Full text: Lübeckische Anzeigen 1911 (1911)

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Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübeck 61. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt B8R8 ——— htge Dny gürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren 
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Drus und Veriag: Gebrüder Borchers G.m. b. S. in Lübeck. — Geschäftsstelle Adreß haus (Kbmiastt. 46) Fernivrecũer g9000 u. 9001. 
Große Anbgabe) Montaq, den 13. März 191. Morqen⸗Blatt Nr. 131. 
—— 
Ausgabe 
Nichtamtlicher Teil. 
Neueste Nachrichten und Telegramme. 
Die bayrischen Festtage. 
W. München, 11. März. In sämtlichen Schulen des ganzen 
Landes fanden heute vormittag Schulfeiern statt, nachdem 
zuvor Festgottesdienste für die Schulkinder abgehalten wor— 
den waren. Mittags empfing der Prinzregent in der Re— 
sidenz das diplomatische Korps, dessen Doyen, der apostolische 
Nuntius Frühwirth, eine Glückwunschansprache hielt, auf die 
der Prinzregent erwiderte. Darauf übergaben sämtliche 
Diplomaten Handschreiben ihrer Souveräne bezw. Staatschefs. 
Im Laufe des Vormittags veranstalteten mehrere Hochschulen 
Festfeiern. 
W. München, 11. März. Der im Norden der Stadt, mit 
einem Kostenaufwande von zwei Millionen Mark geschaffene 
neue Luitpoldpark wurde heute mit einer Ansprache des Ober⸗ 
bürgermeisters eingeweiht. Zur Erinnerung an den Geburts⸗ 
tag des Prinzregenten wurden neunzig Linden gepflanzt, der 
Urenkel des Prinzregenten, Prinz Luitpold, pflanzte selbst die 
letzte dieser Linden. Um die Mittagsstunde stieg der Maurer 
Todt am Blitzableiter auß, den Turm der Theatinerkirche 
gegenüber der Residenz und befestigte eine weißblaue Fahne 
an der Turmspitze. Von dort oben hielt er dann eine Rede 
auf den Kaiser, den Prinzregenten und das Deutsche Reich. 
Das umten versammelte Publikum verstand die Rede deutlich 
und stimmte in das Hoch ein. * 
W. München, 11. März. Der Prinzregent unternahm heute 
im offenen Wagen eine Rundfahrt durch die Hauptstraßen der 
Stadt, um sich den Festschmuck anzusehen. Ueberall wur⸗ 
den ihm Ovationen dargebracht. 
W. München, 11. März. Abends waren die Hauptstraßen 
festlich illuminiert. Ueberall befanden sich dichte Menschen⸗ 
scharen aus Stadt und Land. Auf den acht Plätzen der Stadt 
fanden Festveranstaltungen mit Musik und Gesang statt, an 
denen die Vereine und die Schulkinder der oberen Klassen 
leilnahmen. Die Hauptfeier fand auf dem glänzend beleuch— 
teten Max⸗-Josephplatz vor der Residenz statt, wo die ver—⸗ 
einigten Militärkapellen eine Serenade darbrachten. Der 
bayerische Sängerbund mit 15 000 Mitgliedern trug einen Fest⸗ 
gesang vor. Der Prinzregent nahm, umgeben von den Fürst⸗ 
lichlkeiten, am offenen Fenster die Huldigung der vieltausend⸗ 
föpfigen Menge entgegen. 
Die Feier in München. 
W. München, 12. März. Am heutigen Geburtstag des 
Regenten zog die Garnison nach einem militärischen 
Gottesdienst zur Parade nach dem Maximiliansplatz, 
wo Prinz Ludwig den Vorbeimarsch abnahm. Gleichzeitig kam 
von Oberwiesenfeld der Aviatiker Wincziers auf seinem Flug⸗ 
apparat und umkreiste unter lebhaftem Jubel die Residenz. 
Anschließend an die Parade wurde das Denkmal Ottos von 
Wittelsbach vor dem Armeemuseum enthüllt. Der Regent 
nahm mit seiner Schwester, der Herzogin Adelheid von Modena, 
teil. Von über 100 Fürstlichkeiten trafen Glückwunsch⸗ 
tdelegramme ein, darunter äußerst herzlich gehaltene oon 
Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef und dem Zaren, von allen 
Bundesfürsten und dem Reichstag. Abends fand eine Fist⸗ 
vorstellung im Hoftheater statt. F 
Die Feier am kaiserlichen Sof. 
.W. Verlin, 12. März. Zu Chren des neunzigsten Ge⸗— 
burtstages des Prinzregenten von Bayern fand heute vor—⸗ 
mittag im königlichen Schlosse Galatafel statt. Der Kaiser 
erschien in der Uniform seines bayerischen Infanterieregiments 
mit dem Bande des Hubertusordens. Die Kaiserin hatte 
eine blauweiße Toilette und ebensolchen Schmuck angelegt. Bei 
ihrem Erscheinen führte die Kaiserin ihren Enkel, den Prinzen 
Wilhelm, der bei dieser Gelegenheit zum erstenmal im grö— 
beren Kreise erschien, an der Hand zur Tafel. Der bayerische 
Gesandte Graf von und zu Lerchenfeld, der das Band des 
ihm zu Ehren des Festes seines Souveräns verliehenen Schwarzen 
Adlerordens trug, sowie die sämtlichen Mitglieder der bayeri— 
schen Gesandtschaft und die hier anwesenden bayerischen Be— 
vollmächtigten zum Bundesrat waren geladen. Ferner nahmen 
an der Tafel die hier weilenden Prinzen, der Reichskanzler, die 
sämtlichen Staatsminister, die Staatssekretäre, die hohe Ge— 
neralität, die Chefs der Kabinette und die Hofstaaten teil. Von 
hervorragenden Bayern waren auch Irhr. von Hertling und 
der Fürst zu Löwenstein geladen. Während der Tafel erhob 
sichh ber Kaiser und trank auf das Wohl des Prinzregenten 
als des Sinn⸗ und Vorbildes aller Fürstentugenden. Der Kaiser 
verglich die kernige, mannhafte Persönlichkeit des Regenten 
mit einer tief im Boden wurzelnden deutschen Eiche. Während 
die Jugendtage des Herrschers in die Anfänge des vorigen 
Jahrhunderts zurückreichten, habe ihm die Mittagshöhe seines 
Lebens die aktive Teilnahme an dem großen Aufschwung des 
deutschen Volles gebracht und ihm gestattet, sich gleich her—⸗ 
vorragend im Kriege wie im Frieden zu bewähren. Ein För—⸗ 
derer der Kunst und aller kulturellen Interessen, werde er ge⸗ 
tragen von der Liebe seines Bayernvolkes, von der Verehrung 
edes echten Deutschen. Treu seinem Volle, treu seinem deur⸗ 
scchen Vaterlande, habe er sich allezeit erwiesen. Ebenso habe 
sich um ihn und die drei deutschen Kaiser allezeit das Band 
gegenseitiger Treue geschlungen. Zum Schluß bat der Kaiser den 
zayerischen Gesandten, doch seinem Souverän Dommetsch der 
ßesühle zu sein, die den Kaiser und sein Volk an diesem Tage 
»ewegten. — Von allen königlichen, allen Reichs- und preußischen 
SZtaatsgebäuden weht zu Ehren des Geburtsfestes des Prinz⸗ 
regenten Flaggenschmuck. 
Feiern im Ausland. 
W. Nom, 12. März. Aus Anlaß des Geburistages des 
Prinzregenten von Bayern fand heute vormittag in der 
Airche San Maria dell' Anima ein Festgottesdienst 
tatt, bei dem Staatssekretär Kardinal Merry del Val das 
kedeum anstimmte.“ Der Feier wohnten der preußische, 
»er bayerische und der belgische Gesandte sowie eine Anzahl 
Kardinäle bei. Auch zahlreiche Mitglieder der deutschen 
KRolonie, darunter viele Bayern, nahmen an dem Gotftes⸗ 
dienst teil. 
W. St. Petersburg. 12. März. In der katholischen Kirche 
wurde heute anlählich des Geburtstages des Prinzregenten 
itpold ein Festgottesdienst abgehalten, an dem der 
xutsche und der österreichische Botschaster, sowie der bayeri⸗ 
che Gesandte nebst Gemahlinnen und Vertreter des 
inisteriums des Aeuhßern und zahlreiche Mitglieder der 
eutschen Kolonie teilnahmen. Abends sand beim banerischen 
Sesandten ein Rout statt. 
dehesche des sentralvorstandes der nationalliberalen 
Partei an den Prinzregenten⸗· 
M. Berlin,12. März. Der Zennalvorstand der na tion al⸗ 
iberalen Partei hat an den Prinz-Regenten von Bayern 
olgende Depesche abgesandt:— 
Eurer Koniglichen Sohert spricht dee Zentealoerein ver 
nationalliberalen Vartei seine ehrsurdAsvollen Glückwünsche 
u dem seltenen Festtage aus, den zu erleben Eurer Königl. 
hoheit vergönnt und den mit den bayerischen Volksgenossen 
mitzufeiern dem ganzen deutschen Volk patriotisches Bedürf⸗ 
nis ist. Wir gedenken in dantibarer Verehrung des Wirkens 
xturer Königl. Hoheit in Deutschlands großer Zeit und be— 
zrüßen den edlen Fürsten, dessen echte deutsche Gesinnung, 
dessen starkes monarchisches Pflichtbewußtsein, dessen Kunst 
und Wissenschaft schützende und fördernde Tätigkeit im Ge⸗ 
dächtnis des deutschen Volkes immer fortleben wird. 
(gGez) Bassermann. Friedberg. 
Italienische Prehstimmen zum Besuch des deutschen 
Kronprinzenpaares. 
W. Nom, 12. März. Die Tribunag schreibt zum Besuch 
res deutschen Kronprinzen, Kaiser Wilhelm habe ge— 
vollt, daß der Kronprinz nach Rom komme, um die vollko⸗ 
aene Uebereinstimmung in den Bestrebungen und die tiefe 
rreundschaft zwischen den Herrscherhäusern und dem italieni— 
chen und dem deutschen Volke zu bezeugen. Das sei von 
iner politischen und moralischen Bedeutung, die über den 
Rahmen der Jubiläumsfestlichkeiten hinausgehe. Der Emp— 
ang, den das römische Volk dem Kronprinzen bereiten werde, 
verde bezeugen, daß das italienische Volk alle Feinheiten der 
Diplomatie zu verstehen vermöge. 
Amerika wird deutlicher. 
W.“ Wafhington, 11. März. Das Kanonenboot „Prince—⸗ 
own“ wurde nach der Goldküste, das Kanonenboot „VYork 
own“ nach der pacifischen Küste von Mexiko entsendet, 
o daß nunmehr vier Kanpnenboote dorthin be— 
odert sind. 
Das Kriegsdepartement bereitet die Entsendung wei— 
erer' Truppen vor, „falls es notwendig sein 
ollte, die Grenze zu überschreiten“. Wie ver— 
autet, beabsichtigt die Regierung auch, gegen die mexikanischen 
zuntas in Los Angelos und im südlichen Nordamerika so⸗ 
bie gegen die Hintermänner der Revolutivnäre vorzugehen. 
Der mexikanische Botschafter wiederholte seine Er— 
lärung, daß Mexiko stark genug sei, das Eigentum der 
lusländerzuschützen. 
W. Mexikto, 11. März. Die Regierung beschloß, die kon⸗ 
itutionellen Garantien zu suspendieren. Dies bedeutet eine 
nilde Form des Kriegsrechtes. Die der Zerstörung 
on Eisenbahnen, elektrischen Lichtanlagen und Telegraphen 
owie der Plünderung von Plantagen Beschuldigten sollen 
sinfort summarisch abgeurteilt werden. 
W. Wafhington, 11. Mätz. Der deutsche Militär-Attaché 
st mit dem Brigadegeneral Carlington, dem Generalinspektor 
»ꝛer Bundesarmee, nach San Antonio zur Beobachtung der 
„Manöver“ abgereist. 
α 
ihres Mannes gestern abend ihre drei Kinder im Alter von 
7, 4 und 3 Jahren mit Cyankali vergiftet. Die Absicht, sich 
ebenfalls zu vergiften, gab sie im letzten Augenblick auf 
und stellte sich selbst der Polizei. 
.W. Hannover, 12. März. In der heutigen Sitzung des 
offiziellen Ausschusses für den nationalen Ueberlandflug 
achen-Berlin, die in der hiesigen Technischen Hochschule 
n Anwesenheit von Vertretern der Städte Aachen, Köln,. Düssel— 
dorf, Essen, Osnabrück, Minden, Hannover, Braunschweig und 
Zerlin stattfand, wurde der Beschluß gefaßt, den Flug auf 
zas nächste Jahr zu vertagen. Maßgebend für diesen Be— 
chluß war neben der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit 
vie Tatsache, daß vom Kriegsministerium bis jetzt eine Ent— 
cheidung hinsichtlich des Ueberfliegens von Festungen nicht zu 
erhalten war. Die gestifteten Summen bleiben bestehen und 
)er Organisationsausschuß wird seine Tätigkeit fortsetzen. 
W. Bern, 12. März. Der Chef des schweizerischen Justiz⸗ 
uind Polizeidepartements, Bundesrat Dr. E. Brenner— 
Basel, ist nach langer Krankheit in Mentone, wo er zum 
kuraufenthalt weilte, infolge eines Gehirnschlages verschieden. 
W. Paris, 11. März. Auf dem Flugfelde von Betheny 
egte der Flieger Busson mit drei Pasiagieren in setinem 
Eindecker 50 Kilometer in 3150 Minuten und 25Kilometer 
mit vier Passagieren in 17252 Minuten zurück. Er ijtellte 
damit neue Weltrekorde auf. I 
W. Abbazia, 12. März. Grafsvon Aehrenthal mit 
Familie ist hier eingetroffen. 
W. St. Petersburg,. 12. März. Der Minister des Aeußern, 
Zasonow, verbrachte die heutige Nacht ruhiger, er schlief. 
Oexr Zustand der Tungen ist unveränvert, vie Hergönioteat igt 
befriedigend. 
W. Vetersburg, 11. März. Die „Rossija“ bezeichnet 
ie Blättermeldungen von einem angeblichen Rücktritt des 
Anterrichtsminister⸗ Dr. Casso -als völlig unbegründet 
und fügt hinzu, daß die Regierung nicht beabsichtige, 
von ihren Entschlüssen betreffend die Hochschusen abuweichen. 
W. Konstantinopel, 12. März. Izzet Pascha marschierte 
on Hodeida nach Menehba, um den Platz zu befestigen und 
»ann nach Sanaa zu ziehen. 
Wie der Ikdam meldet, kaufte die Regierung. 
ioch zwei große Militär⸗Transportdampfer in 
deutschland. 
W. Kairo, 12. März. Der König und die Königin 
der Belgier sind heute mittag unter dem Pseudonym Graf 
ind Gräsin v. Rehtj hier eingetroffen und im Savoy- Hotel ab⸗ 
jestiegen, wo auch das deutsche Kronprinzenpaar Wohnung 
jenommen hat. Der Kronprinz und die Kronprinzessin nahmen 
seute abend mit dem belgischen Königspaar das Souper ein. 
das Königspaar verläßt morgen Kairo und begibt sich nach 
intägigem Aufenthalt in Luxor nach Assuan. 
W. Paris, 12. März. Aus den nachgelassenen Papieren 
Waldech⸗Rousseaus veröffentlicht der Matin heute mehrere 
spisoden aus der Wirksamkeit Delcafss als Minister des 
Jeußern, um nachzuweisen, daß der gegenwäriige Marine— 
ninister sich während seiner Wirksamkeit als Miister des 
Auswärtigen wiederholt beflissen- zeigte, wie mit allen 
Mächten so auch mit Deutschland ein auskömmtiches Ver— 
hältnis zu unterhalten. Allerdings muß der Matin bis 
ruf den Boxer-Aufstand zurückgreifen, um für die deutsch⸗ 
reundliche Geneigtheit Delcassöss den Beweis zu li'efern. 
Damals ließ Fürst Bülow durch den Botschafter Grafen 
Münster Delcasse dafür danken, daß er in der Kammer 
das Andenken des ermordeten Baron Ketteler geehrt habe. 
Der Präsident der Republik Mexifo, Porfirio Diaz, tele— 
aphierte hierher, daß er von der Regierung der Vereinigten 
Staaten völlig ausreichende Erklärungen über ihre Truppen⸗ 
Konzentrierung erhalten habe, so daß jede Ursache zut Be— 
unruhigung für die merifnische Republik fehle. 
Berliner Stimmungsbilder. 
zon Paul Lindenberg. 
(Nachdruck verboten.) 
Als vor einer Reihe von Jahren L'Arronges „Wohltätige 
Frauen“ über die meisten deutschen Bühnen gingen, da sfreute 
nan sich herzlich der liebenswürdigen Satire. Seitdem hat 
ich vieles auf dem Gebiete der weiblichen Mithilfe an 
»er Wohlfahrtspflege geänderk und zwar zum Besseren. 
vewiß spielen auch heute noch Eitelkeit und Vergnügungssucht 
nit, aber sie können sich; nicht mehr, wie früher, in den 
Vordergrund schieben und werden mehr und mehr zurückgedrängt. 
zehr erhebliche Summen sind's, die hier in obigem Sinne 
rufgebracht werden für bestimmte Imgtle, unter denen die Säug⸗ 
ingspflege obenan steht; daneben geht die allgemeine Wohl— 
ahrtspflege, die dringend nach einer Zentralisation verlangt. 
Im dies in die Wege zu leiten, hatten sich kürzlich im Saale 
yes Reichstagsgebäudes Damen und Herren eingefunden in 
o großer Zahl, daß einer der Redner diese Versammlung als 
„Wohlfahrtsparlament“ bezeichnete. An jenem Abend 
am ein für Berlin geplanter „Kinderhilfstag“ zur Sprache, 
iber auch hier ist keine Einigung erzielt worden. Wie groß 
ibrigens die Summen sind, die nur an einer Stelle sich 
Ein Familiendrama in Berlin. 
W. Berlin, 12. März. Am Sonntag abend wurde der in 
er Werderstraße wohnende Kutscher Runge, der stark dem 
krunke ergeben ist und schon mehrere Male in der Irren⸗ 
nnstalt war, wegen einer Schlägerei verhaftet, nachdem er 
soch am Freitag sein jüngstes Söhnchen, das er nicht als 
ein Kind ansah, sowie seine beiden anderen Kinder schwer 
nißhandelt hatte. Auf das Gerücht hin, daß er bei der von 
er Staatsanwaltschaft angeordneten Ueberführung in eine 
zrrenanstalt entsprungen und auf dem Wege nach seiner 
Pohnung sei hat die Frau Runge aus Angst vor der Rache
	        
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