Full text: Lübeckische Anzeigen 1812 (1812)

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YNuszug aus dem Unterricht über die Kunft, den Yndigo aus dem Waid zu sichen, 
von den Herren Chaptal, Bardel, Thenard, Gay-Lüffac, Moard und Ternain. 
Die zuverläßigfie und Sconomifchffe Berfahrungss 
art ift nach diefen Chemikern folgende: 
NT. Wahl der Blärter. 
Dan 1 je W00-Dilärter, wenn fle in ihrer 
größzen ad, che He alfo auffangen zu welfen 
oder geibliat werden. Der günilgt? Mugenblic zur 
Ginfanimlung dt, wenn fe au de leicht Veilchens 
blau gefärbt ericheinen, 
Die Einlammiung der Blheter iu 
Fürzejten Zeit g {o 
unterwerfen, d 
Qndico üch verfch 
und srocken 
  
  
   
  
  
  
  
     
in der moglich 
der Gährung 
und der 
die Yahreszeit warm 
äzrter seicher an Indigo. 
93 gehr uin fo leichter vor 
warcu, an welchen die BlAts 
das vom Reife gesroffene Share 
ig Indigo zu fefern, nur geht 
"fi, und der Andigo iftr 
Ödinanzen Im 2Rärz ausgefäet, 
{ diefe Blarilefe ges 
' von 4 iu 4 Wochen, je nach: 
E&$ ware vortheilhafter, 
zu fafıen, weil mun 
5 yon im März die erfie Blatzlefe 
b hin auf diefe Art 12 bis 15 mal 
vuLc) beive Zahre Iejen Fünnte, 
I! Gäbhrung der Waidblatter. 
In dem Manße ais die Blärter gefammelt find, legt 
AM in geflochtene Weidenkorbe. Man taucht diefe 
{ S um dadurcdy die Blätter von der 
en Erde cder Srtaube zu reinigen. 
tet man fie in Kufen von weichem Holz und 
je fo, daß fie weder zu dicht noch zu leicht 
liegen, Endlich legt man Bretter: ob 
, daß Hz fich nicht heben konnen. 
er 12 gr08 funn, daß man darinn L00 bis 
250 Kilogranim Blätter bearbeiten Kann, Sind nun die 
Blärter In der Kufe gefhichtzr, fo wird reines Wahler 
hinzu gegojien, fo viei, daß c8 2 bi3 3 ZolU die Diats 
zer bedocke, Nur dasjenige Waffer It dazu brauchbar, 
in welchem die Seife a aber richt flockig if. If 
die Witterung Falt, fo if cs nötbig, fıhon einige Zeit 
vorhin dies Wafjer In die Werkfiube zu tragen, und 
nicht eher zu gebrauchen, als bis es eine Wärme von 
12; 15° des Reaumurjchen Wärmenteffers$ angenommen 
hat, Damit die Gährung fhneller vor ich gehe, Die 
(Corsperatur des YArbeirsorts muß foviel als möglich 
auch 12° Senn. ES if Sortbeilhüft, die Arbeit fo cins 
zuricdten,_ def die Gährung in der Stube am hellen 
Lone Ihr Ende erreicht, nicht bloß, um den Grad der 
aheung beffer beurzheilen und diefe zu rechter Zeit 
henimen zu Eönnen, fondern auch um der darauf fol 
geben Arbeiten wegen, Die bein der Nacht nicht zu 
     
       
  
    
  
   
  
    
   
  
   
af zwar auch nod) üb 
dıe SAhrung (angrau 
   
  
  
  
    
        
   
  
      
  
   
   
   
  
  
   
  
   
‚Kujfe mus 
  
  
    
  
  
  
  
  
  
‚lichen dunkelarlınen 
unternebnen find, und fchlecht ausfallen würden, Im 
Sonimer beginnt die Gährung nach Einweichung Der 
DBiötrer in einigen Stunden und ihr Gang if Tangfamrer 
oder fchnelMer, je nachdem die Temperatur des Orts 
und der Flüßigkeit ft, in der man orbeitert. Zucrfi 
färbt fich das Waller geld. Yuf der Oberfläche erfcheis 
nen Siafen, anfangs weiße, darauf Fupferfarbige , CDs 
lid) blaulicht, durdy die Berührung und Einwirkung 
der Kuft, Das Waffer färbt fich inımer mehr und mehr, 
bis cs zufeßt gelbsrün geworden. Zın Sommer hat die 
Gährung den höefien Grad in 18 bis 20 Stunden ers 
reicht. Bey Ealier Wirterung geher fe langfamer vor 
fich und fann-mehrere Tage dauern. Daß die Sährung 
den zweckmäßigen Grad erreicht hat, erfennt man 
3) Wenn die Fiühßigkeit eine gelbe Farbe angenoms 
men hat, die ins grüne fuieltz 
2) An den Lufzblafen, regenbogenfärbig, 
Doch if inmer das fiherfie Mitrel den Augenblice 
zu erfennen, mo die Gährung gehzumt werden muß, 
folgendes: Man füllt cin Glas mit der Flüßigkeit und 
IcBE nach und nach Malkivajjer hinzu. Entfeht durdy 
Siefe Mirchung eine fchalarüne, aber dunkie Farbe, und 
nimmt san eine große Menge dunkelarlne Flocken ges 
Bat VA men fchlıeßen, die Gährung habe ihr 
iel erreicht, 
Deswegen muß man, ‚fobald Blafen anfangen zu ers 
feheinen , die Flüßigkeit von Stunde zu Stunde probis 
ren, und die KL hemmen, wenn man einen reichs 
jeder fchlag erhäft, Ließe man die 
Saährung nach Erfcheinung diefer Zeichen, noch länger 
dauern, fo würde der Indigo fich felbit zerfesen, man 
yofırde weniger Und von viel geringer Qualität erhalten, 
Es ift überhaupt rathfamer, die Sährung vielmehr zu 
früh als zu fpär zu unterbrechen, Sm erften Falle ers 
hält man einen Indigo von (chr fchüner Qualität; folls 
ten aber die Blärrer noch Yndigo enthalten, fo kann 
man fie ciner zwepten Gährung unterwerfen, indem 
un ebenbefchri-benes Verfahren daben wiederholt, 
1. Fällung des Zndigog. 
Hat die Gahrung den rechten Grad erreicht, 1ınd 
Aeigr die ZluSigleit die oben angegebenen Tennzeichen, 
(9 öffnet man am Boden des Fafles den Hakn, oder 
das dort augebradte Mohr, und (Aft das Waffer in 
cine andere Kufe oder Bottich, die aber wenigfien$ 
noch einmal fo groß als die erfie fonn muß, ablaufen, 
bedeckt fie vorhero mit Leinwand oder Zeug, um die 
Flüßigkeit durchzufeihen, und fe von allen Unreinigs 
Feiren zu reinigen, die fie mit Ach führen Fönnte. Nach 
diefem gießt man nach und nach Kalkwaffer hinzu, die 
Meijchung erübt fc und wird dunkeigrün, In diefem 
Buftande (wink der Indigo gemrifcht mir der gelben 
Öaterie in der Fliigeir, und bildet zahlreiche Kiocken, 
die ich durch die Ruhe niederfchlagen. 
(Der Befchluß folgt.) 
  
  
  
übe, gedrudt und zu Haben bes 3, DH. Borchers, 
 
	        
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