Full text: Lübeckische Anzeigen 1811 (1811)

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Xübeckifche 
ANZ 
  
Mnzeigen, 
91. 
  
Mittwochs ven 13 
November 1811, } 
  
Nußzung der wilden Kafanien, 
Die wilden: oder Noßkaflanion hat man an vielen Orten 
ihres Anfechens und ihıcr Biüchen wegen gepflanzet, 
die Früchte aver ihreı Bitrerkeir wegen lange verachtet 
und ungenußr liegen laffen, Angefiellte Berjuche haben 
gezeigt, daß fomohf die Blätter fehr gern von den Zies 
gen gefreifen werden, als auch daß die Fıüchte felbft 
ein zures Futter für Kühe und Schanfe abgeben, und 
Sollen erfiere, wenn fie im Wınter damit gefüttert wırs 
den, fo gute Milch und gelde Burter geben, als ob fie 
Sras befummen hätten, YHudy will man wahrgenoms 
men haben, daß das damit gefutrerte Rindvieh von Der 
Biehfeuche verfhont geblieben, Für haatfhlechtise 
und Fruchende Pferde, desgleichen für lungenfüchtige 
Schanfe follen diefe Kaftanien, wenn fie gefchroter oder 
geftoßen unter Klenen gemenget werden, ein gutes Mits 
tel fenn. Ich weiß auch, daß viele, weide die geddrrte 
Frucht gerieben und erwa$ davon unter den gewöhnlis 
en Rappee gemifcht haben; folchen Tabak mit Nusen 
ben blddem Gefichte gebraucht haben. Diefe Kaftanien 
Eönnen auch als eine Seife, Leinen und Wollen damit 
zu walchen, ehe foldhe gefärbt werden, desgleichen nebft 
der Auffern Rächlihten Schale al$ SGerberlohe anges 
wendet merden, Yuch geben diefe Früchte, wenn über 
das Mehl Dderfelben fiedend Wayker gegoffen und es dann 
Ni umserührf wird, einen De Kleifter, den wegen 
einer Bitterkeit die Wirmer, Worten 2c. nicht angehen, 
da fich doch foldhe in Sad,n, die mit gewöhnlichen 
Mehlkieifter gemacht worden, jehr leichr einfinden. 
Un: den Kaftanien ihre Bitterkeit zu benehmen, merfe 
man etwa den Sten Theil eines Scheffels ungelöfchten 
Kalt in ein Faß, welches man mit einer dichten Leins 
wand behängt, und fchütte ohngefähr 12 Kannen Wafs 
fer darauf. Wenn der Kalt mobi geldfcht if, wird das 
Waffer abgelafien.  Darinn laffe man die Kaftanien, 
die man mit einer Pfrieme drey bis viermal durchfticht, 
eine Zeitlang fieden. Wenn fie weich genug find, wers 
den fie geferälet, algdann EN IE fang in frifhes 
Wajjer gelegt, und fo zur Malt mit vielem Bortheile 
verfuttert, Mit diefem Waffer, deffen Salz und Bits 
terfeir den Erdfldhen nicht angenehm feon Fann, begiefle 
man ein Stüc Land, worauf man Kohl pflanzen will, 
Hın Namen Sr,Majeftär des Kaifers derZranzofen, 
Königs von Italien, Befchüßers des Rheinz 
Bundes, Bermittlers des Schweizer-Bundes ; 
Die Negierungs - Commiffion , errichtet durch das 
Decret vom 18, December 1810; 
  
ss 
  
Yuf den Bericht des mit der Organifation der Ges 
ricyt$höfe und Trihundle beauftragten Staatsrachs; 
Nach Sinficht des Art, 174 des Kaiferl, Decrets von 
aten Zuli fegthin, betreffend die Generals Organiyation 
Sir Honfratirchen Departemente, alfo lautend ; 
„Die ver iedenen Abgaben, deren Erhebung der 
„Regie der vereinigten Rechte anvertraut if, Sollen 
„in den dren Departementen nach den beftehenden 
„GSefegen und Berordnungen, die dafelbft unverzügs 
lich yublicit werden follen, fo wie Unfere Decrete 
„über den auffchließlidhen Verkauf des Tobacks, 
„eingeführt merden;/ 
befchließt wie folgt: 
Art. 1. Der Artikel 15 der Declaration vom 26, Januar 
1739, in Bezug auf die verfhiedenon Förmlichkeiten, 
weiche die Goldfchmiede, Zuweliere, Schwerdtfeger, Des 
tailhändler, Graveur und andre Fabrifanten und Ars 
beiter in Gold und Silber betrifft, folk in den Hanfeas 
rifhen Deparrementen bekannt gemacht und zu diefens 
Endzweck in_benden Sprachen gedruckt werden, 
Art, 2. Der mit der Organifation der Gerichtshöfe 
und Tribundle Eau fIEAgER OMAN, wird über die 
VBollziehung des gegenwärtigen Befchluffes machen, 
On im Pallaft der Kegierung, Hamburg den 
23. Dit, 1811. 
Unrerzg.; Der Marfchall, Prinz von EAmühl, 
Für den General Gouverneur : 
Der Yuditeur im Staatsrath, Generals 
Secretair der Commifjion, 
Unters. : Petit de Beauverger, 
Declavation vom 26, Januar 1749 
Art. 15. Tragen alleır Goßdfchmieden , Zuwelieren, 
Schwerdrfegern, Krämern, Kupferfiechern und andern, die 
Gold s und Silber Arbeiten fabriciren und arbeiten, auf, 
KRegifter zu haften, die von einem Officiant der Slection 
cotirt und parapbirt worden, worin fie Tag für Tag, 
dem Gewichte und der Gattung nach, einzuregiftriren 
haben, das Sefchirr und andre alte oder für alt anges 
febene Arbeiten, nach dem Artikel 3, welche fie für ihre 
Rechnung oder auf den Wiederverkauf kaufen, die, weiche 
ihnen zur EEE an gebracht oder als Pfänder gegen 
Modelle oder in Depor, oder unter jedem andern Bors 
wande gelaffen werden, und zwar im Augenblif, da man 
iknen gedachte Arbeiten gebracht, oder da fie folche ges 
Fauft haben; follen auch gehalten fenn, in gedachten 
KRegißrirungen von der Rasur und Befchaffenheit der 
Arbeiten und den darauf geftochenen Wappen, den Nas 
men und die pt der Perfonen, denen fie anges 
hören, ohne daß fie an den Arbeiten, die ihnen in Aus 
befferung gebracht worden, arbeiten dürfen, bevar fe 
fs in ibre Kegilen eingetragen haben, und 5 allef 
en Strafe der Confiscirung und 300 Livres eldduße, 
Für gleichlautende Wofchritt: " 
' der mit der Organifation der Gerichsshöfe 
und Tribunäle beauftragte Staatsrothy 
+ MUnterz.: Faute, 
Yie
	        
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