Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

Inland und Ausland. 
Deutiches Reich. 
Die deutich⸗eschwedischen Sandelsvertraas⸗Verhandlungen. 
Fine Mitteilung des Handelsvertragsvereins, nach der es 
weifelhaft sein soll, ob der Bundesrat sich noch vor der 
Sommerpause mit dem deutschschwedischen Handelsver⸗ 
rag beschäftigen wird, hat in Schweden Ueberraschung her⸗ 
horgerufen. Demgegenüber mag darauf hingewiesen werden, 
daß es sich bei den Mitteilungen des Handelsvertragsvereins 
ediglich um Mutmaßungen handelt, die in diesem Fall 
in den Anschauungen amtlicher Stellen keinen Ruckhalt 
inden. Daß die Handelsvertragsverhandlungen zwischen 
Deutschland und Schweden noch nicht zum Abschluß gelangt 
ind, ist allerdings zutreffend. Aber selbst wenn sie erst im 
Beginn des nächsten Monats ihren Abschluß finden sollten, 
o steht noch ausreichende Zeit zur Verfügung, um den Ver— 
rragsentwurf sowohl im Bundesrat wie auch im 
RNeichstagzur Verabschiedung zu bringen. 
Ein preiugisches Ausführungsgesetz zut Reichszuwachssteuer. 
Dem preußischen Abgeordnetenhaus ist der Entwurf eines Aus« 
ührungsgesetzes zum Reichszuwachssteuergesetz zugegangen. 
Ddieses Landesgesetz zur Ausführung des am 1. April 
d. J. in Kraft tretenden Reichszuwachssteuergesetzes ist erforder⸗ 
ich, um die RKechtsmittel und die Beteiligung der Gemeinden 
ind Kreise an den fur sie bestimmten Steueranteilen (40 Pro- 
ent der Steuererträge) zu regeln. Außerdem bestimmt der 
Hesetzentwurf die für die Veranlagung und Erhebung der 
Steuer zuständigen Stellen. Als Veranlagungsbe⸗ 
rde fieht der Geseßentwurf für Landge— 
seinden mit nicht mehr als 3000 Einwohnern 
en Kreisausschuß vor, da die Veranlagung der Zuwachs⸗ 
teuer ein besonderes Maß von Geschäftsgewandtheit dort be⸗ 
insprucht und daher den Gemeindevorstehern in kleinen Land⸗ 
zemeinden fast unüberwindliche Schwierigkeiten bereiten wũürde. 
In den größeren Landgemeinden und allen 
ztadtgemeindenwirddagegendie Veranlagung 
»em Gemeindevorstand äberlassen. Die Rechtsmittel 
Irdnet der Gesetzentwurf nach den Vorschriften des Gemeinde— 
ind Kreisabgabenrechtes. Er setzt damit an die Stelle der 
Beschwerde den Einspruch. Auf diese Weise hofft man 
u verhüten, daß in den Kreisen der Steuerpflichtigen Ver— 
virrung verursacht werde. Zur Regelung des An— 
reilsverhältnisses zwischen Gemeinde und 
Freis sieht der Gesetzentwurf vor, in den Fällen, wo dem 
Kreisausschuß die Veranlagung der Zuwachssteuer zusteht, dem 
Kreise ein Viertel des Anteils von 40 Prozent, also 10 Pro- 
zent der ganzen Steuer, zu überweisen. Der Kreis erhält so— 
nit ebensoviel als der Staat für die Bestreitung der Kosten 
der Aufsicht. In den Fällen, wo der Gemeindevorstand die 
Veranlagungsgeschäfte wahrzunehmen hat, wird dem Kreise 
nur die Hälfte der Quote, also 5 Prozent der ganzen Steuer, 
ugewiesen. Schließlich regelt der Gesetzentwurf die Ver⸗— 
reilung der Zuwachssteuer bis „zum 1. April 1814 
ür jene Gemeinden und Kreise, die bereits vor dem 1. Januar 
1911 eine Zuwachssteuer hatten. 
Preufßzen und der Vatikan. Man schreibt uns: Die 
Kreuzztg. khat die Uebergehung des preußischen Ge— 
andten beim Vatikan durch die Kurie mit deren Absicht 
»rklärt, auf solche Weise die Ernennung eines datboli— 
schen Gesandten zu erreichen; nur mit einem katholischen 
—D 
venn sie Erlasse an Dibzesen der beim Vatikan ver—⸗ 
retenen Länder vorbereite. Schwerlich besteht diese Auf⸗ 
assung bei der Kurie selbst. Die Kurie kemnt ohne 
Zzweifel den Standpunkt Preußens, daß sein Gesandter 
zeim Vatikan darum kein Katholik sein darf, weil erz; 
ingehindert durch die Möglichkeit, mit Kirchenstrafen belegt 
u werden, als Macht gegen Macht zu verhandeln hat. 
Aus diesem Grunde ist Preußen bei der Kurie wobl durch 
inen Nichtpreußen, wie den Bayern Freiherrn v. Rothenhan, 
aber niemals durch einen Katholiken vertreten gewesen, 
Daie Kali⸗Debatie in der Budgetkommission des Reichs- 
sages, die bereits zweimal unterbrochen war, wurde gestern 
ortgesetzt, und zwar besonders über die Verwendung der 
Kal?abaahen. DRie Beratung kam auch gestern nicht zum 
„Nun. und mas ist der langen Rede kurzer Sinn?“ fragte 
arl. 
Gerhard lachte und Liesbeth stimmte unter Erröten mit 
ein. „Man kann also auch als Kaufmann hübsch und flott 
und edel sein und eine angesehene, einflußreiche Stellung 
gewinnen, das müssen Sie nun zugeben. Fräulein Liesbeth, 
nicht wahr?“ 
Liesbeth nickte. „So meinte ich das eigentlich auch nicht,“ 
agte sie. „Aber ich dachte, es wäre so viel angenehmer, Stu⸗ 
zent zu sein, als den ganzen Tag in einem öden Kontor zu 
itzen und langweilige Briefe und Rechnungen z3u schreiben. 
zaben Sie denn Lust dazu?“ 
Das war die Wiederholung der Frage ihres Bruders, 
venn auch von einem anderen Standpunkte aus. Gerhard schwieg 
ine Weile, dann sagte er ruhig: „Ja, warum denn nicht. ich 
rüßte mir zurzeit nichts Besseres.“ 
Man ging dann hinüber ins Wohnzimmer, wo die Frau 
Rätin, eine feine, gewandte, kluge Frau, die jungen Leute 
egrüßfte und freundlich an den zierlich gedeckten Frühstüdstisch 
iötigte. Karl verglich im Stillen das Frühstück in den Som⸗ 
neriserien drüben am Weserstrande im Hause des Freundes, 
vo die soliden, kräftigen Bissen in denkbar schlichter Art und 
Beranstaltung dargeboten wurden, und staunte von neuem über 
Herhards gleichmähige, liebenswürdige, unbewußte Sicherheit 
hier wie dort, und die feine Rücdcsichtnahme auf seine je— 
weilige Umgebung. Sein Benehmen war bei aller Einfach- 
jeit tadellos, die Herzensfreundlichkeit, die ihm eigen war, 
ieß ihn auch an kleine Aufmerksamkeiten für die Hausfrau 
x»enken, von der er sich hier und da Rat erbat, ein Um— 
tand, den ältere Damen jungen Leuten stets hoch anrech-⸗ 
sen. Liesbeth reichte ihm immer wieder die ierlichen 
Zchüsseln hin, deren Inhalt er mit gesundem Appetit zu⸗ 
prach, während er die Zubereitung und die zierliche Anord⸗ 
wung lobte. ——— 
Man erhob sich dann bald. Im Zimmer stand das Klavier, 
er Deckel war zurückgeschlagen und ein Notenheft stand auf dem 
Brettchen. 
„Sie haben gespielt, Fräulein Liesbeth?“ 
Geübt,“ entgegnete diese. „Die alten Sonaten sind sehr 
dher und oft recht langweilig. Gesang ist so viel schöner.“ 
sworftsebung folatßn 
Abschluß. Nachden eino Resolution der Fortschrittlichen 
Volkspartei auf Vorlegung der Verträge des Kali⸗Syndikats 
ingenommen war, wurde die Besprechung auf heute vertagt. 
Die Ordenskifte. Die Budaetkommisfion des Ab⸗« 
reordnetenhauses lehnte beim Etat der General— 
Irdenskommisston die für den Neudruck der Ordens« 
iste geforderten 47000 Memit 15 gegen 5 Stimmen 
b. Es wurde hervorgehoben, daß der letzte Neudruck 
m Jahre 1905 nach einer Frist von zehn Jahren erfolgt 
st und daß man daher jetzt, nach Verlauf von sechs 
Jahren, nicht schon wieder einen Neudruck vorzunehmen 
ʒrauche. 
Staatsfekretär Dernburg über Kapital und Staaisaussicht, 
Wie der Verlag von E. S. Mittler K Sohn in Berlin 
nitteilt. wird in den nächsten Tagen eine Broschüre unter 
em Titel „Kapital und Staatsaufsicht“ erscheinen, 
dorin der Staatssekretär a. TD. Dr. Dernburg zu der 
ekannten Rede des preußischen Handelsministers üder 
ie Zulassung von ausländischen Wertvapieren 
ztellung nimmt. 
Dae Beratungen über das Versicherungsgesetß für Ange⸗ 
tellte. Wie wir hören, werden die Beratungen über den 
Entwurf eines Versicherungsgesetzes für Ange⸗ 
tellte im Bundesrat demnächst beginnen. 
Die Reichsstagsersaßzwahl in Gießen. Von unterrichteter 
Zeite wird festgestellt, daß die Nachrichten über die Parole 
der Nationalliberalen bei der Stichwahl in Gießen 
nrichtig sind. Die maßgebende Versammlung der na— 
ionalliberalen Vertrauensmänner des Wahlkreises findet erst 
jeute statt. Man glaubt in Berlin annehmen zu dürfen, daß 
ie die Parole zugunsten des bürgerlichen Kan—⸗— 
»idaten ausgeben wird. 
Die Zunahme der sozialdemokratischen Stiumen bei den 
9 Reichstagsnachwahlen. Seit Gründung des schwarz-blauen 
zlods haben nach einer Statistik des Vorw. die abgegebenen 
ozialdemokratischen Stimmen um 38681 zugenommen. 
die Zunahme der Wahlberechtigten beträgt unzefähr 35 000. 
— Für die bevorstehenden Reichstagswahlen hat die Sozial— 
zemokratie bereits in 386 Wahlkreisen Kandidaten auf— 
jestellt. Nur 11 Wahlkreise sind bis jetzt noch unbesetzt. Für 
z. Wahlkreise wird die Aufstellung einer Kandidatur ange— 
ündigt, während für Königsberg-Fischhausen, Diedenbofen und 
Zaarburg der Vorw. keine Angaben macht 
* * 
Tagesbericht. 
F Lübeck, 15. März. 
V Ehrengeschent des Senates. Aus Anlaß der heutigen 
bdiamantenen Hochzeit des Privatmannes Herrn L. J. 
Frankenthal und Frau ließ der Senat dem Jubelpaare 
urch Herrn Rabbiner Dr. Carlebach ein Exemplar der Doré⸗ 
chen illustrierten Prachtausgabe der Heiligen Schrift über— 
eichen. 
X Zum Alsessor ernannt hat der Senat den Referendar 
zerrn G. H. Th. Steinbömer. 
Lubecker Maschinenbau⸗Gesellschaft in Lübeck. Dem Ge⸗ 
häftsbericht für 1910 entnehmen wir das nachstehende: Im 
rsten Semester des verflossenen Jahres waren wir mit Auf—⸗ 
rägen stark beseßzt, es wurde normal gearbeitet, teilweise 
uch mit Ueberstunden, so daß bis zum Monat Juli alles 
latt abgewickelt werden konnte. Dann trat ein nicht vor—⸗ 
gesehenes Ereignis ein, dessen Tragweite erst bei Zusammen⸗ 
tellung der Abschlußzahlen zu vollem Ausdruck gelangte. In⸗ 
olge unserer Zugehörigkeit zum Verbande deutscher See— 
chiffswerften waren wir nach Einstellung der Arbeiten in 
zamburg verpflichtet, einen Teil unserer Arbeiterschaft aus— 
usperren. Auf diese Maßnahme hin legte der Rest unserer 
zelegschaft die Arbeit nieder und trat in den Ausstand. 
twa 824 Wochen ruhte die Arbeit ganz. Größere kontrakt— 
iche Verpflichtungen veranlaßten uns, einen teilweisen Betrieb 
vährend der Aussperrungs⸗ und Streikzeit aufrecht zu erhalten. 
die eingestellten Leute waren jedoch Neulinge, die für unsere 
z5pezialitäten erst angelernt werden mußten und somit nur 
inen geringen Nutzen durch ihre Leistungen uns erbrachten. 
mie baften für diese Zeit mit inem Fa Rrrafione 
——c 
Theater. Kunft und Wissenschaft. 
Lübed, 15. März. 
Stadttheater. 
„Der Wildschütz“. 
Komische Oper von Albert Lortzing. 
Dienstag abend wurde wieder die allbeliebte Oper, die 
derle der Lortzingschen Werke, „Der Wildschütz“ in dieser Spiel⸗ 
eit zum ersten Male gegeben. sSie erfuhr gegenüber der Auf⸗ 
ührung vor 2 Jahren eine Umbesetzung der beiden Partien der 
ßaronin und des Gretchens, und zwar eine sehr glück— 
iche. Die Baronin wurde diesmal, wie sonst immer üblich, 
on unserer beliebten Koloratursängerin Frl. Martha Weber 
esungen. Wir lauschten wieder mit Vergnügen ihrer schönen 
ind glockenreinen Stimme; schauspielerisch wäre immer noch etwas 
nehr Schalkhaftigkeit zu betonen. Irl. Stretten, welche 
ie Rolle des Gretchen mit naiver Kecheit ausstattete, war 
ruch gesanglich vorzüglich. Herr v. Schenck, der uns ja noch 
n bester Erinnerung als Baculus ist, hat sich diesmal noch 
ibertroffen. Sein trockener Humor, sein hübscher Gesang ver— 
anigten sich zu einem ebenso überzeugenden wie ergötzlichen 
Zilde. Als Graf war Herr Fischer der elegante Lebemann 
ind noble Sänger. Herr Haas fand sich ebenfalls mit der 
zartie des Barons Kronthal gesanglich und schauspielerisch sehr 
ufriedenstellend ab. Die kleineren Partien der Gräfin (öIrl. 
„.Neuendorff), Nanette (Fil. Thorneg q) und des 
dancratius (Herr Schole) lagen in bewährten Händen. Die 
Höre wurden frisch gesungen. Leider fehlte wieder der Kon—⸗ 
akt zwischen Bühne und Orchester. Herr Kapellmeister Sieg⸗ 
ried Blumann leitete die Oper. Die Hauptdarsteller wur— 
—A —82. 
Konzert Arnold Ebel 
mit eigenen Kompositionen. 
Hert Arnold GEbel, mit dem sich die Zeitungen seit län⸗ 
gjerer Zeit beschäftigten, rechtfertigte den ihm voraufgegangenen 
Ruf als tüchtiger Musiker und begabter Komponist in durchaus 
rünstiger Weise. Zu bedauern blieb nur, daß unser so viel⸗ 
eitig in Anspruch genommenes Publikum, namentlich in seinem 
nusikverständigeren Teile, nicht so zahlreich erschienen war, wie 
s zu wünschen gewesen waäre. Denn um die Kompositionen 
»es Herrn Ebel richtig würdigen zu können, darf man der 
undernen Muspf nicht so coon feorn sehen wenn auch der he— 
susfatl von etwa einer Million Mark zu rechnen, 
vodurch uns ein Bruttogewinn von schätzungsweis« 
iner viertel Million entgangen ist. Nach Wieder— 
uufnahme des normalen Betriebes trat eine Erhöhung 
der Löhne ein. Verschiedene größere Objekte, die bis Ende 
1910 zum Versand gelangen sollten, kommen mit einer mehr— 
nonatlichen Verspätung zur Ablieferung. Sierdurch entgeht 
dem alten Jahre ebenfalls ein großer Bruttogewinn, welcher 
arst im neuen Jahre zur Verrechnung gelangen wird. Da 
sich ferner, wie bereits mitgeteilt, die allgemeinen Betriebs— 
und Sandlungsunkosten gegen das Voriahr um 150 000 mM 
erhöht haben, so verbleibt unter Berückichtigung erwähnter 
Umstände nur ein Bruttogewinn einschließlich des Vortrages 
bon 1909 mit 17 501 Mvon 112 006,37 MeGol 228 M). Die 
krhöhung der Generalunkosten hatte ihre Ursache in Patent- 
rnkäufen und -abgaben, Steuern, Inseraten, sonstigen Re« 
lamen, allgemeinen Organisationskosten im In⸗- und Aus« 
ande, Aufwendungen für teilweise Aufrechterhaltung des Be— 
riebes während der Aussperrungs⸗ und Streikzeit. Zu Beginn 
»es Jahres stellte ein größerer Unternehmer, dem wir Geräté« 
n erheblichem Betrage geliefert hatten, seine Zahlungen ein. 
Wir halten Gelegenheit, diese Geräte an eine potente Firma 
nit einem entsprechenden Nachlaß zu verkaufen. Die Rest— 
orderung haben wir bis auf diejenigen Beträge, welche wir 
uf Grund von Zessionen und sonstigen Masseforderungen zu 
erwarten haben, einschließlich einiger anderer Verluste miit 
89940,18 Muabgeschrieben. Durch verspätete Ablieferung, 
velche ebenfalls infolge der Arbeitsunterbrechung verursacht 
vurde, können an manchen Stellen noch Konventionalstrafen 
ntstehen, deren Niederschlagung wir aber in Würdigung obiger 
ßründe erwarten dürfen. Das dem Anschein nach hohe Fabri— 
ationskonto erklärt sich daraus, daß in den ersten 4 Monaten 
»es Geschäftsjahres 1911 mindestens zwei Millionen fertige 
Fabrikate zur Ablieferung und Verrechnung gelangen werden. 
das Delkrederekonto erhöhte sich um den naghtträglichen 
kingang einer abgebuchten Konventionalstrafe von 4707 M 
die Abschreibungen betragen auf Debitoren 189 940 M 
ruf Immobilien: Gebäude 15 177 M(15 083 M), Maschinen 
7435 M(165 807 M), Werkzeuge 11699 M (10870 M) und 
Modelle 7694 M (8551 M), zusammen auf Immobitlien 
12000 M (200313 M), die Abschrakkingen insgeamt 
301 946 M. Hiervon ist der Bruttogewinn mit 112 000 M 
n Abzug zu bringen, bleiben 189 940 M, die dem Kieserve— 
'onds entnommen sind. In der Gewinn⸗ und Veoerlust— 
echnung finden sich auf der Debetseite folgende Zahlen: 
Allgemeine Handlungs-⸗ und Betriebsunkosten 998 580 M 
849 684 My), Interessen-Konto 9430 Me(52 536 M), Berufsa 
Jenossenschaftskonto 24 363 M(21867 M), Inpvaliditäts- 
ind Altersversicherung 22446 Me(22 494 M), Assekurang 
1665 M (7238 M), Kursverlust auf Wertpapiere 2850 M 
(288 M), Abschreibungen 1120060 M (200 313 M), auf der 
Kreditseite der Gewinnvortrag aus 1909 17 501 M (23 866 
M), Kursgewinn auf ausländische Schecks usw. 2070 M 
4127 M), und der Betriebsgewinn mit 1157160 M 
1527 338 M). Die Bilanz weist auf der Altivseite folgende 
Zahlen auf: Grundstück 591958 Me(wie im Vorjahre), 
Febäude 1502557 M(1493 304 M), Maschinen 1471 282 M 
1I492 267 M), Werkzeuge 105 291 M (07 830 M), Modelle 
25002 Me(8551 My), Kasse 2356 Me(5349 M), Material- 
magazin 986 874 M(42 360 M), Fabrikationskonto (ertigé 
ind in Arbeit befindliche Gegenstände) 21183 431 M (J1410 8318 
Nark), Effekten 59035 Me(59 288 M,), Assekuranz 10010 M 
8967 M), Avalkonto 134 300 Me(87 000 M,), Wechsel 1830 M 
9675 M), Debitoren für Waren 1827 196 M (15658 904 90) 
und Bankguthaben 23583 M (4532 M); auf der Passioseité 
das Aktienkapital von 3 300 000 M und 1000 000 M Vorzugs⸗ 
ktien, Hypotheken-Konto J 223003 Me(245 0656 M), Sypo⸗- 
hekenkonto Il 150 000 Mu(unverändert) undHypothekenkonto II 
27467 Me(090 467 My, Partialobligationen 59000 Me(2 000 
Mark), Agio 2950 Me(3100 My, Reservefonds 863 720 M 
1053 660 M), Spezialreservefonds 20 000 M (wie im Vor— 
ahre), Delkredere 78317 Me(73610 M), Lehrüngvdepots 
3221 M (4620 M), Avalkonto 134 300 M(87 000 M), Kre— 
ditoren für Waren 1263 230 M (1006 329 M), Bankkredi— 
oren 874921 M (420 988 M), Anzahlung auf hontraktliche 
Arbeiten 811200 Me (551655 M) und KGrankenkafsenkonta 
1227 M (1410 mw 
E — ⸗— — 
Jabte Künstler in durchaus eigenen Bahnen wandelt. Es steckt 
eine Fülle von Kraft, Schwung und Poesie in seinen Kompo— 
itionen, die den großen Vorzug haben, nie uniform zu wirken, 
ondern stets Neues zu bieten. Es bleibt immer eine gewagte 
Zache, einen ganzen Abend mit den Kompositionen eines 
Heisters auszufüllen, und wäre er auch ein Mozart; eine Kom— 
osition verwischt die andere und so verliert man den Maßstab 
ür die Begabung des betreffenden Komponisten, die sich unter 
inderen Tondichtern um desto schärfer fühlbar machen würde. 
Inter diesem Gesichtspunkte möchten wir auch bei Herrn Ebel 
inige Kompositionen ganz besonders hervorheben; andere sind 
aielleicht nicht weniger gut, doch weten sie hinter diesen zurüc. 
fine außerordentliche Frische, an die Rattenfänger-Lieder erin— 
nernd, waltet z. B. in dem „Bruder Liederlich“, das, originell 
ingeworfen, das rechte Charakteristikum trifft. Auch die 
Bettlerlieder“ und die Ballade „Wieble Pogwisch“ (ämtlich 
ür Bariton) erbringen große Talentproben. Von den So— 
„Fransoli wären hervorzuheben „Ein altes Lied“, das die Poesie 
zes Textes sehr hübsch wiedergibt und das im fröhlichen Ton 
ehaltene „Lied“. Von den schweten und geistvoll konzipierten 
lavierstücken seien das „Impromptu“, ganz besonders aber 
ie „Burleske“ und „Rondo capriccioso“ hervorgehoben, die 
»on Herrn Emile Michael (Berlin) mit großem technischen Können 
u Gehör gebracht wurden. Ein etwas harter Anschlag trübte 
ins den vollen Genuß, dem wir uns erst ganz hätten hin— 
geben können, wenn der Komponist, der die Gesänge wundervoll 
im Klavier begleitete, selbst der Interpret seiner Werke ge⸗ 
vesen wäre. Doch wollen wir nicht verschweigen, daß Herr 
Michael vielen Beifall fand. Die Sopransängerin, Frau Erna 
Zelpin⸗Sabin Gerlin), eine Schülerin der in Berlin hoch⸗ 
ingesehenen, ausgezeichneten Gesangslehrerin Fri. Marianne 
Zdüdeke, verfügt über eine in allen Lagen gut ausgeglichene 
Stimme, der Tonansatz gibt sich frei und ungezwungen, die 
Intonation war sicher und rein. Die siarke Stimme hat aber 
den schlichten Liedern sowohl in der Tongebung, wie in der 
Hestaltung des Textes mehr Rechnung zu tragen und muß sich 
die Sängerin hier, auf beiden Gebieten, der Einfachheit be— 
fleißigen. Dasselbe müssen wir in gesteigertem Maße von Herrn 
Rolf Rueff Gariton) sagen. Tas war zu viel der Dra— 
matik für den Konzertsaal. Der reichbegabte, bescheidene Kon⸗ 
artaeber. Herr Arnold GEbel, fand wohlperdienten Beifall 
M. StfiekhnJ
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.