Volltext: Lübeckische Anzeigen 1811 (1811)

  
  
  
  
Lübeckifche Anzeigen. 
  
Gemeinnüßige Mittheilungen, 
Cin: Fabrik von EN oot oder Steinzeugr 
melche die Herren UKfhnelder & BZabry in Saarı 
münden angelegt haben, feheinr die Aufmerkfamfeit 
der Kaufleute zu verdienen. Die da verfertigten Geföße 
ahmen die Farbe des Zaspis, Yorphir6, Bafalts, Schies 
fezs und Granir$ nach, und haben die feinfe Policur 
und Slafur. Die lehte fol fo dauerhaft (eyB-, daß 
Feine Säuren fie Angreifer und daß Ke auf dem Feuer 
nur Heine oberflächlihe Sprünge befdmmt. Die Ger 
fäße eignen fich daher nicht nur zu Tafeis und TheeSers 
Dicen, fondern auch zu Kochgefchirren, Näneres darüber 
im Zournal für Manufakturen , Fabrifen und Hande 
Jung, ater Band im December 1810, 
Daben verfällt Sinfender auf die Frage: Warum 
ehrt man nicht zu deni weißen eigentlidh weit Märs 
Zerem Streinzeug oder Fayence zurüc, welches durch 
die Mode und vielleicht vormalige Bohlfeilheit 
des enst. verdrängt wurde, Wenn ich nicht irre, fo 
mÖurde daffeide in den Rbheingegenden fabricirt, — Zn 
Yuctionen und Hausbhaltungen bejahrter Perfonen Ans 
Zer man nod) dergleichen, und id Fann Proben davon 
nachmweifen. 7 . 
Die Stefrübe, welche im Hanndverfehen, Mecklens 
Hursifhen, fo mie um Teen mo fie aud) unter dem 
Mamen Flostbefer Rübe bekaunt if, und auf den Lifch 
der erften Familien als Gemüfe QEsiln wird , enthält 
meiner Meinung nach mehr Zuderftof als die Nunkels 
rübe; doch müßt id nicht, daß man Berfluche gemacht 
bärte, welchen daraus zu bereiten. -— Jd) mögte au 
fragen: Wie Edmt’s, daß diefelbe hier, wo fo viele Wafs 
ferrüben gegeffen werden, nicht aU ge m ein gebaut wird, 
da fie fo leicht forıEdmmt? Die Kunfigärrner bauen 
fie, und wenn fie gefordert werden, bringen fie die Hufs 
Füufer ing Haus, —— 
Der Hofrath Wehr $ in Hannover, ein glaubwürs 
diger Mann, LA im Anzeiger der Deutichen die 
Brunnens oder Wafferkreffe , eine in umpfigen Segens 
den wild wachfende Pflanze, als ein Surrogat (Siells 
wertreter) der Tobacks Pflanze an, 
——— 
  
Neues Citronenfaft = Surrogat, 
iefes neue Fitronenfafts Surrogat, welches 6, F. 
» Wehr $ bekannt Semadt TE mwobhlfeil, erfeßt 
ie Stelle des Si rsnenjaft vbllig, und dürfte demfels 
ben vielleicht von Mancdhen wegen feines angenehmen 
Sefchmack$ vorgezogen werden, Es wird Außerft leicht 
auf folgende Art verfertiget: Man thue die Blätter 
von der Verbena y TOM in eine gläferne Flafche 
der Bouteille, und (Hütte fo oiel guten Weineflg Darı 
A 
  
auf, daß foldher, etwa drey bis vier Finger hoch über 
den Bidıscan fehr, pfropfe Sie Bouteille zu, bei Kelle 
fie 6 bis 8 Tage lang auf den warnen L,en oder in die 
Sonne, Täglich mird die Flafche einige Mal tüchtig 
umge[Hütrelr, und nıch jedesialigem Umfolrteln, der 
Pfropr etwas gelüftet, Nach Berlauf der 6 oder » Tage 
gießt man den Eilig lanft von den Blätrern in eine ans 
dere Boute:Ne und scdraucht ihn nun Statt des frifhen 
Gitronenfafts, Die lv noch grünen Blätter der 
Verbena triphylla find PAMTEL DER die trocknen, doch 
£dnnen legtere, wenn man Feine ‘rifche Blätter hat, 
auch zur Berferfigun, Ddiefes S{Hgs georaucht werden, 
Die Verbena triphylla zetrandra, Ayribus paniculatis, 
foliis zıernis, caule fruticofo, l’Herit Sıirp. ı tab. ıx, 
if zuerfi aus Chili zu un$ gekommen, Da diefe Spes 
cieß fidy von den übrigen verbenis durd) einen viers 
gheiligen Steldy außzeichner, den die Verbenae fürfzähs 
nig haben, fo bat zuerfi Ortega fie von der Gartung 
Verbana getrennt, und felbige Aloyfia citıiodora gie 
nannt, weidhem Benipiele mehrere neuere Botaniker, 
wie Pallas und Andere mehr gefolgt find. Diefe 
flanze ift ein perennirendes Topfgewächs und trägt im 
ulius Eleine weiße Blumen, Segen den Herbft fallen 
gewöhnlid) ihre Blätter ab; und foroffen im Frühlinge 
aus ihrem holzigen Stamme und den Zweigen mieders 
um aufs Neue hervor, Die Verbena triphylla if gar 
nicht zärtlich, und braucht im Winter nur gegen das 
Srfrieren gefchlıßr zu werden, bald Feine Nachts 
fröfte mehr zu befürchten find, fellt man den ganzen 
Sommer über den Zopf im Sarten ins Freye, & gus 
ter Garrenerde wächft fie {ehr fchnell und üppig fort, 
und wird in wenig Zahren ein großer, ziemlich hoher 
Baum. Sollte fie auch im MWinier bis auf die Wurzel 
erfrieren, fo jchneide oder fäge man alles Hol; über der 
Wurkel ab, und Ne treibt alsdaenn aus jelbrger wieder 
neue Sprößlinge hervor. Da fich ihre Dotsise faferige 
Wurzel far im Topfe ausbreiter, fo muß man ihr etwa 
alle dren Kahre einen größern Topf geben, in welchen 
man fie aus dem Fieinern Topfe fammt dem gani;en, an 
der Wurzel bleibenden Erdballen in gute fette Surtens 
erde fept, fie AatE angießt, und fo lange frifhe Sıde um 
(elbige herumfehüttet bis der Topf ganz damit anges 
It ik. ES [ft fich diefe Pflanze fe r leicht durch 
Stecklinge, und auch aus Saamen vermehren; der 
Et jegt jedoch ein Zahr lang in der Erde, ehe er 
eimt, 
  
  
Bekanntmachung, 
Es wird ‚biedurd) zur Rachriht der Beylommenden, 
das if: aller derer, weiche ich mit der Sch A zur 
See und auf den Flüffen, wie auch mit dem Xi chfang 
befaffen, bekannt gemacht, daß Se, Durchlaucht der 
Drina, Generatr Gouverneur, Den Termin, innerhalb 
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