Full text: Lübeckische Anzeigen 1831 (1831)

  
  
  
    
Sonnabend den 
1831, ss" 
2. Suly 
  
DekanntmadhHung, 
betreffend Borfchriften zur Sicherung gegen 
die Cholera, 
In Betracht des feit Ende vorigen Monates bekannt ge: 
wordenen Ausbruches der Cholera in Häfen der Oftfee, 
find hiefelbit bisher mehrere obrigfeitliche Verfügungen 
gegen das Eindringen diefer Seuche Sr worden, 
Welche, fo weit fie auf eine längere und dauernde Beobach: 
tung berechnet find, Fin Hochedler Nath In gegenwärz 
tiger Verordnung zufammenzuftellen befchloffen hat, 
Sf. 1. 
GE it biefelbft in Beziehung auf die gegen das Ein 
dringen der Cholera zu ergreifenden Maasregeln eine bes 
fondere Sanirats: (Grfundheits:) Commiflion aus Mitz 
gliedern des Senates und der Bürgerfehaft und vier Yerzz 
fen angeatdner, auch ein Nathörhitglied diefer Commiflion 
nach Travemünde gefandt, um dort die Sanitärs=Commifs 
fion dauernd zu vertreten und über alle Workehrungen die 
Sbheraufficht zu führen. k 
Diefe Sanitärs - Commifjion it ermächtigt, alle zur 
Sicherung gegen die Cholera zu nehmende Maasregeln 
au befehließen und (ofort zur Ausführung zu bringen. 
@ il unter der Kanzley ein eigenes Büreau errichtet, 
welches vom Morgen bis zum Abend ununterbrochen zus 
gänglich it, um Alles, was Nachrihten über die Cholera 
und Maasregeln acgen deren Cindringen in hiefige Stadt 
und deren Gebiet betrifft, erfahren und anzeigen zu Fönnen, 
GE find que alle Beamte, unter Mirtheilung des Bez 
{lules an die denfelben zundchft. vorgefehten Behörden, 
Angewiefen, den von der Commiffion gegebenen Befehlen 
und Aufträgen Folge zu leiften, ohne daß es einer vorz 
Bängigen Mequifikion der eben gedachten Behörden bedürfe, 
Demzufolge wird nicht nur allen Beanıten, welche von 
diefer_ Unweifung bisher betroffen find und noch ferner 
betroffen werden, ernftlich. befohlen, den ihnen von der 
GCommiffion und deren nach Travemünde abgeordnetem 
Mitgliede zu ertheilenden Borfchriften die förderfamfte 
und vollftändigfte Folge zu leiften; fondern e$ werden 
auch alle Bürger, Einwohner und fonitige in Stadt und 
Gebiet fich aufhaltende Derfonen aufgefordert, den höchft 
wichtigen Zwed, womit die Commiffion zum Heile diefer 
Stadt und deren Gebietes im Ganzen, wie aud zum 
Beiten jedes Einzelnen befchäftigt it, {fo viel fich dazu 
Gelegenheit ihnen darbietet, auf aNe Weife zu befördern, 
und ermahnt, allen von der Sanitäts-CSommifion zu er: 
greifenden Maasregeln und von Dderfelben ausgehenden 
Def len fofort und ungefäumt, ‚unbefchadber des etwa in 
  
einzelnen Fällen an Einen Hoch 31 
greifenden NRecurfes, fh zu fügen und Folze zu feinen. 
$. 2. 
Die Verfügungen zur Vollzichung der gezen das G 
dringen der Cholera bisher ergrifenen Maasıegeln 
im BWefentlichen folgende: 
a) Der Strand am Cingange des Haare 
münde ik auf beiden Seiten mir 
und Candwebr beftebenden, zum bh: 
Gewehren ausgerüfteren Cordon be 
b) @8 if eine Dbfervationg: Cu 
Meile nordivarts von der großen - 
eingerichtet und zu deren Yufrechthal 
nen ausgerüftetes, auch mit Schar 
Machtfehif, welchem erforderlichen fall 
geben werden wird, auf diefen Nuara 
Auch find wesen diefer Quarantaine 
Fommenden bereits im öffentlichen D 
dern auch die einftweilen und zur 3 
in Ed und Pflidt genommenen Beam 
Dienftvorfchriften verfehen worden. 
Den Weifungen und Befehlen des auf, 
und diefen Beamten unausbleibliche 
wird Jeder hiedurch ernftlih aufgefordert, 
S. 3. 
Den zu den Forbaens gehörigen Wachen 
fo wie den abzufhitenden Parrouillen derielben Int eS 
befohlen, in fofern ihnen nit in einzelnen Fällen ander= 
weitige Infiruction von ihren Vorgefepren errheilt fepm 
follte, Allen und Feden das Ynlanden an den Kürten 
durchaus zu verwehren und, nach zuvor ergangener Dreis 
maliger Verwarnung und Zurücmweifung, mit Schief 
zu „ auch im Fall darauf nicht von den AUnfani 
abgeftanden werden follte, zum Gebrauch der Hafens 
gewalt, namentlich des feharfen Schießens, zu fhreiten. 
4 
Die Lootfen find befehligt, ih aNen anfommenden 
Shifen mit hen EHER Vorfiet und von der Windfeite 
zu nähern und diefelben an die Starion des Wachtfchiffes 
zu verweifen, S 
@ haben auch die Lootfen das heranfegelnde Schiff an 
biefe Station zu bringen, ohne jedoch daben, wenn. Wind 
und Wetter es nicht durchaus nöthig machen, fi an 
Bord des Schiffes zw begeben, N 
@ (olleh auch die Lovtfen dem Schiffer, nöthigenfall® 
mittelft -Sptß , dersleichen fie immer in ihrem 
Tahraeuge beim Entsegenfahren an heranfegelnde Schiffe 
   
  
  
  
  
    
   
   
    
  
  
  
ftehenden, fonz 
‚eftellten und 
en mir befonderen 
Uten Corbons 
ige 3u Jeiiten, 
  
   
und Boften, 
   
  
	        
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