Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Wrchenilich 13mal (Wochentags morgens und 
dente Sonntags morgens) erschelnend. Bezugs 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
— 8B— —EX gürsteniũmer Ratzeburg, Lũbeck und das angren⸗ 
paee — —D 0 zende mecllenburgische und holsteinische Gebiet. 
ODrucdk und Verlag: Gebrüder Borders G.m. b. S. in Lübed. — Geschäftsstelle Adreß haus (Koniastr. 46) Fernivrecher gooo u. 8001 
Ausgabe 
9 Große Ansgabe) Mittwoch, den 12. April 191. 
Morgen⸗Blatt Nr. 187. 
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gleichen Zeitpunkte auf über 23 Miillionen M, so daß am 
Schlusse des Rechnungsjahres 1910 ein Bestand von rund 7144 
Millionen Muverbleibt, weil der Kurswert der Wertpapiere 
des Reichsinvalidenfonds zurzeit etwas mehr wie 30 Millionen 
zeträgt. Der Bestand des HSHinterbliebenenversicherungsfonds 
hetrug Ende Januar 1911 51486575 M. Im Rechnunasiahr 
1910 hat die Reichsdruderei an Banknoten im ganzen 
1035650 000 Meähergestellt. 
Reichstags⸗Kandidatur im Wahlkreis Pinneberg. In einer 
Versammlung des Nationalen Wahlvereins in Pinneberg wurde 
Landrichter Dr. v. Broecher-Hamburg als Kandidat der na— 
tionalliberalen Partei des 6. schleswig-holsteinischen Wahlkrei— 
ses (Ottensen-Pinneberg-Elmshorn) für die bevorstehenden 
Reichstagswahlen aufgestellt. Vom Bund der Landwirte soll 
Fraf Baudissin auf Kaden die Kandidatur für diesen Wahl—⸗ 
treis angeboten werden. Als fortschrittlicher Kandidat ist wie 
der Stadtrat Carstens aufgestellt. 
Im Wahlkreife Hannover⸗Linden, wo sich Nationalliberale 
und Fortschrittliche Volkspartei auf die Kandidatur des Justiz- 
rats Lenzberg geeinigt haben, soll jetzt auch noch wieder eine 
besondere Mittelstandskandidatur aufgestellt werden. Ober—⸗ 
meister Plate, der bei der vorigen Wahl 12 000 Stimmen er—⸗ 
hielt, hat es abgelehnt, sich wieder aufstellen zu lassen. Die 
Mitielstandsvereinigung hofft aber mit einer ähnlichen Kan— 
didatur das gleiche Resultat zu erzielen und diesen Kandidaten 
n die Stichwahl zu bringen. Praktisch wird damit nichts er⸗ 
eicht, denn wenn sich die Hoffnung erfüllen sollte, würde det 
tark nach rechts gerichtete Mittelstandskandidat zweifellos nicht 
ille bürgerlichen Stimmen auf sich vereinigen. Die Aufstel- 
ung einer solchen Kandidatur bedeutet darum nur eine Zer—⸗ 
plitterung der Stimmen ohne einen vraktischen Zwec. 
Unstimmigkleiten nach dem nat!onalliveral-sortscheittlichen 
Wahlabsommen. In Oldenburg i. Gr. hat der national— 
iberale Hauptverein eine Erklärung veröffentlicht, nach der er 
unter keinen Umständen sich im ersten Oldenburger Kreise mit 
den Freisinnigen einigen würde, sondern unbedingt an seiner 
Sonderkandidatur festhalten wolle. Andererseits kommt aus 
Dsnabrück die Meldung, daß der Vorsitzende der Fortschrittlichen 
Volkspartei erklärt haben soll, an eine Zurückziehung der Kan— 
didatur Graf Hoensbroech sei nicht zu denken, obwohl das libe— 
rale Abkommen für den Wahlkreis Osnabrück die Unterstüßzung 
der Nationalliberalen durch die Fortschrittliche Volkspartei vor— 
sieht. Was nun? Soll die Einigung wieder an der Eigen— 
brödelei scheitern? 
Deutsichland und Portugal. Die Verhandlungen Deuisch— 
ands mit Portugal wegen der an einem Reichsangehörigen be— 
zangenen Rechtsverletzung dauern fort. Da die Rechtslage voll— 
'ommen klar ist, muß die Hartnäckigkeit, mit der man auf portu— 
nesischer Seite gegen Nie Anerkennung des deutschen Stand— 
zunktes sich sträubt, Erstaunen hervorrufen. Es handelt sich um 
ꝛine ossenbare Verletzung der Eigentumsrechte eines Reichsange— 
hörigen an einem in allen Formen des portugiesischen Rechtes 
rmorbenen Hause, das Angehörigen einer weiblichen Ordens— 
'ongregation ũüberlassen war. Wenn die neue portugiesische Re— 
zierung die Angehörigen dieser Kongregation auswies, so ist dies 
eine rein portugiesische Angelegenheit, die Deutschlend n'ches an— 
geht. Darüber hinaus aber dem Reichsangehötigen, der das von 
»en ausgewiesenen Kongregationsmitgliedern bewohnte Haus 
techtmähig erworben hatte, seines Eigentums verlustig zu erklären, 
st eine unhaltbare Maßnahme. Sie läßt sich auch durch die 
Fiktion eines Scheinkaufs, von dem nach Lage der Dinge tatslächlich 
nicht die Rede sein kann nicht rechtfertigen. 
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des Polizeipräsidiums.) Nach einem einlcitenden Gesang des 
Opernchors hielt Prof. Sternfeld die Weiherede. 
Künstlernachrichten. Die Verhandlungen Hofkapellmeisters 
Mikorey, Dessau, wegen Uebernahme der Kapellmeister— 
stelle am Stadttheater in Köln als Nachfolger Lohses 
ind gescheitert. Mikorey bleibt unter ehrenvollen 
hedingungen für Dessau verpflichtet. — Nach fast vierzig— 
ähriger Tätigkeit hat Prof. Witte sein Amt 
ils Dirigent des Essener Musikvereins niedergelegt und er 
rahm Abschied mit der Bachschen Kantate „Wachet auf, 
euft uns die Stunde“ und dem Requiem von Brahms. 
Nachfolger Wittes wird Kapellmeister Abendroth, Lübeck. 
— Wie der Londoner Daily Telegraph mitteilt, hat Sir 
Edward Elgar, der gefeierte britische Komponist, die 
erste Derigentenstelle am London Symphony Orchestra als 
Nachfolger Dr. Hans Richters angenommen. Augenblick⸗ 
ich befindet er sich auf einer mehrwöchigen Dirigententour 
m Kanada. Seine Dirigentenlaufbahn begann Elgar vor 
langen Jahren als Leiter einer kleinen Kapelle in einem 
— Irrenhause. 
d. Neue Operette. Gustav Wanda, der bekannte 
Wintergarten-Kapellmeister, hat nach berühmten Mustern eine 
iemlich routinierte Musik geschrieben und zwei Wiener 
dibrettisten, Grünbaum und Reichert, haben sich, ebenfalls 
rach erprobtem Rezept, einen spleenigen Englishman, der 
diesmal Juwelen sammelt, ausgedacht. Man weiß, ein 
ammelwütiger Lord ist unberechenbar und entschuldigt ein 
für allemal jeden Mangel an Logik seiner Schöpfer. — 
An Beifall fehle es darum dieser Auch-Operette bei der 
Urgufführuna in Berlin keineswegas 
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Erstes Blatt. hHierzu 2. Blatt. 
— — ——— — 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. 
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Nichtamtlicher Teil 
der Kampf um die Verabschiedung der 
Reichsversicherungsordnung. 
Von einem Parlamentarier.) 
D. Lübeck, 12. April. 
Die Auseinandersetzungen über die Art der parlamentarischen 
Verabschiedung der Reichsversicherungsreform in dritter Lesung 
werden gleich nach den Osterfeiertagen weitergehen. Sie sind 
wichtig genug, um mit Aufmerksamkeit verfolgt zu werden. 
Wenn sich die Gegensätze zwischen rechts und links weiterhin 
so zuspitzen, wie es in diesen Tagen den Anschein hatte, so 
bekommen wir einen äußerst heftigen Kampf im Reichstage 
zwischen den Freunden der Vorlage, die sie um jeden Preis 
durchsetzen, und den Gegnern, die fie um jeden Preis zum 
Scheitern bringen wollen. Durchpeitschung oder Obstruktion! 
Man weiß aus den Zollkämpfen von 1902, was das bedeutet. 
Zum Glück scheint aber doch die kühle Vernunft über das 
hitzige Temperament den Sieg davontragen zu sollen. Von 
den Nationalliberalen wird nach einer Erklärung des Abge— 
ordneten Horn weder eine gewaltsame Ausnutzung der Ge— 
schäftsordnung gegen die Minderheit noch eine Durchpeitschung 
der Vorlage unterstützt werden. Nur bei Einsetzen der Ob⸗ 
struktion würde man hier vielleicht bereit sein, sich für An— 
hörung von nur zwei Serien von Parteirednern mit einzu— 
setzen. Und von sozialdemokratischer Seite wird neuerdings 
wieder feierlich versichert, daß man keine Obstruktion plane, 
sondern nur eine gewissenhafte und sorgfältige Durchberatung 
der wichtigsten und umstrittenen Paragraphen in dritter Lesung 
anstrebe. Wenn beide Erklärungen den Tatsachen entsprechen 
und wenn später in der Hitze des Gefechtes beide genannte 
Parteien ihre jetzt proklamierten Grundsätze streng befolgen, 
so darf doch wohl mit einer glücklichen Beendigung der dritten 
Lesung noch vor den Sommerferien gerechnet werden. 
Allerdings wird auch dann noch viel Selbstbescheidung auf 
allen Seiten des Hauses nötig sein. Denn diese Tagung kann 
nur kurz sein, weil mit Rücksicht auf die im Oktober schon in 
Aussicht genommene Herbstsaison die Ferien der Abgeordneten 
nicht allzu sehr beschnitten werden dürfen. Ende Juni spä— 
testens müßten doch wohl die Sommerferien beginnen, sodaß 
für die Verabschiedung der Reichsfinanzreform mit ihren 1754 
Paragraphen nur 5 bis 6 Wochen Zeit zur Verfügung ständen. 
kine kurze Spanne, die aber auch von den Gegnern der Vorlage 
vohl für ausreichend gehalten werden könnte mit Rücksicht auf 
die sehr ausführlichen Vorberatungen in der Kommission, die 
sich bekanntlich ein ganzes Jahr lang hingezogen haben. 
dem Senat, der bekanntlich fortgesetzt fast durchweg aus 
Russen besteht, vorzuwerfen, daß er unfähig sei, 
seinen Verpflichtungen gegen den Landtag nachzukommen. 
Man muß allerdings zugeben, daß die Vertagung für die— 
enigen Landtagsboten, die in fernen Teilen des Landes und 
bseits vom Verkehr wohnen, sehr unangenehm ist. Die künf⸗ 
igen Finanzvorschläge werden auch die Kosten enthalten, die 
rinnland für die in die Reichsduma zu sendenden vier finnischen 
Abgeordneten und für zwei Vertreter in den Reichsrat zu 
ahlen hat. Im übrigen deutet alles auf ein 
schärferes russisches Vorgehen in Finnland hin. 
Zo hat jetzt der finnische Senat vom Ministerrat die Befugnis 
erhalten, die Beamten, mit Ausnahme der Richter, dißzipli— 
tarisch zu bestrafen. Damit wird es nun dem Senat und dem 
veneralgouverneur möglich, gegen diejenigen Beamten, die sich 
in die Landesgesetze halten, umfassend vorzugehen, obgleich 
s auch schon bisher den Machthabern nicht an Mitteln fehlte, 
tinnische Beamte, die den russischen Weisungen zuwiderhandelten, 
zu mobregehn, wie erst jüngst wieder verschiedene Entlassungen 
zeigten. 
Inland und Ausland. 
Deutsches Neich. 
W. Keine Kandidatur des Gouverneurs Dr. ESokff. 
Berlin, 11. April. Der Gouverneur von Samoa, ODr. 
Zolf, sollte nach einer Meldung einer Berliner Zeitungskorre— 
pondenz seinen Abschied eingereicht und sich entschlossen haben, 
n das parlamentarische Leben einzutreten. Wie dem Wolffschen 
Bureau demgegenüber der Gouverneur auf eine Anfrage mit— 
eilt, ist es durchaus unzutreffend, daß Dr. Soli 
ein Abschiedsgesuch eingereicht oder überhaupt die Absicht hat, 
»en Kolonialdienst zu verlassen. Damit erledigt sich auch die 
dombination, wonach Dr. Solf eine Kandidatur für die nächsten 
deichsstagswahlen angenommen habe. Der Gouverneur, der 
eit seinem Eintreffen in Deutschland im Reichskolonialamt 
jearbeitet hat, tritt morgen einen längeren Erholungsurlaub an. 
Das Datum der Wiederausreise nach dem Schutzgehiet steht zur— 
zeit noch nicht fest. 
Der Bericht der Reichsschulden⸗Komm'sson über ihre Tätig— 
eit im Rechnungsjahr 1910 ist dem Reichstage zugegangen. 
Nach diesem Bericht hat die Reichsschuldenverwaltung im Rech— 
rungsiahre 1910 20 Millionen MuSchuldverschreibungen der 
ierprozentigen Reichsanleihe von 1910 und 5 Millionen M 
Z„chuldverschreibungen der vierprozentigen Reichsanleihe von 
911 .ausgefertigt. An Zinsen sind für die Reichsschuld im 
Kechnungsijahre 1909 157658413 Mugezahlt worden. An 
seichskassenscheinen befanden sich Ende Februar 1911 120 Mill. 
Mark im Umlauf, und zwar für 88097 980 MZehnmarkscheine 
und 6 Millionen Stück Fünfmarkscheine. Die älteren von 
1874 und 1882 sind eingezogen worden. Bis zum Schlusse 
des Monats Januar 10911 beliefen sich die in das Reichsschuld⸗ 
buch eingetragenen Buchforderungen auf 1005 661800 Muin 
16538 Konten, das sind mehr 195 470 700 Meund 23594 Konten 
gegen 1910. Im Rechnungsiahr 1910 hat die Reichsschulden⸗ 
nerwaltung 33 300 000 MeuSchuldverschreibungen der vierpro⸗ 
zentigen deutschen Schutzgebietsanleihe von 1910 ausgefertigt. 
Der Bestand des Reichsinvalidenfonds betrug Ende Januar 
.911 35 478 400 Mugegen 91010 119 Meim Jahre 1810, ist 
also um mehr als 5514 Millionen verringert worden. Die 
Verbindlichkeiten des Reichsinvalidenfonds heliefen sich am 
Die Vertagung des finnischen Landtages. 
Aus Helsingfors wird jetzt berichtet: Auf Vorschlag bdes 
finnischen Senats hat Kaiser Nikolaus verfügt, daß der Land— 
tag, der sonst während der vorgeschriebenen Zeit von 90 Tagen 
ununterbrochen tagt, vom 8. bis 30. April eine Pause machen 
soll. Der Senat ist nämlich nicht rechtzeitig mit der 
Ausarbeitung der Budgetvorschläge fertig ge— 
worden. und dies agiht nun den finnischen Bläftern Anloß 
Theater, Kunst und Wissenschaft. 
Sugo Volimer, der beliebte Bassist unserer Oper, wird 
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Konzerten mit hervorragendem Erfolg aufgetreten ist, im August 
d. J. auf Einladung des Vorstandes des Vereins „Freie Volks— 
bühne“ in Innsbruck an mehreren von diesem Verein veranstal— 
beten großen Konzerten in Innsbruck. Meran. Bozen usw, teil— 
nehmen. 
Die Genossenschaft Deutscher Tonsetzer (Anstalt für musi⸗ 
kalisches Aufsührungsrecht) veröffen'licht soeben ihren Ge— 
schäftsbericht für das Jahr 1910. Es wurde eine Gesamtein—⸗ 
nahme von 330 900 Mu(im Vorjahre 268800 My erzielt; an 
Aufführungsgebühren allein gingen 306 700 Mu(im Voriahre 
249 700 M) ein, wovon 253 800 M 82,74 00 (i. V. 201 100 
S 8054 00) an die bezugsberechtigten Tonsetzer, Verleger, 
Textdichter sowie an die Unterstützungskasfe der Genossenchaft 
zur Verteilung gelangten. Von ihrem ersten Geschäftsjahr 
1804) an hat die Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht 
l205 000 MeGesamteinnahme erzielt. darunter 1117 000 M 
an Aufführungsgebühren, von denen 857 800 M verteilt wor- 
den sind. Dagegen hat die älteste und erfolgreichste ausländische 
Autorengesellschaft, die Pariser Societs des Auteurs, die heute 
in ihrem 59. Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von über drei 
Millionen Mark erzielt, mm den ersten sieben Jahren ihres Be— 
tehens nur eine Gesamteinnahme von 218 000 Moerreicht und 
»avon 133600 Muan ihre Mitglieder verteilt. Die Ge— 
iossenschaft Deutscher Tonseher vertritt die Auführungsrechte 
»on 429 Tonsetzern und 84 Verlagsfirmen. In der Hauptver— 
ammlung wurde der Vorstand der Genossenschaft in seiner bis— 
herigen Zusammensetzung wiedergewählt: Dae. Richard Strauß, 
Friedrich Rösch, Dr. Engelbert Humperdinck. Philipp Rüfer, 
Georg Schumam. 
Der Konflikt an der Wiener Hofoper. Die Kammersän⸗ 
zerin Selma Kurz sang, wie bereits gemeldet, Montag die 
Sophie im „Rosenkavalier“. Im Konflikt zwischen ihr und der 
Direktion ist keine Wendung eingetreten. Das an den Oberst⸗ 
yofmeister Fürsten Montenuovo gerichtete Demissionsgesuch wird 
1bgeschlagen werden. Die Künstlerin ist noch bis 1913 ge— 
hunden, jährlich vier Monate an der Wiener Oper zu singen. 
Sregor erklärte, daß er ja Frau Kurz auch gar nicht habe 
ränken wollen. Er sei nur nicht in der Lage, ihr irgendeine 
Bormachtstellung einzuräumen, denn das wäre eine Starwirt— 
haft in dor schlechtesten Form. Im „KRosenkavalier“ werde 
Frau Kurz a bwechselnd mit Frl. Förstel singen. Strauß felbst 
jabe übrigens auch diesen Wunsch geäußert. Er glaube, daß 
n absehbarer Zeit auch wieder zwischen Frau Kurz und ihm 
hestes Einvernehmen herrschen werde. 
Am Grabe Joscephh Suchers, des verstorbenen Kapellmeisters 
der Berliner Hofoper, wurde von Freunden des Meisters ein 
chliches Denkmal mit dem Bronzeporträt des Dahinge— 
jangenen enthüllt. Zu dieser Gedenkfeier hatten sich auf dem 
atholischen Friedhof in der Liesenstrahße neben Suchers Witwe 
ind Schwägerin eine stattliche Zahl von Verehrern des Meisters, 
Mitglieder der Wagnervereine usw. eingefunden. Unter den 
krschienenen sah man den früheren Vorsitzenden des Wagner— 
oereins, Reichsgerichtspräsidenten Exzellenz v. Seckendorf, 
Albert Niemann und den Leiter der Theaterabteilung des 
Berliner Polizeipräsidiums, Oberregierungsrat v. Glasenapp. 
Sucher kungierte lanae Jabre als mulkalischer Sachveritändiges
	        
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