Full text: Lübeckische Anzeigen 1810 (1810)

  
Anzeigen. 
Be 
  
  
Sonnabends den 
27. Yanuar 1810, 
  
Vorfchlag zur Errichtung einer Creditcaffe 
für SGrundftücke, 
(Eingefandt) 
  
Die gegenwärtigen Zeiten haben die unangenehme 
Folge, daß derjenige, der fein Vermögen in Grunds 
frücfen belegt hat, oft in Berfegenheit geräth, wenn 
der Drang der Umftände ihn nöthiget, folches aufzu: 
Fündigen, da er denn, weil es fchwer hält, felbft die 
ficherfien Mfandpöfte in banrcs Geld , nur 
allen möglichen Credit im PYudlicum finden follten, würde 
doch wohl nicht zu bezweifeln feyn. 
Manche nur Aüchtig hingeworfene Kdee hat fchon 
oft die wohlthätigfien Anfialten zur Folge gehabt, In 
wie weir diefe hierzu dienen Kann, will ich der Prüfung 
einficht&voller patristifdher Männer KHberlaffen. Wir 
fen c$ indeß genug, durch diefe Darficllung einer Pflicht 
einige Genlge geleitet zu haben, die jeder, um das 
Befie des Ganzen zu fördern, dem Staate, worin er 
lebt, fhuDig if, 
  
durch längeres Warten, oder gar nur durch Pfand, 
prozeffe, das Seinige zu bekommen im Stande if. 
Auf der andern Seite find entweder hier und da 
och wohl Gelder. anzutreffen, aber nur bey“ foldhen 
Merfonen, die e$ nicht auf lange Zeit entbehren Fnnen, 
oder aber. ben folchen, die aus gewiffen Urfachen e$ 
nicht bekannt haben mögen, daß fie nod) erwas hinter 
der Hand haben, Aufmerkfam betrachtet, tritt hier 
für beyde Theile eine Entbehrung eın; auf der einen 
Seite für diejenigen, die um Unterbringung der Pfands 
pöfte verlegen find; auf der andern für die, welche Gel: 
der haben, und auf eine fichere Weife FeineZinfen dafür 
au machen wiffen, 
zur Deyden Theilen mögte vieleicht u helfen feyn, 
enn man €$ für rathfam hielte, cine eigne Credircaffe 
für Grundfiücke zu etabliren, welche unter gewif: 
fen Einfhränkungen zur Aushllfe für Ddiejenis 
gen, denen Pfandpöfte gekündigt worden, oder weiche 
gerne diefen oder jenen Pfandpoften prompt verkaufen 
mögten, dienen Fönnte; zu diefer Aushülfe fich aber for 
genannter Darlehnsfcheine bediente, die mit 3X pCto. 
pro Anno, oder ı fl. für’s Hundert wdchentliche Zins 
fon liefen. 
‚Diejenigen, melde ein Darlehn erhielten, müsten 
4pCto. pro Ao. Zinfen bezahlen; und da hierdurch ein 
Ueberfchuß von 3 pCt entfeht: fo würden nicht allein 
damit die Koften befiritten, fondern auch almählig die 
Scheine wieder eingelößt werden Können, bis eine beffere 
Zeit die weitere Einziehung derfelben erleichterte, Daß 
diefe obgenannte Darlehnsfcheine , wenn. man fie nur 
jum Ynfauf völlig ficherer Pfandrbfie vyerwendere, nicht 
Muflöfung der Anfrage in der vorleten Anzeige 
No, 6, 
3 
&, ift eine gelehrte Huflöfung nit weitläuftiger Bud, 
frabens Rechnung eingefandt , deren Nefultat folgende 
zeigt: 
„Das Gewicht beträgt: 495 Loth. 
„Das Arbeitslohn 243 m&,. 
£, DB. 
Da das Ganze nicht diefeın Blatte angemeffen if: fo 
wird man dent, welchen die Rechnung intereffirt, dies 
felbe auf Verlangen im Manufeript mitthejilen. 
d, Verl 
  
Eine andre Auflöfung, ebenfalls eingefandt; 
- Die Thee; Mafchine wiegt: :; 453.Loth, 
Dem Silber: Arbeiter als Lohn 22$ mö. 
Db dies richtig? 6. D. 3. 
  
PUBLICANDUM. 
Dı die mit dem Sinquartierungswefen In DBerbius 
dung fehenden Ausgaben noch immer fortlanfen, 
und die bisher fo fark angegriffne Öffentliche Cafe 
zu deren größtem Nachtheil fortwährend bebürden, 
fo hat Ein HohHmweifer Rath in Folge der mit 
der Ebhrliebenden Bürgerfhaft getroffenen Webereins 
Funft der Einquartierungs: Conmiffion aufgetragen, 
jene annocd vorkommenden Ausgaben wöchentlich 
über alle und jede hiefige Bürger und Einwohner, 
 
	        
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