Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

Zurm deutich⸗fchwedischteun Handeks vertrag. Ueber den Stand 
der bisherigen Verhandlungen siber den deutsche schwedischen 
Handelsvertrag macht der Berltner Mitarbeiter der Gõt e⸗ 
borgs Sandelstidning auf Grund einer Unkerredung 
mit einem hohen preußischen Beamten nähere Mitteilungen. 
Aus ihnen geht der Voss. Z3tg. zufolge hervor, daß Sch wee⸗ 
den traftig far die Forderung einsetreten ist, 
die Musfuhrmöglichkeiten für seine Standard— 
artitel: Qualitätseisen, Holz und grobe Tischlereiwaren, 
Granit und gewisse Arten Maschinen, zu behalten und 
auszudehnen. Ebenso könne Schweden von seinem Ver⸗ 
langenen ach Erleichterungen für die Ausfuhr landwirtschaftlicher 
Erzeugnifse, besonders von lebendem Vieh, und nach Beibe— 
haltung der Zollfreiheit für Sahne, nicht abstehen. Die 
veuischen Unterhandler bemuhten sich hauptfächlich 
Aenderungen im neuen schwedischen Zolltarif 
zu orzielen. Sie hofften, das dumn bevöllkerte Schweden 
werde einsehen, dah es mit gewissen, weit spezialistertenl 
deutschen Industriezweigen nicht wetteifern könne. Dies gelte 
m.a far Zweige der Textilindustris und die chemisch—tech— 
nischen Industrien, sowie für die Fabritation gewisser Musik⸗ 
snstrumente. Die Deutschen forderten dies, wenn sie den 
oben angedeuteten schwedischen Wünschen gans oder teilweise 
entgegenkommen sollten. Aber die schwedischen Unterhändler 
stellten sich auf den Standpunkt, daß Schweden noch weitere 
Erleichterungen für seine Ausfuhr haben, aber seinen Tarif 
aufrechterhalten müsse. Auf dieser Grundlage könne aber 
kein Abschluß zustande kommen. Die Götch. Handelstidn. er⸗ 
wähnt sodann noch es sei kein Geheimnis, daß der schärfste 
Widerstand gegen alle deutschen Wünsche von 
den betden UnterbäntlinLandshöfdingßSammarstrom 
und Fabrikdirektor Vennersten geleistet worden 
wäre, weil beide als äußerste Schutzzollfreunde 
der Ansicht wären, daß schon allein hohe Zölle genügten, 
eine gesunde Industrie aufzuziehen. 
d. Zentrum und Sozialdemolratie. Obwohl das Zentrum 
in seiner öffentlichen Kundgebung die Parole gegen die So— 
zialdemokratie ausgegeben hat, einigte man sich doch hinter 
verschiossenen Türen dahin, mit der Sozialdemokratie 
insofern Hand in Hand zu gehen, als man der jeweiligen 
Landespartei die definitive Entscheidung bei den valbtischen 
Abkommen freistellte. 
d. Eingeborenenkommissare in Südwestafrika. Ueber die 
Anstellung von Eingeborenenkommissare in den Kolonien er⸗ 
fahren wir im Reichskolonialamt, daß sich diese Einrichtung 
gut bewährt hat. Bisher erfolgte die Anstellung versuchs— 
weise in Deutsch-⸗Ostafrika. In nächster Zeit werden nun 
auch in Südwestafrika verfuchsweise zwei Eingeborenendom— 
missare angestellt werden. Die Kommissare sollen beiRegelung 
der Arbeiterfrage in den Diamantengruben mitwirken und einen 
Schutz für die eingeborenen Arbeiter bilden. 
d. Die ersten Strafen wegen der Verweigernng des Moder⸗ 
nisteneides sind nunmehr über zwei Eidesverweigerer verhängt 
worden. und zwar über das Brüderpaar Franz und Kon— 
stantin Wieland. Franz Wieland, der Subregent in Dillingen 
ist, wutde vom Augssburger Bischof seiner Stellung wegen 
der Eidesverweigerung enthoben, obwohl der Geistliche dew 
Bischof gegenüber die Eidesverweigerung ausführlich begründe 
hatte. Dem anderen Bruder, Subregent Konstantin Wieland 
in Lauingen, ist für seine Eidesverweigerung die Kura ent⸗ 
sogen worden. Diese beiden Strafen werden insofern auch 
die Oeffentlichkeit beschäftigen, als beide Eidesverweigerer ihre 
Handlungsweise in einer Broschüre der Oeffentlichkeit mitteilen 
werden. 
nge. Wo wohnen die Reichstagsabgeordneten? Die Ber⸗ 
liner Hoteliers können in gehobener Stimmung sein, denn 
rund 400 Reichsboten rückten init ihten Koffern an, um wie der 
„Dorret Bunsen wird niemals gut Freund mit einem von jenen 
jein, die von da drüben kommen, den Gorlingshof zu nehmen.“ 
Ein Lächeln stahl sich über des Seemanns Züge. 
„Das ist Friesenart.,“ entgegnete er. „Fest und treu. Das 
ist auch mein Wahlspruch, Dorret Bunsen, und darum laßt 
uns treu zusammenhalten und wachen über das Glück der 
Frauen vom Gorlingshof. Wollt Ihr mir das versprechen 
„Nein, Herr! Durch Taten müßt Ihr erst beweisen, dahß 
Ihr es treu meint, Worte sind wohlfeil, und Grootvader 
sagt, von den Randolts da drüben, die als Feinde nahen. 
kann nie etwas Gutes kommen. 
„Verzeih',“ fuhr sie fort, Undines schlanke Hand demütig 
an ihre Lippen führend. „Ich hatte so Angit um dich, und 
Groowwader hat mir auch so angst gemacht. Er redet seit 
dem Begräbnis so viel wundertiches Zeug, die ganze Nacht 
sah er dich als Nebelfrau über das Wasser geyhen. Er rief 
mich, ich sollte dich auch sehen. Ich sah aber nur die 
Nebel wie silberne Schleier wallen, dich sah ich nicht.“ 
Graf Timm lauschte mit wideritreitenden Empfindungen der 
jungen Stimme, in der geheimnisvolle Angst zitterte 
Fortseßung folat.) 
Kunst und Wissenschaft. 
Dar Gesandte des Zaren bei Profesfor Ehrlich. Geh. 
Rat Prof. Ehrlich, der Dienstag vormittag in Berlin ein⸗ 
helroffen ist, erhielt im Hotel Adlon den Besuch des aus 
Retersbutg eingetroffenen Prinzen Alexander v. Olden⸗ 
burg. Der Prinz überreichte dem Gelehrten im Auftrage 
des Zaren den St. Annenorden erster Klassfe mit 
Brillanten und überbrachte ihm das Diplom als Ehren⸗ 
mitglied des Instituts für experimentelle 
Thorapie in Petersburg. 
Ur⸗ und Erstaufführungen. Die dritte Neuheit Leo Falls 
in dieser Spielzeit, die dreiaktige Operette „Dite Sirene“, 
Text von Leo Stein und De. Willner, hatte bei der Urauf⸗ 
fuührung im Johann⸗Strauß⸗-Theater in Wien mit 
Treumann als Marquis Ravaillac und Frau Günther als 
Lolotte einen starken Erfolgs. Der Hauptwalzer muhte mehrere 
Male wiederholt werden. — Im Wiener Deutschen Volks— 
theater wurde Hans Müllers romantisches Schauspiel, Das 
—5 des Beatus“ freundlich aufgenommen. — Robert 
Mischs Luslthiel „Das Prinzchen“ fand an der Wiener 
Residenzbühne jseine Uraufführung und hatte einen Heiterkeits⸗ 
erjolg. — Sermann Bahrs jüngite Komödie „Die Kinder“ 
geftel auch im Hamburger Deutschen Schaulpielhause. 
Frau Curie wird aller Wahrfcheinlichkeit nach von der 
Akademie der Wissenschaften in Paris trotz der ablehnenden 
daltung der anderen Akademtien zum Mitglied gewählt 
perden. r 7* 
Ar mehrere Monale das relchshauptstaͤdtische Pflafter zu treten. 
Zein kleiner Batzen Geld, der in dieser Zeit den Spreeathenern 
ugute komint. Die Herren sind in der Wohnungsfrage alle 
ut konservativ. Jeder Reichsbote steigt gern wieder im alten 
Quartier ab, wenn es seinen Wünschen nur einigermaßen ent—⸗ 
prach. Nur wenige sind in Berlin selbst ansässig, keine zwei 
Dutzend. Die anderen wohnen in Hotels, in Pensionaten, 
nöblierten Zimmern und Vorortvillen. Einige führen auch 
m parlamentarischen Winter einen eigenen Berliner Haushalt. 
Freunde und Landsleute wohnen im aleichen Hause oder in 
jächster Nähe. Etwa 90 Prozent aller Abgeordneten siedeln 
ich in Berlin selbst an. Die anderen verteilen sich auf 
charlottenburg, Schöneberg, Zehlendorf, Westend, Wilmers⸗ 
dorf, Steglitz. Einige wenige haben überhaupt keinen festen 
Berliner Wohnsitz. Sie wohnen entweder ganz in der Nähe 
der Reichs hauptstadt oder — und das gilt hauptsächlich von 
zielen bayerischen Abgeordneten — sie kommen so selten nach 
Berlin — nur bei wichtigen Abstimmungen — daß ihr Ruhe— 
bedürfnis fern der Heimat im Schlafwagen der D-Züge ge— 
stillt wird. 
Oeste rreich Angarn. 
Die ganze Presse nimmt das neue Kabinett 
nit Befriedigung auf und stellt fest, daß bei dem vorwiegenden 
Amtscharakter des Kabinetts doch möglichste Rücsicht 
ruf die parlamentarischen Anspruüche genommen 
vurde. Nur spiegelt sich mehrfach die Mißstimmung der 
»eutschen Parlamentarier über das allzu großze 
—ntgegenkommen der Regierung wider gegenüber 
den galizischen Kanal-⸗Wuünschen sowie über die Be— 
etzung des Arbeitsressorts mit einem Tschechen, trot 
zes Einspruchs der Deutsch-Radilalen. Die Blätter erwarten 
zon der neuen Regierung im allgemeinen eine unbefan— 
gene Verwaltung und eine nationale Objektivi— 
tät, welche schon die beiden früheren Kabinette des Frekherrn 
y. Bienerth gekennzeichnet hätten. (Siehe auch Leitartikel) 
Duͤnemartk. 
Wie zuverlässig verlautet, trägt sich der Verteidigungs⸗ 
minister mit dem Plane, binnen kurzem eine Mobilisa— 
bdion des Heeres vorzunehmen. Von den Reserven sollen 
zie letzten fünf Jahrgänge einberufen werden. Mit dieser 
Mobilisation soll namentlich die Zweckmäßigkeit der neuen 
Landesverteidigungsordnung und ihre Wirkung auf die Schlag— 
fertiakeit des Heeres im Kriegsfalle erprobt werden- 
Frankreich. 
Im Ministerrat erklärte Minister Pichon, daß die 
Reden, die er bei Gelegenheit der Beratung des Budgels des 
Ministeriums des Aeußern halten werde, die Beziehungen 
Frankreichs zu den Mächten und die allgemeine 
volitische Lage zum Gegenstand haben würden. 
Rumunien. 
Winisterpräsident Bratiano hat gestern abend 
dem König die Demission des Kabinetts überreicht. 
Maroklo. 
Von der neuen Anleihe von 30 Millionen sollen 
15 Millionen zur Regelung der Ruücdstände bestimmt sein, füns 
rur den Ausbau des Hafens von Tanger, zehn zur Einrichtunc 
iner französischen Kontrolle über die Steuereinnahme in der 
Gegend von Gharb, die als Garantie für die Anleihe dienen 
Die spanischen Kriegsschiffe, die wegen des 
Sturmes die hiesige Reede verlassen mußten und von 
denen man bisher keine Nachricht hatte, haben bei Tres 
Foccas Schutz gesucht, um ruhigeres Wetter zur Rückkehr abzu— 
warten. 
Vereinigte Staaten. 
Präsident Taft bestimmte, daß der Commander 
Sims wegen seiner Guildhallrede in London eine dffent— 
liche Rüge erhalten lsoll. 
3Zum englischamerikanischen Schiedsgerichts— 
pertrag verlautet, daß die britische Regierung dem 
Staatsdepartement ihre Einwilligung zur Er— 
bffnung von Verhandlungen über den vom Prãsidenter 
Taft vorgeschlagenen Schiedsvertrag gegeben hat. Grun d 
bedingung für die Vertragsverhandlungen ist allerdings 
dah Taft dafür bürgt, daß ein etwa zustande kommenden 
Vertrag die Genehmigung des Senats erhält und 
nicht von diesem verworfen wird. Man zweifelt nicht. 
dah der Präfsident diese Bürgschaft geben wird 
Eine vorläufige Umfrage über die Stellung der Senatoren 
zum Schiedsvertrag wird hierzu notwendig sein. Hierzu fäln 
jerner die liberale Dailn News solgendes Urteil: „Unser 
Fenugtuung über das Zustandekommen eine s 
VBertrages, nach dem Streitigkeiten zwischen England und 
Nordamerika durch ein Schiedsgericht beigelegt werden sollen, 
wäre groß. Der Staatsmann, der jähig ilt, die Friedens⸗ 
plane Präsident Tafts zu verwirklichen, wird nicht nur seinem 
Lande, —7 der ganzen zivilisierten Welt einen 
unschätzbüren Dienst erweisen.“ 
Der Kongrehz in Walhington wird demnächst ein 
ßeseß über die Bestrafungvon Spionen erlassen. 
Zurzeit besteht noch kein Gesetz, das die Regierung ermächtigt, 
jegen Ausländer, die bei der Spionage ertappt werden, vor— 
ugehen. Nur wenn ein Spion auf irgend einem Festungs⸗ 
jelände oder auf Regierungseigentum gefunden wird, kann 
Jegen ihn gerichtlich wegen unbesugten Beschreitens Anklage er— 
joben werden. Der Spion kann jederzeit auch aus den Ver⸗ 
rinigten Staaten ausgewiesen werden, aber ein Prozeß kann 
ihm nicht gemacht werden. Ein letzter derartiger Fall ereignete 
iich m Manila. Ein Japauer wurde dort bei seiner Arbeit über⸗ 
rascht. Es konnte aber nichts gegen ihn unternommen werden, 
ausgenommen, daß ibm befohlen wurde. fofort die Vhilippinen 
zut verlossen. 
heer und glotte. 
Militärische VPersonalien. In Berliner militärischen Krei⸗ 
ten, die für gut unterrichtet angesehen werden können, nimmt 
nan es, wie die N. G. O. hört, als wahrscheinlich an, daß 
der Generalfeldmarschall von Bock und Polach nächstens 
jon seinem Posten als General⸗Inspekteur der dritten Armee— 
Inspektion zurücktreten und durch den kommandierenden General 
des dritten Armeekorps, General der Infanterie v. Bulow, 
rsetzt werden wird. General v. Bulow ist der dienstaͤlteste 
Dmmandierende General und befindet sich sett 1903 an der 
Spitze des dritten Armeekoros. Als seinen Nachfolger nenn 
man den Generalleutnant v. Strantz, den Kommandeur der 
hessischen (26.) Division in Darmstadt. Ein grdßeres mili⸗ 
taärisches Revirement soll zum Geburtstage des Koffers am 
27 Ban. —⏑νν 
-— 
R———n— 
—X 
* 
Vor 40 Jahren. 
In den Lübecktschen Anzeigen vom Meittwoch. 
dem 11. Januar 1871. finden sich folgende offizielle 
Kriegsnachrichten: 
Bersailles, 9. Jan. Im Laufe der Nacht wurde 
die Stadt Par is von den diesseitigen Batterien stärker 
bessbhossen. Der Brand der Kaserne im Fort Montrouge 
währte bis zum Morgen. Am 9. wurde wegen dichten 
Nebels das — langsamer unterhalten. Der Feind er⸗ 
widerte dasselbe nur an vereinzelten Stellen. Diesseitiger 
Verlust am 8. etwa 25 Mann, am 8. depend - 
Die von Vendame aus vorgerüdten diesseitigen Kolonnen 
setzten am 8. ibren Marsch ohne wesentliche Gefechte bis 
uber St. Calais fort. 
— den 10, Januar. Der Königin Augusta in Berlin 
z1 Bestern hatte General, v. Werder südlich von Vesoul bei 
2) Vallerois ein glückliches Gefecht geaen Truppen 
von Bourbaki und machte 800 Gefangene. Desgleichen vor 
Belfort stürmten einige Bataillone das Dorf, Danioutin 
und machten 700 Gefangene. Hier wieder Nebel nach 
Schneefall, daher schwaches Feuer. gez. Wilhelm. 
— Am 8. nachmittgas schlug Oberst v. Dannenbera hei 
Mon tbard einen Angriff garibaldinischer Freischaren zurüch 
Am.9. stieß General v. Werder hei seinem Vormarsch auf 
VBillersexrel guf die Flanke des 20. französischen 
Koctps, nabm den Ort, wobei 2 Stabsoffiziere, 18 Offiziere 
und über 500 Mann nebst, 2 Adlern in unsere Hände 
fielen. Alle Angriffe des hierauf in bedeutender Stärke 
sich entwickeinden Gegners, bei dem auch das 18. Koros 
eingriff, wurden mit diesseitigem geringen Berlust in der 
Vihersexel —Momay und Marat abgewielsen. — Die 
Truppen des Generals Chanzy wichen am 8. auf allen 
Punkien, vor unsern vordringenden, Kolonnen auf Le 
Mans zurlick. Der Abschnitt von, Ardenay wurde von . 
unseren Teten, üherschritten. Ueber 1600 Gefangene 
konstatiert, die bis jetzt in unsere Haͤnde gefallen sind. 
* 
Tagesbericht. 
Lübeck, 11. Januar. 
Betriebs⸗ Einnahmen der Eutin⸗Lübecker Eisenbahn n 
den Monat Dezember 1910. Die Einnahmen betrugen: 
aus dem aus dem 
Personen⸗ Güler⸗ Sonstige in Summe 
Verlehr Verkehr Einnahmen 
M M M M 
1910 40 244 21 300 2200 63 744 
1909 36 144 19 600 2000 57 744 
Unterschied gegen denselben Monat 
des Vorjahres M 6600 
Einnahme vom 1. Januar bis Ende Dezember 1910, 883 427 
1900, 811941 
Unterschied gegen das Vorjahr 4, 71 486 
(Die vorstehenden Zahlen sind aeschätt.) 
»Der Gesamtverkehr auf dem Elbe⸗Trave⸗Kanal 
Monat Dezbr. 1910 stellte sich nach den vorläufigen Ermittelunge; 
wie folgt: 
Frachtdampfer Frachttähne Zul. Schiffe Schleppet 
Anz. Lad. Anz Lad. Anz. Lad. pp. 
t t t Anzahl 
1) Verkehr in Richtung Lübed⸗Lauenburg. 
3 829 260 58340 266 60169 72 
9) Berlkehr in Richtung Lauenburg⸗ Lübed. 
6 1006 252 28447 258 28455 69 
Zusammen Monat Dezbr. 1910... 520 sa 14141 
iosß.. 40 677575 107 
Monal Dezbr. 1910 ..... mehr 119 31865 34 
Monat Januar bis Dezbr. 1910 6167 883747 1693 
isos öö ⏑— 
—X 241591 223 
Firmen⸗Veränderung. Aus der Firma Oldenburg * 
Zzperalski, Baugeschäft, ist nach einer von Herrn Joh. Olden 
burg gemachten Mitteilung Herr Louis Aloys Szperalst 
aach freundschaftlicher Uebeteinfunft mit dem 7. Jan. 1011 
rus geschieden. Das Geschäft wird mit allen Aktiven und Passiner 
»on Serrn Joh. Oldenburg unter der veränderten Firmée 
Idvbann Oldenburg weitergefüürt. 
RPostscheckverkehr. Im Reichs postgebiet ist die Zahl de— 
Kontoinhaber im Vojfsschecherkehr Ende Dezember 1910 au 
1850 gestiegen (Zugang im Monat Dezember allein über 
550). Auf diesen Postscheckkonten wurden im Dezember gebucht 
67 Will. MeSutschriften und 864 Will. M Lostschriften. Da⸗s 
hesamtguthaben der Kontoinhaber betrug Ende Dezember 4 
Mill. M, ihr durchschnittliches Geiamtguthaben während des— 
eiben Monats 103 Mill. M. Im Verkehr der Reichspost⸗ 
checkämter mit dem Postsparkassenamt in Wien, der Post 
parkasse in Budapest, den schweizerischen Postschedbureaus und 
der seit 1. November an diesem Verkehr mit teilnehmenden 
belgischen Postverwaltung wurden fast 5 Miill. M umgesetzt, 
und zwar auf 2250 Uebertragungen in der Richtung nad 
und auf 8090 Uebertraaunden in der PRichtuna aus doen 
NMuslande 
Goldene Hochzeit. Am 17. Januar feiert ein alte 
Veteran, der ehemalige Lohndiener Hermann Frank, mit seine 
Fran die goldene Hochzeit. Frank wurde am 5. Dezember 182 
n Lübeck geboren und war mehrere Jahre Zögling des Waisen 
auses. Sieben Jahre diente er beim Lübeder Kontingent;: deir 
»en äldteren Lübeckern wohlbekannte damalige Hauptmans 
shachtigall war sein Kompagniechef. Später trat er pflicht 
jemäß in die Buͤrgergarde ein. Frank ist schon seit mehreren 
Jahren vollständig erblindet und trägt sein hartes Geschick ohn 
Aiage. Seine alte 78jährige Lebensgejährtin, die ihm vielt 
zahre treu zur Seite gestanden hat, ist schon seit Monaten schwer 
rant; die einzige Tochter pflegt die alten Eltern. Möchten sich 
desdenkende Menschen finden, dem alten Ehepaare den Ta 
der goeldenen Hochzeit zu einem fröhlichen zu machen und di 
sernere Lebenszeit etwas weniger sorgenvoll zu gestalten. Da— 
Ehepaar Frank wohnt schon seit 30 Jahren im Sause Beder 
grube 44. 
Damo fer⸗Aukauf. Der gestern leer von Rundes hie 
eingelroffene, z. Zt. am Schuppen 20 liegende Dampfert 
Mathilde“ aus Veile (Dänemarh) ist, wie wir von unter— 
richieter Seite erfahren, an den Viehkommissionär Herrr 
Raüsmrussen hierselbst verkauft worden. Das 271 ebn 
Retto große Schiff soll nach beschaffter baulicher Ver 
aünderung an den Fahrten zwischen Lübecdc und Däne 
mau? als Viehtransportdampfer teilnehmen. 
Sturmwarnung. Die deutsche Seewarte in Hambur· 
meldet: Minimum 2745 Schottland ostwärts vordtingend 
Gefahr itürmischer südweltlicher Winde. Sianal: Sudweit 
urm.
	        
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