt, das 
im Gestade der Ostsee herausgegeben wird, nicht vorkommen. 
RDae Torpedoboote und Minenschijfe, die zur Zeit im 
hiesigen Hafen liegen, wurden im Laufe des gestrigen Tages 
bon vielen Hunderten von Personen vom Ufer in Augenschein 
enommen. Morgen und übermorgen dagegen dürfen die 
zchiffe auch vom Publikum betreten und im Innern besich— 
iat werden. 
. Dae 12. Halbflottillse, bestehend aus den sechs Torpedo⸗ 
ooten V 180 bis V 185, ist, mit dem Flottillenchef Herrn 
sorvettenkapitän Madlung an Bord, unter Führung des 
Thefs der 12. Halbflottille, Herrn Kapitänlt. Becker, von 
der See kommend, am Karfreitag früh gegen 224 Uhr im hie— 
igen Hafen eingetroffen und hat am Behnkai angelegt. Es 
iegen hier somit im inneren Hafen insgesamt 17 Torpedo— 
vpoote, von denen 11 am stadtseitigen und 6 am jenseitigen 
Kai an der Wallhalbinfel vertäut sind. IJ 
Vereinigte Stadttheater, Lübeck. 
Spielplan von Sonntag, 16. bis einschl. Dienstag, 25. April. 
(Aenderungen bleiben vorbehalten.) 
Neues Stadttheater. 
April: Anf. Ende 
Ojterfeiertag: J 
Sonntag, 16. „Der Raub der Sabinerinnen?“. 2 5 
Zonniac, Zum Malen NReueSicdietrichs 
Brautfabri“. Burieske⸗Opereste 
on Rideamus, Musik von Oskar 
ztraus. 7 10 
* esehselerich 
Montag, 7. Die lustige Witwe“. 3 534 
iniag 17. Gahrie Mois Nenarini, Othello). 94 183 
dienstag, 18. 3. legten Male! Madame Butterfine 
Hierauf; „SusannensGeheimniss. 78 11 
MNittwoch, 19. zun letzten Male!, Die lustige Wiiwe“ 8 1034 
Donnerstag, 20. Gewöhnliche Opernpreise. Gaostspiei 
Alois Pennagrini. „Othello“, Gr. 
Oyper von Verdi. 75 108 
Freitag. —A 
Fauts Tod 78 104 
Zonnabend, 22. Mitisel-Preise! Goeihes, Fauft“, J. Ab. 78 1015 
Zonntag, 23. Unbestimmt 
MNonsfag, 24. Unbestimmt 
Dienstag. 25. April: Erhöhte Preise! Letzie Vorstellung im 
PWoagner Zylüs „Trissan und Isolde“, Musikdrama von Richard 
April: Stadthallen⸗Thbeater. 
— w Ehwar b 
SZonntag. . aria Stuari“. 3 
Osterfeierlag: ꝑ 75 108 
Nontag. 17. „Auferstehung“. — Sierauf: „Die 
Frbtante“ 7 10 
Man braucht nicht selbst katholisch zu sein, um diese temperament⸗ 
»olle Andachtsübung unangebracht zu finden. Gretchen wird 
»och nicht etwa von einem plötzlichen, sie übermannenden 
cchmerze erfaßt, sondern was sie quält, das hat sich wahrlich 
azu die Zeit genommen, und so muß sich gauch Gretchen die 
zeit nehmen, um endlich, bangend, zagend, verzweiflungsvoll, 
ihhr armes Herz vor der Gottesmutter zu erschließen. Störend 
empfand ich es auch, daß sich die Zwiesprache mit Bärbelchen, 
Sretchens Gebet und das Auftretfen Valentins ohne jeden 
Zulijsenwechsel vollzog, wãhrend der Dichter doch ausdrücdlich 
und mit gutem Bedacht drei ESzenen, „am Brunnen“, 
Zwinger“ und „Straße vor Gretchens Tur“, vorgeschrieben 
zat. Der Wechsel der Szene erzeugt in uns die notwendige 
zllusion von dem Verlaufe einer angemessenen Zeit, wogegen 
⸗»orgestern wie Schlag auf Schlag dem Nichtsahnen Bärbelchens 
»on dem Zustande Gretchens die Kenntnis der halben Stadt 
»avon folgte. Gerade und fefl wurde der Valentin von 
herrn Stahl⸗Nachbaur gegeben. Sein Fallen im Kampfe 
sodte die Nachbarn übrigens erst etwas sehr ver⸗ 
wätet herbei — als Meephistopheles schon von einem 
„mörderlichen Geschrei“ spricht, das sich erhebe, war noch kein 
Ton davon zu hören. Ferner hätte Valentins Sterben bei 
den Umstehenden trotß der ernsten, schweigengebietenden Nãhe 
des Todes ein wenig mehr Bewegung hervorrufen müßfen, 
auch ehe Marthe, die von Frl. G erlach in den Gartenßzenen 
nit trefflichem Humor datgestellt war, endlich noch eumal 
das Wort findet. Warum übrigens in der Domszene nur 
ei Zeilen des ,Dios irae“ gefungen und dann wiederhol 
purden, verstand ich nicht. Es gibt doch Leute, die gauch 
dateinisch verstehen und gern hören. was hier so wunderbar 
u dent Augenblide paßt. Endlich noch ein Wort zur Wal⸗ 
»urgisnacht. Auch von ihr gilt, wie von der Hexenküche, daß 
ine wirklich einwandfreie Darstellung faft unmöglich er— 
cheint. Die einzige Bühne, auf der diese zauberbunten 
ind naturgewaltigen Bilder sich wirklich lebendig abspielen 
ömmen, ist die der nachschaffen den Phantasie. Für den engen 
kaum der Kulissen ist dies spukhaft tolle, gigantisch wilde 
urcheinander zu groß. Der Regisseur kann fast schon von 
ollick sagen, wenn es ihm gelingt, wenigstens einigermaßen 
u wirken. Das, wie man unserer Regie gern zugestehen 
ann, durchaus erreicht zu haben, ist schon ein guter Erfolg, 
n Botrd des verschollenen Curnavener Fischd amofers 
Bürgermeister Burchard⸗ befand sich auch der 2. Maschinist 
j. Meyer⸗Lubeck. 
0. Diebstahl. Festgenommen wurde ein Arbeiter, der sich 
es Diebstahls zum Nachteil eines Fensterputzers fchuldig 
nachte. F 
o- Wechselfälfchung und Betrug. Ein Kaufmann vwon 
ier, der sich der Wechselfälschung und des Betruges schul⸗ 
»ig gemacht hat, wurde festgenommen. 
o- Fahrraddiebstähle. Am Donnerstag, dem 13. d. M., 
st in der großen Burgstraße ein noch gut erhaltenes Fahr⸗ 
ad, Marke „Brennabor“, mit schwarzem Gestell, gelben Felgen 
uit einem schwarzen Ringe, der vom Polizeiamt ge⸗ 
eferten Erkennungsnummer 14553 und der Fabriknummer 
95 994, abhanden gekommen und vermutlich gestohlen worden. 
— Vom Flur des Hauses Untertrave 22 ist vor einigen 
kagen ein Fahrrad, Marke „Lubeca“, mit schwarzem Gestell, 
bensolchen Felgen, nach oben gebogener Lenkstange und der 
om Polizeiamt gelieferten Erkennungsnummer 10 768 ab⸗ 
Janden gekommen und vermutlich gestohlen worden. 
CLandung des Vallons „Lübech“ bei 
* 
Friedland i. M. 
Bericht eines Teilnehmers an der Fahrt.) 
Schwierige Ballonlandung. Vom Vorstand des 
dübecker Vereinsfür Luftschiffahrt ging uns heute 
rormittag die folgende Mitteilung zu: 
„Ballonaufstieg. Der gestern vormittag 1094 Uhr 
„om Spielplatze der Lübecker Turnerschaft mit Herrn Direktor 
Zarl Maret aus Harburg a. E. als Führer und Herrn 
dechtsanwalt Dr. Schorer sowie Kaufmann Walter Duder⸗ 
tadt als-Mitfahrer aufgestiegene Ballon „Lübeck“ des 
übecker Vereins für Luftschiffahrt ist nach schöner Fahrt 
zachmittags 214 Uhr bei Friedland (Meckl.) unweit des 
ztettiner Haffs gelandet.“ 
Später aus Friedland in Meckenburg eingehende Nach— 
ichten besagten dagegen, daß die Landung anscheinend unter 
rschwerenden Umständen vor sich gegangen sein sollte. Nach 
iesen Mitteilungen war der Ballon mit Drähten der Ueber⸗ 
andzentrale in Kollision gewesen, der Korb umgekippt und 
ie Insassen aus dem Korb gestürzt. Dabei sollte der Führer 
irektor Maret das Bein gebrochen haben, einem der Miit⸗ 
ahrenden ein Finger gebrochen und einem zweiten Verletzungen 
in der Backe zugefügt sein. 
Alle diese, wahrscheinlich aus der Redaktion der Fried—⸗ 
inder Zeitung und offenbar auf ungenügender Information 
eruhenden Nachrichten erwiesen sich durch eine von einem 
er Mitfahrenden selbst — Herrn Rechtsanwalt Schorer — 
ammenden telephonischen Mitteilung als unzutreffend und 
ibertrieben. Die um 31/ Uhr nachmittags erfolgte Landung, 
km von Friedland, bereitete bei frischem Winde allerdings 
nige Schwierigkeiten und es kam zu einer kurzen Schleif— 
ahrt. Hierbei verstauchte fich Herr Maret den 
uß und begab sich während der Nacht in ein Friedländer 
flegeheim, um die Stauchung durch Eis kühlen zu lassen. Die 
eiden mitfahrenden Herren Duderstadt und Schorer find aber 
hne Beschädigung davongekommen. Herr Duder⸗ 
adt ist bereits am Sonnabend vormittag hier in Lübeck ein⸗ 
etroffen und Herr Schorer teilte uns heute nachmittag 2 Uhr 
elephonisch mit, daß er mit Herrn Direktor Maret und dem 
on Lübedk eingetroffenen ersten Vorsitzenden des Lübecker Luft⸗ 
hiffahrtvereins, Herrn Konsul Behn, im Hotel „Deutsches 
»aus“ in Friedland gans vergnügt bei gemeinsamem Mittag⸗ 
sen sitze. 
Die Herren beabsichtigten, alsbald in dem Automobil des 
derrn Konsul Behn nach Lübeck zurüldzukehren. — Bei Heraus— 
abe der ersten durch eine hiesige Zeitung verbreiteten Nach 
icht, die auch sofort an die auswärtige Presse weitergegeben 
jt, scheint sonach nicht die genügende Sorafalt gewaltet zu 
aben, die man hätte erwarten sollen. 
Neueste Nachrichten und Telegramme. 
Der Kaiser auf Korfu. 
MW. Achilleion, 14. April. Das Kaiserpaar und die Prin— 
essin begaben sich nachmittags an Bord der Jacht „Victoria 
ind Albert!, wo sie den Tee bei der Königin-Mutter von Eng⸗ 
and fTahmen. Abends besuchte der Kaiser wiederum die 
Ausarabungen hei Garitza, wo ferner der rechte Arm der 
nit dem man sich zufrieden geben mag, wenn man es nicht 
twa aus den angegebenen Gründen gar vorziehen sollte, 
ie Walpurgisnacht überhaupt fortzulassen. Mit dem eigent⸗ 
ichen Gretchendrama steht sie ja ohnehin in nicht allzuengem 
zusammenhang. Dazu wird man sich freilich ihrer so un— 
ergleichlichen dichterischen Kraft und Schönheit wegen auch 
icht leicht entschließen wollen. So bleibt sie denn für den 
yaustregisseur immer das böseste Dilemma. Das wiederum 
rfreulich volle Haus lohnte den Darstellern, insbefondere 
em durch mehrere Kranzspenden ausgezeichneten Frl. 
Walter, gewiß nicht weniger aber auch der Regie für ihr 
nühevolles, hingebendes Walten mit wiederholtem, wohl— 
verdientem, reichem Beifall. . Momos. 
2* —— 
Eine Erklärung Schönherrs. Aehnlich wie Pater Schmidt 
n seinem Berliner Vortrage, über den wir schon berichteten, 
atte dieser Tage auch die klerikale Augsburger Postzeitung 
iemlich unverblümt gegen Schönherr und sein Drama, Glaube 
nd Heimat“ den Vorwurf eines Plagiats an den Romanen 
er bekannten katholischen Schriftstellerin Enrica Handel-Mazzetti 
rhoben. Der angegriffene Dichter verteidigt sich gegen diese 
Borwürfe mit folgender Erklärung:: * 
„Wünschen Sie denn im Ernst, daß ich zu diesen An— 
riffen Stellung nehme? Eine Tatsache, die aber nicht erst 
ezt entdeckt werden mußte, besteht allerdings, nämlich, daß 
owohl Frau Enrica Handel-Mazzetti wie ich dieses Stoffgebiet 
us der österreichischen Geschichte dichterisch verwertet haben. 
Pahr ist ferner, daß wir beide uns wegen der Wahl dieses 
iterarischen Tragödienstoffes ungezählten schärfsten Anfeindungen 
usgesetzt haben. Aber wer von irgendwelcher Aehnlichkeit und 
lufbau im Gange und Ziel der Handlung spricht, muß sich 
on mir den Rat gefallen lassen, daß er doch zuerst die zwei 
lomane und mein Drama lesen moͤge, oder noch besser, er 
wle sich bei der Dichterin Handel-Mazzetti selbst den Bescheid, 
b sie auch nur entfernte Aehnlichkeit im Aufbau und Schritt 
⸗er Handlung finde. Was nun die drei ähnlichen Sätze 
inbelangt, so bemerke ich, daß wir eben beide die Sprache 
inseres Volkes kennen und sprechen. Um nur ein Beispiel 
nzuführen: der Ausdruck, Reizt ihm Leber und Lungen 
vorgo von der Schulter bis zum Ellenbogen, ein Bruchnug 
es Unterschenkels der Gorgo, sowie ein Löwenleib und zwei 
Tatzen gefunden wurden. 
Der amerikanische Botschafter Sill gehht. 
W. Washington, 14. April. Präsident Taft nahm das 
Rücktrittsgesuch Hills an. 
W. Washington, 14. April. Botschafter Dr. Hill erinnert 
n seinem an den Präsidenten gerichteten Abschiedsgesuche, daß 
rubereits beim Antritt seines Postens die Absicht, zurückzu⸗ 
reten, ausgesprochen habe, jedoch auf den persönlichen Wunsch 
lafts in seinem Amte verblieben sei. Nachdem nunmehr die 
zälfte der Amtsperiode Tafts verstrichen sei, scheine es ihm 
engemessen, dem Präsidenten, indem er die ihm von demselben er⸗ 
riesene Wertschätzung dankbarsi anerkenne, sein Gesuch um Ver⸗ 
bschiedung zum 1. Juli einzuhändigen. Es sei ihm eine 
roße Freude gewesen, seinem Lande auf einem so ehrenvollen 
ind verantwortlichen Posten zu dienen. Präsident Taft er⸗ 
iderte, nur höchst ungern willfahre er dem Gesuche des Bot⸗ 
chafters, ihn von seinem Posten zu entbinden, den er in einer 
Veise ausgefüllt habe, die er wertschätze, sowohl was die 
Tätigkeit der Botschaft betreffe, als auch die Beziehungen zu 
er deutschen Regierung. Er sei erfreut, daß Hill noch bis zum 
Juli auf seinem Posten verbleibe und versichere ihn nach— 
nals seiner Hochschätzung. 
W. Washington, 14. April. Die Tatsache, daß Botschafter 
ZIr. Hill noch bis zum 1. Juli auf seinem Posten verbleibt, 
eird dahin aufgefaßt, dah keine dringenden Gründe für den 
kücktritt vorlagen. Man nimmt an, daß der Rücktritt mit dem 
bisherigen Brauch in Einklang steht, beim Regierungswechse) 
auf aslen wichtigen Posten neue Boöotschafter zu ernennen. 
Zum Aufstaud in Albanien. 
W. Saloniki, 14. April. (Meldung des Wiener k. k 
Telegr.⸗-Korr.⸗Bureaus.) Gegenüber den vecschedenen Meldungen 
er Agence d'Athenes ist festzustellen, daß in Florins Kastoria 
eine Erregung besteht. Ebenso ist unrichtig, daß die Jung⸗ 
türken die Beseitigung bedeutender Persönlichkeiten beschlossen. 
ie vor der Revolution an den mazedonischen Aufständen teilb 
senommen haben. Alle diese Meldungen scheinen zu bezwecken. 
»en Besuch des Sultans in Mazedonien und Albanien zu 
ʒereiteln. 
W. Konstantinopel, 14. April. Nach Depeschen des 
dommandanten der Division Skutari sind Proviant und 
Munition, die von Skutari auf dem Wege über Helm abge— 
chickt wurden, nach Tuzi gelangt. Die aus Tuzi ausgerückten 
kruppen besetzten die Höhen von Vuksalekai. Da die Kolonne 
Muhiddin bereits den Bergrücken von Hotit besetzte und die 
—D 
indung von Skutari, Kastrati, Helm und Tuzi wieder herge— 
lellt. Seit zwei Tagen fand bei Tuzi kein Zusammenstoß 
tatt. Die Befestigungen von Sipaanik und alle Posten der 
Imgebung von Tuzi sind sichergestellt. Bei dem Kampfe am 
2. April wurde ein Hauptmann und 21 Soldaten getötet und 
wei Leutnants und 18 Soldaten verwundet. 
Der japanischem x kan sche Geheimpertrag. 
Wasfhington, 14. April. Der Senat beschäftigte sich 
estern zum ersten Male mit der durch die Wirren in Mexiko 
eschaffenen politischen Lage. Der Demokrat Rayner gab der 
leberzeugung Ausdruck, daßz es zum Kriege mit Mexiko und 
Japan nicht kommen werde. Jalls Japan mit Mexiko über 
ine Kohlenstation unterhandele, sei Amerika berechtigt, über 
en Charakter solcher Unterhandlungen Näheres zu erfahren 
dem Kongreß sei jedoch durchaus keine Information zugegangen. 
lmerika sei zwar unter normalen Verhältnissen nicht befugt, 
inen Einblick in die Geheimverträge anderer Länder zu ver— 
angen, aber im Sinblick auf Wexiko sei es sicherlich be— 
echtigit, eine Erklärung zu fordern. Die Monroedoktrin werde 
zurch die Lage in Meriko nicht berührt. 
Zum französischen Dokumentendiebstahl. 
W. Paris, 14. April. Cruppi hat die durch die jüngsten 
Vorgänge am Quai d'Orsay notwendig gewordenen Umge— 
taltungen am Quai d'Orsay notwendig gewordenen Unige— 
Minist erium des Aeußern bereits in Angriff genommen. De 
eine Anwesenheit in Paris wegen dieser Angelegenheit un— 
rlählich geworden ist, wird er den Präsidenten Fallières 
auf der Reise nach Tunis nicht begleiten. 
In der Wohnung der Geliebten des Kassendirektors Hamon 
ind mehrere Haussuchungen vorgenommen und dabei verschie— 
oene Papiere beschlagnahmt worden. Wie es heißt, soll Hanton 
sfür diese Frau sehr bedeutende Ausgaben gemacht haben. 
— — — 
heraus und haut ihm ums Maul“ ist heute noch unter 
Tiroler Karnerleuten eine allbekannte Rauferphrase. Mit 
olchen Sticheleien ist es nicht zu machen.“ 
In dieser Erklärung Schönherrs findet sich nur e in Ir-tum: 
eider war es Frau Handel-Mazzetti selbst, die dem Pater 
-„chmidt gegenüber von „abgeschriebenen Stellen“ sprach! Wie 
indlich die ganze klerikale Beweisführung gegen den unbe—⸗ 
suemen Dichter übrigens ist, möge schließlich die Gegenübet⸗ 
tellung der Sätze beweisen, auf die u. a. Herr Liebe in der 
Augsburger Postzeitung seine welterschütternde Entdeckung stützte: 
ziit Schönherr (.Giaube und HSeimat“) 
Zeite 
90 .... Da hat die Schwalbe ihr Nest gefunden. 
58 Wolf: Vater und Mutter baben wir nit. 
75 jetz' habn's mich guet im Schlageisen drin'. 
12 nit so! Christo Gebot geht nit auf Bluet! 
88 .... nicht rasten, bis der Letzte aus dem Land ..— 
27 ... Les' so lang bis ein Trost kommt! Ein Trost. 
Mazzetti (Margaret'). 
zeite 
284 Da hat ein Schwalbenpaar sein Nest gebaut. 
286 ... haben nie kein' Muetter kennt. 
38/ II jetzt habt ihr mich in der Falle. F 
38 / II nein.. daß Christus uns verbeut, Blut zu vergießen. 
02 Leutnant ... und so lang noch ein Rebell im Lande ist .. 
1... i wussat Dir schon an Trost! Katholisch wans 
d'wurdest, da hättest Trost so viel. 
Herr Liebe hat es verstanden, auf diese Weise bei einel 
an sich ernsten Sache doch auch für einige Heiterkeit zu sorgen! 
124. Freilichttheaier Bernau. Die von den Architekten 
dans Köhler, Wilmersdorf und Horst Doske, Bernau, 
ntworfene und vom Festausschuß der Stadt Bernau zur 
Lufführung angenommene Freilichtbühne hat eine Gesamt— 
änge von 145 m und eine Gesamttiefe von 45 m. Der 
Zuschaguerraum umfaßt 3022 Sitzplätze und Stehplätze
	        
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