Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

zerlin eintreten. Ourchgehende Wagen werden zwilchen Poot 
»f Holland, Bremen und Hamburg verkehren, so daß in Zukunft 
ast alle wichtigeren Städte Norddeutschlands in durchgehenden 
ind Restaurationswagen von Hook aus erreicht werden können. 
durch diesen neuen Fahrplan werden, wie schon be— 
ichtet, bei einer Fahrt nach Bremen 2 Stunden 12 Min,., bei 
iner Fahrt nach Hamburg 2 Stunden 17 Min. und bei 
einer Fahrt nach Berliw 1 Stunde 31 Min. gespart werden. 
Eisenbahnwünsche. Dem gemeinnützigen Verein in 
Schönberg in Mecklenburg ist auf eine Eingabe des In— 
jalts, daß der morgens 7,33 Uhr von Lüneburg in Lübeck 
inlaufende Zug so viel früher gelegt werden möchte, daß 
r den Anschluß an den 7,28 Uhr nach Mecklenburg abgehenden 
Zug noch erreichte, von der Direktion der Lübeck-Büchener 
fisenbahngesellschaftt geantwortet, daß der gewünschte 
Unschluß zurzeit unmöglich sei. Doch soll die Herstellung 
»es Anschlusses, dessen Notwendigkeit anerkannt wird, für die 
rolgende Fahrplanperiode versucht werden. 
*Versendung von Naketen während der Osterzeit. Die 
Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaketadresse ist für 
die Zeit vom 10. bis einschließlich 16. April weder im inneren 
»eutschen Verkehr noch mit dem Ausland — ausgenommen Ar— 
Jentinien — gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser 
Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Post-— 
paketadresse versandt werden. 
0 WVortrags abend im Verband der Vereine für Körper⸗ 
zilege. Zwei wichtige und für Lübeck aktuelle Themen kamen 
rußf dem Vortragsabend, den der Verband der Vereine für 
Rörperpflege am Freitag im Hause der Gemeinnützigen 
Hesellschaft veranstaltete, zur Sprache. Herr Professor 
Kohlrausch, Hannover, behandelte das Thema „Vollbs⸗ 
und Jugendspiele, und die Heranziehung der 
schulentlassenen Jugend“ und Herr PVrosessor 
Hoffmann, Lübeck sprach über „Die Schwimm— 
hallenfrage“. Herr Professor Kohltausch sprach in 
seinem Vortrage zunächst von dem Wert der Leibesübungen 
und schnitt dann auch die Frage der Heranziehung der 
Schulentlassenen zu den Jugendspielen an. Da der Redner 
eine Rusführungen besonders auf Erfahrungen stützte, die er 
in dieser Sache in Hannover gemacht hat, ging er mehr 
uuf die Knaben- als auf die Mädchenspiele ein. Wie 
er jedoch betonte, seien die Spiele im Freien für beide 
Teile gleich wertvoll. Die Bedeutung der Volks- und 
Jugendspiele liege vor allen Dingen auf gesundheitlichent 
Sebiet. In längeren Ausführungen suchte dies der Vor— 
tragende zu beweisen. Dann kam er auß die soziale Be— 
deutung der Volksspiele zu sprechen und wußte auch hierüber 
ehr überzeugend zu reserieren. Erfreulich sei es, daß der 
Wert der Spiele von den Schulbehörden bereits an— 
zrkannt sei, da die Spiele im Schulplan jetzt vorgeschrieben sind. 
Aber auch die schulentlassene Jugend müsse wegen der Bedeutung 
der Spiele unbedingt dazu herangezogen werden. Um' dieses 
durchzuführen, seien von den Turnvereinen schon Petitionen mit 
Vorschlägen an die maßgebenden Kreise eingegeben. Es würde 
u. a. verlangt, in den Pflichtfortbildungsschulen die jungen 
Leute auch zur Teilnahme an den Lgesunden Volksspielen zu ver— 
oflichten. Schwierigkeiten mache bdierbei vielleicht die Auswahl 
der Beaufsichtigungsperson. Die Lehrer seien nur geeignet als 
Spielleiter, wem sie nicht als Schulmeister auftreten. Bei 
ichtigem Anfassen könne die Frage der Seranziehung der Schul— 
mtlassenen zu den Volks- und Jugendspielen immer gelöst werden. 
ks sei empfehlenswert, daß sich die Vereine, die den Zweck 
»er Körperübungen verfolgen, zu gemeinsamer Arbreit in dieser 
o wichtigen Angelegenheit zusammentun. — Herr Professor 
doffmann referierte sodann über die „Schwimmhallenfrage“. 
ẽr betonte besonders den Unterschied der Badegelegenheit in 
rübech im Sommer und im Winter. Hauptsächlich dank der 
Arbeit des Lübeder Schwimmpereins sei die Inanspruchnahme 
»er Flußbäder in der warmen Jahreszeit bedeutend gestiegen. 
da würde die fehlende bezw. nicht genügende Schwimm— und 
Badegelegenheit in den kalten Monaten besonders unangenehm 
mpfunden. Der Platz für eine Schwimmhalle wäre im Grund— 
tüch des Schlosses Rantzau schon lange gefunden. Man würde 
ich zunächst auch mit einer ganz bescheiden angelegten Anstalt 
begnügen. Mit Hinsicht darauf, dah das Lübecker Kunst⸗ und 
Musikleben regelmähig vom Staat sinanziell unterstützt werde, 
önne ein jährlicher Zuschuß zu einem derartigen gemeinnützigen 
Unternehmen ebenfalls erwartet werden. — Beide Redner ernte— 
en mit ihren Vorträgen lebhaßten Beifall der zahlreichen Zu— 
zjörer. Zum Schluß teilte der Vorsitzende, Herr Dr. Ru— 
olphey, noch mit, daß sich der Verband bereits mit einer 
kingabe betr. das Schwimmhallenbad an den Senat gewandt hat. 
VLübed imn Schuee. Dem Winter wird das Scheiden 
»ffensichtlich recht schwer, obgleich seine Herrschaft in den ver— 
lossenen Monaten eine recht milde war. Aber ein recht merk— 
iiches Zeichen seines Regiments zu hinterlassen, hat er doch nicht 
imhin können. Am Freitag mit Anbruch der Dunkelheit ließ 
er einen nach und nach immer stärker werdenden Schneefall 
iber Lübeck und Umgegend niedergehen. Gegen Mitternacht 
jatte sich bereits eine mehrere Zentimeter starke Schneededce ge— 
hildet. Einen wunderschönen Anblick boten um diese Zeit die 
oich beschneiten, vom Gaslicht beleuchteten Bäume und Sträucher 
in den Anlagen vor den Toren. Auch die ganze Nacht hindurch 
hielt der von Sturmböen begleitete Schneefall an, so daß 
heute morgen Lübeck und Umgegend sich als prächtige Winter— 
sandschaft dem Auge darbot. So viel Schnee wie in der 
etzten Nacht ist während der ganzen Wintermonate nicht ge— 
allen. In den Hauptstraßen der Stadt wurde der Schnee von 
»en Straßenreinigern sofort abgefahren; im übrigen besorgte 
»ie im Laufe des Vormittags die Wolken durchhrechende Sonne 
die Forischaffung des Schnees. 
S Zwangsverläufe. Im Termin vor dem Amisgerichte 
im 24. März 1911 wurde aufgeboten das Grundstück Lühecker⸗ 
traße Nr. 34 zu Schlutup, dem Gastwirt Hermann Freese zu 
Schlutup gehörig, beschwert mit 63350 M. Das Meistgebot 
pon 54500 Mwurde abgegeben von dem Gastwirt Adam 
Saborowski zu Lübed. Ueber den Zuschlag soll am 31, März 
1911 entschieden werden. — Die Zwangsversteigerung des der 
Witwe Johann Miarkus Heinrich Ludwig geb. Westphal und 
)em Kaufmann Rudolph Friedrich Bernhard Ludwig zu Lübedk 
zehörigen Grundstücks Bismarchstraße Nr. 6 fand nicht statt, 
weil die betreibende Gläubigerin ihren Versteigerungsantrag 
mrũcddoenomnien hatte. 
RZwei Todessälle infolge Erstickens. In einem epi—⸗ 
eptischen Anfall erstidte ein bei einem Kaufmann in der Waren⸗ 
worpstraße bedienstetes Mädchen, indem es so unglücklich hinfiel, 
»aßz ihm die Atmung ummöglich wurde. Ferner erstidctte ein 
albiãhriges Kind einer in der Ziegelstraße wohnhaften Frau, 
dem Kinde nachts der Gummisauger seiner Milchflasche in 
die Luftröhre gealitten war. 
I Strafkammer II. Sizung vom 24. Marz. Wegen 
Riebstahls, Urkundenfälschung und Betruges 
at sich die Ehefrau Minna Ru. aus Niendorf zu verant⸗ 
orten. Im Herbst 1907 wohnte eine Witwe Co., eine Ver—⸗ 
andte der Angefklagten, einige Wochen bei den Eheleuten 
zu. in Niendorf. Zur Aufbewahrung ihres Geldes war der 
o. von der Angeklagten ein in der Wohnstube stehender 
5piegelschrank zur Verfügung gestellt, und die Co. hatte 
wdiesen Schrank ihre Barschaft im Betrage von 130 Muge— 
»gt. Die Angetlagte nahm diese 130 Muheimlich aus dem 
schranke fort und gab sie ihrem Manne, der sie zur Be— 
ahlung von Schulden verwandte. Nachdem die Witwe Co. 
en Diebstahl entdeckt, ließ sie sich durch das Versprechen 
er Eheleute Ru. ihr das gestohlene Geld in Raten wieder— 
izahlen, von einer Anzeige abbringen, und fand sich in 
er Folgezeit auch bereit, den Eheleuten Ru. noch weitere 
zeldbeträge als Darlehen zu geben. Im November 19810 
etrug die so entistandene gesamte Forderung der Frau Co. 
egen die Eheleute Ru. etwa 230 M. Zur teilweisen Til—⸗ 
zung dieser Schuld verkaufte der Ehemann Ru. ihm ge— 
örige Fleischwaren, welche er bei dem Schmiedemeister Br. 
1 Brodten im Rauche hängen hatte, für 125 Mean die Co. 
is waren dies zwei Schinken, zwei Spechseiten, eine Schulter, 
wei Bacenstücke, vierzehn Mettwürste und eine Braunschweiger 
Vurst. Hiervon wurde Br. verständigt. Am 1. Januar 
eilte die Co. dem Br. per Telephon mit, er solle unter 
einen Umständen den Ru.s Fleischwaren aushändigen, was 
zr. ihr versprach. Inzwischen waren die Ru.s wieder in 
zeldverlegenheit gekommen und die Angeklagte faßte den 
intschluß, sich in den Besitz wenigstens eines Teils der Fleisch— 
zaren zu seßzen und durch den Verkauf sich Geld zu ver— 
haffen. Am 3. Januar fertigte sie ein Schriftstück fol— 
enden Inhalts aus: „Bitte Herr Br., möchten Sie Frau 
o. Schinken dem jungen Mann geben. Sonntag kommt Frau 
o. und bezahlt das Räuchern. Auch Mettwurst mitgeben bitte. 
rau Co.....“ Mit diesem Zettel schickte sie einen Lehrling 
yres Mannes zu Br., der den Zettel für einen von Frau 
o. geschriebenen Zettel halten sollte. Br. weigerte sich aber, 
gend welche Waren herauszugeben. Hierdurch ließ die An— 
eklagte sich nicht abschrecken. Sie fertigte am 4. Jan. 
ne zweite falsche Anweisung von Frau Co. an, folgenden 
nhalts: „Bitte Herr Br. geben Sie Frau R. die Schinken 
zit, denn ich bin krank und kann selbst nicht kommen und 
h habe die Schinken schon vor Weihnachten verkauft. Nun 
ill sie der Mann Mittwoch morgen schon haben. Wenn 
h aber Sonntag besser bin, dann komme ich mit Frau Ru. 
‚,iin. Das können Sie Frau Ru. geben, das ist Verwandte zu 
zir. Frau Co.....“ Mit diesem Zettel ging die Angeklagte 
Ibst zu Br., aber auch ohne Erfolg. Nunmehr setzte die 
sngeklagte sich, indem, sie sich für Frau Co. ausgab, mit 
rau Ro. in Brodten per Telephon in Verbindung. und 
at diese, zu Br. zu schicken und ihm sagen zu lassen, sie, 
rau Co., würde ihr Fleisch durch eine Frau Le. abholen 
issen. Das Rauchgeld würde sie gleich mitschicken. Als 
zr. diese Nachricht zuging, zweifelte er nicht mehr daran, 
ahß sie von Frau Co. herrührte, und gab nun, als die 
rau L. erschien, dieser zwei Schinken und acht Mettwürste 
eraus. Frau Le. überbrachte diese Waren der Ange— 
agten. Diese verkaufte die beiden Schinken für 37 Meund 
ehielt' die Würste, um sie in ihrem Haushalt zu verbrauchen. 
das Arteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von 2 Mo— 
aten und 14 Tagen. 
V Tragischer Tod eines Liebhabers. In der in der 
epenau belegenen Wohnung einer von ihrem Mann ge— 
rennt lebenden Frau kam es heute morgen zwischen zwei 
iebhabern der Frau zu einem Streit, in dessen Ver— 
uuf der eine Liebhaber den andern aus der Wohnung 
inaus und die Treppe hinunterwarf. wobei er qge— 
ötet wurde. 
Wir erfahren über den Vorfall nachfolgende Einzelheiten: 
Zie seit einigen Jahren von ihrem Mann getrennt lebende 
zrau Möller, geb. Fargau, die aber nichtsdestoweniger eine 
roße Vorliebe für Männer besitzt, machte heute mggen ihren 
rsten Spaziergang mit einem 471ähr. Arbeitet August 
5chmidt, der sie in eine Herberge in der Depenau führte. 
dachden das Paar dort einige Kümmel und Bier genossen 
atte, begleitete der Schmidt Siie Möller in ihre in der 
leichen Strahße belegene Wohnung. Dort hatte sich in—⸗ 
wischen ein anderer Liebhaber der Möller, der 560jähr., als 
rTbeitsscheu bekannte Tischlergeselle Otto Reckner einge— 
unden und es sich bequem gemacht. Zwischen ihm und 
zchmidt kam es nun wegen der Moller zum Streit, in 
essen Verlauf der Schmidt den Reckner eine Treppe hin— 
interwarf, wobei Reckner so schwere innere Verletzungen er— 
itt. daß er sofort tot mar. Schmidt murde verdaftet. 
SVerkhafleter Schwindler. In miehreren hiesigen Zi— 
zarrengeschäften erschien dieser Tage ein gut gekleideter Mann, 
er sich v. d. Osten namnte, um Zigarren zu kaufen. Er wählte 
tets die besten Sorten aus und ersuchte dann die Geschäfts— 
nhaber, die Waren in seine in der Humboldtstraße belegent 
Pohmung zu senden. Wenn er bezahlen sollte, „entdedte“ 
rr zu seinem „lebhaften Bedauern“, daß er kein Geld bei 
ich hatte. Er bot dann den Geschäftsinhabern seine goldene 
lIhr zum Pfand an, ersuchte zugleich aber auch um ein 
Zarlehen von 20 M. Zwei Geschäftsleute waren so ver⸗ 
rauensselig und gaben dem Mann infolge seines hochklingen— 
en Namens für seine Uhr 20 M. Als sie aber die Zigarren 
nn seine Wohming schicken wollten, stellte sich heraus, dah 
ie einem Schwindler in die Hände gefallen waren, dem 
s nur um die 20 Mizu tun gewesen war, denn die „goldenen 
lhren“, die er zum Pfande gegeben hatte, erwiesen sich 
ils sehr minderwertige Goldinuhren, die man Überall für 
„80 Mudas Stück kaufen kann. Als der Gauner zum dritten 
Male seinen Trick ausüben wollte, wurde er entlarvt und 
erhaftet. Der richtige Name des Schwindlers hat noch nicht 
estgestellt werden köunen. 
RAls lästiger Ausländer ausgewiesen wurde der Spe— 
iteur Abraham Haapa, der im vorigen Jahre wegen Be— 
ruges hiesiger und auswärtiger Kaufleute um Waren im 
Berte von etwa 100 000 Meverkaftet, nach längerer Unter⸗ 
uchungshaft dem Irrenhause zur Beobachtung seines Geistes—⸗ 
ustandes zugeführt worden war, und nun als ge'steskrank 
sach Rußland a baeschoben morden ist. 
o- Neue Beute der Fahrraddiebe. Gestern nachmittag 
purde in der Glodengießerstraße ein Fahrrad mit der 
Zzolizei Nummer 6864 gestohlen. Das Fahrrad hat schwarzes 
vsestell und ebensolche Felgen. Der Mantel des Hinterrades 
t neun. 
Bereinigte Stodttheater, Snbeck. 
Spielplan von Sonniag, 26. März bis einschl. Sonntag, 2. April. 
(Aenderungen bleiben vorbehalten.) 
März: Neues Stadttheater. Andf. Ende 
Sonntag, 26. Erhöhte Preitse! 1. Vorst. im Mozart- 
Iyklus! Gastspiel Francesco d'An⸗ 
Mont 7. B d uß 3 — luft 03 
ontag, 27. Be ittel⸗Preisen! ie lujtige 
Wiiwe —— 74 10 
Dienstag. 28. Erhöhte Preise! 2. Vorst. im Mozart⸗ 
Zyklus! 1. Gastsp. Paul Knüpfer 
„Figaros Hochzeit!. 74 11 
Minwoch. 28. Galtspiel Fritze Steidl-Ensemble. , 
„Hallsoh!, Die große Revue!“ 84 15 
Donnerstag, 30. Erhoöͤhte Preise! 8. Vorst. im Mozari⸗ 
Moen Letzee e Paul 
nüpfer. „Die Entführung aus 
dem Serail 7324 105 
Freitag, 31. Nensrane an von 
iederich. ierauf: halea 
Bronlema. 7,5. 105 
April; IJ 
Sonnabend, 1. Mittel⸗Preise! Einmaliges Galtspiel 
Franziska Ellmenreich vom Deut⸗ 
schen Schauwielhaus in Hamburg. 
„Maria Stuart“ von Schiller. 
A 2. Unbestimmt. 
Muarz: Stadthallen⸗Theater. 
zonntag. 26. Gasisp. Fritz Steidl-⸗Ensembl. „Halloh! 
Die große Reboue!“ 4 ⸗ 
zonntag, 26. „Halloh! Die groꝛe Revue!“ 8 11 
Nontad, 27. „Salloh! Die große Revue!“ 84 1154 
Zienstag, 28. „Halloh! Die große Revue!“ 8 1183 
)onnerstag, 30. Halloh! Die aroße Revue!“ 34 11 
freigg sꝑ 31. I8alloh! Die große Redue!“ 814 114 
pril: 
—A 2. Unbestimmt. 
In Vorbereilung; Othello“, Große Oper von G. Verdi. 
a des Kgl. Kammersängers A. Pennarini. — „Faust“ von 
oethe. 
O Druckfehlerberichtigung. In dem Artikel „Jus der 
zZürgerschaft“ in unserer Morgenausgabe hat sich leider 
in sinnentstellender Druckffehler eingeschlichen. Am Ende der 22. 
zeile des ersten Absatzes muß es natürlich statt „Ver— 
rauenskündigung“ „Vertrauenskundgebung“ 
eißen. 
— ü——e—“ S— 
seueste Nachrichten und Telegramme. 
W. Berlin, 25. März. Die parlamentarischen Montags- 
ibende beim Reichskanzler werden jetzt unterbrochen und erst 
nach den Osterferien des Parlaments wieder aufgenommen. 
Krieg zwischen Rufland und China? 
W. London, 25. März. Evening Standard teilt mit, ein 
ührendes Handelshaus der City habe ein Telegramm 
rus Ostasien bekommen, daß man demnächst den Ausbruch 
ines Krieges zwischen Rußland und China erwarte. Bei 
dAoyds Verlsicherungsgesellschaft ist gestern die Versicherungs— 
suote gegen den Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Ruß— 
land und China während der nächsten vier Wochen von 
z auf 10 Euineas für das Hundert gestiegen. 
Fraukreich und Spanien in Marolko. 
W. Paris, 24. März. Aus der Rede Cruppis sind noch 
inige bemerkenswerte Stellen nachzutragen: Nachdem der 
Minister daran erinnerte, daß Frankreich sich mit Spanien 
n die Organisation der Hafenpolizei teile, erklärte er, diese 
keilung sei für Frankreich noch ein Grund mehr, die In— 
titution der Hafenpolizei beizubehalten, die in äußerst glück— 
icher Weise zum Ausdruck bringe, welche Rolle Frankreich 
n Marokko im Einverständnis mit Spanien spiele. — Ferner 
vies Cruppi darauf hin, daß auf der Liste der von der 
narokkanischen Regierung auszuschreibenden Arbeiten, die aus 
zen Mitteln der Anleihe bezahlt würden, zuvörderst Arbeiten 
ür die Häfen von Casablanca und Tanger und ssodann 
der Bau der hundert Kilometer langen Bahn Tanger-Allkassar 
ich befänden, der ausgeführt werden solle. 
Schiedsgerichtsvertrag und Welẽefriede. 
W. Manchester, 28. März. Der Chefsekretär für Irland, 
Birrel, wies in einer Rede im Reformklub mit Befriedigung 
wvuf die Wahrscheinlichkert hin, daß zwischen Enaland und 
den Vereinigten Staaten ein Schiedsgerichtsvertrag zustande 
ommen werde, betonte aber besonders, daß England nicht 
rur des Friedens mit Amerika, sondern auch mit Deutsch⸗ 
and und der ganzen Welt bedürfe. 
Die Winzerunruhen in Frankreich. 
W. Troyes, 24. März. Die Winzerausschüsse von Bar 
ur Seine und Bar sur Aube erklärten, daß die Beziehungen 
wischen den Gemeinden und der Verwaltung abgebrochen 
eien und erst nach der Einbeziehung des Departements 
AMAube in die Champagne wieder aufgenommen würden. 
Zum Aufstand im Jemen. 
W. Konstantinopetl, 28. März. Der Oberkommandant im 
Jemen meldet: Die türkischen Truppen nahmen nach sechs- 
ägigem Kampfe acht Orte ein. Die Rebellen erlitten bei 
Biefhak eine große Schlappe. 
W. Petersburg, 25. März. Durch zwei laiserliche Erlasse 
in den Senat wird befohlen, daß der Reichsrat und die 
steichsduma die Session vom 25. bis 28. März unterbrechen. 
Die Erlasse sind von Stolypin gegengezeichnet. 
W. Petersburg, 25. März. Die Reichsratsmitglieder Dur⸗ 
towo und Trepow wurden vom Kaiser bis zum 1. Januar 
912 beurlaubt. 
W. MNewyork, 24. März. Tinem Telegramm aus Mexriko 
ufolae trat das Kabinett zurüdk. 
W. Cuxhaven. 256. März. Beim Elbefeuerschiff 2 kolli— 
ierten heute nacht der einkommende Dampfer „Exelent“ mit 
inem abwärts kommenden Tampfer. Letzterer strandete auf 
zcharhörn. „Erelent“ ging mit sark beschädiatem Bug nach 
zamburg auf. 
W. Gotha, 25. März. Unter dem Verdachte, im vorigen 
zerbr den Mord in Ohrdorf begangen zu haben, wurde vor 
inigen Wochen die 221ährige Karolina Hopf aus 
-chwarzwald bei Gotha verhaftet. Jetzt gestand sie, die Ehe— 
rau Bochröder in Ohrdorf ermordet zu haben. Zugleich 
restand sie, im Februar 1908 die Hebamme Pflügner inSchwarz⸗ 
vald getötet zu haben. Die Verhaftete galt immer als ein 
NRannweib und hatte auch bis zum 12. Lebeusjahre immer 
tnabenkleider getragen. Sie gestand ferner, die Absicht ge— 
abt zu haben, die Schwester der Ermordeten. bei welcher sie 
vohnte, zu töten. 
W. Newhort, 24. März. Ein Bandit beraubte in der 
stähe von Dennison sämtliche Passagiere eines Schnellzuges ihrer 
Wertsachen. Aus dent Geldschrank des Schnellzuges stableg 
zRaäuber 85000 M.
	        
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