Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
dends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezu as⸗ 
reis fur das Vierteljahr 3,80 Wart einschließlich 
vringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
Bestellgeld 3.30 Mark. Einzelnummern 10 Pfs . 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
— 
MRe, 
Anzeigenpreis (Ausgabe A und B) für die s8gesp. 
Zeile 20 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
W Pfg., für Auswaärtige 30 Pfg., f. Geschäftl. Mit⸗ 
teilungen 1Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Anforderungen entsprechend höher. o 0 
tzblatt der freien und Hansestadt Lubeck 61. Jahraan Vadhrichten für das herzo uum Sauenburg. die 
n ai: Gesetz und verordnungsblatt .t —————— — — gürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
——— — b nan e e zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Veriag: Gebrüder Borchers G. m. b. 8. in Lübed. — Geschäftsstelle Abreß haus Koniasit. 46). Fernivrecher 9000 u. MOL. 
— — — 
Ausgaboe 
Große Ansgabe) 
—— — — ⸗* 
3 
Erstes Blatt. hierzu 3. Blatt. 
—BBMœæMMUEEEE I — Rohthkul MdRMcααààXÆα αÄναÛα. 
Umfang der heutigen Seeten. 
suοÄÔÊοXαιRαααXαNνOÄà Xò OαäOOαOααÄòÑα ͥα αοιαιιQαιν9 — — — 
Nichtamtlicher Teu. 
Zur preußischen Thronrede. 
Lübecdc, 10. Januar. 
„n der Politik liegt häufig schon viel in der äußeren Auf⸗ 
machung, mit der man eine parlamentarische Tagung beginnt! 
derselbe preußische Landtag, der vor einem Jahre mit einem 
olchen Aplomb und Stolz eröffnet wurde, daß die Blicke ganz 
deutschlands sich fasziniert auf ihn richteten, hat heute in 
Aler Stille und Unauffälligkeit seine Pforten geöffnet. Da⸗ 
nals erschienen im Weißen Saale der König mit der Königin, 
dem Kronprinzen, allen Prinzen und Hofchargen. Die Minister 
ind auch sämtliche Abgeordnete, die ein Recht zu irgend einer 
Iniform hatten, prangten im zweifarbigen festlichen Tuch. Und 
Wilhelm der Zweite verlas selbst die Thronrede. Mit 
exhobener Stimme sprach er die Worte: „Ihrer, meine Herren, 
zarrt noch eine ernste Aufgabe. Die Vorarbeiten für 
zine Reform des Wahlrechtes zum Hause der 
Abgeordneten sind ihrem Abschlusse nahe. Eine 
Porlage wird in einigen Wochen Ihrer Beratung unterbreitet 
perden. Strenge Sachlichkeit und pflichtbewußte Staats- 
zesinnung wird, des' bin ich gewiß, wie bisher die Ent⸗ 
schließungen der preußischen Landesvertretung leiten. Und so 
erhoffe ich von der bevorstehenden Tagung segensreiche Ergeb⸗ 
nisse für die Wohlfahrt des Vaterlandes.“ 
Man weiß heute, wie erfolglos die Wahlrechtsaktion der 
qreußischen Regierung verlausen ist. Nun hat die preußische 
fegierung allerdings allen Grund gehabt, sich möglichst stille 
und abwartend zu verhalten. Man ließ den König die Thron— 
rede diesmal nicht selber verlesen. (MMan begründete das mit 
veränderten Reisedispositionen“). Vielmehr hat der Minister⸗ 
dräsident den Landtag eröffnet; daß es so kommen würde, 
var allerdings schon längere Zeit bekannt. Von der Wahl— 
eform war, wie vorauszusehen war, kein Wort zu finden. 
dafür behandelte Herr v. Bethmann-Hollweg eine ganze Reihe 
nehr oder minder die weiten Kreise interessierender Fragen. 
ẽs war zumeist spröder Stoff, der geboten wurde. So zum 
Beispiel die Betrachtungen über die Kultivierung von Moor— 
ind Oedländereien, die Befestigung des bäuerlichen Besitzes, 
zie Verpflichtung zum Besuche städtischer und ländlicher Fort⸗ 
zildungsschulen, die Vereinfachung der Rechnungsprüfungen der 
Dberrechnungstkammer in Potsdam und sonstige welterschätternde 
dinge mehr. Besonderes Interesse dürfte jedoch die 
Zonstatierung der fortdauernden Besserung der 
Staatsfinanzen beansprucht haben. Im ganzen hat 
hie Rede wohl noch weniger gebracht, als man ursprünglich 
erwartet hatte. 
—EZM 
Kunst und Wissenschaft. 
Wilhelmine Seebach. die Schwester der unvergessenen und 
ind unvergeßlichen Miarie Seebach, die auch in Lübeck unter 
Direktor Paul Borsdorf im Winter 1878/79 mit Max Grube 
ind Frl. Rossi usw. zusammen sehr erfolgreich am alten 
ztadttheater wirkte, ist plötzlich schwer erkrankt. Der Name 
Szeebach hai nicht nur in der Kunstgeschichte, sondern auch 
zuf dem Gebiete der Wohltätigkeit einen guten Klang. In 
ietätvollem Gedenken ihrer berühmten Schwester hat Wilhel— 
nine Seebach die Pläne und Bestimmungen der Heimge— 
Jangenen in großzügigster Weise erfüllt und erweitert. Die 
Weimarer Seebach-Stiftung ist nach dem Tode 
Darie Seebachs durch einen großen Anbau wesentlich ver—⸗ 
zrößert und verschönt worden, so daß die ursprüngliche Zahl von 
5 Pensionären auf 30 erhöht werben konnte. Greise Künstler 
ind Künstlerinnen sind in dieser Musteranstalt bis an ihr 
Lebensende in vornehmster Weise versorgt. Im Sinne der 
zrohen Künstlerin war auch die Gründung einer Schauspiel— 
Sule. zu der Wilhelmine Seahheheg heet 
die Kaiserin selbst übernahm das Protektorat und zeichnete die 
Begründerin durch Verleihung des Luisen-Ordens aus 56 
»en letzten Jahren rief Wilhelmine Seebach auch einen 
dnabenhort ins Leben, dem sie ihre besondere Sorgfalt zu— 
wendete und dem sie ebenfalls einen großen Teil ihres Privat— 
rmögens opferte. Bei der Weihnachtsbescherung, der sie 
dees Jahr wie immer trotz ihres Alters in reger Sorge und 
msicht vorstand, mag sie sich wohl ihre verhängnisvolle Er— 
tältung zugezogen haben, die, nach dem Ausspruch der behan⸗ 
delnden Aerzte, bei dem hohen Alter der Patientin zu 
zroßer Besoranis Anlaß gibt. Zurzeit befindet sich die Kranke 
nmeiner Pension im Westen, in da sie während ihres Ber— 
iner Aufenthaltes Wohnung zu nehmen pflegt. Wilhelmine 
Zeebach ist 1833 in Berlin geboren. 
Polfart in Ameria. Da Gastspiel Ernst von Possarts 
at in Newyork einen großartigen Erfolg gezeitigt. Das 
eutsche Theater war seit langer Zeit wieder mit einem hoch— 
leganten Publikum bis auf den letzten Platz gefüllt und am 
A der einzelnen Akte wollte der. Beifall kein Ende nehmen. 
as Gastspiel ist noch auf drei Wochen berechnet, während 
rrer Vossart in seinen hesten Rolsen aufsritf 
Mittwoch, den M. Januar 1I911. 
Morgen⸗Blatt Nr. 18. 
Jetzt kann nun wieder die Werktagsarbeit im Hause be— 
ginnen. Der elegante, elastische Baron Rheinbaben mit dem 
adellosen Scheitel und Gehrock wird allerdings nicht mehr die 
zahlen und Ziffern des Etats servieren, sondern ein bürger- 
icher Mann, Dr. Lentze, der frühere Bürgermeister von Magde—⸗— 
urg, wird sie trocken und nüchtern auf dem Regierungstisch 
usbreiten. 
Insbesondere hatte man sich auf den Nachfolger des gemüt— 
hen Herrn v. Moltke, Exzellenz von Dallwitz, gefreut. Man 
offte, daß er die Feuerbestattung, die er in Anhalt förderte, 
VPreußen nicht verleugnen werde. Aber auch diese kleine 
douveauté ist ausgeblieben. Herr von Dallwitz, so wird jetzt 
ekannt, will sich die parlamentarischen Sporen nicht mit der 
zorlage über die Feuerbestattung, sondern mit dem Zweck⸗ 
erbandsgesetz verdienen. Es wird ihm angenehmer sein, wenn 
daruber gleich in soviel Debatten und Anfragen verwidelt 
bird, daß er über die unangenehme Leichenverbrennung und 
iber die noch unangenehmere Wahlreform möglichst wenig zu 
agen braucht. 
Nur möglichste Stille in allen Ecken! Das ist ijetzt 
die Varole. 
— 
sollen sie von der Geltung dieser Gesetze ausgenommen sein. 
Eine Erfüllung solcher Wünsche würde u. E. nur Verwirrung in 
insere Gesetzgebung hineinbringen. Diese zieht ihre Unterschei⸗ 
zungen bisher nicht aus der Vorbildung, sondern aus der Tätig— 
eit. Tas Programm des intecnationalen Kongresses ist dem— 
iach der beste Beweis für Bestrebungen, wie wir sie ähnlich beim 
dandwerk hinsichtlich des Befähigungsnachweises finden. Natür—⸗ 
ich bleibt es nicht bei dem bloßen Titelschutze, sondern man will 
zann auch besondere Vorrechte für die Inhaber des geschützten 
Titels. Die akademischen Angenieure werden dann 
ruch verlangen, daß die wichtigsten Gebiete der 
TDechnik ihnen vorbehalten bleiben. Das ist eine 
o notwendige Konsequenz, daß jede Organisation, die sich einmal 
ruf den falschen Weg begibt, in kurzem dort landen muß. 
ym österreichischen Paramente liegt schon der An— 
rag vor, daß nur diplomierte Ingenieure Leiter 
»on Aktiengesellschaften dein dürfen u. dal. Noch 
raut sich keine Partei so recht an diesen Antrag heran. Aber 
r ist eine notwendige Folge! 
Man male sich einmal selbst aus, was es für unser Wirt— 
chaftsleben bedeutet, wenn auch für das Riesengebiet der Tech— 
nik ein bestimmter Bildungsgang vorgeschrieben wird. Man 
telle sich vor, jeder, der in der Technik etwas Tüchtiges leisten 
möchte, müßte zunächst neun Jahre auf dem Realgymmasium 
ind fünf Jahre adif der Hochschule sich theoretisch vorgebildet 
aben, ehe er zur Prüfung und damit zu einer führenden Stel— 
ung zugelassen wird. Dann wären allen denen, die nicht die 
Mittel besizen, 14 Jahre auf Schulen zuzubringen, die Wege 
um Erfolge versperrt. Die rraktisch veranlagten und die zu 
rüher Erwerbsarbeit gezwungenen Techniter würden dann über— 
zaupt nicht mehr an hervorragende Stellungen kommen. Wir 
daben doch wahrhaftig genug Cramina und „Bildungs“zwang 
n Deutschland. Deshalb sollten wir uns hüten, ein weites 
Feld zünftlerisch einzukapseln. Hier stehen demnach sehr wich— 
ige Gesamtinteressen auf dem Spiele, und diese Bestrebungen 
werden in vielen Kreisen auf Widersiand stoßen. 
Inland und Kusland. 
Türkei. 
Das Blatt Turquie meldet über den Kampi der Truppen 
nit den Rebellen im Jemen: Die Rebellen hatten 288 Tote 
ind wurden in die Flucht geschlagen. Die Truppen hatten 48 
Ttote und 80 Verwundete. Said Idriß soll in der Rich— 
tung nach Sana vorrücken. Nie Regierung beschloß, acht 
Bataillone Verstärkungen nach dem Jemen zu entsenden. 
Nach Konstantinopeler Meldungen scheint der Tanin 
durch die Ausstreuungen ausländischer Blätter über die 
deutsch-russischen Verhandlungen beunruhigt zu sein. 
Diese Ausstreuungen haben wohl den Anschein erweckt, als wür— 
den zwischen Berlin und Vetersburg ohne Rücksicht auf türki— 
— ö— — 
Direktors und Gründers des Wiünchener Künstlertheaters, des 
Muünchener Schriftstellers George Fuchs, gelegt werden, während 
die musikalische Leitung dem jungen Wiener Dirigenten Zem⸗— 
insky bereits übergeben worden ist. Es besteht der Plan, diese 
Theater-Union bereits im Sommer 1911 in München im Künst⸗ 
ertheater in Tätigkeit treten zu lassen. Für die erste Spiel⸗ 
eit ist die Hebung der alltäglichen Theaterkost vorgesehen, und 
ür spätere Jahre hat man die Förderung des deutschen Lust⸗ 
pieles usw. in Frage gezogen. Mit anderen Worten: München 
oll durch diese Theater⸗Union der zukünftige Mittelpunkt de— 
eutschen Theaterlebens, soweit der Sommer in Frage kommt, 
verden, und dem Theater sollen durch sie neue Werte errungen 
verden. Die Theater-Union ist in der Form gedacht, daß die 
ersten Kräfte von Berlin, Wien und München sich im Sommer 
zu gemeinsamer Arbeit in München zusammenfinden. 
Erfolg des Protestes der Dresdner Musilkritiker. Auf die 
Beschwerde der Dresdner Kritiker hin erklärte der Verlag 
Adolph Fürstner in Berlin mit der bei der Urausführung der 
Elektra“ geübten Weise brechen und den Dresdner Reserenten 
»en Klavierauszug des Siraufschen „KFosenkavaliers“ 
acht Tage vor der Uraufführung zustellen zu wollen. Inten— 
dant Graf Seebach vermittelte zwischen Verlag und Krititern. 
Das Fruetlichttheater in Hertenstein bei Weggis, das kimstle⸗ 
risch a uherordeniliche Erfolge erzielt hat, geht wegen finan— 
zieller Schwierigkeiten ein. Der Besuch war zu schwach, 
um die großen Unkosten zu decken. In Brunnen werden große 
Anstrengungen gemacht, das Lorenzsche Unternehmen dorthin 
zu verpflanzen. 
Das neue Konservalorium der Wusik wurde in Stuttgart 
n Anwesenheit der Königin festlich eingeweiht. 
Für die Erstaufführung der Hauptmannfchen ,Ratten“ im 
Berliner Lessing-Theater liegen schon jetzt mehr als 12 000 Bee— 
sttellungen vor; dabei stehen nur etwa 1000 Plätze zur 
Verfügung. 
Das Drama eines Wunderlindes. Die junge Dichcerin 
Margarethe Zöllner, Tochter des bekannten Komponinen 
Professors Heinrich Zöllner. deren erster Band Lyrik aus ihrem 
11. und 12. Lebensjahre schon zwei Aulagen erlebe hai, hat 
etzt als Backfisch ein zweiaktiges Drama unter denn Titel 
„Jutta Sanden“ verfaßt, das am 18. Jan. in Anwerpen 
zur ersten Aufführung gelangen wird, 
Diplomingenieure und zünftlerische 
Bestrebungen. 
Vor einigen Tagen teilten wir mit, daß führende 
dechniker aller europäischen Staaten demnächst zu 
inem Kongreß eingeladen werden sollen, um über eine inter— 
ationale Ausbildungs- und Prüsungsordnung zu beraten. Tas 
zrogramm dieses Kongresfes verdient die ernste Beachtung nicht 
ur der Techniker, fondern auch aller derjenigen, denen die 
ntwickelung unserer volkswirischastlichen und sozialen Ver— 
ältnisse am Herzen liegt. Denn zunächst wird eine bestimmte 
zrüfungsordnung und ein Mindestmaß von zehn 
ochschulsemestern vorgeschlagen. Auch ein strafrechtlicher 
»Ach utz des Titels „Ingenieur“ und dessen Beschränkung 
uf die so ausgebildeten und geprüften Techniker soll erwogen 
erden. Damit sügt der Kongreß sich in die Bestrebungen des 
zerbandes deutscher Diplom-Ingenieure und ähnlicher auslän— 
ischer Verbände. Durch zünftlerischen Abschluß der Ingenieure 
uit Hochsschulbildung hoffen sie eine Anerkennung und Gleich- 
tellung dieser Neuakademiker mit den Juristen, Aerzten usw. zu 
rreichen. 
In Deutschland ist nun schon ein erster Ersatz dadurch erreicht 
»orden, daß für die Zulassung als Patentanwalt 
as Tiplomexamen einer lechnischen Hochschule Vorbedin⸗ 
ung ist. Gegenwärtig macht der Verband lebhafte Anstren— 
ungen, in der Gewerbeordnung und Versicherungsgesetzgebung 
ie diplomierten Techmiker von den übrigen zu unterscheiden, und 
men den „gewerblichen“ Charakter zu nehmen. Ihre Tätigkeit 
oll zu einer „wissenschaftlichen“ gestempelt werden und damit 
Verpachtung des Stadttheaters in Halle. Der Mag 4at 
eschloß, mangels eines Fundus das Stadttheater noch 
icht in eigene Regie zu nehmen, sondern es an den 
isherigen Pächter Richardts auf drei Jahre weiter zu 
erpachten. Der Monatsgagenetat wird von 18 000 auf 23 000 
Rark erhöht. Die Mindestgage für weibliche Mitglieder so— 
»ohl des Chors als des Balletts wird auf monatlich 120 
Rark sestgesetzt. Aus den gleichen Gründen sollen die Orchester⸗ 
ritglieder auf ein ganzes Jahr angestellt werden. Der Magi— 
rat zahlt zu diesem Zweck 10000 Maü Zuschuß und gesteht 
em Pächder das Recht auf eine mäßige Erhöhung der Abonne—⸗ 
entspreise zu. 
Arthur Nifisch wird im nächsten Winter ein außerordent— 
sches Konzert des Wiener Tonkünstlerorchesters diri— 
ieren. 
Künmstlernacht ichten. Kapellmeister Felie Landanu ist auch 
ir die kommenden Festspiele in Bayreuth zur Mitwirkung 
ingeladen worden. Der Künstler wird dem Antrage Folge 
zisten. — Als Nachfolger Rie dels wird in Braunschweig 
rit Bestimmtheit Hofmusildirektor Max Clarus, der bisherige 
weite Kapellmeister in Braunschweig und Komponist mehrerer 
roher Chorwerke und der Oper „Des Königs großer Rekrut“ 
enannt. — Der ungarische Dramatiker Franz Molnar, dessen 
zustspiel „Der Herr Verteidiger“ auch in Lübeck bekannt ge⸗ 
vorden ist, ist in Budapest schwer erkrankt. 
d. Theater⸗Unton Berlin⸗Wien-München genteinsann mit 
ꝛen Vollsfestspielen. Aus Muünchen telegraphiert uns unser 
dorrespondent unterm 9. Januar: Die in der letzten 
jeit in der Presse vielfach erörterte Neuorganisation des 
Nünchener Künstlertheaters ist etwas ganz anderes, als was 
arüber bisher in der Presse bekannt geworden ist. Es handelt 
ich um nichts weniger, als um eine große Theater-Union Berlin⸗ 
München⸗Wien, die mit den in der letzten Zeit durch einen großen 
lufruf angekündigten Volksfestspielen Hand in Hand gehen wird. 
die Volksfestspiele werden aller Wahrscheinlichkeit nach jeweils 
hren Ausgang von München aus nehmen, wie dies ja nauch be⸗ 
eits bei dem „Oedipus“ von Max Reinhardt der Fall ist. Die 
esamte Regieoberleitung für diese geplante Theater-⸗Union und 
ie Volksfestspiele zugleich wird Max Reinhardt erhalten, die 
)berleitung, soweit die Verbindung zwischen Theater und bil⸗ 
ender Kunst in Frage kommt, wird in die Hände des neuen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.