Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Wechentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abenbe Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs 
preis fũr das Vierteljsdr 3,800 Marl einschließlich 
Sringgeld in Lubeck. Durch die Vost bezogen ohne 
Zeillegeld 380 Marl. Einzelnummern 10 Pfg. 
Anzeigenpreis (Ausgabe 4 und B) für die 8gepp. 
Zeile 20 Pfg. Nleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
is Pfg., für Auswaärtige 30 Pfg., f. Geschäftl. Mit- 
teilungen 1Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Anuforderungen eutsprechend höher. o o 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Naqhrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Wahtgan gFursteniũmer Ratzeburg, Lubed und das angren⸗ 
. zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
— —..6. 8. in Labec. — Geichatickteste Adret haus Gdriastr. as. Hetripreger dooo 1. 6oou. 
Abend⸗Blatt Nr. 186. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 
heiblatt: Gesetze und Verordnungsblatt t V 
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Oruc und Verlag: Gebrüder W8 
Ausqgqabe 0 (Große Ausgabe) Dienstag, den 1I. April 1944. 
. — 
Erstes Blatt. hierzu ⸗ Rlatt. 
Umfang der beunt· ——⸗ 
nichtamtlicher Teil. 
Unsere Kaufmanns-Dynastien. 
Aufstien oder Verfall? 
D. Berlin;, 11. April. 
Der Respekt vor den großen Kaufmannsfamilien, in 
benen sich Rechtlichkeit, regsame Arbeitsfrische und Unter⸗ 
nehmungslust vom Vater auf den Sohn vererben, war im 
deutschen Volk schon immer lebendig. Auf die Welser, die 
freilich schon im zweiten Geschlecht erloschen, und auf die 
Fugger, die seit Karls V. Tagen noch heute blühen, hat das 
Bürgertum seit je mit Stolz hingewiesen. Und williger als 
irgendeinen Adel hat es das Patriziat des Exporthandels 
merkannt. Die Erfahrung zeigt nun, daß das kaufmännische 
Henie oder doch die Raufmännischen Tugenden sich 
veit höher vererben, als glorreiche Künstler— 
begabung. So weit entfernt wir glücklicherweise in 
Deutschland von der Präponderanz einiger weniger Milliardär⸗ 
familien sind, die etwa wie die Rockefellers, die Astors, die 
Morgans und die Vanderbilts in den Vereinigten Staaten 
das wirtschaftliche Leben ebenso wie das gesellschaftliche 
unterjochen und von nachäffender Bewunderung himmelhoch 
getragen werden, fo ehren wir mit Recht die Pflege 
tüchtiger kaufmännischer Traditionen von Ge— 
üichlecht zu Geschlecht. Es kann uns durchaus nicht 
gleichgültig sein, ob die großen Kaufmannsdynastien, denen 
imsere Wirtschaft und unsere ganze bürgerliche Kultur so 
diel verdankt, kräftig fortgedeihen oder sich jähem Nieder— 
zange neigen. Für sie gilt mehr noch als für alle anderen 
Luthers Wort: „Die Familie ist die Quelle des Segens oder 
Insegens der Völker!“ 
Es ist also begreiflich, daß zwei auffallende Begebnisse 
zer letzten Zeit zu lebhafter Erörterung diefer ernsten Frage 
illenthalben geführt haben. Der Sohn eines vielfachen 
Millionärs und eines anerkannten Führers im deutschen 
Montagegewerbe hat seine lebemännischen Irrfahrten mit 
einem Konkurse von nicht weniger als 52 Millionen gekrönt. 
Ind ein anderer Erbe hoher kaufmännischer Ueberlieferungen, 
»essen Oheim der zweitgrößten deutschen Schiffahrtsgesell— 
schaft präsidiert, hat den guten Namen seines Bremer Hauses 
damit befleckt, daß er — in die Enge getrieben durch wag— 
halsige Spekulationen — sich zu argen Betrügereien verleiten 
ließ und nun außer dem Zusammenbruch der berühmten 
Firma noch die Schmach des Zuchthauses befürchten muß. 
Da melden sich nun Stimmen, die gleich von einer schwe⸗— 
en Blutzersetzung unserer Kaufmannschaft, von einer bedenk⸗ 
ichen Degeneration der in ihr maßgebenden Familien sprechen. 
Wir neigen nur zu leicht zu Verallgemeinerungen. und in 
diesem Falle wird man sich doppelt vor voreiligen Schlüssen 
hütten müssen. Denn hätten jene Ankläger recht, dann wären 
die Folgen unermeßlich traurig. 
Deutschland verdankt seine Weltstellung kaum weniger 
Us seinem siegreichen Schwert der zähen und gewaltigen 
Intelligenzleistung des deutschen Kaufmanns, die oft gerade 
zadurch zu den höchsten Erfolgen führte, daß die Söhne 
ind Enkel an derselben Stelle und in gesichertem Besitz voll⸗ 
mden konnten, was der Vorfahr angebahnt hatte. Ist es 
run wahr, daß die alte Kraft sich gerade in der 
etzigen Generation plötzlich erschöpft hat 
ind daß zum Teil schon die Söhne wieder zer⸗ 
tören, was der Vater aufgebaut hat? Nun, man 
nuß nur unbefangen um sich blicken und man wird das 
vegenteil wahrnehmen! Es handelt sich hier nicht um typische 
zrscheinungen, sondern um Ausnahmefälle, die nur deshalb 
dviel Staub aufgewirbelt haben, weil gerade edles Mark 
etroffen worden ist. Daß ein Sproß einmal ganz aus 
er Art schlägt, muß der Kaufmann ebenso hinnehmen 
die jeder andere. Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn 
in Kaufmannssohn andere Wege wandelt als der Vater, wenn 
reetwa Gelehrter, Künstler oder Staatsmann war. Besonders 
diplomaten sind ja oft genug aus kaufmännischen Patrizier— 
äusern hervorgegangen, denn in beiden Sphären entscheiden 
erwandte Fähigkeiten, die schnelle Anpassungsgabe, die Ent⸗ 
hlußkraft, der scharfe und weite Blick. Es ist kein Zufall, 
»aß z. B. im Hause Stumm der eine Bruder der bekannte 
Industriekönig, der andere Botschafter war oder daß die 
eiden letzten Staatssekretäre des Auswärtigen Amtes, Herr 
d». Schoen, dessen Vater Teilhaber der Firma Cornelius Heyl 
n Worms war, und Herr v. Kiderlen-Wächter, aus ange— 
ehenen industriellen Familien hervorgegangen sind. Daß auch 
er Reichskanzler, Herr v. Bethmann-Hollweg, in gerader 
einie von jenem Johann Jakob Hollweg stammt, der durch 
eine Ehe mit Susanne Hollweg am Ausgang des 18. Jahr— 
underts Mitbesitzer des alten Frankfurter Bankhauses „Ge⸗— 
»rũder Bethmann“ wurde, ist allbekannt. 
Eine solche Auffrischung der alten Dynastien durch frisches 
Zlut ist auch heute noch gang und gäbe. In der Villa Hügel 
ei Essen residiert jetzt ein Mann, der den umgekehrten Weg 
on der Diplomatie zur Großfirma und Großindustrie gegangen 
st. Es ist der Legationsrat a. D. Herr v. Bohlen und Halbach, 
er bei seiner Vermählung mit der ältesten Tochter Friedrich 
Ufred Krupps die Berechtigung zur Führung des berühmten 
stamens erhielt. Wie man heute noch immer von der Herr— 
chaft der Habsburger in der Donaumonarchie spricht, trotzdem 
ie alle von jenem Franz Stephan von Lothringen stammen, den 
MNaria Theresia sich zum Gemahl erwählte, mit demselben 
secht kann man auch sagen, daß die DTmnastie Krupp aufrecht 
rhalten bleibt. 
Es kommt eben nur auf die stetige Fort—⸗ 
führung des alten Unternehmens nach densel— 
greaut 
ben Grundsätzen an. Und nach wie vor bleibt es in 
deutschen Landen guter Brauch, daß der direkte Erbe selbst das 
Werk des Vaters ausbaut. Man muß hier nicht nur an die 
Namen denken, die, wie etwa Mendelsohn, Siemens, Bleichröder 
isw., auf aller Lippen sind. Hat nicht Emil Kirdorf im 
lterlichen Hause die ersten kaufmännischen Ersahrungen ge— 
ammelt, die ihn Schritt für Schritt zum Generaldirektor der 
velsenkirchener Bergwerks⸗Gesellschaft und zur Leitung des 
heinisch⸗westfälischen Kohlensyndikats emporführten? Stinnes 
‚egnügte sich nicht damit, die alte Reederfirma Matthias 
Stinnes im gegebenen Rahmen zu übernehmen, er schuf sich 
ioch ein neues, viel größeres Wirkungsfeld hinzu. Wie hat 
ldolf Woermann die väterlichen Faktoreien und die über⸗ 
wmmene Schiffahrt ausgedehnt, wie regsam steht Dr. Walter 
Rathenau neben seinem Vater, dem weisen Leiter A.E. G.! 
Lanz, Borsig — und wie viele Namen könnte man hier noch 
nennen! 
Diesen vielen glänzenden Beispielen gegenüber können ver⸗ 
nzelte schmerzliche Entgleisungen, wie wir sie in letzter Zeit 
rlebt haben, und gelegentliche Familienstandale uns keines⸗ 
regs daran irre machen, daß es um den kaufmännischen Nach⸗ 
rxuchs und um unsere Kaufmannsdynastien lange nicht so übel 
zestellt ist, die manche Unkenrufe uns glauben machen wollen. 
Wir haben vielmehr allen Grund, in dieser Hinsicht der Zu— 
kunft vertrauensvoll entgegenzusehen. 
Die Aufnahme der Rede Cruppis in Berlin. 
Die Aeuhßerung des französischen Ministets des Aus— 
värtigen Cruppi über Deutschland ist, wie in einer offi— 
iösen Auslassung mitgeteilt wird, in Berlin mit großer 
Befriedigung vernommen worden. Die sachliche Art, in 
»er er der Rede des Reichskanzlers gedachte, wird alle 
iejenigen angenehm berühren, welche die Beziehungen 
Deutschlands und Frankreichs auf eine ruhige, von Vorein⸗ 
enommenheit ebenfo wie von Sentimentalität ferne Grund— 
age stellen möchten. Wenn der französische Minister es 
ils „Pflicht“ empfindet, mit Deutschland gute Beziehungen 
u unterhalten, so wie sie zwischen zwei großen Nationen 
zestehen müssen, fo wird die Ausführung einer solchen 
Absicht bei uns sicher auf kein Hemmnis stoßen. Wenn 
zerr Cruppi diese Auffassung gegenüber den gerade in 
etzter Zeit zutage getretenen chauvinistischen Strömungen 
n Frankreich in die Praxis übersetzen kann, so wird er sick 
»amit ein sehr großes Verdienst erwerben. Mit „Ehrlichkeit 
ind Gerechtigkeit“ lassen sich in der Tat die meisten 
Mißverständnisse“ leicht beseitigen, auch dann, wenn Gegen— 
ätze der Interessen vorhanden sein sollten, die 
ich schließlich bei beiderseitigem guten Willen fast immer 
beseitigen oder abschwächen lafssen. 
Ob sie wohl kommen wird? 
Roman von Renata Greverus. 
28. Fortsetzung.) Machdrud verboten.) 
„Komm so bald als möglich wieder hierher,“ schrieb er 
um Schluß. „Die trübe Einsatkeit dort, zumal zu der 
bevorstehenden unfreundlichen Jahreszeit, in der Ihr Marsch⸗ 
bhewohner ja nicht einmal einen ordentlichen Spaziergang machen 
rönnt, ohne auf dem aufgeweichten Lehmboden auszugleiten, 
st Dir bei Deinem jetzigen Gesundheits- und Gemütszustand 
zewiß nicht gut. Auch wird vorläusig Deine Anwesenheit dort 
bon wenig Nutzen, jedenfalls nicht vonnöten sein.“ 
Gerhard fühlte, daß Karl recht habe. Die Mamsell würde 
um diese Jahreszeit mit Hilfe des bewährten Großknechts 
der notwendigen Arbeit sehr gut vorstehen können. Christianens 
Urlaub ging zu Ende, so daß kein Zusammenstoß der Mächte 
ju befürchten wäre; und sein Schwager August, der einen 
ängeren Herbsturlaub hatte, den er zur Jagd benutzte, blieb 
ur Oberaufsicht in der Nähe. 
Sein Wesen gefiel Gerhard viel besser, als es sonst der 
Fall gewesen war. Er kam mehr aus sich heraus und schien 
üchtige Kenntnisse in seinem Berufe zu besitzen. Auch trat 
r viel sicherer auf, und seine äußere Erscheinung hatte sich 
vorteilhaft gehoben. Er war groß und gut gewachsen; das 
früher ein wenig ausdruckslose Gesicht war jetzt von einem 
rausen blonden Vollbart umrahmt, der den etwas breiten 
Mund verbarg; das schlichte, hellblonde Haar war wohlge⸗ 
ordnet, und die blauen, hellen Augen hatten einen viel festeren 
und sozusagen selbstbewuhteren Lusdrug, bekommen. Dazu 
ab ihm die autsitzende grüne Jagdioppe, die er sich als 
ãaliche Tract angewöhnt hatte, nebste den hohen Stalpen, 
tiefeln ein flottes, fast sunkerhaftes Ansehen. Er wurbe von 
einem Gutsherrn als ein umsichtiger und iuchtiger Verwalter 
bensosehr geschäzt. wie Christiane ihrer grohen virsschaft- 
ichen Kenntnisse und Tuchtigkeit wegen von ihrer Herrscaft. 
dies Gefühl gab ihm Haltung und Auftreten. Auch hatte der 
AImgang in größeren geselligen Kreisen mit feineren Lebens 
jewohnheiten ihn abgeschliffen und ihm gewandtere, angeneh⸗ 
nere Formen gegeben, als er vordem besessen. Er und 
christiane gaben ein entschieden stattliches Paat ab, das sich 
aberall vorteilhaft sehen lassen konnte. Christianens kühle 
Ruhe machte den Eindruch einer überlegenen Natur; Gerhard 
onnte sich sehr wohl denken, daß beide zusammen sich als 
Besitzer eines stattlichen Anwesens großes Ansehen verschaffen 
rürden. 
Heute war Christiane seit dem sfrühen Morgen abwesend 
jewesen. Gerhard saß am Fenster und hielt einen Brief 
n der Hand, den er gestern von seinem alten Kameraden 
Fritze erhalten und nur flüchtig gelesen hatte. Heute fiel 
hm die Schreibweise des sonst auch in seinem Briefstil sehr 
ovialen und schwunghaften Jünglings als eine ihm ungewohnte 
ruf. Die Buchstaben waren ebenso wohlgeformt, schwungvoll 
ind abgerundet wie sonst, aber weiter auseinandergezogen, und 
„ie einzelnen Zeilen zeigten ziemlich weite Zwischenräume, so 
»atß es den Anschein hatte, als habe er den Brief künstlich 
iuf die übliche Länge bringen wollen. Fritze schrieb: 
„Lieber Freund! Es tut mir aufrichtig leid, daß Euch 
Heschwister aufs neue ein Trauerfall betroffen hat. Aber 
dein Bruder war wohl schon länger kränklich und paßte nicht 
o recht in die Welt, so daß er ihrer vielleicht überdrüssig 
rar. Da kann man ihm die Ruhe gönnen. 
Für Dich kommen durch seinen Tod, äußerlich betrachtet, 
ute Zeiten. Aber Du wirht schwerlich auf der heimischen 
cholle, die nun Dein eigen ist, bleiben wollen. Gewiß kannst 
zu die schöne Stelle vorteilhaft verkaufen und Dein nun recht 
nsehnliches Gelamtvermögen in große kaufmännische Unter— 
jehmungen stecken. Ich kann mir denken, daß Du gern rasch 
rufsteigen und vorwärts kommen willst. 
Hie ist allerlei Sonderbares geschehen; aber Du weißt 
rohl schon davon. Der Diebstahl bei Deinem Chef macht 
ehr viel von sich reden, ebenso die rasche Abreise von Fräu—⸗ 
ein Allmers. Es heißt jetzt, daß Dein Chef eine eilige Ge— 
chãäftsreise nach England unternehmen will. Du wirst wohl 
ürs erste auch nicht wieder zach Bremen kommen, denke 
ich mir. Ich finde das auch richtig von Dir. 
Wem diese Zeilen Dich nicht in Warfleth antreffen sollten, 
o wird man sie Dir gewiß nachsenden. Mit besten Grühßen 
erbleibe ich Dein alter Fritze.“ 
Gerhard fuhlte ein plötzliches Unbehagen beim nochmaligen 
Durchlesen dieses Briefes. Es war gar nicht der geschwätzige. 
aber zutraulich warme Ton darin, den Fritze sonst anzu— 
chlagen pflegte. Es klang eine kühle Zurückhaltung hindurch, 
zanz besonders im letzten Teile, als er von den unerhörten 
Lreignissen in Bremen schrieb, von denen ja Gerhard nicht 
das Geringste wußte. Was mochte es denn nur für ein Ein— 
zruch sein? Gerhard dachte in jähem Erschrechken an Hallberg, 
an Adelinens furchtbare Erregung an jenem letzten Abend 
n Bremen, an die Portokasse, die ihr bei ihrem heimlichen 
Besuch bei ihm ins Auge gefallen war. Und Adelina war 
ibgereist? Weshalb und wohin? Sie selbst hatte damals 
m Zusammenhange mit ihrem Verhältnis zu Hallberg von 
üngland gesprochen.... Und nun wollte ihr Vater dorthin eine 
lötzliche Reise machen — in Geschästen? 
Diese Fragen verwirrten und peinigten ihn in seiner ner— 
»ösen Unruhe und trüben Stimmung doppelt. Er sagte sich 
reilich, daß dieses alles ihn ja gar nichts angehe. Aber die 
Inruhe wollte nicht von ihm weichen. Er blickte in düsterem 
Sinnen zum Fenster hinaus, und er empfand es wie eine Er— 
eichterung, als er des Schwagers siattliche Gestalt vom Deiche 
zer auf dem schmalen Fliesenpfade durch den herbstlichen 
Harten auf die Haustür zukommen sah. Er trug das Gewehr 
Iber der Schulter und die Jagdtasche an der Seite. Gerhard 
trat ihm eilig entgegen und nötigte ihn, an seinem ver— 
päteten Frühstück teilzunehmen. 
„Ich dachte, du hättest Christiane mitgenommen,“ sagte 
Gerhard. 
„Nein,“ entgegnete August, ihn mißverstehend, „sie wollte 
lieber allein fahren. Ich kann ihr bei all den Besorgungen 
doch wenig nützen.“ 
„Wohin ist sie denn gefahren?“ fragte Gerhard ver— 
wundert. 
„Nun, nach Oldenburg. Sie wollte ja gleich auch den 
Stein für Hinrich bestellen. Habt ihr das nicht zusammen be— 
prochen?“ fügte er ein wenig erstaunt hinzu. 
„Nein! Sie hat mir gar nichts gesagt. Dies wäre doch 
meine Sache gewesen,“ meinte Gerhard einigermaßen überrascht. 
„Das hätte sie mir überlassen lönnen.“ 
„Ja,“ sagte August ein wenig verlegen, „das habe ich 
ihr auch gesagt. Vielleicht kommt sie auch gar nicht so weit 
— — sie hatte noch vieles andere vor — —“ Er rückte
	        
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